Sorgenfrei durchs Studium - Mayir Aras - E-Book

Sorgenfrei durchs Studium E-Book

Mayir Aras

4,6

  • Herausgeber: Tectum
  • Kategorie: Bildung
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2014
Beschreibung

"Sorgenfrei durchs Studium" ist ein umfassender Reiseführer für das Leben an und abseits der Uni - und dabei randvoll mit Dingen, die man für gewöhnlich spät lernt und gern früher gewusst hätte. Hier findet man kompakt und übersichtlich Tipps, die den Weg durchs Studium erleichtern, und überhaupt alles, was man zum Leben neben der Uni wissen muss: Wie geht man Hausarbeiten und Referate effektiv an? Wie wird der Haushalt möglichst effektiv und kostengünstig geführt? Wie sieht das richtige Layout für schriftliche Arbeiten aus? Wie kann man sein Studium finanzieren und behält die Ausgaben im Blick? Welche Versicherungen braucht man wirklich und auf welche kann man getrost verzichten? Wie plant man ein Auslandsstudium möglichst geschickt? Mit welchen Software-Tricks lässt sich wertvolle Arbeitszeit sparen?

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Seitenzahl: 349

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Mayir Aras

Sorgenfrei

durchs Studium

Mayir Aras

Sorgenfrei durchs Studium

Tipps und Tricks für das Leben,die Uni und den ganzen Rest

Mayir Aras

Sorgenfrei durchs Studium. Tipps und Tricks für das Leben, die Uni und den ganzen Rest© Tectum Verlag Marburg, 2014ISBN 978-3-8288-5697-4(Dieser Titel ist zugleich als gedrucktes Buch unterder ISBN 978-3-8288-3275-6 im Tectum Verlag erschienen.)

Umschlagabbildungen: © alexandre zveiger | fotolia.com,© mexrix | shutterstock.comUmschlaggestaltung: vogelsangdesign.de

Besuchen Sie uns im Internetwww.tectum-verlag.dewww.facebook.com/tectum.verlag

Bibliografische Informationen der Deutschen NationalbibliothekDie Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in derDeutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Angaben sindim Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

rückblickend auf das Studium sagen viele: »Das hätte ich jetzt ganz anders gemacht ...« und genau da setzt dieses Buch an: Dein Studium soll von Anfang an optimal laufen, deshalb findest Du hier alle Tipps und Tricks, die Du so nirgends finden kannst. Es ist ein reines Praxisbuch, das Dich während Deines gesamten Studiums, bis in den Berufseinstieg begleiten wird.

Viele Ratgeber befassen sich mit nur einem Teilaspekt des Studiums, wie dem richtigen Lernen, der Studienfinanzierung, der Erstellung von Haus- und Abschlussarbeiten usw. »Sorgenfrei durchs Studium« behandelt alle Themen, die Dein Leben während des Studiums betreffen.

Das vorliegende Buch stellt nicht nur eine Sammlung vieler praktischer Hilfen für das Studentenleben dar, die ich aus eigener Erfahrung kenne, sondern soll jedem Studierenden helfen, egal ob »Ersti« oder schon Fortgeschrittener im höheren Semester, entspannt erfolgreich zu studieren. Zahlreiche Querverweise ermöglichen Dir in jedem beliebigen Kapitel mit dem Lesen zu beginnen.

Auf der Webseite zum Ratgeber www.studentenleben.info erhältst Du die neuesten Informationen rund ums Studentenleben. Um diesen Ratgeber stets aktuell und möglichst frei von Fehlern zu halten, kannst Du mir gerne Kritik und Verbesserungswünsche per E-Mail mitteilen: [email protected] Auf Lob und positive Rezensionen, beispielsweise auf Amazon, freue ich mich. Vielen Dank für Deine Hilfe!

Ich wünsche Dir viel Spaß und Erfolg in einem neuen, höchst interessanten und einmaligen Lebensabschnitt – Willkommen in Deinem Studentenleben!

Mayir Aras

Hinweis

Verwendete Symbole

Um Dir die Bedeutung des Textinhaltes auf den ersten Blick zu verdeutlichen, werden am Seitenrand kleine Symbole abgebildet.

Achtung

Termin beachten

Spar- und Verdienstmöglichkeit

Tipp für Fortgeschrittene

Anmerkung

Im vorliegenden Ratgeber wird das generische Maskulinum verwendet, das auch Frauen miteinschließt.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Studium

