Sweet Seduction – Prickelnder Genuss in Rom - Chloé Césàr - E-Book

Sweet Seduction – Prickelnder Genuss in Rom E-Book

Chloé Césàr

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Beschreibung

Ein mediterraner Traum … Die schöne Bildhauerin Amanda ist geübt darin, Männer um ihren Finger zu wickeln. Und so folgen ihr gleich zwei davon nach Rom, wo sie ihre Werke in einem alten Palazzo ausstellen darf: der feurige, aber geheimnisvolle Kunstdirektor Didier aus Paris und ihre heimliche große Liebe, der verwegene Pilot Peter. Als dann auch noch der unwiderstehliche römische Künstler Adriano Como seine Verführungskünste unter Beweis stellt, ist Amanda beinahe zu abgelenkt, um zu bemerken, dass Adriano und Didier gemeinsam verruchte Pläne schmieden … Band 3 der Spicy-Romance-Reihe für Fans von Vi Keeland und Silvia Day.

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Seitenzahl: 256

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Über dieses Buch:

Die schöne Bildhauerin Amanda ist geübt darin, Männer um ihren Finger zu wickeln. Und so folgen ihr gleich zwei davon nach Rom, wo sie ihre Werke in einem alten Palazzo ausstellen darf: der feurige, aber geheimnisvolle Kunstdirektor Didier aus Paris und ihre heimliche große Liebe, der verwegene Pilot Peter. Als dann auch noch der unwiderstehliche römische Künstler Adriano Como seine Verführungskünste unter Beweis stellt, ist Amanda beinahe zu abgelenkt, um zu bemerken, dass Adriano und Didier gemeinsam verruchte Pläne schmieden …

Über die Autorin:

Chloé Césàr wurde in Rom geboren und kann väterlicherseits auf französisch-libanesische Vorfahren zurückblicken. Die Mutter ist Deutsche und entstammt einer Diplomatenfamilie. Bereits mit dreizehn entdeckte Chloé im Bücherschrank ihres Vaters verborgene Schätze: Werke von Henry Miller und Anaïs Nin. Ihr Interesse an erotischer Literatur war schlagartig geweckt und führte nur wenige Jahre später zu ersten eigenen Veröffentlichungen in diesem Genre.

Bei venusbooks veröffentlichte sie bereits: »My Hot Bartender – Heißes Verlangen«, »My Hot Bartender – Prickelnde Lust« und »My Hot Bartender – Verbotenes Spiel«.

Außerdem erscheint bei venusbooks ihre Reihe um die Abenteuer der schönen Bildhauerin Amanda mit den Titeln »Sweet Seduction – Heiße Spiele auf Teneriffa«, »Sweet Seduction – Sinnliche Stunden in Paris« und »Sweet Seduction – Prickelnder Genuss in Rom«.

***

eBook-Neuausgabe März 2025

Ein eBook des venusbooks Verlags. venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.

Dieses Buch erschien bereits 2007 unter dem Titel »Die Liebesgöttin in Höchstform« bei Blanvalet

Copyright © der Originalausgabe 2007 by Verlagsgruppe Random House GmbH

Copyright © der Neuausgabe 2025 venusbooks Verlag.

venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Titelbildgestaltung: Wildes Blut – Atelier für Gestaltung Stephanie Weischer unter Verwendung mehrerer Bildmotive von © shutterstock

eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH (vh)

ISBN 978-3-96898-291-5

***

Liebe Leserin, lieber Leser, wir freuen uns, dass Sie sich für dieses eBook entschieden haben. Bitte beachten Sie, dass Sie damit gemäß § 31 des Urheberrechtsgesetzes ausschließlich ein Leserecht erworben haben: Sie dürfen dieses eBook – anders als ein gedrucktes Buch – nicht verleihen, verkaufen, in anderer Form weitergeben oder Dritten zugänglich machen. Die unerlaubte Verbreitung von eBooks ist – wie der illegale Download von Musikdateien und Videos – untersagt und kein Freundschaftsdienst oder Bagatelldelikt, sondern Diebstahl geistigen Eigentums, mit dem Sie sich strafbar machen und der Autorin oder dem Autor finanziellen Schaden zufügen. Bei Fragen können Sie sich jederzeit direkt an uns wenden: [email protected]. Mit herzlichem Gruß: das Team des venusbooks-Verlags

***

Bei diesem Roman handelt es sich um ein rein fiktives Werk, das vor dem Hintergrund einer bestimmten Zeit spielt oder geschrieben wurde – und als solches Dokument seiner Zeit von uns ohne nachträgliche Eingriffe neu veröffentlicht wird. In diesem eBook begegnen Sie daher möglicherweise Begrifflichkeiten, Weltanschauungen und Verhaltensweisen, die wir heute als unzeitgemäß oder diskriminierend verstehen. Diese Fiktion spiegelt nicht automatisch die Überzeugungen des Verlags wider oder die heutige Überzeugung der Autorinnen und Autoren, da sich diese seit der Erstveröffentlichung verändert haben können. Es ist außerdem möglich, dass dieses eBook Themenschilderungen enthält, die als belastend oder triggernd empfunden werden können. Bei genaueren Fragen zum Inhalt wenden Sie sich bitte an [email protected].

