Skull-Ranch 110 - H. J. Wayne - E-Book

Skull-Ranch 110 E-Book

H. J. Wayne

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Beschreibung

Luiz Rocha, gefürchteter Bandit und "die rechte Hand des Satans" genannt, ist mit anderen Outlaws auf der Flucht vor dem mexikanischen Gesetz. Auf ihn wartet schon lange der Henker. Sein blutiger Weg führte ihn nach Colorado, wo die Rocha-Bande gemeinsam mit zwei Killern aus Texas bald Angst und Schrecken verbreitet.
Seinen nächsten Coup will Rocha in Golden City landen, jener berüchtigten Goldgräberstadt, in deren Nähe sich John Morgans Skull-Ranch befindet. Doch zuvor kommt es zu einer Schlägerei zwischen Rochas Banditen und Männern der Skull, die tödliche Folgen hat...


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Seitenzahl: 143

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Cover

Die rechte Hand des Satans

Vorschau

Impressum

Die rechte Hand des Satans

von J.H. Wayne

Luiz Rocha, gefürchteter Bandit und »die rechte Hand des Satans« genannt, ist mit anderen Outlaws auf der Flucht vor dem mexikanischen Gesetz. Auf ihn wartet schon lange der Henker. Sein blutiger Weg führte ihn nach Colorado, wo die Rocha-Bande gemeinsam mit zwei Killern aus Texas bald Angst und Schrecken ver‍breitet.

Seinen nächsten Coup will Rocha in Golden City lan‍den, jener berüchtigten Goldgräberstadt, in de‍r‍en Nähe sich John Morgans Skull-Ranch befindet. Doch zuvor kommt es zu einer Schlägerei zwischen Rochas Banditen und Männern der Skull, die tödliche Fol‍gen hat...

Sie hocken in einer Ecke des Golden Nugget Saloon und pokern. Wie meistens hat Doc Smoky unverschämtes Glück – ein Umstand, der sich von seinem wettergegerbten faltenreichen Gesicht ablesen lässt.

Chet Quade, der indianerhafte Vormann der Skull-Ranch, hat schon einen Haufen Dollars verloren. Shorty, dem säbelbeinigen Cowboy, und dem hünenhaften Brazos geht es nicht viel besser.

»Verdammt, dieses Golden City bringt mir kein Glück«, schimpfte Shorty. »Warum bin ich auch bloß mitgeritten? Sieh mich nicht so dämlich an, Brazos! Und du, Pfannenschwenker, lass das Grinsen! Ich...«

Er schweigt plötzlich, seine Augen weiten sich.

»Was ist los, Krummbein?«, fragt Doc Smoky, der Ranchkoch. »So viel hast du ja nun auch wieder nicht verloren, dass dir gleich die Sprache wegbleibt.«

»Dreht euch um, Jungs«, zischt der kleine Weidereiter. »Ich fresse einen Besen, wenn's nicht gleich Ärger gibt! Seht euch die Typen genau an! Einer schöner als der andere.«

Der Vormann, der Koch und Brazos, der Ranchschmied, wenden die Köpfe.

»Heiliger Rauch«, stößt Doc Smoky hervor und schiebt seinen riesigen alten Lederhut noch mehr ins Genick. »Fünf bis an die Zähne bewaffnete Mexikaner! Der Teufel mag wissen, welcher widrige Wind diese Höllensöhne ins schöne Colorado geweht hat!«

Brazos grinst. »Nun mach dir nicht gleich in die Hose, Kleiner«, sagte er und meint Shorty, der ihm einen wütenden Blick zuwirft.