1.1 Die Zeit vor dem Studium

1.1.1 Schulzeit

1.1.2 Freiwilligendienste

1.1.3 Berufsleben

1.2 Die Wahl des »richtigen« Studiums

1.2.1 Studiengang

1.2.2 Hochschulart

1.2.3 Hochschule

1.2.4 Bewerbung und Auswahlverfahren

1.3 Erste Schritte an der Hochschule

1.3.1 Einführungswoche/-tage

1.3.2 Akademische Veranstaltungen

1.3.3 Die erste(n) Woche(n)

1.4 Effektives Lernen

1.4.1 Motivation

1.4.2 Zeitmanagement

1.4.3 Konzentration

1.4.4 Lerntechniken

1.4.5 Lernmaterialien

1.4.6 Entspannung

1.5 Wissenschaftliches Arbeiten

1.5.1 Grundlagen

1.5.2 Haus-, Semester- und Abschlussarbeiten

1.5.3 Referate und Präsentationen

1.6 Zusatzqualifikationen

1.6.1 Basiswissen

1.6.2 Weiter- und Fortbildungen

1.6.3 Praktika

1.7 Auslandsstudium

1.7.1 Vorbereitungen

1.7.2 Studium

1.7.3 Reisen

1.8 Studienabbruch

1.8.1 Vorüberlegungen

1.8.2 Exmatrikulation

1.8.3 Alternativen

2 Finanzen

2.1 Banken

2.1.1 Filialbanken

2.1.2 Direktbanken

2.2 Einkommen

2.2.1 BAföG

2.2.2 Kindergeld

2.2.3 Neben- und Ferienjobs

2.2.4 Wohngeld

2.2.5 Auslands-BAföG

2.2.6 Erasmus

2.2.7 Stipendium

2.2.8 Bildungskredit

2.2.9 Arbeitslosengeld II

2.3 Ausgaben

2.3.1 Unterkunft

2.3.2 Lebensmittel

2.3.3 Transport

2.3.4 Auslandsreisen

2.3.5 Spartipps

2.4 Buchhaltung

2.4.1 Das 1 × 1 der Buchhaltung

2.4.2 Buchhaltungsprogramm: GnuCash

2.4.3 Rechnungen und Belege

3 Wohnen und Leben als Student

3.1 Wohnformen

3.1.1 WG

3.1.2 Studentenwohnheim

3.1.3 Eigene Wohnung

3.1.4 Weitere Wohnmöglichkeiten

3.2 Ausziehen

3.2.1 Wohnungssuche

3.2.2 Bewerbungen und Vorstellungsgespräche

3.2.3 Umzug

3.3 Ordnung

3.3.1 Unwichtiges aussortieren

3.3.2 Alltagsordnung

3.3.3 Haushalt

3.4 Home Office

3.4.1 Bürogrundkenntnisse

3.4.2 Professionelle Briefe

3.4.3 Ordner anlegen

3.5 Gesundheit

3.5.1 Medizinische Vorsorge

3.5.2 Ernährung

3.5.3 Sport

3.6 Freizeit

3.6.1 Soziale Kontakte

3.6.2 Ehrenamtliches Engagement

3.6.3 Studentenpartys

4 Versicherungen und Vorsorge

4.1 Besonderheiten

4.1.1 Gesundheitsfragen

4.1.2 Nachversicherungsgarantie

4.1.3 Dynamik

4.2 Krankenversicherung

4.2.1 Gesetzliche Krankenversicherung

4.2.2 Private Krankenversicherung

4.3 Privathaftpflicht

4.4 Berufsunfähigkeit

4.5 Kfz-Haftpflicht

4.6 Patientenverfügung

4.7 Optionale Versicherungen und Vorsorge

4.7.1 Studierende

4.7.2 Berufstätige

4.7.3 Verheiratete

5 EDV für Studierende

5.1 Grundlagen

5.1.1 Shortcuts

5.1.2 Maschinenschreiben

5.1.3 Suchmaschinen

5.1.4 Sicherheit

5.2 Hardware

5.2.1 Computer

5.2.2 Peripherie

5.2.3 Sonstige Hardware

5.3 Betriebssysteme

5.3.1 Windows

5.3.2 Ubuntu

5.4 Software

5.4.1 Internetbrowser

5.4.2 E-Mail-Programm

5.4.3 Büroanwendungen

5.4.4 Weitere Programme

6 Berufseinstieg

6.1 Stellenangebote

6.1.1 Finden

6.1.2 Gefunden werden

6.2 Schriftliche Bewerbung

6.2.1 Anschreiben

6.2.2 Bewerbungsmappe

6.2.3 Bewerbungsformen

6.3 Auswahlverfahren

6.3.1 Telefoninterview

6.3.2 Assessment-Center / Einstellungstest

6.3.3 Vorstellungsgespräch

Über den Autor

1 Studium

Das Studium wird ein komplett neuer Abschnitt in Deinem Leben sein, in dem Du sehr viel Neues lernen wirst, vor allem für das Leben. Neben dem Fachwissen, das Du in der Hochschule vermittelt bekommst, wirst Du noch sehr viel mehr abseits des Campus lernen, das häufig wichtiger sein wird.

Während des Studiums werden die meisten das erste Mal richtig aus dem Elternhaus sein, müssen den Haushalt selbst erledigen, den ganzen Papierkram managen und sich in einer fremden Stadt zurechtfinden. Zusätzlich kommt noch im Laufe der Zeit die erste richtige Beziehung hinzu, verschiedene Neben- und Ferienjobs und auch eine Zeit im Ausland wird bei vielen dazugehören. Diese »Nebensachen« solltest Du nicht unterschätzen, da sie oft genauso viel Zeit in Anspruch nehmen, wie das Studium selbst.

Viele stellen sich das Studium anfangs ähnlich wie die Schule vor. Die Anforderungen sind jedoch um ein Vielfaches höher und die Belastung deutlich größer als auf dem Gymnasium oder während der Ausbildung. Das Lernpensum wird anfangs als »nicht machbar« angesehen. Ständiges Lernen, Vor- und Nachbereiten der Veranstaltungen wären optimal und wird von allen empfohlen, daran halten sich jedoch nur die Allerwenigsten.

Im Laufe der Zeit entwickelt jeder auf seine Weise Bewältigungsstrategien und lernt mit den Anforderungen umzugehen. Tipps und Tricks hierzu findest Du Abschnitt 1.4 auf Seite 24.

Bei all dem Stress solltest Du nicht vergessen, dass Du niemals wieder soviel Freizeit in Deinem Leben haben wirst wie im Studium. Zwar wird es immer wieder anwesenheitspflichtige Veranstaltungen geben, aber auch viele Vorlesungen, die nicht verpflichtend sind. Das gibt Dir zeitliche Flexibilität für wichtige Angelegenheiten und auch Freizeit. Nutze Deine Freizeit zum Entspannen und für Deine Hobbys, entwickle Deine Persönlichkeit weiter und entdecke neue Interessen.

Wichtige soziale Kompetenzen (»Softskills«) und Zusatzqualifikationen, die Dich später von anderen Absolventen desselben Studiengangs unterscheiden, erwirbst Du größtenteils nach den Hochschulveranstaltungen. Die Hochschule gibt Dir theoretisches Wissen und einen Abschluss, mit dem Du Dich später auf Stellen bewerben wirst. Bist Du qualifiziert, stellt das Vorstellungsgespräch die nächste Hürde dar, die Du mit Deinem Charakter für Dich entscheidest. Deshalb ist beides wichtig: (Fach-)Wissen und Persönlichkeit.

Prinzipiell ist jedem ein Studium empfohlen, der gerne mehr wissen und mehr Verantwortung im Berufsleben tragen möchte. Abhängig von der Studienrichtung bietet Dir ein Studium im Allgemeinen folgende Vorteile:

höhere Bildung

bessere Aufstiegschancen

geringere Arbeitslosigkeit

höheres Einkommen

Auslandsstudium

Prestige

Eines der wichtigsten Inhalte eines Studiums ist die Informationsbeschaffung, deren Strukturierung und ihre Anwendung. Wenn Du das beherrschst, bist Du praktisch für jede Situation im Leben gerüstet. Sehe das Studium als eine Herausforderung an und beobachte Dich selbst, wie Du es angehst.

Ein Studium hat auch Nachteile: Die lange Studiendauer und das stark vom Studienfach abhängige Einkommen. Wer hofft, durch irgendein Studium später mehr zu verdienen, sollte sich unbedingt vorher über die Durchschnittseinkommen informieren!

Dieser Studiengrund ist häufig durch falsche Vorstellungen getrübt. Nicht selten verdient ein ausgebildeter Fließbandarbeiter in einem großen Automobilkonzern mehr als ein Akademiker und das bei geregelten Arbeitszeiten, unproblematisch bewilligten Urlaubsanträgen und ohne sich Gedanken über anhäufende Arbeit im Krankheitsfall zu machen. Weitere Nachteile sind z.B.:

kein / nur geringes Einkommen während des Studiums

lange und unvorhersehbare Studiendauer

Selbstdisziplin und Eigeninitiative erforderlich

sehr theoretisch

keine Garantie auf Wunscharbeitsplatz nach dem Studium

Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob sich ein Studium lohnt. Ich persönlich kann es wirklich jedem empfehlen, weil man so unglaublich viel (fürs Leben) lernt!

1.1 Die Zeit vor dem Studium

Bereits vor dem Studium kannst Du Vieles lernen, um es im Studium leichter zu haben. Unabhängig davon, ob Du bereits weißt, welche Fachrichtung Du studieren möchtest oder nicht, solltest Du Dir die folgenden Fertigkeiten aneignen:

Erwerb verschiedener Lerntechniken

Auffrischung studienrelevanter Grundlagen (= Schulkenntnisse)

EDV-Kenntnisse

Internetrecherche

MS Office

10-Finger tippen lernen

Vertiefung der Fremdsprachenkenntnisse (besonders Englisch)

Tipp

Die beste Vorbereitung auf das Studium stellt das Erlernen verschiedener Lerntechniken und deren Optimierung dar. Bereits während der Schulzeit kannst Du neue Lerntechniken erproben und perfektionieren.

Manchmal werden von Fakultäten einiger Hochschulen vor Studienbeginn Nachweise verlangt. Beispielsweise wird bei Studienfächern wie Sport oder Kunst eine Sporteingangsprüfung bzw. Kunstmappe benötigt, die eine gewisse Vorbereitungszeit verlangt. Andere Fakultäten setzen ein Praktikum voraus. Auch verpflichtende Vorbereitungskurse vor dem Studium kommen vor, z.B. in Mathematik oder Physik.

Wer Schwierigkeiten mit Stress, Zeitdruck, Selbstorganisation oder auch psychische Probleme hat, sollte diese unbedingt vor einem Studium angehen bzw. eine gezielte Therapie machen. Gewöhnlich werden im Studium alle genannten Probleme noch stärker und nicht selten erfolgt deswegen ein Studienabbruch. Auch wenn manche argumentieren, dass das Studium selbst eine Art Therapie darstellt, geht das häufig schief.

