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Nun gibt es eine Sonderausgabe – Dr. Norden Extra Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. Daniel Norden lenkte seinen Wagen durch die kleine Straße und hielt nach einem Parkplatz Ausschau. Er war von seiner Patientin Christina von Berg zu deren Tochter Muriel gerufen worden. Das Kind hatte eine schwere Erkältung und klagte zudem über heftige Ohrenschmerzen. Es würde kein langer Besuch werden, doch Daniel kam gern hierher. Es war eine schöne Gegend. In den parkähnlichen Grundstücken standen stilvolle alte Villen, die teilweise neu renoviert und sehr gepflegt wurden. Hier hatte man den Wert der alten Häuser erkannt und dementsprechend gehandelt. Christina von Berg bewohnte mit ihrer vierjährigen Tochter Muriel eine Wohnung im Obergeschoß einer solchen alten Villa. Ihre Vermieterin, Helene Wolrab, hatte das Haus vor vielen Jahren mit ihrem Mann Kurt zu einem günstigen Preis gekauft. Da die beiden keine Kinder hatten, ließen sie im oberen Stockwerk eine gemütliche Wohnung ausbauen, die sie immer vermietet hatten. So war das Haus bald abbezahlt. In den letzten Jahren vor Kurts Tod hatte die Wohnung allerdings leergestanden, Helene konnte sich nicht mehr genau daran erinnern, warum eigentlich. Vor fünf Jahren war der wesentlich ältere Kurt nach kurzem Leiden gestorben, und Helene Wolrab beschloß kurz darauf, die Wohnung renovieren zu lassen. Sie wollte nicht allein sein und suchte deshalb eine Mitbewohnerin, die ihr ein wenig Gesellschaft leistete und sich hin und wieder um den großen Garten kümmern konnte. Helene war zwar eine rüstige Frau, doch die Zipperlein des Alters machten ihr das Leben hin und wieder recht schwer. Zum Glück hatte sie in Stöckls nette Nachbarn gefunden. Elfriede Stöckl half ihr regelmäßig im Haushalt, ihr Mann Heinz langte im Garten zu, wenn die Bäume und Sträucher geschnitten werden mußten. Einmal im Jahr kam auch ein Gärtner, der die Beete neu bepflanzte und pflegte. Der Zufall wollte es, daß Christina die Anzeige des Maklers gelesen und sich die Wohnung angesehen hatte. junge hübsche Frau sofort und noch am selben Abend hatten beide den Mietvertrag unterschrieben.
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Seitenzahl: 106
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Daniel Norden lenkte seinen Wagen durch die kleine Straße und hielt nach einem Parkplatz Ausschau.
Er war von seiner Patientin Christina von Berg zu deren Tochter Muriel gerufen worden. Das Kind hatte eine schwere Erkältung und klagte zudem über heftige Ohrenschmerzen. Es würde kein langer Besuch werden, doch Daniel kam gern hierher.
Es war eine schöne Gegend. In den parkähnlichen Grundstücken standen stilvolle alte Villen, die teilweise neu renoviert und sehr gepflegt wurden. Hier hatte man den Wert der alten Häuser erkannt und dementsprechend gehandelt.
Christina von Berg bewohnte mit ihrer vierjährigen Tochter Muriel eine Wohnung im Obergeschoß einer solchen alten Villa.
Ihre Vermieterin, Helene Wolrab, hatte das Haus vor vielen Jahren mit ihrem Mann Kurt zu einem günstigen Preis gekauft. Da die beiden keine Kinder hatten, ließen sie im oberen Stockwerk eine gemütliche Wohnung ausbauen, die sie immer vermietet hatten. So war das Haus bald abbezahlt. In den letzten Jahren vor Kurts Tod hatte die Wohnung allerdings leergestanden, Helene konnte sich nicht mehr genau daran erinnern, warum eigentlich.
Vor fünf Jahren war der wesentlich ältere Kurt nach kurzem Leiden gestorben, und Helene Wolrab beschloß kurz darauf, die Wohnung renovieren zu lassen.
Sie wollte nicht allein sein und suchte deshalb eine Mitbewohnerin, die ihr ein wenig Gesellschaft leistete und sich hin und wieder um den großen Garten kümmern konnte. Helene war zwar eine rüstige Frau, doch die Zipperlein des Alters machten ihr das Leben hin und wieder recht schwer.
Zum Glück hatte sie in Stöckls nette Nachbarn gefunden. Elfriede Stöckl half ihr regelmäßig im Haushalt, ihr Mann Heinz langte im Garten zu, wenn die Bäume und Sträucher geschnitten werden mußten. Einmal im Jahr kam auch ein Gärtner, der die Beete neu bepflanzte und pflegte.
Der Zufall wollte es, daß Christina die Anzeige des Maklers gelesen und sich die Wohnung angesehen hatte.
