Sie liebt ihn zu Tode - St. Harman - E-Book

Sie liebt ihn zu Tode E-Book

St. Harman

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Beschreibung

Zu Beginn ist eine junge Frau nur nicht willens, nach der Pfeife ihres herrischen Vaters zu tanzen. Der Vater hat eine scheinheilige fromme Welt um seine Familie aufgebaut und richtet alles darauf aus, dass auch seine Töchter nach seinem Willen funktionieren. Er selbst erlaubt sich alle Freiheiten und setzt mit seinen Weibergeschichten ohne Skrupel die Familie aufs Spiel. Als die älteste Tochter zur Verlobung mit einem Freund aus Kindertagen gedrängt wird, weil diese dem Vater gut in seine Karrierevorstellungen passt, will die Tochter rebellieren. Dass der Verlobte Tage später mit einer Schulkameradin flirtet, lässt bei ihr das Fass überlaufen. Die streng katholisch erzogene Tochter will den Vater und den Verlobten auf eine ganz besondere Art bestrafen. Der Weg in die Prostitution erscheint ihr dafür angemessen. Dass sie dabei in eine Welt versinkt, die keine Menschlichkeit, keine Menschenwürde, keine Menschenrechte, erst recht keine Liebe kennt, muss sie schmerzlich erfahren. Sie wehrt sich und tötet die ersten Männer. Die Polizei will nicht wahrhaben, dass eine junge intelligente Frau zu so grausamen Morden fähig sei. Konsequent nutzt Martina ihre Chance aus dem Versagen der Ermittlungsorgane zur Flucht aus Deutschland. Martina freut sich auf Venedig und den Segeltörn mit den drei jungen Deutschen. Mit Venedig verbindet sie Freiheit, Glück und die ganz große Liebe. Doch die Männer nutzen ihre Schönheit und die Tatsache, dass sie von der Polizei gesucht wird, schamlos aus. Im geeigneten Moment zögert sie keine Sekunde und beseitigt gnadenlos die Männer. Nun sucht sie nicht nur die Polizei sondern auch die Mafia, die sich für die skrupellose und hemmungslos mordende Frau interessiert. Vor die Wahl gestellt, an die Polizei ausgeliefert zu werden, schlüpft sie in die Identität der Schwester des Mafiabosses und wird die reiche und angesehene Magdalena Garibaldi Pieno. Eigentlich könnte sie sich ihrem Familienglück und ihren beiden Kindern widmen. Die neue Identität bewahrt sie auch vor dem Zugriff der Polizei. Doch die Gier nach Macht, Rache und neuen amourösen Abenteuern lässt die Frau nicht los.

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EPUB
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Seitenzahl: 577

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Impressum

St. Harman

Sie liebt ihn zu Tode

Ein Erotikthriller

ISBN 978-3-96521-067-7 (E-Book)

Titelbild: Ernst Franta

© 2020, 2014 EDITION digital® Pekrul & Sohn GbR EDITION Sexcrime Godern Alte Dorfstraße 2 b 19065 Pinnow Tel.: 03860 505 788 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.edition-digital.de

Abitur mit Bestnoten - Sprungb(r)ett in die Prostitution

Prolog

Oft sind es nur die sogenannten Kleinigkeiten, die banalen Ereignisse, die den Weg eines Menschen radikal in eine andere Richtung lenken können. Unsere Hauptdarstellerin, bewusst nenne ich sie nicht Heldin, ist so ein Beispiel dafür. Ob sich der Leser mit ihr identifizieren kann, muss er selbst entscheiden. Alles, wirklich alles, ist in der Geschichte frei erfunden, auch wenn mancher schnell der Meinung ist, dass es genauso hätte ablaufen können. Das eine oder andere Geschehen ist vielleicht für einige überspannt, aber ich versichere, dass die Realität viel brutaler ist. Lesen Sie und nehmen Sie es gelassen. Achtung, es ist definitiv keine Lektüre vor dem Einschlafen!

Der Autor

Die Verlobung

Die Uhr tickt unaufhörlich. Doch sie kommt nicht weiter. Nichts, gar nichts hat sie zum Anziehen. Nackt müsste sie gehen! Warum macht sie sich überhaupt so einen Kopf? Seit fünfzehn Jahren geben sich Familie Harder und Familie Langner die Ehre, sich gegenseitig einzuladen und zusammen zu Tode zu saufen. Eher ginge die Welt unter, als dass ihr Treffen nicht stattfindet, sagte Vater heute früh auf seine freundliche Art zu ihr. Sie hasst diese Zusammenkünfte! Dass seine Tochter Martina nur den Gedanken aussprechen könnte, nicht daran teilzunehmen, gehört für Vater ins Reich des Unvorstellbaren. Allein der Gedanke, nicht hinzugehen, ist eine Todsünde. Dabei kritisiert er sicher auch gleich wieder ihren viel zu kurzen Rock. Sie soll gefälligst etwas Anständiges, etwas Gottgefälliges anziehen, wettert er garantiert gleich wieder mit ihr. Sie hasst diesen Mann abgrundtief. Eines Tages wird sie ihn umbringen, das schwört sie sich schon seit Jahren. Überhaupt, der alte Sack kann sie mal kreuzweise ...

Heulend schmeißt Martina jetzt alle ihre Sachen aus dem Kleiderschrank auf den Fußboden. Eigentlich gehört das ganze Zeug in den Müll.

„Martina, in zehn Minuten wollen wir los!“, tönt warnend die Mutter von unten. Ihre gallige Stimme bringt Martina endgültig zum Überkochen. Zufällig hält sie ihr blaues Kleid in der Hand. Was soll es, das nehme ich, sagt sie sich gleichgültig. Das trug sie zwar zur letzten Party auch schon, aber das merkt sowieso keiner. Flink schlüpft sie in das Kleid. Dass sie darunter nur den String trägt und keinen BH, sieht auch keiner. Dafür ist das blaue Kleid viel zu altbacken. Aus Protest zieht sie jetzt ihren Slip aus. Es ist ein tolles Gefühl, völlig nackt unter dem Kleid zu sein. Doch dann ist ihr flau im Magen, dass das nun doch zu weit geht. Sie steigt jetzt doch wieder in den schmalen String. Das ganze Chaos in ihrem Zimmer einfach hinter sich lassend, läuft sie die Treppe hinunter.

Als Martina vor den Augen der Mutter in ihre Turnschuhe schlüpft, betrachtet die Mutter sie kritisch. Nach einigem Schweigen ruft sie: „Keine Turnschuhe bitte. Zieh passend deine blauen Schuhe an! Mit den ausgelatschten Turnschuhen bringst du Papa nur auf die Palme.“

Mutter hat wirklich nicht gemerkt, dass sie wieder das blaue Kleid trägt, freut sich Martina und erwidert lächelnd: „Ist mir so was von egal!“

„Sei nicht so launisch Martina. Männer mögen keine launischen Frauen!“, erwidert ihre Mutter genervt.

Martina spöttisch: „Welche Männer? Ich kenne keine!“

Mutter blickt sie streng an und sagt auffallend leise zu ihr: „Mach heute keine Szene! Letztes Jahr haben mir schon deine blöden Diskussionen gereicht. Stell nicht wieder Gott in Frage. Papa hat nichts vergessen! Nimm dir ein Beispiel an deiner Schwester Sylvia!“

„Ja, ja“, mault Martina und wechselt dabei artig die Schuhe. Seit ihrer negativen Diskussion über Gott ist sie bei Vater total unten durch. Sylvia hat ihre Chance genutzt und biedert sich seitdem Vater unterwürfig an. Das hat sie ja auch dringend nötig. Ihr Notendurchschnitt von 2,8 ist wirklich nicht berauschend. Dass Martina ihr Abitur als Schulbeste abschließen kann, zählt für ihren Herrn Vater jetzt nicht mehr. Nur noch ihr Zugeständnis, das sie doch Jura studieren wird, könnte ihn noch gnädig stimmen. Doch sie will nicht. Der Mann ist ihr zuwider. Immer hat sie für ihn nur zu funktionieren. Warum? Sie hätte Lust alles hinzuschmeißen.

Die Haustür geht auf, ihr Vater und Sylvia kommen herein.

Vater knurrt mürrisch: „Ein Wunder ist geschehen, das gnädige Fräulein ist sogar schon fertig!“

Mutter: „Horst, wir können gleich los!“

Vater zufrieden: „Toll Mutti, dann sind wir heute sogar einmal pünktlich!“

Sylvia zischt ihre Schwester leise an: „Das Kleid hattest du doch letztes Jahr auch schon an. Was willst du damit sagen?“

„Nichts. Nur dass mir hier alles am Arsch vorbei geht!“, erwidert sie frech und freut sich gleichzeitig, dass nur ihr Schwesterchen mitbekommen hat, dass sie das selbe Kleid trägt wie vor einem Jahr.

Sylvia ruft überraschend: „Aber Mutti, Martina hat …!“

„Keine weitere Diskussionen, meine Damen. Ab ins Auto, aber plötzlich!“, wettert Horst Harder und unterbricht überraschend seine Lieblingstochter.

Alles stürmt jetzt zum Auto. Martina setzt sich neben ihre wütende Schwester. Der Punkt ging an sie, die Schwester hat das Nachsehen.

Irgendetwas liegt heute in der Luft, spürt Martina. Was ist heute anders? Nicht ein Wort wird die ganze Fahrt über gesprochen. Warum?

Endlich haben sie das Bootshaus der Langners erreicht. Das Wort Bootshaus verharmlost den reetgedeckten Prunkbau am Wasser. Das ganze ist eine großzügige Anlage für drei Motorboote und darüber ein Tanzsaal, Wirtschaftsräume und Zimmer für zwanzig Gäste. Das von allen Seiten mit hohen Hecken geschützte Grundstück hat einen Tennisplatz und wie idiotisch, einen Pool. Über den Pool regt sich Martina jedes Mal auf.

Zu Martinas ehrlicher Überraschung ist Jörg heute zur Stelle und macht ihr sogar die Autotür auf. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Das macht sie noch misstrauischer. Das stinkt ihr gewaltig.

„Hallo Baby!“, haucht Jörn und küsst sie flüchtig auf den Mund.

