Sternchen sucht Weihnachten - Thomas Eisele - E-Book
Beschreibung

Warum feiern wir Menschen Weihnachten? Neugierig begeben sich vier freundliche Wald- und Wiesenelfen auf die Suche nach dem heiligen Fest und tauchen dafür ein in die für sie nicht ganz ungefährliche Welt der Menschen. Thomas Eisele beschreibt in „Sternchen sucht Weihnachten“ die Erlebnisse und Abenteuer dieser Elfen humorvoll, besinnlich und mit viel Fantasie.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl:203

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi ohne Limit+” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Zitat

Der Autor

Vorwort

Kapitel 1 - Winteranfang

Kapitel 2 - Der Auftrag

Kapitel 3 - Winterfreuden

Kapitel 4 - Schokolade!

Kapitel 5 - Dunkelmunkel

Kapitel 6 - Abenteuer Kinderheim: Aufbruch und Ankunft

Kapitel 7 - Abenteuer Kinderheim: Detektivspiel

Kapitel 8 - Abenteuer Kinderheim: Indizien und Beweise

Kapitel 9 - Abenteuer Kinderheim: Showdown!

Kapitel 10 - Sternchen sucht Weihnachten

Kapitel 11 - Aufbruch und Suche

Kapitel 12 - Weihnachtsmarkt

Kapitel 13 - Weihnachten

Ende …?

Thomas Eisele:

Sternchen sucht Weihnachten

Copyright by Aquensis Verlag Pressebüro Baden-Baden GmbH 2016

E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2016

Alle Rechte vorbehalten. Jede Verbreitung, auch durch Film, Funk, Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe jeder Art, elektronische Daten, im Internet, auszugsweiser Nachdruck oder Einspeicherung und Rückgewinnung in Datenverarbeitungsunterlagen aller Art ist verboten.

Lektorat: Gereon Wiesehöfer

Gestaltung und Satz: Tania Stuchl, design@stuchlde

Titelfoto: Ruvo233/depositphotos.com

ISBN: 978-3-95457-182-6

www.aquensis-verlag.de

www.baden-baden-shop.de

aquensis-verlag.e-bookshelf.de

Die Phantasie ist oftmals

die Eintrittskarte für wahre Welten,

in die der Verstand

nicht hineinsehen kann.

(Thomas Eisele)

Thomas Eisele ist in Baden Baden geboren. Schon als Kind liebte er es, durch die Wälder seiner Heimat zu streifen. Hier träumte er von kleinen Naturwesen, die ihn beobachteten. Er erfand Geschichten über sie und eine Welt, in der sie lebten – und manchmal war es ihm, als wenn die kleinen Wesen ihm welche zutrugen. Viele Jahre bewahrte er die Geschichten in seinem Herzen, nun ist der Zeitpunkt gekommen, sie endlich zu Papier zu bringen – für all die Menschen, die sich beim Lesen verzaubern lassen möchten und die Natur mit all ihren Facetten lieben.

Vorwort

Elfen, das weiß jedes Kind, sind kleine Naturwesen, die in der Natur fleißig am Werken und für uns Menschen eigentlich unsichtbar sind. Auch in Island, Schottland und Irland ist der Glaube an die kleinen Helferlein von Mutter Natur so normal wie das tägliche Brot. In Island gibt es sogar einen offiziellen Elfenbeauftragten.

In diesem Buch wird von der kleinen Elfe Sternchen und ihren Schwestern erzählt, die auf der Suche nach Weihnachten sind. Die Elfen wollen wissen, was genau es denn damit auf sich hat. Ist es die Adventszeit? Der Einkaufsstress? Die vielen Weihnachtsmärkte? Irgendwo muss es doch so etwas wie einen Höhepunkt geben. Oder ist gar der Weg das Ziel? Am Ende finden es die vier Elfen heraus – doch vorher müssen sie noch ein gefährliches Abenteuer bestehen.

Halten wir uns nun aber nicht länger mit dem Vorwort auf, tauchen wir lieber ein in die große Welt der kleinen Elfen!

