Sprachengerechtigkeit - Philippe Van Parijs - E-Book

Sprachengerechtigkeit E-Book

Philippe Van Parijs

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»Do you speak English?« Nicht nur in Europa erhält man als Antwort darauf immer häufiger ein »Yes«. Und in der Tat: Quasi unter der Hand scheint sich Englisch zu einer neuen »lingua franca« zu entwickeln, wie auch empirische Daten belegen. Aber ist das gerecht? Oder vielmehr ein Menetekel der »Amerikanisierung« der Welt, respektlos und »unfair« – der Anfang vom Ende der kulturellen Vielfalt, die gerade Europa so besonders macht? Philippe Van Parijs vertritt in seinem Buch die provokante These, dass wir diese Entwicklung nicht nur begrüßen, sondern auch aktiv beschleunigen sollten. Eine gemeinsame Sprache, so seine Überzeugung, ermögliche mehr Bürgern die Teilhabe an politischen und wirtschaftlichen Prozessen und sei eine effektive Waffe im Kampf um mehr Gerechtigkeit. Seine Devise lautet daher: »Go English!« Aber ist das wirklich gerecht? Schließlich wären englische Muttersprachler im Vorteil, und es spricht viel dafür, die Sprachenvielfalt gerade aus Gründen der Gerechtigkeit zu schützen. Van Parijs stellt sich diesen und weiteren Einwänden in gehaltvoller Auseinandersetzung mit den maßgeblichen Paradigmen der Gerechtigkeitstheorie und diskutiert dann praktische Maßnahmen zur Durchsetzung der Sprachengerechtigkeit – etwa eine Sprachsteuer für anglophone Länder oder ein Verbot der Synchronisierung englischsprachiger Filme. »Sprachengerechtigkeit für Europa und die Welt« ist kein Buch gegen die Vielfalt der Sprachen und Kulturen. Aber es behauptet, dass Sprachenvielfalt kein Wert an sich ist, anders als Gerechtigkeit. Ein außergewöhnlicher Beitrag zur Debatte um die Zukunft Europas.

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»Do you speak English?« Nicht nur in Europa erhält man als Antwort darauf immer häufiger ein »Yes«. Und in der Tat: Quasi unter der Hand scheint sich Englisch zu einer neuen lingua franca zu entwickeln, wie auch empirische Daten belegen. Aber ist das gerecht? Oder vielmehr ein Menetekel der »Amerikanisierung« der Welt, respektlos und unfair – der Anfang vom Ende der kulturellen Vielfalt, die gerade Europa so besonders macht?

   Philippe Van Parijs vertritt in seinem Buch die provokante These, daß wir diese Entwicklung nicht nur begrüßen, sondern auch aktiv beschleunigen sollten. Eine gemeinsame Sprache, so seine Überzeugung, ermögliche mehr Bürgern die Teilhabe an politischen und wirtschaftlichen Prozessen und sei eine effektive Waffe im Kampf um mehr Gerechtigkeit. Seine Devise lautet daher: »Go English!«

   Aber ist das wirklich gerecht? Schließlich wären englische Muttersprachler im Vorteil, und es spricht viel dafür, die Sprachenvielfalt gerade aus Gründen der Gerechtigkeit zu schützen. Van Parijs stellt sich diesen und weiteren Einwänden in gehaltvoller Auseinandersetzung mit den maßgeblichen Paradigmen der Gerechtigkeitstheorie und diskutiert dann praktische Maßnahmen zur Durchsetzung der Sprachengerechtigkeit – etwa eine Sprachsteuer für anglophone Länder oder ein Verbot der Synchronisierung englischsprachiger Filme.

   Sprachengerechtigkeit für Europa und die Welt ist kein Buch gegen die Vielfalt der Sprachen und Kulturen. Aber es behauptet, daß Sprachenvielfalt kein Wert an sich ist, anders als Gerechtigkeit. Ein außergewöhnlicher Beitrag zur Debatte um die Zukunft Europas.

   Philippe Van Parijs, geboren 1951 in Brüssel, ist Professor für Ökonomie und Sozialethik an der Université catholique de Louvain sowie Professor für Philosophie in Harvard. Gastprofessuren führten ihn an Universitäten und Forschungseinrichtungen rund um den Globus, u.a. nach Moskau, Paris, Montréal, Rio de Janeiro, Peking, Montevideo und Kinshasa. Er gilt als Vordenker des bedingungslosen Grundeinkommens und ist Gründer des Basic Income Earth Network (BIEN). 2001 erhielt Van Parijs den Francqui-Preis, die höchste akademische Auszeichnung, die sein Heimatland zu vergeben hat.

