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Der Kommentar legt dar, dass Sacharja 9-14 aus vier Sammlungen eschatologischer Hoffnungstexte (9,1-17; 10,3b-12; 12,1-4a.5.8-9; und 14:1-13.14b-21) besteht. Die ersten drei Sammlungen gehen auf die erste Hälfte der persischen Epoche zurück, die vierte (Kap. 14) scheint jüngeren Ursprungs und ist insgesamt wesentlich stärker pessimistisch geprägt. Hinzu traten dann eine pro-judäische, Jerusalem-kritische Schicht (12,6-7; 12,10-13,6) und die Hirtentexte (11), die im Widerspruch zu den Hoffnungstexten der ersten beiden Sammlungen stehen. Diese letzte Schicht ist vermutlich nach Nehemia zu datieren, d. h. in eine Zeit, in der Jerusalem wieder so weit erstarkt war, dass es den Zorn von außen stehenden Judäern hervorrufen konnte. Es ist anzunehmen, dass eine Endredaktion von Sacharja 9-14 die vier Sammlungen zusammengestellt und sie mit 12,6-7; 12,10-13,6 und den Hirtentexten ergänzt hat.
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Seitenzahl: 425
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Umschlagabbildungen:
Oben: Teil einer viergliedrigen Bildleiste auf dem Schwarzen Obelisken Salmanassars III. (859–824 v. u. Z.), welche die Huldigung des israelitischen Königs Jehu (845–817 v. u. Z.; 2Kön 9f.) vor dem assyrischen Großkönig darstellt. Der Vasall hat sich vor dem Oberherrn zu Boden geworfen. Hinter diesem stehen königliche Bedienstete, hinter Jehu assyrische Offiziere sowie, auf den weiteren Teilbildern, dreizehn israelitische Lastträger, die schweren und kostbaren Tribut darbringen. © Z. Radovan/BibleLandPictures.com
Unten links: Eines von zehn Reliefbildern an den Bronzetüren, die das Ostportal (die sog. Paradiespforte) des Baptisteriums San Giovanni in Florenz bilden, geschaffen 1424–1452 von Lorenzo Ghiberti (um 1378–1455): Ausschnitt aus der Darstellung ‚Adam und Eva‘; im Mittelpunkt steht die Erschaffung Evas: „Und Gott der HERR baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und brachte sie zu ihm.“ (Gen 2,22) Fotografiert von George Reader.
Unten rechts: Detail der von Benno Elkan (1877–1960) geschaffenen Menora vor der Knesset in Jerusalem: Esra liest dem versammelten Volk das Gesetz Moses vor (Neh 8). Die Menora aus Bronze entstand 1956 in London und wurde im selben Jahr von den Briten als Geschenk an den Staat Israel übergeben. Dargestellt sind in insgesamt 29 Reliefs Themen aus der Hebräischen Bibel und aus der Geschichte des jüdischen Volkes.
Übersetzt aus dem Englischen von Gerlinde Baumann.
All rights reserved
© 2012 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart
Production:
W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart
Printed in Germany
Print:
ISBN 978-3-17-022570-1
E-Book:
pdf: ISBN 978-3-17-023480-2
epub: ISBN 978-3-17-025406-0
Der Kommentar legt dar, dass Sacharja 9–14 aus vier Sammlungen eschatologischer Hoffnungstexte (9,1–17; 10,3b–12; 12,1–4a.5.8-9; und 14:1–13.14b–21) besteht. Die ersten drei Sammlungen gehen auf die erste Hälfte der persischen Epoche zurück, die vierte (Kap. 14) scheint jüngeren Ursprungs und ist insgesamt wesentlich stärker pessimistisch geprägt. Hinzu traten dann eine pro-judäische, Jerusalem-kritische Schicht (12,6–7; 12,10–13,6) und die Hirtentexte (11), die im Widerspruch zu den Hoffnungstexten der ersten beiden Sammlungen stehen. Diese letzte Schicht ist vermutlich nach Nehemia zu datieren, d. h. in eine Zeit, in der Jerusalem wieder so weit erstarkt war, dass es den Zorn von außen stehenden Judäern hervorrufen konnte. Es ist anzunehmen, dass eine Endredaktion von Sacharja 9–14 die vier Sammlungen zusammengestellt und sie mit 12,6–7; 12,10–13,6 und den Hirtentexten ergänzt hat.