Helene Wolrab mochte die
junge hübsche Frau sofort und noch am selben Abend hatten beide den Mietvertrag unterschrieben.
Daniel klingelte an der Tür und wartete vor dem großen, schweren Eisentor.
Helene Wolrab war schon lange Jahre bei ihm in Behandlung und hatte ihm schon manchen Patienten vermittelt, darunter auch die junge Christina von Berg.
Schließlich ertönte ein Summton, und Daniel ging in den Garten. Kurz darauf wurde die Tür geöffnet, und eine junge blonde Frau, die die langen Haare zu einem saloppen Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, trat heraus.
»Hallo, Herr Dr. Norden. Lieb von Ihnen, daß Sie gleich gekommen sind. Muriel hat solche Schmerzen, daß ich mir nicht mehr zu helfen weiß«, sagte sie ängstlich.
»Guten Tag, Frau von Berg. Ich werde mir die Kleine gleich ansehen.«
Er ließ sich nach oben in die spärlich möblierte Wohnung führen und betrat das Kinderzimmer.
»Na, du kleine Maus, was machst du denn für Sachen?« fragte er freundlich, während er sich an ihr Bett setzte.
Muriel hörte einen Moment auf zu jammern. Ein Lächeln erhellte das vom Fieber gerötete Gesichtchen.
»Mir tun die Ohren so weh, Herr Doktor. Du mußt mir helfen.«
»Dafür bin ich doch hier. Ich werde jetzt mit dem Othoskop in die Ohren schauen. Es ist ein bißchen kalt, aber es tut nicht weh.«
Die Kleine nickte vertrauensvoll und drehte brav den Kopf auf die Seite.
Daniel warf einen Blick durch das Instrument und konnte das deutlich hervorgewölbte Trommelfell sehen.
Er staunte, wie tapfer die Kleine war und wie ruhig sie sich verhielt.
»Kein Wunder, daß du Schmerzen hast. Du hast eine eitrige Mittelohrentzündung. Ohne Antibiotika kommen wir da leider nicht aus«, sagte er zu Christina gewandt, die hinter ihm stand.
»Ich dachte mir schon so etwas. Sie hat die ganze Nacht geweint.«
»Ich schreibe Ihnen ein paar Medikamente auf. Haben Sie Zäpfchen gegen die Schmerzen?« fragte Daniel, als er die Untersuchung beendet hatte.
»Nur noch eines.«
Daniel nickte und stellte dann ein Rezept aus. »Hat sie schon öfter mit den Ohren Probleme gehabt?«
Christina verneinte.
»Das ist gut. Sonst müßten Sie zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt gehen und die Ursache feststellen lassen. Aber so bin ich sicher, daß die Kleine bald wieder gesund ist.«
»Vielen Dank, Herr Doktor.«
»Keine Ursache. Kommen Sie gegen Ende der Woche zur Kontrolle vorbei.«
»Natürlich. Ach, Dr. Norden, hätten Sie noch einen Moment Zeit für Frau Wolrab? Sie hat gefragt, ob Sie noch kurz bei ihr vorbeischauen könnten.«
Daniel sah auf die Uhr.
»Bis zum nächsten Termin habe ich noch Zeit.«
Er verabschiedete sich freundlich von Muriel und Christina und ging nach unten.
Die zartgliedrige alte Dame erwartete ihn bereits.
»Guten Tag, Herr Doktor. Schön, daß Sie sich Zeit nehmen konnten.«
»Hallo, Frau Wolrab. Gut schauen Sie aus«, sagte Daniel und meinte es auch so.
»Sie wollen mir schmeicheln«, antwortete Helene Wolrab mit einem verschmitzten Lächeln.
»Keineswegs. Wenn es Ihnen so gutgeht, wie Sie aussehen, habe ich hier keine Arbeit.«
»Es geht mir tatsächlich sehr gut momentan. Ich habe Sie aus einem anderen Grund hergebeten.«
Daniel sah sie fragend an.
»Es ist wegen Christina. Ich mache mir Sorgen um sie. Es tut mir leid, daß ich Sie damit belästigen muß, aber sie ist doch auch Ihre Patientin.«
»Natürlich, Frau Wolrab. Warum sorgen Sie sich?«
»Tini ist so mager geworden. Sie scheint gar nichts mehr zu essen. Wenn ich sie frage, sagt sie, sie hätte Magenschmerzen. Zu Ihnen will sie deswegen nicht gehen. Sie sagt, sie hätte zur Zeit so viele Auftritte, daß sie es sich nicht leisten kann, krank zu sein.«
»Eine leichtsinnige Einstellung. Das kann leicht schiefgehen«, bemerkte Daniel besorgt. »Ich kann Frau von Berg nicht zwingen, sich behandeln zu lassen.«
Daniel dachte einen Moment nach.