»Halt die Klappe, du hirnloser Bulle«, giftet er. »Mit denen werd' ich ganz allein fertig, wenn's sein muss.«

»Da, es geht schon los«, lässt sich Doc Smoky vernehmen. »Und ich denke, wir sollten die Greaser das Fürchten lehren! Oder was meinst du, Chet?«

Der Gefragte nickt. »All right, Jungs! Aber erst einmal warten wir ab! Noch ist ja nicht viel passiert. Wenn's rauer wird, mischen wir mit!«

Doc Smoky reibt sich die Hände. »Wer rastet, der rostet«, sagt er. »Hey, Brazos, du kriegst Arbeit! Aber lass mir was übrig!«

»Pshaw«, lässt sich Shorty vernehmen, »die Laus wird größenwahnsinnig! Pass nur auf, dass die Mexe dich nicht tranchieren, Bauchbetrüger! Die Burschen sind wahre Künstler mit ihren Messern.«

Chet Quade grinst in sich hinein. Für ihn sind die kleinen freundschaftlich gemeinten Plänkeleien seiner drei Begleiter nichts Neues. Nichtsdestoweniger amüsiert er sich immer wieder über die Wortgefechte.

»Hau ab, du Stinktier!«, brüllt einer der an der Theke stehenden Miner, als ihm einer der Mexikaner zu nahe gekommen ist.

»Par diablo!«, brüllt der andere zurück. Offensichtlich hat er verstanden. »Ich werde dir den Kopf abschneiden!«

Der Mexikaner ist mittelgroß, schlank und sehnig. Sein bis um die Mundwinkel reichender Oberlippenbart zittert, die dunklen Augen funkeln vor Wut. Plötzlich hat er ein Messer in der Rechten. Niemand hat gesehen, woher er es gezaubert hat.

Chet Quade ist aufgestanden. Er hat mexikanische Bandoleros kennengelernt. Vor langer Zeit in Texas. Und er weiß, wie gefährlich diese Burschen sind. Mit Ähnlichem hat er auch gerechnet.

Der Mexikaner kommt nicht mehr dazu, sein Messer zu gebrauchen. Chet Quade hat seinen Sechsschüsser gezogen.

»Greaser, lass das Messer fallen!«

Jeder im Saloon hört die Worte, denn es ist so still wie in einem Grab geworden. Chet wiederholt seinen Befehl auf Spanisch. Und fügt hinzu: »Beeil dich, sonst kriegst du Blei zu schlucken!«

Der Mexikaner steht da wie erstarrt, etwas vorgebeugt, die Rechte mit der Klinge erhoben. Aber jäh zuckt er herum, will die Waffe auf Chet Quade schleudern, doch der hat es kommen sehen und drückt ab.

Für Sekundenbruchteile starrt der Mexikaner auf seine leere Hand, aus der die 44 – 40er Kugel das Messer geprellt hat. Die Waffe ist über die Theke geflogen und neben dem Keeper auf die Erde gefallen.

»Maldito sea!«, flucht ein anderer Greaser. Seine Rechte zuckt zum Holster, will den Revolver ziehen, aber da sticht ein Feuerblitz auf ihn zu, heißes Blei gräbt sich in seine Brust.

Die Kugel wirft den Mann einen Yard zurück, dann knickt er in den Knien ein und sinkt in sich zusammen. »Bastardo!«, ist das letzte, was er sagt.

Nun ist die Hölle los. Brazos stößt einen wilden Kampfschrei aus, macht einen Riesensatz und fegt den Messerhelden mit einem wuchtigen Schlag gegen die Theke.

Dann wirbelt er herum, schnappt sich den nächsten Mexikaner, hebt ihn hoch und wirft ihn Richtung Schwingtür, wo der Bursche unmittelbar vor den Füßen Marshal Rockwells landet, den die beiden Schüsse aus seinem Office gescheucht haben. In der Armbeuge des Gesetzesvertreters klemmt eine doppelläufige Parker.

Für einen Moment sind alle durch das Erscheinen des Sternträgers abgelenkt. Nur Doc Smoky nicht, er behält die Mexikaner im Auge. Und er schießt sofort, als er sieht, dass sich hinter einem der neben der Theke stehenden Miner eine braune Hand hervorschiebt und sich der darin befindliche Sechsschüsser auf Chet richtet.