Philippe Van Parijs

SPRACHENGERECHTIGKEIT

für Europa und die Welt

 

Aus dem Englischenvon Michael Adrian undNikolaus Gramm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Suhrkamp

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation

in der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische Daten sind im Internet

über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

 

 

 

 

 

eBook Suhrkamp Verlag Berlin 2013

Textgrundlage dieses eBooks ist die 1. Auflage der gedruckten Version gleichnamigen Titels.

© Philippe Van Parijs 2011

© der deutschen Ausgabe Suhrkamp Verlag Berlin 2013

Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

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Umschlaggestaltung: Hermann Michels und Regina Göllner

Umschlagabbildung: Eric de Ville, Tower of Brussels

 

Zur Gewährleistung der Zitierbarkeit zeigen die grau hinterlegten Ziffern die jeweiligen Seitenanfänge der Printausgabe an.

 

eISBN978-3-518-73313-4

www.suhrkamp.de

5Inhalt

Vorwort zur deutschen Ausgabe

11

Einleitung

15

 

1LINGUA FRANCA

 

1.1

Europas Lingua franca

23

1.2

Eine globale Lingua franca?

28

1.3

Wahrscheinlichkeitsgesteuertes Sprachenlernen

32

1.4

Der Maxi-min-Sprachgebrauch

35

1.5

Die Maxi-min-Dynamik

39

1.6

Didaktische und symbolische Abweichungen vom Maxi-min-Kriterium

43

1.7

Die Maxi-min-Dynamik und die Machtverhältnisse

48

1.8

Die Machtverhältnisse und der Aufstieg des Englischen

52

1.9

Die Lingua franca und die Rechtfertigungsgemeinschaft

58

1.10

Die Lingua franca und der transnationale Demos

63

1.11

Das Englische als Träger ideologischer Vorherrschaft?

71

1.12

Go English?

79

 

ANHANG: DREI ALTERNATIVEN ZUR LINGUA-FRANCA-KONVERGENZ

 

1.

Babelfisch

83

2.

Esperanto

85

3.

Lingua-franca-Pluralismus

98

 

62 SPRACHENGERECHTIGKEIT ALS FAIRE KOOPERATION

 

2.1

Englische Muttersprachler als Trittbrettfahrer

104

2.2

Unbegrenztes Lernen versus einmalige Umstellung

110

2.3

Ein stilisiertes Bild

114

2.4

Effiziente Kostenteilung: Church und King

118

2.5

Gleiche Kostenteilung: Pool

120

2.6

Gleiche Nutzenaufteilung: Gauthier

122

2.7

Gleiches Kosten-Nutzen-Verhältnis: Homans

127

2.8

Warum manchmal die Kleinen die Großen subventionieren müssen

133

2.9

Zur Schätzung der Sprachlernkosten

137

2.10

Annäherungen an die Realität

144

2.11

Eine Sprachsteuer?

150

2.12

Ausgleichende Wilderei?

154

 

ANHANG

 

1.

Formale Darlegung der vier Kriterien fairer Kooperation für den Fall zweier Sprachgemeinschaften

163

2.

Gleiche Kosten-Nutzen-Relationen mit vielen Sprachgemeinschaften

167

 

3 SPRACHENGERECHTIGKEIT ALS CHANCENGLEICHHEIT

 

3.1

Liberal-egalitäre Gerechtigkeit

169

3.2

Sprache, Religion und Rechte

173

3.3

Sprachlich begründete Chancenungleichheiten

178

3.4

Ad-hoc-Anpassungen des Sprachenregimes

185

3.5

Transfers an die sprachlich Benachteiligten

189

3.6

Die Verbreitung der Lingua franca durch Immersionsschulung

198

3.7

Eine preiswerte Methode der Verbreitung

204

3.8

Ein Verbot von Synchronfassungen?

211

3.9

Vom Nachteil zum Vorteil?

219

 

74 SPRACHENGERECHTIGKEIT ALS GLEICHE WERTSCHÄTZUNG

 

4.1

Gleiche Achtung

224

4.2

Symbolische Gleichheit aller Sprachen?

231

4.3

Symbolische Gleichheit als Nebeneffekt praktischer Zwänge?

236

4.4

Wer soll für kostspielige Symbolpolitik zahlen?

241

4.5

Eine Shortlist der Mehrsprachigkeit?

247

4.6

Rhetorische Ermunterungen

250

 

5 SPRACHLICHE TERRITORIALITÄT

 

5.1

Ein territorial differenziertes zwingendes Regime

255

5.2

Rohrkrepierer: das Ius soli und die nationale Souveränität

264

5.3

Erstes Argument: Kolonialherrenmentalität

268

5.4

Zweites Argument: In Freundlichkeit sterben

272

5.5

Drittes Argument: Jede Sprache eine Königin

281

5.6

Territoriale Reziprozität

286

5.7

Befriedung durch Territorialität?

