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Eine verführerische Begegnung Paris, mon amour … Eine Vernissage ihrer Ausstellung erotischer Skulpturen führt die schöne Bildhauerin Amanda in die Stadt der Liebe. Hier lernt sie den Kunstdirektor Didier Costes kennen, der nicht nur ein Auge für prachtvolle Werke der schönen Künste hat, sondern auch für bildhübsche Frauen wie Amanda. Während Didier sie mit allen Sinnen genießen lässt, versuchen auch der verwegene Pilot Peter und der sexy Callboy Manuel, ihre Gunst zu erlangen. Offenbar wissen sie nicht, wie erregend es ist, wenn alle auf ihre Kosten kommen … Band 2 der Spicy-Romance-Reihe für Fans von Vi Keeland und Sandra Henke
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Seitenzahl: 242
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Über dieses Buch:
Paris, mon amour … Eine Vernissage ihrer Ausstellung erotischer Skulpturen führt die schöne Bildhauerin Amanda in die Stadt der Liebe. Hier lernt sie den Kunstdirektor Didier Costes kennen, der nicht nur ein Auge für prachtvolle Werke der schönen Künste hat, sondern auch für bildhübsche Frauen wie Amanda. Während Didier sie mit allen Sinnen genießen lässt, versuchen auch der verwegene Pilot Peter und der sexy Callboy Manuel, ihre Gunst zu erlangen. Offenbar wissen sie nicht, wie erregend es ist, wenn alle auf ihre Kosten kommen …
Über die Autorin:
Chloé Césàr wurde in Rom geboren und kann väterlicherseits auf französisch-libanesische Vorfahren zurückblicken. Die Mutter ist Deutsche und entstammt einer Diplomatenfamilie. Bereits mit dreizehn entdeckte Chloé im Bücherschrank ihres Vaters verborgene Schätze: Werke von Henry Miller und Anaïs Nin. Ihr Interesse an erotischer Literatur war schlagartig geweckt und führte nur wenige Jahre später zu ersten eigenen Veröffentlichungen in diesem Genre.
Bei venusbooks veröffentlichte sie bereits: »My Hot Bartender – Heißes Verlangen«, »My Hot Bartender – Prickelnde Lust« und »My Hot Bartender – Verbotenes Spiel«.
Außerdem erscheint bei venusbooks ihre Reihe um die Abenteuer der schönen Bildhauerin Amanda mit den Titeln »Sweet Seduction – Heiße Spiele auf Teneriffa«, »Sweet Seduction – Sinnliche Stunden in Paris« und »Sweet Seduction – Prickelnder Genuss in Rom«.
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eBook-Neuausgabe Januar 2025
Ein eBook des venusbooks Verlags. venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.
Dieses Buch erschien bereits 2006 unter dem Titel »Die Liebesgöttin erwacht« bei Blanvalet
Copyright © der Originalausgabe 2006 by Verlagsgruppe Random House GmbH
Copyright © der Neuausgabe 2025 venusbooks Verlag. venusbooks ist ein Verlagslabel der dotbooks GmbH, München.
Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Titelbildgestaltung: Wildes Blut – Atelier für Gestaltung Stephanie Weischer unter Verwendung mehrerer Bildmotive von © shutterstock
eBook-Herstellung: Open Publishing GmbH (vh)
ISBN 978-3-96898-310-3
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Bei diesem Roman handelt es sich um ein rein fiktives Werk, das vor dem Hintergrund einer bestimmten Zeit spielt oder geschrieben wurde – und als solches Dokument seiner Zeit von uns ohne nachträgliche Eingriffe neu veröffentlicht wird. In diesem eBook begegnen Sie daher möglicherweise Begrifflichkeiten, Weltanschauungen und Verhaltensweisen, die wir heute als unzeitgemäß oder diskriminierend verstehen. Diese Fiktion spiegelt nicht automatisch die Überzeugungen des Verlags wider oder die heutige Überzeugung der Autorinnen und Autoren, da sich diese seit der Erstveröffentlichung verändert haben können. Es ist außerdem möglich, dass dieses eBook Themenschilderungen enthält, die als belastend oder triggernd empfunden werden können. Bei genaueren Fragen zum Inhalt wenden Sie sich bitte an [email protected].
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Chloé Césàr
Sweet Seduction – Sinnliche Stunden in Paris
Roman
venusbooks
Verehrte Madame,
anlässlich der Vernissage Ihrer Ausstellung »Erotische Skulpturen« freuen wir uns, Sie in Kürze hier in Paris begrüßen zu dürfen.
Wir haben uns erlaubt, für Sie ein Zimmer im neu eröffneten Hôtel du Petit Moulin, 29/31, rue du Poitou, zu buchen.
Bitte teilen Sie uns so bald wie möglich Ihre Flugdaten mit. Sie werden dann von einem Fahrer in Orly abgeholt.
