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Die heimliche Lieben von Sarah für Nadia und ihrer Stiefschwester für Jessi lassen sich nicht länger verbergen. Mit neu gewonnener Offenheit erkunden sie ihre neuen Freiheiten und leben sich nun offener aus. Viele frische Erfahrungen warten auf die Freundinnen.
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Veröffentlichungsjahr: 2026
Jessica Lust
Sie machte mich lesbisch 3
Neue Erfahrungen
(C) 2026 Neue Welten Verlag, Herford
Verfasst von Jessica Lust
1. Ausgabe 2026
Inhaltsverzeichnis
Neue Erfahrungen 4
Es riecht nach Unbehagen und Lakritz 7
Du bist dran, Prinzessin 22
Das mit dem Schwanz müssen wir noch üben 44
Aber Jessi muss sich benehmen 54
Du hast den Jackpot, Sarah 65
#geilstePartyEver 78
Los hermanos pollos 95
Las hermanas de la pasión 113
Sarah war fünfzehn Jahre alt und Annas Stiefschwester. Ihre Mutter Kathrin hatte vor vier Jahren Annas Vater Axel geheiratet und seitdem lebten sie alle zusammen in dem Haus, das Axel eigenhändig erbaut hatte. Sarah hatte die hellblonden Haare ihrer Mutter geerbt, die glatt über ihre Schulter fielen und wie Seide glänzten, sowie die funkelnden blauen Augen ihres biologischen Vaters. Ihr Körper war schlaksig schlank, ihre Brüste winzig.
Anna war zwei Jahre älter als Sarah und hatte ebenfalls glatte, wenn auch ein wenig welligere Haare. Diese waren von Natur aus straßenköterblond, aber seitdem Sarah Anna kannte, waren sie stets hell platiniert. Annas Augen waren eher grau als blau und hatten etwas Freches. Ebenso wie Sarah war sie sehr schlank, aber dennoch weiblicher geformt als ihre kleine Schwester.
Nadia war Sarahs erste feste Freundin. Eigentlich war sie Annas beste Freundin, aber seit einigen Tagen waren Nadia und Sarah ein Paar. Nadias Haar war dunkelbraun und wellig, ihre Augen hatten ein dunkles, tiefes Blau. Nadia war noch weiblicher gebaut als Anna, aber immer noch sehr schlank. Nur ihr Hintern und ihre Brüste hatten mehr Fülle.
Einen großen Kontrast zu den dreien bildete Cynthia, eine weitere Freundin von Anna. Sie hatte rabenschwarzes Haar, das ihr über den Rücken fiel, und einen Körper, der mit seinen üppigeren und jugendlichen Kurven der Schwerkraft zu trotzen schien. Ihre graublauen Augen strahlten Herzlichkeit und Charme aus.
Ein weiteres Mitglied von Annas und Nadias Freundeskreis war Kara. Sie war von Natur aus so straßenköterblond wie Anna, hatte aber wunderschöne karamellbraune Augen. Ihre Schönheit sah man meist erst auf den zweiten Blick. Sie wirkte im erste Minute zurückhaltend, doch der Schein trügte, denn in den richtigen Momenten war sie forsch und direkt.
Ebenfalls Mitglied dieser illustren Gruppe war Jessi, eine Rothaarige mit einem temperamentvollen Charakter, der zu ihrer hellen Haarfarbe passte. Sie war lässig und cool, genauso locker wie Anna und mindestens genauso frech und forsch.
Nadia und Sarah waren seit einigen Wochen ein Paar und hatten ihre Liebe und ihre Lust erkundet. Ihre Liebe zueinander und ihre Lust hatten sie sogar mit den anderen Freundinnen geteilt. Selbst Jessi, die zuvor behauptet hatte, nicht lesbisch zu sein, sondern ausschließlich auf Jungs zu stehen, hatte sich in Sarahs Stiefschwester Anna verguckt. Damit gab es jetzt zwei frisch verliebte Mädchenpaare in ihrem Freundeskreis.
Noch wusste niemand von ihren heimlichen Liebschaften, aber es war natürlich nur eine Frage der Zeit, bis sie sich offenbaren oder jemand es herausfinden würde. Lara war ihnen immer wieder auf der Spur – zumindest war sie Sarah auf der Spur – doch sie hatte bisher noch nicht herausgefunden, was Sarah umtrieb. Lara war die ungekrönte Königin ihres Jahrgangs und sie konnte Sarah nicht ausstehen. Sarah wusste nicht genau, wieso, und Lara hätte es nie zugegeben, aber sie empfand die kleine lesbische Blondine als ihre größte Konkurrentin, auch wenn diese von ihrer zunehmenden Beliebtheit und der damit einhergehenden Gefahr für Laras Rang nichts ahnte.