***

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Chloé Césàr

Sweet Seduction – Prickelnder Genuss in Rom

Roman

venusbooks

Prolog

Das Straßencafé lag noch im Schatten, ebenso der Haupteingang des Pantheons, auf das man von hier aus blickte.

Es war früh am Morgen. So früh, dass die meisten der umliegenden Restaurants verlassen wirkten, als wären ihre Besitzer gar nicht in der Ewigen Stadt anwesend, sondern irgendwo auf einer lauschigen Insel zur Sommerfrische abgetaucht.

Eine für den Platz ungewöhnliche Stille lag über der Szenerie, aber das würde sich bald ändern.

Grinsende Kellner würden auftauchen, wie aus dem Nichts, und umgehend geräuschvoll Stuhlreihen und Bistrotische rücken, Sitzpolster verteilen, den ersten leichtbekleideten Touristinnen des Tages frech hinterherpfeifen und sich gegenseitig auf Italienisch anzügliche Bemerkungen zurufen.

Bald darauf würden die Geräusche zunehmen. Den ganzen Tag über, bis weit nach Mitternacht. Die hochgerüsteten Vespas junger Platzhirsche würden wie verrückt knattern, und die Trillerpfeifen der römischen Carabinieri vergebens dagegen anzuschrillen versuchen.

Touristen würden vor Entzücken in sämtlichen Sprachen der Welt Rufe ausstoßen, Frauen kokett und laut lachen, Kinder kreischen und Hunde bellen.

Rom am frühen Morgen ...

Amanda liebte die Stadt, und ganz besonders liebte sie das Pantheon. Diesen uralten Tempel, den man später rücksichtslos seiner ursprünglichen Bestimmung entrissen und kurzerhand dem christlichen Glauben verfügbar gemacht hatte. Und den Touristen, die tagtäglich in Scharen hinein- und wieder herausströmten, sich dabei gegenseitig drängelten und schubsten und genervt die Augen verdrehten, weil alle interessanten Sehenswürdigkeiten in der Ewigen Stadt so hoffnungslos überlaufen schienen.

Amanda zog es vor, den ersten doppelten Espresso des Tages früh am Morgen zu nehmen, wenn allein dieses eine kleine Café bereits geöffnet hatte. Auf diese Weise konnte sie die Illusion genießen, den Tempel Pantheon für sich alleine zu haben. Zumindest ein kostbares halbes Stündchen lang.

Peter hatte sie auch an diesem Morgen begleiten wollen – wie jeden Tag, seit sie gemeinsam in der Stadt waren.

Sie hatte, wie stets in letzter Zeit, fast unwirsch abgelehnt – »ich muss alleine sein, Pilot, das weißt du doch! Diese tägliche Auszeit ist mir heilig!« -, sich dann seinen Armen entwunden, während er noch protestierte: »Jetzt sieh nur mal, was du mit mir gemacht hast! Soll ich jetzt vielleicht in dem Zustand hier liegen bleiben?«

Seine Morgenlatte hatte ein beachtliches Zelt aus der dünnen Bettdecke gebaut, aber selbst dieser vielversprechende Anblick konnte Amanda nicht umstimmen.

»Ich habe immerhin Urlaub!«, rief Peter ihr nach, während sie schon unter der offenen Badezimmertür stand.

»Na und? Was ist das überhaupt? Als Künstlerin kenne ich das Wort gar nicht. Ich bin immer unterwegs und suche dabei nichts weniger als die göttliche Inspiration!«

»Du bist so was von durchgeknallt, Göttin!«, tönte es von dem breiten Doppelbett zurück. Das Laken flog zu Boden, und ein prächtiger, voll erigierter Schwanz kam zum Vorschein.

»Was für eine Vergeudung«, jammerte Peter weiter. »Hast du denn gar kein Herz, keine Gefühle? Wenn ich erst wieder im Cockpit maloche, wird es dir leidtun, nicht jede Sekunde mit mir allein ausgekostet zu haben.«

»He, mein Möschen ist bereits so wund, dass es sogar brennt, wenn ich nur aufs Klo muss, Flugkapitän! Wenn hier jemand Urlaub braucht, dann meine Muschi!«

Peters Gesichtsausdruck wechselte spontan und zeigte, was er gerade empfand: Freude, Stolz und Liebe zugleich.

Diese Mischung war zu viel des Guten für Amanda. Sie entfloh verschreckt rasch unter die Dusche.

Ich bin ein Biest – dachte sie, nur wenig schuldbewusst, während der erste lauwarme Strahl auf sie herunterprasselte.

Es ist Peter ernst damit, ganz im Gegensatz zu mir. Ich muss mir bald über meine wahren Gefühle klar werden und ihm dann alles beichten. Er hat es verdient, dass ich zumindest ehrlich zu ihm bin. Warum nur muss er auch so anhänglich sein in letzter Zeit, so unerhört ... verliebt?

Wäre er ein »Bad Boy« geblieben, hätte er eine wirkliche Chance gehabt auf Dauer!

