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Monika von Bergen hat ihr Herz der Karriere verschrieben - für Gefühle bleibt da kein Platz. Auch Thomas hält nicht viel von Liebe - schließlich ist er ein echter Casanova. Sobald er eine Frau erobert hat, lässt er sie schon wieder fallen. Liebe wäre da eher hinderlich. Thomas’ Jagdinstinkt erwacht, als er der kühlen Monika von Bergen begegnet. Es wäre doch gelacht, wenn er diese Eisjungfrau nicht auch zum Schmelzen bringen könnte! Und so denkt er sich einiges aus, aber Monika fällt auf keinen Trick herein. Thomas gerät in ein Wechselbad der Gefühle: Er ist wütend, beleidigt, von trotziger Bewunderung erfüllt - aber da ist noch etwas. Etwas, das ihm den Atem nimmt und ihn alle anderen Frauen vergessen lässt ...
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Seitenzahl: 129
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Inhalt
Geliebte, süße Eisjungfrau
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Impressum
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsbeginn
Impressum
Wenn Liebe das Herz einer Karrierefrau zum Schmelzen bringt
Von Nina Jonas
Monika von Bergen hat ihr Herz der Karriere verschrieben – für Gefühle bleibt da kein Platz. Auch Thomas hält nicht viel von Liebe – schließlich ist er ein echter Casanova. Sobald er eine Frau erobert hat, lässt er sie wieder fallen. Liebe wäre da hinderlich.
Thomas' Jagdinstinkt erwacht, als er der kühlen Monika von Bergen begegnet. Es wäre doch gelacht, wenn er diese Eisjungfrau nicht auch zum Schmelzen bringen könnte! Und so denkt er sich einiges aus, aber Monika fällt auf keinen Trick herein. Thomas gerät in ein Wechselbad der Gefühle: Er ist wütend, beleidigt, von trotziger Bewunderung erfüllt – aber da ist noch etwas. Etwas, das ihm den Atem nimmt und ihn alle anderen Frauen vergessen lässt ...
Mit rotglühenden Wangen, zerzauster Frisur und schlammverkrusteten Schuhen stürmte Vicky Holzer zum Empfang des vornehmen Waldorf-Hotels und legte die Hände auf die Marmortheke.
»Bitte, wo findet hier das Seminar statt, das Frau von Bergen leitet?«, fragte sie atemlos.
Sie war bereits fünf Minuten zu spät dran, aber das war ja auch kein Wunder bei dem vorsintflutlichen Klapperkasten, den sie fuhr. Sieglinde, ihr alter Käfer, hatte wieder einmal schlappgemacht, und das ausgerechnet heute, wo Vicky doch unter allen Umständen pünktlich sein wollte.
Die Empfangsdame strich sich über ihre makellose Frisur und gestattete sich einen diskreten Blick auf Vickys verschmutzte Schuhe. »Sie meinen das Seminar ›Probezeit, die erste Stufe zum Erfolg‹?«
»Genau das«, antwortete Vicky und wurde rot. Sie hatte den Blick der Dame auf ihre Schuhe bemerkt und zuckte mit den Schultern. »Ich weiß, ich sehe verboten aus, aber mein Wagen ist mitten in einem Schlammsee steckengeblieben, und ich musste ihn herausschieben.«
Die Dame im dunkelblauen Kostüm lächelte dünn und wies mit einer gepflegten Hand durch die elegante Eingangshalle des Waldorf. »Unsere Konferenzräume liegen hinter der Boutique. Frau von Bergen hat mit ihrer Gruppe Raum sieben. Wenn Sie sich beeilen, kommen Sie nur eine knappe Viertelstunde zu spät.«
»Danke!« Vicky war die boshafte Spitze der Empfangsdame nicht entgangen. Am liebsten hätte sie ihr mit ihrem schlammverdreckten Schuh einmal kräftig auf den piekfeinen Pumps getreten.
»Aufgeblasene Gans«, murmelte sie leise vor sich hin, als sie durch die Halle hastete, an der Boutique vorbeistürmte und endlich vor dem Raum mit der Nummer sieben stand. »Bildet sich ein, sie wäre was Besonderes, bloß weil sie diesen Job hat!«
Von drinnen war Stimmengemurmel zu hören, und Vicky versuchte erst einmal zu Atem zu kommen, ehe sie an die Tür klopfte.