***

Eines Tages, als ich grad an meinem Schreibtisch saß, landete eine kleine Elfe auf meiner linken Schulter. Ich erschrak zuerst. Als ich jedoch sah, dass es sich um eine Art ‚fliegendes Mädchen’ handelt, fragte ich erstaunt:

„Ja, was bist du denn?“

Das kleine Wesen setzte sich, flatterte ein bisschen mit seinen Flügeln, schaute mich mit seinen Knopfaugen an und antwortete:

„Ich bin eine Elfe! Ich bin Sternchen! Und ich will, dass du meine Erlebnisse aufschreibst, ja ja?“

Dann zeigte sie in Richtung meines Computermonitors und rief laut:

„Da drauf sollst du das machen!“

Danach stand sie auf, zappelte aufgeregt und hüpfte mit ihren winzigen Füßchen auf der Stelle. Entzückt antwortete ich ihr, mit einem Lächeln auf den Lippen:

„Dazu sollte ich aber deine Geschichten kennen!“

„Die erzähle ich dir“, sagte sie in einem bestimmenden Ton, hielt sich dabei an meinem Ohrläppchen fest und fügte hinzu:

„Ich bleib solange da! Ich erzähle, und du schreibst! Und am nächsten Tag komm ich dann wieder, und du schreibst weiter! Und wieder am nächsten Tag …“

Ich bremste ihren Redefluss und sprach:

„Ja, und wieder und wieder?!“

„Ja!“, sagte sie fest entschlossen, dabei eifrig nickend.

„Na, da bin ich ja mal gespannt! Und wann sollen wir anfangen?“, fragte ich.

Sie schaute mich etwas verblüfft an und sagte schulmeisternd, ihre kleinen Hände zu Fäustchen geballt und in die Hüften gestemmt:

„Sofort! Ja, wann denn sonst? Fang an, ja ja?“

Ich musste mehr und mehr schmunzeln, schloss die kleine Elfe sofort in mein Herz und konnte gar nicht mehr anders, als meinen Computer zu starten und anfangen zu schreiben. Und schon fing sie zu erzählen an. Manchmal musste ich sie ein wenig bremsen, denn sie erzählte sehr lebhaft und schien sehr gerne mit Gesten zu untermalen, was sie sagte. Manchmal hüpfte sie herum, ein anderes Mal flog sie einen kleinen Kreis oder zog ihr kleines Schwert und fuchtelte wild damit herum. Ich freute mich sehr darauf, Sternchens Geschichten schreiben zu dürfen, nachdem ich dieses kleine, wundervolle Wesen kennen lernte. Sie brachte mich zum Lachen, zum Lächeln und zum Staunen, und manchmal stimmte mich Sternchen auch etwas nachdenklich.

Als wir dann irgendwann damit fertig waren, also sie mit Erzählen und Herumzappeln und ich mit dem Schreiben ihrer Geschichten, schaute ich die kleine Sternchen an, die mir freudig auf der linken Schulter tanzte.

„Nun, ist es dir recht so?“

„Jaaa“, antwortete sie und hüpfte aufgeregt auf der Stelle. „Und gaaanz viele Menschen und Elfen werden es lesen! Das ist das Größte, was sich eine Elfe wünscht. Weißt du das?“

Ich schaute Sternchen an und sagte:

„Natürlich weiß ich das jetzt. Und viele andere Menschen werden es dann auch wissen.“

Sie sah mich mit ihren Knopfaugen an und sagte:

„Und auch, wie ich kämpfen kann? Hu! Und ha! Ich hau dir …“

„Schon gut“, unterbrach ich sie schmunzelnd. „Ja, auch das werden bald alle wissen. Du bist ja auch eine Elitekampfelfe!“

„Oh, jaaa!“ Sie nickte eifrig mit ihrem Köpflein. Dann schaute sie gedankenversunken auf meinen Monitor.

Bevor ich nun mit der eigentlichen Geschichte beginne, die mir Sternchen anvertraut hat, möchte ich eine kleine Einführung geben, wer Sternchen eigentlich ist und wo sie wohnt und wer ihre Freunde sind: Sternchen lebt in einem Elfenstamm, zusammen mit drei anderen Elfen und einem männlichen Elf: sie heißen Töpfchen, Blümchen, Häschen und Peterle …

Wie Elfen aussehen

Sternchen, Töpfchen, Blümchen und Häschen sind weibliche Elfen und haben ein Fell. Dieses unterscheidet sie von dem Fell anderer Elfen, und dies hat einen Grund: Es sind Eliteelfen! Bei Bedarf werden sie, einzeln oder gemeinsam, dafür eingesetzt, andere Elfen zu führen.