291

5.8

Territorialität versus Homogenität

295

5.9

Die Kosten einer allgemeinen Sprachkompetenz

298

5.10

Das Parterre der Welt

305

5.11

Diasporapuffer und Regimelockerung

309

5.12

Tiefgehende Heterogenität

316

5.13

Demokratische Konfliktlösung

324

5.14

Faire Schicksalsergebenheit

329

 

6 SPRACHENVIELFALT

 

6.1

Was ist Vielfalt?

336

6.2

Was ist Sprachenvielfalt?

341

6.3

Mehrsprachigkeit contra Sprachenvielfalt?

347

86.4

Lokale Vielfalt versus interlokale Vielfalt

355

6.5

Fluch oder Segen?

360

6.6

Wirtschaftliche Solidarität, Identifikation und Verständigung

370

6.7

Lokale Vielfalt und Solidarität

373

6.8

Interlokale Vielfalt und Solidarität: eine überraschende Allianz?

381

6.9

Interlokale Vielfalt und Solidarität: ein nicht zu leugnendes Spannungsverhältnis

387

6.10

Wirkliche Freiheit für alle versus gleiche Wertschätzung

391

 

FAZIT

397

 

Danksagung

402

Literaturverzeichnis

405

Register

427

 

 

9Im Gedenken an G. A. Cohen (1941-2009)

1011Vorwort zur deutschen Ausgabe

»Es stimmt ja: Die junge Generation wächst ohnehin mit Englisch als Lingua franca auf. Ich finde aber, wir sollten die sprachliche Integration nicht einfach dem Lauf der Dinge überlassen. Mehr Europa heißt nämlich nicht nur Mehrsprachigkeit für die Eliten, sondern Mehrsprachigkeit für immer größere Bevölkerungsgruppen, für immer mehr Menschen, schließlich für alle! Ich bin überzeugt, dass in Europa beides nebeneinander leben kann: die Beheimatung in der eigenen Muttersprache und in ihrer Poesie und ein praktikables Englisch für alle Lebenslagen und Lebensalter. Mit einer gemeinsamen Sprache ließe sich auch mein Wunschbild für das künftige Europa leichter umsetzen: eine europäische Agora, ein gemeinsamer Diskussionsraum für das demokratische Miteinander.«1

Bundespräsident Joachim Gauck hat gleich doppelt recht. Erstens hat er recht in bezug auf die Tatsachen. Ein kurzer Blick auf die neuesten europäischen Daten zu den – nach Altersgruppen gegliederten – Sprachkompetenzen der europäischen Bürger genügt, um sich davon zu überzeugen.2 Läßt man den Blick von den älteren zu den jüngeren Generationen schweifen, dann sind 12zwei Trends nicht zu übersehen. Der eine ist ein Rückgang des Deutschen als Muttersprache, der mit den unterschiedlich hohen Geburtenraten in der Europäischen Union zusammenhängt. Der andere ist der rasche Aufstieg des Englischen als einer erlernten Sprache, die man sich überall in Kontinentaleuropa später im Leben aneignet. In den meisten Ländern bleibt die Zweisprachigkeit mit der Zweitsprache Englisch bislang jedoch ein auf die Eliten beschränktes Phänomen.

Zweitens hat Präsident Gauck recht bezüglich der Richtung, in die wir gehen müssen. Die Demokratisierung der Sprachkompetenz in der Lingua franca sollte in ganz Kontinentaleuropa zu einer der obersten Prioritäten gemacht werden. Und zwar sollte dies nicht nur und nicht einmal in erster Linie aufgrund der ungerechten Ungleichheiten geschehen, die davon herrühren, daß die Beherrschung des Englischen das Monopol einer Minderheit ist. Nein, dieses Ziel gilt es vor allem deshalb zu verfolgen, weil wir dringend ein billiges und gut funktionierendes Medium zur Verständigung brauchen, um auf EU-Ebene diskutieren und mobilisieren zu können. Man könnte sich zu diesem Zweck zwar auch Alternativen zu »praktikablem Englisch« ausmalen, von denen einige auf den ersten Blick attraktiv erscheinen mögen. Sie alle werden in diesem Buch geprüft, aber es wird sich zeigen, daß keine eine realistische Option in einem vernünftigen Zeitrahmen darstellt. Die Geschicke der europäischen Nationen jedoch sind fortan unauflöslich miteinander verknüpft, so daß Entscheidungen von großer Tragweite für alle ihrer Bürger auf EU-Ebene gefällt werden müssen, heute wie in Zukunft. Damit sich diese Entscheidungen einigermaßen am Allgemeinwohl orientieren, muß unser Raum der gemeinsamen Verständigung und Deliberation erheblich ausgeweitet werden, und ebenso muß unsere Fähigkeit, grenzüberschreitend europäische Bürger zu mobilisieren, gerade zum Wohl der schwächsten Teile der europäischen Bevölkerung erheblich gestärkt werden. Deshalb ist die Demokratisierung des Englischen so wichtig. Deshalb müssen 13wir Kontinentaleuropäer diesen germanischen Dialekt allesamt als wahrhaft unseren verstehen – diesen Dialekt, der vor 15 Jahrhunderten vom Kontinent nach Europas größter Insel exportiert, einige Jahrhunderte darauf mit einer massiven Injektion Französisch durchmischt und einige weitere Jahrhunderte später auf dem Großteil des nordamerikanischen Kontinents verbreitet wurde.

