Später Ruhm - Arthur Schnitzler - E-Book
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Beschreibung

Späten Ruhm erfährt Eduard Saxberger in vorgerücktem Alter. Ein junger Mann sucht ihn auf und gibt sich als Leser jenes schmalen Bandes zu erkennen, mit dem Saxberger einst für Furore sorgte; der Verehrer lädt ihn in einen Schriftstellerverein ein, denen er als Vorbild gilt. Zuerst beschämt, an das verlorene Vergangene erinnert zu werden, dann fasziniert von den Debatten um die wahre Kunst, schließt sich Saxberger den Literaten an. Aber Neues zu schreiben, bemerkt er bald, schafft er nicht mehr. Ein Jahr nach dem Erfolg von "Anatol" und ein Jahr vor dem Durchbruch mit "Liebelei" werden in diesem jetzt erstmals veröffentlichten frühen Porträt der literarischen Boheme die Ängste und Zweifel des 32-jährigen Arthur Schnitzler sichtbar.

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Seitenzahl:162


Zsolnay E-Book

Arthur Schnitzler

Später Ruhm

Novelle

Herausgegeben

und mit einem Nachwort

von Wilhelm Hemecker

und David Österle

Paul Zsolnay Verlag

Das Nachwort integriert Forschung des Wiener Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte und Theorie der Biographie

ISBN978-3-552-05708-1

Alle Rechte vorbehalten

© Paul Zsolnay Verlag Wien 2014

By permission of the Syndics of Cambridge University Library

Schutzumschlaggestaltung: David Hauptmann, Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich, unter Verwendung einer Illustration von © IMAGNO /Austrian Archives

Satz: Eva Kaltenbrunner-Dorfinger, Wien

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Kreutzfeldt digital, Hamburg

Später Ruhm

Herr Eduard Saxberger kam vom Spaziergang nach Hause und schritt langsam die Stiege zu seiner Wohnung hinauf. Es war ein schöner Wintertag gewesen, und gleich nach Schluss der Amtsstunden hatte sich der alte Herr, wie er es gerne zu tun pflegte, auf den Weg gemacht und war in der frischen Luft herumgebummelt, recht weit über die Vororte hinaus zu den letzten Häusern. Er war müde geworden und freute sich auf sein freundliches, warmes Zimmer.

Die Haushälterin empfing ihn mit der Mitteilung, dass bereits seit einer halben Stunde ein junger Mann ihn erwarte, den sie früher nie gesehen. Der alte Herr, der fast nie Besuch empfing, trat mit einiger Neugier ins Wohnzimmer. Bei seinem Eintritt erhob sich der junge Mann, welcher ihn erwartete, von einem Sessel und verbeugte sich.

Saxberger erwiderte die Verbeugung und sagte: »Ich höre, dass Sie bereits einige Zeit auf mich warten – womit kann ich dienen?«

Der junge Mann blieb stehen und entgegnete: »Erlauben Sie, hochverehrter Herr, dass ich mich Ihnen vorstelle, mein Name ist Wolfgang Meier, Schriftsteller.«

»Freut mich sehr, freut mich sehr, bitte doch Platz zu nehmen.«

»Herr Saxberger«, begann der junge Mann, nachdem er sich wieder gesetzt hatte, »ich muss vor allem um Entschuldigung für die Unbescheidenheit bitten, mit welcher ich ungeladen und ungekannt Ihr Heim zu betreten wagte. Aber ich habe vergebens nach einem andern Wege gesucht, Ihre werte Bekanntschaft zu machen.

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