Scotland Street - Sinnliches Versprechen (Deutsche Ausgabe) - Samantha Young - E-Book

Scotland Street - Sinnliches Versprechen (Deutsche Ausgabe) E-Book

Samantha Young

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Beschreibung

Sie hat mit der Liebe abgeschlossen. Er hat sie gerade erst entdeckt. "Nicht schon wieder ein Bad Boy!" Als Shannon MacLeod zum ersten Mal Cole Walker sieht, weiß sie, dass Ärger in der Luft liegt. Cole ist an beiden Armen tätowiert, extrem selbstbewusst und heiß wie die Hölle. Und was noch schlimmer ist: Er ist ihr neuer Boss. Dabei sollte der Job als Assistentin der Anfang eines neuen Lebens werden. Ein Leben ohne Bad Boys, ohne Schmerz, ohne bittere Enttäuschungen. Shannon zeigt ihm die kalte Schulter. Womit sie nicht gerechnet hat, ist ein Mann, der es ernst mir ihr meint. Und der es hasst, wenn man ihm mit falschen Vorurteilen begegnet. Wird Cole ihr trotzdem eine Chance geben? Sexy und verboten gut - Samantha Youngs "Edinburgh Love Stories"!

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Das Buch

Shannon MacLeod hat sich schon immer zu den Bad Boys hingezogen gefühlt. Besser gesagt zu den Männern, die einem am Ende doch nur das Herz brechen. Nach ihrer letzten desaströsen Beziehung soll damit jetzt endlich Schluss sein: neue Stadt, neuer Job, neues Leben. Am liebsten ohne Männer, Beziehungsstress und bittere Enttäuschungen.

Nur leider ist ein Tattoo-Studio ein denkbar ungeeigneter Ort dafür. Vor allem, wenn der neue Boss Cole Walker heißt. Denn Cole ist einer von der ganz schlimmen Sorte: tätowiert, unglaublich selbstbewusst, zum Umfallen sexy. Angeblich ist er auf der Suche nach der Frau fürs Leben. Ja klar, denkt sich Shannon und zeigt ihm die kalte Schulter. Sie hat allerdings völlig unterschätzt, wie hartnäckig Cole sein kann. Und wie überzeugend …

Die Autorin

Samantha Young wurde 1986 in Stirlingshire, Schottland, geboren. Nach ihrem Abschluss an der University of Edinburgh arbeitete sie als freie Autorin und hat bereits mehrere Jugendbuchserien geschrieben. Seit der Veröffentlichung von Dublin Street und London Road, ihren ersten beiden Romanen für Erwachsene, stürmt sie die internationalen Bestsellerlisten.

Homepage der Autorin: authorsamanthayoung.com

Von Samantha Young sind in unserem Hause bereits erschienen:

Dublin Street – Gefährliche SehnsuchtLondon Road – Geheime LeidenschaftJamaica Lane – Heimliche LiebeIndia Place – Wilde TräumeScotland Street – Sinnliches VersprechenFountain Bridge – Verbotene Küsse (E-Book)Castle Hill – Stürmische Überraschung (E-Book)

Into the Deep – HerzgeflüsterOut of the Shallows – Herzsplitter

Samantha Young

Scotland Street

Sinnliches Versprechen

Roman

Aus dem Englischen von Nina Bader

Ullstein

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ISBN 978-3-8437-1117-3

© für die deutsche Ausgabe Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2015© 2014 by Samantha YoungTitel der Originalausgabe: Echoes of Scotland Street(Published by arrangement with NAL Signet,a member of Penguin Group USA Inc.)Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, MünchenTitelabbildung: Claudio Marinesco

Alle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.

E-Book: Pinkuin Satz und Datentechnik, Berlin

Für die Helden des Alltags

Prolog

Scotland StreetEdinburgh

Ich glaube, ich hatte Großmutter mit meiner Musik und meinem endlosen Gerede über Ewan zu viel zugemutet. Immer wieder fielen ihr die Augen zu, und in regelmäßigen Abständen murmelte sie: »Ach herrje.« Mein Freund, besagter Ewan, würde bald in Edinburgh eintreffen, um mich abzuholen, daher wartete ich auf der Veranda, damit Großmutter ihr dringend benötigtes Nickerchen halten konnte.