Indes darf uns die feste Überzeugung, daß wir diesen Weg gehen müssen, nicht für die verschiedenen Formen von Ungerechtigkeit blind machen, die dadurch entstehen, daß der Muttersprache einer Untergruppe der europäischen Bevölkerung eine derartige Sonderstellung eingeräumt wird. In meinem Bemühen, diese Formen von Ungerechtigkeit genau zu bestimmen und mögliche Reaktionen auf sie zu erörtern, besteht das Gros der Thematik des vorliegenden Buches. Die vertrackteste dieser Formen ist ein Zurückbleiben hinter dem, was ich Sprachengerechtigkeit als gleiche Wertschätzung nenne; und die beste Antwort darauf, so meine Argumentation, ist das, was man für gewöhnlich als sprachliches Territorialitätsprinzip bezeichnet: der zwingende Schutz lokaler Sprachen durch ihren verpflichtenden Gebrauch in der öffentlichen Kommunikation und Bildung. Dies bedeutet mehr als »die Beheimatung in der eigenen Muttersprache und in ihrer Poesie«. Es bedeutet auch, daß jede offiziell anerkannte Sprache eine bedeutende Rolle als öffentliche Sprache jener politischen Gemeinschaft beibehalten können wird, die dem Territorium entspricht, in dem sie Schutz genießt. Ob nun zu unserer Erleichterung oder zu unserem Verdruß: Dieses sprachliche Territorialitätsprinzip wird verhindern, daß die Bevölkerung der Europäischen Union jemals zu einem einzigen Ethnos zusammenwächst, zu einer einzigen Nation in irgendeinem ernstzunehmenden Sinn des Wortes. Es darf und wird aber nicht verhindern, daß sie zu einem echten Demos zusammenwächst, zum Akteur eines demokratischen politischen Gebildes, der freilich die vielen nationalen und subnationalen Demoi nur ergänzen und nicht ersetzen wird.

14Wie es in den kommenden Jahrzehnten mit der Europäischen Union weitergeht, ist von größter Bedeutung für ihre eigenen Bürger, aber auch für den Rest der Welt. Die Fähigkeit der EU, adäquat auf die gewaltigen Herausforderungen zu reagieren, vor denen sie steht, hängt entscheidend davon ab, ob es ihr gelingt, ein effizientes und gerechtes Sprachenregime zu ersinnen und in die Realität umzusetzen. Nicht nur, aber auch weil Deutsch die verbreitetste Muttersprache in der Europäischen Union ist, spielen das Nachdenken und die Diskussion über dieses Sprachenregime nirgendwo auf der Welt eine so große Rolle wie im deutschsprachigen Teil der EU. Es ist meine inständige Hoffnung, daß die vorliegende Ausgabe meines Buches dazu beitragen wird, zu einer nüchternen Diskussion über dieses Thema beizutragen. Das Zitat von Bundespräsident Gauck am Beginn dieses Vorworts läßt darauf schließen, daß das deutschsprachige Publikum bereit für sie ist.

 

Brüssel, 1. April 2013

1

  

»Europa: Vertrauen erneuern – Verbindlichkeit stärken«. Rede von Bundespräsident Joachim Gauck zu Perspektiven der europäischen Idee am 22. Februar 2013 in Schloß Bellevue.