Der Mexikaner stößt einen gellenden Schrei aus, lässt die Waffe fallen und wankt zu einem Tisch, lässt sich auf einen Stuhl fallen, starrt auf seine Hand, von der das Blut auf den Boden tropft.

Der fünfte Greaser glaubt, trotz allem eine Chance zu haben. Er ist unwahrscheinlich schnell, zieht, obwohl er völlig frei und ungedeckt steht.

»Chet!«, überschlägt sich Shortys Stimme fast, aber der Vormann ist schon herumgewirbelt und drückt ab. Der zweite Mexikaner beendet sein Leben im Golden Nugget Saloon.

In die Miner kommt Bewegung. Bis jetzt haben sie sich zurückgehalten und mehr oder weniger sprachlos das Geschehen verfolgt. Nun stürzen sie sich auf die überlebenden Mexikaner, aber da meldet sich Marshal Rockwell.

»Aufhören!«, brüllt er und muss sich anstrengen, den plötzlich losgebrochenen Höllenlärm zu übertönen. »Das reicht, verdammt nochmal! Lasst sie los!«

Und weil sie nicht sofort gehorchen, zieht er seinen Sechsschüsser und jagt eine Kugel in die verräucherte Decke. Das wirkt. Die Miner weichen fluchend zurück und einer schreit: »Was erwarten Sie denn, Marshal? Sollen wir den verdammten Halunken vielleicht noch Zucker in den Hintern blasen?«

George Rockwell schiebt sich näher an die Theke. Sein Revolver steckt wieder ins Holster, aber die Zielrichtung der Parker wandert zwischen den Mexikanern hin und her.

»Haltet euch raus«, knurrt er die Miner an. »Schluckt euren Whisky! Die Vorstellung ist vorbei. Chet, was ist los?«

Sie stehen alle vier nebeneinander, die Männer der Skull. Drei haben den Sechsschüsser noch in der Hand, nur Brazos nicht.

Chet Quade erzählt dem Marshal, wie es begonnen hat. »Der Kerl da«, er deutet auf den Messerhelden, dessen Gesicht vor Wut und Hass zur Grimasse verzogen ist, »wollte einem der Miner den Hals abschneiden. Ich schoss ihm die Klinge aus der Hand, tja, und dann drehten die anderen durch. Tut mir leid, dass es zwei erwischt hat, aber...«

Der Marshal winkt ab. »Geschenkt, Chet!« Dann blickt er die drei Mexikaner an. »Eigentlich sollte ich euch einsperren, aber ich hab' heute meinen guten Tag. Und ihr habt teuer bezahlt! Nehmt eure Kumpane und verschwindet! Aber lasst euch in Golden City nie wieder sehen. Sonst stecke ich euch doch noch ins Jail.«

Schweigend heben zwei Greaser einen der Toten auf und tragen ihn hinaus. Der Messerheld mit dem Oberlippenbart bleibt stehen, starrt erst den Marshal, dann Chet Quade an, sagt jedoch kein Wort. Nur seine Augen sprechen, und sie verheißen nichts Gutes.

Dann kommen die anderen beiden zurück, holen den zweiten Toten, und nun verlässt auch der Bärtige den Golden Nugget Saloon.

»Beim alten Manitu«, stößt Shorty hervor.

Chet Quade starrt am Marshal vorbei auf die hin- und herpendelnden Flügel der Schwingtür.