1.1.1 Schulzeit

In der Schulzeit mag man bestimmte Fächer mehr, manche weniger. Es kommt auch vor, dass man aus Sympathie zum Lehrer oder aufgrund der Art des Lehrers gewisse Fächer sehr gut fand und erfolgreich war, während in anderen Fächern oder bei anderen Lehrern die Noten schlechter waren.

Im Studium hast Du bei großen Massenveranstaltungen praktisch keinen persönlichen Bezug zu den Dozenten, die sich mehr oder weniger Mühe geben, ihre Zuhörer zu begeistern. Deine eigene Motivation für das Studienfach hat einen entscheidenden Einfluss auf Dein gesamtes Studium! Deshalb kannst Du durchaus Fächer erfolgreich studieren, die Du in der Schulzeit nicht mochtest oder in denen Du schlechte Noten hattest.

Hinweis

Studiere ein Fach, das Dich begeistert und für das Du Dich interessierst!

1.1.2 Freiwilligendienste

Nach der Schulzeit, oder auch später, gibt es Gelegenheit, die Zeit bis zum Studienbeginn mit einem der folgenden Freiwilligendienste sinnvoll zu nutzen: Bundesfreiwilligendienst (BFD), Freiwilliger Wehrdienst (FWD), Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) sind sehr empfehlenswerte Möglichkeiten.

Um die Dienstzeit besonders sinnvoll zu nutzen, suche Dir eine Dienststelle und eine Tätigkeit, die Du schon immer mal kennenlernen wolltest. Es gibt sehr viele unterschiedliche Angebote: Betreuung von Waisenkindern im Ausland, Arbeiten im Forschungslabor oder beim Naturschutz. Der Freiwilligendienst ist eine einmalige Gelegenheit im Leben und wird Dein Leben bereichern!

Generell bietet Dir ein Freiwilligendienst folgende Vorteile:

Wartezeit (Berücksichtigung bei der Studienplatzvergabe)

evtl. Bonuspunkte für das Studium

evtl. Ausbildung (z.B. Rettungssanitäter)

Arbeitserfahrung, Vorpraktikum für Studium / Beruf

Zeit zum Nachdenken

monatliches Einkommen

Zwischen diesen Diensten gibt es einige Unterschiede und viele Gemeinsamkeiten: Beispielsweise kannst Du während dieser Zeit kindergeldberechtigt sein, Sozialleistungen erhalten (z.B. Wohngeld) und nach Erfüllung der Schulpflicht beginnen; Ausnahme FWD: Mindestalter 17 mit Einwilligung der Eltern, keine Kindergeldberechtigung und nur bedingt Anspruch auf Sozialleistungen.

Die wichtigsten Fakten zu den Freiwilligendiensten:

BFD

Die Dauer beträgt zwischen 6 und 18 Monaten in sozialen Einrichtungen oder auf dem Gebiet des Umweltschutzes. Eine Altersgrenze nach oben besteht nicht. Die Vergütung ist abhängig von der Einrichtung und beträgt ca. 300 €.

FSJ / FÖJ

Die Altersgrenze beträgt 27 Jahre. Die Dauer ist auf 6–18 Monate beschränkt, wobei die Mindestdauer zur Anerkennung des Dienstes 6 Monate ist. Das Taschengeld beträgt im Durchschnitt 150 €, maximal 330 €. Zusätzlich sind Sachleistungen wie kostenlose Unterkunft und Verpflegung möglich.

FWD

Mindestalter 17 Jahre mit Einwilligung der Eltern. Die Dauer liegt zwischen 12 und 23 Monaten. Der Sold beträgt 778–1.100 € plus Sachleistungen wie Unterkunft und Verpflegung.

Ein Freiwilligendienst kann Dir durchaus praktische Erfahrung für ein Studium bringen: Wenn Du Dich z.B. für Pädagogik interessierst oder mit dem Gedanken spielst, mit Behinderten zu arbeiten, könntest Du Deinen BFD / FSJ in einer geeigneten Einrichtung machen. Somit hast Du später eine genauere Vorstellung davon, wie der Arbeitsalltag aussieht. Vielleicht bemerkst Du auch, dass dieses Arbeitsgebiet doch nichts für Dich ist, und ersparst Dir ein abgebrochenes Studium.

Ein weiteres Beispiel wäre ein FSJ / FÖJ im Ausland, das Dich sehr gut auf ein Sprachstudium vorbereitet. Eine Ausbildung zum Rettungssanitäter verhilft Dir zu einem Nebenjob während des Studiums, gibt Dir Bonuspunkte bei der Bewerbung für ein Medizinstudium und verschafft Dir große Steuervorteile1. Als Reservist bei der Bundeswehr wird Dein Sold für Übungen / Einsätze von der BAföG-Behörde nicht als Einkommen betrachtet, was Dir eine zusätzliche Einnahmequelle verschafft.

Auch wer überhaupt keine Ahnung hat, was er studieren soll, verschafft sich mit einem Dienst Zeit zum Nachdenken. Während Deiner Dienstzeit kannst Du finanzielle Förderungen vom Staat und Sonderurlaub für die berufliche Weiterbildung beantragen: Ob Sprachkurs, ein auf das Studium vorbereitendes Seminar, ein Gabelstaplerschein, der Deine Qualifikation für einen Ferienjob erhöht oder EDV-Schulungen – Angebote sind vorhanden.

Bewirb Dich für zulassungsbeschränkte Studiengänge schon vor dem Dienst: Falls Du zugelassen wirst, so ist dieser Bescheid auch später gültig, selbst wenn sich der NC (numerus clausus) zu Deinen Ungunsten verändert haben sollte (Anspruch auf erneute Zulassung). Eine nochmalige Bewerbung für das aktuelle Studienjahr ist aber in jedem Fall nötig.

Weitere Informationen rund um den Bundesfreiwilligendienst erhältst Du auf der Homepage des Bundesfreiwilligendienstes2.

1.1.3 Berufsleben

Wenn Du bereits mitten im Berufsleben bist und ein (Vollzeit-)Studium planst, dann wäre der optimale Zeitpunkt zum Studienbeginn nach insgesamt 5 Jahren Arbeitsleben, inklusive Ausbildung. In diesem Fall erhältst Du BAföG elternunabhängig, sofern Du noch vor Deinem 30. Lebensjahr bzw. 35. Lebensjahr (Masterstudiengang) mit dem Studium beginnst, wobei Ausnahmen möglich sind. Es lohnt sich durchaus, etwas zu warten, dafür die Finanzierung zu sichern. Beachte auch die Beträge, die Du maximal erspart haben darfst (Abschnitt 2.2.1 auf Seite 83).

Neben dem klassischen Vollzeitstudium gibt es auch die Möglichkeit eines Fern- oder Teilzeitstudiums. Die Inhalte und Anforderungen sind denen eines Vollzeitstudiums ebenbürtig. Wer also glaubt, dass bei Klausuren und Prüfungen berücksichtigt wird, dass eigentlich »nebenbei« studiert wird, der irrt.

In einigen Bundesländern ist ein Studium nach einer Berufsausbildung mit Praxiserfahrung ohne Hochschulreife-Zeugnis möglich.

Wer sich mitten im Arbeitsleben für ein Studium entscheidet, handelt i.d.R. wohlüberlegt und aktiv. Zu erkennen ist das an der sehr hohen Motivation und an den überwiegend sehr guten Studienleistungen. Durch die genauen Vorstellungen von einem Studium und dem beruflichen Ziel wird ein Studium sehr schnell abgebrochen, wenn sich das berufliche Ziel nicht mit den Studieninhalten deckt. Ein erfolgreiches Studium oder ein schneller Studienabbruch mit geringem Zeitverlust ist – beides auf seine Art – positiv.