Ihr Fell sieht von Weitem aus wie ein eng anliegender Hosenanzug mit Dekolleté, Hände und Gesicht sind frei. Ihre Schwänzchen sind daumendick und voll beweglich, gehen bis an ihre Kniekehlen und sind mit flauschigem Fell bedeckt. Sie haben ein abgeflachtes, ovales Endteil. Dieses nutzen sie unter anderem als Ruder beim Fliegen oder auch schon mal als starke Peitsche. Die Elfen tragen breite Gürtel. An denen befestigt sind verschiedene Beutel und Werkzeuge für ihren jeweiligen Einsatz. In einem der Beutel befindet sich jedoch immer Elfenstaub! Diesen benutzen sie wie folgt: Sie werfen eine Prise davon in die Luft, denken dabei an einen Gegenstand, den sie gerade brauchen, und der Staub verwandelt sich auf zauberhafte Weise in diesen.

Ob als Pfeil und Bogen, als Lichtquelle oder sogar, um sich unsichtbar zu machen: Mit ihrem Zauberpulver ist den Elfen alles möglich. Er dient sogar als eine Art Beschleuniger im Flug. Allerdings gilt, je nach Benutzung des Elfenstaubes, eine zeitliche Begrenzung des Zaubers.

Die Flügel sind bei allen Elfen gleich. Sie sind vierteilig und sehen ausgebreitet aus wie durchscheinende Schmetterlingsflügel. Solange die Elfen nicht fliegen, sind die Flügel sehr klein gefaltet an ihrem Rücken, sodass man sie fast nicht sehen kann.

Die im Durchschnitt handgroßen Elfen kommunizieren auf Ferne mittels ihrer Antennen miteinander. Jedes Mal, wenn sie ihre Antennen benutzen, leuchten die kleinen kugelförmigen Enden in einem Blau wie winzige Blitze. So tauschen sie Informationen aus, berichten und unterhalten sich, und sie wittern auch Gefahren damit. Solange sie sie nicht benutzen, liegen die Antennen eingeknickt fast ganz an ihrem Kopf an; die Enden zeigen dabei nach vorne und der Knick nach hinten. Die spitzen Elfenohren sieht man kaum, sie sind durch die Haare zum Großteil verdeckt.

Die kleinen Wesen werden übrigens sehr alt. Sie sind, im Verhältnis, übermenschlich kräftig und können fliegen. Jedoch sind sie längst nicht unsterblich.

Wo Sternchen wohnt

Das Elfenhaus steht am Waldrand vor einer großen Wiese, getarnt mit Erde und Gras. Von oben gesehen könnte man annehmen, es sei ein kleiner Erdhügel, etwa einen Quadratmeter groß. Doch zum Wald hin ist der Hügel offen, und man sieht in dieser wellenförmigen Öffnung eine Holztür sowie rechts daneben ein Fenster. Die Frontseite des Hauses ist hölzern. Alle Wände im Haus sind aus Eichenholz, genauso wie die meisten Möbel. Geschreinert hat dies alles der Peterle. In diesem Haus schlafen die drei Elfen Töpfchen, Häschen und Blümchen.

Sternchen zieht es vor, in ihrer großen Blume zu nächtigen. Es ist eine für Elfenverhältnisse sehr große Blume, auf deren hohem Stängel ihre Blütenblätter eine große Kugel bilden. Woher diese Blume stammt und wie sie heißt, weiß eigentlich niemand so recht. Doch Sternchen hat sie für sich als Nachtlager entdeckt und sie sich gefügig gemacht. Im Gegenzug dafür passt sie auf „ihre“ Blume auf. Sternchen befiehlt ihr, wann sie sich öffnen und schließen soll. Sobald sie sich öffnet, neigen sich die Blütenblätter zu einer geraden Fläche. In der flachen Blütenmitte liegt eine kleine rote Kuscheldecke, auf der Sternchen immer schläft.