Als ich ihre faltige Wange küsste, schenkte sie mir ein warmes Lächeln. Ihre Lider wurden bereits schwer. Ich verließ das Haus. In der geräumigen Halle blieb ich einen Moment stehen. Zu Großvaters Lebzeiten war mir das Haus nicht so riesig vorgekommen, aber seit seinem Tod vor drei Jahren schien es auf wundersame Weise immer größer und kälter zu werden. Sooft wie möglich fuhr ich von meinem Elternhaus in unserer Kleinstadt zu meiner Großmutter, um bei ihr zu übernachten. Manchmal verbrachte ich auch das ganze Wochenende dort. Da ich mich bei Großmutter immer mehr zu Hause gefühlt hatte als bei meinen Eltern, ergriff ich jede Gelegenheit, bei ihr zu sein.

Diesmal konnte ich allerdings nicht das ganze Wochenende bleiben, weil Ewans Band heute Abend einen Auftritt hatte, bei dem er mich dabeihaben wollte. Er war der Bassist der Band. Ich freute mich darauf, ihn spielen zu sehen, obwohl ich auf die Mädchen, die laut meiner Freundin Caro nach der Show versuchen würden, sich an ihn ranzumachen, gut verzichten konnte.

Ich schloss die Tür und ging die Treppe hinunter. Vor der Veranda blieb ich stehen, damit Ewan mich sofort sehen konnte. Er war siebzehn, zwei Jahre älter als ich, und hatte gerade seinen Führerschein gemacht. Da er jede Gelegenheit nutzte, um mit seinem kleinen, verbeulten Punto durch die Gegend zu fahren, hatte ich kein schlechtes Gewissen, dass er seinen Hintern bis Edinburgh bewegen musste, um mich abzuholen.

Als ich in meiner Tasche nach meinem Handy und Kopfhörern kramte, um mir die Wartezeit mit Musik zu vertreiben, hörte ich ein Geräusch hinter mir und fuhr überrascht herum.

Im nächsten Moment kreuzte sich mein Blick mit dem eines Jungen.

Er stand auf der Veranda des Nachbarhauses, ein paar Stufen höher als ich, und starrte mich an. Während ich ihn von Kopf bis Fuß musterte, spürte ich, wie mein Herzschlag sich beschleunigte.

Sein rotblondes Haar war einen Tick zu lang und zerzaust, doch es stand ihm, denn … Ich sog zischend den Atem ein und verspürte plötzlich ein nervöses Ziehen im Bauch. Der Junge war eine absolute Wucht! So jemanden wie ihn gab es an meiner Schule nicht. Als er langsam die Verandatreppe hinunterging, konnte ich die erstaunliche hellgrüne Farbe seiner Augen sehen. Es waren Augen, in denen ich mich verlieren konnte, und offensichtlich war ich gerade dabei. Als unser Blickkontakt schließlich abbrach, lag das nur daran, dass er von meinem Haar abgelenkt wurde.

Unsicher strich ich mir eine Strähne hinter das Ohr. Der Junge folgte der Bewegung mit den Augen. Als ich klein war, wurde ich oft wegen meiner Haare gehänselt, doch später heimste ich Komplimente dafür ein. Ich wusste nie, wie die Leute auf mein Haar reagieren würden, aber ich weigerte mich, etwas daran zu verändern. Ich hatte mein Haar von meiner Mum geerbt. Es war so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit mit ihr.

Es fiel mir in weichen Wellen und natürlichen Locken bis zum Po. Nicht fuchsrot, nicht rotblond, eher kastanienbraun, aber mit einer Spur zu viel Rot darin. Wenn die Sonne oder ein Lichtschein auf mein Haar fiel, sagte Großmutter immer, ich sähe aus, als hätte ich einen Heiligenschein.

Der Blick des Jungen heftete sich wieder auf mein Gesicht.

Eine Weile herrschte verlegenes Schweigen, während wir fortfuhren, uns anzustarren, und die Spannung zwischen uns bereitete mir Unbehagen. Um sie zu lösen, senkte ich den Blick zu seinem T-Shirt. Es war ein The-Airborne-Toxic-Event-Shirt, und ich lächelte. TATE war eine meiner Lieblingsbands. »Hast du sie live gesehen?«, fragte ich ein bisschen neidisch.