Das größte Problem daran, nach dem Arbeitsleben ein Vollzeitstudium anzufangen, ist die neue finanzielle Situation: Das eigene Auto und die eigene Wohnung weichen dem Fahrrad und der WG.

Beim Fern- und Teilzeitstudium werden die Einschnitte in die Freizeit als besonders belastend empfunden, weil das Studium viel Zeit in Anspruch nimmt. Zusätzlich kann das Lernen an sich eine Herausforderung darstellen, falls das im aktuellen Beruf eine eher untergeordnete Rolle gespielt hat.

Das Studium nach einer Ausbildung zählt als Zweitausbildung, für das sich die Kosten als (vorweggenommene) Werbungskosten von der Steuer absetzen lassen, sofern die Kosten der Ausgaben die Einnahmen des Steuerjahres überschreiten (man hat folglich Minus gemacht). Eltern können die Kosten für das Erststudium ihrer Kinder als Sonderausgaben bei der Steuer angeben. Zu den Werbungskosten zählen u.a. Ausgaben für Fachliteratur, bestimmte Versicherungen, Fahrtkosten und evtl. Miete – also alle Belege fleißig sammeln und bei der Steuererklärung als »Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags« angeben!

Notiere Dir, warum Du studieren möchtest. Was sind die Vor- und Nachteile? Gibt es Alternativen (betriebliche Fort- und Weiterbildungen)? Ist es möglich, während des Studiums im Betrieb zu arbeiten (Neben-/Ferienjob, Werkstudent)? Ist eine spätere Rückkehr möglich?

1.2 Die Wahl des »richtigen« Studiums

Die Wahl des »richtigen« Studiums erfolgt in 3 Schritten, indem Du nacheinander folgende Entscheidungen triffst:

Studiengang

Hochschulart

Hochschule

Hierzu gibt es jede Menge Bücher, Seiten im Internet, Beratungsangebote in den Berufsinformationszentren der Bundesagentur für Arbeit und auch in den Hochschulen selbst (allgemeine Studienberatung, Fachschaften3).

Tipp

Insbesondere Fachschaften informieren sehr gut. Sie bestehen aus vielen engagierten und hilfsbereiten Studenten verschiedener Semester, die sich hervorragend mit dem jeweiligen Studienfach und seinen Inhalten auskennen.

Es hilft, möglichst viele Angebote und Meinungen einzuholen, aber selbst dann wird die größte Herausforderung sein, sich selbst richtig einzuschätzen und zu wissen, was man eigentlich möchte.

Tipp

Nimm Dir bei der Entscheidung für einen Studiengang viel Zeit. Es ist Deine Entscheidung, lass Dich nicht von Dritten (Lehrern, Freunden, Eltern) zu etwas drängen. Wenn Du ein Fach studieren möchtest, für das Du Dich begeisterst, andere jedoch als »brotlose Kunst« bezeichnen, studiere es trotzdem! Im Allgemeinen bereut man viel häufiger Dinge, die man nicht getan hat, als Dinge, die man getan hat.

Mit der Festlegung auf ein Studienfach werden die Weichen für die Zukunft gelegt. Früher waren viele Arbeitsplätze leichter für Quereinsteiger zugänglich, heute ist diese Heterogenität verloren gegangen und die Mehrheit an Stellen sind für spezialisierte Fachkräfte ausgelegt. Ein Quereinstieg ist heute eher die Ausnahme, auch wenn einige (wenige) Betriebe motivierte Quereinsteiger einstellen.

Hinweis

Studiere ein Fachgebiet, in dem Du später arbeiten möchtest – denke nicht an einen Quereinstieg in Deinen Traumjob!

Beim Thema »Verdienst« gibt es große Unterschiede, die vom Studiengang, der Hochschulart, Berufserfahrung und Abschlussnote abhängen. Die Top-Verdiener sind eindeutig Absolventen der Universitäten, wie Ingenieure, Physiker, Mathematiker und Humanmediziner, also Fachrichtungen, die entweder als sehr schwierig gelten, die nur wenige studieren möchten, oder die hohe Zulassungsbeschränkungen haben. Neben dem Einkommen spielt auch die Selbstverwirklichung, Entwicklung der eigenen Persönlichkeit und das Vertiefen seiner Interessen eine wichtige Rolle.

Regelmäßig gibt es boomende Branchen, die plötzlich unter einem Fachkräftemangel leiden und dann einen wahren »Hype« mit sehr hohen Studentenzahlen in den entsprechenden Studiengängen auslösen, wie es z.B. bei den Ingenieurswissenschaften gerade ist: Lass Dich davon nicht beirren!

1.2.1 Studiengang

Die Wahl des Studiengangs lässt sich gut einkreisen mit Antworten auf Fragen wie: Was gefällt Dir gut? Mit was beschäftigst Du Dich gerne in Deiner Freizeit? Was magst Du gar nicht? Diese und viele weitere Fragen helfen eine Studienrichtung zu finden. Lies Dir auch durch, was man macht, wenn man mit dem Studium fertig ist: Schau Dir aktuelle Stellenangebote an und lese heraus, welche Qualifikationen verlangt werden.

Nicht wenige bemerken erst nach Abschluss des Studiums, wenn sie sich dann das erste Mal ganz konkret mir ihrem »Traumjob« beschäftigen und entsprechende Stellenausschreibungen mit den verlangten Qualifikationen lesen, dass sie mit einem anderen Studiengang geeigneter gewesen wären. Manchmal kommt diese Erkenntnis auch erst im Beruf, wenn sich die Routine einstellt. Beide Szenarien passieren viel häufiger als man glaubt. Beuge dem vor, indem Du Stellenausschreibungen liest und auch Praktika(!) absolvierst.

1.2.2 Hochschulart

Hast Du Dich für einen Studiengang entschieden, stellt die Wahl der Hochschulart den nächsten Schritt dar. »Hochschule« ist ein Überbegriff für verschiedene Einrichtungen, an denen ein Studium möglich ist. Von solchen Einrichtungen gibt es über 20 Arten in Deutschland. Die bekanntesten sind z.B. Universitäten, Fachhochschulen (FH) und Berufsakademien (BA).

Manchmal erspart man sich bereits mit der Wahl des Studienfachs den Vergleich verschiedener Hochschularten: Zum Beispiel gibt es Humanmedizin nur an den Universitäten, während man Biologie nicht nur an Universitäten, sondern auch an Fachhochschulen studieren kann.

Obwohl Dein gewählter Studiengang in vielen Hochschularten in vielem ähnlich sein wird, hat jede Hochschulart und jede Hochschule eigene Schwerpunkte und eine andere Art der Lehre: Es gibt deutliche Unterschiede!

Da Hochschulen jederzeit ihr Angebot erweitern, spezialisieren oder reduzieren dürfen, kann sich viel verändern. Die Unterschiede in den über 20 verschiedenen Hochschularten in Deutschland aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Buches sprengen.

Hier helfen Studienführer, die die Studiengänge verschiedener Hochschulen untereinander vergleichen. Aktueller sind die Internetseiten der Hochschulen, auf denen der Studiengang genau beschrieben wird: Aufbau mit allen gelehrten Fächern, Wahlmöglichkeiten, Praxissemestern, Auslandsaufenthalten, sowie verschiedenen Zusatzangeboten, die für alle Studierenden offen stehen.

Insider-Informationen erhältst Du ausschließlich direkt von Studenten – frage sie z.B. in der Fachschaft4 oder auf Facebook, wie zufrieden sie mit ihrem Studium sind. Hintergrund ist beispielsweise die Tatsache, dass man sich in einigen Hochschulen die Wahlfächer nicht selbst aussuchen kann, sondern reingelost wird, wenn eine höhere Nachfrage als Angebot besteht. Das ist umso ärgerlicher, je wichtiger dieses Fach ist. Solche Infos erfährst Du niemals auf der Hochschulhomepage.

