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Wäre es nicht wunderschön in einem Land wie Autarkia zu leben? Ein Ort an dem immer die Sonne scheint, die Temperatur stetige zwanzig Grad hat. Wo die Welt nur gut ist, alle Menschen immer glücklich. Es gibt kein Leid, keine Sorgen und Probleme, keine Krankheiten. Die Menschen altern nicht. Von Allem was sie sich wünschen lassen sie ein Bild im Kopf entstehen - und in dieser Sekunde ist es hier. Es ist genug Geld für Alle da, jeder hat was er haben will. Es gibt keine Gegensätze - einfach ein Traumland. Es besteht nur aus Liebe. Claire ist von ihrem Erdenleben gebeutelt, sie ist eine lebende vollgefüllte Leere. Selbst als ihr das Leben eine Fülle an Spiegeln schickt, kann sie sich nicht von ihren Schatten befreien. Als Arno in ihr Leben tritt scheint sie ihr spirituelles Potential wieder nützen zu können. Sie ist voller Liebe und ihre Selbstliebe wächst ins unermessliche. Doch es kommt ganz anders, jetzt beginnt erst ihre Seelenreise. Wird sie sich jemals wieder selbst spüren, Gefühle zulassen, sich von ihren Megaschatten befreien?
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Seitenzahl: 80
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Valerie Vonroe
Seelenorgasmus
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Autarkia
Ich bin angekommen im Nirgendwo
Gedankenkarussel
Hexenschatten
Autarkia II
Galadinner
Sinnestunnel
Zaubergarten
Angekommen
Impressum neobooks
Seelenorgasmus
Ich lebe in Autarkia, hier sind alle Menschen glücklich und gleich. Wir leben nach unseren Instinkten. Wir kennen keine Gegensätze, keine Bewertung, keine Eifersucht. Wir leben einfach. Die Menschen mit der faszinierenden Eigenschaft die Instinkte mit dem Denken kombinieren konnten nannte man Weise. Der Weisenrat bestand aus Heilern und Hexen. Ich bin eine Hexe.
Liebe und Angst, Hass und Aggression, Neid und Eifersucht existieren hier nicht. Wir passten uns der natürlichen Umwelt an, keiner kam auf die Idee in die Natur einzugreifen, absichtlich etwas zu verändern. Das Verhalten auf den reinen Instinkt basiert auf der Tatsache, dass es einfach angeboren ist ohne erlernt werden zu müssen, es ist eine natürliche Reaktion auf einen Reiz. Der Hauptinstinkt dient der Selbst- und Arterhaltung. Die Autariker haben keine Fragen und suchen somit keine Antworten.
Eines Tages beschloss eine Gruppe des Weisenrates auf Reisen zu gehen, um die restliche Welt kennenzulernen. Mit großer Sorge kamen sie zurück, auf dem Erdenland hatten alle Menschen die Freiheit des Denkens, der Sprache, es gab Bücher – ihre Instinkte schienen überschattet von absichtlichen Wollen. Jeder wollte besser sein, als der Andere. Wir waren uns bewusst, dass Denken einen unerwünschten Prozess auslösen kann, ja von einem Schneeball zu einer Lawine wird, die nicht mehr zu stoppen ist. Die Instinkte, diese innere Stimme reichte zum Überleben völlig aus. Ein Kind wird geboren und atmet, wir haben Hunger und essen. Die Erdenmenschen hatten Probleme von denen sie vorher gar nicht wussten, dass es sie gibt. Dieses Denken löste einen Prozess aus der sich auf der Gefühlsebene wiederspiegelte und die innere Stimme mitunter völlig zum erliegen brachte.
Auch bei uns gab es besonders neugierige Menschen, die sich gegen diese automatischen Reflexe der Natur zur Wehr setzen wollten, verstehen wollten. Wir nannten sie die Abtrünnigen, sie wollten den Menschen nichts Gutes.
Der Weisenrat beschloss, den Erdenmenschen helfen zu müssen, das Unheil einzudämmen. Auch deswegen um zu verhindern, dass diese Seuche nach Autarkia eingeschleppt wird. Wir wussten, dass wir zu wenig sind um die Erdenwelt zu retten und so wurde mein Vorschlag der Vermehrungstheorie einstimmig angenommen.