So aber fürchte ich, die ich mich kenne, dass es mir bald schon fürchterlich langweilig wird in dieser ... Beziehung. Falls es überhaupt schon eine ist.

Diese Sehnsucht nach dem Alleinsein, woher kommt die? Das ist doch nicht normal, wenn man in einer liebevollen Partnerschaft steckt! Oder doch?

Sie seufzte leise und versuchte sich ganz auf die morgendliche Körperpflege zu konzentrieren, um die lästige Grübelei loszuwerden.

Leider vergebens ...

Was könnte ich nicht alles erleben, alleine in der Stadt!

Während Amanda sich von Kopf bis Fuß mit der cremigen Badelotion einseifte, schüttelte sie unwillig den Kopf bei dem Gedanken daran, was sie in Rom alles würde anstellen können, wenn sie tatsächlich ohne Peter und die anderen hier gewesen wäre.

Es konnte ein herrliches Abenteuer sein, allein in einer Stadt wie dieser auf die Pirsch zu gehen. Amanda hatte schon als junges Mädchen ein Faible für Streifzüge durch unbekannte Straßen und Gassen entwickelt. Nie hatte sie sich dabei bedroht gefühlt – vom sprichwörtlichen Großstadtdschungel.

Sie fand schon das Wort albern! Wen hatten seine Schöpfer damit wohl verunsichern oder beeindrucken wollen?

Es gab keinen Dschungel hier in Rom.

Es hatte auch keinen gegeben in Paris, wo Amanda erst kürzlich allein einige höchst abwechslungsreiche und in jeder Hinsicht beeindruckende Tage verbracht hatte – eine erholsame Unterbrechung der immer gleichmäßig ruhigen Arbeitsroutine in ihrem Atelier auf Teneriffa. Ein tiefer Brunnen voller Inspiration, Erotik und Lebensfreude war Paris für sie gewesen.

Gegen Ende war sie so erholt und steckte voller neuer Ideen, sie hatte schon auf die Kanaren zurückfliegen wollen. Um sofort in die Arbeit an ihrer nächsten Skulptur abzutauchen.

Doch dann hatte sie es sich in letzter Sekunde anders überlegt.

Na ja, eigentlich verdankte sie diesen Sinneswandel ja auch Peter! Besser gar nicht daran denken, sonst kam das schlechte Gewissen wieder, stärker sogar als zuvor.

Rom war einfach umwerfend, wie immer. Allerdings wäre es mit Sicherheit noch umwerfender gewesen, wenn sie so unabhängig hätte agieren können wie zuvor in der französischen Metropole.

An dieser Einsicht änderte auch ein noch so schlechtes Gewissen nichts. »Freiheit, die ich meine ...« – von wem stammte dieser Spruch gleich wieder?

Stattdessen musste Amanda jetzt an manchen Tagen stundenlang für die Fotografin Dominique posieren und für deren Freund Karel, einen Journalisten und freien Mitarbeiter beim Männermagazin LEANDER, eine tragende Rolle spielen in der Artikelserie mit dem beziehungsreichen Titel Sex around the World.

Selbst die Titelzeile ging Amanda inzwischen auf die Nerven. Sie klang in ihren Ohren mittlerweile nicht mehr vielversprechend oder gar exotisch, sondern nur noch banal und langweilig. Etwas für gestresste Bürohengste, die in solcher Lektüre einen entspannenden Ausgleich zur täglichen Hausmannskost in Sachen Sex suchten.

Verflixt! Warum habe ich mich bloß jemals darauf eingelassen? Im Grunde ist auch dies nur Peters Schuld! Jetzt aber in negativem Sinn. Er hat mich – und uns – an diese Schreiberlinge verschachert. Unsere gemeinsame Geschichte! Das ist völlig unverzeihlich, dafür hat er die Höchststrafe verdient, der Herr Flugkapitän.

Zum Teufel aber auch mit dem schlechten Gewissen! Was anfangs auf Teneriffa noch ein durchaus nettes und amüsantes Spielchen gewesen war, artete jetzt immer mehr in echte Arbeit aus. Vor allem diese endlosen Fotoshootings.

Gut, es gab ein ansehnliches Honorar dafür vom LEANDER, aber trotzdem, es war auf Dauer einfach nervig, die weibliche Hauptperson geben zu müssen. Noch dazu für ein gesichtsloses Millionenpublikum.

Mein Hang zum Exhibitionismus scheint urplötzlich erschöpft zu sein. Und auf Dauer ist es auch nervtötend, die unersättliche Voyeurin zu geben. Anfangs war alles noch neu und erregend, jetzt nicht mehr. Jetzt will ich völlig neue Abenteuer und Erfahrungen. Ganz für mich allein. Zum Teufel mit dem LEANDER und »Sex around the world«!

Nachdem Amanda sich abgetrocknet und ein leichtes Make-up aufgelegt hatte, tigerte sie drüben im Zimmer vor dem Kleiderschrank ein Weilchen auf und ab wie eine Raubkatze. Schweigend und mit gefährlich funkelnden grünen Augen.