Unsere Elfen

Die Elfe Töpfchen ist die Versorgungselfe der Gemeinschaft. Sie kümmert sich um die Mahlzeiten, macht die Hausarbeit und versorgt die Elfen, wenn diese verletzt oder krank werden sollten. Halblanges, schwarzes, lockiges Haar ziert ihren Kopf. Töpfchen hat dunkelblaue Augen; ein feines, etwas markantes Gesicht; einen leicht stämmigen Körperbau und ein blau schimmerndes Fell.

Die nächste Elfe ist Häschen. Sie hat brünettes, leicht gewelltes, langes Haar. Sie ist fast einen ganzen Kopf kleiner als Töpfchen und wirkt sehr zierlich. Häschen hat ein mädchenhaftes Gesicht, und einen immer-neugierigen Gesichtsausdruck. Ihr Fell ist hellbraun, und sie hat hellbraune Augen mit einem leichten Grünstich. Häschen ist zuständig für die Fauna.

Die dritte Elfe ist Blümchen. Sie ist ein bisschen größer als Häschen und hat eine dunkelblonde Löwenmähne, ein puppenhaftes Gesicht und rehbraune Augen. Sie wirkt insgesamt filigran, doch sehr feminin. Ihr Fell ist dunkelbraun. Sie widmet sich der Flora.

Nun kommen wir zu Sternchen. Diese ist gleich groß wie Töpfchen, hat schwarzes, sehr langes glattes Haar und dunkelbraune Knopfaugen. Dazu ein feines Stupsnäschen und einen Schmollmund. Ihre spitzen Eckzähne sind etwas ausgeprägter als die der anderen drei Elfen. Schwarzes Fell schimmert seiden auf ihrem durchtrainierten Körper. Sie wirkt etwas kräftig und sehnig, aber dennoch geschmeidig. Sternchen ist die Schutzelfe des kleinen Elfenclans.

Nummer fünf im Sternchenclan ist Peterle. Er hat einen blonden Lockenkopf, hellblaue Augen, eine fingerlange Nase, einen knallgelben Schnauzbart, vier Arme und Hände; und ist nicht gerade das, was man einen schönen Elf nennen könnte. Doch er ist lieb, hilft den Elfen, wo immer er kann, und er ist vor allem von den Kochkünsten Töpfchens angetan. Peterle ist ein gern gesehener Gast bei den Schwestern und längst ein wichtiger Teil dieses kleinen Elfenstammes geworden. Er ist ein bisschen naiv, doch keineswegs tollpatschig. Auch wenn sein Aussehen eher einer Hornisse gleicht als dem eines Elfen, haben ihn die vier Elfenschwestern doch in ihre Herzen geschlossen. Peterle ist etwa so groß wie Sternchen, trägt immer einen roten Pulli und eine schwarz-gelb gestreifte Hose, dazu rote Schuhe.

Die Königin der Elfen

An dem großen hölzernen Tisch gibt es noch einen sechsten Platz. Dieser ist für Besuch gedacht. Besuch erhalten die Elfen manchmal von ihrer Königin Fee, die sich zu diesem Zwecke elfenklein macht. Ansonsten ist sie so groß wie die Menschen. Sie hat schulterlanges, blondes, welliges Haar, das im Sonnenlicht golden glitzert; strahlend blaue Augen; eine gerade Nase; einen sinnlichen Mund und porzellangleiche Haut. Wer es nicht besser weiß, schätzt sie auf eine Geschäftsfrau Mitte dreißig, vom Typ attraktive Managerin. Wobei Managerin in gewisser Weise stimmt, denn ihre „Kinder“, 200.000 an der Zahl, sind in allen Teilen der Welt zu finden. Fee lebt die meiste Zeit mitten unter den Menschen. Sie hat mehrere Appartements in den großen Städten der Welt und fährt Auto: ein cremefarbenes Ford Mustang Cabriolet, Baujahr 1969, mit weißem Verdeck und roter Lederausstattung.