Herzlichst
Didier Costes
»Oui, Monsieur. Wird erledigt!«, murmelte Amanda gelangweilt.
Sie betrachtete die edle Karte mit der offiziellen Einladung genauer. Am unteren goldgefassten Rand fand sie schließlich die Internetadresse der Hotel-Homepage. Im Nu war sie vollends munter und sprang von der bequemen Liege auf, die sie erst kürzlich für das große Atelier unter dem Dach angeschafft hatte.
»Mal sehen, wie großzügig Sie sind, Monsieur!«
Sie ging hinüber zu dem Ecktisch, auf dem ein Laptop nebst Drucker und Telefonapparat ein eher einsames Dasein fristete.
Peter hatte den tragbaren Computer gekauft und auch installiert, samt Internet- und E-Mail-Anschluss!
Es geht eben nichts über einen in technischen Dingen versierten Liebhaber, dachte Amanda, während sie die On-Taste des Notebooks drückte. Leise surrend fuhr das Laufwerk hoch.
»Per E-Mail können wir so oft wie möglich unsere Gedanken und Träume austauschen«, hatte Peter damals noch zu ihr gesagt. Der gutaussehende Pilot und Flugkapitän war nämlich auf der ganzen Welt zu Hause (zumindest behauptete er das selbst von sich). Das war vor einigen Wochen gewesen, nach einer letzten gemeinsam verbrachten Nacht.
Seither hatte die Insel nicht mehr auf seinem Flugplan gestanden – und Amanda sich deshalb mit ihrem neuen, luxuriösen Vibratormodell zufriedengegeben. Meistens jedenfalls.
Sie war selbst überrascht, wie wenig es ihr mittlerweile ausmachte, statt eines echten Schwanzes ein vibrierendes Ersatzteil zwischen den Beinen stecken zu haben.
Hatte es vielleicht damit zu tun, dass sie in den Piloten möglicherweise eben doch wesentlich tiefere Gefühle investierte, als ihr selbst lieb war?
Jedenfalls behauptete das ihre Finca-Nachbarin Katrin.
Und auch Dominique, die Fotografin mit dem androgynen Touch, hatte einen gleich lautenden Verdacht geäußert. Nachdem sie – einige Tage nach Peters Abflug – selbst noch einmal nach allen Regeln der Kunst Amanda verführt und vernascht hatte.
Dominique war es auch gewesen, die den roten Vibrator mit der durchsichtigen Plastikeichel mitgebracht hatte. In deren Innerem – aus welch obskuren Gründen auch immer – sich wiederum eine türkisfarbene Vogelfeder befand.
»Du wirst doch hoffentlich nicht glauben, mir mittels eines Dildos die Lust auf einen echten Männerschwanz austreiben zu können?«, hatte Amanda die Freundin und Gelegenheitsgeliebte nach dem ersten gemeinsamen Einsatz geneckt.
Dominique hatte nur geheimnisvoll gelächelt und war dann zu Amandas Füßen hinuntergerutscht. Dort begann sie, an den empfindlichen Zehen mit den rot lackierten Nägeln hingebungsvoll zu lutschen. Wobei sie jede einzelne davon abwechselnd zwischen die Lippen nahm.
Eine Taktik, die wiederum Amanda aufs Neue und dermaßen erregte ... kurz darauf kam es unweigerlich zu einem weiteren Einsatz des künstlichen Schwanzes.
Hinterher musste Amanda – sie war mehrmals lautstark und heftig gekommen – sich von Dominique die Frage gefallen lassen, ob ein echtes Mannsbild im Bett den Job wirklich besser besorgen könne ...
»Vermutlich nicht«, murmelte Amanda noch, ehe sie sich zu einem postkoitalen Nickerchen zurechtkuschelte. »Aber ich bin nun einmal schwul, ich stehe nämlich ausschließlich auf Männer. Eigentlich.«
»Wie man eigentlich eindeutig sehen kann!«, lachte Dominique, fischte dabei einige Kleidungsstücke vom Boden neben dem Bett auf und hielt sie provokativ in die Höhe.
Es war eine Art Kostüm, das dem eines altertümlichen Edelmannes ähnelte.
Weißes Hemd mit weiten Ärmeln und offenem Kragen, dazu eine geschnürte Lederweste, einem Wams ähnlich, gepluderte Hosen mit breitem Gürtel und kniehohe Lederstiefel.
Dominique hatte darin zum Anbeißen ausgesehen, als sie an jenem Nachmittag auf der Finca uneingeladen eingetrudelt war. Mit den hochgesteckten Haaren unter dem verwegenen Schlapphut wirkte sie dazu täuschend männlich.
Hochgewachsen, gertenschlank und mit jenen harten, kleinen Brüsten ausgerüstet, die erst auffielen, wenn sie bereits splitternackt war. Dann allerdings umso mehr, denn die Knospen waren riesig, mit dunklen Höfen, und ungeheuer sexy und wurden sofort und sichtbar steinhart, als Amanda ihrerseits ihr Schleiergewand fallen ließ.