Wir riefen unser Volk zusammen und verkündeten den Rettungsplan. Sie waren alle sehr betroffen, konnten sich solche Zustände gar nicht vorstellen, waren aber bereit unseren Rettungsplan in die Tat umzusetzen: Wir müssen uns schnell vermehren, um eine große Gruppe zu den Erdenmenschen zu bringen. Die vielen, fehlgeleiteten Menschen wieder auf den Weg des Instinktes bringen war unsere Aufgabe. Sie reagierten verwirrt, wie sollte das gehen? Ihr steuert für eine gewisse Zeit euren Sexualtrieb über euren Instinkt hinaus. Sie zogen davon und taten, wie ihnen geheißen. Durch diese absichtliche, gesteuerte Aktion entstanden Gefühl von Liebe. Wir Weisen mussten erkennen, wenn Liebe ins Spiel kommt, wird es schwierig. Wir versuchten Gegenmaßnahmen zu setzen, mit Flüchen, Kräuterwaschungen und am Ende mit dem Verbot den Sexualinstinkt zu ignorieren.
Es war zu spät, sie hatten Blut geleckt. Statt die Erdenmenschen zu bekehren, strömten sie in Scharen in das unbekannte Land und vermehrten sich.
Die immer größer werdende Gruppe unserer Gegner im eigenen Land, sprachen davon, dass wir nur Böses über unser Volk gebracht haben. Wir wurden vertrieben, verfolgt und um diesem Unwesen ein Ende zu bereiten am Scheiterhaufen lebendig verbrannt.
Es war das schlimmste Jahr meines Lebens, totaler Stillstand, eine emotionale Achterbahnfahrt, Ängste aller Arten, Trauer, so was Ähnliches wie Leidenschaft, ein unbeschreibliches Gefühl von Leere, Peinlichkeit, Kampf, Gedankenchaos… Außen und Innen mit dem Gefühl eines riesigen Ameisenhaufens, totale Verwirrtheit, Kränkungen (sind die Hauptursache aller seelischen Schmerzen) und voller Widerstand gegen Alles, was mir nicht passte – am meisten gegen mich Selbst. Ich fühlte mich immer schlecht, rannte permanent irgendetwas nach - im Außen, das funktionierte nur mit großem Einsatz und Kampf und auch nur bei käuflichen Dingen. Ich bin Claire und ich bin in meinem Leben oft tief gefallen, aber nie sehr hoch geflogen. Immer wenn ich dachte – jetzt bin ich aber ganz tief unten, mehr geht nicht mehr – kam noch mehr davon. Was habe ich „bestellt“ - absichtslos, wie wenn ich es schon hätte – habe nur an der Oberfläche gekratzt und dort ist es auch geblieben. Ich wusste keinen Tag warum ich aufstand, auf was ich mich freuen sollte. Ich hatte Schuldgefühle, nein besser gesagt ich war ein einziges Schuldgefühl, gefangen in einem Körper, der sich manchmal mit eine Vollvisiermaske und reichlich Schminke in das Nachtleben warf. Ich weiß, ich sollte die Herrscherin über mich sein – meinem Körper, meinem Geist und meiner Seele. Ich beherrschte weder meine Gedanken, schon gar nicht meine Gefühle und somit beherrschten sie mich, wie ein eigenständiges Wesen, das hat einen Namen den wir alle Kennen – Depression. 1000 mal visualisiert – 1001 mal war sie wieder da, hat sich breit gemacht, die Angst, die Verzweiflung, das Gefühl trotz totalem Einsatz zu versagen… von wegen selbstbestimmtem Leben, Selbstliebe und Konsorten. Das Spiegelgesetz stimmt total, es wird genau das gespiegelt was IST. Es zeigt das echte Dasein, was soll ein Spiegel auch sonst machen? Das viele Geld, dass ich schon am Konto theoretisch hatte, die Umbuchung vom universellen Konto, der Lottogewinn oder sonstige Gewinne – es war ein lauter Schrei im Außen – ich brauche es unbedingt, und nix. Meine Wohnung, statt das ich dankbar war so eine schöne Wohnung für