Ganz allgemein lassen sich folgende Aussagen über die Hochschularten treffen: Die Universität ist sehr theoretisch und wissenschaftlich ausgelegt und bildet in erster Linie Wissenschaftler aus, die Neues entdecken und erforschen. Die Studiendauer ist im Vergleich zu allen anderen Hochschularten am längsten.

Die Fachhochschulen sind näher an der Praxis ausgelegt, aber auch Tätigkeiten in der Forschung sind möglich.

Berufsakademien haben den Ruf, den meisten Praxisbezug zu bieten. Hier werden Personen ausgebildet, die parallel zur Hochschule Verantwortung im Betrieb übernehmen (und Geld verdienen).

Die Verdienstmöglichkeiten lassen sich nur sehr schwer verallgemeinern, da sie stark vom Studienfach abhängen. Aber auch hier gibt es Tendenzen, dass Universitätsabsolventen besser als Fachhochschulabsolventen, diese wiederum besser als BA-Absolventen verdienen.

Vielleicht denkt der eine oder andere schon an die Möglichkeit der Promotion. Eine Doktorarbeit ist nicht nur mit einem Universitätsabschluss möglich, auch für sehr gute Absolventen aus FHs und BAs steht er offen5, sofern man einen Doktorvater findet. Der Doktortitel sollte nicht überbewertet werden: Er sagt lediglich aus, dass man vertieft wissenschaftlich arbeiten kann – nicht mehr und nicht weniger. Einen hohen Stellenwert hat eine Promotion z.B. bei Politikern, Juristen und Wissenschaftlern und ist oft ausschlaggebend für die Karriere.

1.2.3 Hochschule

Für die Auswahl Deiner Hochschule solltest Du Dir ganz viel Zeit nehmen, denn jede Hochschule kann für seinen Studiengang eigene Schwerpunkte setzen und Gestaltung. Informiere Dich auf der Homepage und besuche einen Tag der offenen Tür oder die Fachschaft.

In jeder Fakultät gibt es mindestens einen Mitarbeiter, der für die Studienberatung zuständig ist und sich gut auskennt. Was er jedoch nicht wissen kann, ist der genaue Studienablauf an anderen Hochschulen. Somit kann er Dir keine Empfehlung geben, an welcher Hochschule Du am besten aufgehoben wärst.

Auswahlkriterien

Bei Deiner Entscheidung für eine Hochschule kannst Du Dich an folgenden Kriterien orientieren:

Studienfach

wählbare Studienschwerpunkte

Ranking (national und international)

bestimmte Dozenten / Spezialisten

Partnerhochschulen für Auslandssemester

Standort

Mietpreise für Unterkunft

Lebenshaltungskosten

Kultur- und Freizeitangebote

Entfernung zum Heimatort

Hochschule

kostenlose Angebote zur Weiterbildung (bspw. Sprach-, EDV-, Kommunikationskurse)

Freizeitangebote (Hochschulsport, Reisen)

soziale Leistungen (Kindergarten, Wohnheim, Semesterticket)

Studiengebühren (Ausnahmeregelungen beachten)

1.2.4 Bewerbung und Auswahlverfahren

Noch immer gibt es kein einheitliches Bewerbungsverfahren an den Hochschulen: Für die Studiengänge Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie bewirbst Du Dich bei Hochschulstart6 und evtl. zusätzlich an der Hochschule für das Auswahlverfahren der Hochschule (AdH).

Für alle anderen Studiengänge bewirbst Du Dich am besten direkt an mehreren Hochschulen parallel oder ebenfalls über Hochschulstart. Die Bewerbungsfrist ist unbedingt einzuhalten!

Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie

Auf der Homepage von Hochschulstart bewirbst Du Dich direkt online für die zulassungsbeschränkten Studiengänge Humanmedizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie. Der genaue Ablauf ist auf der Homepage erklärt und recht einfach: Du meldest Dich mit einem Benutzernamen und Kennwort für AntOn (Antrag Online) an, füllst alle Formfelder aus, druckst und unterschreibst den Antrag und sendest ihn mit allen erforderlichen Unterlagen (in AntOn aufgelistet) an Hochschulstart.

Nachdem Dein Antrag bearbeitet ist, kannst Du den aktuellen Stand und alle weiteren Informationen bis zur Zulassung im DaISy (DatenInformationsSystem) anzeigen lassen. Einige Hochschulen verlangen eine zusätzliche, direkte Bewerbung.

Die Vergabe der Studienplätze ist geregelt: 20 % der Plätze werden nach der Abiturbestenquote, 20 % nach Wartezeit und 60 % nach Auswahlverfahren der Hochschule (AdH) vergeben.

Hochschulstart. 40 % der Studienplätze werden von Hochschulstart direkt vergeben, wobei die Auswahl nacheinander durch verschiedene Kriterien getroffen wird. Zuerst erfolgt die Vergabe nach der Abiturbestenquote, danach folgen nachrangige Kriterien, wie Wartezeit, abgeleisteter Dienst u.a.

Abiturbestenquote

Bewerber, die ihr Abitur im gleichen Bundesland erworben haben, stehen in direkter Konkurrenz zueinander. Von allen Bewerbern werden die 20 % besten bei den Bewerbungen berücksichtigt (Landes-NC) und konkurrieren dann mit den Bewerbern der anderen Bundesländer um einen Studienort, was den NC bildet.

Wartezeit

Die Zeit nach dem Abitur zählt automatisch, ohne dass Du etwas tun musst, als Wartezeit. Hierbei entspricht ein Halbjahr einem Wartesemester, solange Du in keiner Hochschule immatrikuliert warst. Das bedeutet, dass 3 Jahre Berufsausbildung 6 Wartesemester sind.

In der Studienplatzvergabe nach Wartezeit wird eine Grenze, bestehend aus Abiturnote kombiniert mit Wartesemestern, festgelegt. Beispielsweise wurden in den letzten Jahren für Studiengang X alle Bewerber zugelassen, die eine Abiturnote von 3,0 und 10 Wartesemestern hatten. Abhängig von den Bewerbern wird jedes Jahr diese Grenze neu angepasst. Es kann also durchaus sein, dass man in den vergangen Jahren den gewünschten Studienplatz erhalten hätte und im aktuellen Jahr bei gleicher Note mehr Wartesemester benötigt.

Dienst

Bei Bewerbern mit gleicher Note und Wartezeit werden diejenigen bevorzugt, die einen Dienst (BFD, FWD, FSJ, FÖJ) absolviert haben. Als Dienstzeit zählt ebenfalls ein zweijähriger Entwicklungsdienst oder die Pflege eines Kindes (leiblich / adoptiert) oder sonstigen Angehörigen, wenn dies mindestens 9 Monate ausgeübt worden ist. Wer mit fremder Staatsangehörigkeit bereits einen Dienst abgeleistet hat, kann sich diesen Dienst unter Umständen anrechnen lassen.

Auswahlverfahren der Hochschulen. Um am AdH teilnehmen zu können, musst Du Dich zusätzlich an der jeweiligen Hochschule bewerben. Jede Hochschule hat ein anderes Auswahlverfahren und gewichtet dieses anders: Einige legen besonderen Wert auf fachspezifische Studierfähigkeitstests, andere auf die Abiturnote, Berufserfahrung oder auch auf das Auswahlgespräch.

An manchen Hochschulen kannst Du nur im AdH teilnehmen, wenn Du diese in erster oder zweiter Ortspräferenz in der Bewerbung auf Hochschulstart genannt hast. Aktuelle Infos zum AdH erhältst Du ausschließlich auf der jeweiligen Hochschulhomepage.

