Spiral Dynamics - Für ein besseres Verständnis der Entwicklung von Individuen, Organisationen und Kulturen - Melanie Völker - E-Book

Spiral Dynamics - Für ein besseres Verständnis der Entwicklung von Individuen, Organisationen und Kulturen E-Book

Melanie Völker

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Beschreibung

Spiral Dynamics ist ein Modell, das offenbart, über welche Entwicklungsstufen bzw. -sprünge die Menschheit in ihrer Gesamtheit und jeder einzelne Mensch individuell sich entwickelt. Dem Modell zugrunde liegen verschiedene Ebenen von Wertvorstellungen und Organisationsprinzipien, die darlegen, wie Menschen denken. Es hilft uns dabei, unsere eigene Persönlichkeit und Biografie sowie unsere gegenwärtige Position innerhalb sozialer Kontexte besser zu verorten. Spiral Dynamics bietet damit einen Werkzeugkasten für jeden Einzelnen, für Gruppen und die Gesellschaft, um tiefgreifende Unterschiede und Beweggründe von Menschen, die ihr jeweiliges Denken und Fühlen prägen, besser zu verstehen und privat und beruflich mit ihnen umzugehen. Dadurch können wir ungenutztes Potenzial aufdecken und geeignete nächste Entwicklungsschritte für uns selbst, aber auch für Organisationen, Unternehmen und andere Systeme ableiten.

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Table of Contents

Spiral Dynamics

Inhaltsverzeichnis

Was ist Spiral Dynamics?

Enstehung & Weiterentwicklung von Spiral Dynamics

Integrale Theorie nach Ken Wilber

Der Aufbau der Spirale

Die Dynamik der Veränderungen

Altes und neues Paradigma

Die Ebenen der Spirale

BEIGE: Das instinktive Mem

Der Kern von Beige

PURPUR: Das Clan-Mem

Der Kern von Purpur

ROT: Das egozentrische Mem

Der Kern von Rot

BLAU: Das Sinn betonende Mem

Der Kern von Blau

ORANGE: Das strategische Mem

Der Kern von Orange

GRÜN: Das relativistische Mem

Der Kern von Grün

GELB: Das systemische Mem

Der Kern von Gelb

TÜRKIS: Das holistische Mem

Der Kern von Türkis

Spiral Dynamics in Organisationen

Das Gravesmodell in Bewerbungsprozessen

Das Erwachen weiterer Meme

Abschluss

Quellenverzeichnis

Weiterführende Literatur

Entdecken Sie mehr ...

Impressum

 

 

Spiral Dynamics

Für ein besseres Verständnis der Entwicklung von Individuen, Organisationen und Kulturen

 

 

 

 

1. Auflage

© 2022 Melanie Völker

 

Herstellung & Verlag:

BOD - Books on Demand, Norderstedt

 

ISBN: 978-3-7562-2152-3

 

Alle Rechte vorbehalten.

 

Inhaltsverzeichnis

Was ist Spiral Dynamics?

Entstehung & Weiterentwicklung von Spiral Dynamics

Integrale Theorie nach Ken Wilber

 

Der Aufbau der Spirale

Die Dynamik der Veränderungen

Altes und neues Paradigma

 

Die Ebenen der Spirale

BEIGE: Das instinktive Mem

Der Kern von Beige

PURPUR: Das Clan-Mem

Der Kern von Purpur

ROT: Das egozentrische Mem

Der Kern von Rot

BLAU: Das Sinn betonende Mem

Der Kern von Blau

ORANGE: Das strategische Mem

Der Kern von Orange

GRÜN: Das relativistische Mem

Der Kern von Grün

GELB: Das systemische Mem

Der Kern von Gelb

TÜRKIS: Das holistische Mem

Der Kern von Türkis

 

Spiral Dynamics in Organisationen

Das Gravesmodell in Bewerbungsprozessen

 

Das Erwachen weiterer Meme

 

Abschluss

 

Quellenverzeichnis

 

Weiterführende Literatur

 

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Impressum

 

Was ist Spiral Dynamics?

Als Kurzdefinition lässt sich Spiral Dynamics als eine Theorie über menschliche Wertsysteme bzw. Theorie von den Ebenen der psychischen Existenz deklarieren. Warum tun wir die Dinge, die wir tun? Was ist der individuelle Sinn unseres Lebens?

 

Die Grundthese besteht in einer Äquivalenz von sozialer und individueller Bewusstseinsentwicklung. Das bedeutet, dass die Evolutionsschritte, welche die Menschheit in ihrer Ganzheit vollzogen hat, auch von jedem Einzelnen durchlaufen werden. Somit ist Spiral Dynamics ein Entwicklungsmodell sowohl für die Entfaltung der Persönlichkeit des Einzelnen als auch für Kulturen und Organisationen. Dabei basiert Spiral Dynamics auf jahrzehntelanger wissenschaftlicher Forschung, Anwendung und Erkenntnissen von Organisationstheoretikern und Neurobiologen.