Bald darauf zog Dominique dann den Vibrator unter den Kissen hervor und ließ ihre Bettgefährtin für eine köstliche lange Weile vergessen, dass zwischen ihren langen, sehnigen Schenkeln ein gewisses Etwas fehlte.
Ansonsten war es perfekt gewesen – Amandas erstes und bisher einziges Abenteuer mit einer anderen Frau.
Sie hatte Peter nichts darüber geschrieben. Obwohl er sie seinerseits über seine sämtlichen erotischen Eskapaden rund um den Globus großzügig auf dem Laufenden hielt – per E-Mail.
Peter war der Meinung, dass, wenn sie ehrlich zueinander wären, Sex mit anderen Leuten nur ein notwendiges Übel bliebe. Der Triebabfuhr und der gesunden Lust am Abenteuer dienend, nichts weiter. Und um die Zeiträume zwischen ihren eigenen Treffen zu überbrücken. Nichts Weltbewegendes. Nichts, was auch nur im Mindesten ihre Beziehung zueinander in Frage stellen könnte und würde.
Sex ohne Liebe – so meinte er – könne sogar besonders lustvoll sein. Wenn auch nur für ein kurzes Weilchen, zugegeben, aber immerhin.
Keine Gefühle, keine Verantwortung, keine Seelenpein. Nur reine Lust. Die sich in der Erinnerung bald selbst auslöschen würde, wie sich der einzelne Regentropfen im Meer verliert.
Aber Peter war halt ein Mann, und Amanda war eine Frau. Ebenso wie Dominique. Und ebendarin lag der große Unterschied. Den der Pilot niemals würde begreifen können.
Dazu hing er viel zu sehr an seinem äußerst ansehnlichen Schwanz. An seinem Mann-Sein. Was allerdings immerhin sein gutes Recht war ...
Bald darauf war auch Dominique abgereist. Zusammen mit ihrem Kollegen Karel Kortmann, dem Journalisten, der für ein neues Männermagazin namens LEANDER arbeitete.
Karel hatte Dominique den höchst willkommenen Fotoauftrag auf der Insel überhaupt erst verschafft. Für eine brandneue, verrückte Artikelserie mit dem Titel Sex around the world.
Ausgerechnet Peter musste der erste Interviewpartner zum Thema sein. Laut Dominique hatte es dem Piloten offenbar Vergnügen bereitet, seine und Amandas Abenteuer publik zu machen. So zumindest hatte Karel es der Fotografin gegenüber später dargestellt.
Und Amanda konnte ihrerseits eines nicht leugnen: Sie hatte es genossen, von Dominique zunächst verführt und dann in verschiedenen, meist verruchten Posen für die Artikelserie im LEANDER abgelichtet zu werden.
Inzwischen meldete Dominique sich in unregelmäßigen Abständen telefonisch bei Amanda. Die ursprünglich aus Paris stammende Fotografin vermied es dabei, über den Job zu sprechen.
Sie wollte immer nur eines wissen – »Wie sieht es aus in Sachen Liebe, Süße?«
»Keine Neuigkeiten«, versicherte Amanda seit Wochen und lachte dabei. »Aber dank deines großherzigen Geschenks ist wenigstens mein Hormonhaushalt einigermaßen ausgeglichen.«
»Mach dir nichts vor«, hatte Dominique eines Tages plötzlich geantwortet, »du wartest auf die Rückkehr deines Piloten. Nur deshalb gibst du dich mit dem Plastikschwanz zufrieden. Du bist ihm treu, dem Flieger, so lächerlich das für dich auch klingen mag.«
»Vielleicht warte ich ja auch auf deine Rückkehr, Musketier! Und bin dir treu.«
»Ich tue es dir nicht nach und mache mir selbst etwas vor! «, hatte Dominique gesagt und dabei traurig geklungen. »Das tust du nicht, Süße. Und das weißt du auch.«
»Warum rufst du mich dann noch an, Mädchen?«
»Erstens weil ich nicht anders kann. Zweitens weil ich selbstverständlich weiter versuchen werde, dich bei passender Gelegenheit zu vögeln. Ich will dich lecken, schmecken, fühlen, beißen, kratzen, penetrieren und dabei schreien hören wie neulich. Und drittens ...« – Dominique brach an dieser Stelle ab, und nur das Geräusch ihres Atems kam über die Telefonleitung bei Amanda an. Genug, um der Bildhauerin eine Gänsehaut zu bescheren.
»Und drittens?«, hakte Amanda schließlich nach. »Komm schon, verrate es mir, Musketier!«
»Rein berufliches Interesse«, sagte Dominique kalt. »Ich bin mir sicher, Peter und du werdet noch einige heiße Storys liefern, die Karel und ich prima verwerten können. Du weißt doch, wie schamlos Journalisten sind.«
Die Bemerkung brachte Amanda prompt auf eine andere Idee. »Apropos! Wie steht es denn zwischen Karel und dir mittlerweile?«
»Hör auf damit! Du nervst!«, sagte Dominique scharf und knallte den Hörer auf.