Martina zischt ihn an: „Bist du krank im Kopf? Seit wann machst du so ein idiotisches Theater? Ist was passiert?“

Jörn wird wie immer schnell kleinlaut und blubbert: „Nee, nee, mir war nur so!“

Martina lässt Jörn einfach stehen und geht gleich bis zum Steg weiter. Sie will den Blick auf den See genießen. Überhaupt, sie hat einfach keine Lust, am alljährlichen Familientratsch teilzunehmen. Am liebsten würde sie ein Boot nehmen und hinaus zur Insel fahren. Doch das wird Vater garantiert nicht zulassen. Sie wird heute sogar der Mutter den Gefallen tun und sich nicht mit Vater anlegen, beschließt sie. Die Szenen, die Vater nach der letzten Party veranstaltet hat, sind ihr noch in wacher Erinnerung. Sich aufregen hat bei dem Mann keinen Zweck. Martina macht drei Kreuze, wenn sie diesen Abend überstanden hat.

Martina reckt sich und genießt die letzten Sonnenstrahlen.

Sylvia kommt auf sie zu und sagt: „Wir warten alle nur noch auf dich. Komm endlich!“

„Seit wann wartet ihr auf mich?“, spottet Martina, folgt aber mit Abstand ihrer Schwester.

Oben im Saal stehen alle mit Sektgläsern in der Hand im Kreis. Jörn reicht ihr auch ein gefülltes Glas.

Jörn lässt sein Glas klingen, holt sichtbar Luft und sagt mit kratziger Stimme: „Heute möchte ich den jährlichen Grillabend einmal eröffnen. Ich will diesen schönen Abend mit einer wichtigen Bekanntmachung verbinden. Martina und ich wollen uns verloben. Ich gebe hiermit unsere Verlobung bekannt!“

Ein Brillantring funkelt vor Martinas Augen. Sie ist völlig benommen. Wie abwesend lässt sie sich von Jörn den Ring auf den Finger schieben.

Gläser klingen und alle beglückwünschen sie zur Verlobung.

„Hast es ja verdammt eilig!“, zischt sie ihre Schwester nur leise an.

Ihr Vater lächelt sie seit Langem wieder einmal an und ruft begeistert: „Mit dieser Verbindung machst du mir eine große Freude. Die Anwaltskanzlei Harder & Langner hat jetzt eine neue Zukunft. Dein Jurastudium wird mein Glück perfekt machen!“

Martina ist unfähig, überhaupt etwas zu sagen. Was ist los? Sie soll verlobt sein? Sie stellt ihr Glas ab und geht zur Bar. Ein großes Glas mit Wodka und einem Spritzer Orangensaft leert sie in einem Zug aus. Als sie das dritte Glas schon zum Trinken ansetzt, hält Jörn sie zurück und fragt: „Was ist mit dir los? Deine Freude über die Verlobung hält sich bei dir wirklich in Grenzen. Ich dachte, dass alle Frauen auf Verlobung und Hochzeit völlig abfahren. Stattdessen besäufst du dich, als ob jemand gestorben sei. Was hat das alles zu bedeuten?“

Martina nimmt ihm das Glas mit Gewalt wieder weg und trinkt den Wodka sofort aus. Sie stößt hörbar auf und sagt: „Nichts ist. Ich freue mich nur so riesig! Oder besser, ich trage meine Zukunft zu Grabe!“

„Ich muss dich doch heiraten. Du bist doch keine Jungfrau mehr!“, erklärt ihr Jörg leise.

„Noch kein ... kein ... kein Grund um so einen Schei …Scheiß ...“, sagt sie lallend und stößt Jörn von sich. Der Raum ist vom Rauch völlig vernebelt. Mit etwas Mühe kämpft sie sich nach draußen. Sie muss sich am Geländer festhalten, weil sich alles vor ihr dreht. Immer schön am Geländer entlang geht sie in Richtung Wasser. Mit einem Griff hat sie ihr Kleid abgelegt und ist aus den Schuhen gestiegen. Mit Schwung springt sie nun halb nackt, nur mit dem String bekleidet, ins Wasser. Sie taucht auf und ist plötzlich wieder voll da. Von oben ruft ihr Jörn zu: „Spinnst du? Komm sofort aus dem Wasser! Du kannst doch hier nicht nackt baden gehen. Komm sofort heraus!“

„Komm du doch rein, mein sogenannter Verlobter. Wer sich mit mir verlobt, ohne zu fragen, muss sich auch eine unartige nackte Braut gefallen lassen!“, spottet Martina. Ihr wird es jetzt aber doch kalt und so steigt sie an der Leiter hoch aus dem Wasser.

Jörn betrachtet sie ausgiebig. Seine Verlobte ist wirklich schön. Mit beiden Händen umarmt er sie und küsst ihr nasses Haar, das einen leichten Duft von Opium versprüht. Das macht Lust auf mehr von der Frau. Frech greift er ihr unter den Slip und massiert die frisch rasierte Muschi. Sie fühlt sich an wie eine reife Frucht. Es ist jetzt meine reife Frucht, denkt er lüstern. Doch dann nimmt er alle seine Sinne zusammen, reicht ihr das Kleid und sagt: „Zieh dich schnell an!“

Sie hat seine gierigen Finger in ihrer Spalte genossen. Doch dann will sie ihn bestrafen und befiehlt: „Was ist Jörn? Steck schon deine Finger rein! Du kannst mich hier gleich am Steg ordentlich durchficken! Los fick mich!“

„Natürlich nicht!“, stottert er, wird rot und lässt sie los.

„Feigling! Los, wo ist ein Handtuch? Trottel, hol gefälligst ein Handtuch, wenn du schon so ein Feigling bist!“, fordert sie jetzt wütend und stößt ihn von sich.

Weggestoßen und von ihrem rauen Ton überrascht, läuft er tatsächlich los. Augenblicke später kommt er mit einem Handtuch zurück. Martina zieht sich ihren nassen Slip aus und trocknet sich selenruhig vor ihm ab.

„Ich erkenne dich nicht wieder, Martina. Was ist mit dir los?“, fragt Jörn überrascht und schaut demonstrativ weg.

„Nichts ist. Ihr Arschkriecher könnt mich alle mal!“, spottet sie und streift sich ihr Kleid über. Sie schlüpft in ihre Schuhe und läuft zum Bootshaus. Oben im Saal geht sie zielstrebig zur Garderobe, holt aus ihrer Handtasche das Handy und ruft sich ein Taxi. Diese Spießer hier kann sie nicht länger ertragen. Es ist ihr egal, ob Vater wieder ausrastet. Ihre Flucht wird nicht bemerkt. Draußen wartet bereits das Taxi. Als sie einsteigt, schaut ihr Jörn von der Tür aus fassungslos hinterher.

Ohne auf ihn zu reagieren, lässt sie das Taxi fahren. Das Gefühl, genau das richtige getan zu haben, beflügelt sie.

Die Verlobung mit Jörg nur eine Farce?

Mit Schwung lässt Martina die Tür des Cafés zufallen. Jörg ist endgültig für sie gestorben. Am Sonnabend hat er sie mit der vor beiden Familien verkündeten Verlobung überfahren. Da hatte sie die Kröte noch geschluckt und mit viel Wodka heruntergespült. Sie wusste, dahinter stecken nur seine und ihre Eltern. Martina Harder und Jörg Langner sollen die erfolgreiche Anwaltskanzlei Harder & Langner in der zweiten Generation fortsetzen. Doch ab heute ohne sie! Das gehört nach der Szene endgültig der Vergangenheit an. Sie wird allen eine Lektion erteilen, die sie nie vergessen werden. Das schwört sie! Dass Jörg hier im Café die Bea Wagner aus der 13 a vor ihren Augen abgeleckt hat, wird sie ihm nie verzeihen. Zum Glück hat er sie im Café nicht bemerkt und sie konnte die beiden heimlich beobachten.

Wutschnaubend springt sie in den Bus, der gerade vor ihr hält. Sie blickt aus dem Fenster, ohne wirklich etwas zu sehen. Sie schwört immer nur Rache, Rache für alles. Das zahlt sie ihm doppelt und dreifach heim. Drei Tage nach der inszenierten Verlobung hat dieses Schwein keine Skrupel, ein anderes Mädchen in der Öffentlichkeit zu küssen. Wie kann sie diesem Scheißkerl nur die Demütigung heimzahlen? Ist sie vielleicht auch daran schuld, dass es so weit gekommen ist? Warum war das möglich? Erst die Verlobung und dann das heute!

Es fing damit an, dass sie fünf Tage vor ihrem sechzehnten Geburtstag ihren sauberen Herrn Vater in einem Café mit einer fremden Frau gesehen hat. Sie taten beide sehr verliebt. Vaters Frömmigkeit war also nur geheuchelt. Bis zu ihrem sechsten Lebensjahr wohnten sie in München. Dort war Martina schon mit Jörn befreundet. Mit der Familie Langner zusammen sind sie dann nach Hamburg gegangen. Seitdem dreht Vater voll am Zeiger. Ständig bläut er ihr und Sylvia Bibelsprüche ein. Er will seine Töchter in der Hochburg der Gottlosen und aller Sünden vor dem Schlimmsten bewahren. Doch seit sie Vater per Zufall beim Ehebruch erwischt hat, ignoriert sie alle seine Gebote. Sie hat es auch Mutter erzählt. Doch diese schweigt einfach dazu.

Seitdem weiß Martina, dass es Gott nicht gibt. Sie hat es ausprobiert. An ihrem sechzehnten Geburtstag hat sie Gott verleugnet und damit angefangen, ohne ihn zu leben. Sie erinnert sich noch genau daran, als wäre es gestern gewesen. Damals hat sie sich hinter Jörn auf sein neues Moped geschwungen. Unterm Minirock war sie nackt. In einem kleinen Wäldchen haben sie in einer Lichtung halt gemacht. Dort hat Jörn sie unmissverständlich aufgefordert, sich von ihm zur Frau machen zu lassen. Während er noch Moral predigte und sein Verlangen entschuldigte, stand sie längst ganz nackt und erwartungsvoll vor ihm. Er stotterte immer noch, als sein Penis groß und hart tief in ihrem Mund steckte. Was dann kam, klappte leider nicht. Genervt und zu allem entschlossen, hat sie ihn ins Gras gestoßen. Langsam, mit viel Geschick und Mühe, hat sie sein Glied doch noch in ihrer hungrigen Muschi versenkt. Es hat kaum wehgetan. Schlimmer war, dass Jörn, nachdem es ihr langsam Spaß machte, leider viel zu früh gekommen war. Danach faselte er ständig etwas vom Heiraten und der ewigen Liebe. Darum hat er wohl ihren 18.Gebutstag zum Anlass genommen, sein Versprechen von damals halbherzig zu erfüllen.

Sie wird die Verlobung nicht auflösen. Das könnte ihm so passen. Dann trägt sie die Schuld und muss sich sogar noch vor allen rechtfertigen. Jörn wird natürlich alles abstreiten. Der Mistkerl ist dann Mister Saubermann und sie die Schuldige. Doch wie kann sie ihm schaden? Wie kann sie ihn und die ehrenwerten Familienoberhäupter bestrafen? Es muss vor allem für ihn und ihren sauberen Vater richtig krachen!