Prof. em. Dr. Paul L. Redditt, Georgetown College, Kentucky/USA.
Der Internationale Exegetische Kommentar zum Alten Testament (IEKAT) möchte einem breiten internationalen Publikum – Fachleuten, Theologen und interessierten Laien – eine multiperspektivische Interpretation der Bücher des Alten Testaments bieten. Damit will IEKAT einer Tendenz in der gegenwärtigen exegetischen Forschung entgegenwirken: dass verschiedene Diskursgemeinschaften ihre je eigenen Zugänge zur Bibel pflegen, sich aber gegenseitig nur noch partiell wahrnehmen.
IEKAT möchte eine Kommentarreihe von internationalem Rang, in ökumenischer Weite und auf der Höhe der Zeit sein.
Der internationale Charakter kommt schon darin zum Ausdruck, dass alle Kommentarbände kurz nacheinander in englischer und deutscher Sprache erscheinen. Zudem wirken im Kreis der Herausgeber und Autorinnen Fachleute unterschiedlicher exegetischer Prägung aus Nordamerika, Europa und Israel zusammen. (Manche Bände werden übrigens nicht von einzelnen Autoren, sondern von Teams erarbeitet, die in sich bereits multiple methodische Zugänge zu dem betreffenden biblischen Buch verkörpern.)
Die ökumenische Dimension zeigt sich erstens darin, dass unter den Herausgeberinnen und Autoren Personen christlicher wie jüdischer Herkunft sind, und dies wiederum in vielfältiger religiöser und konfessioneller Ausrichtung. Zweitens werden bewusst nicht nur die Bücher der Hebräischen Bibel, sondern die des griechischen Kanons (also unter Einschluss der sog. „deuterokanonischen“ oder „apokryphen“ Schriften) ausgelegt.
Auf der Höhe der Zeit will die Reihe insbesondere darin sein, dass sie zwei große exegetische Strömungen zusammenführt, die oft als schwer oder gar nicht vereinbar gelten. Sie werden gern als „synchron“ und „diachron“ bezeichnet. Forschungsgeschichtlich waren diachrone Arbeitsweisen eher in Europa, synchrone eher in Nordamerika und Israel beheimatet. In neuerer Zeit trifft diese Einteilung immer weniger zu, weil intensive synchrone wie diachrone Forschungen hier wie dort und in verschiedensten Zusammenhängen und Kombinationen betrieben werden. Diese Entwicklung weiterführend werden in IEKAT beide Ansätze engstens miteinander verbunden und aufeinander bezogen.
Da die genannte Begrifflichkeit nicht überall gleich verwendet wird, scheint es angebracht, ihren Gebrauch in IEKAT zu klären. Wir verstehen als „synchron“ solche exegetischen Schritte, die sich mit dem Text auf einer bestimmten Stufe seiner Entstehungbefassen, insbesondere auf seiner Endstufe. Dazu gehören nicht-historische, narratologische, leserorientierte oder andere literarische Zugänge ebenso wie die durchaus historisch interessierte Untersuchung bestimmter Textstufen. Im Unterschied dazu wird als „diachron“ die Bemühung um Einsicht in das Werden eines Textes über die Zeiten bezeichnet. Dazu gehört das Studium unterschiedlicher Textzeugen, sofern sie über Vorstufen des Textes Auskunft geben, vor allem aber das Achten auf Hinweise im Text auf seine schrittweise Ausformung wie auch die Frage, ob und wie er im Gespräch steht mit älteren biblischen wie außerbiblischen Texten, Motiven, Traditionen, Themen usw. Die diachrone Fragestellung gilt somit dem, was man die geschichtliche „Tiefendimension“ eines Textes nennen könnte: Wie war sein Weg durch die Zeiten bis hin zu seiner jetzigen Form, inwiefern ist er Teil einer breiteren Traditions-, Motiv- oder Kompositionsgeschichte? Synchrone Analyse konzentriert sich auf eine bestimmte Station (oder Stationen) dieses Weges, besonders auf die letzte(n), kanonisch gewordene(n) Textgestalt(en). Nach unserer Überzeugung sind beide Fragehinsichten unentbehrlich für eine Textinterpretation „auf der Höhe der Zeit“.