Einige Minuten später rief sie wieder an: »Wir sind Kollegen, weiter nichts!«
»Er hat nur Augen für dich, der Arme! Und er ist ein netter Kerl, soweit ich das nach unserer kurzen Bekanntschaft bereits beurteilen kann. Komm schon, Dominique! Du stehst nicht ausschließlich auf Frauen, ich weiß es. Sein Schwanz ist garantiert so gut wie jeder andere. Aber der Mann, der daran hängt, verehrt dich. Was verdammt viel wert ist, wenn du mich fragst. Probier es wenigstens mal wieder!«
»Wozu? Damit du frohen Herzens und ohne schlechtes Gewissen mit deinem Herzbuben Peter vögeln kannst?« – Es war unmöglich zu überhören: Dominique war verletzt. Und eifersüchtig.
Amanda beschloss daher, dass der Zeitpunkt gekommen war ...
»Deine Annahme ist zumindest zu fünfzig Prozent falsch, Kleines!«, sagte sie langsam. »Der Name des Herzbuben lautet Adrian.«
Noch ehe Dominique sich von ihrer Überraschung erholen konnte, hatte dieses Mal Amanda den Hörer aufgelegt.
Später war dann eine E-Mail der Fotografin gekommen:
Meine Liebste. Ich werde auf alle Fälle versuchen, zur Eröffnung Deiner Ausstellung in Paris anwesend zu sein. Teile mir – bitte, bitte! – den Namen Deines Hotels mit. In Liebe. Deine D.
Amanda klickte sich ins Internet ein und rief die Homepage des Hôtel du Petit Moulin auf.
Nachdem sie Lage, Fotogalerie und Preise durchgecheckt hatte, murmelte sie zufrieden: »Merci, Monsieur Costes! Und glauben Sie mir, ich bin Ihre Großzügigkeit auf alle Fälle wert.«
Anschließend rief sie die E-Mail-Adresse von Peter auf. Immerhin flog seine Airline die französische Hauptstadt mindestens dreimal wöchentlich an.
Und Amanda verspürte ganz entschieden einen plötzlichen Heißhunger auf einen echten Schwanz ...
Am nächsten Morgen verpackte Amanda in ihrem Atelier sorgfältig die letzten Skulpturen. Die Kunstwerke mussten nun bald per Spedition die lange Reise von der Insel nach Paris antreten.
Jede einzelne Figur oder Figurengruppe löste dabei unterschiedliche Erinnerungen und Empfindungen in ihr aus.
O ja, ihr Sexleben war manches Mal ganz schön wild gewesen in diesen vielen, vielen Monaten, seitdem Adrian die Insel verlassen hatte.
Vorher – mit ihm – war es auch aufregend. Aber eben anders aufregend, weil dabei die große Liebe im Spiel gewesen war. Die änderte immer alles. Der Sex wurde dadurch einsamer, konzentrierter, ausschließlicher.
Hinterher war es in gewisser Hinsicht fast eine Erleichterung gewesen, sich einfach gehen und verführen zu lassen. Oder selbst zu verführen, je nachdem.
Eine gewisse Zügellosigkeit hatte sich dabei eingestellt. Die Spielchen wurden wilder und hemmungsloser, befreit von der Verantwortung, die große Gefühle einem nun mal aufzuerlegen pflegen.
Und natürlich hatten all diese Erfahrungen ihre Spuren hinterlassen!
Amanda wäre nicht die Vollblutkünstlerin gewesen, die sie nun einmal war, wenn sie diese Erlebnisse samt deren Spuren in ihren Arbeiten nicht festzuhalten vermocht hätte.
Zumindest einige einzigartige Momente und Eindrücke waren erfolgreich und beeindruckend eingefangen.
In Marmor gemeißelt, materialisiert sozusagen und damit gleichzeitig verewigt.
Momente voller Lust und Leidenschaft, Momente der Hingabe und der Ekstase, aber auch des Schmerzes und der sexuellen Demütigung.
Dominanz und Unterwerfung waren ebenso sichtbar gemacht worden wie die Anbetung und die geradezu magische Anziehungskraft, die zwischen verschiedenen Partnern im Idealfall herrschen konnten.
Ein weiterer Höhepunkt war ohne Zweifel auch die Skulptur, die Dominique alleine darstellte. Wie sie sich in den Zuckungen eines heftigen Höhepunktes vor Lust wand.
Der nackte, sehnige Frauenkörper, der beinahe männlich wirkte und zugleich doch so ungeheuer weiblich-sinnlich, dass es einem beim Betrachten der Figur glatt den Atem verschlug.