Der Bus hält zum wiederholten Mal kurz an, um dann weiter zu fahren. Martina erwacht aus ihren Gedanken und sieht auf der anderen Straßenseite die leichten Mädchen mit Männern in dicken Autos verhandeln. Wie einen Blitz trifft es sie in diesem Moment. Sie könnte wie diese Mädchen anschaffen gehen! Jörns Verlobte ist dann eine Hure, eine gottlose Prostituierte! Eine, die es für Geld mit jedem Mann treibt. In ihren geheimsten Träumen hatte sie oft gleichzeitig mit zwei oder drei Männern Sex. Die Idee gefällt ihr immer besser. Sie, die Abiturientin, die Klassenbeste, eine Prostituierte! Wow! Geil! Bei der Vorstellung, dass alles herauskommt, lacht sie laut auf. Köstlich! Das dumme Gesicht von ihrem ach so frommen Vater will sie dabei sehen. Er wird kaum wollen, dass seine Anwaltskanzlei von einer Prostituierten geführt wird. Sie ist bin dann auf einen Schlag alle ihre Verpflichtungen los. Das lästige Jurastudium ist so garantiert passé. Außerdem braucht sie nicht mehr ihre Elternum jeden Euro anbetteln. Sie verdient dann alleine genügend Geld. Die Abiturientin Martina Harder ein Strichmädchen, eine Hure, eine Prostituierte! Ihr Vater wird ausflippen. Toll! Allen würde sie dann ihre schönen Pläne zerstören. Sie könnte auf diese Weise ein Studium der eigenen Wahl finanzieren. Ihren Traum, Kunst zu studieren, könnte sie sich so erfüllen.

Der Bus hält erneut. Hier muss sie aussteigen. Sie ist von ihrer Idee so fasziniert, das sie es am liebsten heute noch versuchen will. Nach zehn Minuten Fußweg schließt sie die Haustür wie immer um diese Zeit auf. Natürlich ist niemand zu Hause. Sylvia, ihre kleine Schwester, ist heute noch beim Sport. Sie hat in ihrem Handballteam schon einen Namen.

Martina geht nach oben und schmeißt ihren Rucksack einfach in die Ecke. Sie beschließt, dass sich alles ändern muss. Schon morgen wird sie ihre Mitgliedschaft im Mathezirkel kündigen, denn in ihm ist Jörn auch Mitglied. Warum hat das Schwein überhaupt heute früh in der großen Pause mit der Verlobung geprahlt, wenn er am Nachmittag schon mit einer anderen knutschte?

Heute Morgen fand sie es noch toll, wie die Mädels geglotzt hatten. Auf Jörn waren sie ja alle scharf. Zugegeben, er sieht gut aus. Seine Zukunft als Rechtsanwalt in eigener Kanzlei ist für die meisten Mädchen ein Traum. Martina, die diesen Mann eigentlich gar nicht will, sie bekommt ihn. Eigentlich will sie ihn nie mehr sehen.

Sie entscheidet, das Spiel, seine Verlobte zu sein, weiter zu spielen. Nur ab heute wird alles nach ihren Regeln ablaufen. Gleich morgen wird sie testen, wie es ist, sich für Geld zu verkaufen, sich von wildfremden Männern anfassen und ficken zu lassen. Damit hat sie den Trumpf in der Hand, diesen Scheißkerl und ihren verlogenen Herrn Vater an ihrer empfindlichsten Stelle, ihrer Ehre, zu treffen. Wenn sie Spaß an dem Hurendasein hat, wird sie ihm vielmals Hörner aufsetzen und dabei reichlich Kasse machen!

Wie selbstverständlich holt sie das Mathebuch hervor und will für die Prüfung üben. Das Abi als Beste der Schule will sie bei allem nicht aus den Augen verlieren. Aber immer wieder fantasiert sie, wie es sein wird, wenn sie sich einem fremden Mann hingibt.

Das erste Mal

Der Bus hält. Mit weichen Knien steigt Martina aus. Das Gehen auf ihren hohen Stöckelschuhen macht ihr den Weg zu den Huren doppelt so lang. Sie hat das Gefühl, wie ein Artist auf einem Hochseil zu gehen. Sie hätte vorher das Laufen in diesen hohen Schuhen üben sollen. Fällt sie damit auf? Egal, sie muss da durch. Jetzt wird durchgestanden, was längst beschlossene Sache ist. Sie muss es tun. Jörg, das Schwein, vögelt Bea Wagner. Sie ist sich sicher, dass er fremdgeht. Dafür lässt sie sich eben mit zahlenden Männern ein.

Sie geht an zwei Huren im Minirock vorbei. Dabei tut sie, als sei sie nur zufällig hier auf dem Weg. Aus den Augenwinkeln heraus beobachten sie die Frauen argwöhnisch, sagen aber noch nichts. Hinter der dritten Frau bleibt sie mutig stehen.

Prompt hält ein großer schwarzer Wagen, direkt neben ihr. Ein Mann schaut aus dem Seitenfenster und fragt: „Kommt die hübsche Hure auch mit, wenn ich ihr ins Arschloch ficken will?“

Dass sie sofort als Hure angesprochen wird, tut jetzt doch weh. Verdammt, noch ist sie keine. Schon hat sie eine giftige Antwort auf der Zunge. Doch was tut sie wirklich? Betont geschäftsmäßig, ohne in diesem Moment zu begreifen, was der Mann überhaupt von ihr will, erwidert sie: „Kein Problem mein Süßer, doch das kostet extra!“

Der Mann im Auto: „Okay, für hundert Ficken in den Arsch, mit Gummi oder ohne?“

„Was für eine Frage? Für hundertfünfzig Euro auf die Hand, logisch nur mit Gummi, kannst du für eine volle Stunde alles mit mir machen. Okay?“, erwidert Martina und beugt sich zu ihm hinunter. Dabei verrutscht ihre Bluse und eine Brust fällt ganz aus dem Dekolleté. Etwas verlegen schiebt sie die entblößte Brust zurück an ihren Platz und lächelt dabei den Mann gewinnend an.

Der Mann beobachtet interessiert, wie sie gelassen die Brust erneut verpackt und sabbert schon geil: „Okay Baby, hundertfünfzig Euro mit Gummi. Los steig schon ein, du geiles Luder!“

Sie nickt und steigt schnell ein, denn die anderen Frauen schauen sie schon böse an.

Der Mann drückt ihr drei Fünfzigeuroscheine in die Hand und fährt los.

„Schiebe deinen Rock hoch und zeige mir deine blanke Fotze!“, fordert der Mann von ihr, wobei er seinen Wagen beschleunigt.

Soll er doch haben, was er sehen will. Sie hebt ihren kurzen Rock hoch und zieht dabei ihren String aus. Ohne Slip zeigt sie ihm ihre heute früh frisch rasierte Muschi.

„Oh, geil, du bist frisch rasiert!“, jubelt der Mann begeistert.

Martina betrachtet ihren ersten Freier. Er muss ein erfolgreicher Geschäftsmann sein, so um die vierzig. Sein betont gepflegtes Äußeres lässt sie das glauben.

Nach einer rasanten Fahrt durch die Stadt biegen sie auf einer Landstraße in einen Waldweg ab. Nach wenigen Metern ist die Fahrt zu Ende.

Im Wald wurden schon viele Frauenleichen gefunden, schießt es ihr durch den Kopf. Quatsch, der Bock will nur ficken. Ihr wird schon nichts passieren.

Der Wagen hält und er befiehlt: „Zieh dich ganz nackt aus. Ich will dich geiles Stück Fleisch erst einmal ganz betrachten!“

„Wie der Herr es wünscht,“ erklärt sie betont geschäftsmäßig und steigt aus. Der Mann steigt auch aus dem Wagen und kommt auf sie zu. Martina baut sich breitbeinig vor ihm auf und hebt mit den Händen ihre Brüste.

„Los ausziehen, geiles Miststück!“, fordert er jetzt schon erregt.

Martina nickt und gehorcht. Sie braucht nur ihr Kleid auszuziehen, schon steht sie splitternackt auf ihren hohen Hackenschuhen vor dem Mann. Der Mann ist von ihrer Schönheit überwältigt. Erste Momente aufkommender Scham verfliegen bei ihr schlagartig, als sie den fassungslos gaffenden Mann vor sich sieht.

Er geht um sie herum und greift ihr von hinten zwischen die Beine. Er wedelt mit einem Zwanzigeuroschein vor ihr herum und sagt: „Du hast eine tolle Figur. Geil! Pullerst du auch für zwanzig Euro extra vor meinen Augen? So etwas macht mich total an!“

Dass alle Männer perverse Schweine sind, weiß sie längst. Jörn wollte ihr auch schon beim Pipi-Machen zusehen. Doch ihn hat sie nur ausgelacht. Der geile Bock vor ihr, will sogar dafür bezahlen. Sie ist jetzt eine Hure und muss so etwas tun. Sie nimmt ihm den Schein hastig ab und fragt: „Soll ich mich dabei hinhocken, oder willst du mich dabei stehend sehen? Ich bück mich auch gerne nach vorne, damit der Herr es wirklich aus der Spalte rausspritzen sieht. Okay?“

Der Mann: „Stehen bleiben. Ich will sehen, wie es aus deiner Spalte spritzt. Okay?“

„Wie der Herr es wünscht!“ Martina bückt sich etwas und pullert im hohen Bogen in den Sand.

„Wow, du hast eine geile Fotze. Gefällt mir. Aber heute ist dein kleines Arschloch dran. Komm endlich und halt dich tief nach vorne gebückt am Auto fest!“, kommandiert er.

Martina stützt sich am Auto ab, spreizt ihre Beine auseinander und wartet auf das, was nun kommen soll. Zuerst spürt sie nur Finger. Dann bückt er sich und leckt die letzten Pipi Tropfen ab. Mit den Zähnen knabbert er derb an ihren Schamlippen. Das erregt sie sehr. Der Mann lässt viel zu früh von ihrer Muschi ab und fordert: „Los, lutsch meinen Schwanz hart!“

Martina gehorcht, dreht sich zu ihm um, bückt sich und nimmt sein schlaffes Glied in den Mund. Das Schwein hat sich nicht gewaschen. Oder schmecken Schwänze immer nach Pisse und altem Käse? Sie schließt die Augen und nimmt das Ding dann doch ganz in ihren Mund. Überraschend schnell wächst sein Penis zu einem harten Teil heran.