Peter, der sie vom Bett aus beobachtete, gewann den Eindruck, dass es besser war, Madame nicht anzusprechen und sich einfach schlafend zu stellen.

Schließlich entschied sie sich für eine weiße Leinenhose von Armani und ein ebenfalls weißes Leinenhemd darüber.

Als sie fertig angezogen war, wirkte sie mehr denn je wie eine Tigerin. Wie eine weiße Tigerin.

Ebenso gefährlich schön wie kostbar.

Sie zu reizen konnte lebensgefährlich sein. Mann musste sie ziehen lassen, sie wollte Beute machen. Draußen in der freien Wildbahn. Wenn sie gesättigt zurückkam, sah die Welt sicher wieder anders aus. Die Tigerin verwandelte sich für einige unkalkulierbare Zeit in ein Schmusekätzchen, zog die spitzen Krallen ein und schnurrte zur Abwechslung.

Dies waren definitiv die schönsten Momente, um die es bei dem Spielchen wirklich ging. Bis zum nächsten Ausfallversuch der Raubkatze.

Wort- und grußlos verließ Amanda an diesem Morgen das gemeinsame Hotelzimmer.

Jetzt saß sie hier und sah zu, wie das bunte Leben auf der kleinen Piazza vor dem Pantheon allmählich an Fahrt aufnahm.

Sie rührte ein wenig Zucker in ihren Espresso. Ich wollte, ich könnte den ganzen Tag hier sitzen und den Leuten zusehen, wie sie leben und lieben und flirten und streiten.

Das Buttercroissant war natürlich viel zu fett und kalorienhaltig, um als gesundes Vollwertfrühstück zu gelten. Na und, was machte das schon, es schmeckte köstlich!

Daheim auf der Inselfinca gab es solche Genüsse höchst selten. Außerdem hatte Peter erst gestern betont, wie gut ihm die beiden zusätzlichen Kilos gefielen, die Amanda sich in Paris zugelegt hatte.

»He, die kommen sofort runter, sobald ich wieder auf Teneriffa bin und normal arbeite und lebe, mein Lieber!«

»Mein Schatz, das wäre unklug. Wir Männer lieben Kurven!«

Voller Genuss biss Amanda in ihr Croissant, es war frisch und locker und zerging auf der Zunge. Ein fast schon erotisches Erlebnis. Es wäre ein Frevel, diesen Genuss durch eine banale Unterhaltung zu stören. Sogar ihr Handy hatte sie ausgeschaltet. Dermaßen heilig waren ihr diese Momente.

Aus solchen in der Erinnerung abgespeicherten Momentaufnahmen konnte eine Künstlerseele oft ewig schöpfen, immer wieder. Oder wenigstens bis zum Ende eines – dieses gegenwärtigen – Lebens.

Eine ewige Endlichkeit – gibt es so etwas?

Amandas Gedanken schweiften ab, wanderten weiter zu Rosalie: Ob die alte Dame den Umzug von Paris nach Rom schon hinter sich hat? Und ist der ersehnte Urenkel bereits geboren?

Ich muss sie unbedingt besuchen, ehe ich abreise. Der »Schwarze Magier«, von dem sie gesprochen hat, geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ebenso wenig die Marmorskulptur mit dem Titel »Liebesgöttin auf Abwegen«, die Rosalie in Trance gesehen haben will.

Bin tatsächlich ich selbst diese Liebesgöttin?

Habe ich einst diese Skulptur erschaffen, nach meinem eigenen Abbild? Oder meinen eigenen Wunschvorstellungen von mir selbst?

Ich muss Rosalie dazu bringen, tiefer zu schürfen, wenn sie mir nächstes Mal die Karten legt.

Wer ist der Schwarze Magier? Was hat er mit mir zu tun? Kenne ich ihn bereits, oder wird er mir bald begegnen?

Zum Teufel auch, ich kann mich nicht mehr an die Einzelheiten erinnern, die Rosalie an jenem Nachmittag in ihrer Pariser Wohnung aufgetischt hat.

Es schien alles so ... unwirklich, ungreifbar, irgendwie glaubte ich ihr tief im Innern wohl nicht.

Und jetzt quälen mich diese Träume und mit ihnen die Erinnerungen, die eigentlich gar keine sind. Seit Tagen geht das jetzt schon wieder so ... der arme Peter! Da hat er endlich mal Urlaub vom Fliegen, und dann muss ich ihm alles verderben mit meinen Launen.

Dabei gibt er sich solche Mühe: die besten Restaurants, Geschenke, Blumen, Parfüm, Champagner, heiße Liebesnächte!

Wieso geht mir das alles zunehmend auf die Nerven?

In den ersten Tagen konnte ich doch gar nicht genug kriegen davon. Ich war unersättlich, und jetzt scheine ich dafür nur noch gelangweilt zu sein.

Schwarzer Magier – wo steckst du? Erlöse mich.

Kapitel 1

Peter traf sich mit Karel und Dominique zum Frühstück und zur Lagebesprechung an der Hotelbar, der Einfachheit halber. Das Trio war mittlerweile an dieses Ritual gewöhnt, spätestens seit den gemeinsamen »Arbeitstagen« in Rio de Janeiro.