Amanda erinnerte sich genau an diesen einzigartigen Moment und wie er sich in Wirklichkeit abgespielt hatte. Wie es dazu gekommen war. Nach vielen Stunden des Liebesspiels, in denen die Fotografin ausschließlich ihr, Amanda, als Liebesgöttin gedient hatte. Nur geben, spürbar geben hatte sie wollen, nichts verlangt, ja nicht einmal etwas angenommen.
Amanda war sooft gekommen an jenem Tag, dass sie irgendwann aufgegeben hatte, die Orgasmen zu zählen.
Sie hatte sogar vergessen – oder erfolgreich verdrängt -, dass sie mit einer Frau zugange gewesen war.
Es war damals kein Schwanz im Spiel gewesen, nicht einmal ein künstlicher.
Und doch ...
Und dann war da dieser Moment der Schwäche bei Dominique gekommen. Sie war ein wenig eingeschlummert, und diesen Umstand hatte Amanda weidlich ausgenutzt.
Weil sie selbst eine Frau war, wusste sie genau, wo und wie man am besten eine Muschi leckte. Bis sie vor Ekstase zu tropfen begann und sich beinahe umstülpte, von innen nach außen. So, wie eine überreife Frucht von innen her aufplatzte, um Samen oder Fruchtknoten herauszuschleudern.
Ein Moment der vollkommenen und reinsten sexuellen Erregung! Vielleicht eine Zehntelsekunde, ehe der Höhepunkt unabwendbar einsetzen musste, um die gewaltige Anspannung abzubauen.
Amanda hatte ihn gesehen, diesen Anblick. Sie würde ihn im Leben niemals wieder vergessen.
Am nächsten Tag bereits hatte sie von morgens bis abends wie im Fieber im Atelier gestanden, um ihn einzufangen und zu verewigen.
Zwischendurch hatte die eigene Erregung sie einige Male aufs Bett geworfen, wo sie – heftig atmend – mit harten Fingern masturbierte, bis sie schrie und schließlich entspannt genug war, um weiterzuarbeiten.
Es war vor allem ein Foto dieser Dominique-Skulptur gewesen, die Didier Costes, Akademieprofessor in Paris und außerdem Direktor eines Kunstmuseums, später überzeugen sollte.
Amanda hatte über das Internet Verbindung mit ihm aufgenommen und einige Fotos ihrer Arbeiten als E-Mail-Anhang übersandt.
Wenige Tage später hatte Didier sie dann angerufen ...
»Sie sind sehr mutig, Madame, wenn ich das so sagen darf. Sie zelebrieren und feiern Ihre Homosexualität. Das wird dem verwöhnten Pariser Publikum gefallen.«
»Ach ja? Aber ich bin nicht ...«
Didier war Amanda einfach ins Wort gefallen. Oder vielleicht hatte er auch gar nicht zugehört, er war viel zu berauscht davon, seine Idee loszuwerden.
»Bringen Sie Ihre Partnerin doch bitte mit zur Vernissage. Sie beide werden gemeinsam Furore machen.«
Amanda hatte eingesehen, dass es besser war, das Spielchen mitzuspielen.
»Das wird leider nicht möglich sein, fürchte ich. Dominique hat eine eigene Karriere. Sie ist eine höchst gefragte Fotografin und derzeit rund um den Globus im Einsatz. Für ein großes deutsches Magazin.«
Aber Didier hatte Blut geleckt und wollte mehr davon. »Wir zahlen Ihnen beiden eine ganze Woche Aufenthalt in Paris. In einem Viersternehotel. Dazu Anreise per Flugzeug. Dominique wird doch auch einmal Urlaub machen.«
»Zur Zeit leider nein«, sagte Amanda bestimmt. »Aber vielleicht bringe ich stattdessen einen Freund mit.
Er ist übrigens in der Skulptur mit dem Titel Tanz der Sinne dargestellt.«
Diesen Vorschlag quittierte Didier mit verblüfftem Schweigen.
Tanz der Sinne ...
Auch daran, was sie mit Peter angestellt hatte, erinnerte sich Amanda noch in allen pikanten Einzelheiten.
Die Skulptur zeigte ihn nackt, mit deutlich erigiertem Schwanz. Um den Hals eine Pythonschlange.
Das Tier war nicht allzu groß, aber immerhin dazu imstande, dem Mann mittels ihres Würgereflexes sichtliche Atemnot zu bescheren.
Trotzdem – oder besser: deswegen – wand auch er sich dabei vor Pein und gleichzeitig immens gesteigerter Lust.
Die Eichel war so deutlich und herausfordernd ausgearbeitet, dass sich beim Betrachter spontan der Eindruck einstellen musste, der Marmormann stünde kurz vor dem Abspritzen.
Amanda wusste natürlich ganz genau, dass ebendieser Effekt tatsächlich eingetreten war!
Es war im Übrigen der erste Orgasmus überhaupt gewesen, den Peter in ihrer Gegenwart hatte erleben dürfen.