„Los umdrehen! Jetzt wird dein Arschloch endlich aufgebohrt“, befiehlt er.

Sie nickt und stülpt ihm hastig ein Kondom über. Dann stützt sich Martina auf der Motorhaube ab. Wieder spürt sie nur die Zunge und bohrende Finger. Dann bohrt sich langsam etwas Gewaltiges in ihre Hinterpforte. Es tut wahnsinnig weh, als sich sein Glied in sie hineinbohrt. Als er aber ganz tief in ihr ist, spürt sie plötzlich keinen Schmerz mehr. Jetzt fühlt es sich sogar gut an.

„Ich gebe dir fünfzig extra, wenn ich dich ohne Gummi noch in die Fotze ficken kann!“, bittet er sie und wird dabei immer hektischer.

Martina dreht sich zu ihm: „Ohne Gummi läuft hier nichts ab. Dass ich sauber arbeite, garantiere ich damit allen meinen Freiern. Okay!“

„Ist schon okay Baby. War nur ’ne Frage!“, stöhnt er und kommt jetzt zum Höhepunkt.

Sie stöhnt laut, damit er glaubt, es tue auch ihr gut. Doch sie fühlt sich dabei wie ein Stück Dreck.

Er hat es geschafft.

„Mach mich sauber!“, befiehlt er und zieht sein erschlaffendes Glied heraus.

Sie streift ihm das Kondom mit einem Papiertaschentuch ab und macht ihn sauber.

„Das machst du gut. Es hat mir gefallen. Dir auch?“, fragt er und zieht sich an.

Martina weicht seinem Blick aus: „War okay!“

Sie hat sich auch wieder angezogen und steigt zu ihm in den Wagen. Mitten in der Stadt sagt sie zu dem Mann: „Dort vorne kannst du mich raus lassen. Für heute mach ich Schluss. Willst du meine Handynummer?“

Der Mann nickt und nimmt ihr die gereichte Visitenkarte ab.

An der S-Bahnstation steigt sie aus. Noch auf der Treppe hoch zur S-Bahn spürt sie den Blick des Mannes. Erst als sie oben ist, hört sie den Wagen davonfahren. Zwischen den vielen Leuten glaubt sie, dass alle wissen, was sie eben getan hat, dass sie eine Hure ist. Doch die teilnahmslosen Blicke der Menschen um sie herum belehren sie, dass es nicht so ist. In der S-Bahn betrachtet sie verstohlen die Geldscheine in ihrer Hand, ihr erstes selbst verdientes Geld. Der Schmerz am After hat auch endlich nachgelassen. Es war doch gar nicht so schlimm. Sie lächelt zufrieden und weiß jetzt, das sie es immer wieder tun wird. Hurra, sie ist eine Hure!

Die Orgie

Im Schritttempo fährt Fechner seinen Mercedes an den Straßenmädels vorbei. Das, was er für den späten Nachmittag heute sucht, ist bis jetzt noch nicht dabei.

Doch halt, am Ende der Perlenkette leichter Mädchen schaut er plötzlich in große grüne Augen. Ein neues Mädchen hat er entdeckt. Frischfleisch vom Allerfeinsten, freut er sich. Das Kind hat eine gute Figur. Schöne, unendlich lange Beine stecken in einem Minirock. Feste runde Brüste und ein süßes Lächeln begrüßen ihn. Langes dunkelbraunes Haar umschmeichelt im Wind ein schönes, etwas blasses lächelndes Gesicht.

Fechner hält an, lässt die Seitenscheibe herunter und fragt: „He Kleine, ich will dich für einen flotten Vierer in lustiger Runde abholen. Kann etwas länger dauern. Einen Tausender biete ich dir dafür!“

Das Mädchen wirkt auf ihn etwas unsicher. Sie zupft etwas verlegen den kurzen Rock herunter. Doch dann beugt sie sich tief zu ihm herab und gewährt ihm so den Blick auf ihre üppigen Brüste. Sie schaukelt jetzt sogar ihre Brüste und sagt betont geschäftsmäßig: „Für zweitausend könnt ihr mich in alle Löcher ficken, bis eure geilen Schwänze Feuer fangen! Ficken ohne Ende. Okay?“

Für Fechner gibt es jetzt nichts mehr zu überlegen. Die Kleine ist der Volltreffer. Hastig ruft er ihr zu: „Steig schon ein. Tausend bekommst du gleich. Den zweiten Tausender bei uns in der Runde. Okay?“

Dabei hat er ein Bündel Geldscheine schon in der Hand, als diese neue Hure bei im einsteigt. Flink verschwindet das Geld in ihrer kleinen Handtasche.

Der Wagen beschleunigt, als gälte es ein Rennen zu gewinnen.

Sie haben die Schnellstraße erreicht, als er fragt: „Bist du neu im Geschäft? Wie heißt du?“

Das Mädchen wirkt auf ihn zwar nervös, aber geschäftsmäßig antwortet sie: „Nein, ich bin schon etwas länger im Geschäft. Ich habe noch vor zwei Tagen in Frankfurt angeschafft. Mein Lude hat mich von Frankfurt hierher nach Hamburg an einen Geschäftsfreund verkauft. Ruf mich Lilli. Okay!“

Das ist also eine von diesen Mädchen, die wie eine Ware einfach weiter verkauft werden, stellt er für sich fest. Über das Internet sollen diese Mädchen jetzt schon meistbietend versteigert werden. Mir ist es egal, das Mädchen ist süß und darum sagt er zu ihr: „Lilli heißt du? Lilli ist gut. Hast du Erfahrung mit Gruppensex? Sex gleichzeitig mit mehreren Männern? Bist du eine Dreilochstute?“

Fechner taxiert sie grinsend, sie hat wirklich eine aufregend gute Figur. Alles Traummaße. Nur etwas blass ist das Mädel jetzt um die Nase.

Doch Lilli wird jetzt locker und schiebt ihren kurzen Rock so hoch, dass ihr durchsichtiger Slip dem Mann alles von ihrer Weiblichkeit zeigt.

„Ich steh voll auf Gruppensex. Dabei liebe ich es hart rangenommen zu werden! Ich liebe es, gleichzeitig in alle Löcher gefickt zu werden. Auf was steht ihr so?“, fragt sie mit kratziger Stimme, nachdem der Wagen schon auf der Autobahn mit hohem Tempo Fahrt aufgenommen hat. Die zweite Abfahrt geht es zurück in die Stadt.

Fechner schiebt an einem Ampelstopp seine Hand hastig und schon geil unter ihren kurzen Rock. Er fühlt sofort den feuchten Slip und sagt begeistert: „Du bist ja schon feucht wie eine Auster. Ich bin hin und weg! Zeig mal deine Fotze her!“

„Soll ich hier schon mein Höschen ausziehen?“, fragt das Mädchen und schiebt gleichzeitig ihren kurzen Rock noch weiter hoch.

Er wirft einen kurzen Blick auf ihren Schoß. Dabei fragt er sich, ob das leise Zittern ihrer Hände Angst oder geile Erregung ist. Sie ist verdammt notgeil, entscheidet er. Bis zur Villa wird er noch durchhalten und sagt darum abwehrend: „Nein, nicht jetzt! Die anderen wollen auch noch etwas Spannung haben!“

Das Mädchen nickt nur und lässt ihren Minirock wieder zurückfallen.

Das Fahrzeug rollt durch einen Park auf eine riesige Villa zu. Als das Auto vor dem Eingang hält und Fechner schon an der Tür steht, sitzt das Mädchen noch im Wagen.

„Was ist mit dir? Komm endlich!“, fordert Fechner sie etwas ungeduldig auf und weiß nicht, was er davon halten soll.

Erst jetzt steigt das Mädchen auffallend unsicher aus.

Ist das die neue Masche der Huren, um noch mehr Geld herauszuschinden? Etwas verärgert fragt er: „Sind dir zweitausend Euro jetzt auf einmal zu wenig? Um es gleich klarzustellen, mehr gibt es nicht. Willst du mehr, kannst du sofort abhauen und mir das Geld zurückgeben!“

Das Mädchen lächelt etwas gequält: „Ich komme schon. Der Preis ist okay!“

„Dann beeile dich. Mir platzen gleich die Eier!“, klagt Fechner, nimmt das Mädchen jetzt an die Hand und schleust sie durch die Villa.

In kurzen schnellen Schritten folgt Lilli Fechner durch Flure in eine Halle, in ein Schwimmbad.

Grölend werden sie von zwei Männern im Schwimmbecken und einem Mann auf einer Liege begrüßt.

Ein Mann mit Vollglatze und Sonnenbrille sagt: „He, Fechner! Was für ein schönes Vögelchen hast du uns heute gebracht?“

„Frisch aus Frankfurt importiert, soll die kleine Schnecke sein. Sie lässt sich Lilli rufen. Scharfes Gerät, nicht?“, erwidert grinsend Fechner.

Das Mädchen lächelt künstlich und meint: „Hi Männer. Was kann ich für euch tun?“

Die Männer lachen und der Mann mit Vollglatze sagt: „Dort hinten sind Duschen. Komm gleich ganz nackt zu uns. Du sollst uns erst einmal hier im Wasser verwöhnen!“

„Ich bin in einer Sekunde zurück!“, erklärt das Mädchen und verschwindet in der Dusche.

Fechner fragt: „Nun Männer, zufrieden?“

„Sie ist wirklich gutes Material. Hat einen Arsch, wie wir Männer ihn uns erträumen!“, stimmt der Mann auf der Liege zu. Er trägt einen Dreitagebart und legt schon Hand an sein bestes Stück.

Der Mann mit der Vollglatze: „Rudi, nicht so hastig. Für zwei Riesen will ich ihr Arschloch versilbern und nicht wie du das Becken vollwichsen! Halte du dich bitte also auch zurück!“

„Dustin hat Recht. Für zwei Riesen können wir ihr ihre Löcher ruhig vollrotzen!“, meint auch Fechner grinsend und blickt in Richtung Duschraum.

Das Mädchen kommt in betont langsamen Schritten und wiegenden Hüften kurz darauf splitternackt auf die Männer zu. Am Beckenrand dreht sie sich vor ihn. Sie bückt sich so, dass sie alles voll im Blick haben. Sie steigert die Show noch, indem sie mit den Fingern ihre zierlichen frisch rasierten Schamlippen aufschlägt.

Die Männer klatschen Beifall und johlen vor Begeisterung.

„Tolle Fotze!“, jubelt der vierte Mann.

Jetzt steigt das Mädchen ins Becken. Dort wird sie von allen Männern begrapscht.

