Secret Wishes: Step Five - Margaux Navara - E-Book

Secret Wishes: Step Five E-Book

Margaux Navara

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Beschreibung

Bleiben Autumns Wünsche geheim? Nachdem Cameron zurückgekehrt ist, will Autumn sich auf der Bühne des WishesComeTrue für eine Nacht anbieten. Eine Auktion, die Garrett bis ins Kleinste plant. Alleine die Vorbereitung übertrifft Autumns Erwartungen und lässt sie einen weiteren Punkt ihrer Liste ausprobieren, an den sie sich anders nie gewagt hätte. Ist das ihr Weg? Weitere Facetten zu erkunden? Oder sollte sie lieber Jules folgen, der sie immer wieder vom Abtauchen in die für hin fremde Welt abhält? Er ist ihr Anker, er bietet ihr einen Ausweg aus dem, was sie als falsch empfindet. Cameron und Garrett setzen alles daran, ihr zu zeigen, was sie braucht, um glücklich zu werden. Und Jules entdeckt Zeichen auf ihrer Haut … Teil 5 der sechsteiligen Serie Secret Wishes

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Secret Wishes

Step Five

 

Margaux Navara

Margaux Navara

c/o easy-shop K. Mothes

Schloßstraße 20

06869 Coswig Anhalt

[email protected]

MargauxNavara.com

Lektorat und Korrektorat: J. Buhl

Coverdesign: M. Navara unter Verwendung eines Fotos von ©VitalikRadko – Depositphotos.com

Table of Contents

Step Five

Impressum

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

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13

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19

20

Ein Ausblick auf Secret Wishes – Step Six

1

Seitdem Cameron wieder in die Reichweite eines Mobilfunknetzes eingetaucht war, bombardierte er Autumn mit Nachrichten.

Über manche lachte sie, andere machten ihr ein schlechtes Gewissen. Sie wunderte sich selbst, dass sie sich Garrett so ohne Weiteres hingegeben hatte. Aber gut, sie hatte mit ihm vereinbart, ihre Liste durchzugehen, er trug die Verantwortung. Hätte er den Punkt an einen anderen Dom übertragen, hätte sie auch nicht Nein gesagt.

Oder doch?

Ach verdammt, das war alles so kompliziert!

Eines wusste sie inzwischen: Es war unmöglich, ihre Gefühle herauszuhalten, wie sie es anfangs geglaubt hatte. Gerade die Session mit Tanner hatte sie auf den falschen Pfad geführt, denn sie fand ihn nett, aber mehr auch nicht. So hätte es auch weitergehen sollen. Hätte … wenn sie nicht den zwei charismatischsten Doms in die Finger gefallen wäre, die sie sich nicht einmal im Traum hatte vorstellen können. Alle anderen im Club verschwanden einfach neben den beiden, sie hätte nicht einmal sagen können, ob noch andere Männer diesen Club besuchten.

Jules bot die einzige Abwechslung und sie kam immer mehr zu der Auffassung, dass das genau richtig war. Ein Mann, der nichts mit BDSM zu tun hatte, der einfach nur lieb war, aufmerksam, freundlich. Harmlos. Und harmlos hatte zwar sexuell nur begrenzt Anziehungskraft, aber außerhalb alles Sexuellen weitaus mehr. Sie wollte harmlos. Sie wollte nett behandelt werden, wollte zum Essen ausgeführt werden, wollte von fremden Ländern hören und über seinen netten Akzent lächeln, den er so gezielt an- und abschalten konnte.

 

Ich habe dir Pinguinscheiße mitgebracht, schrieb Cameron und brachte sie zum Lachen.

Ist das ein passendes Geschenk für eine Frau?

Unter Pinguinen schon.

Ich hätte eher Fische erwartet.

Die geben sie nur halb verdaut weiter. Glaub mir, da ist die Scheiße besser. Sie riecht gar nicht. Zumindest nicht, solange sie eingefroren ist.

Dann lass sie lieber im Eis.

Ich würde dich gerne zu einer Ice Bar einladen, aber die gibt es nur in Vegas. Sollen wir nach Vegas fliegen?

Was ist eine Ice Bar?

Da gibt es Drinks, die dir bei minus fünf Grad serviert werden. Das ist warm im Vergleich zu dem, was ich hatte.