Sie hält sich eigentlich nur unter den Menschen auf, um immer das Neueste zu erfahren, was in der Welt so alles passiert. Dieses gewonnene Wissen hilft ihr bei der Planung der Einsätze und Bereitstellung ihrer Elfen. „Wissen nützt, Wissen schützt“ ist ihr Motto. So kann sie Elfen aus Krisengebieten abziehen und Kriegsgebiete meiden. Keine Elfe soll unter Lebensgefahr ihren Dienst an der Natur verrichten!

Wenn Fee sich in ihr Reich begibt, verändert sie ihre Erscheinung. Ihre Flügel lässt sie dabei meist offen. Sie trägt ein knielanges, leuchtend weißes Kleid und dazu weiße Schuhe.

Im Winter trägt sie gerne Overkneestiefel. Eine Fee mit Moonboots sähe auch nicht gerade elegant aus. Sie ist modern und geht mit der Zeit, was ihr das Dasein bei den Menschen leichter macht.

Sie gibt sich sehr weiblich und elegant und durch ihre wunderhübsche Erscheinung kann sie sich leichter durchsetzen, in der überwiegend männlich regierten Menschenwelt. Ihr Aussehen war schon bei vielen Gelegenheiten ihre Eintrittskarte. So manch mächtiger Mann redet gerne mal über Internes mit solch einer schönen Frau, um sich wichtig zu machen.

Um den Finger gewickelte Männer (Journalisten, Politiker und Geheimnisträger) sind ihre Zuträger für wichtige Informationen. Sie bekommt stets eine große Anzahl Heiratsanträge aus der Menschenwelt, die sie jedoch permanent ablehnt. Doch sind viele Männer auch ein bisschen vorsichtig bei Fee, denn sie strahlt aus, was sie ist: eine starke Persönlichkeit mit bewusster Verantwortung!

Jeder ihrer gesprochenen Sätze klingt nicht nur klug durchdacht, sondern ist es auch, und so leicht kann ihr niemand ein X für ein U vormachen! Beobachten; schnell reagieren; Chancen nutzen; Register ziehen; Stärke zeigen; Mut und Verantwortungsbewusstsein in jeder Lebenslage beweisen: das sind ihre Direktiven! Muss sie doch rund 200.000 kleine Wesen koordinieren; beschützen; lehren; teilweise erziehen; auch mahnen und strafen (was selten vorkommt), und sie darf sich so gut wie keine Fehler erlauben. Sie muss weise, fair und gerecht handeln. Eine gewisse Anzahl ihrer Schützlinge hat Fee zu Leitelfen geschult, sie sind die Eliteelfen. Sternchen, Töpfchen, Häschen und Blümchen gehören zu dieser Gruppe. Sie haben ihren Tagesablauf und ihre Pflichten wie alle Elfen, jede auf ihrem Gebiet. Jedoch sind alle vier jederzeit in der Lage andere Elfen zu führen und auch selbst zu schulen.

Die Freunde der Elfen

Fee hat den Elfen auch gezeigt, welche Bauern an Elfen glauben. Bei denen finden die kleinen Wesen immer ein paar Eier, etwas Butter, Brot und Sahne, zubereitetes Gemüse und Salate, manchmal auch ein kleines Stück Fleisch, übrig vom Sonntagsbraten. Da Elfen selbst kein Fleisch essen, sammeln sie es für die fleischfressenden Tiere des Waldes. Manchmal finden sie auch kleine Glitzersteine und Geschmeide, zu Ostern feine Pralinen und zu Weihnachten kleine eingepackte Geschenke. Manchmal auch zartbittere Schokolade und Tabak. Nein, sie rauchen nicht, getrockneter Tabak ist ein Bestandteil des Elfenstaubes.

Diese Bauern wissen, dass die kleinen Wesen ihr Dasein und Können der Flora und Fauna widmen und wichtige Helfer für das Gleichgewicht der Natur sind.

Kapitel 1

Winteranfang

„Sternchen, Sternchen, Steeernchen!“, rufen drei kleine Elfen im Chor. Sie tanzen um eine große Blume herum und rufen ihre Schwester:

„Sternchen, Sternchen, Steeernchen!“

Die Blume öffnet sich, und darin sitzt eine kleine, schwarze Elfe, die Beinchen nach vorn gestreckt und sich nach hinten mit den Händen abstützend.