Der Junge schielte auf sein Shirt hinunter, als hätte er vergessen, was er anhatte. Als er mich wieder ansah, zuckte es um seine Mundwinkel. »Schön wär’s.«

Seine Stimme elektrisierte mich, und ich trat unbewusst einen Schritt näher an den schmiedeeisernen Zaun heran, der unsere beiden Veranden trennte. »Ich würde sie zu gerne einmal live erleben.«

Er kam näher, und ich legte den Kopf in den Nacken. Er war sehr groß. Ich maß knapp über eins sechzig, und der Junge überragte mich um fast einen ganzen Kopf. Ich konnte nicht anders und ließ meinen Blick über seine breiten Schultern wandern und an seinen schlanken, muskulösen Armen hinunter zu der großen Hand, die auf dem Gitter lag. Ich bekam Schmetterlinge im Bauch bei der Vorstellung, von ihr berührt zu werden.

Errötend dachte ich an Ewan und mich letzte Woche, nur dass in meiner Phantasie plötzlich dieser Junge an Ewans Stelle war. Schuldbewusst kaute ich auf meinen Lippen herum, als ich wieder zu ihm aufblickte.

Er schien nicht zu merken, dass meine Gedanken gerade in andere Regionen abgedriftet waren. »Bist du ein TATE-Fan?«

Ich nickte; mit einem Mal fühlte ich mich diesem Fremden gegenüber, der eine so starke Reaktion in mir ausgelöst hatte, gehemmt.

»Das ist meine absolute Lieblingsband.« Er grinste. Sofort wollte ich wissen, wie er wohl aussah, wenn er lachte.

»Meine auch. Unter anderen.«

»Echt?« Er beugte sich näher zu mir. Seine Augen forschten in meinem Gesicht, als wäre ich das Interessanteste, was er je gesehen hatte. »Welche Bands findest du denn sonst noch gut?«

Der Nervenkitzel, seine ungeteilte Aufmerksamkeit zu haben, vertrieb den für mich untypischen Anflug von Schüchternheit, und ich rasselte die Namen aller Bands herunter, die ich in der letzten Zeit häufiger gehört hatte.

Als mir keine mehr einfiel, belohnte er mich mit einem Lächeln, und dieses Lächeln verschlug mir den Atem. Es lud zum Flirten ein, war aber zugleich hinreißend jungenhaft und ungemein gewinnend. Ein absolut unwiderstehliches Lächeln.

Ich seufzte und lehnte mich mehr über den Zaun.

»Wie heißt du?« Seine Stimme klang leise, weil wir jetzt so dicht beieinanderstanden, dass wir flüstern konnten. Ich spürte fast die Hitze, die er ausstrahlte, und diese intime Nähe bewirkte, dass ich mir meines eigenen Körpers ebenso stark bewusst war. Wieder errötete ich innerlich und dankte meinem Schöpfer dafür, nicht zu den typischen Rothaarigen zu gehören, denen beim kleinsten Anlass das Blut in die Wangen stieg.

»Shannon«, erwiderte ich. Die Luft zwischen uns knisterte förmlich. Ich wollte diesen Bann nicht brechen, indem ich zu laut sprach. »Und du?«

»Cole«, sagte er. »Cole Walker.«

Ich musste unwillkürlich lächeln. Der Name passte perfekt zu ihm. »Das klingt wie ein Held.«

Cole grinste. »Ein Held?«

»Yeah. Als wenn wir eine Zombieapokalypse hätten. Der Held, der versucht, die Menschheit zu retten, würde Cole Walker heißen.«

Sein Kichern und die Art, wie seine Augen belustigt flackerten, ließen eine wohlige Wärme durch meine Glieder strömen. »Zombieapokalypse?«

»Es könnte doch dazu kommen«, beharrte ich, weil ich keine Eventualitäten im Leben ausschließen wollte.