Oh Gott, nein danke! Ich mag die Wärme lieber.

 

Sie hatte zuerst Hitze geschrieben. Sie wollte Hitze, aber nicht die, die von außen kam. Wenn sie an Cameron dachte, wurde ihr warm. Er würde mit ihr schlafen wollen – na ja, er würde alles Mögliche mit ihr anstellen wollen und schlafen wäre nicht dabei. Die Vorstellung genügte, die Erinnerung machte sie noch mehr an. Cameron war im Vergleich zu Garrett eine sichere Alternative. Er war der Typ, mit dem sie lockere Treffen abhalten konnte.

Nun, wäre da nicht sein Verlangen, sie ganz für sich zu haben. Er hatte ihr mehr oder weniger gesagt, dass er sie liebte. Liebte sie ihn? Irgendwie schon. Aber das war ja nicht wichtig, denn Cameron würde ihr genauso wenig wie Douglas all das geben können, was sie sich wirklich wünschte. Dann verzichtete sie lieber ganz auf dieses BDSM. Auf Schmerzen und Unterwerfung und Lust.

Sie schloss die Augen, war kurz davor, zu weinen, dabei hätte sie doch glücklich sein sollen über Camerons Rückkehr.

„Wie wäre es, wenn du mal was arbeitest? Immer wenn ich dich sehe, träumst du.“ Miras keifende Stimme drängte sich in Autumns Wehmut.

Was sollte sie darauf antworten? „Wie wäre es, wenn du dich um deine Sachen kümmerst?“ Lahm, ja, aber ihr war nichts anders eingefallen. Sie konnte kaum erklären, dass der Mann, den sie laut ihren eigenen Vorgaben nicht mehr sehen durfte, heute Abend anlegen würde und plante, sie als Erstes in den siebten Himmel zu ficken. Genau das stand nämlich in seiner letzten Nachricht.

Ich mag auch Wärme lieber, vor allem die in dir. Ich freue mich darauf, mich endlich in dir versenken zu können, bis zum Anschlag. Dich bis in den Himmel zu ficken, und dich dann mit meinen Seilen zu umschlingen, damit du wieder runterkommst.

Sollte sie sich mit ihm treffen? Oder war es nicht an der Zeit, das Ganze hier und jetzt zu beenden? Aber sie konnte es nicht. Die Liste band sie, sie ahnte, dass sie es bereuen würde, wenn sie die nicht komplett durchgehen würde. Das war ihr Vorsatz gewesen und den würde sie einhalten. Danach war es Zeit, sich zu entscheiden. Für oder gegen Cameron. Für oder gegen Jules und gegen Garrett.

Für einen Augenblick fühlte sie sich wieder wie in der Nacht in ihrem Bett, nachdem sie vom Black Mountain zurückgekommen waren, dem intensivsten Erlebnis ihres ganzen Lebens. Allein unter ihrer Decke. Weinend und verzweifelt und sich an ihr Handy klammernd mit Garretts Namen auf dem Display. Nicht einmal ein Bild hatte sie gehabt, das sie betrachten konnte. Hätte sie ihn anrufen sollen? Aber was dann? Wäre er gekommen, hätte er sie gehalten? Und dann? Nach einem Gespräch und Schokolade oder was auch immer wäre er wieder gegangen. Weil er sie nicht wollte, keine Verbindung wollte. Sie hatte es schon verstanden, als er sich zurückgezogen hatte aus dieser Berührung, als er seine Hand von ihrer Wange gelöst hatte. Das war deutlich genug gewesen.

„Ich werde mich bei Mr. Morphic beschweren. Ich mache die ganze Arbeit alleine. Träumst du von deinen Lovern? Wie viele sind es inzwischen?“

Autumn senkte den Kopf und machte sich an die Arbeit. Sie brauchte nicht noch jemanden, der ihr Vorwürfe machte. Das konnte sie selbst zur Genüge.

Natürlich stand Cameron am Abend vor ihrer Tür. Er hatte keine Pinguinscheiße dabei, sondern einen Sixpack Bier und einen Blumenstrauß. Und eine riesige Pizza.