»Sie kommt gegen Ende der Woche mit der Kleinen in meine Praxis. Vielleicht erfahre ich bei dieser Gelegenheit etwas von ihr. Vielen Dank für den Hinweis, Frau Wolrab.«
»Gern geschehen. Und vielen Dank auch. Auf Wiedersehen.«
Daniel verließ die Wohnung und machte sich auf den Weg zu seinem nächsten Patienten.
Was für eine rührende alte Dame, dachte er. Es wäre besser um diese Welt bestellt, wenn es mehr Nächstenliebe gäbe.
Am späten Nachmittag kehrte er von seinen Hausbesuchen zurück. Er wurde bereits von Fee erwartet, die ein sorgenvolles Gesicht machte.
»Hallo Schatz. Was ist los?« fragte Daniel und küßte seine Frau.
»Ich mache mir langsam ernste Sorgen um Jan.«
»Geht es ihm noch nicht besser?«
»Das Fieber geht nicht zurück. Zudem hat er jetzt auch noch einen Hautausschlag.«
»Hat er noch Halsschmerzen?«
»Ja, seine Gaumenmandeln sind geschwollen und mit Belägen bedeckt.«
»Ich sehe gleich nach ihm.«
Besorgt stieg Daniel die Treppe hoch und ging in das Zimmer seines jüngsten Sohnes.
Dieser lag mit fiebrigem Gesicht im Bett.
»Hey, mein Kleiner. Das sieht nicht gut aus mit dir, was!«
»Hallo, Papi, tu was. Mir geht’s so schlecht!«
»Du mußt mir genau sagen, was dir weh tut.«
»Alles.«
»Ja, bitte. So kann ich dir nicht helfen. Ich muß es genau wissen.«
»Der Hals und der Kopf und die Arme und die Beine. Ich kann gar nicht aufstehen und Fernsehen schauen.«
Unwillkürlich mußte Daniel lächeln, obwohl er die Beschwerden des Kindes durchaus ernst nahm.
»Du bist geschwächt vom Fieber. Das hast du nun schon über eine Woche. Es ist zwar nicht so hoch, so um die achtunddreißig, aber das strengt den Körper an.«
»Kannst du das Fieber nicht wegmachen?«
»Ich glaube, wir müssen eine Blutuntersuchung machen.«
Jan sah ihn mit schreckgeweiteten Augen an.
»Ich will aber nicht mit einer Nadel aufgespießt werden!«
»Reg dich nicht auf, Jan! Kein Mensch wird dich aufspießen. Es ist nur eine ganz dünne Nadel, mit der ein bißchen Blut entnommen wird, das tut gar nicht weh. Ich besorge von Tannte Jenny ein Zauberpflaster, dann spürst du überhaupt nichts mehr.«
»Bestimmt nicht?« fragte der Kleine zweifelnd.
»Großes Indianer-Ehrenwort!« sagte Daniel lächelnd.
»Gut, daß mir die Idee mit dem Zauberpflaster gekommen ist«, sagte er später zu Fee.
»Davon habe ich noch nie gehört. Was ist das?«
»Ein Pflaster, das einen betäubenden Wirkstoff enthält.«
»Eine gute Idee. Es gibt ja auch viele Erwachsene, die eine wahre Spritzen-Phobie haben.«
»Mehr als genug. Jenny kann ein Lied davon singen. In meiner Praxis kommt das Gott sei Dank nicht so häufig vor.«
»Müssen wir uns Sorgen machen um Jan?«
»Ich habe ihn untersucht. Die Lymphknoten sind am ganzen Körper geschwollen. Das gefällt mir nicht. Eine Blutuntersuchung gibt uns hoffentlich Aufschluß. Eine gewöhnliche Erkältung ist das jedenfalls nicht mehr.«
»Der arme Kleine. Er ist so tapfer.«
»Am besten fahre ich jetzt gleich zu Jenny und besorge das Pflaster.«
»Tu das. Dann kannst du ihm morgen früh das Blut abnehmen und gleich ins Labor schicken.«
»Ich werde einen Fahrer mit der Probe in die Behnisch-Klinik schicken. Dort geht die Auswertung schneller.«
Es war bei vielen Ärzten so, wenn es um die eigene Familie ging, bekamen sie Herzklopfen.
*
Christina hatte viele Stunden am Bett ihrer kleinen Tochter verbracht. Obwohl sie nachts nicht viel geschlafen hatte, wollte sie die Kleine nicht allein lassen. Nur kurz war sie zur Apotheke gefahren, um die Medikamente zu holen, die Dr. Norden ihr verschrieben hatte. Frau Wolrab hatte sich inzwischen bereit erklärt, auf Muriel aufzupassen, was sie oft und gern tat.