»Ja, bitte?«
Vicky öffnete und trat ein. Um ihre Verlegenheit zu verbergen, sprudelte sie gleich drauflos. »Guten Morgen, ich bin Vicky Holzer. Tut mir leid, dass ich mich verspätet habe, aber mein Wagen ist stecken geblieben.«
»Guten Morgen, Frau Holzer, ich bin Monika von Bergen.« Die junge Seminarleiterin kam auf sie zu und reichte ihr mit einem freundlichen Lächeln die Hand. »Wir haben uns in der Runde gerade erst bekannt gemacht und noch gar nicht angefangen, also ist es kein Beinbruch, dass Sie etwas später zu uns stoßen. Nehmen Sie einfach Platz. Ich sehe, da hinten ist noch ein Stuhl frei.«
Mit einem Seufzer der Erleichterung ließ sich Vicky nieder und legte ihre Mappe vor sich auf den Tisch. Dann ließ sie ihre Blicke schweifen.
Sechzehn Köpfe hatten sich ihr zugewandt, und sechzehn Augenpaare schauten sie neugierig an. Alle Teilnehmer des Seminars waren Frauen, die meisten davon in ihrem Alter, wie es schien. Sollten die alle die gleichen Probleme haben wie ich?, fragte sich Vicky. Na, dann befand sie sich ja in bester Gesellschaft!
»Da wir uns einander bereits vorgestellt haben, wären Sie jetzt an der Reihe, Frau Holzer.« Monika von Bergen lächelte den Neuankömmling aufmunternd an. »Und vielleicht verraten Sie uns auch, warum Sie sich entschieden haben, an diesem Seminar teilzunehmen. Natürlich nur, wenn Sie wollen.«
O Gott! Vicky schluckte und wurde rot. Sie hasste es, vor so vielen Fremden etwas über sich selbst zu erzählen. Musste das denn wirklich sein? Aber dann hob sie den Blick und schaute in die freundlichen Augen von Frau von Bergen, und plötzlich fand sie es gar nicht mehr so schwierig, etwas über sich selbst preiszugeben.
Sie erzählte von sich und den Misserfolgen, die sie in der letzten Zeit gehabt hatte.
Bei einer Firma war es nur bei einem Vorstellungsgespräch geblieben, bei einer anderen hatte sie die Probezeit verpatzt. Und jetzt ging es um ihren Traumjob. Den musste sie einfach bekommen, koste es, was es wolle, und deshalb nahm sie an dem Seminar von Frau von Bergen teil. Diesmal wollte sie den neuen Chef gleich beim Vorstellungsgespräch davon überzeugen, dass sie die Richtige für die Stelle wäre, und die Probezeit sollte ein Triumph für sie werden.
»Glauben Sie nur fest an sich selbst«, sagte Monika und legte der aufgeregten jungen Frau die Hand auf die Schulter. Dann wandte sie sich an die anderen Teilnehmerinnen. »Ich glaube, uns allen ist es schon einmal so ergangen wie Frau Holzer, nicht wahr?«
Die jungen Frauen nickten. O ja, die Probezeit in einer neuen Firma konnte eine heikle Sache sein, das wussten sie selbst, und deshalb waren sie hier. Alle hofften auf die guten Ratschläge und die Tipps, die Monika von Bergen zu geben hatte, denn alle wollten sie die Nase vorne haben, wenn es um die Karriere ging.
♥♥♥
»Ich finde, sie ist einfach großartig«, flüsterte Vicky ihrer Kollegin Gaby beim Mittagessen zu. »Weißt du eigentlich, dass sie ein abgeschlossenes Studium in Betriebswirtschaft und Psychologie hat? Und eine erfolgreiche Karriereberaterin ist sie auch schon, dabei sieht sie doch noch so jung aus!«
Monika von Bergen musste lächeln. Sie ging gerade am Tisch der beiden jungen Frauen vorbei und hatte Vickys Geflüster gehört. Sie steuerte geradewegs auf einen kleinen Tisch am Fenster des Speiseraums zu und ließ sich dort nieder.