„Weißt du, wie man sich auf Pizza freuen kann, wenn man vier Wochen in der Antarktis war? Komm, sie ist noch heiß! Wie wäre es, wenn du dich ausziehst, dann wird mir auch heiß und wir können die Pizza an mir wärmen, wenn sie abkühlt. Oder du kannst sie von meinem heißen Körper essen, das macht uns beiden warm.“ Cameron drückte sie so fest an sich, dass sie um ihre Rippen fürchtete.

„Erzähl mir, was alles passiert ist in dieser Zeit. Wie ich Gar einschätze, hat er die Finger nicht von dir lassen können und dir irgendwas gezeigt, was du noch nicht kanntest. Was war es? Dieser Arsch will mich nicht wissen lassen, was du auf diese geheimnisvolle Liste geschrieben hast. Eigentlich könnte ich dich ja danach fragen. Na, verrätst du es mir?“

„Du redest zu viel, Cameron.“ Sie drückte sich von ihm weg, bis er sie losließ. Das war ein Cameron, den sie noch gar nicht kennengelernt hatte. Locker, das wusste sie bereits, aber dieser Drang zu reden, sein Klammern – sie schob es auf die lange Zeit, die sie sich nicht gesehen hatten.

„Ach komm, erzähl schon. Oder muss ich dich zwingen, es mir zu erzählen?“

Das kratzte zu nah an dem, was Garrett mit ihr getan hatte. Nein, das wollte sie auf keinen Fall wiederholen. Sie wusste nicht, ob sie es noch einmal durchstehen würde. „Nein, Cameron, bitte nicht. Das hat Garrett nämlich getan.“

„Was hat er getan?“ Cameron wirkte auf einmal größer und breiter, sein Gesichtsausdruck war blitzschnell finster geworden.

„Beruhige dich. Es war einer der Punkte, die ich aufgeschrieben hatte. Er hat mich entführt und gefangen gehalten, dann hat er mich verhört. Es war das erste Mal - und das letzte Mal. Kein Verhör mehr. Zu anstrengend.“

„Was meinst du mit anstrengend?“

Shit, sie wollte doch nichts davon verraten! „Ich fand es anstrengend. Er war sehr gut in seiner Rolle, sehr authentisch. Ich habe mich wie eine Gefangene gefühlt, der man Geheimnisse entlocken will. Hast du das schon mal gemacht? Man fühlt sehr intensiv dabei, es laugt aus.“

„Hat er sich um dich gekümmert?“

„Klar, er hat mir Essen und Trinken gegeben und überhaupt hat er sich um alles gekümmert.“ Er hatte sie sogar gefüttert bei dem Essen, das sie zubereitet hatte. Während sie vor ihm kniete, nackt und mit dem Geschmack seines Spermas im Mund. Es schauderte sie.

„Ich meine hinterher. Hat er sich gekümmert? Nachsorge betrieben?“

„Wir haben uns auf dem Rückweg unterhalten.“

Camerons Ausdruck wurde immer grimmiger. Das war ein schlechter Beginn eines Abends, der eigentlich mit Wiedersehensfreude gefüllt sein sollte. „Cam, alles gut. Es war anstrengend und intensiv, aber ich bin heil und er hoffentlich auch.“

„Du machst dir Gedanken um sein Wohlbefinden?“ Einige seiner Muskeln lösten sich und sein Mund vor allem entspannte sich sichtlich.

„Äh, sollte ich das nicht? Ich glaube, es war für ihn auch …“ Wie sollte sie das nennen? Emotional? Nein, lieber nicht. „Anstrengend, wie für mich.“

Cameron drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. „Du bist süß! Ein Sonnenstrahl in der Eiswüste, der mich wärmt.“

Autumn wollte schon einwenden, dass die Sonne dort unmöglich wärmen konnte, aber sie war nicht dabei gewesen und wusste nicht, ob es stimmte. Sie war nur froh, dass er sich wieder beruhigt hatte. „Komm, lass uns Pizza essen. Sonst wird sie doch noch kalt!“

Ein kleines bisschen war sie stolz auf sich, dass sie es geschafft hatte, ihn vor einem Wutanfall zu bewahren. Jetzt musste sie ihn nur noch davor bewahren, mit seinem besten Freund einen Krieg zu starten.

Ohne, dass sie dabei Sex einsetzen musste.