Die Zusammenarbeit klappte überraschend gut, was eigentlich ein kleines Wunder darstellte. Immerhin war jeder von ihnen ein ausgeprägter Individualist. Aber vielleicht lag es gerade daran: Die Artikelserie reizte sie alle drei gleichermaßen, wenn auch auf völlig unterschiedliche Weise.

Jeder von ihnen hatte natürlich seine eigenen Motive, bei der Sache mitzuwirken. Vom Geld einmal abgesehen.

Allerdings schien ausgerechnet der vierten im Bunde, und dummerweise auch noch Hauptperson, derzeit jegliche Motivation völlig abzugehen.

»Amanda ist momentan gereizt. Sie braucht eine Pause. All die Nächte mit zu wenig Schlaf, der Alkohol, die Partys ...«

» ... ja, und all die wilde Vögelei dabei!«, fiel Dominique ihm forsch ins Wort. Die Fotografin nahm selten ein Blatt vor den Mund.

Sie musterte Peter spöttisch, ehe sie fortfuhr: »Sie scheint es auch schon in Paris wild getrieben zu haben. Dieser Didier Costes war bei deinem Anblick geschockt, Pilot! Scheint mir so, als wärst du ihm in die Quere gekommen.«

Peter winkte lässig ab. »Dir ist doch bekannt, dass ich gar nicht wissen will, was sie in Paris sonst noch so gemacht hat. Außer ihre Ausstellung zu eröffnen und ihre Werke an Kunstliebhaber zu verhökern. Punkt. Wenn hier jemand höllisch eifersüchtig ist auf den Franzosen Costes, dann bist du es, Dominique! Face the fact.«

Sie wollte schon aufbrausen, als Karel dazwischenging.

»Stopp, ihr beiden! So geht das nicht. Ihr macht euch doch bloß lächerlich. Amanda ist der freieste Charakter, der mir je in weiblicher Gestalt begegnet ist. Sie hat ein Recht darauf, ihr Leben so zu leben, wie sie es will. Es geht uns nichts an, was in Paris geschehen ist.«

»Dir ist doch nur wichtig, dass sie weiterhin die Sexgöttin für deine blöde Artikelserie abgibt!« Dominique sprang auf. »Ich genehmige mir einen freien Tag. Man sieht sich!«

»Die wären wir auch los, gratuliere«, sagte Peter trocken, während Karel der Kollegin nur verblüfft hinterhergaffte. Offenbar hatte er mit einem derart heftigen Ausbruch nicht gerechnet.

»Wie läuft es denn neuerdings so zwischen euch?«

Karel schüttelte den Kopf: »Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht! Mal ist sie anschmiegsam, dann wieder total kratzbürstig und lässt mich tierisch abfahren. Wenn sie so drauf ist, behandelt sie mich wie den letzten Dreck.«

Peter nickte. »Amanda! Ich kann dir auch nicht erklären, was es ist. Aber eines steht fest: Wer ihr erst mal auf den Leim gegangen ist, der klebt fest. Auf ewig, wie mir scheint. Und Dominique ist ihr auf den Leim gegangen, auch wenn wir anfangs dachten, es verhielte sich eher umgekehrt.«

Karel grinste traurig. »Wenn ich da an so manchen deiner Aussprüche in Rio denke! Du hast sie doch vermisst wie verrückt. Du bist ihr also auch auf den Leim gegangen, oder?«

»Selbstverständlich nicht! Ich genieße die Spielchen mit ihr in meinen sauer verdienten Urlauben, das ist alles. Unsere Tour d’amour damals auf Teneriffa war einsame Spitzenklasse, das hast du selbst gesagt, Sportsfreund! Wie gemacht für deinen ersten gepfefferten Artikel zur Serie.«

Diesmal seufzte Karel zur Abwechslung, ehe er weiterbohrte: »Wie macht sie das? Ist sie tatsächlich so höllisch gut im Bett? Besser als andere Frauen ihres Kalibers?«

»Wenn ich das wüsste! Das frage ich mich selbst dauernd. Ich meine, gut, sie hat eine ungewöhnliche Fantasie, überbordend, barock – was weiß ich, wie ich das am besten beschreiben soll, dazu fehlen mir bei meinem nüchternen Beruf die Worte. Aber das ist es alles noch längst nicht! Sie schlägt dich in den Bann, nimmt dir den Atem, jagt dich eine Achterbahn von Lust und Ekstase und Schmerz rauf und runter. Und das alles ohne jede Scheu. Sie ist dabei noch nicht einmal aggressiv, auch wenn das jetzt vielleicht so klingt. Sie kann dich auspeitschen, und du windest dich vor Wonne und fühlst dich noch zärtlich liebkost dabei.«

Karel schluckte, während er Peters Monolog schweigend lauschte, seinen Espresso wie Hustensaft zu sich nahm – das Zeug war bitter wie Hölle, weil er vergessen hatte, Zucker reinzugeben – und das Glas Leitungswasser hinterherschüttete, das man in besseren Etablissements wie diesem hier immer mit serviert bekam.