Losverfahren Einige Hochschulen verlosen Studienplätze – wie das genau abläuft, erfährst Du auf der jeweiligen Hochschulhomepage.

Alle anderen Studiengänge

Für alle Studiengänge, die nicht oben genannten sind, existiert noch immer keine zentrale Vergabe. Deshalb bleibt Dir nichts anderes übrig, als Dich auf der Hochschulhomepage zu informieren, wie das Bewerbungsverfahren abläuft: Entweder bewirbst Du Dich direkt an der Hochschule oder über Hochschulstart. Es ist sehr wichtig, sich bei mehreren Hochschulen parallel zu bewerben, um die Wahrscheinlichkeit auf einen Studienplatz zu steigern.

Bei der dezentralen (direkten) Bewerbung an der Hochschule füllst Du meistens einen Online-Antrag aus und reichst alle geforderten Unterlagen (Abiturzeugnis, Versicherungsnachweis einer Krankenversicherung, Praktika) postalisch nach.

Bei der zentralen (indirekten) Bewerbung über Hochschulstart gehst Du nach der Registrierung ähnlich zur dezentralen Bewerbung vor, hast aber den Vorteil, dass Du Dich bei mehreren Hochschulen gleichzeitig bewerben kannst.

Nachdem die Bewerbungsphase in den Hochschulen abgeschlossen ist, erhältst Du einen Ranglistenplatz, bei dem Du später aufsteigen kannst, wenn Bewerber ihren Platz freigeben. Die aktuelle Rangliste lässt sich nach dem Einloggen unter • MEINE BEWERBUNGEN / ÜBERSICHT BEWERBUNGEN • RANGLISTENDETAILS • FREIGEGEBENE RANGLISTEN einsehen.

Im Laufe der Zulassung erhältst Du Zulassungsangebote, bei deren Annahme das Zulassungsverfahren beendet ist. Nun musst Du Dich um die Immatrikulation (Einschreibung) an der Hochschule kümmern. Die hierfür benötigten Unterlagen sind im Zulassungsbescheid oder auf der Homepage der Hochschule beschrieben.

Manchmal sind bestimmte Voraussetzungen für einen Studienplatz nötig, z.B. der »Allgemeine Orientierungstest für Studienbewerber in Baden-Württemberg«7, den man in ca. 95 min online absolvieren kann oder auch Prüfungen, die eine längere Vorbereitung benötigen (Sporteingangsprüfung, Aufnahmeprüfung für künstlerische Studiengänge, Test für medizinische Studiengänge).

Kommst Du in die engere Wahl, ist ein evtl. mehrtägiges, persönliches Bewerbungsverfahren nicht selten. Wie so etwas abläuft, kann Dir die Fachschaft sagen oder findet sich als Erfahrungsbericht im Internet.

Sobald Du einen Studienplatz angenommen hast, nimm Deine Bewerbung an allen anderen Hochschulen zurück bzw. sage weiteren Zusagen umgehend ab (Telefon, E-Mail), damit Plätze für andere frei werden.

Falls Du nur Absagen erhalten solltest, kannst Du im Internet8 nach unbesetzten Studienplätzen sehen. An manchen Hochschulen werden auch freie Studienplätze verlost und Du kannst dort Dein Glück versuchen.

1.3 Erste Schritte an der Hochschule

Nach einem erfolgreichen Bewerbungsmarathon bist Du nun endlich Student. Dieses Kapitel soll Dich auf die erste Zeit an der Hochschule vorbereiten, damit Du mitreden kannst, wenn es um Klausuren, Fachschaft, Hausarbeiten & Co. geht.

1.3.1 Einführungswoche/-tage

Hinweis

Vor Beginn der Vorlesungen wird fast immer die Hochschule und Fakultät in einer Einführungswoche bzw. einigen Einführungstagen vorgestellt.

Damit eine persönliche Betreuung möglich wird, werden meistens die »Ersties« in Kleingruppen unterteilt. Diese freiwillige Veranstaltung ist absolut zu empfehlen, macht großen Spaß und nebenbei lernst Du Deine Kommilitonen (»Mitschüler«) kennen.

Tipp

Anfangs ist die Informationsflut besonders groß und es passiert schnell, dass Du Wichtiges nicht mitbekommst: Speichere die Telefonnummern einiger sympathischer Kommilitonen in Deinem Handy ab, die Du bei Unsicherheiten anrufen kannst.

Während der Einführungswoche/-tage kannst Du gemeinsam mit Deiner Gruppe das Semesterticket kaufen, den Studentenausweis sowie die Karten für Bibliothek und Mensa abholen – sofern nicht alle Funktionen auf einer Karte vereint sind. Außerdem wirst Du gemeinsam mit anderen durch verschiedene Hochschuleinrichtungen geführt, auf die Du als Student angewiesen bist (Studiendekanat, Bibliothek, Mensa). So lernst Du Deine Hochschule kennen, weißt wo die Veranstaltungsräume sind, isst das erste Mal in der Mensa und wirst in das Ausleihsystem Deiner Bibliothek eingeführt. Wenn Dir bereits Bücher empfohlen werden, kannst Du sie schon vor dem großen Ansturm nach den ersten Veranstaltungen ausleihen.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der während dieser Zeit besprochen wird, ist der Umgang mit der Online-Plattform, auf der Du Deine persönlichen Daten und Veranstaltungen verwaltest. Hier wird Dir gezeigt, wie Du Immatrikulationsbescheinigungen an Terminals oder zu Hause ausdruckst, die Du z.B. für Bank, Krankenversicherung, Stipendien und Behörden (BAföG, Wohngeld) brauchst.

Die Erstellung des Stundenplans wird ein ganz großes Thema sein: In vielen Bachelor-Studiengängen ist der Stundenplan mehr oder weniger vorgegeben, was Dir den Einstieg deutlich erleichtert. Es gibt aber durchaus Studiengänge, in denen Du eine große Auswahl an Veranstaltungen hast: Besonders wichtig ist, dass Du Termine nicht durcheinander bringst und Dich nicht aus Versehen für Veranstaltungen anmeldest, die zur gleichen Zeit stattfinden. Deine Fachschaft hilft Dir gerne beim Stundenplan und erklärt Dir auch, in welcher Reihenfolge bestimmte Veranstaltungen während des Studiums sinnvoll zu belegen sind.

Tipp

Vergleiche Deinen selbst erstellten Stundenplan mit dem Deiner Kommilitonen. Auch wenn nicht alles aufgrund von Wahlmöglichkeiten gleich sein kann, gibt Dir das eine Orientierung.

Fester Bestandteil einer jeden Einführungswoche ist eine Stadttour, in der Dir wichtige Behörden (Wohnsitzanmeldung, BAföG) und besonders coole Kneipen gezeigt werden. Während der Einführung kannst Du jederzeit Fragen stellen – das nimmt Dir die Angst und der Studienstart beginnt entspannter.

1.3.2 Akademische Veranstaltungen

Bereits während den Einführungstagen fallen sicherlich viele Begriffe mit denen man anfangs nichts anzufangen weiß. In diesem Abschnitt wirst Du über die wichtigsten akademischen Veranstaltungen und Eigenarten aufgeklärt.

Anwesenheitspflicht. Der Besuch bestimmter Veranstaltungen muss mit Unterschrift bestätigt werden. Es gibt Dozenten, die nachzählen, ob die Anzahl der Unterschriften mit denen der Studenten übereinstimmt, denn manche lassen von Freunden unterschreiben, was immer für Unmut bei den Dozenten sorgt. Je nach Dozent / Fakultät darfst Du einen bestimmten Prozentsatz dieser Veranstaltungen fehlen, meist 10–30 %. Wer häufiger fehlt, egal aus welchem Grund (auch Krankheit), muss die Veranstaltung wiederholen, wobei manchmal Ausnahmen möglich sind.