„Guten Morgen, liebe Schwestern!“, ruft sie den dreien zu. Da fällt plötzlich eine Schneeflocke auf ihr Stupsnäschen. Sie schielt darauf, und alle lachen.

„Oh, es schneit!“, sagt sie erstaunt. „Wie schön!“

Sie steht auf, blickt sich um und sieht die leuchtend weiß bedeckte Landschaft. Sie schaut in den Wald, dort haben die Tannenspitzen weiße Kappen, das Farn und die Gebüsche am Waldrand sind weiß bedeckt. Langsam dreht sich Sternchen. Das sieht alles so schön aus. Der kleine Weg am Waldrand, die Wiese, alles in weißen Glitzerschnee getaucht. Auch das Elfenhaus, es sieht aus wie ein Schneeturm. Am Horizont ist der Himmel etwas dunkel, und man kann die einzelnen Schneeflöckchen sehen, wie sie langsam rieseln. Es scheint, als tanzen sie in dieser klaren, frischen Winterluft.

„Hei, wie schön!“, freut sie sich und klatscht in die Hände vor Freude, hüpft aufgeregt. Da fällt die nächste Flocke direkt auf ihre Nase. Sie schielt abermals, da entdeckt sie, wie herrlich so eine Schneeflocke anzuschauen ist.

„Mindestens ganz viele kleine Kristalle“, murmelt sie. Leider schmilzt das Flöckchen schnell weg, löst sich auf.

„Jaaa!“, rufen ihre Schwestern. „Es schneit! Lasst uns im Schnee spielen!“ Sie klatschen vor Freude in die Hände und tänzeln um die große Blume herum.

Sternchen beugt sich nach vorne und entfaltet ihre Flügel, wedelt mit ihrem Schwänzchen und fliegt los. Sie landet bei ihren Schwestern, da bekommt sie plötzlich einen geworfenen Schneeball an den Arm!

*Platsch!*

Sie dreht sich erschrocken zur Seite, reibt den Schnee weg und sieht Peterle, der eifrig Schneebälle wirft!

„Plotsch! Platsch! Und plitsch!“, hört man die Schneebälle auftreffen. Die Elfenschwestern lachen und machen sich sofort daran, Schneebälle zu formen. Es gibt eine lustige Schneeballschlacht. Die Elfen tollen und toben im Schnee, bis sie ganz weiß sind.

Dann bauen sie gemeinsam einen Schneemann. Häschen nimmt einen kleinen Stock und drückt ihn dem Schneemann mitten ins Gesicht, das soll die Nase sein.

Töpfchen hat kleine Steinchen gesammelt und formt ihm einen Lachmund daraus. Als Augen nehmen sie zwei etwas größere Steinchen.

„Schaut mal! Mit der langen Nase sieht er aus wie Peterle!“, lachen sie. Peterle lächelt zu den Schwestern. Er ist insgeheim sehr stolz, dass sie ihn als Schneemann bauen. Bescheiden, aber stolz, so ist er nun mal. Als der Schneemann fertig ist, halten sich alle an den Händen und tanzen drum herum. Dabei singen sie „Schneeflöckchen, weiß´ Röckchen“.

Töpfchen sagt: „Mir fällt gerade ein, ich habe noch Milch da! Wenn ich sie mit Schokolade aufkoche, könnten wir Kakao trinken, was meint ihr dazu?“

„Jaaa!“, rufen die Elfen. „Das passt zur Stimmung!“

Begeistert laufen sie schnell zum Haus, putzen sich gegenseitig den Schnee weg und treten ein.

„Uii!“, sagt Sternchen erstaunt, als sie sich im Haus umschaut.

„Töpfchen! Wie schön!“

Töpfchen schmunzelt und zeigt ihrer Schwester, wie schön sie geschmückt hat. Tannenzweige und Zapfen, die sie im Wald gesammelt hat, sind an den Wänden befestigt. Auch auf dem Tisch hat sie kleine Zweige ausgelegt. Dies alles hat sie mit kleinen roten Schleifchen verziert und ein paar kleinen Glitzerkugeln, die sie vor Jahren mal irgendwo fand.

Dazu hat sie zwei kleine Kerzen aufgestellt, sowie eine auf der Kommode, die links hinter der Haustür an der Wand steht. Um den gedeckten Tisch herum stehen sechs Stühle.