»Ich weiß nicht, ob es richtig war, sie laufen zu lassen«, meinte er. »Von diesen Burschen haben wir noch was zu erwarten.«

»O Mann«, seufzt der Marshal, »das Jail ist voll. Alles Miner. Du weißt doch, wie es hier zugeht, wenn Zahltag ist. Woher kamen diese Burschen überhaupt?«

»Aus Mexiko vermutlich«, grinst Doc Smoky. »Vielleicht ist da unten gerade wieder mal 'ne Revolution. Aber Chet hat recht, ich hab' so ein komisches Gefühl. Mit den Halunken kriegen wir noch Ärger.«

»Weißt du überhaupt, was Gefühl ist«, lästerte Shorty. »Dazu braucht man ein Herz, Pfannenschwenker. Und das hast du nicht.«

»So? Was hab' ich dann hier, eh?«, schreit der Ranchkoch und schlägt sich gegen die Brust.

Shortys Grinsen verstärkt sich.

»Einen Kochtopf. Oder 'ne Kelle. Ein Herz ganz sicher nicht!«, sagt er.

»Genug«, beendet Chet Quade den Wortstreit. »Ich würde allerdings auch gern wissen, was die Mexe hier bei uns zu suchen haben. Gleich fünf auf einmal! Wären wir in Texas oder Arizona, wäre es was Alltägliches.«

George Rockwell kratzt sich das Kinn und denkt nach. »Na ja«, meint er schließlich, »wahrscheinlich haben sie Dreck am Stecken. Wundern würde es mich nicht. Bleibt ihr noch in Golden City?«

Chet Quade nickt. »Bis zum Morgen. Keine Sorge, wir passen auf, wenn wir zur Ranch zurückreiten, George.«

»Würde ich euch auch empfehlen«, gibt der Marshal zurück. »Sehe ich euch noch?«

Die Antwort gibt Doc Smoky.

»Schwer zu sagen. Wir wollen nämlich eurem neuen Saloon auch noch einen Besuch abstatten.«

George Rockwell verzieht das Gesicht. »Hat sich wohl bis zur Skull rumgesprochen, was? Der Teufel muss dieses blonde Gift nach Golden City geschickt haben. He, Chet, was sagt denn Mary-Lou, wenn sie hört, dass du...«

Eine Handbewegung des Vormanns lässt ihn verstummen.

»Erstens weiß sie gar nichts von dem neuen Saloon«, sagt er, »und zweitens hab' ich nicht die Absicht, in nähere Beziehung zu der Lady zu treten, George. Reine Neugierde, verstehst du?«

Der Marshal grinst. »Ich werd' mir Mühe geben. Also dann bis später, Freunde!«

Chet Quade hat nicht gelogen. Auf der Skull-Ranch weiß man noch nichts davon, dass es einen neuen Saloon in Golden City gibt. Sie haben es erst erfahren, als sie in die Stadt kamen. Einer von den Deputies des Marshals hat es ihnen erzählt.

»Freunde«, sagt er, »ein tolles Weib! Prächtig gebaut. Blond. Rundherum appetitlich anzusehen. Und 'ne Stimme hat sie! Klingt so, wie alter Bourbon schmecken soll. Ihr ›Dry Gulch-Saloon‹ ist eine Sensation. Zwei Spielsäle gibt's. Und ihr könnt alles spielen. Roulette, Poker, Wrong-Wrong, Faro, You're-a-blockhead oder Seven Pints. Der Marshal hat geflucht, als Dottie Lynch hier auftauchte, den alten Bums von Jim Clark kaufte und ihn völlig umkrempelte. Sechs Girls hat sie mitgebracht, eins hübscher als das andere. Sie selber singt hin und wieder. O Mann, sie ist 'ne Wucht.«

Er hat den Skull-Reitern den Mund wässrig gemacht. Chet und seine Freunde suchten erst den Golden Nugget Saloon auf, um etwas zu essen. Nach einem kleinen Poker, zu dem Doc Smoky sie anstiftete, wollten sie dann die neue Attraktion von Golden City besuchen.

Nach dem Zwischenfall mit den Mexikanern holen sie es nun nach...

»Mil diablos!«, flucht der hochgewachsene Mexikaner.