Natürlich verlangt jedes biblische Buch nach gesonderter Betrachtung und hat jede Autorin, jeder Autor und jedes Autorenteam eigene Vorstellungen davon, wie die beiden Herangehensweisen im konkreten Fall zu verbinden sind. Darüber wird in den Einführungen zu den einzelnen Bänden Auskunft gegeben. Überdies wird von Buch zu Buch, von Text zu Text zu entscheiden sein, wie weitere, im Konzept von IEKAT vorgesehene hermeneutische Perspektiven zur Anwendung kommen: namentlich die genderkritische, die sozialgeschichtliche, die befreiungstheologische und die wirkungsgeschichtliche.
Das Ergebnis, so hoffen und erwarten wir, wird eine Kommentarreihe sein, in der sich verschiedene exegetische Diskurse und Methoden zu einer innovativen und intensiven Interpretation der Schriften des Alten Testaments verbinden.
Im Herbst 2012
Die Herausgeberinnen und Herausgeber
Mein erster Artikel über Sacharja 9–14 ist 1989 unter dem Titel „Israel’s Shepherds: Hope and Pessimism in Zechariah 9–14“1 erschienen. In dieser Untersuchung habe ich mich zur Bestimmung des sozialen Umfelds, in dem und für das diese Kapitel entstanden sind, der Erkenntnisse anthropologischer Forschung bedient. Die fragliche Gruppe habe ich so bezeichnet, dass sie grundsätzlich, aber nicht in unkritischer Weise pro-judäisch ist; in ihr findet auch ein geläutertes Jerusalem seinen Platz, und sie ist nonkonformistisch. Außerdem hatte ich den Eindruck, dass sie nicht messianisch ausgerichtet ist und sich gegen die Priester und die (falschen) Propheten ihrer Zeit stellt. Ihre Zukunftshoffnung leitet sich ganz direkt aus einem pessimistischen Verständnis der Geschichte Israels her, und sie unterzieht die Überlieferung einer radikalen Neubewertung. Auch heute bin ich der Ansicht, dass diese Sätze weitgehend so stehen bleiben können. Allerdings hat die Forschung der vergangenen Jahrzehnte zu diesen Kapiteln ergeben, dass die Verortung der Kapitel in der Hebräischen Bibel immer mehr zu berücksichtigen ist, und zwar insbesondere die Stellung der Kapitel und ihre Funktion für die Entstehung des Zwölfprophetenbuches. Mein eigenes Verständnis dieser Lokalisierung von Sach 9–14 im Zwölfprophetenbuch ist maßgeblich durch zwei Exegeten geprägt worden, nämlich durch James Nogalski und Aaron Schart.
Ob man nun der gleichen Ansicht ist wie sie (was ich bin), dass nämlich das Zwölfprophetenbuch eine längere Überarbeitung erfahren hat, durch die ein Werk mit einem internen Dialog und Handlungsverlauf geschaffen werden sollte, oder ob man das bestreitet (wie es Ehud Ben Zvi2 tut) und die These vertritt, dass das Zwölfprophetenbuch schlicht eine Sammlung von zwölf namentlich genannten Propheten ist: In jedem Fall sollten wir übereinstimmend festhalten, dass Sach 9–14 ein in hohem Maße literarisches Werk ist, das sich bewusst und kenntnisreich auf viele der Texte bezieht, die nun das Alte Testament bzw. die Hebräische Bibel bilden. Dabei stimmt Sach 9–14 mit diesen Texten überein und korrigiert sie zugleich. Besondere Aufmerksamkeit werde ich auf einige dieser Quellen, ihre Verwendung und Veränderung in Sach 9–14 legen. Ich möchte das Gespräch über diese Kapitel und ihre Quellen vorantreiben, ohne dies aber zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Im Rahmen des Internationalen Exegetischen Kommentars zum Alten Testament wird sich Aaron Schart mit dem Wachstumsprozess des Zwölfprophetenbuches befassen.