Plötzlich lag ihm eine neue Frage auf der Zunge: »Glaubst du, sie hat Dominique ebenfalls ausgepeitscht?«

Peter musste grinsen. »Woher soll ich das wissen? Frag deine Freundin am besten selbst danach.«

»Schön wär’s, wenn es so einfach wäre, Mann! Ich kann Dominique absolut nichts Intimes zum Thema Amanda fragen, sie geht sofort hoch!«

»Dann peitsch sie doch einfach selbst mal aus zur Probe. Dominique, meine ich ...« Um Peters Fassung war es jetzt endgültig geschehen. »Dann wirst du zumindest sehen, wie es ihr bei dir gefällt. Daraus lassen sich durchaus auch Rückschlüsse ziehen.« Er lachte schallend los. Worauf der Barkeeper ihm einen schrägen Seitenblick zuwarf: Die Heiterkeitsausbrüche des Signore waren entschieden zu laut für ein stilvolles Haus wie dieses! Der Mann konnte nicht ahnen, dass Peter als Pilot und Flugkapitän ständig in Häusern wie diesem abstieg.

Peter lachte immer weiter, schließlich schüttelte er auch noch den Kopf und dachte sich, was er laut nicht aussprechen mochte: Karels Problem – der Gute war viel zu verschossen in seine Kollegin Dominique! So verschossen, dass alle Welt ihm anmerken konnte, wie es um ihn stand.

Und damit hatte der sonst so gerissene Journalist natürlich das Spiel bereits verloren. Leider kapierte er das nicht!

Während Peter sich noch vor Lachen krümmte, betrachtete Karel ihn seinerseits nachdenklich, aber mit äußerlich unbewegtem Gesichtsausdruck: Mein Guter! Das Problem mit dir ist, du bist viel zu verschossen in Amanda. So verschossen, dass alle Welt auf der Stelle merkt, wie es um dich steht. Die schöne Bildhauerin selbst gleich miteingeschlossen. Und damit hast du das Spiel natürlich von vornherein bereits verloren! Schade nur, dass du das partout nicht kapieren willst!

Dominique schlenderte währenddessen ziellos durch die Straßen Roms. Die Hände zu Fäusten geballt und diese wiederum tief in den Taschen ihres cremefarbenen Herrenanzugs aus Leinen vergraben.

Wo Amanda sich wohl in diesem Moment herumtreibt?

Frühstückt sie alleine an ihrem Lieblingsplätzchen neben dem Pantheon? Oder liegt sie gerade in den Armen eines neuen, eines römischen Lovers, in dessen Glutaugen sie an einer Straßenecke unverhofft getaucht ist ... oder unten an den Ufern des Tiber ... oder auf der Spanischen Treppe, wo die jungen Touristinnen sich ebenfalls gerne mal abschleppen lassen von einem »Latin Lover« ... Lächerliches Gehabe junger, dummer Hühner!

»Reiß dich zusammen, Dominique, verdammt noch mal!«, wies Dominique sich selbst halblaut zurecht.

Ein jüngerer, gut gekleideter Römer, der ihr gerade – das Handy am Ohr: »Pronto!« – auf dem Bürgersteig entgegenkam, grinste sie im Vorübergehen frech an.

Das hatte sie jetzt davon, weil sie am helllichten Morgen Selbstgespräche führte. Sie machte sich in der Öffentlichkeit zum Narren!

Wie brachten es diese unverschämten Italiener eigentlich fertig, während des Telefonierens auf der Straße in all dem Lärm auch noch andere Leute bei peinlichen Selbstgesprächen zu belauschen?!

Wütend stapfte Dominique weiter. Ihre lange, dunkle und seidenglatte Mähne flatterte im lauen Stadtlüftchen.

Sie hatte ihren Hut im Zimmer vergessen, auch das noch.

»Autsch!«, entfuhr es ihr laut.

Ehe sie noch richtig registriert hatte, dass ein unverschämter Spaziergänger sie eben ungeniert im Vorbeischlendern kräftig in eine Pobacke gezwickt hatte, war der Kerl auch schon um die nächste Hausecke verschwunden.

Dominique begann innerlich vor unterdrückter Wut zu kochen.

Was waren Männer doch für Idioten!

Sie hätte sich nie mehr mit einem dieser hirnlosen Schwanzträger einlassen sollen, wie sie es sich einst geschworen hatte, als sie noch keine zwanzig war.

Seither waren nur noch Frauen in ihrem Bett gelandet.

Frauen waren um so vieles appetitlicher, sauberer, schöner, zärtlicher, anschmiegsamer, vertrauenerweckender, ehrlicher und – ja – auch wesentlich erotischer als Männer.

Aber dann war ihr neulich in Rio diese Sache mit dem schwarzen Brasilianer zugestoßen – Julio.

Haha, ZUGESTOSSEN, im wahrsten Sinne des Wortes!

Er hatte sie tatsächlich gestoßen wie ein wilder Hengst.

Der Vergleich passte in jeder Hinsicht – der Junge hatte für ein menschliches Wesen ein Gerät von einer schier unglaublichen Größe besessen ... knallrot hatte die Eichel geleuchtet, während der übrige Schaft wie aus Milchschokolade geformt wirkte. Bloß viel härter.