Beim Abendessen an diesem Abend schöpfte Sarah sich ohne zu fragen extra viel Kartoffelpüree auf ihren Teller. Eine kleine Geste, die ihrer Mutter Kathrin jedoch sofort auffiel. Ihre Gabel blieb in der Luft über ihrem Teller stehen, während ihr Blick von Sarahs selbstbewusstem Griff zu Annas zustimmendem Grinsen huschte. Normalerweise hätte Sarah mit gesenktem Blick gewartet, bis Axel ihr die Schüssel zuschob. Doch heute Abend füllte Sarahs lebhaftes Geplauder die Stille, unterbrochen von einem spielerischen Stoß mit dem Ellbogen gegen Anna, wodurch ihre Stiefschwester Limonade durch die Nase schnaubte. Kathrin sah, wie Anna sich das Kinn abwischte und vor Lachen mit den Schultern zitterte, statt mit einer scharfen Erwiderung zurückzuschlagen. Anna hat Sarah vorhin verteidigt … und jetzt das? Ist da irgendetwas faul oder verstehen sie sich jetzt tatsächlich einfach besser? Die Veränderung war spürbar wie Sonnenlicht, das einen Raum nach wochenlangem Regen erwärmt.
Kathrin war Sarahs leibliche Mutter und Axel ihr Stiefvater. Axel war wiederum der Vater von Anna. Anna hatte viel länger gebraucht, um Kathrin als neue Konstante in ihrem Leben zu akzeptieren. Fast vier Jahre vergingen, bis Anna Kathrin zum ersten Mal „Mutter” genannt hatte. Vielleicht lag es daran, dass sich Axel erst kurz bevor Kathrin in Annas Leben getreten war, von seiner Exfrau getrennt hatte, während Sarah völlig ohne Vater aufgewachsen war, bis Axel in ihr Leben kam. Das war vor sieben Jahren, damals war Sarah acht und Anna zehn.
Für Sarah war Axel hingegen von Anfang an wie ein Vater gewesen. Sie hatte ihren leiblichen Vater aber auch nur zwei- oder dreimal gesehen, als sie noch keine drei Jahre alt war.
Zwischen Anna und Sarah war fortan ein ständiger Streit um Axels Aufmerksamkeit ausgebrochen. Anna wollte ihren Vater nicht mit Sarah teilen und hatte auch keine Lust, Zeit mit ihrer neuen Schwester zu verbringen. Das hatte sich eigentlich erst vor Kurzem geändert. Ja, wann genau eigentlich? Vor zwei Monaten haben die beiden doch noch jeden Abend genüsslich gestritten.
Später, als sie in der Küche das Geschirr stapelte, sah Kathrin, wie Anna den von Sarah zurückgewonnenen Geschichtstest mit der Note Eins mit einem Flamingo-Magneten an den Kühlschrank heftete. Annas Finger verweilten in der Nähe von Sarahs, eine stille Solidarität, die Kathrin noch nie zuvor gesehen hatte. „Ich habe dir doch gesagt, dass Gardner ein Schwächling ist, wenn man ihn direkt zitiert“, murmelte Anna. Sarah grinste nur zurück, frech und ohne Reue – ein krasser Gegensatz zu dem Mädchen, das früher nach Frau Gardners Kritik in ängstliches Flüstern versunken war. Kathrins Trockentuch hing vergessen in ihren Händen. Das war nicht nur neu gewonnenes Selbstvertrauen, das war Verbundenheit. Kathrin verspürte ein Kribbeln in der Magengegend.
Während Sarah unmelodisch vor sich hin summte und Kartoffelreste in den Kompostbehälter kratzte, lehnte sich Kathrin gegen die Arbeitsplatte. „Irgendetwas fühlt sich in letzter Zeit anders an“, sagte sie vorsichtig. Ihr Blick wanderte zwischen den beiden Mädchen hin und her, deren blonde Köpfe sich nun verschwörerisch nah waren. „Als ob ihr ... Geheimnisse teilt?“ Die Frage hing leise und bewusst vage in der Luft und tastete die warme Strömung zwischen ihnen ab, ohne den Sachverhalt direkt anzusprechen. Draußen summte Axels Kettensäge in der Ferne durch das offene Fenster.
