Tägliche Erneuerung - Ole Hallesby - E-Book

Tägliche Erneuerung E-Book

Ole Hallesby

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Beschreibung

Der norwegische Erweckungsprediger Ole Kristian Hallesby war einer der einflussreichsten Gegner liberaler Theologie. In einer seiner Andachten heißt es: „Tag für Tag mühen wir uns mit unserer menschlichen Kraft. Dabei steht uns die unbegrenzte himmlische Kraft zur Verfügung, aber wir nutzen sie nicht! Der, der im kindlichen Glauben die Kräfte des Himmels über sein tägliches Leben und seine Arbeit herab ruft, wird durch alle Schwierigkeiten und Plagen des Alltags mit einem stillen und fröhlichen Sinn hindurchgehen und wird sich immer wieder darüber freuen, was Christi Kraft vermag.“

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Seitenzahl: 544

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Tägliche Erneuerung

Ole Hallesby

Übersetzt aus dem Norwegischen

Anmerkung: Zum Thema Taufe vertritt der Verlag nicht die Sicht des Autors.

Ole Hallesby

Tägliche Erneuerung

1. Auflage 2015

© Lichtzeichen Verlag GmbH, Lage

Übersetzung: Bruno Spießwinkel

E-Book Erstellung:

LICHTZEICHEN Medien - www.lichtzeichen-medien.com

ISBN: 978-3-86954-829-6

Bestell-Nr. 548829

Inhalt

Vorwort1. Januar2. Januar3. Januar4. Januar5. Januar6. Januar7. Januar8. Januar9. Januar10. Januar11. Januar12. Januar13. Januar14. Januar15. Januar16. Januar17. Januar18. Januar19. Januar20. Januar21. Januar22. Januar23. Januar24. Januar25. Januar26. Januar27. Januar28. Januar29. Januar30. Januar31. Januar1. Februar2. Februar3. Februar4. Februar5. Februar6. Februar7. Februar8. Februar9. Februar10. Februar11. Februar12. Februar13. Februar14. Februar15. Februar16. Februar17. Februar18. Februar19. Februar20. Februar21. Februar22. Februar23. Februar24. Februar25. Februar26. Februar27. Februar28. Februar29. Februar1. März2. März3. März4. März5. März6. März7. März8. März9. März10. März11. März12. März13. März14. März15. März16. März17. März18. März19. März20. März21. März22. März23. März24. März25. März26. März27. März28. März29. März30. März31. März1. April2. April3. April4. April5. April6. April7. April8. April9. April10. April11. April12. April13. April14. April15. April16. April17. April18. April19. April20. April21. April22. April23. April24. April25. April26. April27. April28. April29. April30. April1. Mai2. Mai3. Mai4. Mai5. Mai6. Mai7. Mai8. Mai9. Mai10. Mai11. Mai12. Mai13. Mai14. Mai15. Mai16. Mai17. Mai18. Mai19. Mai20. Mai21. Mai22. Mai23. Mai24. Mai25. Mai26. Mai27. Mai28. Mai29. Mai30. Mai31. Mai1. Juni2. Juni3. Juni4. Juni5. Juni6. Juni7. Juni8. Juni9. Juni10. Juni11. Juni12. Juni13. Juni14. Juni15. Juni16. Juni17. Juni18. Juni19. Juni20. Juni21. Juni22. Juni23. Juni24. Juni25. Juni26. Juni27. Juni28. Juni29. Juni30. Juni1. Juli2. Juli3. Juli4. Juli5. Juli6. Juli7. Juli8. Juli9. Juli10. Juli11. Juli12. Juli13. Juli14. Juli15. Juli16. Juli17. Juli18. Juli19. Juli20. Juli21. Juli22. Juli23. Juli24. Juli25. Juli26. Juli27. Juli28. Juli29. Juli30. Juli31. Juli1. August2. August3. August4. August5. August6. August7. August8. August9. August10. August11. August12. August13. August14. August15. August16. August17. August18. August19. August20. August21. August22. August23. August24. August25. August26. August27. August28. August29. August30. August31. August1. September2. September3. September4. September5. September6. September7. September8. September9. September10. September11. September12. September13. September14. September15. September16. September17. September18. September19. September20. September21. September22. September23. September24. September25. September26. September27. September28. September29. September30. September1. Oktober2. Oktober3. Oktober4. Oktober5. Oktober6. Oktober7. Oktober8. Oktober9. Oktober10. Oktober11. Oktober12. Oktober13. Oktober14. Oktober15. Oktober16. Oktober17. Oktober18. Oktober19. Oktober20. Oktober21. Oktober22. Oktober23. Oktober24. Oktober25. Oktober26. Oktober27. Oktober28. Oktober29. Oktober30. Oktober31. Oktober1. November2. November3. November4. November5. November6. November7. November8. November9. November10. November11. November12. November13. November14. November15. November16. November17. November18. November19. November20. November21. November22. November23. November24. November25. November26. November27. November28. November29. November30. November1. Dezember2. Dezember3. Dezember4. Dezember5. Dezember6. Dezember7. Dezember8. Dezember9. Dezember10. Dezember11. Dezember12. Dezember13. Dezember14. Dezember15. Dezember16. Dezember17. Dezember18. Dezember19. Dezember20. Dezember21. Dezember22. Dezember23. Dezember24. Dezember25. Dezember26. Dezember27. Dezember28. Dezember29. Dezember30. Dezember31. Dezember

Vorwort

Der aus einer Bauernfamilie stammende Ole Kristian Hallesby (*1879, †1961) zählt zu den bekanntesten Erweckungspredigern Norwegens und ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Als junger Mann überrascht er seine Eltern mit der Nachricht, Theologie studieren zu wollen. Während seines Studiums zerbricht sein kindlicher Glaube. Als er eines Tages von einem gläubigen Theologieprofessor gefragt wird: „Na Ole, wann willst du Christ werden?“, trifft ihn diese Frage tief und lässt ihm keine Ruhe, bis er sich nach schweren inneren Kämpfen zur klaren und entschiedenen Nachfolge Jesu durchringt. Er bekennt vor Gott seine Schuld und fängt ein neues Leben an.

Als bekennender Christ evangelisiert Hallesby und folgt später dem Ruf an die kirchenunabhängige Gemeindefakultät in Oslo. Er wird Professor für Systematische Theologie. Nach wenigen Jahren wird ihm die Leitung dieser Einrichtung übertragen, die bibeltreue Pfarrer ausbildet. Zugleich ist er zuständig für die innere Mission Norwegens. Hallesby lässt keinen Zweifel daran, dass die Bibel in ihrer Gesamtheit das wahre Wort Gottes ist. Gerade weil Hallesby konsequent und nachhaltig am christlichen Bekenntnis festhält und sich einer wachsenden Liberalisierung der Heiligen Schrift entgegenstellt, nennt man ihn in der gleichnamigen Biografie „Der Fels aus Norwegen“. Zu Beginn der deutschen Besatzung Norwegens wird er als erklärter Gegner des Naziregimes inhaftiert und muss von 1943 bis 1945 in das Konzentrationslager Grini.

Viele seiner Bücher und Schriften begleiten bis heute viele Christen. Alle Andachten in „Tägliche Erneuerung“ stammen aus der Feder von Hallesby und wurden von Bruno Spießwinkel ins Deutsche übersetzt. Bei der redaktionellen Überarbeitung wurden Begrifflichkeiten dem heutigen Sprachgebrauch angenähert, ohne dabei den Sprachstil des Autors zu verändern. Jede einzelne Andacht soll dem Leser vor Augen führen, dass ihm beim Lesen der Bibel das heilige Wort Gottes begegnet.

Warum ich diese Andachten übersetzte:

Ole Hallesby (1879-1961) wurde als Theologiestudent eines Tages von seinem Professor gefragt: „Na Ole, und wann willst du Christ werden?“ Das traf ihn tief und lies ihm keine Ruhe, bis er sich nach schweren inneren Kämpfen zur klaren und entschiedenen Nachfolge Jesu durchgerungen hatte. Er wurde Direktor der Gemeindefakultät in Oslo und einer der bedeutendsten Christen seines Landes. Als erklärter Gegner der Nazis musste er 1943 ins KZ. In Deutschland wurde er besonders durch sein Buch „Vom Beten“ (orig. aus dem norweg. „Von der Welt des Gebets“) bekannt.