Endlich war Muriel eingeschlafen. Christina stand vorsichtig auf und verließ leise das Zimmer. Auf dem Flur atmete sie auf. Jetzt würde sie sich erst einmal eine Tasse Kaffee gönnen. Ihr Magen würde ihr das übelnehmen, deshalb nahm Christina vorsichtshalber gleich eine Tablette.
Mit dem heißen Getränk setzte sie sich ans Fenster ihrer Küche und sah hinunter in den Garten. Hier saß sie oft und dachte darüber nach, daß sie sehr viel Glück gehabt hatte, als sie Helene Wolrab kennengelernt hatte.
Ihre eigene Familie war zerrüttet. Die Eltern hatten sich nach jahrelangen Streitereien endlich scheiden lassen, als Christina achtzehn gewesen war. Für sie war es klar, daß sie weder bei ihrer Mutter noch bei ihrem Vater wohnen wollte, um nicht neuerlich Haß zwischen den beiden zu schüren.
So wurde beschlossen, daß Christina eine eigene Wohnung bekommen würde, die die Eltern in den ersten Jahren gemeinsam finanziert hatten.
Inzwischen hatte Christina ihre Ausbildung zur Sängerin abgeschlossen und konnte das Geld für ihren Unterhalt selbst aufbringen.
Für Christina war Helene Wolrab zu einem Familienersatz geworden. Sie liebte sie wie eine Großmutter. Auch Helene fühlte sich zu Tini, wie sie sie liebevoll nannte, sehr hingezogen.
Christina schreckte aus ihren Gedanken hoch. Es dauerte einen Augenblick, bis sie begriff, daß es das Telefon war.
»Hier von Berg.«
»Tini, hallo, ich bin’s, Lisa.«
»Hi Lisa. Du hast mich vielleicht erschreckt!«
»Warum denn?«
»Ich habe nachgedacht. Dabei bin ich offenbar eingenickt.«
»Du schläfst am hellichten Tag?«
»Muriel ist krank, sie hat Mittelohrentzündung. Ich hab’ die ganze Nacht kein Auge zugemacht.«
»Du Ärmste. »Wie geht es ihr?«
»Der Arzt war heute morgen da. Jetzt schläft sie.«
»Brauchst du mich eigentlich heute abend?«
»Stimmt ja«, rief Christina erschrocken und warf einen Blick auf die Uhr. »Schon viertel nach drei. Das Konzert hatte ich ganz vergessen.«
»Gut, daß du mich hast. Wann soll ich bei euch sein?«
»Schaffst du es bis halb sechs?«
»Kein Problem. Ich komme direkt von der Arbeit zu euch.«
»Du bist ein Engel. Ich wüßte gar nicht, was ich ohne dich täte. Ist es Markus überhaupt recht, wenn du so oft auf Muriel aufpaßt?«
»Ihr beiden habt die älteren Rechte, das weißt du doch. Ich muß Schluß machen. Bis später.«
»Tschüß, Lisa!«
Seufzend stand Christina auf. Über den Sorgen um Muriel hatte sie vollkommen vergessen, daß sie einen Auftritt am Starnberger See hatte. Ihre Agentin hatte ihr als Sopranistin das Engagement als Solistin in einem Chor vermittelt. Zu allem Überfluß war es auch noch ein sehr wichtiges Konzert. Die Presse würde anwesend sein und ein Interview mit ihr führen. Eigentlich hatte sie sich auf diesen Abend sehr gefreut, denn er stellte ein entscheidendes Ereignis für ihre Karriere dar. Christina warf einen Blick in Muriels Zimmer und stellte zufrieden fest, daß sie noch schlief. Sie würde in Ruhe die Partitur studieren können.
*
Die Fahrt in die Behnisch-Klinik dauerte länger, als Daniel erwartet hatte. Der Verkehr war sehr dicht, doch schließlich hatte er das Ziel erreicht. Er stellte sein Auto auf dem Parkplatz für das diensthabende Personal ab und betrat die Klinik durch den Hintereingang.
»Hallo, Schwester Anna. Wissen Sie, wo Jenny Behnisch steckt?« begrüßte er die erfahrene Schwester.
»Wir haben gerade einen Notfall bekommen, Dr. Norden. Eine Frau ist frontal mit ihrem Wagen in ein parkendes Auto aufgefahren. Sie muß es übersehen haben.«
»Hat sie schwere Verletzungen?«
»Sie wird gerade untersucht.«
»Dann muß ich Sie bitten, mir weiterzuhelfen. Ich brauche eines Ihrer sagenumwobenen Zauberpflaster.«
»Braucht das einer Ihrer Patienten?« fragte sie, während sie ein Schränkchen öffnete.
»Nein. Mein kleiner Sohn ist krank. Ich muß ihm Blut abnehmen und habe versprochen, daß es nicht weh tut.«