Er sitzt auf einem prächtigen Appaloosa-Hengst. Der silberbestickte Charro-Anzug des Mannes ist fleckig, staubig und reichlich mitgenommen. Auf dem Kopf sitzt ein flachkroniger spanischer Sombrero, dem man sein hohes Alter ansieht.

Jetzt gleitet der Mann aus dem Caballero-Sattel und geht auf die drei Greaser zu, die vor wenigen Minuten mit ihren toten Kumpanen die kleine Lichtung im Wald nördlich von Golden City erreicht haben.

Über den Bergen steht der Mond und taucht die Szene in sein kaltes silbernes Licht.

»Hatte ich euch nicht gesagt, dass ihr euch nur umsehen solltet? Und was habt ihr gemacht? Por todos los santos, ich sollte euch in Stücke schießen!«

»Wir haben keine Schuld, Jefe«, erwidert einer der drei. Es ist jener Bursche, dem Chet Quade das Messer aus der Hand schoss. »Da waren ein paar Gringos, die...«

Er schweigt plötzlich. Hufschläge sind aufgeklungen.

»Das werden die beiden Americanos sein«, zischt der mit »Jefe« Angesprochene. Vorsichtshalber aber zieht er seinen Sechsschüsser. Er trägt zwei Revolver, außerdem zwei über der Brust gekreuzte Patronengürtel.

Seine Begleiter, außer den dreien sind es noch sechs Mexikaner, greifen ebenfalls zu den Waffen.

Dann tauchen zwei Reiter auf. Hagere, sehnige Gestalten mit harten Augen und sonnengebräunten Gesichtern. Sie sind Texaner. Üble Revolverschwinger, deren Steckbriefe im ganzen westlichen Texas an den Sheriff's Offices hängen.

»Da sind ja die Helden!«, meint einer von ihnen. Dann zügelt er seinen Rapphengst und steigt ab, geht mit wiegenden Schritten auf den Anführer im Charro-Anzug zu. »Deine Leute haben sich wie Idioten benommen, Luiz«, sagt er. »Wir sind hier nicht am Rio Grande, sondern in Colorado!«

Auch sein Begleiter ist vom Pferd gestiegen. »Jem hat recht, Luiz! Paolo musste unbedingt mit seinem Messer spielen, weil ihm an der Theke nicht gleich Platz gemacht wurde.«

»Dafür sollte ich ihm das Fell abziehen und ihn dann in Streifen schneiden«, zischt Luiz Rocha, der Mann im Charro-Anzug und Anführer der Bande. »Zwei Mann sind tot! Und das war nicht nötig.«

Sparky Oaks, einer der beiden Texaner, grinst breit.

»Die beiden lassen sich verschmerzen, Luiz. Viel schlimmer ist, dass die Leute in der Stadt jetzt gewarnt sind. Es wäre besser gewesen, nur Jem und ich wären nach Golden City geritten. Aber...«

Luiz Rocha unterbricht ihn. »Bueno, Amigo! Das sehe ich jetzt ein. Machen wir also das Beste draus! Erzählt!«

Paolo Aragon, der Messerwerfer, atmet auf. Luiz Rocha scheint sich beruhigt zu haben.

»Holá, Paolo!« Rocha winkt ihn zu sich heran. »Die beiden gehen auf dein Konto! Also wirst du sie auch unter die Erde bringen! Oder sollen sie hier liegenbleiben?«

»Muy bien, jefe«, stotterte Paolo.

»Nimm dir zwei Mann! Und beeilt euch, denn wir bleiben nicht hier«, zischt Luiz Rocha.

Dann wendet er sich ab und den beiden Texanern zu. »Also, Amigos?«

Sparky Oaks zieht einen Beutel Bull-Durham-Tabak und ein Päckchen Maisblatt-Papier aus der Tasche seines karierten Hemdes und dreht sich eine Zigarette.