Seine Andachten, die hauptsächlich für die eigene Hausgemeinde geschrieben wurden, zeichnen sich darin aus, dass sie den Hörer oder Leser fast immer ganz persönlich ansprechen. Innerhalb eines halben Jahres habe ich für zwei verschiedene Gottesdienste je eine solche Andacht übersetzt und dann zur Unterstützung meiner Predigt vorgelesen. In beiden Fällen wurde ich nach dem Gottesdienst um eine Abschrift der Andacht gebeten. Das brachte mich auf den Gedanken alle 365 Andachten in unsere Sprache zu übertragen. Ich bin sicher, dass sie auch noch heute in unserem Land für so manchen Leser zum Segen werden.

1. Januar

Von seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.

Johannes 1,16

Diese Worte legen ein göttliches Licht über das Jahr, das nun zu Ende ging. Da steht, wir alle empfingen. Die meisten von uns sehen wohl mehr auf das, was wir verloren. Einige haben vielleicht viel verloren. Manche verloren Geld, andere ihre Gesundheit und andere jemand von ihren Lieben.

Und nun, beim Jahreswechsel hast du womöglich oft empfunden, wie arm du nun bist und wie reich du warst, als das Jahr begann. Welche Veränderung kann doch im Laufe eines Jahres in einem Haus geschehen?! Dennoch sagt unser Vers: Wir haben alle empfangen. Ja, wir empfingen alle, auch die, die verloren und viel verloren haben. Das war es, woran uns Gott erinnern wollte, als wir das alte Jahr verließen. Wir alle empfingen, denn Gott tut nichts anderes als zu geben. Und er gibt allen, den Bösen und den Guten. Und er gibt nur gute Gaben. Aber er kann nicht allen gleich viel schenken, denn es gibt doch viele, die nichts anderes haben möchten als „zeitliche“ Gaben. Denn weiter steht da, dass wir alle „Gnade“ empfingen. Ja, die bekommen wir alle. Alle Gottesgaben, die zeitlichen ebenso wie die geistlichen, sind Gnade. Niemand von uns hat auch nur eine einzige der Gaben, die er empfing, verdient. Da ist es gut, das alte Jahr so zu beschließen, dass wir sehen, es war Gnade, was es uns von Gott brachte. Und es ist gut, das neue Jahr so zu beginnen, dass wir sehen: es ist Gnade, was wir bekommen werden. Wir werden empfangen nicht nach unserem Verdienst. Aber jeder neue Tag soll uns neue Gnade bringen und neue Wohltaten Gottes.

2. Januar

Die Liebe freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

1.Korinther 13,6-7

Der Liebe gutwilliger Sinn hat eine eigene Art, andere zu verstehen. Das hängt damit zusammen, dass das neue Leben der Liebe in uns nie hervortreten kann, solange wir nicht uns selbst und unseren eigenen inneren Seelenschaden erkennen. Und der, der seine eigene Sünde spürt, ist immer schnell bereit, andere zu verurteilen. Da ist etwas in ihm, das möchte gerne wissen, ob der andere alles auch so schlimm meinte, wie es nun den Anschein hat. Bei jedem weltlichen Gerichtsverfahren ist es der Verteidiger, der die Aufgabe hat, auf die „mildernden“ Umstände hinzuweisen.

Ist da auch in uns ein ähnlicher Verteidiger, der uns auf die mildernden Umstände bei unserem Bruder hinweisen darf? Leider gibt es viele, die diesen Verteidiger abgesetzt haben! Darum floriert auch unter Christen die üble Nachrede so sehr.

Die gleiche Liebe entschuldigt nicht nur den fehlsamen Bruder, sie züchtigt auch. Das ist gewiss die schwerste Pflicht der Liebe. Aber sie kann nicht anders, denn sie freut sich an der Wahrheit. Diese Seite der Liebe brauchen wir Christen der Gegenwart. Wir Christen heute haben es dringend nötig, auf diese Seite der Liebe zu achten. Denn unter uns gibt es nur wenig ehrliche und liebevolle Bruderzucht. Die Richtungen stehen sich oft gespannt gegenüber. Die Brüder der eigenen Richtung wagt man doch nicht zu tadeln, weil man sonst fürchtet, Truppen zu verlieren. Und den Brüdern in der anderen Partei sollte man sich aus guten Gründen nicht nähern. Also wird hinter dem Rücken geredet. Und hier droht eine Gefahr, die größer ist als die meisten anderen.

3. Januar

Von seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.

Johannes 1,16

Vorgestern sahen wir, dass wir im vergangenen Jahr Gnade empfangen haben. Heute hören wir, dass wir sogar noch einiges mehr bekamen, nämlich „Gnade über Gnade“. Das ist ein merkwürdiger Ausdruck. Aber noch merkwürdiger sind die Erlebnisse, die wir machen, wenn wir Gnade über Gnade erhalten. Wir alle erleben ab und zu Dinge, die wir nicht verstehen. Hattest du nicht ähnliche im vergangenen Jahr? Ich glaube, dass diese dir das Wort „Gnade über Gnade“ erhellen können.

Was erlebtest du? Waren es Anfechtungen? Kamst du in eine so furchtbare geistliche Dunkelheit, dass dir schien, du müsstest darin versinken? Eine Zeit lang dachtest du, du wärst von Gott abgefallen. Aber das war „Gnade über Gnade“! Das war Gnade gegen ein Selbstvertrauen, das angefangen hatte, sich in dein Glaubensleben einzuschleichen. Das war Gnade, um Gnade empfangen zu können. Gnade, um unter das Kreuz zu gelangen. Oder gerietest du in eine große Unannehmlichkeit, ein böses Gerücht oder ein gestörtes Verhältnis zu einem deiner Freunde? Es tat dir sehr weh und du fragtest dich selber, warum du in all das hineingeraten musstest. Aber frage dich nun, ob das nicht alles Gnade um Gnade war, was du erlebtest. Gott gab dir Gnade gegen deine Eigensinnigkeit, Gnade dazu, dass du ein demütiges und sanftmütiges kleines Gotteskind werden kannst. Und gleichzeitig bekamst du Gnade, beten zu können. Wir alle bekamen, steht da in unserem Text. Auch du, der du nichts angenommen hast. Gott reichte dir dennoch Gaben. Von seiner Gnade haben wir alle genommen. Auch du! Denke nur, welch eine Gnade, dass du heute lebst und nicht in der Qual der Hölle liegst. Und welche Gnade, dass Gott dich noch heute ruft.

4. Januar

„Herr, lass ihn noch dieses Jahr stehen, dass ich ihn umgrabe und dünge, vielleicht trägt er dann nächstes Jahr Frucht, wenn nicht, dann haue ihn ab.#x201C;

Lukas 13,8-9

Hier erzählt Jesus etwas von dem, was beim Jahreswechsel hinter dem Vorhang geschieht. Im Himmel wird über die unfruchtbaren Bäume geredet. Davon stehen viele im Garten Gottes. Eine Zeit lang ging alles gut. Sie wuchsen und trugen Frucht: Das eines jungen Menschen vertrauliche Leben mit Gott. Aber dann stockte das Wachstum, es gab keine Frucht. Der Kleine war groß genug geworden, um sich von Gott losreißen zu können.

Die da oben haben ständig, jedes Jahr, nach dem Baum gesehen und ihn versorgt. Jedes Jahr warteten sie darauf, er möge Früchte tragen. Ebenso können die unbekehrten Menschen Jahr für Jahr in ihren Sünden leben unter Gottes Schutz und unter seinem Ruf. Aber dann kommt eine Krise. Das ist die, von der Jesu Wort uns heute erzählt. Es wird davon gesprochen, den unfruchtbaren Baum abzuhauen, weil er im Wege steht. Der unbekehrte Mann hindert seine Frau, die unbekehrten Eltern ihre Kinder, der unbekehrte Bruder seine Geschwister und seine Kameraden daran, sich zu bekehren. Aber da geht Jesus hinein in die Fürbitte für diesen unbekehrten Menschen. Er hat noch ein Mittel zur Erlösung dieses Menschen. Ich zittere bei dem Gedanken, dass unter denen, die heute diese Worte hören, einer sitzt, der nun beim Jahreswechsel eigentlich schon abgehauen sein sollte. Aber Jesus bat darum, dass er es mit dir noch einmal versuchen dürfte. Wird dieser Versuch für Jesus glücken? Siehe, das entscheidest du in diesem Jahr ausschließlich deshalb, weil Jesus für dein Leben bat. Aber er fügte diese traurigen und ernsten Worte hinzu: „Wenn er da keine Frucht trägt, dann haue ihn ab!“