2

  

Vgl. die Abbildungen 1.1 bis 1.3 in Kapitel 1 dieses Buches, die auf dem Eurobarometer Spezial Sprachen von 2012 beruhen und die in den entsprechenden Abbildungen der englischen Originalausgabe (mit Zahlen aus dem Eurobarometer Spezial Sprachen 2006) gezeigten Trends bestätigen. Vgl. auch die interaktive Website 〈www.languageknowledge.eu〉, die eine benutzerfreundliche Übersicht über die Entwicklung in allen 27 Mitgliedstaaten bietet.

15Einleitung

Sprachenfragen haben mich lange verwirrt. Und beunruhigt. Und intellektuell fasziniert. Kein Wunder, könnte man sagen. Zwischen meinem Vor- und meinem Nachnamen trage ich eine Sprachgrenze mit mir herum. Meine Muttersprache ist nicht die Sprache, die ich am besten spreche – und auch nicht die Sprache, die ich heute mit meiner Mutter spreche. Wenn alle meine Kinder zum Abendessen versammelt sind, erklingen vier Sprachen am Eßtisch. Zudem unterrichte ich an jenen beiden Institutionen, die entstanden, als eine 550 Jahre alte Universität zu der Zeit, da ich an ihr zu studieren begann, entlang einer sprachlichen Kluft auseinanderbrach. Vor allem aber wurde ich in Brüssel geboren, wo ich auch aufwuchs und heute wieder lebe: in der Stadt also, in der sich Pieter Bruegel der Ältere in genau jenem Jahr niederließ, in dem er zweimal den Turmbau zu Babel malte; einer Stadt, die inzwischen auch – weit mehr aus Zufall als geplant – zur Hauptstadt der Europäischen Union geworden ist, eines bizarren, in seiner Art beispiellosen politischen Gebildes, das sich dazu verpflichtet hat, den Amtssprachen sämtlicher seiner nationalen Einzelglieder den gleichen Status einzuräumen, und folglich gezwungen war, den umfangreichsten Dolmetscher- und Übersetzerdienst aufzubauen, den die Menschheit je gekannt hat.

Dies alles dürfte genügen, um meine Sensibilität für Fragen der Sprache zu erklären, aber nicht, um zu begründen, warum ich Jahre meines Lebens darauf verwendete, ein Buch über sie auszubrüten. Dazu bedurfte es mehr. Und mehr kam in Form der sich mir nach und nach aufdrängenden Erkenntnis, daß die besagten Sprachenfragen in Brüssel zwar ungewöhnlich stark ins Auge springen, daß sie aber keineswegs das kleinliche Privileg des 16winzigen Mischlings von einem Land bilden, dessen Bürger ich nun einmal bin; und auch nicht das der auf rund hundert Gebäude quasi in Sichtweite meiner Brüsseler Wohnung verteilten Eurobürokratie. Nein, diese Fragen stellen sich heute nahezu überall, und zwar in wachsendem Maß. Dafür gibt es im wesentlichen drei Gründe. Erstens finden überall auf der Welt immer mehr mehrsprachige Länder, wenn auch auf chaotische Weise, Anschluß an das demokratische Zeitalter und stehen damit vor der Notwendigkeit, eine funktionierende Demokratie in einem Gemeinwesen mit separaten öffentlichen Meinungen zu entwickeln; genau dies war ja die zentrale Herausforderung, mit der Belgien konfrontiert war, als es nicht mehr von einer landesweiten französischsprachigen Elite beherrscht wurde. Zweitens müssen wir zunehmend weltweit in Dimensionen agieren, die Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen zusammenbringen – und zwar nicht mehr nur Kaufleute und Diplomaten, Einwanderer und Touristen, sondern, in politischen Institutionen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, einen bunten Mix von Akteuren aus dem Wirtschafts- und Geistesleben. Wir sind daher in wachsendem Maß mit ebenjener Problematik konfrontiert, die in den zentralen Institutionen der Europäischen Union und ihrem Umfeld sehr genau gesehen wird. Drittens müssen sich immer mehr Länder auf der ganzen Welt mit der Einwanderung von Menschen auseinandersetzen, die eine Vielzahl von anderen Muttersprachen sprechen und diese auch häufiger beibehalten und an die nächste Generation weitergeben als je zuvor. In der Folge ist an vielen Orten, für die dies im wesentlichen eine neue Erfahrung darstellt, eine permanente Sprachenvielfalt zum Normalfall geworden.