Anna holte eine Tüte Lakritz aus dem Schrank und warf Sarah einen Seitenblick zu. Sie zuckte mit den Schultern und warf ihr ein verdrehtes schwarzes Seil zu. „Gemeinsame Gene?“, konterte sie unschuldig, die es natürlich nicht geben konnte, da sie unterschiedliche Eltern hatten, und riss ihre eigene Tüte mit übertriebener Lässigkeit auf. „Oder vielleicht haben wir beide einfach nur Heißhunger auf Zucker?“ Ihre Stimme triefte vor geübter Unschuld, der ein breites, freches Grinsen folgte, eine Warnung für Kathrin, die ihre Stieftochter besser kannte, als der lieb war.
Sarah fing das Lakritz mühelos auf, dass Anna ihre zuwarf. Ihre strahlend blauen Augen weiteten sich unmerklich in stiller Übereinstimmung. Sie wickelte es langsam aus und vermied dabei bewusst Kathrins forschenden Blick. „Anders?“, wiederholte Sarah mit höherer Stimme als gewöhnlich und tat so, als sei sie verwirrt. „Wir waren doch immer Schwestern.“ Sie knabberte konzentriert an der Spitze der Lakritzstange und betrachtete das Muster auf dem Linoleumboden, als ob es tiefgründige Geheimnisse barg. Ein kleines, wissendes Lächeln huschte über Annas Lippen, bevor es wieder verschwand und einer neutralen Miene wich.
Kathrin seufzte und wringte unbewusst das abgenutzte Handtuch in ihrer Hand aus. Fragmente der jüngsten Unruhe fügten sich zusammen: Anna, die gestern Nachmittag wütend von der Schule gekommen war und dann, ungewohnter weise, in SarahsZimmer gestürmt war, worauf kein Streit erfolgte; Sarah, die nach ihrer Konfrontation mit Lara gerötet und ungewöhnlich schweigsam zurückgekehrt war; Nadia, die gestern Abend unerwartet vor ihrer Haustür aufgetaucht war, nur um sich dann mit Anna und Sarah in die Zimmer der Älteren zurückzuziehen. Diese Dissonanz irritierte Kathrin; ihre Töchter bewegten sich in plötzlichen, synchronen Bahnen, die sie nicht nachvollziehen konnte. „Na gut“, gab Kathrin schließlich nach und ihre Stimme wurde trotz der unbeantworteten Fragen sanfter. Sie richtete den Stapel sauberer Teller auf, das Porzellan klirrte laut. „Aber wenn diese ‚Unterschiede‘ anfangen, wie Axels alte Sportsocken unter dem Bett zu riechen ...“ Sie ließ die halb scherzhafte, halb ernste Warnung hängen.
Anna hatte sich an einem Stück Lakritz verschluckt und schlug sich mit der Faust auf die Brust. Sarah erstarrte mit einem Stück schwarzer Süßigkeit an den Lippen, die Knöchel weiß vor Anspannung. Für einen kurzen Moment sah Kathrin es: den flüchtigen Blick, den sie unter gesenkten Wimpern austauschten – eine stille Sprache, geschmiedet aus gemeinsamen Geheimnissen. Anna erholte sich als Erste und zeigte ein strahlendes, sprödes Lächeln. „Mama! Igitt!“, protestierte sie, ihr Lachen zu laut und zu plötzlich. „Wir arbeiten nur zusammen.“ Sarah nickte schnell, ihre blauen Augen weit aufgerissen und ernst. „Ein Jahrgangsübergreifen Projekt über ... Pilze!“, platzte sie heraus. Die Absurdität dieser Lüge hing schwer in der nach Zucker duftenden Luft.
„Ein jahrgangsübergreifendes Projekt über ... Pilze?“, wiederholte Kathrin bewusst übertrieben prononciert und musterte die beiden, die daraufhin rot anliefen.
„Es ist nichts ... Wir haben uns nur ... lieb“, verkündete Anna, was noch absurder klang. „Sarah, ich liebe dich!“
„Und ich liebe dich, Anna!“, bestätigte Sarah.
Kathrins Kinnlade klappte herunter. Hatten die beiden gerade ihre brüderliche Liebe gestanden? War das ein Ablenkungsmanöver? Es klang genauso absurd wie das besagte Projekt.
Ihr Blick huschte von Annas steifem, aufgesetztem Lächeln zu Sarahs geröteten Wangen. Beide Mädchen strahlten pure Panik aus. Die Luft war erfüllt von unausgesprochener Spannung. Kathrin faltete ihr feuchtes Geschirrtuch langsam zusammen, wobei der raue Stoff an ihren Handflächen kratzte. „Pilze“, wiederholte sie langsam und bedächtig. „Und Liebe.“ Sie legte das gefaltete Handtuch mit einem leisen Plumpsen auf die Arbeitsplatte, ihren Blick dabei nicht abwendend.