5. Januar

„Gottesfurcht und Genügsamkeit ist ein großer Gewinn.#x201C;

1.Timotheus 6,6

Der ökonomische Druck verdunkelt viele Wohnungen. Da denke ich nicht daran, dass es bei vielen arm und niedrig zugeht. Das muss ein Leben daheim nicht dunkel machen. Ich denke daran, dass viele Eltern nicht den Mut haben, ihren Kindern zu sagen, wie arm sie sind. Darum haben die Kinder keine Ahnung von der Geldknappheit. Und wenn sie der Freunde schöne Kleider und kostbare Vergnügungen wahrnehmen, möchten sie diese auch haben. Darum machen viele Eltern eines von beiden: Entweder sie verweigern es den Kindern, wagen aber nicht den eigentlichen Grund zu nennen, so dass die Kinder verwirrt sind und die Eltern für ungerecht halten. Oder sie geben es den Kindern, obwohl sie wissen, dass sie dafür nicht die Mittel haben. Sie wollen nicht, dass ihre Kinder unter ihren Freunden stehen. Also steigen die Schulden und bei den Eltern und aus den Heimen verschwindet dadurch die Freude.

Ohne Zweifel ist das so in mehr Familien, als wir denken. Wie ganz anders wird es dort, wo die Eltern die Kinder in ihre ökonomischen Verhältnisse eingeweiht haben! Lasst es die Kinder wissen, wie viel für einen Monat oder ein Jahr ihr zum Leben habt. Rechnet für sie aus, was für Kleidung oder Vergnügungen bleibt. Einige meinen, das sei zu früh, das Leben der Kinder in ihrem Alter mit ökonomischen Sorgen zu belasten. Prüfe es. Du wirst sehen, du nimmst ihnen Freude. Aber du gibst ihnen etwas sehr Wertvolles: Verantwortungsgefühl. Du gibst ihnen neue Freude, die Freude, Vater und Mutter dabei zu helfen, dass das Geld reicht. Und so gibst du ihnen etwas Wertvolleres als alle Vergnügungen und schönen Kleider. Du hilfst ihnen dabei, genügsam zu werden. Und der, der aus seiner Familie dieses Erbe mitnehmen kann, beginnt sein eigenes Leben mit einem gewaltigen Reichtum.

6. Januar

Da sagte er zu seinen Jüngern: „Die Ernte ist groß aber der Arbeiter sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende.“

Matthäus 9,37-38

Jetzt, wie damals steht Jesus und sieht die große Ernte. Niemals in der langen Geschichte der Mission waren die Türen so offen wie heute. Jetzt, wie damals treibt Jesus seine Freunde an. Und seine Freunde hören, was er sagt. Nie in der Geschichte der Mission gab es eine so große, allseitig und gut geplante Missionsarbeit wie heute.

Jetzt wie damals sagt Jesus: Betet, betet zuerst und betet zuletzt. Und Jesu Freunde hören, was er sagt. Da steigt ein einziger Gebetsruf hinauf zum Herrn der Mission. Auch du betest. Und der Herr hört dein Gebet. Er antwortet dir: „Auf dein Gebet will ich einen Missionar senden. Dich will ich senden.“ Was antwortest du? Dass du willig wärst? Oder wolltest du andere draußen auf dem Missionsfeld haben? Du bist nicht der einzige, der so betet. Und das ist der Grund dafür, dass es immer zu wenige Missionare gibt. Oder bekamst du diese Antwort von dem Herrn: Ich will auf dein Gebet hin einen Missionar senden. Aber weil du selbst dazu zu alt bist, will ich dein erwachsenes Kind senden. Und was hast du geantwortet? Dass du dein Kind geben willst, oder dass du in deinem Gebet an ein Kind anderer Leute dachtest. Denk dir, dass es tatsächlich gläubige Eltern gibt, die ihre Kinder daran hindern, zu den Heiden hinaus zu gehen. Oder antwortet der Herr dir so: Ich habe dein Gebet um die Aussendung von Arbeitern gehört. Doch du selbst bist zu alt und du hast auch kein Kind, das an deiner Statt gesendet werden könnte. Leihe mir darum etwas von deinem Geld. Die meisten von uns sollen nicht aufs Missionsfeld. Aber Jesus wartet darauf, dass alle seine Freunde für die Mission leben. Und an dem Tag, da Jesu Freunde das verstehen, wird es der Mission weder an Menschen noch an Geld fehlen.

7. Januar

Tut Buße und bekehrt Euch, damit eure Sünden getilgt werden, dass Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommen.

Apostelgeschichte 3,19

Ach ja, wie ist das doch belebend, wenn von des Herrn Angesicht Zeiten der Erquickung kommen. Was ist doch eine Erweckung für eine wunderbare Gottesgabe. Je mehr ich darin leben kann, umso mehr wird mein Herz dadurch erfreut. Sie kommt wie ein sanftes Sausen und geht von Seele zu Seele, von Haus zu Haus und von Ortschaft zu Ortschaft.

Die friedlosen Sünder, die immer am Rande des Gottesvolkes gingen, die kamen nun durch die enge Pforte und erwählen für sich, mit dem Volke Gottes zu leiden. Die leichtsinnigen und gedankenlosen Sünder, denen nie daran lag, Gottes Wort zu hören, können nicht länger zu Hause sitzen, sie kommen nun zu hören. Herzen, Häuser, Ortschaften änderten sich. Gottes Kinder wurden wie die Träumenden. Sie trauten ihren eigenen Augen nicht. Sie wurden kindlich, einfältig, vertrauensvoll und opferwillig. Eine heilige Gemeinde, in der die Liebe eingeladen wurde, rein und stark zu wachsen. Die erquickende Zeit der Erweckung kommt von dem Herrn. Das sollten wir uns merken: Menschen können sie nicht herbeizwingen und noch weniger herbeikünsteln. Aber wir können sie verhindern auf vielerlei Weise. Am meisten dadurch, dass wir versäumen, um Erweckung zu beten. In Städten und Dörfern finden sich aber einige, die nehmen diesen Gottesdienst auf sich.

Brüder und Schwestern, der Herr selber wird dich erfreuen und es dir lohnen! Liebe Freunde Gottes, lasst uns anhalten am Gebet, bis die Erweckung kommt!

8. Januar

Sie brachten Kinder zu Jesus, dass er sie anrührte.

Markus 10,13

Von all den vielen Gaben, mit denen Gott uns überschüttet hat, ist keine größer und kostbarer als unsere Kinder. Er vertraut uns kleine, unsterbliche Seelen an, rundet damit unser eigenes Leben ab und verknüpft das ihre mit uns mit dem schönsten und zärtlichsten Band. Sie füllen uns mit einer Freude, die höher ist und reiner als alles, was wir sonst als Freude kennen. Die edelsten Instinkte setzen sie bei uns in Bewegung. Wir lieben und hoffen, mühen uns für sie und opfern und leiden für sie. Aber das größte, was wir können, ist, dass wir sie zu Jesus tragen, dass er sie anrühre. Und Gott sei Dank, dass wir das können, sobald sie geboren sind! Er nimmt sie entgegen, legt sie an sein Herz und schreibt sie in das Buch des Lebens. Die Kleinen wachsen und fangen an zu verstehen, was wir sagen. Und neue Freuden erfüllen unseren Alltag. Nun können wir den Kleinen von Jesus erzählen und sehen, wie sich das kleine Kinderherz öffnet wie eine Blume der Sonne. Hast du ein reicheres Glück gespürt als das, wo das Kleine seine Händchen faltete und sein Abendgebet sprach, so als ob Jesus direkt an seiner Bettkannte stand? Aber das Leben ist nicht so einfach. Auch nicht das Leben mit den Kleinen. Nachdem, wie sie heranwachsen, wird es schwieriger mit ihnen über Jesus zu reden. Nun beginnen Streitigkeiten und Ungehorsam, wo sie bewusst ihren Willen haben wollen. Du willst ihnen helfen mit Zucht und Ermahnung, aber du siehst, wie Erziehung eine schwierige Kunst ist, mit der du schlecht fertig wirst. Da kannst du ebenso ermüden wie bange werden. Mein Freund, das schadet uns nicht, wenn wir beide unsere Ohnmacht erkennen. Aber hab keine Angst! Trage deine Kleinen zu Jesus wieder und wieder. Er segnet dich und auch sie. Und der, dem Weisheit mangelt, der bete. (Jak. 1,5)

9. Januar

Will jemand Gottes Willen tun, der wird erkennen, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob ich aus mir selber rede.