Ich möchte mich bei einigen Menschen bedanken, deren Erkenntnisse für mich ebenso hilfreich waren wie ihre Ermutigung. Nogalski und Schart habe ich bereits erwähnt, aber ich würde gerne auch noch einige weitere namentlich nennen. Zunächst ist dies Robert R. Wilson, der mir beigebracht hat, wie man Erkenntnisse der Anthropologie auf das Alte Testament bezieht. Zweitens möchte ich Trent C. Butler nennen, mit dem ich seit Jahrzehnten befreundet bin. Er hat sich die Gedanken angehört, die in meine früheren Artikel über Sach 9–14 Eingang gefunden haben, und er hat mir geholfen, meine Überlegungen gründlich zu durchdenken; seit dieser Zeit hat er mich beraten und unterstützt. Drittens gebührt mein Dank John D. W. Watts, der mich zu Beginn der 1990er-Jahre zu den Zusammenkünften der SBL zum Zwölfprophetenbuch eingeladen hat (zu deren Leitungsgremium ich dann auch gehörte). Weitere Forscher, denen ich besonders im Rahmen dieses Kommentars Dank schulde, sind unter anderem Paul D. Hanson, David L. Petersen, Carol L. Meyers und Eric M. Meyers – das Werk dieser Exegeten hat über die Jahre das Fundament gelegt, auf dem meine Arbeit steht. Aus jüngerer Zeit möchte ich auch Mark J. Boda, Byron G. Curtis und Marvin A. Sweeney nennen, deren Arbeiten zu Sach 9–14 und zur Perserzeit für meine eigenen Überlegungen sehr hilfreich waren. Zu Dank verpflichtet bin ich ebenso Pastor Professor William J. Bryan und meinem Kollegen Vince Sizemore vom Rechenzentrum des Georgetown College für die Unterstützung in Fragen der Computer-Software. Natürlich möchte ich mich auch beim Herausgeber Helmut Utzscheider für die Einladung zu diesem Projekt bedanken und bei Aaron Schart für dessen Part bei dieser Einladung. Ebenso geht mein Dank an David Carr als den amerikanischen Herausgeber für seine Geduld mit mir. Auch den Herausgebern und Lektoren und anderen Mitarbeitern des Kohlhammer-Verlags bin ich, obwohl ich sie nicht kenne, für ihre Arbeit an diesem Band zu großem Dank verpflichtet.
Schließlich möchte ich meiner Frau Bonnie danken, die mich unermüdlich und geduldig unterstützt hat. Sie hat sich meine Gedanken angehört, und sie hat mir beim Korrekturlesen der Vorentwürfe dieses Werkes geholfen. Ihr sei dieses Buch gewidmet.
Paul L. Redditt
Georgetown (Kentucky)
September 2012
Redditt, Israel’s Shepherds, 631–642.
Siehe Ben Zvi / Nogalski, Two Sides; dort findet sich eine exzellente Zusammenfassung und Begründung der beiden Positionen.
Im Sacharjabuch sind Visionen und andere Worte versammelt, die Sacharja ben Berechja ben Iddo zugeschrieben werden. Der Name Sacharja bedeutet „Jhwh hat sich erinnert“. In der Hebräischen Bibel ist das ein häufiger Name, der vielleicht erklärt, warum die Namen des Vaters und des Großvaters bei der Bezeichnung dieses Sacharja angefügt sind. Der Name kommt in 1,1; 1,7 sowie 7,1 vor, gefolgt jeweils von einer Datierung auf die Jahre 520 oder 518 v. Chr. Der Höhepunkt von Sacharjas Wirken lag deshalb in der frühnachexilischen Zeit bzw. der Perserzeit. In der heutigen Forschung sind allerdings seit Langem die Unterschiede zwischen den mehrheitlich visionären Erzählungen der Kapitel 1–8 und den eher rätselhaften Botschaften von Sacharja 9–14 bekannt. Häufig wird daraus geschlossen, dass die letzten sechs Kapitel von anderer Hand stammen als die ersten acht. Dieser Sachverhalt bildet den Ausgangspunkt für diese Einleitung in Sacharja 9–14. Ebenso wird im Folgenden ein Überblick über synchrone wie diachrone Auslegungsweisen dieser Kapitel gegeben. Nicht nur in dieser Einleitung, sondern im gesamten Buch wird sich die Bezeichnung „synchrone Analyse“ auf den uns vorliegenden Text beziehen; demgegenüber befasst sich die „diachrone Analyse“ damit, wie der Text seine jetzige Form erlangt hat. Schließlich wird sich diese Einleitung den Fragen nach der Datierung und dem historischen Hintergrund von Sacharja 9–14 widmen, der Identität der rätselhaften „Hirten“ und „Händler“, die in Kapitel 11 eine große Rolle spielen, der Struktur von Sacharja 9–14 sowie der Beziehung von Sacharja 9–14 zum übrigen Zwölfprophetenbuch.