Es war ihm damals noch nicht gestattet gewesen, sein bestes Stück auch nur ein einziges Mal in Amandas Schoß zu versenken. Alles andere schon: Finger etwa und vor allem die Zunge.
Der Pilot hatte scheibchenweise seine Lektionen erhalten. Er hatte sie dafür mit Kosenamen wie Liebesgöttin oder auch Sexgöttin bedacht.
Aber natürlich – das hatte Adrian ebenfalls getan. Und ihr gleichwohl auch so viel angetan. Nicht nur im Bett.
Dafür sollte, musste, durfte später ein anderer büßen: Peter.
Amandas kleine Liebe.
Katrin hatte einmal behauptet, kleine Lieben seien besser für den Alltag geeignet als große. Vor allem, wenn diese kleinen Lieben im Mehrfachpack daherkamen. Hintereinandergeschaltet, versteht sich.
Serielle Monogamie nannte sich das Phänomen – es war mittlerweile in Mitteleuropa so weit verbreitet wie Masern, Windpocken und eine winterliche Erkältungswelle zusammen.
Zur Krönung des Ganzen hatte Amanda ihre kleine Liebe auch noch absolut zeitgemäß und dem allgemeinen Trend entsprechend aus dem Internetpool gefischt.
Überraschenderweise hatte sich die Sache mit dem Piloten aber unterdessen ausgewachsen – vom kleinen Fischlein zum immerhin durchschnittlichen Seehecht.
Peter waren inzwischen Zähne gewachsen, und er hatte sie Amanda eines Tages auch gezeigt.
Damit erwarb er zunächst ihren Respekt, dazu einige heiße Liebesnächte – ohne Schlange – und ihr Versprechen, ihn jederzeit auf ihrer Finca und in ihrem Bett willkommen zu heißen. Wann immer er auf die Insel käme.
Die Grundlage für eine langlebige Affäre war damit immerhin geschaffen.
Ob sich daraus auf Dauer aber etwas Größeres entwickeln konnte?
Wer wusste das schon.
In den ersten Tagen nach Peters Abreise war Amanda noch mit Schmetterlingen im Bauch herumgelaufen. Aber natürlich ließen sich diese Gefühle nicht ewig und vor allem in derselben Intensität aufrechterhalten, wenn einen der Alltag und die Arbeit erst wieder einholten.
Außerdem waren da noch diese verflixten Erinnerungen an den anderen Herzbuben: Adrian!
Der schwarze Magier im Spiel ...
Amanda hatte ihn in zwei verschiedenen Skulpturen verarbeitet: einmal als vor Kraft und sexueller Urgewalt strotzenden nackten Mann. Allerdings mit einem pikanten Detail, das bislang nur der Künstlerin selbst bekannt war:
Adrians Körper war mit Peters Schwanz bekrönt.
Eine zweite Arbeit zeigte sie selbst mit Adrian beim Liebesspiel. Dabei trugen sie beide auffällige Gesichtsmasken.
Amanda war eine Leopardin.
Und Adrian – wie konnte es anders sein – ein Magier.
Sie kauerte auf allen vieren vor ihm, mit provozierend hochgerecktem Po. Ein Knie dabei so geschickt angewinkelt, dass man die Schamlippen wollüstig aufklaffen sah.
Während sein Schwanz – dieses Mal war es »sein eigener« – bereits halb in ihrem Anus steckte.
Die angespannten Bauchmuskeln ließen erkennen, dass der Lümmel jeden Moment ganz hineingetrieben würde.
Szene einer gescheiterten großen Liebe lautete der Titel der Skulptur.
Am Tag vor der Abreise nach Paris erhielt Amanda zwei private E-Mails.
Peter schrieb, er sei gerade in Rio eingetroffen. Er habe geplant, einige freie Tage zu nehmen und anschließend die Route Rio-Frankfurt, Frankfurt-Rom zu fliegen. Es sei also leider momentan nichts mit Paris. Er bedauere das, denn er vermisse Amanda wie verrückt. Vor allem ihre wunderschönen Brüste und das Bermudadreieck zwischen ihren Schenkeln.
Natürlich wünschte er ihr viel Erfolg für die Ausstellung.
Die zweite Mail stammte von Dominique.
Meine Süße,
hatte so sehr gehofft, Dich in Paris beglücken zu können. Aber jetzt sieht es wohl so aus, dass ich kurzfristig Karel hinterherfliegen muss, der gerade Deinen Piloten in Rio trifft.
Dein Lover (ich nenne ihn absichtlich nicht mehr Herzbube, merkst Du was?) – dieser Peter-Pilot also – hat Karel den Mund wässrig gemacht! Und dieser wiederum beim LEANDER-Chefredakteur die Reisespesen lockermachen können.