Johannes 7,17

Es hat gewiss noch nie so viel Glaubende gegeben wie jetzt, aber ebenso noch nie so viel Zweifler.

Ein paar Menschenalter früher waren es nur wenige, die an der Bibel als Gottes Wort zweifelten. Nun finden wir diese Zweifel gewöhnlich sowohl bei denen, die viel wissen, wie auch bei denen, die wenig wissen. Aufgrund dieser Zweifel erscheint einigen der Blick auf unsere Zeit sehr trübe. Aber wir sollen uns erinnern, dass viel von dem Vertrauen in die Bibel von früher nur sehr geringen Wert hatte. Das war von der Umgebung übernommen ohne ein persönliches Erlebnis des Wortes von Christus. Das hatte durchaus seine Bedeutung, denn es legte einen Dämpfer auf die Ungöttlichkeit bei den Einzelnen und beim Volk. Jedoch gegenüber deren Zweifel hatte es keine Widerstandskraft. Das sehen wir jetzt.

Es gibt zwei Arten von Zweiflern.

Die, die ihre Zweifel lieben und verteidigen, weil sie sie schützen, wenn das Gewissen sie verklagt und ihr Leben verurteilt. Und die, die über Zweifel traurig sind, die müde sind der peinigenden Ungewissheit und sich sehnen nach der geborgenen Ruhe unangreiflicher Gewissheit. Aber jedes Mal, wenn sie versuchen zu glauben, legt der Zweifel seine kalte Hand auf die Seele. Viele fragten in ihrer Not: Muss ich wirklich mein Denken töten, muss ich meine Überzeugung aufgeben, um ein Christ zu werden? Dazu sagt Jesus in unserem Wort heute: „Nein!“ Wird jemand Gottes Willen tun, dann wird er erfahren, ob diese Lehre von Gott ist, oder ob ich aus mir selber rede. Persönliche Gewissheit auf Grund von Erfahrung verspricht dir Jesus heute, wenn du Gottes Willen tun willst. Willst du das?

10. Januar

Vergesst nicht die Gastfreundschaft, durch die haben manche, ohne es zu wissen, Engel beherbergt.

Hebräer 13,2

Gastfreundschaft ist des Hauses offener Schoß, nach außen hin zu größerer Gemeinschaft. Durch Gastfreundschaft wird des Heimes Kreis ausgeweitet; allumfassend die, die auf verschiedene Weise der Familie durch körperliche oder geistliche Verwandtschaft zugehören. Je größer die Liebe in einem Hause ist, umso größer der Kreis, der sich da treffen möchte. So gesehen ist das christliche Haus ein Glied in der Arbeit für den Herrn, ja, ein sehr wichtiges Glied. Es gibt Seiten in der Gemeinschaft der Heiligen, die sich nur in einem christlichen Haus entfalten können. Darum steht die Gastfreundschaft in Gottes Gemeinde so hoch in Ehren. Das Haus sehnt sich danach, die Gemeinschaft der Heiligen aufnehmen zu können, und die Gemeinschaft der Heiligen sehnt sich danach, in den intimen Kreis des Hauses hineinzukommen. Und wir haben viele gastfreundliche Familien unter Gottes Volk in seinem Land. Sie nehmen Prediger auf und haben sie oft wochenlang in ihrem Haus. Gelobt sei Gott für ihre Gastfreundschaft!

Regelmäßig öffnen sie ihr Heim für Freunde zu größeren oder kleineren Zusammenkünften, wo die Gemeinschaft erneuert, erwärmt und bereichert wird. Solche Häuser sind heilige Kraftstationen, von denen heilige Kraft hinaus strömt in Dörfer und Städte, ja durch einfältige Gebete bis hinaus auf die Missionsfelder. In vielen christlichen Heimen aber wird die Gastfreundschaft behindert, weil man sich der Welt angeglichen hat und christliche Geselligkeit so umständlich machte, dass man es nur äußerst selten schaffte, seine Freunde einzuladen. Hier gilt es, seine Eitelkeit zu überwinden und seine Freunde einzuladen, selbst wenn das Essen und der übrige Aufwand nur einfach sein können. Das Heim wird dadurch gewinnen und auch die Gemeinschaft der Heiligen.

11. Januar

Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen.

Hebräer 11,6

Hier hören wir, wie entscheidend der Glaube des Christen in seinem Verhältnis zu Gott ist. Darum scheint mir, dass für die Christen der Name „Glaubende“ vortrefflich passt. Nicht nur, weil er den Gegensatz bildet zu „Zweiflern“ oder „Leugnern“, sondern weil das „Glauben“ die höchste Kunst des Lebens ist. Und die kann niemand anderes als die Christen leben. Zu leben, will in der Meinung der Bibel sagen, da zu sein für Gott und dieses Leben vor Gottes Angesicht zu leben. Aber gerade das ist die Schwierigkeit damit, dass ich mich vor Gott nicht so zeigen kann, wie ich bin. Das weiß jeder Heide, wie tief er auch in religiöser und moralischer Hinsicht stehen mag. Darum nähert er sich dem Göttlichen nie ohne Opfer. Aber nun hat Jesus Christus uns gesagt, wie wir Gott begegnen können. Im Glauben an ihn, an meinen Stellvertreter, kann ich mich getrost nach vorne stellen. Meine Rechnung mit Gott hat er ein für allemal beglichen. Und auf dem Haupteckstein richtete er eine Freistadt auf für zum Tode verurteilte Sünder. Darauf verlasse ich mich, dahin fliehe ich.

Im Glauben leben bedeutet, in einer ganz neuen Weise zu existieren. Zum ersten bin ich darin einig mit Gott, dass ich verloren bin und kein Recht habe, ihm zu begegnen, verdient hätte ich nur, von ihm zu ewiger Pein verworfen zu sein. Aber ich würde auch mit ihm erleben, was seine Gnade betrifft. Ich habe seine Begnadigung angenommen. Wenn derselbe Gott mein Stellvertreter ist, dann habe ich genug, ewig genug.

Und nun erwarte ich nichts anderes vor Gott zu sein, als was ich in meinem Stellvertreter bin.

12. Januar

Will jemand Gottes Willen tun, der wird erkennen, ob diese Lehre von Gott sei oder ob ich aus mir selber lebe.

Johannes 7,17

Die meisten Zweifler meinen, sie dächten zu scharf, um glauben zu können. Aber das ist ein Missverständnis. Der Glaube beruht nicht auf dem Denken, sondern auf Erfahrungen. Dein Zweifel rührt also daher, dass dir einige Erfahrungen fehlen. Jesus sammelt diese Erfahrungen unter dem merkwürdigen Ausdruck: Gottes Willen tun.

Er sagt ja, dass der, der Gottes Willen tut, Gewissheit bekommt. Nimm nun und lies das Neue Testament! Du sagst: „Ja, aber ich zweifle doch an der Bibel!“ Ich weiß! Das, woran du zweifelst, kannst du ruhig überspringen, du findest trotzdem genug solcher Worte, ewig unveränderlicher Wahrheiten, durch die du Gottes Willen erkennen kannst. Lass mich nebenbei nur eines nennen: „Alles was ihr wollt, das euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch.“ „Tu das!“, sagt Jesus. Nicht nur debattieren und darüber reden, wünschen, hoffen oder erwarten. „Tu es!“, sagt Jesus. Dann wirst du eine völlig neue Erfahrung machen. Zuerst, dass du nicht so gegen andere handelst und dann, dass du es nicht tun kannst und schließlich, dass du es gar nicht tun willst. Das ist zu anstrengend und zu unvorteilhaft, und damit wirst du überzeugt, dass Jesus recht hat, wenn er sagt, dass du schlecht bist. Du weißt, was da richtig und wahr ist, aber du hast keine Lust, es zu tun. Fang also an und bete zu Gott! Du sagst: „Ja, aber ich zweifle doch am Gebet.“ Ich weiß, aber das macht nichts. Zu beten heißt doch redlich und vertraulich mit Gott zu reden. Fang damit an, dass du ihm sagst, dass du zweifelst! Und erzähle ihm dann von deinen täglichen Erfahrungen. Wenn du nun danach suchst, Gottes Willen zu tun, wirst du schon nach kurzer Zeit merkwürdig gut bekannt sein mit dem, an dem du zweifelst. Und hast du dann erfahren, dass Jesu Lehre über deine Sünde von Gott ist, da wird es nicht lange dauern, dass dir der Weg zum Kreuze Christi bekannt und lieb wird.