Ein durchaus appetitlicher Anblick.

Julio hatte sie durchgebumst nach allen Regeln der Kunst, das musste sie ihm lassen.

Natürlich hatte sie sich ihm nicht freiwillig hingegeben, sie war vorher überwältigt und gefesselt worden. Von Yaribé und Marie-Lou, den beiden brasilianischen Vollblutweibern.

Sie, Dominique, war selbstredend ganz und gar nicht unschuldig in diese Situation geraten. Deshalb hatte sie sich auch hineingefügt, ohne großes Gezeter.

Yaribé und Marie-Lou hatten durchaus Grund gehabt, sich an ihr zu rächen.

Raffinierte, schöne Biester die beiden: dass sie ausgerechnet auf die Idee mit dem schwarzen Hengst von einem Mann gekommen waren ...

Dominique war dabei glatt wieder auf den Geschmack gekommen.

Später dann profitierte Karel davon, in ihrem Hotelzimmer. Wohin er sie freundlicherweise geschleppt hatte, weil sie viel zu betrunken gewesen war, um noch selbst zu laufen.

Es war eine heiße Nacht damals in Rio, in jeder Hinsicht.

Karels Schwanz hatte erwartungsgemäß längst kein solches Prachtstück dargestellt wie der des schwarzen Julio. Dafür zeigte er aber solides Standvermögen, und sein Herr und Meister hatte obendrein ganz allerliebste zärtliche Spielchen mit Dominique gespielt.

Doch, sie hatte es genossen, als Karel sie langsam stieß und dabei gleichzeitig abwechselnd an ihren Nippeln saugte.

Bis hinunter in ihr Möschen konnte sie die lustvollen Wellen spüren, die von den harten Brustknospen in diesen Momenten ausgesandt wurden.

Dabei hatte Karel seinen Schwanz tatsächlich aufreizend langsam aus ihrer Perle gezogen. Nur um ihn kurz darauf schon wieder in Angriffsposition zu bringen. Die Eichel massierte dabei geschickt Dominiques Lustknopf, und sie stöhnte. Langsam schob sich der Schwanz erneut hinein, immer tiefer. Und tatsächlich bis zum Anschlag, bis es nicht mehr weiterging.

Sie hatte noch gespürt, wie seine harten Bälle an ihre Pobacken geklatscht waren, dann hob sie einfach ab.

Sie war regelrecht explodiert, dabei kam ein kräftiger Schwall Flüssigkeit zwischen ihren weit geöffneten Schenkeln hervorgeschossen. Sie musste das Bettlaken später wechseln. Zum Glück befand sich ein frisches im Kleiderschrank – sonst hätte sie nicht einschlafen können.

Karel war einfach in ihr steckengeblieben, ganz tief in ihr.

Sie hatten sich schließlich auch geküsst, mit weichen Lippen und zärtlichen Zungenspielen.

Ziemlich intim, zu intim.

Schon ewig lange war sie nicht mehr so von einem Mann geküsst worden. Aber das prickelnde Gefühl dabei konnte natürlich eine gnädige Sinnestäuschung gewesen sein – und war es rückblickend wohl auch gewesen.

Es hatte ihr wohl nur in dem Moment so gut gefallen, sie war betrunken gewesen, nicht nur vom vielen Tequila, sondern auch vom Sambatanzen mit Yaribé und Marie-Lou und all den anderen heißen Spielchen in jener Nacht.

Karel hatte einfach zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung gestanden (im wahrsten Sinne des Wortes!) und seine unverhoffte Chance natürlich – typisch Mann! – nach Kräften auszunutzen gewusst.

Und er hatte wirklich eine beachtliche Ausdauer bewiesen, in jenen frühen Morgenstunden in ihrem Hotelzimmer in Rio.

Sein Schaft war in ihr nicht eine Sekunde erschlafft.

Sie musste einige Minuten eingeschlummert gewesen sein, jedenfalls war das Nächste, woran sie sich erinnerte, dass Karel sie wieder stieß, schneller und heftiger als zuvor.

Sie kam kurz hintereinander noch einige Male, ehe er selbst mit einem tauten Schrei abging wie eine Rakete.

Sie hatte dann das dringende Bedürfnis gespürt zu pinkeln und Karel beim Aufstehen gebeten, in sein Zimmer zu gehen.

Natürlich hatte er protestieren wollen, aber ein einziger Blick von ihr genügte. Und er zog demütig ab.

Trotzdem hatte sie ihn jetzt doch am Hals!

Das Problem mit Karel bestand hauptsächlich darin, dass er im Grunde genommen ein netter Kerl war.

Und dass er den Fehler begangen hatte, sich in Dominique ernsthaft zu verlieben. Und es sich obendrein auch noch hatte anmerken lassen.

Sie konnte mit ihm machen, was sie wollte.

Die Situation begann sie zu langweilen, und sie hasste Langeweile, mehr noch als die Männer selbst. Also demütigte sie Karel oft und gerne, auch im Bett. So ließ sie ihn beispielsweise hinknien, mit verbundenen Augen, während sie mit gespreizten Schenkeln nur dalag.