Den bekam sie trotzdem, ganz auf Camerons Art. Er fesselte sie so, dass ihre Beine weit gespreizt und ihre Arme über dem Kopf ausgestreckt waren. Dann leckte und knabberte er an allen Stellen, die er erreichen konnte, und fickte sie schließlich mit einem Finger in ihrem Anus, die andere Hand wie eine Schraubzwinge um eine Brust geklammert, bis sie schreiend kam und sogar abspritzte, was ihn wie einen kleinen Jungen freute. Danach wechselten sie die Bettwäsche und weil auch die Matratze feucht geworden war, fickte Cameron sie unter der Dusche ein zweites Mal, diesmal mit ihr auf dem Arm, den Rücken an der Wand und unter einem warmen Wasserstrahl. Autumn wusste nicht, ob er mehr die Dusche genoss oder sie, doch als sie das erwähnte, hob er sie so hoch, dass sie die Beine über seine Schultern legen und er ihre Muschi genüsslich auslecken konnte.

„Zweifelst du immer noch, was mir besser gefällt?“

Sie war so ausgelaugt, dass sie nur noch den Kopf schüttelte. Cam gönnte ihr eine kleine Pause, die sie auf der Couch vor dem Fernseher verbrachten, dann nahm er sie noch einmal. Über den Rand der Couch, ihren Hintern in der Luft, fickte er ihren Anus. Wie oft sie dabei kam, konnte sie nicht sagen, aber sie wusste jetzt, dass er seine Versprechen hielt.

Sie war im Himmel, sogar weit darüber hinaus, wie er es versprochen hatte. Auch wenn er heute keine Seile benutzte, sorgte er mit seinen Armen dafür, dass sie nicht davonschwebte.

2

Cameron kontaktierte Garrett gleich am nächsten Tag. Er besuchte den Club und ging gleich durch zu Gars Büro, wo er ihn vor einem Berg Akten fand. „Hi Sportsfreund. Autumn hat mir berichtet, das Wochenende mit dem Verhör sei anstrengend gewesen. Kann es sein, dass du dich nicht ausreichend um die Nachsorge gekümmert hast?“

Garretts Augen wurden groß. „Wie bitte?“

„Du weißt schon, was ich meine? Nachsorge? Das ist das mit dem In-den-Arm-nehmen, dem Knuddeln und vor allem mit dem Darüber-reden, das du mir gezeigt hast. Erinnerst du dich daran oder wirst du langsam alt?“ Er spürte, wie die Wut in ihm aufstieg. Um sich das nicht anmerken zu lassen, steckte er die Hände in die Achselhöhlen und klemmte sie fest ein. Er wollte Gar nicht schlagen, aber er war richtig sauer.

„Ich weiß, was du meinst.“ Garrett lehnte sich im Stuhl zurück, jetzt wieder gefasst, ein Bild von Überlegenheit.

Scheiß auf seine Überlegenheit. Er macht auch Fehler, dachte Cam. „Glaub bloß nicht, dass sie es mir genau erzählt hat, das würde sie nämlich nie tun. Aber ich habe es trotzdem verstanden. Du hattest eine extrem intensive Session mit ihr und hast sie danach alleine gelassen.“ Seine Hände ballten sich zu Fäusten und er musste sie noch fester einklemmen.

„Wir haben geredet. Den ganzen Tag nach der Session. Auf dem Weg zurück.“

„War das genug? Du hast mir beigebracht, dass man sich auf Drops gefasst machen muss, die noch viel später kommen.“

Garrett sprang auf und unterbrach ihn. „Sie hatte einen Drop?“

„Sie …“ Wie sollte er seinen Verdacht erklären? „Sie hat es natürlich nicht gesagt. Wie gesagt, sie ist keine Petze, das würde sie nie tun. Aber sie hat sich nach dir erkundigt, wie es dir wohl geht. Und sie hatte Fragen. Ganz unverfänglich, ganz nebenbei. Ob ich auch schon so etwas Intensives gemacht hätte. Wie ich vorgegangen wäre. Ob es normal sei, wenn man sich danach komisch fühlt.“