13. Januar

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinen Wegen.

Psalm 119,105

Es gibt viele Gotteskinder, denen scheint, dass dieses Wort nicht auf sie passt. Sie bitten um Licht und möchten gerne Gottes Willen wissen, aber sie haben nicht den Eindruck, dass sie deutliche Antwort bekommen. Der Grund dafür liegt in vielen Zufälligkeiten, durch die Gottes Licht missverstanden wird und vergessen wird, dass dieses Licht eine Leuchte für unseren Fuß ist. Da stehen wir an einem dunklen Herbstabend mit einem kleinen Licht in der Hand und wollen durch einen kilometerlangen Wald gehen. Und der, der keine Erfahrung hat, würde fragen: „Du glaubst doch wohl nicht, dass dieses kleine Licht genügt?“ Aber es geht gut. Das Licht leuchtet nicht weiter als für den nächsten Schritt, bis ich am Ziel bin. So leuchtet für uns Gottes Wort, Schritt für Schritt. Nicht immer scheint uns diese Beleuchtung ausreichend. Wir wünschten, Gott möge besser einen himmlischen Scheinwerfer benutzen, so dass wir geradewegs bis ans Ende des Lebens hindurchblicken könnten. Am liebsten hätten wir es, wenn er uns Licht gäbe quer durch des Todes dunklen Vorhang hinein in das unsichtbare Land. Aber das ist Gnade, dass Gott das Buch der Zukunft für uns nicht aufgeschlagen hat, sondern nur Schritt für Schritt leuchtet.

Oft ist das tatsächlich eine ernste Prüfung für unseren Glauben. Wir fühlen uns unruhig, wenn uns scheint, Gott wartet zu lange damit, uns Licht in die Lebensverhältnisse hineinzugeben, die uns gerade belasten. Aber blicken wir auf unser Leben mit Gott zurück, so denke ich, wir alle haben viel Grund, Gott zu danken und zu preisen, dass er uns den rechten Weg so gnädig führte, trotz aller unserer Ungeduld. Bis hierher half der Herr so gut von Tag zu Tag.

14. Januar

Ich halte dafür, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit für nichts zu achten sind gegenüber der Herrlichkeit, die sich an uns offenbaren wird.

Römer 8,18

Auch über dem Leid leuchtet Hoffnung. Du ehrst Gott durch das Leiden. Immer hat er einige seiner Freunde im Ofen des Leides, um der Welt zu zeigen, was Christi Kraft vermag. Nimmt er dich einen Tag raus aus der drängenden Arbeit und legt er dich abseits in ein Bett, so blicke auf. Auf dich herab leuchtet Hoffnung. Lass den Rest deiner Kräfte aufgebraucht werden, um still und geduldig zu leiden, wenn du nach Hause kommst, wirst du sehen, dass dein himmlischer Freund nicht vergessen hat, was du alles erlitten hast. Auch im dunklen Tal des Todes leuchten die Sterne der Hoffnung. Wenn unser irdisches Haus abgebrochen wird, dann deshalb, weil unser himmlisches zum Einzug fertig steht. Selbst der junge Christ, der stirbt, noch bevor er seine Kräfte zur Ehre des Herrn gebrauchen konnte, hat über seinem Sterbebett leuchtende Hoffnung. Er wird dem Herrn dort dienen. Er zieht nur hinüber zu dem Teil des Gartens, in dem es zu arbeiten am leichtesten und am schönsten ist, da wo wir dem Herrn Tag und Nacht dienen. Dort werden wir ihm auch dienen, ohne Nutzloses zu tun.

Solange wir hier auf Erden leben, richten wir im Weinberg des Herrn oft genug Schaden an. Mit unseren harten, plumpen Füßen treten wir manche kleine Pflanze nieder.

Würden wir all das sehen, was wir vor dem Herrn durch unseren Geist, unser Wesen, unsere Gedanken, Worten und Taten und unsere Versäumnisse zerstört haben, wir würden sehr traurig aussehen. Da würden wir uns umso mehr freuen auf jenen Tag, an dem wir dem Herrn dienen können, ohne in seinem heiligen Garten etwas zu beschädigen.

15. Januar

Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird in Ewigkeit nicht dürsten.

Johannes 4,14

Jesus kannte das Menschenherz. Er sah seinen Durst. Es ist die Sünde, die diesen brennenden Durst hinterließ. Der verschloss unser Herz für Gott. Und es ist dieser leere Raum in der Seele, der immer nach etwas schreit und es selbst nicht weiß, was es ist. Der greift so nach dem einen und nimmt dann etwas anderes in der Hoffnung, es könnte den Durst lindern. Man beginnt mit Zerstreuungen, versucht es dann mit Vergnügungen, geht weiter zu Belustigungen, ja viele greifen dann auch noch nach dem Schmutzwasser des Lasters oder der Drogen, weil die Seele so dürstet.

Aber das hilft nicht. Es lindert nur eine kleine Weile wie eine Betäubung. Und wenn man aus der Betäubung aufwacht, ist man nicht nur durstig, sondern man fühlt sich auch noch ekelhaft dazu.

Viele wenden sich hin zu anderen Quellen. Sie werfen sich in die Arbeit, werden nützlich, tüchtig und hervorragend in ihrem Betrieb. Und die Seele empfindet für kurze Zeit Linderung. Es ist doch etwas anderes, für etwas zu leben. Und so wird die Seele gefüllt mit Ehrgeiz, Gewinnlust oder Machtrausch. Und je mehr jemand davon trinkt, umso durstiger wird er. Aber während die Menschen den tüchtigen Mann verehren, sitzt da drinnen seine gequälte Seele und ruft in äußerster Not um Hilfe.

Mein Freund, es ist Gott, nachdem du dürstest. Das hast auch du selber verstanden, jedenfalls ab und zu.

Das war auch das Schlimmste für dich, weil du nicht zu Gott gehen wolltest. Da hätte ja dein Leben ein anderes werden müssen. So lange du selber nicht trinken möchtest, kann Jesus dir nicht helfen. Aber willst du heute, so wird Jesus den Durst deiner Seele löschen.

16. Januar

Am dritten Tag war eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und Jesu Mutter war dort. Aber auch Jesus und seine Jünger waren zu dieser Hochzeit geladen.

Johannes 2,1-2

Das waren gewiss keine reichen Leute, die beiden, die an diesem Tag in Kana Hochzeit feierten. Wir erfahren, dass die Familie es nicht geschafft hatte, ausreichende Bewirtung für die Gäste aufzubringen. Und bedenke, welch glückliches Brautpaar und welch unvergessliche Hochzeit es wurde. Was machte es, dass sie arm waren, wenn sie Jesus auf ihrer Feier mit dabei hatten? Und so tat er für sie ein mächtiges Wunder. Ich denke mir, dass es nicht nur bei dem Wunder blieb. Ich denke mir, dass die beiden an diesem Tag so mit Jesus verbunden wurden, dass er in ihrem Haus ein- und ausgehen konnte solange sie lebten. Und Jesus verkehrte in keinem Haus, ohne dass er täglich Wasser in Wein auf die eine oder andere Art verwandelte. Welch ein Glück, dass wir beide, (O.H. und seine Frau), die wir dieses Heim gründeten, in dem wir nun versammelt sind, bei unserer Hochzeit Jesus auch dabei hatten.

Welch ein Glück, dass er in all diesen Jahren bei uns aus- und einging. Und wie viele Wunder hat er getan! Am häufigsten machte er auch für uns Wasser zu Wein. Auch wir waren nicht reich, „Kleine-Leute-Volk“, wie die beiden in Kana. Oft war es schwierig mit der Ökonomie. Manchmal sah es aus, als könnte es nicht mehr für alle reichen, bei dem wenigen, was wir hatten. Aber dann legte er heimlich sein göttliches Plus dazu und wir hatten genug. Es kam auch Krankheit und andere Beschwernis, die häufig einer Krankheit folgt. Es sah aus, als sollte unser Heim und Glück ruiniert werden. Dann tat er Wunder und das bittere Wasser der Not wurde zu süßem Wein. Die Not hat er nicht entfernt, aber verwandelt, so dass wir seine Absicht und seine Gnade erkannten.