»Du scheinst dir deswegen keine großen Sorgen zu machen.«

Das lag daran, dass ich keinen Grund dazu sah. Ich zuckte die Achseln. »Ich habe einfach nie kapiert, warum Leute Angst vor Zombies haben. Sie bewegen sich im Schneckentempo und sind hirntot.«

Cole feixte. »Zwei gute Argumente.«

Ich lächelte. »Bist du denn ein Held, Cole Walker?«

Er kratzte sich am Kinn und blickte in die Ferne. »Was ist eigentlich ein Held?«

Überrascht sah ich ihn an. Mit einer so grundsätzlichen Frage hatte ich nicht gerechnet. »Jemand, der Menschen rettet, schätze ich.«

Sein Blick kehrte zu mir zurück. »Ja, vermutlich.«

Um die Stimmung etwas aufzulockern, bedachte ich ihn mit einem aufreizenden Lächeln. »Und? Rettest du Menschen?«

Cole lachte. »Ich bin erst fünfzehn. Lass mir noch ein bisschen Zeit.«

Demnach waren wir gleichaltrig. Das hätte ich nicht gedacht. Er hätte glatt für achtzehn durchgehen können. »Für fünfzehn bist du ganz schön groß.«

Seine Augen wanderten über mich hinweg. Ein leises Lächeln spielte um seine Lippen. »Dir müssen viele Leute groß vorkommen.«

»Findest du mich etwa klein?«

»Willst du behaupten, du wärst nicht klein?«

Ich rümpfte die Nase. »Ich mache mir in diesem Punkt nichts vor. Es ist nur nicht besonders höflich, jemanden darauf aufmerksam zu machen. Du kannst schließlich nicht wissen, ob ich die ganze Welt hasse, weil ich größenmäßig benachteiligt bin.«

»Vielleicht hasse ich die ganze Welt, weil ich so groß bin.«

Ich warf ihm einen Blick zu, der so viel sagte wie wer’s glaubt, und er brach in schallendes Gelächter aus.

»Okay, ich finde es nicht schlimm, so groß zu sein. Aber du solltest dich über deine Größe nicht ärgern.«

»Tue ich ja gar nicht«, versicherte ich ihm eifrig. »Ich wollte nur auf etwas hinweisen.«

»Überflüssigerweise.«

Ich kicherte, als ich über unser bizarres Gespräch nachdachte. »Yeah.«

Cole lächelte, und die Art, wie er mich ansah, löste erneut Hitze in mir aus. »Ich bezweifle, dass jemand auf deine Größe achtet. Alle werden von deinen tollen Haaren und deinen phantastischen Augen abgelenkt.« Sowie die Worte heraus waren, lief er rot an und fuhr sich verlegen durch sein Haar.

Meine Wangen glühten vor Freude. »Du hast auch total schöne Augen.«

Meine Bemerkung vertrieb seine momentane Schüchternheit sofort. Cole beugte sich weiter über den Zaun. »Bitte sag mir, dass du hier wohnst.«

Ehe ich antworten konnte, zerriss ein lautes Hupen den Moment der Vertrautheit zwischen uns, ich blickte erschrocken auf und sah Ewan in seinem alten Punto die Straße entlangkommen. Mit einem Schlag wurde ich in die Realität zurückkatapultiert, und als ich Cole ansah, empfand ich ein seltsames Gefühl von Verlust. »Ich wohne in Glasgow«, erklärte ich ihm bedauernd, dabei deutete ich auf das Auto. »Mein Freund holt mich ab.«

Enttäuschung flammte in Coles Augen auf. »Freund?« Sein Blick schoss zu dem Punto hinüber.

Mein Herz fühlte sich bleischwer an. »Tut mir leid«, murmelte ich, ohne wirklich zu wissen, wofür ich mich eigentlich entschuldigte.

»Mir auch«, sagte er leise.

Ewan hupte erneut. Ich wurde blass und machte mich auf den Weg, ohne meinen Blick von Cole abzuwenden. Wir sahen uns unverwandt an, während ich langsam zu dem Auto hinüberging und widerstrebend einstieg.

»Hey, Baby.« Bei Ewans Begrüßung brach ich den Blickkontakt mit Cole ab.

Ich lächelte meinen Freund unsicher an. »Hi.«

Er beugte sich vor und küsste mich, bevor er sich in seinem Sitz zurücklehnte und losfuhr.