ECTS. »Das European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) soll sicherstellen, dass die Leistungen von Studenten an Hochschulen des Europäischen Hochschulraums vergleichbar und bei einem Wechsel von einer Hochschule zur anderen, auch grenzüberschreitend, anrechenbar sind.«9 Für jede Veranstaltung, die besucht wird, gibt es Leistungspunkte (LP) / Credit Points (CP). Ein LP entspricht 25-30 Arbeitsstunden. Pro Semester sollten 30 Punkte erworben werden, was beim Bachelor nach 6 Semestern 180 Punkten gleichkommt. Die Realität: Trotz des ECTS ist ein Hochschulwechsel immer mit Problemen verbunden, weil häufig Leistungspunkte nicht anerkannt werden.

Module. Viele Studiengänge sind mittlerweile modularisiert aufgebaut. Ein Modul besteht i.d.R. aus zwei inhaltlich aufeinander abgestimmten Lehrveranstaltungen und erstreckt sich über 1-2 Semester.

Vorlesung. Eine Vorlesung ist ein zumeist nicht anwesenheitspflichtiger Frontalunterricht, bei dem der Dozent vorne steht und i.d.R. seine Präsentation über Projektor und Mikrofon vorführt. Fragen von der Zuhörerschaft werden nur selten gestellt. Die Vorlesung ist oft Kernstück einer Klausur, in der der Dozent Vorlesungsinhalte prüfen kann. Nicht wenige Klausurfragen lassen sich nur mit Lehrbüchern oder Fachzeitschriften beantworten.

Seminar. Es gibt große Unterschiede, wie Seminare gehalten werden. Für gewöhnlich sind sie anwesenheitspflichtig, die Teilnehmerzahl klein (was auch immer das bedeuten mag) und verlaufen viel interaktiver als Vorlesungen. Selten ähneln Seminare Vorlesungen. Für gewöhnlich müssen die Seminarteilnehmer selbst einen Vortrag halten, eine Hausarbeit anfertigen und / oder eine Klausur ablegen.

Praktika / Labor. Je nach Studienfach versteht man unter Praktikum oder dem Labor etwas anderes. Allen gemein ist die Anwendung des theoretischen Wissens. Praktika sind bei Naturwissenschaftlern Versuche, die nach einem Skript im Labor durchgeführt werden. Bei Wirtschaftswissenschaftlern sind Praktika i.d.R. Mitarbeit in einem Unternehmen, was auch für Naturwissenschaftler möglich ist. Mit Labor kann ein Sprachlabor, oder auch ein Labor wie man es sich bei den Naturwissenschaftlern vorstellt, gemeint sein. Praktika / Labore werden mit Protokollen (Abschnitt 1.5 auf Seite 40) wissenschaftlich dokumentiert.

Tutorien. Häufig werden von Diplomanden/Doktoranden oder Studierenden aus höheren Semestern Übungsstunden angeboten. Hier können Studierende Fragen zu Vorlesungsinhalten stellen und diskutieren. Aufgaben werden gemeinsam gelöst bzw. die zu Hause gemachten Aufgaben besprochen. Tutorien können anwesenheitspflichtig sein.

Kolloquium. Kolloquien sind ebenfalls sehr unterschiedlich: In Chemie wird z.B. vor einem Experiment ein Kolloquium (»Kolloque«) durchgeführt, währenddessen dem Studenten Fragen über das Experiment / den Tag gestellt werden, die er beantworten muss. Falls er durchfällt, darf er das Experiment nicht durchführen bzw. wird nach Hause geschickt und muss unter Umständen bis zum nächsten Semester warten. In anderen Fakultäten entsprechen Kolloquien Seminaren.

Tischklopfen. In Deutschland ist es Brauch, nach einer Veranstaltung mit den Fingerknöcheln auf den Tisch zu klopfen, um zu zeigen, dass einem die Vorlesung gefiel.

Exkursionen. In Hochschulen ist alles akademisch: Hier heißen die Ausflüge »Exkursionen«. Ein reiner Ausflug ist eine Exkursion jedoch nicht, denn (wer hätte das gedacht) Exkursionen sind recht variabel: Bei Biologen handelt es sich oft um »Ausflüge« in die Natur, wo Pflanzen und Tiere bestimmt und protokolliert werden. Bei Archäologen geht es zu Ausgrabungen, während bei Sprachwissenschaftlern die Sprache und Kultur im Vordergrund stehen. Fast immer wird die gesamte Exkursion schriftlich dokumentiert.

Klausur. Am Ende von vielen Veranstaltungen kommt die Klausur. Bei Nichtbestehen kannst Du bestimmte Klausuren beliebig oft wiederholen, bei anderen ist nur noch eine einmalige Wiederholung (Nachklausur) möglich. Besteht man auch die Nachklausur nicht, wird man entweder exmatrikuliert oder muss einen Härtefallantrag stellen. Wird der Härtefallantrag bewilligt, darf man ein letztes Mal die Klausur schreiben (Ausnahmen möglich). Ob und wie oft ein Härtefallantrag bewilligt wird, hängt vom Einzelfall ab.

Hinweis

Fast alle werden früher oder später mindestens ein Mal durch eine Klausur fallen, also Kopf hoch und weitermachen!

Prüfungen. Neben Klausuren gibt es auch andere Formen von Prüfungen, z.B. Hausarbeiten, Präsentationen, praktische Prüfungen, mündliche Prüfungen und viele mehr. Nach deren Bestehen erhältst Du einen Schein. Früher war ein Schein aus Papier, den man in sein Studienbuch abgelegt hat. Bis man den erhielt, konnte es dauern (z.T. mehrere Semester) oder man hat ganz vergessen, den Schein in der jeweiligen Fachabteilung abzuholen (z.T. mehrere Semester). Heute gibt es in vielen Fakultäten die Scheine online, was den Vorteil hat, dass man sie nicht mehr verlieren kann und nicht wöchentlich ins Sekretariat gehen muss, um danach zu fragen.

1.3.3 Die erste(n) Woche(n)

An vielen Hochschulen sind selbst in der ersten Vorlesungswoche noch nicht alle Veranstaltungen mit Zeit und Ort bekannt – wundere Dich also nicht über das Chaos und sei in der ersten Woche besonders aufmerksam: Verpasse keine Einschreibe-Fristen!

Für einige Veranstaltungen (Seminare, Praktika) musst Du Dich anmelden, indem Du Deinen Namen mit Matrikelnummer in eine Gruppe einträgst: Sehr häufig legt der Dozent einige Listen mit Gruppen und Veranstaltungsterminen vor / nach der Veranstaltung aus; jeder im Hörsaal stürmt mehr oder weniger los, um sich schnell für seinen Wunschtermin eintragen zu können, bevor die Liste voll ist. In Seminaren läuft die Themenvergabe für Referate und Hausarbeiten ähnlich ab – aufgrund der kleineren Teilnehmerzahl ist es jedoch nicht ganz so krass. Viele Seminare sind überfüllt und notgedrungen werden Teams aus zwei und mehr Studenten gebildet, die gemeinsam ein Referat halten.

Anmeldungen können aber auch ganz unauffällig am schwarzen Brett oder auf der Homepage bekannt gegeben werden – also immer schön aufmerksam sein!

Überlege Dir am besten schon vorher, mit wem Du in eine Gruppe möchtest, dann kann eine Person gleich die Freunde miteintragen (evtl. mit Matrikelnummern). Diese Termine musst Du Dir unbedingt notieren, damit sie später nicht in Konflikt zu anderen Veranstaltungen stehen, bei denen es genauso läuft.