Heute wollen wir ihm danken, dem, der uns dieses Heim gab und es für uns alle hier so gut gemacht hat.

17. Januar

Wenn du die Gabe Gottes kanntest und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

Johannes 4,10

Die Frau vom Jakobsbrunnen hatte am wenigsten von allem gedacht, sie würde an diesem Tag Jesus treffen. Sie ging lediglich ihren gewöhnlichen Gang zum Brunnen nach Wasser. Noch weniger dachte sie daran, sich von ihrem leichtsinnigen Leben abzuwenden. Es war Jesus, der zu ihrem Brunnen kam und akkurat zu der Zeit, als sie Wasser holte. Es war Jesus, der das Gespräch begann. Und das tat er ganz einfach und schön.

Er begann damit, dass er sie um Trinken bat. Und bevor sie es wusste, war sie mitten drin in einem Gespräch um die tiefsten Dinge. Dann wechselt er das Thema und fängt an, mit ihr über ihre Sünden zu reden. Sie wunderte sich nicht nur über Jesu merkwürdige Kenntnis ihres intimen Sündenlebens, sie wird auch in ihrem Gewissen getroffen, bekennt ihre Sünden und wird da am Brunnen von Jesus erlöst.

Ähnlich erlöst Jesus uns alle. Er beginnt, nicht wir. Er richtet uns auf und beginnt mit uns zu reden. Wir hatten bei ihm kein Gespräch bestellt, sicher versuchen wir uns da heraus zu winden, genau wie die Frau. Aber er hält uns fest. Er redet mit uns in stillen Nachtstunden, in der Kirche oder in einer Versammlung, obwohl wir vielleicht gar nicht dorthin gegangen waren, um Jesus zu begegnen. Aber das ist unsere Rettung, dass Jesus mit uns redet, ohne uns vorher um Erlaubnis zu fragen. Aber es gibt einige, die nicht auf ihn hören wollen, die winden sich raus wie es die Frau am Anfang tat.

Ist da unter den Lesern einer, der es so gemacht hat? Da hat Jesus ein kleines Wort für dich, noch bevor wir heute diese Andacht schließen: „Kenntest du Gottes Gabe und den, der mit dir redet, du würdest ihn bitten und er gäbe dir lebendiges Wasser.“

18. Januar

Siehe da war eine Frau, die seit 18 Jahren einen Geist hatte, der sie krank machte. Sie war verkrümmt und konnte sich nicht aufrichten.

Lukas 13,11

Vielen Freunden Jesu geht es so wie dieser Frau. Die war einmal aufrecht, befreit zu einem glücklichen, preisenden, zeugniskräftigen Christentum. Aber dann kam der Geist der Ohnmacht, der sie krank machte. Und nun ist sie zur Erde gebeugt, innerlich gerichtet, ohne bleibende Freude, ohne Lobgesang im Herzen, ohne Willen und Mut, den Erlöser zu bezeugen. Lieber Freund, erzähle gleich Jesus deinen Zustand! Sage ihm die ganze Wahrheit! Zeige ihm den Punkt, wo du deine erste Liebe verloren hast! Weißt du das nicht? Sei ehrlich! Dein Gewissen hat mit dir bestimmt über diese Sache gesprochen. Und denk daran: Du wirst wie befreit und wieder aufgerichtet, sobald die innere Ursache der Krankheit vor Jesus aufgedeckt wird.

Es ist die Wurzel deines inneren Falls, die er berühren will, wenn er dir helfen soll. Aber wenn du ihm deine heimlichen Wünsche auslieferst, wirst du seine Kraft aufs Neue erfahren. Du sollst den aufrechten Gang, das dem Himmel zugewandte Gesicht, das singende Herz und die innere Freude und Kraft zum Zeugnis für deinen Erlöser wieder bekommen, und im täglichen Leben dienst du ihm wieder. Jeden Tag gibt es genug von dem Ohnmachtsgeist, der uns zur Erde beugen und unsere Freude, unsere Kraft und unseren Freimut aus unserem Herzen reißen will. Aber Jesus ist stärker. Kann er seine Hand auf uns legen, so sagt er zu uns, wie zu jener Frau: Du bist von deiner Schwäche erlöst. Dann bekommen wir die Gnade, wie befreite, lobende, singende Christen zu leben, ihm zum Preis, dessen Namen wir tragen.

19. Januar

Und Jesus ging mit ihnen, kam nach Nazareth und war ihnen gehorsam.

Lukas 2,51

Das wenige, das wir über Jesu Kindheit zu hören bekommen, ist für uns sehr wertvoll. Es erzählt uns, dass er in unser ganzes menschliches Leben einging, es heiligte und uns zeigte, welche ewigen Werte unser Leben hat. In unserem kleinen Kreis heute sitzen auch einige Kinder und unser heutiges Bibelwort gilt ihnen besonders. Es erzählt, dass auch Jesus ein Kind war. Er spielte wie sie. Es hat Vater und Mutter geehrt. Er ging zur Schule. Wir wissen, dass er schreiben und lesen gelernt hat, obwohl die Schule damals nicht so gut war, wie unsere heute. Aber das Wichtigste, was das Wort des Tages uns heute sagt, ist das, dass Jesus seinen Eltern gehorsam war. Bei einer anderen Gelegenheit hören wir, dass Jesus Gehorsam gelernt hat. Liebe Kinder, das sagt uns doch, dass es nicht leicht ist, gehorsam zu sein. Ihr wisst davon wahrscheinlich genug von euch selber. Das ist oft schwierig. Und ihr habt wohl viele schmerzhafte Erinnerungen an Ungehorsamkeit. Ja, ihr erinnert euch, da wart ihr manchmal so ungehorsam, dass ihr euch schämt, wenn ihr daran denkt. Besonders wenn euch einfällt, wie ihr da Vater und Mutter traurig gemacht habt. Wie gut, dass Jesus für unsere Sünden starb, für alle unsere Sünden. Wenn wir sie vor ihm bekennen, so streicht er sie in den Büchern da oben aus. Er wirft sie hinter sich hinein in das Meer des Vergangenheit. Das ist ein wunderbares Meer. Jesus will dir helfen, gehorsam zu sein gegen Vater und Mutter wie den Lehrern und freundlich zu den Geschwistern und Freunden zu sein. Er hat selbst so gelebt, darum weiß er, dass das für dich schwer ist. Darum will er dir jeden Tag helfen. Du darfst jeden Tag um Jesu Hilfe bitten. Und du weißt gut, wie das ist: Jedes Mal, wenn wir an Jesus denken, fällt es uns leicht, freundlich zu sein.

20. Januar

Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.

Matthäus 11,28

Es sind nicht alle Sünder, die ermüdet sind. Es gibt viele, die nicht einmal einen Arzt brauchen. Sie sündigen frei oder jedenfalls unbehelligt. Du tust mir leid, mein Freund! Du befindest dich in großer Gefahr. Zu sündigen ist schrecklich, aber ruhig zu sündigen ist noch viel schrecklicher. Jesus spricht zu denen, die es schwer haben. Sie sündigen nicht mehr mit Freuden oder unbesorgt. Sie sind aus einem unruhigen Schlaf erwacht. Sie streiten gegen ihre Sünden, gegen alle ihre Sünden in Taten, Worten und Gedanken, in ihrer Fantasie und Lust. Sie mühen sich ab im Gebet. Und wie sie sich anstrengen und streben in ihrem Gebetskämmerlein. Sie mühen sich, Gottes Wort zu lesen. Und das ist für sie fast noch schwerer als zu beten. Ja, sie haben es wahrhaftig schwer, schwerer als sie es zu anderen sagen, oft schwerer, als sie es sich selbst eingestehen. Jesus sagt hier, dass er sie erquicken will.

Aber für dich wurde alles schwer und unruhig, als du anfingst, dich zu Jesus zu halten. Nie vorher war alles so verworren wie da. Ja, gewiss, alles ist gut gegangen. So muss alles gehen. Das Ruhige musste Jesus erst unruhig machen. Er musste dir zeigen, wer du bist. Das hast du vorher nicht gewusst. Erinnere dich, dass Jesus zuerst die ganze Bergpredigt hält, bevor er diese Worte aus Matth. 11 sprach. Aber nun sollst du erquickt werden. Um erlöst zu werden, brauchst du nichts mehr als ein Sünder zu sein, der keine Sünde mehr verstecken will, der sich niederwirft mit allen seinen Sünden am Fuß des Kreuzes und alle seine Sachen in Jesu Hand legt.