„Fuck!“ Garrett fuhr sich durch die kurzen Haare, bis sie in alle Richtungen abstanden. „Wir haben geredet. Sie schien so ruhig! Und ich habe das Verhör extra am Samstag nicht mehr aufgenommen. Wir hatten lange geschlafen, nachdem die Session bis in die Morgenstunden ging. Danach war alles sehr locker, wir haben uns unterhalten, sind ein wenig gewandert, haben gekocht und gegessen und … Sie war normal, ich meine, sie hat keinerlei Anzeichen eines Absturzes gezeigt. Wir sind dann am Abend zurückgefahren, auch weil ich verhindern wollte, dass sie die Nacht in diesem stinkenden Haufen Asche verbringen musste.“

Cameron hätte gerne gewusst, was hinter dem ‚und‘ hätte kommen sollen, aber was hatte es für einen Sinn? Garrett hatte sie gefickt, da war er sicher. Warum auch nicht, wenn beide es wollten? Die Vorstellung störte ihn nicht. Vielleicht weil sie es schon alle miteinander getrieben hatten? Egal, darum ging es eigentlich nicht. Er hatte nämlich noch etwas anderes herausgehört, was ihn kurz ablenkte. „Brandgeruch? Nicht das Richtige für dich, oder?“ Er hatte nur einmal gesehen, wie Gar darauf reagierte. Nicht gut. Er konnte nur ahnen, was das in seinem Freund hervorrief.

Garrett verschränkte die Arme vor der Brust. „Alles, was wir anhatten und dabei hatten, hat nach Ruß gestunken. Ich habe alles entsorgt, was möglich war. Das wars.“

Cam war kein Fan von Therapie, aber er war kurz davor, Gar eine solche vorzuschlagen. Nein, lieber nicht. „Trotzdem könnte sie einen Drop gehabt haben. Du hast sie allein gelassen nach dieser Sache.“

„Ausgerechnet du beschwerst dich darüber, dass ich sie allein gelassen habe? Bist nicht du derjenige, der davon träumt, sie zu deiner Partnerin zu machen?“

„Na und? Deshalb musst du doch nicht die Finger von ihr lassen. Es wäre ja auch ein wenig spät dafür, oder?“

„Geht es darum? Dass ich sie gefickt habe?“

„Nein, Gar. Ich weiß, dass sie eine Liste hat und dass sie die durcharbeiten muss. Ihre Art, etwas zu verarbeiten. Dazu gehört auch der ein oder andere Fick mit einem anderen. Besser du als ein Fremder.“

Gar drehte sich von ihm weg, was Cam gar nicht gefiel. Was hatte er zu verbergen?

„Ich werde sie keinem Fremden mehr überlassen, Cam. Und ich werde mich bei ihr entschuldigen und mit ihr reden. Oder hast du das schon getan?“

„Ich brauche mich nicht zu entschuldigen“, verwies Cam mit Absicht auf das Offensichtliche. „Ich habe mit ihr geredet, habe versucht, etwas aus ihr rauszuholen, aber es hat nicht funktioniert. Du weißt doch, dass sie unter Druck zuklappt wie eine Auster? Es wäre also nicht falsch, wenn du mit ihr reden würdest. Du warst dabei, du weißt, was du gesagt oder getan hast.“ Er überlegte, ob er anbieten sollte, bei dem Gespräch anwesend zu sein, aber das erschien ihm falsch. „Was willst du als Nächstes machen? Was steht auf dieser verdammten Liste?“

„Sie will einen Verkauf erleben. Große Show auf der Bühne, Männer, die sie begutachten und auf sie bieten.“

„Du hast noch nie eine Versteigerung gemacht.“

„Du weißt, warum. Ich will nicht, dass Kerle auftauchen, die keine Ahnung haben, was Konsens bedeutet. Wie sollte ich das kontrollieren? Ich fühle mich verantwortlich. Das ist auch der Grund, warum ich gewartet habe, bis du zurück bist. Wir müssen das so hinbiegen, dass du sie kaufst.“

Cameron schoss Blut in den Schwanz. Autumn nackt auf der Bühne, vielleicht mit den Händen über Kopf an einen Pfahl gekettet, Männer im Publikum, die sie ansahen. Nein, mehr als das, die sie berührten, ihre Brüste betatschten, Finger in ihre Pussy steckten, prüften, wie feucht sie war … Fuck! Er stöhnte laut auf. „Wie weit willst du gehen? Darf sie berührt werden oder nur angeschaut? Wird sie gefesselt sein und sich wehren oder die brave Sub sein, die ihren Master sucht? Für wie lange wird sie verkauft? Für eine Stunde, eine Nacht, ein Wochenende?“