»Leck mich, Sklave!«, herrschte sie ihn dann an.

Er gehorchte augenblicklich und stöhnte auch noch lustvoll dabei. Obwohl sie sich vorher die Kliti oder die ganze Muschel mit Vaseline eingerieben hatte. Wahlweise auch mit Penaten- oder Niveacreme. Oder einem glitschigen Baby-Öl.

Es schien ihm überhaupt nichts auszumachen!

Seine Erektion sprach Bände – außerdem bettelte er hinterher immer darum, in Dominique endlich eindringen zu dürfen.

Meistens verweigerte sie ihm die Gunst zunächst, bis seine gesamte Pracht wieder zusammengefallen war.

Dann drehte sie sich schließlich auf den Bauch, zog ihre beiden Hinterbacken mit den Händen auseinander und forderte burschikos: »Leck mich auch da, Sklave!«

Vorher hatte sie sich die Sternenrosette mit braunem Senf beschmiert.

Und Karel schmatzte und leckte und bohrte auch noch die Zungenspitze in ihren Anus.

Auch diese Aktion schien ihn höllisch anzutörnen, sie konnte hören, wie er mit einer Hand an seinem steifen Schwengel auf und ab schubberte.

»He, hab ich dir das erlaubt, frecher, unverschämter Sklave?! Du hast dich zu beherrschen, kapiert?«

Das waren die Momente, in denen sie ihn auch schon mal schlug. Nicht zu hart, aber immerhin.

Sie wollte ihn nicht verletzen, zumindest nicht äußerlich, aber Schmerz bereiten wollte sie ihm schon.

Körperlich und seelisch!

Er hatte selber Schuld: Seine Unterwürfigkeit ihr gegenüber reizte sie immer häufiger bis aufs Blut.

Sie wusste, er hätte alles für sie getan, und beileibe nicht nur im Bett.

Eines Nachts hatte er es kurz vor einem seiner eigenen, eher seltenen Orgasmen (sie hatte ihm einzudringen erlaubt) sogar laut herausgeschrien: »Ich tu alles für dich, Dominique, alles. Ich heirate dich auch, wenn es das ist, was du willst. Werde meine Frau, ich bitte dich.«

Heiraten, was für ein abwegiger Gedanke!

Der hatte sie doch nicht alle, der gute Karel Kortmann.

Es schien fast so, dass er sie umso mehr begehrte, ja aufrichtig liebte, je schlechter sie ihn behandelte.

Hatte sie ihm etwa einige Nächte hintereinander nicht erlaubt, in sie einzudringen oder auch nur Hand an sich selbst zu legen in ihrer Gegenwart, dann war er umso glücklicher, wenn es irgendwann doch passierte.

Wenn sie es ausdrücklich zuließ, dass es passierte! Es schien, als ob er sein Glück dann kaum fassen konnte ...

»Du bist der beste Fick meines Lebens, Dominique!«, stöhnte er dabei regelmäßig und bohrte sich keuchend tiefer in ihr feuchtes Fleisch hinein.

Gierig biss er dann häufig auch noch in ihren Hals, in Schultern oder Brüste, und das wiederum machte sie wild vor Erregung. Obwohl sie am Morgen zu ihrem Ärger dann einige Zeit brauchen würde, die Male unter Make-up oder Seidenschals zu verbergen.

Es gefiel ihr, wenn er sie so verzweifelt begehrte ...

Und ja: Wenn sie ihn einige Tage nicht in sich gespürt hatte, dann bekam sie glatt Lust auf seinen Schwanz.

Das waren natürlich alles in allem komplett paradoxe Reaktionen ihrerseits, aber wer sagte denn, dass es bei der Lust und im Bett logisch zugehen musste?

Hinterher war sie meist fix und fertig, wenn ihr nämlich wieder ins wache Bewusstsein drang, was sie getan hatte.

Sie konnte sich ihre »Fehltritte« nicht wirklich verzeihen. Und schon gar nicht, wenn sie große Lust dabei empfunden hatte.

Die erste Ekelattacke traf stets pünktlich ein, nämlich kurz nachdem der Orgasmus abgeflaut war.

Und der Ärger über sich selbst folgte auf dem Fuße.

Nein, sie tat sich nichts wirklich Gutes an, sie sollte definitiv nicht mit einem Schwanzträger herumvögeln!

Auch mit Karel nicht, der ihr untertags ein guter, treuer Freund und Kollege war. Und das wäre er besser auch geblieben, schon in seinem eigenen Interesse.

Sie, Dominique, wollte eine Frau, sie wollte Amanda!

Kapitel 2

Dominique bemerkte den Mann nicht, der ihr bereits folgte wie ein Schatten, seitdem sie das Hotel verlassen hatte.

Sie wanderte weiter in ihre eigenen Gedanken versunken durch die Straßen, wich Passanten aus und folgte ihrerseits keinem Ziel. Jedenfalls nicht bewusst.

Didier Costes hingegen hatte ein sehr bewusstes Ziel: Dominique zu folgen, wohin auch immer sie gehen mochte!