„Ich bohr ihr Loch jetzt für uns mal vor. Okay!“, schlägt Fechner lachend vor. Die Männer nicken zustimmend. Von Fechner wird sie nun zu den Stufen im Becken gedrängt.

„Dreh dich, du dreckige Hure, und lass dich von hinten ficken!“, kommandiert Fechner.

Sie lächelt ihn glücklich an, als er sich ein Kondom überstülpt.

Das Mädchen gehorcht und schon hat er sein Glied bei ihr mit einem Stoß versenkt.

„Ja, fick mich ordentlich durch! Fickt mich alle kräftig, Männer!“, stöhnt das Mädchen und scheint Spaß an dem Fick zu haben.

*

Etwas müde und geschafft steigt Martina in das wartende Taxi. Ihr Job als Lilli war anstrengend. Es ist kurz nach fünf Uhr am Morgen. Im Taxi streichelt sie die Euroscheine. Das Geld bringt ihr aber nicht das ersehnte Glücksgefühl. Nur die Vorstellung, dass sie es mit der Orgie ihrem Verlobten und dem Vater heimgezahlt hat, hebt ihre Stimmung etwas.

„Wohin soll es gehen?“, fragt der Taxifahrer.

„Bringen sie mich zur Haltestelle Gartenstraße!“, antwortet sie abwesend.

Der Taxifahrer nickt nur und fährt los.

Nachdenklich lehnt sich Martina zurück. Erstaunlich, körperlich fühlt sie sich sogar richtig gut. Die vier Männer waren gar nicht so anstrengend, wie sie befürchtet hatte. Dabei haben sie sich bei ihr wirklich abgerackert. Dass sie nie auf Kondome verzichtet hatte, war auch richtig. Auch für drei Tausender hätte sie es ohne Gummi nicht getan. Es hat gereicht, dass sie die eklige Wichse schlucken musste. Dass bei zwei Männern der Schwanz für einen Arschfick nicht hart genug wurde, ist nicht ihre Schuld.

Doch auf künftigen Analverkehr muss sie sich auf jeden Fall noch besser vorbereiten. Das ist nicht ohne. Zuerst hat sie geglaubt, dass alles in ihr reißen würde. Aber sie hat doch nicht, wie befürchtet, geblutet. Ihre Ausrüstung muss sie um etliche Cremes erweitern.

Dass sie von den Männern als Frau ständig beleidigt und erniedrigt wurde, ist sicher auch normal. Es ist Teil der Lust der Männer, eine Frau zu beherrschen. Eine Hure wird bezahlt, aber genauso verachtet. Dass sie den Männer ins Gesicht pinkeln musste, gehört sicher auch zu den Standardleistungen einer Hure. Da muss sie halt durch. So lange das Spiel nicht umgekehrt läuft, ist es ihr auch egal.

Sie hat diesen Weg freiwillig gewählt und muss noch viel lernen. Solange die Sauereien nicht noch mehr ausarten, kann sie getrost weitermachen. Sie wird auf keinen Fall aufhören. Dass sie zwischendurch bei den Männern ihren ersten echten Orgasmus überhaupt hatte, haben die Männer nicht mitbekommen. Sie waren sehr mit ihr zufrieden. Ihre Handynummer hat sie ihnen auch gegeben. Sie sollen sie weiter empfehlen.

Es ist wirklich ein gutes Gefühl, ihrem Verlobten auf diese Art Hörner aufzusetzen. Für zweitausend Euro, nur in einer Nacht, lässt sie sich auch von zehn Männern beschimpfen und erniedrigen. Für zweitausend Euro muss selbst ein Rechtsanwalt den Buckel ganz schön krumm machen, triumphiert sie. Dazu auch noch Spaß haben! Leichter geht es wirklich nicht.

Das Taxi hält an der Bushaltestelle. Sie bezahlt, lässt noch Trinkgeld zurück und steigt aus.

Martina wartet, bis das Taxi nicht mehr zu sehen ist. Der Taxifahrer weiß mit Sicherheit, welche Art Dienstleistung sie angeboten hat. Hätte er direkt vor dem Elternhaus gehalten, würde ihre geplante Tarnung bald auffliegen. Sie wird so lange wie nur möglich Jörn die liebende Verlobte vorspielen. Nur so kann sie genießen, dem Scheißkerl alles heimzuzahlen.

Langsam geht Martina nach Hause. Die Ersten fahren schon zur Arbeit. Nun muss sie sich beeilen. Niemand in der Siedlung soll sehen, dass sie erst jetzt nach Haus kommt.

Etwas nervös schließt sie die Haustür auf. Sie ist schon oben vor ihrer Zimmertür, als eine raue Stimme sie leise aber bestimmt fragt: „Wo warst du Martina?“

„Wir haben uns verquatscht, Vater!“, lügt Martina, merkt aber, dass sie überraschend gelassen dabei ist. Ihr Vater ist auch nicht älter als die Männer, denen sie vor einer Stunde noch die Schwänze gelutscht hat. Sie weiß von einer Freundin, dass auch ihr Vater schon bei den Huren war. Er ist also nicht besser als diese Männer.

„Komm runter, ich muss mit dir reden!“, kommandiert ihr Vater.

Martina lacht halblaut auf und sagt: „Du bist ein Betrüger, Lügner und Ehebrecher. Ich bin volljährig. Du kannst mich mal, schmeiß mich nur raus! Dann bricht deine Scheinwelt endgültig auseinander!“

Sie hört ihn schwer atmen. Er bekommt vor Erregung kein Wort heraus. Am liebsten hätte sie ihm jetzt schon gesagt, dass sie eine Hure ist. Dass sie eine ist, die sich für Geld verkauft. Doch es ist noch zu früh. Sie wartet nicht seine Antwort ab, lässt ihn einfach stehen, geht in ihr Zimmer und schließt ab. Sie wartet ein paar Minuten, dann will sie duschen und sich für die Schule fertig machen. Zum Glück ist keine Prüfung für heute angesagt. Ich werde schon durchhalten, macht sie sich Mut.

Die Freundin

Sandra kommt auf sie zu gelaufen und fragt: „Martina, wo willst du hin?“

„Nach Hause, lernen was sonst!“, weicht Martina ihrer besten Freundin aus.

Sandra sagt unzufrieden: „Wir machen gar nichts mehr zusammen, seit du verlobt bist. Irgendetwas stimmt nicht mit dir. Du sonderst dich seit Wochen von allem ab. Du lernst wohl nur noch!“

Martina ausweichend: „Du, ich brauche einen ausgezeichneten Abschluss! Da muss eben alles andere zurückstehen!“

„Ich lerne auch, aber du machst nichts mehr mit uns!“, klagt Sandra.

Zusammen gehen sie zur Bushaltestelle.

Martina findet keinen Draht mehr zu ihrer Freundin. Seit sie anschaffen geht, ist alles so anders geworden. Das Leben davor ist für sie so unendlich weit weg. Die Träume ihrer Freundin sind ihr fern und fremd geworden. Die Anrufe ihrer Freier bestimmen jetzt ihren Tagesablauf. Ausweichend sagt sie darum zu ihrer Freundin: „Tut mir leid, ist eben so! Es kommen auch wieder andere Zeiten!“

„Jörn ist auch so komisch. Er klagte mir, das ihr kaum noch zusammen seid!“, erzählt Sandra und sucht dabei den Blickkontakt zu ihrer Freundin.

Martina weicht erneut aus und meint trocken: „Wir sind doch verlobt. Ganz so wie er es wollte. Was will er mehr? Er hat doch seinen Willen bekommen!“

Sandra triumphierend: „Auf diese Antwort habe ich eben nur gewartet. Seit der feierlich verkündeten Verlobung lässt du ihn regelrecht hängen. Ich dachte, du liebst ihn. Übrigens habe ich ihn mit Bea Berger zusammen gesehen. Gerade gestern haben sie im Park geknutscht! Aber das lässt dich sicher kalt. Warum? Warum dann die alberne Verlobung, wenn ihr nichts füreinander empfindet?“

Martina erklärt lächelnd: „Du hast recht, es lässt mich kalt. Ich gehe längst meinen eigenen Weg. Ich werde auch nicht Jura studieren, wie es meine Eltern wollen. Ich mache, was ich will!“

Sandra blickt ihre Freundin zweifelnd an und sagt: „Das klingt nicht gut. Du bist so ganz anders geworden. Was hast du vor? Alle beneiden dich um Jörn. Du behandelst ihn seit der Verlobung aber wie den letzten Dreck!“

„Nichts weiter!“, erwidert Martina und öffnet ihr Handy. Eine SMS von einem Stammkunden hat sie eben bekommen. Sie weiß, sie wird wieder für eine Orgie gebucht.

Zu Sandra: „Entschuldige Sandra, ich muss schnell nach Haus. Ich warte nicht auf den Bus. Ich rufe mir einfach ein Taxi!

„Du kannst ja Geld haben!“, staunt Sandra.

Der Zufall will es, dass ein Taxi um die Ecke kommt. Etwas verlegen winkt Martina ihrer Freundin noch zu und steigt ein.

Im Taxi ruft sie den Kunden an.

„Wingenbach!“, meldet sich eine Männerstimme.

Martina: „Hallo, hier ist Lilli! Wie kann ich dir helfen?“

Am anderen Ende: „Hi Lilli. Wir sind hier mitten in einer kleinen Party. Alle haben lautstark nach dir verlang. Kannst du gleich kommen? Wir bieten dir einen Zuschlag an. Für drei Riesen sollst du bis morgen früh bleiben. Für das volle Programm, versteht sich! Heute wartet ein Spezialfick auf dich. Ich sage nur ein Wort: Schaukel! Geht das klar, Kleine?“

Nur einen Moment zögert sie. Beim letzten Mal waren die Kerle ganz schön brutal. Die Analnummer mit der Gurke ist ihr noch in wacher Erinnerung. Auch der Faustfick hat bei ihr nicht nur körperliche Spuren hinterlassen. Seitdem hat sie keine Lust mehr auf Sex. Jörn meint, ich sei ein Eisblock. Doch die Männer haben aber immer gut gezahlt. Mit den drei Riesen heute wird sie alleine von diesen Wichsern zehn Riesen abgefasst haben. Darum antwortet sie: „Ich kann es kaum noch erwarten. Ich liebe die Schaukel. Bis gleich!“

Dem Taxifahrer nennt sie das neue Fahrtziel und bemerkt bei ihm ein breites Grinsen.

Der Mann sagt: „Wenn du mir deine Nummer gibst, kann ich dich auch vermitteln. Ich will zwanzig Euro für jede Vermittlung!“

Martina fragt vorsichtig: „Warum glauben Sie, das ich Ihnen Geld gebe? Wofür denn?“

„Wir fahren doch wieder in die Rudolf-Hess-Straße! Dort habe ich Sie und auch schon andere Huren abgeliefert oder abgeholt!“, behauptet grinsend der Taxifahrer.