Die Wichtigkeit, die ich Sprachenfragen beimesse, verdankt sich einerseits der Erkenntnis ihrer zunehmenden Prominenz und Allgemeinheit entlang der drei genannten Entwicklungslinien. Noch mehr aber ist sie der Einsicht in ihre Bedeutung für die Aussicht auf soziale Gerechtigkeit geschuldet, und zwar auf 17nationaler wie auf europäischer und globaler Ebene. Diese Bedeutung wurde mir erstmals bewußt, als ich in den frühen 1990er Jahren registrierte, wie Belgiens Sprachenstreit drohte, den nationalen Wohlfahrtsstaat des Landes unter die Räder kommen zu lassen, der bis dato als leistungsfähiges Instrument zur Armutsbekämpfung und zum Abbau von Ungleichheit gedient hatte. Sprachenstreite erscheinen Menschen, die sich über soziale Ungerechtigkeit erregen, oft trivial. Gelingt es aber nicht, sie angemessen zu lösen, kann dies das Streben nach sozialer Gerechtigkeit ernsthaft beeinträchtigen. Karl Renner und Otto Bauer, die führenden sozialdemokratischen Vordenker Österreich-Ungarns und ersten Theoretiker einer mehrsprachigen Demokratie, kamen schweren Herzens zu dem Schluß, daß sie die nötige Zeit und Energie aufbringen mußten, um eine passende Antwort auf die »Nationalitätenfrage« zu finden, da sie andernfalls die ihnen viel wichtigere »soziale Frage« nie würden erfolgreich bewältigen können. Zweifellos zu spät, insofern das Habsburgerreich entlang von Sprachgrenzen zerfiel, bevor ihre Lösungsvorschläge überhaupt ausprobiert werden konnten. Unsere heutige Situation in der Europäischen Union ist davon jedoch nicht grundlegend verschieden. Wie ich in diesem Buch zeigen möchte, erlauben die anhaltende »Eurokrise«, das »Demokratiedefizit« in der EU, die Stagnation des »sozialen Europa« keine strukturellen Lösungen, solange keine faire und gut funktionierende Lösung für Europas zentrales Sprachenproblem gefunden wird.

Sollte sie zutreffen, dann wäre allein schon aufgrund dieser letzten Behauptung das Thema der Sprachengerechtigkeit durchaus den Aufwand eines Buches wert. Sie rechtfertigt darüber hinaus aber auch die Wahl meines zentralen Beispiels. Die Kenntnis der englischen Sprache verbreitet sich mit verblüffender Geschwindigkeit überall in Europa und auf der Welt. Wie ich zeigen möchte, sollten wir dieses massive und irreversible Phänomen begrüßen. Doch bringt es auch Ungerechtigkeiten mit sich, deren Untersuchung im Mittelpunkt des vorliegenden Bu18ches steht. Vieles von dem, was ich zu sagen haben werde, beansprucht eine viel allgemeinere Gültigkeit als nur in bezug auf die gegenwärtige EU-weite und weltweite Verbreitung der englischen Sprache. Es gab, gibt und wird auch künftig viele andere Fälle von Sprachenkonkurrenz geben, die schärfere, spektakulärere und gewalttätigere Konflikte nach sich ziehen werden. Keiner von ihnen verfügt indes über eine Größenordnung, die der Verankerung des Englischen als der ersten weltweiten Lingua franca gleichkommt. Keiner von ihnen hat auch nur annähernd die gleiche Bedeutung für die Zukunft Europas und das Schicksal der Welt. Ob als Teil dieses zentralen Beispiels oder darüber hinausgehend, werde ich im vorliegenden Buch zahlreiche Fälle von Sprachenkonkurrenz anführen. Manche stammen aus der wissenschaftlichen Literatur, viele aber verdanken sich Situationen, mit denen ich persönlich vertraut bin, vor allem aus dem belgischen und dem europäischen Kontext. Im Licht der zahllosen Gelegenheiten, die ich hatte, von scharfsinnigen Augenzeugenberichten über Sprachenfragen in anderen Weltgegenden zu profitieren, bin ich zuversichtlich, daß an meinen Beispielen nichts außergewöhnlich ist, zumindest was die Grundmuster betrifft, die sie hervorheben sollen. Ich meine also, daß sich problemlos analoge Fälle von vielen anderen Orten anführen ließen. Angesichts der spezifischen Zielsetzung dieses Buches – ich strebe keinen Gesamtüberblick an! – sollte die bewußte geographische Einseitigkeit meiner Beispiele kein Problem darstellen.

