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Toni leidet an einem Hirntumor. Er will kein Pflegefall werden und beschließt den Freitod in den Blue Montains zu vollziehen. Er verlässt seine Familie und große Liebe Diana. Doch er erfährt unerwartet Heilung und ihm wird ein neues Leben zu teil. Er wird mit Sarah glücklich auf Jamaica.
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Seitenzahl: 141
Veröffentlichungsjahr: 2023
Lutz Rücker
Toni
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Toni
Impressum neobooks
„Ich werde bald sterben.“
Dieser Gedanke beherrscht Tonis Denken und ist die alles zerstörende Wahrheit. Sein gutes Leben wird in kürze zu Ende sein. Ein Leben, das erfüllt ist von Liebe, Freude und Zufriedenheit. Endloser Schmerz beherrscht sein Befinden. Die geliebten Menschen verlassen zu müssen ist so grausam. Doch es gibt kein Entrinnen. Der eigene Körper beendet das Sein. Die gnadenlose Realität des Gehirntumors, die unmögliche medizinische Indikation, die Hoffnungslosigkeit und die Gewissheit nur noch Wochen, vielleicht Monate zu leben, zwingen Toni Entscheidungen zu treffen und einen Weg zu gehen, der nicht vorher bestimmt, kein Schicksal sondern die Konsequenz seiner Lebensphilosophie ist.
„Hallo Schatz, du kommst ja heute so spät.“ Diana geht zu Toni, gibt ihm einen Kuss und lächelt ihn wie immer liebevoll an.
„Ach Liebste. Es ist nichts Besonderes. Ich hatte nur einen Termin beim Arzt.“
„Davon hast du mir gar nichts erzählt“, sagt Diana irritiert.
„Hätte den Termin fast selber vergessen. Es ging nur um eine Vorsorgeuntersuchung.“
„Ist alles in Ordnung?“ Toni lacht. Dianas Augen schauen besorgt. Tonis Gesicht ist anders als sonst.
„Natürlich. War doch nicht anders zu erwarten. Bei unserer gesunden Lebensweise.“
Toni versucht wie immer zu sein. Er will nicht, dass Diana auch nur den geringsten Verdacht schöpft. Die Wahrheit ihr jetzt schon zu sagen, kann er nicht. Zu neu und unverarbeitet ist sie für ihn selbst noch. Er zieht seine Jacke aus und hängt sie an die gewohnte Stelle. Er gibt Diana einen Kuss und geht an ihr vorbei in die Küche. Holt ein Glas aus dem Hängeschrank, öffnet den Kühlschrank, nimmt Kombuchasaft heraus und füllt das Glas bis kurz unter dem Rand. Trinkt in einem Zug aus und stellt das Glas auf die Ablage.
Diana beobachtet ihn. Irgendwas ist passiert. Das spürt sie. Fühlt es ganz tief im Innern. Ist sich aber gleichzeitig bewusst, dass Toni nicht darüber sprechen will.
„Ich fröne noch der Sonne“, sagt Toni lächelnd und geht hinaus auf die Terrasse.
„Ja gut. Ich komme auch gleich“, antwortet Diana und schaut ihm nach. Die fragende Ungewissheit und eine negative Vorahnung lassen sich nicht vertreiben und beunruhigen sie immer mehr.
Toni sitzt nachdenklich auf der Bank. Den Nacken gegen die Lehne gedrückt, hält er die Augen geschlossen. Wohlige Wärme benetzt sein Gesicht.
„Warum passiert mir das? Warum ich?“ Toni ist verzweifelt. Dianas lächelndes Gesicht vor dem inneren Auge wird ihm die Grausamkeit der neuen Situation vollends bewusst. Tränen überkommen ihn. Quellen einfach hervor. Ein stiller Schrei entspringt seinem Mund und lässt sekundenlang alle Wahrnehmung verstummen. Doch schon ist die Wirklichkeit wieder präsent und duldet kein Verweigern. Toni wischt die Tränen fort.
„Ach Liebste! Wie soll ich’s dir nur sagen.“ Von einer Minute auf die andere ändert sich alles. Die Lebensfreude, die vorher noch überzuquellen und unerschöpflich schien, ist in nullkommanichts dahin. Niedergeschlagenheit und Hilflosigkeit legen sich wie ein schwerer Schleier auf das Denken. Wie ein Krake, dessen Fangarme alle Gedanken binden.
„Bald wirst du sterben“, brennt sich unauslöschbar hinter die Stirn. Dieser Gedanke ist allgegenwärtig und es gibt kein Entrinnen. Nie hatte Toni etwas Ernstes gehabt. Er und Diana haben gesund gelebt. Mit seinem Sohn Frank traf sich Toni regelmäßig zum Tennis oder Squash. Diana und er unternahmen Radtouren durch Wald und Flur. Auch bei der Gartenarbeit waren sie an der frischen Luft und in Bewegung. Und so ging es ihnen gut.
„Warum hat sich der Tumor bei mir entwickelt? Liegt es an den Genen?“ Toni sucht vergeblich nach Antworten. Kneift die Augen fest zusammen und schlägt sich mit der Faust an die Stirn.
„Es ist wie es ist. Ich muss mich damit abfinden und mir überlegen, was zu tun bleibt. Was fang ich an mit dem Rest meiner Tage?“
Diana kommt auf die Terrasse und setzt sich Toni gegenüber auf einen Stuhl. Ihre Blicke fragen und fragen. Doch sie spricht die Fragen nicht aus. Lächelt Toni nur an.
„Na Schatzi, wie war dein Tag?“
„Ach, nichts besonderes, das Übliche eben.“ Diana spürt die Anspannung, die in Tonis Stimme klingt.
Toni schaut ihr tief in die Augen und sofort ist ihm klar, dass Diana was bemerkt hat. Er sieht, wie es in ihr bebt und wie die Ungewissheit sie quält. Hinter ihrer schönen Stirn sucht sie flehentlich nach Antworten. Soll er ihr das Schreckliche sagen? Soll er es verheimlichen und so tun als wäre nichts? Sie würde sein Lügen spüren. Er muss ihr die Wahrheit sagen. Gerade weil er sie liebt. Toni atmet tief durch und blickt Diana verzweifelt an.
„Ich habe einen Gehirntumor. Er ist unheilbar.“ Diana ist wie vom Blitz getroffen. Versteinert durch den gerade erlittenen Schlag kann sie nichts erwidern. Ihr Hals ist zugeschnürt. Diese Eröffnung nimmt ihr den Atem. Fassungslos und wie gelähmt sitzt sie im Stuhl. Als hätte sie vergessen, wie man atmet, starren ihre großen schönen Augen Toni Hilfe suchend an. Toni stürzt zu Diana und hockt sich vor sie.
„Beruhige dich Liebste.“ Er ergreift ihre Hände und drückt sie fest. Diana schnappt wie eine Ertrinkende nach Luft. Ihre Brust türmt hohe Wellen auf.
„Oh nein!“, quillt es endlich aus ihr hervor. Ihr Kopf fällt kraftlos auf Tonis Schulter. Sie weint bitterlich. Toni weiß nicht was er machen soll. Er kann Diana nur halten. Diana ist bis ins Mark erschüttert. Sie weiß nur zu genau, was das Gesagte bedeutet. Sie wird Toni verlieren. Ihren Toni, den sie so liebt. Dieser Gedanke sticht tausend Nadeln in ihren Kopf.
„Unheilbar, das darf nicht sein.“
„Oh Liebste, ich wünschte es wäre nicht so.“
„Du darfst mich nicht verlassen. Was soll ich nur ohne dich machen?“
„Oh Liebling! Was kann ich tun?“ Diana vergräbt ihr Gesicht noch tiefer in Tonis Schulter.
„Oh Toni! Mein Toni! Warum nur du?“
„Ich weiß es nicht, Liebste. Ich weiß es nicht.“ Diana zieht Toni an sich und presst seinen Kopf ganz fest gegen ihre Brüste. Als wolle sie ihn nie wieder loslassen, um so eine Trennung verhindern zu können. Toni spürt wie ihr Herz rast. Es vergehen Minuten und es sind Minuten der Verzweiflung. Kein Vogelgezwitscher dringt zu ihnen, kein Windhauch nehmen sie wahr. Toni befreit sich aus der Umklammerung. Er schaut Diana in die Augen und streicht ihr die heißen Tränen aus dem Gesicht.
„Du musst dich beruhigen Liebling.“
„Was hat denn der Arzt genau gesagt?“, fragt Diana mit bebender Stimme.
„Dass der Tumor bösartig ist und wächst. Die Diagnose ist zweifelsfrei. Eine OP oder Therapie kann nicht mehr helfen. Mir bleiben nur noch Wochen, vielleicht Monate.“
„Oh nein! Das darf nicht sein. Gibt es denn keine Hoffnung?“
„Nein Liebste. Keine.“ Dieses Nein ist so hart wie Stahl und schneidet nie heilende Wunden. Diana überwältigt ein neuer Weinkrampf. Toni zieht Diana aus dem Stuhl, hebt den erschlafften Körper hoch und trägt sie hinein. Er geht ins Schlafzimmer und legt sie behutsam aufs Bett.
„Liebste. Versuch dich zu beruhigen.“ Als er Diana loslassen will, hält sie ihn fest und zieht ihn auf sich.
„Bleib bei mir. Halt mich! Liebe mich!“ Seinen Kopf fest in den Händen haltend, küsst Diana Toni über das ganze Gesicht. Sie drückt Toni auf den Rücken und legt sich auf ihn. Ihre langen schwarzen Naturlocken überwuchern sein Gesicht. Diese herrlich duftenden Haare riecht Toni so gern. Diana richtet sich auf, greift nach Tonis T-Shirt, schiebt es hoch und zieht es ihm in einem Zug über den Kopf. Hastig fingert sie an seinem Gürtel und öffnet die Jeans. Sie will ihn spüren, überall, mit all ihren Sinnen. Toni knöpft Dianas Bluse auf und vergräbt sein Gesicht in ihrem Dekolleté. Er öffnet den BH. Seine Hände greifen in die weichen Früchte. Sein Mund liebkost die Brustwarzen und saugt an ihnen, als dürste ihm schon seit Tagen. Die Weichheit des weiblichen Körpers ist ohne Gleichen. Diana rutscht nach hinten und zieht Toni gleichzeitig Jeans und Boxer Short aus. Schnell befreit sie sich von ihren Sachen. Toni ist vollends erregt und sein Freudenspender ragt empor. Diana ergreift ihn, hockt sich darüber und versenkt ihn langsam in sich. Das Schwert durchmisst die Scheide. Erst behutsam, dann heftiger und schneller hebt und senkt Diana ihr Becken. Der tief eindringende Phallus bereitet größte Lust. Im wilden Ritt fliegt sie einem Orgasmus entgegen, der so beglückend ist, dass sie ihn hinausschreit. Toni fängt den sich entspannenden Leib auf. Er drückt Diana fest an sich und küsst sie leidenschaftlich auf den Mund. Mit einem Schwung rollt er sie auf den Rücken. Diana öffnet sich ihm wie eine Blume, die sich den ersten wärmenden Sonnenstrahlen hingibt. Toni drängt seinen Stab so tief er kann hinein. Diana stöhnt auf. Wieder und wieder mit sich erhöhender Frequenz stößt der Fisch in die verschlingende Grotte. Tief drinnen hält er inne und sein Samen ergießt sich unter einem langen lautem „Ja“. Diana durchdringt ein neuer Höhepunkt, der sie in beglückenden Sphären schweben und alles um sich vergessen lässt. Erschöpft ringen beide um Atem. Ihr Keuchen ist wie ein Singsang, der höchste Befriedigung und das Trinken vom Nektar der Erfüllung kund tut. Für kurze Zeit konnten sie alles Bedrückende ausblenden. Doch die grausame Wirklichkeit holt sie wieder ein. Unaufhaltsam rollen wieder Tränen über Dianas Gesicht und die tiefe Traurigkeit kehrt zurück. Der Schmerz ist zu stark, als dass sie ihn unterdrücken oder beherrschen könnte.
„Wein nicht mehr Liebste. Lass uns die verbleibende Zeit genießen.“ Toni küsst die Tränen von Dianas Gesicht. Seine Hand streicht sanft über ihre Stirn.
„Ich liebe dich mehr als ich sagen kann.“ Sanft küsst er Dianas Mund und legt sich neben sie.
„Mein Liebster, ich liebe dich noch viel viel mehr.“ Diana beugt sich über Toni und küsst ihn sinnlich auf den Mund. Es ist ein so zärtlicher, Liebe bekundender Kuss, wie ihn nur ein wahrhaft liebendes Weib geben kann. Eng kuscheln sie sich aneinander. Jeder will den Herzschlag des anderen spüren. Ihre Herzen schlagen im Gleichklang einer ablaufenden Zeit. Denn ihre Zeit ist begrenzt und niemand weiß, wie lange sie einander noch so spüren können.
Toni war kurz vorm Einschlafen, als ihn eine Bewegung von Diana zurückholt. Er hatte sich in die Weichheit ihres Leibes vergraben und fühlte sich so geborgen und beschützt. Genau so wie dies ein Kind empfindet, wenn es wohlbehütet im Arm der Mutter liegt. Die ganze Zeit hatte Diana nur daran denken können, was nun werden wird. Wenn kein Wunder geschieht, wird Toni sterben. Sie musste wieder weinen und versuchte so reglos wie möglich die Tränen fortzuwischen, damit Toni nichts bemerkt.
„Was ist Schatzi?“
„Nichts Liebster, mir ist nur der Arm eingeschlafen.“
„Verzeih, das wollte ich nicht.“
„Ich weiß. Es macht nichts. Es ist so schön mit dir.“ Toni richtet sich auf. Sanft streichelt er Dianas Arm und kribbelnd kehrt Leben in ihn zurück.
„Komm, lass uns duschen gehen“, sagt Toni und steht auf. Und ohne eine Antwort abzuwarten, zieht er Diana aus dem Bett und hebt sie hoch. Trägt sie ins Bad und lässt sie erst unter der Dusche wieder herunter. Ihr nackter schöner Leib ist eine Augenweide und übt magisches Verlangen aus ihn unablässig zu berühren. Toni steht hinter Diana, umschlingt sie mit beiden Armen und haucht zärtliche Küsse in ihren Nacken. In seinen Händen hält er ihre Brüste, diese süßen weichen Früchte. Keine Stelle auslassend liebkosen seine Hände Dianas Körper und sein Mund küsst Rücken und Po. Diana hält die Augen geschlossen und genießt mit steigenden Gefühlsregungen und Verlangen die Streicheleinheiten. Sie dreht sich um, zieht Toni hoch und drückt sich an ihn. Tonis Erregung ist gegenständlich. Sein Phallus stößt gegen Dianas Bauch. Begierig küssen sie sich. Ihre Zungen vollführen einen verschlingenden Tanz.
„Steck ihn in mich“, haucht Diana. Und Toni tut wie ihm geheißen. Er geht leicht in die Hocke, führt seinen Stab zwischen die sich spreizenden Schenkel zum sich öffnenden Schlund und bohrt den Heilsbringer mit einem Schub hinein. Diana stöhnt wonnevoll. Toni greift in Dianas Gesäß und richtet sich auf. Dianas Beine umschlingen seine Hüfte. Der Phallus dringt bis zur Wurzel ein. Diana hält sich mit beiden Händen an Tonis Nacken fest und lässt ihr Becken kreisen. Toni hat Mühe sie zu halten. Er gräbt die Finger in den wogenden Hintern. Mit schnellen Beckenstößen stürmt Diana ihrem Höhepunkt entgegen. Der wilde Ritt endet lustverzückt im gleichzeitigen Orgasmus, der einem Sprung ins Nichts gleicht und doch wohlbehalten und Begierden gestillt endet. Toni atmet schwer. Holt tief Luft und drückt Diana ganz fest an sich. Ihre Körper verschmelzen zu einem sinnlichen Ganzen. Langsam lässt Toni Diana heruntergleiten. Wieder auf eigenen Füßen stehend, streicht Diana über Tonis muskulöse Brust. Sie schaut ihn an und der Glanz in ihren Augen kündet von Glückseligkeit.