Uff, der Morgen mit den Mädels war anstrengend gewesen, aber sie liebte ihren Job und wollte keinen anderen. Außerdem verdiente sie nicht schlecht dabei, andere Menschen zu beraten und ihnen bei ihrer Karriere zu helfen.
Monika zupfte sich die weiße Bluse zurecht, die sie zu ihrem grauen Kostüm trug, und warf einen schnellen Blick in ihren Taschenspiegel. Ihr Haar saß perfekt. Sie hatte es glatt nach hinten gekämmt und im Nacken zu einem lockeren Knoten geschlungen. Mit dieser Frisur sah sie zwar etwas streng aus, aber so wollte sie auch wirken: kühl, selbstsicher und ein bisschen unnahbar.
»Was darf ich Ihnen bringen, Frau von Bergen?«, fragte die Bedienung, die respektvoll an ihren Tisch getreten war.
»Nur einen gemischten Salat bitte, und dazu ein Wasser«, bestellte Monika. Sie hatte eine gute Figur und wollte sie sich auch erhalten.
»Wir haben heute frische Pfifferlinge im Reisrand«, schlug die Kellnerin vor.
Pfifferlinge, hm, das hörte sich verlockend an. Monika ließ sich den Vorschlag kurz durch den Kopf gehen und beschloss dann, sich lieber an ihre eiserne Disziplin zu halten. Wenn sie jetzt die Pilze bestellte, würde sie sicher auch zu einem Eis danach nicht Nein sagen können. Sie reichte der netten Bedienung die Karte und schüttelte den Kopf.
»Nein, ich denke, ich bleibe bei meinem Salat«, erwiderte sie.
Der Salat war gut, aber er füllte Monikas Magen nur zur Hälfte. Ein bisschen sehnsüchtig sah sie zu den anderen Tischen hinüber, wo sich die Gäste die köstlichsten Gerichte schmecken ließen. Um sich abzulenken, holte sie ihre Ledermappe hervor und vertiefte sich in den Stoff, den sie mit ihren Kursteilnehmerinnen am Nachmittag durchgehen wollte. Disziplin war eben alles. Natürlich hätte sie Lust auf ein Eis gehabt, und ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte wäre auch nicht schlecht gewesen, wo man schon einmal im Schwarzwald war. Aber was würden ihre Hüften und ihre Oberschenkel dazu sagen?
Monika seufzte und versuchte, gar nicht erst auf das Knurren ihres Magens zu hören. Sollte er doch knurren, so viel er wollte, er bekam trotzdem nicht mehr!
♥♥♥
»Hast du gesehen, was sie gegessen hat? Nur ein paar Salathäppchen! Kein Wunder, dass sie so eine tolle Figur hat.« Gaby war voller Bewunderung für Frau von Bergen, die so eisern zu sich selbst sein konnte.
»Aber sie sieht ziemlich streng aus, findet ihr nicht auch?«, mischte sich Doris ein. »Bei der wagt sich kein Mann näher als einen Meter heran, da wette ich mit euch.«
Vicky kicherte. »Ich glaube, bei ihr würde selbst mein Bruder die Segel streichen müssen, und das will was heißen. Thomas hält sich nämlich für den Größten, wenn es um Frauen geht. Er ist tatsächlich davon überzeugt, dass er jede kriegen kann, wenn er nur will.«
»Da würde er sich aber bei Frau von Bergen die Zähne ausbeißen«, meinte Gaby. »Die lässt bestimmt keine Spielchen mit sich machen.«
»Sie ist eben eine wirkliche Klassefrau.« Vicky seufzte leise. »Ich wünschte, ich wäre ein bisschen wie sie.«
»Nee, danke!« Doris schüttelte ihren Lockenkopf. »Wo bleibt denn da der Spaß, wenn man die Unnahbare spielt. Das wäre nichts für mich.«
»Was wäre nichts für Sie, Frau Feldbaum?« Monika von Bergen hatte ihre miteinander flüsternden Schäfchen schon länger im Blick gehabt. Die jungen Frauen unterhielten sich zwar leise, aber sie störten die Konzentration der Gruppe, und das konnte sie nicht zulassen.