21. Januar

So lasst euer Licht leuchten vor den Menschen, dass Sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Matthäus 5,16

In diese Ermahnung hat Jesus eine wunderbare Verheißung gelegt: Wird unser Leben mit Gott echtes Alltagschristentum, so werden gerade durch unser Alltagschristentum unsere Mitmenschen für Gott gewonnen. Es gibt hier im Land viele Menschen und es werden ständig mehr, die, praktisch gesprochen, niemals Gottes Wort hören und darum ein ganz anderes Gefühl für das Christentum haben, als die gläubigen Männer und Frauen, die in ihrem Haus arbeiten, in ihrer Fabrik, ihrem Geschäft oder ihrem Büro. Und ihr könnt glauben, sie brauchen ihre Augen. Und dazu haben sie das Recht. Junge gläubige Freunde, die ihr auf der einen oder anderen Weise im Dienste bei unbekehrten Menschen steht, Gott gibt euch Augen, die Werke zu sehen, die ihr jeden Tag für Gott zu tun habt.

Es ist euer tägliches Leben und Arbeit, welche diese gottfernen Menschen für Gott gewinnen sollen. Es ist gut, dass wir Pastoren haben. Aber wenn die Pastoren jene Menschen nie unter ihre Kanzel bekommen? Es ist gut, dass wir Evangelisten haben. Aber wenn jene Menschen nie dahin gehen, wo ein Evangelist spricht? Hier habt ihr, junge Freunde, eine Arbeit, die kein Pastor und kein Evangelist tun kann. Und ihr könnt das gewiss nicht mit euren Worten tun. Das werdet ihr bald merken. Da ist es gut, Gottes Verheißung zu haben, dass ihr sie gewinnen könnt ohne Worte; durch ein sauberes Betragen in Respekt, durch einen sanftmütigen und stillen Geist, der für Gott köstlich ist. Tut eure Arbeit sorgfältig und mit Liebe, weil der Herr das braucht, als handgreiflichen Beweis dafür, dass Christus Menschen verändert, nicht nur am Sonntag, sondern in ihrem täglichen Leben und in ihrer Arbeit!

22. Januar

Hebt eure Augen auf und seht, die Felder sind weiß zur Ernte.

Johannes 4,35

„Ich habe eine Speise, von der ihr nichts wisst.“, sagte Jesus: „Gottes Willen zu tun, zu finden und zu helfen allen verlorenen Schafen.“ Er hatte wieder eines gefunden. Und als die samaritanische Frau von ihrem Wasserkrug weg in die Stadt lief, um dort von ihrer größten Stunde zu erzählen, da konnte Jesus die weißen Felder sehen, die auf die Ernte warteten. Er sah die große Volksschar reif in Sünde und Schande wie diese Frau, aber auch bereit wie sie, dem zu folgen, der sich vor ihnen als wirklicher Erlöser bezeugen konnte. Das war gewiss die schönste Aussicht, die Jesus hier auf Erden sah. Und sofort musste er das seinen Jüngern sagen. Er hatte ihnen die Sämannsarbeit gezeigt, die von dem treuen Gott seit Jahrtausenden ausgeführt worden war, und er zeigte ihnen die Arbeit, nach welcher die weißen Felder nun riefen: Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. Wie es Jahreszeiten im Reich der Natur gibt, so auch in Gottes Reich, das Springen der Knospen und der Fall der Blätter, Sommerhitze und Winterkälte. In unseren Tagen erleben wir eine mächtige Erntezeit. Nie vorher waren die Felder so weiß, die Türen so offen, die Herzen so erhoben. Wir ernten, was andere säten. Vierzehn Jahre säten norwegische Missionare unter den Zulus, bevor der erste Heide für Christus gewonnen wurde. Es wurde gesät mit Seufzen und Weinen. Und nun ernten wir, was dort gesät wurde. In stiller geduldiger Arbeit haben unsere geistlichen Väter die Reifung in den Völkerscharen hervorgebracht, die wir nun vor unseren Augen sehen. Hörtest du, was Jesus zu dir von diesen weißen Feldern sagte? Bitte ihn, dass es auch für dich wie Speise werden möchte, Gottes Willen zu tun! Dann wird der Herr der Ernte bekommen, was er in dieser drängenden Erntezeit braucht: Fürbitte, Arbeiter und Geld.

23. Januar

Die Liebe lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu. Sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

1.Korinther 13,5+7

Die Liebe wird nicht bitter. Selbst wenn ihr Undank, Missverständnis, Spott und Widerstand begegnet. Sie sieht nicht ihr eigenes, nur das Wohl der anderen. Hier sündigen wir viel. Wie viele gibt es doch im Kreis der Freunde, die gestoßen und beleidigt werden, und daran zu tragen haben. Lasst uns Gott um die Liebe bitten, die nicht bitter wird, die nicht taktlos wird, das Böse nicht nachträgt und sich über die Fehler der anderen nicht freut! Während Seelen unerlöst sterben, sollten die Freunde Jesu wohl etwas anderes zu tun haben, als beleidigt zu sein und gegeneinander zu schmollen. Die Hölle lacht und der Himmel weint darüber. Die Liebe glaubt alles. Das ist gewiss die schönste Seite der Liebe. Sie liebt und hofft, wird enttäuscht und hofft wieder. Sie betet und weint und macht sich abermals auf den Weg, Verlorene zu suchen. 0, du heilige Liebe! Es ist doch klar, dass die von Gott kommt. So ist Gott. Darum hat er uns gefunden und gewonnen. Sören Kierkegaard sagt: „Die Liebe glaubt alles und wird nie betrogen.“ An dem Morgen der großen Überraschungen werden wir sehen, dass auch das wahr ist. Höre das, du, der du liebst und hoffst und für deine fortgegangenen Kinder betest! Du weinst so oft, wenn du siehst, wie ihre Herzen hart und kalt geworden sind. Wir werden alle in den Himmel hinein lieben. Einige müssen auch dahinein geweint werden. Um diesen Dienst der Liebe bittet dich der Herr.

24. Januar

Und alsbald am Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte.

Markus 1,21

Das war am Morgen eines Feiertages. Jesus ging mit seinen Jüngern in die Synagoge. Er hatte gerade gesprochen, plötzlich wurde die Stille unterbrochen. Ein Geisteskranker schrie. Willenlos und widerstandslos gab er dem bösen Geist Ausdruck. Aber Jesus stand ruhig da und gebot dem bösen Geist auszufahren. Auf der Stelle wurde der Mann gesund. Als der Gottesdienst zu Ende war, gingen sie zu Petrus nach Hause, und Jakobus und Johannes wurden mit eingeladen. Hier lag die Schwiegermutter des Petrus krank. Als Jesus das hörte, ging er zu ihrem Bett und nahm ihre Hand. Im gleichen Augenblick war sie fieberfrei, sie stand auf und bediente sie. Das ging wie ein Lauffeuer durch die Stadt, und beim Sonnenuntergang war schon die ganze Stadt vor der Tür versammelt. Und sie brachten alle, die Schmerzen hatten, zu ihm. Er ging still von einem zum anderen und half allen an Leib und Seele. An diesem Abend dauerte es lange, bis alle zur Ruhe gekommen waren. Das war ein anstrengender Tag gewesen. Aber am anderen Morgen, bevor noch die anderen erwachten, war Jesus schon auf. Er suchte sich eine einsame Stelle, wo er beten konnte. Dieses war nur ein einziger Tag mit Jesus. Denk nur, die, die ihm folgten, erlebten so etwas täglich. Tag für Tag, zwei Jahre lang.

Was glaubst du, was sie geantwortet hätten, hätten wir sie fragen können: „Was war das herrlichste, das ihr in eurem Zusammenleben mit Jesus erlebtet?“ Das ist ja nicht gut zu wissen, was sie geantwortet hätten. Aber wenn ich ihre Berichte in den Evangelien lese, so bekomme ich doch eine Ahnung, was sie uns vielleicht geantwortet hätten: Das herrlichste im Zusammenleben mit Jesus war das, dass wir so geborgen waren. Er schaffte alles für uns und die anderen, die ihn suchten. Liebe Freunde Gottes, ist das nicht so, wie wir es auch erleben?

25. Januar

Betet ohne Unterlass, seid dankbar für alles; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch.