»In der Bank liegt 'ne Menge Gold«, berichtet er. »Der nächste Transport geht in einigen Tagen ab. Sie befördern es mit einer Spezial-Kutsche. Aber da ist noch was, Luiz! Nämlich die Burschen, die zwei deiner Leute erledigt und die anderen ganz schön zurechtgestutzt haben.«

Der mexikanische Bandenführer winkt ab, als Oaks ihm eine Zigarette anbietet. »Ich mag diese Dinger nicht«, meint er und zieht ein Zigarillo aus der Samtjacke, brennt es an und wartet. Denn der Texaner ist noch nicht fertig.

»Tja... also... es sind hartgesottene Burschen, Luiz«, berichtet nun Jem Alford weiter. »Wir haben einiges aufgeschnappt. Es waren vier Kerle. Sie gehören zur Mannschaft der Skull-Ranch im Bluegrass Valley. Sparky und ich haben sie genau beobachtet. Es sind Kämpfer, Luiz! Eisenharte Burschen.«

»Und?« Mehr sagt der Mexikaner nicht.

»Sparky und ich sind der Meinung, dass man sie erst ausschalten sollte. Denn die Leute von der Skull-Ranch genießen in der Stadt einen guten Ruf. Und sie haben den Stadtleuten schon oft geholfen.«

Luiz Rocha betrachtet sich die Glut seines Zigarillos. Es dauert eine Weile, ehe er antwortet.

»Bueno, Amigos. In erster Linie interessieren mich die Leute in der Stadt. Sind es Kämpfer?«

»Nein. Die meisten Miner sind nur an den Wochenenden in Golden City. Die anderen Männer kannst du vergessen. Bis auf den Marshal. Der scheint ein harter Brocken zu sein.« Sparky Oaks wirft seine Zigarette auf den Boden und tritt sie mit einer drehenden Bewegung des rechten Fußes aus. »Es wäre aber ein Fehler, die Mannschaft der Skull-Ranch außer Acht zu lassen, Luiz. Wir müssen sie ausschalten, bevor wir uns das Gold holen. Glaub mir, ich kenne mich aus mit solchen hartgesichtigen Typen. Wenn die uns auf den Fersen sitzen, haben wir nichts zu lachen. Und warum sollten wir ein so großes Risiko eingehen?«

Wieder schweigt Luiz Rocha eine ganze Zeit. Plötzlich fragt er: »Wie habt ihr es euch vorgestellt? Ich will es wissen, denn ich kenne mich in diesem Land nicht aus, Amigos, muss mich also auf euch verlassen.«

Jetzt gibt Jem Alford die Antwort.

»Wir werden uns erst einmal ein sicheres Versteck suchen, Luiz. Am besten in den Sawatch Mountains. Die liegen westlich von hier. Von dort aus haben wir einen guten Überblick auf das Bluegrass Valley und die Ranch. Sparky und ich sehen uns genau um, und dann werden wir die Ranch nachts überfallen.«

Luiz Rocha nickt. »Einverstanden, Amigo! Und wie erfahren wir, wann das Gold aus der Stadt gebracht wird?«

Sparky Oaks grinst teuflisch. »Jem und ich können uns in Golden City sehen lassen. Wir sind keine Mexikaner, fallen also gar nicht auf.«

Dabei bleibt es. Nachdem die beiden Toten begraben sind, gibt Rocha den Befehl zum Aufbruch. Die Führung überlässt er den beiden Texanern. Sparky Oaks hat ihm erzählt, dass er vor Jahren schon mal in dieser Gegend gewesen wäre und sich daher hier auskenne.

»Sie ist wirklich 'ne Wucht«, schwärmt Shorty am Morgen, als sie im Hotel sitzen und frühstücken. In einer halben Stunde wollen sie aufbrechen und zur Skull zurückreiten.

»Ein Mordsweib«, feixt Doc Smoky. »Nur nichts für dich, du abgebrochener Cowboy.«

»Für dich wär' sie auch nichts, denn du bist viel zu alt«, faucht Shorty. »He, Brazos, was meinst du?«