Sternchen bleibt an der Tür stehen, schaut sich genau um. Ihre Augen sind weit auf, funkeln. Begeistert reibt sie ihre Hände.

Das geräumige Zimmer ist Aufenthaltsraum, Esszimmer, sowie auch Besprechungsraum für die Elfen.

Sie setzen sich an ihre Plätze und trinken ihren Kakao, schauen sich immer wieder um und freuen sich über die so schöne Dekoration. Es sieht so gemütlich aus, feierlich. Auch an Polster hat Töpfchen gedacht. Sie hat orangefarbene Sitzkissen genäht und sie auf die sechs Stühle verteilt; rote Fenstervorhänge aufgehängt und für die kleine Sitzbank aus Stoffresten ein neues Rückenpolster genäht, rot und orange gemustert.

„Das hast du alles über Nacht gemacht?“, fragt Sternchen. „Gestern war das doch noch nicht?“

„Ja!“, antwortet Töpfchen stolz. „Peterle hat mir geholfen!“ Sie schaut zu Peterle und streichelt ihn liebevoll an seiner Schulter, dabei wiegt sie ihren Körper leicht hin und her.

Peterle schaut ebenso stolz zu seiner Elfenschwester auf und genießt das Streicheln sehr.

Häschen sagt: „Heute früh haben wir das schon gesehen, da hast du ja noch geschlafen, Schlafmütze!“ und lacht laut. Sternchen lacht mit ihr und sagt dann:

„Aber wenn es nun kalt wird und viel schneit, werde ich im Haus schlafen, ja ja? Es ist wegen der Blume. Sie braucht ihren Winterschlaf!“

Ihre Schwestern nicken verstehend und schlürfen ihren heißen Kakao weiter. Da raunt Peterle:

„Hmm … das ist richtig weihnachtlich!“

„Weihnachtlich?“, fragt Häschen. „Was ist das eigentlich?“

Blümchen fragt sie erstaunt:

„Du weißt nicht, was Weihnachten ist?“

„Na ja“, antwortet Häschen, „da ist alles bunt, und in der Stadt rennen die Menschen genervt hin und her. Sie sind hektisch, aber singen von der stillen Nacht. Überall kleine Lichtlein und Kerzen. Sie nehmen Tannenbäume und stellen sie in ihren Stuben auf. Aber für was ist das eigentlich? Hat eine von euch schon mal Weihnachten gesehen?“

„Wie, gesehen? Was meinst du genau?“, fragt Blümchen. Sternchen sagt dazu:

„Gerade hast du es doch selbst gesagt. Es ist bunt und Lichtlein und Tannenbäume …!“

„Ja, schon, aber …“, antwortet Häschen. „Ich meine, gesehen! So wie: gesehen! Das kommt von sehen! So richtig gesehen? Was ist Weihnachten genau?“

Ihre Schwestern staunen, aber wissen keine Antwort. Sternchen geht durch den Kopf, dass Häschen sich einst ihre Erinnerungen an ihr Menschenleben nehmen ließ. Sie bat Fee darum, weil sie sich nicht mehr daran erinnern wollte. Häschen hat als Menschenkind Schreckliches erlebt. Verständlich. Sie ist nun eine Elfe, und nichts anderes wollte sie mehr sein. Sonst würde sie sich doch an Weihnachten erinnern. Oder? Was ist das denn wirklich? Oje! Auch Sternchen weiß es nicht mehr so genau.

Die Elfen grübeln. Häschen fragt nochmals in die Runde:

„Nun? Könnt ihr mir erklären, was Weihnachten ist?“

Alle schauen sie an, schütteln verneinend die Köpfe und sind nachdenklich.

Blümchen sagt leise: „Lasst es uns suchen!“

„Was meinst du?“, fragt Sternchen. „Suchen? Was suchen? Weihnachten?“

„Ja!“, entgegnet Blümchen. Sie schaut in die Runde und spricht weiter:

„Lasst es uns suchen! Ich will es auch mal sehen. Lasst uns Weihnachten sehen, damit wir alle wissen was es denn genau ist und auch wann genau.“

„Weihnachten ist an Weihnachten. Oder?“, fragt Töpfchen.