Tipp

Frage bereits während den Einführungstagen nach, ob vor Vorlesungsbeginn Anmeldungen für Veranstaltungen möglich sind, dann hast Du später weniger Stress.

In den ersten Wochen fällt der Unterschied zwischen Schule und Hochschule besonders auf und viele Studierende beschweren sich über das Lernpensum, das unmöglich zu bewältigen scheint.

Fakt ist: Der Prüfungsinhalt ist z.T. schon seit Jahrzehnten sehr ähnlich und wird immer von vielen bestanden – nur ein geringer Prozentsatz muss wiederholen.

Der Prüfungsstoff kann nur von den wenigsten in allen Details gelernt werden, ist aber zum reinen Bestehen auch nicht nötig.

Einige Klausuren und Prüfungen sind seit Ewigkeiten identisch: Orientiere Dich am besten an Altklausuren, die Du optimalerweise immer zu Semesterbeginn von der Fachschaft besorgst, dann weißt Du, bei welchen Vorlesungsthemen Du besonders aufmerksam sein musst.

Wenn Du zu spät kommst, dann nimm (falls möglich) den Hintereingang zum Hörsaal – eine Entschuldigung ist nicht nötig und würde nur den Ablauf stören. Kommst Du jedoch zu einer Veranstaltung zu spät, die in einem kleineren Rahmen stattfindet (Seminar), solltest Du Dich entschuldigen. Falls Du aufs Klo musst, einfach gehen. Verspäte Dich nicht allzu oft, denn einige Dozenten haben ein unglaublich gutes Gedächtnis und dann könnte eine mündliche Prüfung bei ihnen »interessant« werden ...

1.4 Effektives Lernen

Nach der Schullaufbahn haben die meisten ihre eigene effektive Lernmethode entwickelt. Dennoch lohnt es sich, hin und wieder seine eigene Methodik zu überdenken.

Um effektiv lernen zu können, benötigst Du 6 Voraussetzungen:

hohe zielgerichtete Motivation

realistisches Zeitmanagement

Konzentration

optimale Lerntechnik(en)

geeignete Lernmaterialien

Entspannung

1.4.1 Motivation

Das Studium bietet Dir im Gegensatz zum Schulunterricht den Vorteil, dass Du in vielen Fächern selbst bestimmen kannst, was Du lernen möchtest und auf was Du Deinen Schwerpunkt legst. Leider geht das nicht immer.

Hier kommt die Motivation ins Spiel: Die Motivation während des Studiums ist eines der ausschlaggebendsten Kriterien, wenn nicht sogar das Ausschlaggebendste überhaupt. Wer motiviert ist, lernt leichter, behält mehr im Gedächtnis und versteht schneller Zusammenhänge. Die Kunst liegt in der Erhaltung (manchmal auch in der Steigerung) dieser Motivation!

Viele Studenten sind zu Beginn ihres Studiums hochmotivert, doch leider lässt das bei einigen mit der Zeit nach. Sei es, dass sie sich vom Umfang des Lernstoffs einschüchtern lassen, die anonyme Lehre in der Hochschule nicht mögen, oder das Gefühl von Einsamkeit in ihnen aufsteigt, weil sie ihr bekanntes Umfeld vermissen.

Motivationsformen

Die Motivation lässt sich in die intrinsische und extrinsische Motivation unterteilen. Die stärkere intrinsische Motivation ist Deine innere Antriebskraft und lässt sich positiv beeinflussen, z.B. wenn Du Dir selbst erklärst, warum Du dieses Fach studierst. Die extrinsische Motivation kommt von außen, bspw. wenn Du für Deine Arbeit Geld erhältst.

Neben der intrinsischen und extrinsischen Motivation spielen ebenfalls die Emotionen und die Ratio (Verstand) eine Rolle. Auch hier ist einer stärker als der andere – die Emotionen sind stärker als die Ratio. Diese Erkenntnis verwundert nicht wirklich und wird uns täglich in der Werbung vorgeführt, indem nicht Produktmerkmale (Qualität) präsentiert werden, sondern emotionsstarke Bilder (nackte Haut).

Schließlich gibt es noch die negative und positive Motivation. Die negative Motivation ist die Antriebskraft, die einen zu etwas bewegt, damit nichts Negatives folgt. Nicht wenige lernen, um keine schlechte Note zu erhalten. Positive Motivation wäre, wenn jemand lernt, weil es ihn interessiert. Die negative Motivation ist stärker als die positive.

Wie lassen sich diese Erkenntnisse auf das Lernen anwenden? Ganz einfach: Visualisiere Deinen späteren Traumjob. Stelle Dir Deine Arbeit so vor, als würdest Du die Situation tatsächlich durchleben. Mit diesen Maßnahmen sicherst Du Deine langfristige Motivation. Für die Prüfungsvorbereitung gehst Du analog vor und stellst Dir in Deinen Gedanken vor, wie gut Deine Prüfung laufen wird, wie sicher Du Dich während der Prüfung fühlst und wie entspannt Du Dich danach fühlen wirst. Um Dich beim Lernen zu halten, hilft ebenfalls die Vorstellungskraft. Nehme bewusst wahr, wie Du Dich fühlst wenn Du etwas Kompliziertes verstanden hast. Erlebe die Gefühle und genieße sie! So kannst Du Dich motivieren, weiter zu machen!

Tipp

Nimm Dir jedes Mal vor dem Lernen ein bis zwei Minuten Zeit und denke darüber nach, wieso Du das lernen möchtest.

Zielsetzung

Die Motivation hängt eng mit einem Ziel zusammen. Dabei muss das Ziel realistisch in einer bestimmten Zeit erreichbar sein. Ist das Ziel und/oder die Zeitplanung nicht möglich, folgt die Enttäuschung und die Motivation sinkt.

Prinzipiell wird ein Ziel immer in mehrere kleinere Teilziele unterteilt, z.B. Tagesziel und Wochenziel. Mit jedem erreichten Teilziel fühlst Du Dich wohler und Deine Motivation steigt.

Beispiel: Du möchtest Deine Klausuren am Ende des Semesters mit der Note 2 bestehen. Aus den Altklausuren kennst Du bereits den Umfang und die Themengebiete. Du nimmst Dir vor, den täglichen Unterricht in 120 min zu wiederholen. Weil Dir das an einem Stück zu viel ist, teilst Du die Zeit in 4 Teile à 30 min ein: Mittags 30 min, abends 2 × 30 min mit Pause dazwischen und 30 min vor dem Schlafen. Nach einem Monat kommt ein tägliches Wiederholen des Gelernten von 60 min hinzu, das Du am Morgen oder vor dem Schlafen machst. Falls der Umfang der Klausuren so groß ist, dass 3 Stunden lernen nicht ausreichen, könntest Du bspw. die Lernzeiten erhöhen (45 min statt 30 min bzw. 80 min statt 60 min) oder opferst einen Tag des Wochenendes zum reinen Wiederholen.

Mit positiven Rückmeldungen erhältst Du Deine Lernmotivation. Deshalb musst Du Deinen Lernerfolg in irgendeiner Form kontrollieren und messen können. Hier bieten sich Altklausuren oder Fragen in Lehrbüchern mit Antworten an. Du kannst Dich aber auch mit Kommilitonen treffen und euch gegenseitig Fragen stellen (für mündliche Prüfungen optimal). So findest Du heraus, ob Du das Gelernte tatsächlich verstanden hast und fühlst Dich bestätigt.

1.4.2 Zeitmanagement

Der Erhalt und die Steigerung der Motivation ist langfristig nur mit einem guten Zeitmanagement möglich! Wenn also Deine intrinsische und extrinsische Motivation suboptimal sind, so kannst Du diesen Umstand mit einem guten Zeitmanagement kompensieren.

Hinweis