Martina holt eine Visitenkarte hervor und legt noch fünfzig Euro drauf. Beides reicht sie ihm und sagt: „Ich bin einverstanden, sie können mich gerne weiter empfehlen. Sehen Sie es als kleinen Vorschuss für ihre Dienste an. Okay!“

Der Taxifahrer: „Ich sehe, wir verstehen uns ganz gut. Aber einmal im Monat darf ich dich hier im Taxi gratis ficken. Einverstanden?“

Martina schluckt und stimmt zu: „Aber nur du darfst mich ficken. Deine Kollegen bekommen nur Geld. Abgemacht?“

Der Mann nickt zustimmend, fährt in eine Seitenstraße und hält an.

Er macht seine Hose auf und sagt: „Komm, jetzt will ich, dass du mir einen bläst. Sozusagen als Vertragsabschluss.“

„Okay, aber schnell!“, erwidert Martina und holt sein Glied jetzt ganz aus der Hose. Nach einer knappen Minute kann sie sich die Wichse schon aus dem Gesicht wischen. Den Saft findet sie immer noch ekelhaft, sie wird sich an das Zeug nie gewöhnen. In solchen Momenten möchte sie am liebsten wieder aus dem Geschäft aussteigen.

Die Fahrt geht jetzt weiter. Als das Taxi vor der Villa hält, lobt sie der Taxifahrer: „Du bist wirklich gut. Ich hätte schon für morgen Abend einen zahlungskräftigen Kunden. So gegen neun Uhr hole ich dich ab. Abgemacht?“

Martina versteckt ihren Slip in der Handtasche und kontrolliert sich noch einmal im Spiegel. Im Haar findet sie noch Sperma. Mit einem Taschentuch entfernt sie die letzten Spuren und sagt schon beim Aussteigen: „Ich bin um diese Zeit an der Bushaltestelle Gartenstraße! Wasch dich noch, bevor du zu deiner Ollen nach Hause gehst. Du stinkst bestialisch nach Fick!“

Der Taxifahrer grinst nur und fährt weg.

Zielsicher geht Martina auf die Villa zu. Sie weiß, es wird für sie wieder ein hartes Stück Arbeit heute Nacht werden. Doch es lohnt sich!

Der Eispickel

Der hässliche Piepton seines Handys holt Kommissar Rossmann aus dem Schlaf.

Aus einer kratzigen Frauenstimme am anderen Ende der Verbindung vernimmt er: „Kommissar Rossmann, ich rufe Sie zu einem Einsatz. In der Rudolf–Hess–Straße fünf wurden vier Leichen entdeckt! Ich steh schon vor Ihrer Haustür.“

Mit einem dicken Frosch im Hals antwortet Kommissar Ewald Rossmann: „Okay, nur ’ne Minute, ich komme gleich runter!“

Verschlafen, torkelnd steigt er aus dem Bett und schlürft auf seinen Latschen in Richtung Bad. Unter der Dusche überlegt er, wo diese Rudolf-Hess-Straße eigentlich liegt. Das ist doch ein Villenviertel? Da wohnen doch nur gut betuchte Leute.

Er steigt in die Hose, als er wieder die Hupe hört. Seine Kollegin, diese Hagen, hat es dieses Mal aber wirklich eilig. Er greift sich noch schnell einen Keks und lässt die Tür laut ins Schloss fallen. Der Kaffee fällt heute aus. Gleich zwei Stufen auf einmal nimmt er die Treppe nach unten.

Es nieselt. Er steigt in den Wagen und murmelt mürrisch: „Morgen!“

„Morgen Kommissar!“, erwidert Kommissarin Hagen und fährt los.

*

Zwanzig Minuten später steigt er mit Kommissarin Hagen die Treppe zu einer Villa hoch. Der Polizist an der Tür erkennt sie beide. Er grüßt mit Handzeichen und lässt sie durch die Absperrung.

Eine Kollegin von der Spurensicherung begrüßt sie schon in der Empfangshalle und sagt: „Kollegen, das ist dieses Mal eine ganz üble Sache!“

Kommissar Rossmann: „Wird schon nicht so schlimm sein!“

Er und seine Kollegin folgen der Frau von der Spurensicherung. Er sieht auf einer Sitzgruppe zwei blutüberströmte nackte Männer liegen. Am Kamin liegt rücklings ein völlig nackter Mann. Schon von hier erkennt Rossmann Einstiche in der Brust des Toten. Rossmann bleibt fassungslos stehen. So etwas hat er schon lange nicht mehr gesehen.

Kommissarin Bettina Hagen hält sich an den Toten nicht weiter auf und folgt der Frau. Neben einer Tür zur Terrasse sitzt die nächste nackte männliche Leiche.

Dann betreten sie ein Bad. Dort versucht ein Notarzt einem offensichtlich bewusstlosen Mann neues Leben einzuhauchen.

Die Kollegin von der Spurensicherung erklärt ihr: „Er wurde schlafend mit einem Eispickel in der Hand von der Haushälterin der Gutenbergs gefunden. Er war bis jetzt nicht wach zu kriegen! Schau, der Mann ist voller Blut!“

Kommissar Rossmann hat die Frauen erreicht und bemerkt: „Na dann ist der Fall hier klar. Die Männer haben sich gestritten und er hat sie alle abgestochen!“

„Ein nackter besoffener Mann haut so gezielt auf die anderen Männer ein? Mindestens ein Stich ging immer ins Herz der Männer. So einen Quatsch glauben Sie? Ich habe im Vorbeigehen auf einem Glas Lippenstift gesehen. Eine oder mehrere Frauen müssen hier gewesen sein!“, widerspricht Bettina Hagen dem Kommissar und zeigt dabei auf ein Glas mit deutlichen Spuren von knallrotem Lippenstift.

„Vielleicht eine Orgie? Wo sind die Huren?“, schnauft Kommissar Rossmann.

Bettina Hagen nickt und sagt: „Gut möglich! Gebrauchte Kondome liegen hier massenhaft herum. Wir müssen warten, was unser Überlebender dazu zu sagen hat!“

„Sie glauben, dass Frauen diese Männer umgebracht haben? Nein! Das ist nicht die Handschrift einer Frau. Die Männer wurden hingerichtet. Vielleicht sind Drogen im Spiel!“, behauptet Rossmann und glaubt einen alten Bekannten wiederzuerkennen. Er bückt sich nach einem der Toten vor seinen Füßen und sagt: „Das ist doch Kramer. Das Drogendezernat kennt ihn bestimmt. Wegen Verdachts der Geldwäsche und Steuerhinterziehung hat man ihn doch schon unter Beobachtung! Ich hatte vermutet, dass er etwas mit dem Doppelmord an zwei Prostituierte vor einem Jahr zu tun hatte!“

„Aber wo sind die Frauen geblieben? Ich habe nicht gesagt, dass Frauen diese Männer getötet haben könnten. Es kann gut sein, dass sie als Zeugen längst beseitigt wurden. Es lohnt sich in jedem Fall, neu gemeldete Frauenleichen mit diesem Fall in Zusammenhang zu bringen.“, wehrt sich Bettina Hagen.

Kommissar Rossmann: „Machen wir Platz für die Spurensicherung. Die haben noch alle Hände voll zu tun. Wir können hier erst einmal nichts weiter ausrichten. Wer hat die Toten überhaupt gefunden?“

„Die Putzfrau. Eine gewisse Ramiza Gülcan, die langjährige Putzfrau der Gutenbergs. Gutenberg ist übrigens der nackte Mann vor dem Kamin!“, behauptet ein Polizist neben ihnen und zeigt danach auf eine Frau mit Kopftuch.

Rossmann: „Was hat sie ausgesagt?“

„Die Frau hat gleich richtig reagiert. Gleich beim ersten Toten ist sie stehen geblieben und hat uns gerufen. Sie ist auch gleich wieder hinausgegangen! Ich bin mir sicher, zu den Vorgängen hier kann sie uns ganz sicher nichts erzählen!“, erklärt der Polizist an der Tür.

„Durch den Fleischwolf werde ich sie dennoch drehen. Vielleicht hat doch eine Frau hier gemordet!“, meint scherzend Kommissar Rossmann und geht hinaus. Er ahnt, dass dieser Fall kaum Anlass zum Lachen geben wird. Wenn Drogen im Spiel sind oder hier die Machtfrage innerhalb einer kriminellen Organisation neu geregelt wurde, wird es kaum Zeugen für dieses Verbrechen geben. Um die Kollegen der Spurensicherung nicht zu behindern, geht er mit Kommissarin Bettina Hagen auf die Terrasse. Hier draußen scheint sich wegen des schlechten Wetters nichts Tragisches abgespielt zu haben.

Kommissarin Hagen fragt ihn vorsichtig: „War das die Mafia? Ist das die neue Handschrift der Russenmafia?“

„Schon möglich, Kollegin. Die Prostituierten müssen wir finden. Die kennen sicher die Antwort auf alle unsere Fragen. Komm, lass uns ins Kommissariat fahren! Hier gibt es für uns nichts mehr zu tun“, schlägt Rossmann vor und geht zurück ins Haus. Er vermeidet den Blick auf die Leichen. Er spürt, dass hier alles anders ist. Das ist kein normaler Fall.

Beim Einsteigen meint Bettina Hagen: „Auf die käuflichen Frauen können wir nicht hoffen. Die Frauen sind längst tot oder zurück in ihre Heimatländer abgeschoben. Aber vielleicht sind wir dieses Mal schneller.“

*

Bettina Hagen hetzt die Treppe zur Gerichtsmedizin hoch. Ein Türflügel zum Saal 4 steht auf. Tatsächlich wartet dort Staatsanwalt Feiner schon ungeduldig neben Kommissar Rossmann.

Ganz außer Atem entschuldigt sie sich: „Auf der Bergedorfer gab es einen Unfall!“

„Schon gut!“, grinst Staatsanwalt Feiner sie an.

Instinktiv schiebt sie ihren Rock herunter, obwohl alles in Ordnung ist.

Aus einer Seitentür kommt Doktor Klifoth von der Pathologie, nickt nur zum Gruß und geht gleich zum ersten Toten.