Doris wurde rot bis unter die Haarwurzeln. »Oh, ich ... ich ...«, stotterte sie und wusste nicht mehr weiter.
Monika lächelte sanft. »Da dieses Wochenend-Seminar seinen Preis hat und Sie ihn selbst bezahlen müssen, schlage ich vor, Sie machen das Beste daraus«, riet sie. »Oder wollen Sie morgen nach Hause fahren und sich eingestehen müssen, dass Sie ganz umsonst hier gewesen sind, weil Sie nichts mitbekommen haben?«
Ihre Kolleginnen kicherten, und Doris warf Monika einen finsteren Blick zu. Was fiel ihr ein, sie wie ein dummes Schulmädchen zu behandeln? Aber nachdem sie sich wieder beruhigt hatte, musste sie zugeben, dass die Karriereberaterin recht hatte. Anstatt zu schwatzen, sollte sie besser aufpassen. Schließlich stand ihr auch bald eine Probezeit bevor, und dafür konnte sie ein paar gute Tipps weiß Gott gebrauchen.
Vicky hing inzwischen wieder an den Lippen von Frau von Bergen und schrieb eifrig mit, um es hinterher nachlesen zu können:
Beim Vorstellungsgespräch Arbeitsplatz zeigen lassen – Zeichen für professionelles Interesse.
Die Umgangsformen im Betrieb kennenlernen.
Sich der Kleiderordnung des Arbeitsteams anpassen.
Fragen, ohne Angst zu haben, lästig zu werden, und so weiter und so fort.
Bald hatte Vicky einige Seiten vollgeschrieben und war froh, dass sie sich die Kosten für das Seminar zusammengespart hatte. Die Ratschläge, die Frau von Bergen für sie hatte, hörten sich sehr brauchbar an.
Plötzlich war sie überzeugt davon, dass sie die gefürchtete Probezeit für ihren Traumjob bestehen würde, und sie nahm sich fest vor, Monika dann anzurufen und sich bei ihr zu bedanken.
♥♥♥
Monika von Bergen stand gerade unter der Dusche, als irgendjemand Sturm zu klingeln begann. Sie verlor die glitschige Seife, bückte sich, um sie aufzuheben, und stieß mit dem Kopf gegen die Seifenschale.
»Autsch!« Wütend rieb sie sich die schmerzende Stelle, wusch sich den Schaum vom Körper, schlüpfte pudelnass in ihren Morgenrock und lief zur Tür. Wehe, wenn sich das Aufmachen jetzt nicht lohnte! Ungeduldig riss sie die Türe auf und funkelte einen Strauß üppiger Sommerblumen an. »Ja, bitte?«
Hinter dem Blumenstrauß kam jetzt ein Gesicht hervor, das ganz aus einem strahlenden Lächeln bestand. »Ich bin es, Vicky Holzer. Erinnern Sie sich noch an mich, Frau von Bergen?«
Monika war immer noch viel zu aufgebracht, um sich überhaupt an jemanden zu erinnern. Aus ihren Haaren tropfte das Wasser, ihre Finger konnten die Klinke nicht halten, weil sie zu seifig waren, und um ihre Füße bildete sich allmählich ein kleiner See aus Badewasser.