das Geld zu haben, wollte ich unbedingt einen Wintergarten, Terrasse und Glasdach – nichts davon gab es. Ich hatte gar keine Liebe für mich gehabt, ich spürte mich überhaupt nicht mehr, das einzige Gefühl, dass ich wahrnahm war Angst, Angst und nochmals Angst. Es reichte bis oben hin – ein einziger Klos im Bauch, im Hals, Sodbrennen, Durchfall – wie ein Überdruckkochtopf der alle zur Verfügung stehenden Ventile benutzte um Druck abzulassen. Ich habe halt nur mehr gesoffen, oft komatös – es erschien mir die einzige Möglichkeit diesem ewigen Gedankenchaos zu entkommen. Und trotzdem war ich immer beschützt, nie ist mir was passiert, das war aber auch schon die einzige Dankbarkeit die ich etwas spürte. Das Wissen, dass ich das volle theoretische Potential hatte und es so gut wie gar nicht in die Praxis umsetzen konnte, stand wie ein Mega-Schatten vor mir. Früher, also vor all diesen geballten Schicksalsschlägen, war ein Leitsatz von mir: Ich bin die Gräfin von Habenichts und lebe doch! Jetzt, also es ist immer Jetzt, bestätigten mir selbst all meine Therapeuten – das Alles war einfach zu Viel in so kurzer Zeit… So gesehen war es kein Fehler, dass ich mir irgendwann auch die Therapie nicht mehr leisten konnte, die Bestätigung konnte ich mir selbst auch geben – da war ich Meisterin.
Kann und darf ich mich wirklich glücklich fühlen, obwohl Alles so war wie es war, wollte ich es überhaupt? Oder hatte ich mich schon auf die ewige Opferrolle eingeschworen? Selbstliebe, eh klar, aber für mich ein abstrakter Begriff, die Menschen waren mir schon dieses Leben neidig, wie sollte ich mit noch mehr Neid umgehen können, der dann einen echten Namen hat. Ich war eigentlich kaum im Jetzt – immer in der Zukunft – was ich Alles tun sollte… Ich wusste gar nicht was ich für ein Leben will – wie soll es sich dann erfüllen?? Es war wie einen Kaffee bestellen, vielleicht kommt sogar einer, aber welcher? Ich gab meinem Körper nur Mangel – an Nährstoffen, an guten Gedanken, an guten Gefühlen. Den Augenblick, was auch immer ich tat – genießen – das kannte ich gar nicht. Jeden Tag stand ich auf, ohne zu wissen auf was ich mich freute, absolvierte mit großer Mühe ein Programm, wollte mich entscheiden für ein anderes Leben, aber den Knopf für die Entscheidung habe ich nie gedrückt. Ich war ständig unter Druck, Volldruck, aber ohne Ziel, nur nicht so wie es eben war – das habe ich nicht angenommen, genauso wie das ganze Potential in mir – ein ungenutztes Potential von „Allem“.
In einem meiner zahlreichen Bücher gab es fünf Lebensfragen, “ die aus dem Bauch“ beantwortet den Zugang zu der Gefühlsebene öffnen sollten.
Was tust du in deinem Leben immer (mehrheitlich) mit großer Freude?
Was war dein allergrößter Glücksmoment in Deinem Leben?
Wenn du spürst, dass du jetzt stirbst, an welchen Menschen würdest du zuletzt denken?
Wenn eine Fee Dir ermöglicht jetzt sofort wieder auf die Welt zu kommen, was würdest du wählen – nochmal der, der du bist mit dem Wissen das du hast (Einiges oder Alles) anders machen zu können, oder jemand ganz Anderer – mit gleichem Geschlecht wie jetzt oder nicht?
Wo würdest du deine Selbstliebe einordnen, auf einer Skala von 1-100%?
Zu den ersten drei Fragen, fiel mir keine überzeugende Antwort ein, Frage vier konnte ich ganz eindeutig – jemand ganz anderer mit gleichem Geschlecht - beantworten, bei Frage fünf gab ich mir mit Bauchweh 25%.