Was also ist die Zielsetzung eines philosophischen Buches über Sprachenfragen? Sie setzt sich aus zwei logisch voneinander unabhängigen, aber eng miteinander verbundenen Aspekten zusammen. Der eine besteht darin, allen, die sich für solche Fragen interessieren – ob als Wissenschaftlerinnen, Aktivistinnen, politische Entscheidungsträgerinnen oder einfache Bürgerinnen und Bürger –, dabei zu helfen, nach vorne zu schauen. Diesem Zweck soll ein vereinfachtes Bild aus der »Vogelperspektive« dienen, das uns zeigt, wo wir stehen und in welche Richtung die 19Reise geht. Dieser Teil des Vorhabens ist mit Tatsachenbehauptungen verbunden, die sich vor allem auf Mechanismen und Trends beziehen. Einige von ihnen werden unweigerlich spekulativen Charakters sein. Ich hoffe aber, daß die Belehrungen und Anmerkungen zahlreicher Kollegen aus diversen Disziplinen dafür gesorgt haben, daß die meisten der von mir aufgestellten Behauptungen nicht allzu naiv ausfallen. Obwohl sie gelegentlich wie dogmatische Feststellungen klingen mögen, sind sie natürlich nichts weiter als Hypothesen, die sich empirisch kritisieren lassen, nicht anders als diejenigen meiner Schlußfolgerungen, die sich auf sie stützen.

Der zweite Teil der Aufgabe des Philosophen besteht darin, einen normativen Rahmen zu entwerfen, der belastbar genug ist, um philosophischen Einwänden standzuhalten, plausibel genug, um unseren wohlerwogenen ethischen Urteilen Rechnung zu tragen, und präzise genug, um – in Verbindung mit Tatsachenbehauptungen – eine Reihe von spezifischen und konkreten politischen Vorschlägen anzuregen und zu rechtfertigen. Beide Teile des Vorhabens sind nicht nur deshalb eng miteinander verbunden, weil es sowohl einer Sachanalyse als auch normativer Richtlinien bedarf, um politische Schlußfolgerungen zu ziehen, sondern auch, weil eine sinnvolle Diskussion über die Plausibilität normativer Prinzipien eine wohlinformierte Reflexion über ihre Auswirkungen in der realen Welt erfordert. So es gelingt, sollte dieses doppelte Vorhaben – indem es einzelne Konflikte in ihren Kontext stellt, die Allgemeingültigkeit einiger grundsätzlicher Mechanismen betont und es all denen, die sich an ihre Position im Sprachspiel gewöhnt haben, ermöglicht, die Situation von der anderen Seite aus zu betrachten – dabei helfen, bei einem Thema, das stark emotional besetzt ist, kritische Distanz zu gewinnen sowie Leidenschaft und Parteilichkeit durch Vernunft und Fairneß zu ersetzen.

Um diese doppelte Zielsetzung zu verfolgen, ist das vorliegende Buch wie folgt aufgebaut. Kapitel 1 zeichnet ein stilisiertes 20Bild des Mechanismus, der vielen sprachlichen Phänomenen einschließlich der Ausbreitung der Lingua franca zugrunde liegt, und entwickelt ein Argument zugunsten der Unterstellung, daß diese Ausbreitung nicht aufgehalten, sondern beschleunigt werden sollte. Die Kapitel 2 bis 5 beleuchten die verschiedenen Dimensionen, in denen es zu Ungerechtigkeiten führen kann, wenn einer Sprache ein privilegierter Status eingeräumt wird. Diese Kapitel bestimmen darüber hinaus die Prinzipien, die uns bei dem Versuch anleiten sollten, die Ungerechtigkeiten in jeder dieser Hinsichten zu beseitigen oder auf ein Minimum zu beschränken. Und sie buchstabieren politische Konsequenzen für das heutige Europa und die heutige Welt aus. Kapitel 6 beschäftigt sich mit der Sprachenvielfalt, fragt, ob es irgendeinen guten Grund gibt, für ihre Bewahrung oder Förderung einzutreten, und erörtert ihr Verhältnis zu Fragen der Gerechtigkeit.

Was in diesem Buch letztlich vorgeschlagen wird, besteht im Kern in einer beschleunigten weltweiten Demokratisierung der Englischkompetenz, verbunden mit dem territorialen Schutz einer großen Anzahl von Sprachen. Der Hauptteil des Buches wird ein normatives Argument für diese Position entwickeln, und zwar auf der Grundlage einer Auffassung von globaler Gerechtigkeit, die eine faire Verteilung und gleiche Achtung miteinander verbindet, und vor dem Hintergrund einer Analyse zeitgenössischer sprachlicher Entwicklungen, die der »Maxi-min-Dynamik«, wie ich sie nenne, eine Schlüsselrolle zuschreibt. Zyniker werden eine solche normative Herangehensweise als witzlos empfinden. Noch immer, glauben sie, hätten die schieren Machtverhältnisse Sprachenfragen entschieden, wie im übrigen alle anderen auch, und daran werde sich auch nichts ändern. Sie irren. Eine gründliche Vorstellung davon, was Sprachengerechtigkeit heißt und was sie erfordert, verhilft uns zu den Mitteln, um die Mächtigen in ihrer Arroganz zu schwächen und die Machtlosen in ihrer Empörung zu ermächtigen – und um dem Urteilsvermögen eines jeden als Richtschnur zu dienen, der sich in der Posi21tion befinden könnte, zu schlichten und zu vermitteln. Das hoffe ich jedenfalls, aus Gründen, die weit über Sprachengerechtigkeit hinausgehen. Und das glaube ich auch.