Doktor Klifoth baut sich vor der Leiche auf und erklärt: „Meine Dame, meine Herren! Es bestehen keine Zweifel, dass alle Opfer mit einem Eispickel getötet wurden, vermutlich nur von einer Person. Technik, Vorgehensweise und Brutalität sind immer identisch. Keiner der Opfer hat sich offensichtlich gewehrt. Kunststück! Alle Toten hatten vorher extrem viel Alkohol getrunken, bis zu vier Promille!. Der gezielte Stich direkt ins Herz verhinderte jede Abwehrreaktion. Es sieht nach einer Hinrichtung aus!“

Bettina Hagen: „War unser Hauptverdächtiger der Täter?“

Doktor Klifoth wirkt unsicher, erklärt aber: „Nur von zwei Toten und ihm sind Fingerabdrücke auf dem Eispickel nachweisbar. Blutspuren von den anderen Opfern sind auch noch auf dem Eispickel. Doch ob unser Überlebender der Täter ist, wage ich ehrlich gesagt, zu bezweifeln!“

Staatsanwalt Feiner: „Das sehe ich nicht so. In seiner Hand lag die Tatwaffe. Seinen Vollrausch kann er sich ja anschließend beigebracht haben, um Strafmilderung oder gar Freispruch zu erwirken!“

Doktor Klifoth nickt: „Das mag schon sein, doch für diese Art der Hinrichtung ist etwas Übung nötig. Der Täter wusste genau, wie er zu töten hat. Der erste Stoß ging immer genau ins Herz und war sofort tödlich bei allen Opfern. Die restlichen Einstiche sind zum Teil erst viel, sehr viel später den toten Männern beigebracht worden. Sie sollten eine Affekthandlung, eine Tötungshandlung im Vollrausch sicher vortäuschen. Zuerst hat der Täter alle gezielt getötet und danach weiter übel zugerichtet. Es muss zwar kein studierter Mediziner gewesen sein, aber beachtliche Vorkenntnisse hatte der Täter in jedem Fall. Der oder die Täter haben wahrscheinlich planmäßig getötet!“

“Könnte es auch eine Frau gewesen sein?“, fragt Bettina Hagen erstaunt.

Doktor Klifoth wirkt überrascht, überlegt kurz, nickt und erklärt dann: „Das ist durchaus möglich, verehrte Kollegin. Nicht wirklich viel körperliche Kraft sondern das Wissen um die richtige Stelle hat diese Männer getötet. Zu dieser Tat ist durchaus auch eine Frau fähig!“

Kommissar Rossmann wendet sich an seine Kollegin und fragt: „Wieso kommst du auf eine Frau?“

„Weibliche Intuition!“, mein Bettina Hagen.

Doktor Klifoth blättert in seinen Unterlagen und sagt dann: „Es ist schon merkwürdig. Meine Mitarbeiter haben DNA und Lippenstift von nur einer einzigen Frau in allen Räumen gefunden. Das Erstaunliche ist, dass die Frau mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit allen Männern Geschlechtsverkehr hatte!“

Bettina Hagen ist überrascht und fragt zweifelnd: „Nur eine Frau und alle fünf Männer hatten Sex mit ihr?“

Doktor Klifoth nickt zustimmend und erklärt: „Ja, alle fünf Männer hatten Sex mit ihr! Auch unser potenzieller Mörder hatte Verkehr mit ihr! Die DNA-Spuren, man höre und staune, wurden an fünfzehn gefundenen Kondomen gefunden. Sie beweisen, dass die Frau, nur diese eine Frau, mit den Männern auch Verkehr hatte. Die Frau hat Schwerstarbeit geleistet. Sie muss in der Rotlichtszene eine bekannte Größe sein. So etwas überstehen nur erfahrene Huren!“

„Ist die große Unbekannte vielleicht unsere Mörderin?“, meldet sich der Staatsanwalt zu Wort.

Doktor Klifoth überlegt, nickt und erklärt: „Das ist durchaus möglich. Allerdings wurden auch in ihrem Glas Reste hochprozentiger alkoholischer Getränke gefunden. So fanden wir zum Beispiel in ihrem Glas Wodka. Weil auf Frauen Alkohol stärker wirkt, war sie vielleicht gar nicht in der Lage, so gezielt zu morden. Sie kann aber durchaus der Schlüssel zu den Morden sein. Sie hat vielleicht den Mörder gesehen? War gar dem Mörder behilflich oder hat ihn bei der Tat beobachtet? Auf dem Eispickel sind allerdings keine Fingerabdrücke von ihr oder einer anderen Frau. Auch andere unbekannte Personen haben auf dem Eispickel Spuren hinterlassen. Getötet hat die Frau wohl nicht. Welche Hure tötet auch schon ihren Freier? Sie lebt doch von ihm!“

Staatsanwalt Feiner nickt und erklärt bestimmend: „Doktor Klifoth, mir reichen die bisherigen Beweise aus, gegen den Überlebenden, diesen Gerry Hauptmann, Haftbefehl zu erlassen?“

„Ich denke, dass es reicht!“, bestätigt Doktor Klifoth nach kurzer Denkpause.

Bettina Hagen: „Was ist mit der unbekannten Frau?“

Kommissar Rossmann: „Diese Frau müssen wir finden. Nur der Umstand, dass Gerry Hauptmann den Eispickel in der Hand hielt, ist als Beweis zu dürftig. Weil er im Vollrausch getötet hat, ist es womöglich nur fahrlässige Tötung. Diese unbekannte Frau könnte vielleicht bezeugen, dass er tatsächlich planmäßig gehandelt hat! Oder die Frau kennt den wirklichen Täter!“

Staatsanwalt Feiner: „Hier gibt es nichts weiter zu besprechen. Rossmann, ich will in 24 Stunden das Geständnis des Gerry Hauptmann!“

Das Handy der Bettina Hagen meldet sich. Sie antwortet: „Okay, wir kommen sofort!

Den Anwesenden erklärt sie: „Das Krankenhaus hat sich eben gemeldet. Hauptmann ist jetzt vernehmungsfähig. Der Arzt sagt, er weiß von allem nichts!“

Staatsanwalt Feiner: „Das sagen sie alle. Rossmann, setzen Sie die Daumenschraube an. Ich verlass mich auf Sie und Ihre charmante Kollegin. Morgen um 9 Uhr in meinem Büro will ich Ihren positiven Bericht hören!“

Mit diesen Worten geht der Staatsanwalt.

Kommissar Rossmann: „Kommen Sie, Frau Hagen. Wir dürfen keine Zeit verlieren!“

Gerry Hauptmann

Als Kommissarin Bettina Hagen und Kommissar Rossmann das Krankenzimmer betreten, finden sie einen leichenblassen Gerry Hauptmann vor.

Rossmann: „Guten Tag, ich bin Kommissar Rossmann und das ist meine Kollegin Frau Hagen. Wie geht es Ihnen?“

Gerry Hauptmann schaut sie mit großen Augen an und fragt: „Was will die Polizei von mir? Der Doktor hat schon so komisch geredet. Polizei steht auch vor meiner Tür. Was ist überhaupt passiert?“

Rossmann: „Sie wollen nichts wissen! Das ist wirklich nicht gut für Sie!“

Hauptmann aufgeregt: „Was geht hier vor?“

Bettina Hagen: „Erzählen Sie uns am besten alles, was Ihnen zu den letzten 24 Stunden einfällt. Vielleicht kommen wir so am schnellsten zu einem gemeinsamen Ergebnis. Ich rate Ihnen in Ihrem eigenen Interesse, uns nichts zu verschweigen!“

„Ich sage nichts, bis ich nicht weiß, worum es hier überhaupt geht!“, schnauft Hauptmann sie beide an.

Rossmann: „Gut, wie Sie wollen. Sie wurden heute Morgen schlafend in der Villa der Gutenbergs gefunden. Sie haben mit einem Eispickel in der Hand und mit heruntergelassener Hose auf dem Klo gesessen und geschlafen!“

Hauptmann: „Na und! Ich habe etwas zu viel getrunken. Wir haben alle zu viel getrunken. Doch deswegen kommt doch keine Polizei!“

Bettina Hagen blickt dem Mann jetzt tief in die Augen und sagt: „Mit dem Eispickel haben Sie offensichtlich Ihre vier Saufkumpane umgebracht!“

Hauptmann wird leichenblass und erwidert leise: „Sie erlauben zu scherzen! Das ist unmöglich! Das kann nicht sein. Wir haben uns nie gestritten!“

„Doch, der Eispickel ist eindeutig die Tatwaffe. Nun müssen Sie uns nur noch sagen, warum die Männer sterben mussten“, fragt Bettina Hagen triumphierend.

„Ich habe niemanden getötet. Warum auch? Das müssen Sie mir bitte glauben. Bitte!“, schwört Hauptmann und ist den Tränen nahe.

Rossmann: „Gut, dann erzählen Sie uns bitte alles, was Ihnen zur Villa Gutenberg, Ihren angeblichen Freunden und einer Frau einfällt! Erzählen Sie am besten alles von Anfang an!“

Hauptmann ist völlig durcheinander. Was für ein Spiel wird hier gespielt? Er versucht sich zu erinnern und sagt: „Wir haben uns wieder einmal bei Bossi Gutenberg getroffen. Horst, Ricky, Bossi, Weiland und ich feiern reihum schon seit Jahren ohne Ehefrauen einmal im Monat. Einen Anlass zum Kartenspielen und Saufen findet sich immer!“

„Ohne Frauen haben Sie gestern aber nicht gefeiert!“, ermahnt ihn Rossmann.

Hauptmann nickt: „Das stimmt! Schon zum dritten Mal haben wir uns eine gewisse Lilli eingeladen. Besser gesagt, wir haben sie gebucht. Oder sollte ich sagen, gekauft? Sie ist was ganz Besonderes! Scharfes Gerät. Ein Weiberarsch zum Liebhaben!“

Bettina Hagen: „Was ist so Besonderes an ihr?“

Hauptmann grinst und fragt: „Wollen Sie das wirklich wissen? Ihre Konfektionsgröße kenne ich nicht. Wir haben sie eigentlich nur nackt gesehen!“

„Ich denke schon, dass die Frau ihre Zukunft entscheidend mitbestimmen wird. Sagen Sie uns alles, was Ihnen zu der Frau einfällt! Wo finden wir diese Lilli?“, fragt Kommissar Rossmann.