Panikerfüllt drehte ich mich zum Fenster, um mich noch einmal nach Cole umzuschauen, aber der Platz, an dem er eben noch gestanden hatte, war jetzt leer. Eine dunkle Wolke legte sich über mich.

»Wer war das?«, erkundigte sich Ewan.

»Wer?«

»Der Typ auf der Treppe.«

»Das weiß ich nicht.« Aber ich werde es hoffentlich rausfinden.

Ewan begann von der Band zu erzählen, ohne sich nach mir zu erkundigen oder mich zu fragen, wie es Großmutter ging, obwohl ich ihm gesagt hatte, dass ich mir Sorgen um sie machte. Als mich das alte Auto unter Ewans unaufhörlichem Geplapper von der Scotland Street forttrug, fühlte ich mich, als ob ich gerade einen großen Fehler gemacht hätte.

Kapitel 1

EdinburghNeun Jahre später

INKarnate.

Ich starrte auf das Schild über dem Tattoostudio auf dem Leith Walk und presste die Lippen aufeinander. Es half alles nichts. Ich musste die Tür öffnen und hineingehen.

Ich stieß die Luft aus, bis sich meine Lippen zu einer missmutigen Grimasse verzogen. Der Name INKarnate prangte als kühner Schriftzug auf einer Glasscheibe über der Tür. Die anderen Fenster seitlich der schwarzen Tür schmückten Fotos von verschiedenen Tattoos und ein geschwungener Schriftzug – TATTOOS, PIERCINGS und TATTOO-ENTFERNUNG –, die die Aufmerksamkeit der Passanten anziehen sollten. Außerdem verkündeten zwei weiße Schilder stolz SCHOTTLANDS TATTOO-STUDIO No. 1 und MULTI AWARD WINNER.

Sogar ich, die ich mich keines Tattoos rühmen konnte, hatte von INKarnate gehört.

Ich hatte mich mit einer Reihe von Typen mit Tattoos getroffen, aber das war nicht der Grund dafür, dass mir Stu Motherwells Tattoostudio ein Begriff war. Es war bekannt für seine Qualität, und Stu war im Lauf der letzten Jahre sogar ein paarmal im Fernsehen zu sehen gewesen. Ihm gehörte INKarnate jetzt seit über dreißig Jahren. Er war ein extrem begabter und ehrgeiziger Künstler, der den Ruf hatte, nur die besten Künstler anzuheuern, die an seiner Seite arbeiten durften.

Eigentlich sollte ich vor Freude darüber, ein Vorstellungsgespräch für den Job ergattert zu haben, Luftsprünge machen. Doch leider verkörperte INKarnate alles, wovor ich im Moment davonlief. Alles, was nicht gut für mich war.

Ich hatte mich nur für den Job beworben, weil Bürojobs so rar waren.

Es war eine Laune des Schicksals, dass es die einzige Bewerbung war, auf die ich eine Antwort erhalten hatte.

Aber was sollte ich tun? Ich verschränkte die Arme vor der Brust. Meine Augen klebten an dem Schild TATTOOS. Ich musste aus Glasgow weg und konnte nirgendwo sonst hingehen – Edinburgh war der einzige Ort, an dem ich mich halbwegs wohl fühlte, und ein schweineteures Pflaster. Das Hotel, in dem ich wohnte, war eine bessere Jugendherberge, und selbst das Zimmer dort würde ich mir nicht mehr lange leisten können. Ich hatte zwar genug gespart, um zwei Monate in einer billigen Wohnung zu hausen, aber ich würde erst einen Mietvertrag bekommen, wenn ich einen Job gefunden hatte.

Ich musste essen, und ich brauchte ein Dach über dem Kopf.

Bettler dürfen nicht wählerisch sein, wie Großmutter zu sagen pflegte.

Ich riss mich zusammen und wartete, bis eine Frau ihren Kinderwagen an dem Studio vorbeigeschoben hatte, bevor ich auf die Tür zusteuerte und sie endlich aufstieß. Eine altmodische Glocke, die gar nicht hierherpasste, erklang, als ich eintrat.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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