Garrett stand ihm jetzt gegenüber und betrachtete ihn intensiv. „Du hast es schon vor dir gesehen, nicht wahr? Du hast eindeutig mehr Fantasie als ich. Vielleicht sollte ich dir die Planung überlassen oder sogar den Verkauf?“

Fuck, das wäre verdammt heiß. Er stellte sich vor, wie er sie für den Verkauf vorbereitete, einige Stellungen mit ihr übte, die sie dann vor den Bietern zeigen musste. Aber … „Fuck, nur zu gerne, aber wer kauft sie dann?“

„Ich könnte sie kaufen.“

Verdammt! Cam konnte sich nicht entscheiden, was ihn mehr anmachte. Sie anzubieten oder sie zu kaufen. „Hm, ich wäre gerne selbst Bieter. Aber die Rolle als Sklavenhändler klingt auch verlockend.“

„Wie wäre es, wenn ich sie kaufe, aber für uns beide?“

„Mann, das wäre die Lösung! Ich mache es von Anfang an zur Bedingung, dass ich als ihr derzeitiger Besitzer dabei sein will! Was meinst du dazu?“

„Gute Idee!“ Garretts Augen leuchteten.

Cam hatte eine Vision, genährt aus dem, was sie schon gemeinsam gemacht hatten. Sie beide und Autumn. Nicht nur für eine Nacht. Für immer. War das machbar? Warum nicht? Es wäre einen Versuch wert.

„Sagst du mir jetzt, was noch auf der Liste steht?“

„Ich sage dir, dass außer dem Verkauf noch Brennnesseln und Nadeln dabei sind.“

„Brennnesseln? Nicht meines. Nadeln ehrlich gesagt auch nicht. Ich müsste erst einen Kurs machen oder so was, damit ich sie nicht verletze. Hast du das schon mal gemacht?“

„Nein, nicht mein Kink.“

„Dann brauchen wir jemanden, der sich damit auskennt. Lass mich überlegen, ob mir dazu was einfällt. Das mit den Brennnesseln können wir vermutlich auch selbst machen, aber ich habe keine Ahnung, wo man die herbekommt. Botanik ist nicht so meins.“

Garrett lachte finster. „Meins auch nicht. Deshalb schiebe ich das auch vor mir her. Vielleicht findet sich noch eine Gelegenheit. Lass uns lieber das mit dem Verkauf genau planen, damit nichts schiefgeht. Wir müssen sicherstellen, dass niemand sonst mich überbietet. Sollen wir alle einweihen oder biete ich zum Schein eine Summe, die nicht überboten werden kann? Was machen wir mit der Kohle? Spielgeld oder echt? Soll sie die Einzige sein, die verkauft wird oder machen wir doch eine ganz Show daraus mit eingeweihten Paaren?“

„Das ist doch eine super Idee! Schreibe deine Kunden an, frag die Herrinnen und Herren, ob sie das auch mal mit ihrer Sub machen wollen. Wir könnten tatsächlich eine Show daraus machen. Autumn hat mir erzählt, wie beeindruckt sie von der Entführung war, wie realistisch es ihr erschien. Das hat dem Ganzen wohl eine Echtheit gegeben, die sie verdammt gut fand.“ Einen kleinen Seitenstich konnte er dann doch nicht vermeiden. „Und diesmal wären wir beide zur Stelle, um sie hinterher aufzufangen.“

Garrett fuhr sich erneut durchs Haar. „Es tut mir leid. Ich werde mit ihr reden, ich verspreche es.“

3

Autumn öffnete die Tür, nachdem das Klopfen das Glas der eingelassenen Scheibe zum Klirren gebracht hatte. „Was zum … Oh!“

Sie hatte schimpfen wollen, doch als sie sah, wer da geklopft hatte, wunderte es sie nicht mehr. Garrett war es vermutlich gewohnt, fest und laut zu klopfen.

„Entschuldige, das war wohl …“ Seine Brauen waren zusammengezogen, sein Mund ein Strich.