22231 LINGUA FRANCA

1.1 Europas Lingua franca

Noch nie zuvor seit der Besiedlung des Kontinents mit sprechenden Lebewesen hat sich die europäische Sprachlandschaft in so kurzer Zeit so tiefgreifend verändert wie in den vergangenen Jahrzehnten. Dieses Phänomen ist um so bemerkenswerter, als es sich ohne Eroberung, ohne Krieg, ohne sonderlichen Zwang von oben abgespielt hat. Ich werde mich gleich mit dem Mechanismus befassen, der ihm zugrunde liegt, und dafür plädieren, daß wir dieses Phänomen begrüßen sollten. Zunächst aber sollten wir uns seine Natur und seine Größenordnung näher ansehen, indem wir uns auf den Datenbestand stützen, den das »Eurobarometer« der Europäischen Union über die Selbstauskünfte von Befragten zu ihrer Sprachkompetenz, aufgeschlüsselt nach Altersgruppen, gesammelt hat.1

Man betrachte den Anteil der Europäer, die angeben, daß sie die am weitesten verbreiteten Sprachen der EU gut oder sehr gut beherrschen, sei es als Muttersprache oder als gelernte Sprache –

24

25

geschätzt auf der Grundlage einer 2012 durchgeführten Erhebung in den 27 Mitgliedstaaten der EU (Abb. 1.1). Die Dynamik, die hier am Werk ist, können wir ablesen, wenn wir den Blick von der ältesten zur jüngsten Altersgruppe schweifen lassen. Was sehen wir hier? Wenn wir auf die jüngere Generation schauen, dann wurde das Deutsche – die insgesamt am weitesten verbreitete Muttersprache (Abb. 1.2), die in der ältesten Generation immer noch den Spitzenplatz einnimmt – fast vom Französischen überholt, während Spanisch und Polnisch mit Italienisch gleichgezogen haben. Konkurrenzlos aber überragt das Englische alle anderen Sprachen an (selbsterklärten) Sprechern; in der jüngsten Generation übertrifft es das Deutsche um weit mehr als das Doppelte.

Warum dieser Anstieg? Offensichtlich nicht – wenn man von den Zahlen über englische Muttersprachler ausgeht (Abb. 1.2) – aufgrund einer schlagartig vermehrten Zeugungstätigkeit im Ver26einigten Königreich oder sonst einer Entwicklung auf den britischen Inseln. Der Grund ist vielmehr in dem zunehmenden Ansturm auf das Englische als Zweit- oder Drittsprache in ganz Kontinentaleuropa zu sehen. Dies läßt sich anhand der Anteile von Nichtmuttersprachlern an denselben Sprachen in den verschiedenen Altersgruppen dokumentieren (vgl. Abb. 1.3). In der jüngeren Generation liegt Deutsch als erlernte Sprache inzwischen vor Französisch, nicht weil es die beliebtere Fremdsprache wäre, sondern im wesentlichen, weil die deutschen Einwohner türkischer Abstammung dazu neigen, zu Hause auch weiterhin beim Türkischen zu bleiben, während die französischen Einwohner nordafrikanischer Herkunft dazu neigen, ganz zum Französischen zu wechseln. Den vierten Platz hält Spanisch, das unter den Jungen mittlerweile entschieden vor dem Russischen rangiert. Diese Verschiebungen sind jedoch unerheblich im Vergleich zu dem, was mit dem Englischen passiert. Der kleine Vorsprung, über den in der Generation der vor dem Zweiten Weltkrieg Geborenen Englisch als erlernte Sprache vor dem Deutschen und dem Französischen verfügte, hat sich in der jüngsten Generation zu einer immensen Kluft ausgeweitet. Die Zweitsprachenkompetenz im Englischen ist inzwischen mehr als fünfmal so verbreitet wie die im Deutschen oder im Französischen, wobei fast doppelt so viele -Bürger Englisch als Zweitsprache sprechen, wie -Bürger alle anderen Sprachen zusammengenommen als Zweitsprache sprechen. Dieser mächtige Trend betrifft alle Mitgliedstaaten der , vor allem jene, die von einem niedrigeren Niveau ausgingen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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