 

“Die Psychologie des reifen Menschen ist ein sich entfaltender, [...] spiralförmiger Prozess, der durch die fortschreitende Unterordnung älterer Verhaltenssysteme niedriger Ordnung unter neuere Systeme höherer Ordnung gekennzeichnet ist, wenn sich die existenziellen Probleme des Menschen ändern.”

 

– Professor Clare W. Graves

 

 

Wozu ist Spiral Dynamics gut?

Spiral Dynamics stellt einen Werkzeugkasten für jeden Einzelnen, Teams, Gruppen und die Gesellschaft dar, um die tiefgreifendsten Unterschiede zwischen den Menschen besser zu verstehen und privat und beruflich mit ihnen umzugehen. Durch dieses Verständnis können wir die tiefsten Beweggründe und Bedürfnisse anderer Individuen und Kollektive, welche die Wahrnehmung, das Denken und Fühlen prägen, besser würdigen und integrieren, um geeignetere Handlungsoptionen zu entwerfen und Konflikte zu entschärfen.

 

Spiral Dynamics dient der Analyse und Entwicklung des Potenzials von Individuen, Gesellschaft sowie Organisationen und Unternehmen gleichermaßen. In Organisationen unterstützt das Modell dabei, die Kompetenzen der Mitarbeitenden einzuschätzen, drohende Konflikte zwischen den verschiedenen Beteiligten zu analysieren und unter Berücksichtigung der verschiedenen Wertsysteme und Geisteshaltungen, in denen sich Menschen befinden, eine gemeinsame “Sprache” zu finden. So können auch Unternehmen mehr Komplexität und neue Lösungswege finden, die es langfristig erfolgreicher machen.

 

Wir lernen zu verstehen, warum manche Menschen offen für Veränderungen sind und andere nicht, und welche Gesetzmäßigkeiten in Veränderungsprozessen berücksichtigt werden müssen, damit Veränderung nachhaltig und effizient gestaltet werden kann. Dadurch sind wir in der Lage, geeignete Strukturen, Prozesse, Kommunikationsformen und eine Führungskultur zu schaffen, die im jeweiligen System die Motivation, Freude und Effizienz der Mitarbeitenden auf natürliche Weise fördern.

 

“Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.”

 

– Albert Einstein

 

Ausdrücklich geht es beim Verständnis von Spiral Dynamics nicht darum, irgendeine der Ebenen (Meme) zu beseitigen, sondern die diesen innewohnenden Muster zu entdecken, mit denen Menschen sich gesund entwickeln und wachsen können.

 

Entstehung & Weiterentwicklung von Spiral Dynamics

Ursprünglich beschäftigte sich Clare W. Graves, ein US-amerikanischer Professor für Psychologie und Soziologie am Union College, Schenectady, New York, ab den 1960er Jahren mit der Frage, warum Menschen die Welt so unterschiedlich sehen und warum manche Menschen Veränderungen gegenüber offen sind und andere nicht.

 

Daraus entwickelte Graves sein “emergentes, zyklisches Doppel-Helix-Modell der erwachsenen bio-psycho-sozialen Entwicklung”, welches den Ansatz verfolgte, das Modell seines Kollegen Abraham Maslow (Bedürfnishierarchie) durch empirische Studien zu bestätigen. Graves beschrieb darin acht Wertklassen evolutionärer Entwicklung, wobei das System nach oben hin offen sei und die Möglichkeit bestehe, dass weitere Wertklassen existieren. Damit drückte Graves aus, dass die Evolution der Menschheit kein festes Ziel habe, sondern ein offener Prozess sei.

 

”Was ich sage, ist dies: Wenn eine Art des Lebens besser an die Lebensumstände angepasst ist, dann ist dieses eine bessere Weise des Lebens in eben diesen Realitäten.”

 

– Professor Clare W. Graves

 

Nach Graves Tod entwickelten seine Studenten Don Edward Beck, später ein Hauptberater von Nelson Mandela und Begleiter der Transformation in Südafrika, und Christopher C. Cowan das Modell unter dem Label “Spiral Dynamics” weiter. Im Jahr 1996 veröffentlichten sie das heutige Standardwerk “Spiral Dynamics – Leadership, Werte und Wandel”.

 

“Es gibt keine Typen von Menschen, aber es gibt sicherlich Systeme in Menschen und unterschiedliche Arten und Weisen, über Dinge nachzudenken.”

