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Bei der Saga von Georg dem Edlen handelt es sich um eine Kurzgeschichte von 27 Seiten für Kinder ab 8 Jahre. Die Story spielt zu Zeiten "Albrecht des Bären" im Dorf Neudorf in dem freie Bauern leben. Ein Bauernjunge möchte Ritter werden. Sein Vater erklärt ihm die Unmöglichkeit. Doch weil Georg es unbedingt will, hilft der Vater ihm ein starker Mann zu werden. Georg muss viele Aufgaben erledigen die ihm sein Vater stellt. Er wächst heran und wird zum stärksten Mann im Dorf. Der Graf will schon lange die freien Bauern aus Neudorf unter seine Knechtschaft zwingen. Als der Graf die Tochter des Schmiedes entführen lässt und gefangen nimmt, müssen sich die Neudorfer überlegen, wie sie Eluisa befreien können. Georg muss sich beweisen.
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Seitenzahl: 38
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Lutz Rücker
Saga von Georg dem Edlen
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Saga von Georg dem Edlen
Impressum neobooks
Saga von Georg dem Edlen
Es war einmal ein Bauernjunge, der wollte so gern Ritter werden.
„Vater sag mir bitte, wie kann ich Ritter werden?“
„Mein Sohn, Ritter werden kannst du nicht. Du bist nicht von adeligem Geblüt.
Wir sind arm und unser Stand ist dazu nicht geeignet.“
„Aber Vater, ein Ritter soll edel sein und Gutes tun.
Ich bin doch gut und hilfsbereit.“
„Ja das bist du. Aber Ritter kannst du nicht werden.“
„Das verstehe ich nicht.“
„Ich weiß. Es ist nicht einfach zu verstehen. Wir sind gute Menschen. Wir ernähren alle anderen.
Und doch ist unser Stand nicht gut angesehen. Die Herren schauen auf uns herab, obwohl wir ihren Wohlstand
erst ermöglichen. Mein Sohn, die Welt ist ungerecht.“
„Gute Taten können da nichts ändern?“
„Ich befürchte nein.“
„Ich will es trotzdem versuchen.“
„Ach Sohn, strebe nicht nach Unerreichbarem.“
„Ach Vater, hilf mir ein guter Kämpfer zu werden. Und wäre es nur zur Selbstverteidigung.
Du warst doch schon im Kampf. Das werde ich doch auch müssen.“
„Nun gut, du hast Recht. Ich will dich unterrichten. Aber unter einer Bedingung.
Du kämpfst nur für die Gerechtigkeit und für den Schutz der Deinen.“
„Ja Vater, das werde ich tun.“
„Sohn, du musst hart trainieren um Kraft, Ausdauer und Gewandtheit zu erlangen.“
„Ja das will ich.“
„Dann fang damit an, die schweren Feldsteine von unserem Feld zu räumen. Gebrauche dazu deinen Verstand.
Der ist auch im Kampf sehr wichtig.“
„Gut Vater, das will ich tun.“
Der Bauer hatte seinem Sohn mit Absicht eine so schwere, aus seiner Sicht unlösbare Aufgabe gestellt, um ihn
von dem Ansinnen Ritter zu werden abzubringen. Wenn Georg scheitert,
wird er die Lust daran verlieren. Doch Reinhart irrte sich.
Georg war erfinderisch. Mit einer Stange hebelte er die mittelgroßen Steine auf eine von ihm gezimmerte
Holzplatte, die auf Rundhölzern lag und so Stück für Stück bewegt werden konnte, indem Georg immer wieder
ein Rundholz vor die Platte legte. So konnte er die meisten Steine vom Feld schaffen.
Für die größeren Steine musste er sich was anderes einfallen lassen, da er sie nicht mit der Stange bewegen
konnte. Er schachtete eine Rampe und untergrub den Findling. Schob die Holzplatte samt Rundhölzer so dicht
wie möglich unter den Stein. Dann reichte ein mannhaftes Hebeln und der Stein fiel durch sein Eigengewicht auf
die Holzplatte. Mit Seilen konnte Georg die Holzplatte über die Rundhölzer Stück für Stück ziehen und so auch
alle schweren Steine vom Feld räumen.
Es war aber eine sehr anstrengende Arbeit, sodass er dafür mehrere Tage brauchte.
Sein Vater staunte die ganze Zeit über den Erfindungsreichtum und das Durchhaltevermögen seines Sohnes.
Er musste einsehen, dass Georg sein Ziel nicht aufgeben würde.
Doch er stellte ihm noch andere Aufgaben.
„Sohn zieh die Egge, lege schwere Steine darauf und ebne das Feld.“
„Gut Vater, das will ich tun.“
Reinhart schaut eine Weile zu wie sein Sohn die Egge wie ein Pferd zieht. Kraftvoll stemmt Georg die Beine
gegen das Gewicht der Egge und ebnet den Acker. Viel tiefer als sonst graben sich die Zinken in die Erde.
Georg kommt mächtig ins Schwitzen. Doch erst als es dunkelt, lässt er die Egge ruhen. Ein Viertel des Feldes ist
geschafft. Georg freut sich.
Mit einem Eimer holt er Wasser aus dem Brunnen und wäscht sich den Schweiß von der Haut.
Dann geht er in die Hütte.
„Morgen mache ich weiter Vater.“
„Gut mein Sohn. Du bist sehr fleißig.“
Nach drei weiteren Tagen harter Arbeit ist das Feld geeggt und für die Aussaat vorbereitet.
Es braucht eine neue Aufgabe für Georg.
„Sohn, nimm die Axt und spalte das Holz.“
„Gut Vater, das will ich tun.“
Georg schwingt die Axt und die Holzklötze zerfallen in handliche Scheite für die Herdstelle. Einmal schlug er so
hart zu, dass sogar der Hackklotz zerbrach.
„Oh je, was wird Vater sagen?“
Reinhart hatte es beobachtet und geht zu seinem Sohn.
„Georg, deine Kräfte wachsen. Der Hackklotz war wohl auch schon etwas altersschwach.“
„Ja Vater. Es war nicht meine Absicht ihn zu zerschlagen.“
„Ich weiß. Hol die Säge. Wir machen aus dem Eichenstamm einen neuen Hackklotz.“
Georg ging und nach einer halben Stunde war der neue Hackklotz fertig. Er setzte die Arbeit fort und konnte
einen großen Vorrat an Holzscheiten aufstapeln.
„Sohn, lauf mit zwei vollen Wassereimern so oft um das Feld wie du kannst und das machst du täglich.“
„Gut Vater, das will ich tun.“