Peterle antwortet: „Weihnachtszeit heißt das doch auch deswegen.“

„Adventszeit!“, sagt Sternchen. „Aber du hast recht! Wann ist Weihnachten genau? Irgendwann gibt es doch dann den heiligen Abend, aber danach geht das doch noch weiter?“

Blümchen sagt: „Heilig Abend essen sie feine Sachen, die sie sonst nicht essen. Dann gibt es Geschenke. Daran wird es liegen.“

„Schon“, sagt Töpfchen. „Alles gut und schön. Aber das kann doch nicht der Höhepunkt sein. Alle warten viele Tage auf diesen einen Abend, nur um gut zu essen? Und Geschenke? Warum schenken sie sich nicht sonst etwas, sondern warten darauf bis Weihnachten?“

Häschen sagt leise: „Dann ist das Weihnachten. Die Menschen essen etwas und beschenken sich. Wie schön.“

Enttäuscht schaut sie zu ihren Schwestern. Da sagt Sternchen:

„Es geht um die Zeit bis dahin. Diese bunten Märkte, Lichter, Kerzen und schöne Abende. Ich denke, das alles zusammen ist Weihnachten.“

Da geht die Tür auf, und der ganze Raum erhellt sich.

„Der Weg ist das Ziel!“, sagt eine rauchige, aber sehr herzliche Stimme.

„Fee!“, rufen alle Elfen zugleich und freuen sich, ihre Königin zu sehen.

„Guten Morgen, meine lieben Kinder!“, sagt Fee lächelnd. „Weihnachten wollt ihr also finden? Es ist um uns herum, jedes Jahr aufs Neue!“

Die Elfen bejahen, doch Fee spürt ihre Enttäuschung.

„Was wollt ihr denn genau wissen?“, fragt sie und schaut die Elfen an.

Töpfchen steht auf, geht zum Herd und bringt von dort einen Becher mit heißem Kakao. Sie lächelt zu Fee und stellt den Becher an ihren Platz.

„Magst du? Feiner Kakao.“

„Oh, ja, sehr gerne, danke, Töpfchen“, sagt Fee. Sie setzt sich und trinkt. „Mmhh, fein, wirklich sehr fein.“

Töpfchen freut sich, dass Fee der Kakao schmeckt. Sternchen schaut Fee fragend an. Fee bemerkt ihren Blick und fragt:

„Sternchen, was grübelst du denn?“

„Na ja …“, entgegnet diese leise. „Wir möchten gerne Weihnachten finden, wollen es sehen.“

Fee schmunzelt, stellt ihren Becher auf den Tisch und sagt zu allen:

„Kinder! Weihnachten ist die Zeit. Weihnachtszeit! Adventszeit! Alle Menschen freuen sich, schmücken ihre Häuser. Sie zünden Kerzen an, essen feinste Sachen und …“

Da fällt ihr Häschen ins Wort:

„Fee, entschuldige. Aber das wissen wir. Nur, es muss doch noch etwas Besonderes geben. Einen Höhepunkt! Es kann nicht sein, dass es nur ein paar Geschenke sind. Oder etwas Feines essen. Es muss etwas ganz Großes sein!“

Die anderen Elfen pflichten ihr bei. Sie nicken und schauen alle zu Fee. Diese nippt grübelnd an ihrem Becher. Um Zeit zu gewinnen, hält sie den Becher mit beiden Händen, legt die Ellbogen auf dem Tisch auf und bläst ein bisschen in den heißen Kakao.

Sternchen beginnt zu grinsen und fragt Fee:

„Du weißt es nicht, ja ja?“

Fee schmunzelt, weiter in ihren Kakao schauend. Dann schaut sie zu Sternchen und sagt lächelnd:

„Der Weg mag das Ziel sein, denke ich.“

Da sagt Blümchen:

„Aber es hat auch ein Ende. Adventszeit, bis wann geht die? Vier Wochen? Dann kommt der heilige Abend, und dann noch zwei Tage und dann geht das doch weiter. Bis in das neue Jahr. Und dann? Und warum gibt es Adventszeit und Weihnachtszeit?“

Sternchen sagt: