8,99 €
Niedrigster Preis in 30 Tagen: 8,99 €
Tödliches Vietnam.
Hanoi ist geschäftig, ruhelos und eng. Auf den Straßen wird gehandelt und gefeilscht. Korruption ist allgegenwärtig, und auch die Polizei verlangt Schmiergelder, wo es geht. In diesem Umfeld ermittelt Kommissar Ly. Die junge Frau, die im Hof eines taoistischen Tempels ermordet aufgefunden wurde, ist kaum älter als Lys Tochter, weshalb der Fall ihm besonders nahegeht. Die Frau ist über mehrere Tage misshandelt worden. Der Rechtsmediziner notiert als auffallend: Brandwunden von Zigaretten, auf dem Rücken eine Tätowierung in Form des chinesischen Glückszeichens. Bald führen die Ermittlungen auf die Spur von Hai Au, einem Mann, von dem es heißt, er habe in allen möglichen illegalen Geschäften seine Finger im Spiel ...
Kommissar Ly, Mitte vierzig, Einzelgänger und Vespa-Fahrer, im Kampf gegen Korruption und Verbrechen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 265
Veröffentlichungsjahr: 2013
NORA LUTTMER
SCHWARZE SCHIFFE
KOMMISSAR LY ERMITTELTIN HANOI
KRIMINALROMAN
ISBN 978-3-8412-0500-1
Aufbau Digital,
veröffentlicht im Aufbau Verlag, Berlin, Januar 2013
© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, Berlin
Die Originalausgabe erschien 2013 bei Aufbau Taschenbuch, einer Marke der Aufbau Verlag GmbH & Co. KG
Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jegliche Vervielfältigung und Verwertung ist nur mit Zustimmung des Verlages zulässig. Das gilt insbesondere für Übersetzungen, die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das öffentliche Zugänglichmachen z.B. über das Internet.
Umschlaggestaltung capa design, Anke Fesel
unter Verwendung eines Fotos von André Lützen
E-Book Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, www.le-tex.de
www.aufbau-verlag.de
Buch lesen
Innentitel
Informationen zum Buch
Informationen zur Autorin
Impressum
»Die Straßen … sind breit und schön, in Abschnitten oder streifenweise gepflastert. Einen Teil pflastert man nicht … Die Anzahl der Schiffe ist so gewaltig, dass es schwer ist, an die Ufer des Flusses heranzukommen. Unsere belebtesten Flüsse und Häfen, sogar Venedig mit all seinen Gondeln und Schiffen, können von dem Treiben, von dem Gewimmel, das auf dem Fluß … herrscht, keinen vergleichbaren Eindruck vermitteln.«*
Abbé Richard, französischer Geistlicher und Historiker 1778 über Hanoi
*Abbé Richard, Histoire naturelle, civile et politique du Tonquin, Moutard, Paris 1778. Zitiert aus: Jean Chesneaux, Geschichte Vietnams, Rütten & Loening, Berlin 1963.
Vom Wasser sah die Stadt wie eine Festung aus, eine abweisende Wand aus Häusern, eng an eng gebaut. Lautlos driftete der Sampan mit dem Strom. Kein Hauch regte sich. Der Fluss war düster und glatt. Der Schlick der Sandbänke glänzte im Mondlicht. Mit gleichmäßigen Ruderstößen bewegte sie das schmale Holzboot vorwärts, lenkte es geschickt zwischen den Sandbänken hindurch, eine Hand an der Pinne. Dann stieß sie mit dem Paddel gegen etwas Hartes, das dicht unter der Wasseroberfläche lag. Es gab einen Ruck, das Boot schaukelte und steckte fest. Der Rumpf hatte sich verkeilt.
»Beeil dich, Hoa!«, drängte sie ihre kleine Schwester, die im Bug saß. Es blieb nicht viel Zeit. Sie hörte schon die Motoren. Für einen Moment verdeckten diesige Schleierwolken den Mond. Hoa ließ sich in das seichte Wasser gleiten, die Hände am Boot festgekrallt.
»Los doch, los.« Sie flehte Hoa an. Mit Gewalt löste sie ihre Finger, damit sie endlich losschwamm. Einmal noch schaute Hoa zurück, ihre Blicke trafen sich, und sie hob kurz die Hand. Dann verschwand sie, und der Rumpf eines Motorbootes stieß auch schon unsanft gegen den Sampan.
Gefesselt und blutend kam sie in einem Raum wieder zu sich. Durch eine Luke drang milchiges Licht. Sie lag auf dem Rücken. Warme Luft strich ihr über die Haut. Trotzdem fror sie. Den Versuch, sich loszumachen, gab sie schnell auf. Jede Bewegung schmerzte. Die Fesseln hatten sich tief in ihre Gelenke geschnitten. Sie lauschte angestrengt. Doch da war nichts. Nur ihr eigenes Wimmern, wie von einem sterbenden Tier.
Sie schloss die Augen. Ihre Gedanken huschten zu ihrer kleinen Schwester. Sie hatte ihr versprochen, dass alles gut werde. Die Vorstellung, was mit ihr passieren könnte, quälte sie.
Wie hatte alles angefangen? Sie selbst war so jung gewesen. Sie hatte fest daran geglaubt, die Welt gehöre ihr. Bis zu dieser einen Nacht. Es war die Nacht, in der sie ihre Schulden bezahlen musste. Der scheußliche Geschmack klebte noch immer in ihrem Mund, und das Zeichen brannte auf ihrem Rücken, obwohl die Wunde längst verheilt war. Niemand hatte ihr geholfen. Die anderen Schiffer hatten einfach nur zugeschaut, eingeschüchtert von ein paar Kerlen mit finsteren Gesichtern und dieser Mischung aus Angeberei und Dummheit, die sie erzittern ließ. Feiglinge. Wie sie sie dafür hasste.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