Ganz klar: Bei dem Thema – »Sex around the world: Teil 2, Rio de Janeiro« – erhofft der sich natürlich weiterhin sprunghaft steigende Verkaufszahlen.
Ich werde also zur Abwechslung kaffeebraune Titten – und Schwänze – ablichten müssen da drüben in Brasilien.
Während Du Dich in Paris sicherlich hemmungslos auch ohne uns alle amüsieren wirst.
Wie sie mir auf die Nerven gehen, diese Männerträume von den angeblich so heißblütigen Brasilianerinnen!
Mal sehen, wie weit Peter und Karel sich in der feuchten südamerikanischen Hitze entblößen werden. Haha ...
Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, eine Riesenpackung Kondome für die beiden Helden einzupacken.
Nur für alle Fälle. Und weil ich mir Sorgen um DICH mache, meine Schöne!!!
Du lässt ihn ja doch wieder ran, Deinen Flugkapitän. Bei der nächsten besten Gelegenheit. Da bin ich sicher. Leider.
Ciao, Baby
Amanda schrieb nicht zurück. Weder an Dominique noch an Peter. Stattdessen packte sie ihren Koffer voll mit all den hübschen Sachen, die sie in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Katrin in Los Christianos erstanden hatte.
Ein hochgeschlitztes, rotes Seidenkleid mit passenden Dessous darunter. Dazu ein Paar hochhackige Riemchensandalen.
Knackig sitzende Jeans mit einer weißen, fast durchsichtigen Bluse. Geschnürte Lederstiefelchen.
Einige freche Tops und darüber diese lässige und sündhaft teure mokkabraune Lederjacke.
Immerhin konnte es in Paris schon mal kühl und regnerisch sein. Auch im Sommer. Ganz im Gegensatz zur Insel, wo das Thermometer selbst in den Wintermonaten selten genug unter die Zwanzig-Grad-Marke rutschte.
»Donnerwetter!«, hatte Katrin gesagt am Ende ihrer gemeinsamen Shoppingtour, »die französischen Männer werden dir zu Füßen liegen, Amanda! Du darfst dich hiermit heftigst von mir beneidet fühlen.«
»Wieso? Du hast schließlich deinen Sam. Und euren Swingerclub. An sexueller Abwechslung sollte es dir nun wirklich nicht mangeln.«
»Stimmt. Abwechslung habe ich genug. Trotzdem fehlt es mir an Aufregung. An erotischer Spannung. Eroberung ist das Zauberwort! Das fehlt mir. Ich will erobern und erobert werden zugleich. Ich will in heißen Fummeln auf Beutezug gehen. In schicken Restaurants und Bars und Szenekneipen. Inklusive der Möglichkeit, abgewiesen zu werden. Damit es mal wieder so richtig prickelt da drinnen in der Magengrube. Alles und jederzeit haben können, das langweilt auf die Dauer. Verstehst du, was ich meine?«
Amanda hatte schallend gelacht. »Aber sicher. Und du hast Recht, Katrin. Ich freue mich tatsächlich höllisch auf Paris. Vor allem nach diesen letzten arbeitsreichen Wochen. Das sonnige Inselleben hat seine Schattenseiten. Ich brauche ihn auch von Zeit zu Zeit, den berüchtigten Großstadtdschungel mit seinen Abwechslungen.«
»Eben. Und lass dir bloß nicht eine günstige Gelegenheit durch die Lappen gehen. Was dein Pilot nicht weiß, geht ihn auch nichts an. Was das betrifft, denk an meine Devise. Außerdem lässt er unter Garantie auch nichts aus, was sich ihm rund um den Globus bietet. Bei aller Liebe, die er sichtlich für dich empfindet.«
An dieser Stelle hatte Amanda das Thema abrupt zu wechseln versucht. »Lass uns einen Café con Leche trinken, Katrin. Ich hab heiße Füße und die Nase allmählich voll vom Einkäufen. Außerdem sollte ich noch Geld übrig behalten für die Pariser Boutiquen.«
»Oh, oh! Keine gute Idee. Shopping kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Kraft. Beides investierst du besser in deine Ausstellung und die Pariser Männerwelt. Und schlafen musst du zwischendurch auch mal. Neue Fummel dagegen hast du bereits genug. Und vergiss nicht: Ein heißes Sexleben hat direkten positiven Einfluss auf die Hormone und diese wiederum auf deinen zarten Teint. Mit anderen Worten: Lass es krachen, Süße!«
»Du bist unverbesserlich, Katrin!«
»Stimmt. Aber vor allem weiß ich, wovon ich spreche.«
Genau in dem Moment, als das Schloss des Koffers zuschnappte, schrillte auch Amandas Telefon.
Es war noch einmal Katrin.