„Schon gut. Komm rein.“

War er jemals bei ihr gewesen? Nein, nicht vor Douglas‘ Tod und erst recht nicht danach. Sie führte ihn ins Wohnzimmer. „Kann ich dir etwas anbieten?“

Er nickte. „Wasser.“

Als sie in die Küche ging, um ein Glas mit Eiswürfeln und Wasser zu füllen, grinste sie. Zum einen, weil sie sich so ablenken konnte und Zeit hatte, zu überlegen, was er hier wollte, zum anderen, weil sie es witzig fand, einem ehemaligen Feuerwehrmann Wasser zu bringen. „Wasser marsch“, kommentierte sie dann auch leise, als sie den Hahn öffnete.

„‚Ready for water!’ sagen wir, wenn wir uns hören, aber meistens arbeiten wir mit Handzeichen.“

Autumn schaute über ihre Schulter und sah, wie Gar einen Finger in der Luft kreiste. Sie wurde rot. Wieso tauchte er auch in der Küche auf?

„Gibt es eine Funkverbindung, melden wir, welcher Schlauch unter Druck gesetzt wird, über unsere Kopfhörer. ‚Sending Blue Line‘ zum Beispiel.“

„Hier bitte.“ Sie hielt ihm das Glas hin.

Er nahm es, trank es auf einen Zug aus und setzte es wieder ab. „Jetzt du!“

Sofort senkte sie ihren Blick, drehte sich um, holte ein Glas für sich. Und bebte innerlich, weil etwas in ihr geschah, das sie erschütterte. Leider war sie sich nicht im Klaren darüber, ob es gut oder schlecht war. Ihr Körper sagte gut, ihr Verstand protestierte. Aber sie gehorchte trotzdem, füllte ein Glas und trank es, mit dem Rücken zu ihm, aus.

„Braves Mädchen“, murmelte seine Stimme hinter ihr.

Ihre Knie wurden weich, sie lehnte ihr ganzes Gewicht an die Theke. Er kam näher, sie konnte es spüren, konnte die Wärme spüren oder den Fluss von Elektrizität zwischen ihnen oder was auch immer für eine Verbindung entstand. Ganz kurz drückte er sich an ihren Rücken, ließ sie sein Gewicht, seinen massigen Körper, seine Härte spüren.

Als er sich zurückzog, viel zu schnell für ihr Gefühl, war sie versucht, ihm zu folgen, sich an ihn zu lehnen. Dafür war er doch gemacht, oder? Ein Mann wie ein Fels.

„Wie ging es dir, nachdem ich dich zurückgebracht hatte?“

Das also war der Grund. Hatte Cameron damit zu tun? Ihr war erst am Tag nach dessen Besuch klar geworden, dass er sie womöglich ausgehorcht hatte. Aber sie konnte nicht mehr genau sagen, was sie ihm berichtet hatte. „Mir ging es gut.“

„Autumn!“

Ein klarer Verweis.

Verdammt! Sie straffte die Schultern, dann drehte sie sich um. Im Angesicht eines solchen Mannes musste sie alle Kraft zusammensuchen, die in ihr verborgen war. „Okay, du hast recht. Es ging mir nicht gut. Zumindest nicht für eine kleine Weile in der Nacht.“

„Warum hast du mich nicht angerufen?“

Autumn erinnerte sich, wie sie das Handy angestarrt hatte, wie fest sie es umklammert hatte. „Ich wollte dich nicht stören.“

Er schnaubte.

Mist. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich dich hätte anrufen sollen. Cameron war nicht da, also blieb ich alleine.“

„Wenn du nach einer Session mit mir einen Absturz hast, wirst du immer mich anrufen, nicht Cameron und schon gar nicht jemand anderen!“ Er hatte sich leicht vorgebeugt, sodass er ihr gerade in die Augen sah. „Und jetzt erklärst du mir genau, was los war. Und gerne noch mal, warum du nicht angerufen hast.“

Sie wäre zu gerne ausgewichen, hätte sich abgewendet, den Blick gesenkt, die Augen geschlossen, sich nach Acapulco gebeamt, irgendwas. Aber leider traute sie sich nichts davon. „Es ging alles gut, bis ich in der Nacht aufgewacht bin. Von einer Stimme, die mir sagte, wie schmutzig ich bin. Ich vermute also, dass es mit dem ganzen Dreck zu tun hat. Ich musste mich heftig schrubben, um den Gestank loszuwerden, und an manchen Stellen auch, um den Ruß aus den Poren zu bekommen.

---ENDE DER LESEPROBE---