„Du bist der, den ich suchte. Ich liebe dich über alles.“ Toni nimmt Diana zärtlich in seine Arme. Sie halten sich lange und spüren die Ewigkeit. Als sich ihre Körper voneinander lösen, schließt Toni die Duschwand und schiebt Diana in eine Ecke. Er drückt den Hebel nach unten und der noch kalte Strahl trifft seine Brust. Diana treffen Spritzer und lassen sie schrecken. Abwehrend hält sie die Hände nach vorn. Dann strömt warmes Wasser über Toni. Den Kopf nach oben streckend schließt er die Augen. Das Wasser stürzt ihm über die Stirn und die Tropfen springen nach allen Seiten. Diana drängt sich an Toni. Auf Zehenspitzen stehend zieht sie seinen Kopf herunter und küsst ihn auf den Mund. Das warme Nass umspült ihre Zärtlichkeiten. Diana drückt den Hebel hoch und der Strahl versiegt. Greift zum Duschgel, drückt reichlich davon in ihren Handteller, stellt die Flasche zurück und seift mit kreisenden Händen Toni ein. Über Brust und Schulter, Rücken und Po führt der Weg. Auch Tonis Hände sind nicht untätig. Streichen über Dianas Leib und schäumen ihn ein. Zärtliche Finger liebkosen die Körper. Als das Wasser den Schaum von ihnen spült, fühlen sie sich leicht und unbeschwert. Toni drückt den Hebel nach oben. Der Strahl versiegt. Diana nimmt ihre Haare in beide Hände und wringt das Wasser heraus. Sie öffnet die beschlagene Duschwand, zieht ein Handtuch von der Halterung und trocknet sich ab. Steigt aus der Dusche heraus und schlingt mit dem Handtuch einen Turban um den Kopf, um ihre Mähne zu bändigen. Toni beobachtet Diana. Seine Augen können sich nicht satt sehen an ihrem noch immer so wunderschönen Körper. Die Rundungen sind vortrefflich. Die Brüste noch fest. Der Bauch ist flach. Die Haut ist straff und keine Zellulitis entstellt Po oder Schenkel. In ihrem Gesicht entdeckt er Zufriedenheit. Befriedigte Lust schafft, was alles Reden nicht kann. Die lähmende Traurigkeit ist verdrängt. Es war gut, dass sie sich so leidenschaftlich liebten. Diana bemerkt Tonis prüfende Blicke.
„Was schaust du denn so?“
„Ich sehe eine Göttin und kann nicht genug von ihrem Anblick bekommen.“
„Ach du!“ Diana schüttelt den Kopf, nimmt Tonis Handtuch von der Halterung und wirft es ihm an den Kopf.
„Ehrlich. Du bist die Schönste hier im Land.“ Toni trocknet sich ab. Diana lächelt. Insgeheim ist sie sehr erfreut und fühlt sich geehrt. Es ist schön solche Komplimente auch nach Jahren noch zu bekommen. Schönheit liegt zwar im Auge des Betrachters, aber für jemanden die Schönste zu sein, ist einfach wunderbar. Als Toni sich abgetrocknet hat, steigt er aus der Dusche und hängt das Handtuch zum Trocknen auf. Mit einem Klapps auf Dianas Po geht er lächelnd an ihr vorbei. Im Schlafzimmer nimmt er neue Sachen aus dem Kleiderschrank und zieht sie an. Er geht ins Wohnzimmer. Vor dem Fenster stehend schaut er in den Garten und ist froh, dass das Grausame und Unvermeidliche ausgesprochen ist. Er atmet tief durch. Der wolkenlose Himmel zeigt sich in seiner ganzen abendlichen Pracht. Toni fühlt die Weite des Universums und weis sich als einen winzigen Teil darin. Und er ist froh, dass er lebt, denkt und fühlt. Er wird die letzten Tage seines Lebens voller Freude und mit der Gewissheit leben, dass die Einmaligkeit des Lebens viel zu kostbar ist, um in Selbstmitleid und Niedergeschlagenheit vergeudet zu werden. Toni dreht sich um und schaltet den Fernseher ein. Ein Blick zur Uhr sagt ihm, dass es kurz nach neun ist. Irgendein Film läuft gerade und Aktionszenen springen aus dem Bildschirm. Toni setzt sich in den Sessel, nimmt die Fernbedienung und schaltet weiter. Er kann diesen Unsinn nicht mehr sehen. Die Verherrlichung der Gewalt empfindet er mehr als fragwürdig und sogar gefährlich. Doch zu viele wollen diese Art Filme sehen. Entweder sind die Menschen so aggressiv oder sind manipuliert Gewalt gut zu finden. Im realen Sein besiegt aber nicht das Gute das Böse. Toni sucht nicht lange und schaltet auf Eurosport. Sport interessiert ihn. Das ist was Reales und nichts Ausgedachtes. Diana, ein Seidennachthemd unter dem Bademantel anhabend und noch immer mit Turban behütet, kommt ins Wohnzimmer.
„Hast du nicht Lust auf ein Glas Wein?“
„Natürlich Liebling. Dass ich daran nicht selbst gedacht habe. Unverzeihlich.“ Toni schnellt aus dem Sessel und eilt in den Keller.