»Na? Alles bereit für die große Reise?«
»Fast«, bestätigte Amanda. »Ich muss bald los und Ricardo abholen. Er kümmert sich während der nächsten Woche um Finca und Tiere.«
»Wie immer«, stellte Katrin gelangweilt fest. »Es ist schließlich sein Schlangenterrarium. Dein Kater wird vermutlich ohnehin kaum zu Hause sein, wie ich Rasputin kenne.«
»Durchaus möglich. Er ist immerhin mindestens so sexbesessen wie du, meine Liebe.«
Katrin lachte schallend am anderen Ende. Sie nahm solche Bemerkungen als Kompliment, und Amanda wusste das natürlich.
»Apropos. Hast du heute, am letzten Abend vor deiner Abreise, ansonsten noch etwas Aufregendes geplant?«
»Nicht, dass ich wüsste.«
»Gut«, sagte Katrin. »Dann hole ich dich gegen acht Uhr ab. Du schläfst heute Nacht am besten hier. Das erspart uns am Morgen einen allzu frühen Start zum Flughafen. Sam ist nicht daheim, er musste für zwei Tage nach Santa Cruz. Das hat mich auf die Idee gebracht, eine kleine Abschiedsparty für dich zu organisieren.«
»O nein! Ich gehe nicht mit dir zu den Swingern. Vergiss es«, protestierte Amanda sofort.
»Wer redet denn davon? Wir machen es uns hier gemütlich.«
»Und wer ist, bitte schön, mit wir gemeint? Habe ich nicht eben noch das Wort Party gehört?«
»Nur du und ich. Und dieser Callboy, den ich eben bestellt habe.«
»Himmel, hilf! Du kannst natürlich machen, was du willst. Ich jedenfalls lege mich in eurem Gästezimmer ins Bett. Und zwar alleine!«
»Manuel ist ein bildhübscher junger Spanier. Er hat in Santa Cruz eine Ausbildung zum Dressman abgeschlossen und tritt in verschiedenen Viersternehotels in Modeschauen auf. Für den Begleitservice arbeitet er nur nebenher, wenn er nicht genug Buchungen hat. Ein echter Geheimtipp, der Junge.«
»Inwiefern? Turnt er im Bett den doppelten Rittberger oder vögelt er im Kopfstand?«
»Du bist manchmal unmöglich, Amanda. Aber ich mag dich trotzdem«, sagte Katrin. »Schau ihn dir zumindest mal an. Alleine ins Bett gehen kannst du danach immer noch. Ist ja nur ein Angebot von mir. Ich bin eben ein Mensch, der gerne mit seinen Freunden teilt. Um acht komme ich dich abholen, okay?«
Amanda seufzte nur.
Aber dann ging sie doch zu ihrem Kleiderschrank hinüber und verschwendete eine geschlagene Stunde darauf, sich ein geeignetes Outfit für den Callboy-Abend zusammenzustellen.
Immerhin gab Katrin sich solche Mühe, um sie aus ihrem selbst gewählten Einsiedlerinnendasein zu reißen. Dessen war sie sich durchaus bewusst.
Es war nur angemessen, wenigstens eine Spur von Enthusiasmus zu zeigen.
Trotz aller Lockerheit und dem flotten Lebenswandel nämlich besaß die liebe Katrin auch viel Einfühlungsvermögen. Ihr war längst klar, dass Amanda in letzter Zeit durchaus etwas Aufmunterung und Beistand vertragen konnte.
So schön die Insel mitsamt ihrem ganzjährig milden Klima auch war – hier oben in den Bergen konnte es doch auch öfter rau und vor allem verflixt einsam sein.
Zudem hatte Amanda in den letzten Wochen wie eine Besessene an ihren Skulpturen für verschiedene Ausstellungen gearbeitet.
Und über Adrian war sie natürlich auch längst noch nicht ganz hinweg. Da konnte sie sagen, was sie wollte.
Katrin wusste Bescheid.
Die andere Geschichte dagegen, die mit Peter, dem Piloten, war zwar vielversprechend angelaufen. Aber der Gute war schließlich berufsbedingt die meiste Zeit abwesend. Gurkte irgendwo in der Weltgeschichte herum.
Kapitän zur See und Kapitän zur Luft: Da bestand Katrins bescheidener Meinung nach kein allzu großer Unterschied.
Diese Herren waren in ihren schmucken Uniformen nicht nur eine Augenweide, sondern von jeher auch geborene und vor allem unverbesserliche Herzensbrecher.
In jedem Hafen ein Mädel – dieser Satz war immerhin sprichwörtliche Legende. Und das nicht erst seit den Zeiten des blonden Hans Albers. Gott sei seiner Seele gnädig!
Als gebürtige Hamburgerin wusste Katrin in solchen Dingen ganz genau Bescheid.
Heutzutage hatte sich noch das Wörtchen Flug vor den Hafen geschoben. Der Unterschied allerdings war geradezu lachhaft.
Amanda hatte wahrlich jedes Recht der Welt, sich ihrerseits hemmungslos zu amüsieren.
Katrin war wild entschlossen, dafür zu sorgen, dass sie es auch tat.