1.Thessalohnicher 5,17-18

In alten Zeiten wurde das Beten als das Atmen der Seele bezeichnet. Das erzählt uns etwas über das Gebet, das viele von uns leicht vergessen. Das Atmen bedeutet für unseren Körper eine ständige Erneuerung. Wir essen drei- bis viermal am Tag. Aber den ganzen Tag und die Nacht dazu atmen wir. Und hier berühren wir eine wichtige Seite des Gebets. Wir können nicht am Morgen Luft holen, so dass es bis zum Mittag reicht. Ebenso können wir nicht morgens so beten, dass es bis zum Mittag genügen würde. Darum sagt der Apostel: „Betet ohne Unterlass!“ Da haben wir das Geheimnis des Christenlebens. Das friedvolle, singende, frohe Christenleben glückt nur dem, der gelernt hat: Das tiefe Geheimnis täglicher Erneuerung besteht darin, sich unablässig zu Gott zu wenden, um neue frische Kraft aus der ewigen Welt zu bekommen.

Abgestumpfte Christen werden einwenden, dass es unmöglich ist für den, vor dem anstrengende Arbeit liegt, für solches Beten Zeit zu finden. Aber das ist, wie jede Ausflucht, ein dummer Einwand. Zu atmen hält uns doch nicht von der Arbeit ab. Und ob wir mit dem Geist oder mit den Händen arbeiten, so kostet es keine Arbeitszeit, unser Herz für einen Augenblick zu Gott zu wenden, hinauf zu einer kurzen Begegnung mit ihm. Darunter leidet die Arbeit nicht. Niemand macht bessere Arbeit als der, der ohne Unterlass Gottes Segen über sich herabbetet.

Nichts ist für die Seele so wohltuend, wie dieser stille und unablässige Umgang mit dem Herrn. Das Gefühl der Nähe des Herrn, die dabei die Seele erfüllt, übersteigt alles, was wir sonst an Friede und Freude, an innerer Zufriedenheit und Geborgenheit verspüren. Und Unglück und Kummer verlieren ihren Stachel, wenn wir sie auf diese Art mit dem Herrn teilen.

26. Januar

Werdet voll Geistes!

Epheser 5,18

Viele Gläubige bitten um die Fülle des Geistes. Aber sie haben nicht den Eindruck, dass ihr Gebet erfüllt wird. Sie erleben nämlich etwas, woran sie nie gedacht hatten. Sie erbitten des Geistes Fülle und bekommen stattdessen eine Fülle der Sünde. Und sie sehen nicht, dass gerade dies die Erfüllung ihres Gebetes ist, entsprechend des Wortes Jesu, dass der Geist uns der Sünde überführen wird. Bedenke, dass Jesus das als erstes nennt, was geschieht, wenn der Geist kommt. (Joh. 16,8)

Das erste und sicherste Zeichen für die Fülle des Geistes ist daher ein empfindliches Gewissen, das selbst die kleinste Sünde als einen bitteren Schmerz empfindet. Es wünscht sich jeden Unglauben und jeden Ungehorsam gegen Gottes Wort gleich zu erkennen. Und diese schmerzhafte Empfindung von Unreinheit und Scheinheiligkeit ist es, die sie von allen weltlichen und lauen Christen trennt. Sie bekommen gnadenhungrige Seelen, die unter dem Kreuz die ständige neue Reinigung in dem Blute Christi suchen.

Die alten Sündengewohnheiten haben ihre Macht über den, der vom Geist erfüllt ist, in keiner Weise verloren. Im Gegenteil, mit seinem zarten Gewissen verspürt er nun auch die leiseste Versuchung zur Sünde. Aber er weiß nun ein geheimes Mittel, um Versuchungen abzuwehren. Er wirft sich gleich in Jesu Arme und bittet um seine Kraft. Und die gibt Jesus auf viel verschiedene Weise. Am häufigsten so, dass der Geist uns ein wenig von dem leidenden Erlöser sehen lässt. Und so wird die Sünde abscheulich und ekelig. Das ist nicht so zu verstehen, als würde der Geisterfüllte nun nicht mehr fehlen oder fallen. Ja, leider! Aber nun weiß er mit einem Mal den Grund: Er kämpft in eigener Kraft und bittet nun abermals, dass er Jesus sehen möchte.

27. Januar

Die Apostel sprachen zum Herrn: Mehre unseren Glauben!

Lukas 17,5

Kann es für uns überhaupt ein Gebet geben, das merkwürdiger wäre? Jedenfalls sehen wir in den Evangelien, dass Jesus seinen Jüngern nichts so oft vorwirft, wie ihren Mangel an Glauben. Und es gibt sicher nichts, womit wir Jesus öfter betrüben, als mit unserem Mangel an Glauben. Das muss ihn gewiss schmerzen, wenn seine eigenen Kinder mit ihren täglichen Sünden an seinem Kreuz stehen, ohne Ruhe und Frieden zu finden. Er hängt da blutend in seiner tiefsten Erniedrigung und ruft mit aller Kraft, die das Kreuz besitzt: „Meine Gnade genügt für dich. Du brauchst nicht mehr, wenn Gott selber an deiner Stelle steht.“ Und wir tun nicht mehr, als unseren Kopf etwas demütiger zu beugen und sagen: „Herr, mehre unseren Glauben!“ Oder wir kämpfen gegen unsere täglichen Sündengewohnheiten und verlieren und zweifeln und liegen mitten drin im Sumpf der Verzagtheit. Das muss ihm weh tun, wo er doch sprach: „Wer zu mir kommt, den werde ich in keiner Weise wegstoßen. Ich vergebe dir, ohne zu zählen, wie oft ich dir bereits vergeben habe.“ Ihr lieben Gotteskinder, könnt ihr begreifen, warum wir nicht gleich zu ihm gehen, so dass er uns wieder aufhelfen kann und uns neuen Mut geben kann, aufs Neue den rechten Weg zu finden? O ja, wir verstehen es gut, es ist der Glaube, mit dem wir nicht klar kommen. Wir stehen in unserer täglichen Arbeit und da fällt es uns oft schwer zu glauben; zum Teil, weil es auch schwer ist, in unserer sündigen Welt zu leben und zu arbeiten, zum Teil aber, weil wir es nicht fertig bringen, unsere Arbeit so zu tun, wie wir es gerne wollen und auch sollen. Was hindert uns? Wir vergaßen, den Glauben zu gebrauchen. Tag für Tag mühen wir uns mit unserer menschlichen Kraft. Dabei steht uns die unbegrenzte himmlische Kraft zur Verfügung, aber wir nutzen sie nicht! Der, der im kindlichem Glauben die Kräfte des Himmels über sein tägliches Leben und seine Arbeit herabruft, wird durch alle Schwierigkeiten und Plagen des Alltags mit einem stillen und fröhlichen Sinn hindurchgehen und wird sich immer wieder darüber freuen, was Christi Kraft vermag.

28. Januar

Glaubt an das Licht, solange ihr es habt, dass ihr des Lichtes Kinder werdet.

Johannes 12,36

„Im Licht“, das ist das Christenleben in zwei Worten. Nicht nur zu versuchen im Licht zu sein, sondern es zu wollen. Es als sein Glück zu empfinden, unter dem allgegenwärtigen Auge Gottes zu leben.

Es ist eine große Verwandlung, den der Glaube in einem Menschen zustande bringt. Befindest du dich wohl jetzt in diesem Licht? Es gab eine Zeit, da warst du drin. Aber jetzt? Suchst du das Licht? Wünschst du, das dein Inneres erleuchtet wird von dem Licht, das hindurchdringt, bis dass es scheidet Seele und Geist und verurteilt des Herzens Gedanken und Gesinnung. (Hebr. 4,12) Oder hast du Angst davor bekommen, zu wissen, was Gott von deinen verschiedenen Plänen, Gedanken, Worten und Taten hält? Suche Hilfe, und das schnell! Bitte ihn, dass er in dir seinen ganzen Willen wirken möge, dass du wieder ins Licht kommst und anfängst, das Licht zu lieben! Wenn das Kreuz für mich dunkel wurde, dann liegt das zumeist daran, dass ich mir mein eigenes Herz nicht erleuchtet wünschte. Aber sobald ich es zulasse, das Gottes Licht mir die Sünde zeigt, die ich zu verstecken suchte, da fällt wieder Licht auf das Kreuz und meine Seele kann ausruhen in der Gnade. Das Licht ist das sicherste Gegengift gegen unsere Sünden.