 

– Don Beck, “Spiral Dynamics in der Praxis – Der Mastercode der Menschheit”

 

Im Laufe der Jahre flossen die Forschungsarbeiten weiterer Wissenschaftlicher in das Modell ein, unter anderem von dem britischen Biologen Richard Dawkins (“Das egoistische Gen”, im Original “The Selfisch Gene”, 1976) und dem ungarischen Psychologen Mihály Csíkszentmilhályi (“Dem Sinn des Lebens eine Zukunft geben – Eine Psychologie für das 3. Jahrtausend”, 1993).

 

Integrale Theorie nach Ken Wilber

Auch der US-amerikanische Philosoph Ken Wilber nahm Spiral Dynamics begeistert auf und bezog es in seine integrale Theorie bzw. seinen integralen Ansatz ein. Integral bedeutet umfassend, ausbalanciert und einschließlich.

 

“Mit meinen Worten, jede Welle ist ein ‘Transzendieren und Einschliessen.’ Das bedeutet, jede Welle geht über ihre(n) Vorgänger hinaus (transzendiert ihn), und beinhaltet oder umfasst ihn zugleich in ihrem Bestand. [...] so ist jede Welle der Existenz ein grundlegender Bestandteil aller nachfolgenden Wellen, und daher sollte jede geschätzt und anerkannt werden.”

 

– Ken Wilber

 

Die Basis bildet ein Vier-Quadranten-Modell, welches eine ganzheitliche Betrachtungsweise bietet, um das Veränderungspotenzial von Menschen und ihrer Arbeitsumgebung zu analysieren. Dahinter steckt die Grundannahme, dass sämtliche Aspekte unserer Seins- und Arbeitswelt eine innere (subjektive und spürbare) und eine äußere (objektive und messbare) Dimension haben, und sich zugleich individuell und kollektiv ausdrücken. Daraus ergeben sich die vier Quadranten: innen-individuell (Ich), außen-individuell (Es), innen-kollektiv (Wir) und außen-kollektiv (Sie).

 

Eigene Darstellung in Anlehnung an Ken Wilber: "Integrale Lebenspraxis"

 

Individuelle innere Faktoren:

Darunter fallen die Denkweisen, Gefühle, Absichten und Überzeugungen eines Menschen sowie seine persönlichen Bedürfnisse.

 

Individuelle äußere Faktoren:

Hierzu gehören nach außen hin sichtbare Aspekte, wie unser Verhalten, unser physischer Körper und unsere jeweiligen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

 

Innere kollektive Systemfaktoren:

Das sind unsere Beziehungen, unsere Kultur sowie die daraus erwachsenden kollektive Werte und Normen, Teamgeist und Visionen.

 

Äußere kollektive Systemfaktoren:

Zu den äußeren Systemfaktoren gehören unsere Umgebung, die sozialen Strukturen, Gesetze, Regeln und Richtlinien, ebenso wie sichtbare Prozesse und Abläufe eines Unternehmens.

 

Vertiefend umfasst die integrale Theorie (AQAL: ‘All Quadrants, All Levels’) eine horizontale (Quadranten) und eine vertikale Ausrichtung (Ebenen bzw. Entwicklungsstufen, Linien, Zustände, Typen).

Menschen entwickeln sich schrittweise von einer Ebene zur nächsten. Die Linien beziehen sich auf die verschiedenen Bereiche (kognitiv, emotional, geistig, Talente, körperlich, spirituell etc.), in denen ein Mensch sich entwickelt. Die Zustände nehmen Bezug auf das Bewusstsein des Menschen, derweil Typen bestimmte Merkmale darstellen, die mit der Persönlichkeit eines Individuums, einer Organisation oder einer Gesellschaft verbunden sind.

 

Indem der integrale Ansatz die individuelle Ebene mit der kollektiven Systemebene verbindet und sowohl innere als auch äußere Faktoren einbezieht, erhalten wir ein vollständiges Bild und können vorhandene Prozesse hinterfragen und geeignetere Maßnahmen entwickeln, um Transformation bei Einzelnen und in Organisationen einzuleiten.

 

Der Aufbau der Spirale

Spiral Dynamics beschreibt die Dynamik menschlicher Entwicklung, Veränderung, Komplexität und Ausrichtung in Form einer Spirale, deren Ebenen bzw. Stufen durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet sind.

 

 

Wenngleich andere Autoren gelegentlich zur Kennzeichnung der Ebenen auch Zahlen verwenden, verzichteten Beck und Cowan bewusst darauf, um eine Wertung bzw. Hierarchie zu vermeiden. Alle Ebenen sind gleichwertig, keine ist besser oder schlechter. Sie stellen bloß unterschiedliche Sichtweisen auf die Welt und ihre Komplexität dar.