»Entschuldigen Sie, aber vielleicht sehen Sie ja, dass ich gerade aus der Dusche komme«, erwiderte sie ungeduldig. »Darf ich fragen, warum Sie auf meine Klingel gedrückt haben, als flöge gleich das ganze Haus in die Luft?«
Vicky ließ ihren Blumenstrauß sinken und bekam ein langes Gesicht. »Es tut mir leid, Frau von Bergen, ich wusste ja nicht, dass ich störe. Eigentlich wollte ich Ihnen auch nur die Blumen bringen und mich bedanken. Es hat nämlich geklappt mit meiner Probezeit, ich habe meinen Traumjob bekommen!« Vicky begann wieder zu strahlen. »Und das habe ich nur Ihnen zu verdanken.«
Monika fiel es plötzlich wie Schuppen von den Augen, und sie strich sich das feuchte Haar zurück. »Sagen Sie, waren Sie nicht in meinem Seminar, damals im Schwarzwald?«
»Ja!« Vicky nickte. »Ich war gerade hier in der Gegend, und da dachte ich, ich schaue mal vorbei und berichte Ihnen von meinem Erfolg.« Schüchtern streckte sie Monika die Blumen entgegen. »Die sind für Sie. Mögen Sie Bauernsträuße?«
»Und wie!« Monika war ganz gerührt über so viel Anhänglichkeit und öffnete die Tür ein bisschen weiter. »Aber kommen Sie doch erst einmal herein, Frau Holzer. Ich ziehe mich nur schnell an, dann können Sie mir alles erzählen.«
Vicky wurde ins Wohnzimmer geführt, und während Monika wieder in ihrem Badezimmer verschwand, schaute Vicky sich neugierig um.
Heiliger Bimbam, hier war es wirklich elegant. Das ganze Zimmer war in kühlem Weiß gehalten, nur der dicke Teppich zu ihren Füßen hatte einen rauchigen Blauton, und an der Wand hing ein riesengroßes Bild in sanften Pastellfarben. Unsicher betrachtete sie ihren bunten Bauernstrauß, den sie immer noch in der Hand hielt. Den stellte Frau von Bergen wohl besser in die Küche, denn hier nahm er sich aus wie ein Papagei in der Arktis.
»So, da bin ich wieder.« Monika war in einen seidenen Overall geschlüpft, hatte sich das volle Haar glatt hinter die Ohren gestrichen und wirkte so elegant wie immer. Sie nahm der verlegenen Vicky die Blumen ab und lud sie ein, ihr in die Küche zu folgen.
Hier holte sie eine Vase aus dem Schrank und versorgte den Strauß mit Wasser.
»Wunderhübsch«, murmelte sie, während sie ihn auf eine Anrichte stellte. »Hier kommt er doch wunderbar zur Geltung, meinen Sie nicht auch?«
Die Küche sah aus, als würde nie darin gekocht, fand Vicky. Alles war blitzweiß und so sauber, dass sie ein schlechtes Gewissen bekam, wenn sie an ihre eigene Küche dachte. Aber wenigstens die Anrichte hatte einen rustikalen Touch, sodass ihre Blumen hier nicht so fremd erschienen wie im Wohnzimmer.
»Möchten Sie einen Kaffee?« Monika von Bergen machte sich bereits an der Kaffeemaschine zu schaffen und stellte eine Schale mit Pralinen und Keksen auf den Tisch. »Die können wir gleich mit ins Wohnzimmer nehmen.«
»Ach, hier ist es doch eigentlich ganz gemütlich«, meinte Vicky schüchtern.
Sie bekam jetzt schon einen Schrecken, wenn sie sich vorstellte, dass im weißen Wohnzimmer nebenan vielleicht ein Schokoladenkrümel auf das Satinsofa fallen könnte. Lieber blieb sie hier in der Küche. Der gekachelte Fußboden war zwar so sauber, dass man sich darin spiegeln konnte, aber wenigstens konnte man die Schokolade wegwischen, falls ihr ein Malheur passieren sollte.
»Ganz, wie Sie wollen«, sagte Monika freundlich und goss ihr eine Tasse Kaffee ein. »So, und nun müssen Sie mir alles erzählen.«
Vicky ließ sich nicht zweimal darum bitten. Sie war so glücklich, ihren Wunschjob endlich ergattert zu haben, dass sie fast übersprudelte. Sie erzählte Monika von der Probezeit in ihrer neuen Firma und wie sehr sie sich an ihre Ratschläge gehalten hatte. Schließlich waren die gefürchteten vier Monate wie im Nu verflogen, und sie war endlich fest angestellt worden.
»Da gratuliere ich Ihnen von ganzem Herzen, Frau Holzer«, antwortete Monika mit einem netten Lächeln. »Es ist immer schön für mich, wenn ich höre, dass meine Seminare auch etwas nützen.«