Hauptmann denkt nach und erzählt dann: „Es muss jetzt zwei oder drei Monate her sein, als Gutenberg unsere Lilli zu einem der Saufabende mitgebracht hat. Er hatte die Idee, unsere Abende mit Huren etwas zu beleben. Sie wirkte damals, ich meine beim ersten Mal, noch sehr mädchenhaft. Ihr Auftreten war unsicher. Wie ein unerfahrenes Schulmädchen wirkte sie auf uns, auch wenn sie mächtige Titten hatte. Doch ich glaube, das war nur von ihr gespielt. Es war bisher üblich, die mitgebrachte Nutte strippen zu lassen und oben in einem der Zimmer dann der Reihe nach durchzuficken. Doch dieses Mal prahlte die Hure damit, es bevorzugt mit allen gleichzeitig zu treiben. Den braven Hausfrauenfick könnten wir ja schließlich auch zu Hause haben. Wir waren natürlich begeistert. Sie hat Wort gehalten. Das vermeintliche Schulmädchen entpuppte sich schnell als versautes Luder. Sie hat uns ständig zu neuen Sauereien animiert. Darum hat Gutenberg sie auch wieder für gestern Abend geordert!“

Rossmann: „Haben Sie die Nummer von dem Mädchen?“

Hauptmann schüttelt mit dem Kopf und behauptet: „Ich kannte sie nur als Lilli. Gutenberg hat daraus ein kleines Geheimnis gemacht. Er wollte sie für sich behalten. Tatsächlich weiß ich, dass sie ziemlich oft von ihm auch außerhalb der Herrenabende gebucht wurde!“

Rossmann: „Beschreiben Sie bitte das Mädchen? Oder gibt es Fotos von ihr?“

Hauptmann grinst: „Weiß nicht so genau. Sie hatte jedes Mal andere Haare. Na, sie hatte riesige Brüste! Einen formschönen Hintern mit Grübchen. Sie war total rasiert. Jetzt fällt es mir wieder ein. Sie hatte einen herzförmigen Leberfleck oder eine Tätowierung über ihrem wirklich großen Kitzler! Ich glaube, man nennt diese Stelle auch Venushügel. Recht fleischige Schamlippen hatte sie auch!“

Bettina Hagen ist wütend: „Hören Sie auf mit den Schweinereien! Wir meinten, ob Sie das Gesicht der Frau rekonstruieren können? Oder haben Sie Fotos von ihr? Schließlich müssen wir die Frau in Ihrem eigenen Interesse finden und das möglichst schnell!“

Hauptmann: „Auf ihr Gesicht habe ich nie wirklich geachtet. Wer schaut einer Hure schon ins Gesicht? Bei den Huren zählen andere Werte. Sie war gut geschminkt. Sie wirkte sogar recht intelligent auf mich. Eigentlich ist das untypisch für eine Hure!“

Bettina Hagen: „Würden Sie diese Frau wieder erkennen?“

Hauptmann antwortet überzeugend: „Ungeschminkt, bis oben hin zugeknöpft und am hellen Tag könnte sie vor mir stehen, ich würde sie definitiv nicht wiedererkennen. Stellen Sie das junge Ding nackt vor mir hin, erkenne ich sie garantiert wieder. Ihre Möpse sind ein Traum!“

„Männer!“, faucht Bettina Hagen wütend.

Rossmann: „War gestern Abend etwas anders als die Abende mit ihr?“

„Weiß nicht, ob ich das sagen sollte?“, fragt Hauptmann etwas verlegen.

Bettina Hagen grinst und sagt: „Ich bin keine Nonne. Die Szene ist mir nicht fremd. Erzählen Sie es wahrheitsgemäß. Ihre ganze Zukunft, Ihr weiteres Leben hängt davon ab!“

Hauptmann atmet tief durch und erzählt: „Zuerst war alles wie immer. Stripp, Nummer und Ficken in alle Löcher auf dem Teppich und vor dem Kamin. Danach haben wir sie auf die Schaukel gesetzt. Dann kam Ricky auf eine besonders abgefahrene Idee. Ihr wurden die Augen verbunden. Dann wurden ihr die unmöglichsten Gegenstände in beide Löcher gesteckt. Sie musste erraten, was es ist. Sie hatte wohl auch da noch ihren Spaß daran. Doch dann hat Horst ihr eine brennende Zigarre in die Hinterpforte gedrückt. Lilli ist natürlich wie eine Rakete vor Schmerzen aufgesprungen. Dabei hat sie Gläser und Flaschen umgerissen. Heulend ist sie durch das Haus gerannt. Wir haben uns halb totgelacht. Sie hat uns dann angebrüllt und beschimpft. Nachdem sich unser Lachkrampf gelegt hat, haben wir zusammengelegt und sie mit einem Tausender getröstet!“

Bettina Hagen: „Was heißt mit einem Tausender getröstet? Was hat sie denn für ihre Liebesdienste bekommen?“

„Zwei Riesen waren immer ausgehandelt. Also hat sie dreitausend Euro, ach nein, wir hatten noch einen draufgelegt, also vier Riesen für letzte Nacht kassiert!“, erklärt Gerry Hauptmann.

Rossmann: „Ganz schön viel für eine Nacht. Wann ist die Hure denn gegangen?“

Hauptmann überlegt einen Moment und sagt zögerlich: „Weiß nicht. Wir haben mächtig einen getankt. Sie könnte nach der Aktion gegangen sein. Wir waren auch schon ziemlich abgefüllt. Keiner konnte die Hure weiter ficken.“

Bettina Hagen: „Sie wissen nicht, wann sie gegangen ist?“

„Nein!“, sagt Hauptmann und scheint dabei in sich hineinzuhorchen.

Rossmann: „Wie ist es weiter gegangen? Hatten Sie Streit miteinander? Gab es noch etwas Besonderes?“

Hauptmann: „Streit hatten wir mit Sicherheit keinen. Na ja, angeblafft haben wir uns schon. Beim Poker ist das doch normal. Ich fand das auch mit der Zigarre im Arschloch der Hure nicht wirklich komisch. Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein. Lilli wollte gehen. Gutenberg hielt Lilli an der Tür recht derb zurück. Sagte irgendetwas zu ihr, worauf sie sich wieder mit eisiger Mine zu uns setzte!“

Bettina Hagen: „Hat Gutenberg sie erpresst? Hat er sie bedroht?“

„Weiß nicht? Sie wirkte zwar kühl und etwas steif. Hat aber artig weiter die nackte Kellnerin gespielt. Lachte später wieder so typisch schrill und schenkte uns allen zügig ein!“, erklärte Hauptmann und schien dabei aber auch noch nach einer Antwort zu suchen.

Rossmann: „Wie ging es weiter?“

Hauptmann schüttelt den Kopf: „Keine Ahnung! Ich weiß nur, dass sie irgendwann doch gegangen ist. Ich erinnere mich noch genau, dass sie im Minirock ohne Höschen drunter losging. Sie hat das Röckchen zum Abschied noch extra angehoben! War alles bei ihr blanko zu sehen. Danach ist bei mir Filmriss!“

Rossmann: „Sie wissen also nicht, ob sie später noch einmal zurückgekommen ist?“

„Ich kann für nichts garantieren!“, behauptet Hauptmann unsicher und sucht selbst wieder nach einer Antwort.

Bettina Hagen: „Wenn wir die Frau nicht finden, sind Sie für den Staatsanwalt der Mörder. Lassen Sie sich also etwas einfallen, wenn Sie aus dieser Sache herauswollen!“

Rossmann nickt und meint: „Meine Kollegin hat recht. Sie haben bis jetzt die denkbar schlechtesten Karten. Sie können nur hoffen, dass wir die Lilli für Sie finden. Der Haftrichter wird Sie heute Nachmittag mit Sicherheit nicht laufen lassen. Sollte Ihnen doch noch etwas einfallen, lassen Sie es uns schleunigst wissen!“

Rossmann und die Hagen stehen auf, nicken nur noch kurz und verlassen das Zimmer.

*

Schon vier Stunden durchforstet Bettina Hagen am PC alle Quellen im Netz, um die unbekannte Frau zu finden. Es ist wie verhext. Die Frau hat weder eine Internetseite noch wird sie von irgendeinem Erotikklub oder per Kontaktinserat angeboten. Es ist so, als gebe es sie überhaupt nicht. Die letzte Spur kann nur noch die Nummer im Handy von Gutenberg sein.

Kommissar Rossmann kommt herein und Bettina Hagen erkennt schon an seinem Gesichtsausdruck, dass seine Recherchen auch nichts gebracht haben.

„Und? ... Was hast du herausgefunden?“, fragt ihn Bettina Hagen dennoch.

Rossmann: „Das Handy mit der Nummer gehörte einer gewissen Sandra West. Die behauptet, dass ihr das Handy vor knapp sechs Monaten gestohlen wurde. Weil es so ein billiges Kartentelefon ist, hat sie deswegen kein Aufheben gemacht. Für die Tatzeit kommt sie schon gar nicht in Frage. Sie ist erst heute früh aus Toulouse zurück. Sie war die letzten vier Wochen bei ihrem Vater zu Besuch. Der Mann arbeitet dort zurzeit für den Luftfahrtkonzern Aerobus!“

Bettina Hagen: „Verdächtig ist es schon, das sich jetzt niemand auf die Nummer meldet. Gutenberg hat es ziemlich oft versucht. Dass es die Nummer unserer unbekannten Frau ist, wird immer wahrscheinlicher. Sie hat mit den Morden mit Sicherheit etwas zu tun. Sie ist untergetaucht und hat vielleicht vor dem Mörder Angst. Sie zu finden, wird schwer werden. Ich fühle das!“

„Was hast du noch herausgefunden?“, fragt Rossmann und setzt sich ihr gegenüber auf seinen Platz.

Bettina Hagen: „Bei mir sieht es auch nicht gut aus. In der Szene gibt es zwar zweimal eine Lilli, aber die Frauen kommen beide nicht in Frage. Die eine arbeitet im Laufhaus und ist eine üppige karibische Schönheit. Lilli Nummer 2 ist eine Hure jenseits der sechzig!“

Rossmann überlegt und meint: „Vielleicht arbeitet diese Lilli auch noch unter einem anderen Namen?“

Bettina Hagen: „Daran habe ich auch schon gedacht. Eigenartig ist es auch, das keine Prostituierte, wie Hauptmann von dieser Frau behauptet, sich auf Gruppensex spezialisiert hat. Auch in der Pornoszene gibt es keine Lilli, die Gruppensex bevorzugt oder gar nur so etwas wünscht. Ich glaube, dass er uns eine fette Lügengeschichte aufgetischt hat. Diese Frau, so von ihm beschrieben, gibt es vielleicht gar nicht. Er will eine falsche Spur legen. Vielleicht könnte die Hure ihn als Mörder überführen?“

Rossmann: „Er wirkte auf mich recht glaubhaft. Auch seine Sexgeschichte wird durch die Spuren von nur einer Frau bestätigt. Sie muss also wirklich existieren, sie ist kein Phantom!“

Bettina Hagen: „Doch wie sollen wir sie jetzt finden?“