Forschungsüberblick
Im Zwölfprophetenbuch steht das Sacharjabuch an elfter Stelle. Benannt ist das gesamte Buch nach dem Propheten Sacharja. Dass diese Zuschreibung den Tatsachen entspricht, wird in der älteren Forschung unter anderem von Edward J. Young oder Roland K. Harrison vertreten. 1 Joyce G. Baldwin stimmt mit Peter R. Ackroyd und auch Anthony R. Petterson darin überein, dass die Verknüpfung der vierzehn Kapitel zeigt, dass Sach 1–8 mit 9–14 „einige Ideen oder Interessen gemeinsam hat“.2 Auch wenn diese Äußerung zutreffend ist, schließt sie doch die Möglichkeit nicht aus, dass ein späterer Verfasser einiges von dem, was Sacharja geschrieben hat, korrigiert oder auf den neuesten Stand gebracht hat.
In jüngerer Zeit haben mehrere historisch-kritische Forscher ähnliche Positionen vertreten wie Baldwin. So hat beispielsweise Byran G. Curtis ausgehend von einer „Untersuchung der gesellschaftlichen Verortung“ dafür plädiert, dass das gesamte Sacharjabuch während einer Generation verfasst wurde und womöglich nur einen Verfasser hat, nämlich Sacharja selbst.3 Ronald W. Pierce erkennt die stilistischen und anderen Unterschiede, die es zwischen Sach 9–14 und 1–8 gibt, doch er bezweifelt, dass beide Teile Sacharjas aus unterschiedlicher Hand stammen. Seiner Ansicht nach stellt das „anschauliche Bild einer Herde, die zum Schlachten bestimmt ist (Sach 11)“, das er zwischen 520 und 480 datiert, den Dreh- und Angelpunkt des gesamten Corpus von Haggai, Sacharja und Maleachi dar.4 Edgar W. Conrad erinnert die Leser daran, dass ihnen lediglich ein literarisches Werk vorliegt, dessen angeblicher Autor Sacharja ist. Darum lautet sein Vorschlag, Sacharja als eine Sammlung zu verstehen, ohne die Unterschiede zwischen den beiden Teilen zu ignorieren.5
Eine Interpretation, die sich an Conrad und an Forscher mit ähnlichen Positionen anlehnt, könnte etwa so aussehen: Der wichtigste Hinweis, den das Buch bezüglich der Verfasserschaft gibt, besteht in der dreifachen Verwendung der Datierungsformel in Sach 1,1, 1,7 und 7,1. Dadurch wird das Buch in drei Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt, Sach 1,1–6, erinnert die Leser an die „Vorderen Propheten“. Der zweite Abschnitt, Sach 1,7 – 6,15, enthält Visionen und Ermahnungen zum Wiederaufbau des Tempels. Im dritten Abschnitt, Sach 7,1 – 8,23, wird eingeräumt, dass die Dinge sich nicht wie erwartet entwickelt haben. Dieser Teil schließt allerdings mit der Hoffnung, dass das zukünftige Jerusalem der Ort sein wird, zu dem Menschen aus vielen Völkern kommen werden, um Gott anzubeten. Zwei weitere, keinem anderen Verfasser zugeschriebene Prophetensprüche (Sach 9–11 und 12–14) beziehen sich ebenfalls auf diese Hoffnung. Beide werden mit dem Wort eingeleitet (das häufig mit „Prophetenspruch“ übersetzt wird).
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