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Streiche waren gestern. Der Wahlkampf kann beginnen!
Leni und Ben sind Geschwister, sogar Zwillinge. Einzige Gemeinsamkeit: Sie gehen sich mächtig auf die Nerven! Während Ben nur Fußball im Kopf hat, will Leni später Präsidentin werden. Und da kommt ihr die Klassensprecherwahl gerade recht. Allerdings hat sie die Rechnung ohne Ben gemacht, der doch tatsächlich gegen sie antreten will. Leni ist entsetzt. Ben hat sich noch nie für die Belange seiner Mitschüler interessiert. Klar, dass da irgendwas anderes dahintersteckt. Und so liefern sich die beiden einen erbitterten Kampf um die Stimmen ihrer Mitschüler, in dem es um nicht weniger geht als die Ehre der Demokratie. Streiche waren gestern, möge die Schlammschlacht beginnen!
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Seitenzahl: 144
Veröffentlichungsjahr: 2017
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1. Auflage 2017
© 2017 cbj Kinder- und Jugendbuchverlag
in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Neumarkter Str. 28, 81673 München
Alle deutschsprachigen Rechte vorbehalten
© 2016 by Geoff Rodkey
This edition published by arrangement with Little, Brown and Company, New York,
New York, USA. All rights reserved.
Die englische Originalausgabe erschien 2016 unter dem Titel:
»The Tapper Twins Run For President«
bei Little, Brown and Company, einem Imprint der Hachette Book Group, USA
Übersetzung: Carolin Müller
Umschlaggestaltung: init | Kommunikationsdesign, Bad Oeynhausen
jk • Herstellung: UK
Satz: Uhl + Massopust, Aalen
ISBN 978-3-641-16599-4V001www.cbj-verlag.de
CHRONIK DER JAHRGANGSPRÄSIDENTENWAHL DER 6. KLASSEN AN DER CULVERT PREP MIDDLE SCHOOL(Zweites Halbjahr)
basierend auf Interviews geführt von
LENI TAPPER
mit allen möglichen Leuten, darunter
die Präsidentschaftskandidaten
Leni Tapper
Ben Tapper
James Mantolini
die Kassenwartkandidaten
Carmen Gutierrez
Xander Billington
Max Esper
die Wahlkampfmanager
Akash Gupta
Kalisha Hendricks
die Medienvertreter
Sophie Koh,
Culvert Chronicle
Eichhörnchen
Nutty*
*wurde nicht wirklich interviewt
Inhalt
PROLOG
1 HUNDESCHRECK AUS HEITEREM HIMMEL
2 BEI UNS ZU HAUSE HERRSCHT EIN DIKTATOR **Und anderes Zeug, was man über Politik wissen sollte**
3 MEINE POLITISCHE KARRIERE(DIE GESAMTEN SIEBEN JAHRE)
4 BENS POLITISCHE KARRIERE (DIE GESAMTEN ZWEI MINUTEN)
5 ICH HÄTTE MAMA UND PAPS DA RAUSHALTEN SOLLEN
6 DER WAHLKAMPF BEGINNT (UND PLAKATSCHWIERIGKEITEN)
7 MEIN PROBLEM MIT FALSCHEN FREUNDEN
8 EIN GEHEIMKOMPLOTT SOLL MICH ZU FALL BRINGEN
9 HINTERHALT AUF DER SCHÜLERVERSAMMLUNG
10 JETZT HABE ICH EIN ECHTES PROBLEM
11 ICH ENGAGIERE EIN FIESES GENIE
12 BEN MACHT SICH DIE HÄNDE SCHMUTZIG
13 SOPHIE FÄLLT MIR IN DEN RÜCKEN
14 ICH HALTEVERSUCHE MAMA UND PAPS DA RAUS ZU HALTEN
15 EIN SUPERSÜSSES FOTOMOTIV
16 DAS GEHEIME BEN-NERD-BÜNDNIS
17 DIE DEBATTENDEBATTE **KEIN TIPPFEHLER**
18 EINE EINSEITIGE BERICHTERSTATTUNG ** durch meine beste Freundin** BRICHT MIR DAS GENICK
19 SCHOCKIERENDE ENTWICKLUNGEN AUF METAWORLD
20 VORVERURTEILUNGEN
21 VORBEREITUNGEN ZUM REDEDUELL
22 SHOWDOWN IN RAUM 432
23 DER EICHHÖRNCHEN-SUPER-GAU
24 SCHLIMMSTES SCHNEEFREI ALLER ZEITEN
25 DAS ERWACHEN DER FEMBOTS
26 GEHEIMES GIPFELTREFFEN IM STARBUCKS
27 GUTER RAT VON GEORGE WASHINGTON
28 BESTES SCHNEEFREI ALLER ZEITEN
29 DIE STIMME DER WÄHLER
EPILOG (alias eine kurze Verschwörungstheorie über die Wahl)
ÜBER DEN AUTOR
PROLOG
LENI
Mein Name ist Leni Tapper. Ich bin zwölf Jahre alt. Und ich bin jetzt mal ganz ehrlich: Ich möchte Präsidentin werden.
Und zwar nicht nur Präsidentin der sechsten Jahrgangsstufe, sondern der gesamten Vereinigten Staaten.
Ich weiß, das klingt ziemlich überheblich. Aber ich denke, es ist wichtig, sich im Leben große Ziele **Ich möchte auch eine berühmte Singer-Songwriterin werden, aber das ist eine andere Geschichte.** zu setzen und zu versuchen, das Beste aus sich zu machen.
So kann man, selbst wenn man hinter seinen Erwartungen zurückbleibt, immer noch Vizepräsidentin **oder vielleicht Gouverneur von irgendwas** werden.
Ich weiß auch, dass zur US-Präsidentin gewählt zu werden, ein ECHT langfristiges Ziel ist und dass es eine große Herausforderung wird, das zu schaffen. Nur für’s Protokoll, das ist vollkommen okay für mich. Sich großen Herausforderungen zu stellen und sie zu bewältigen, ist, was große Anführer ausmacht. Keiner will einen Präsidenten, der nicht hart dafür arbeiten musste, um diesen Job zu bekommen.
Deshalb habe ich beschlossen, dieses Buch zusammenzustellen, als offizielle Geschichte meiner Kampagne zur Wiederwahl als Präsidentin der sechsten Jahrgangsstufe an der Culvert Prep Middle School.
Denn diese Wahl war die bisher größte Herausforderung meines Lebens.
Hauptsächlich wegen meines bescheuerten Zwillingsbruders.
BEN
Ich hatte ECHT nicht vor, für das Amt des Jahrgangspräsidenten zu kandidieren.
Ich meine, es ist nicht so, als wollte ich US-Präsident werden, wenn ich mal groß bin. Ich habe den echten Präsidenten im Fernsehen gesehen und den Job von diesem Kerl will ich auf keinen Fall haben. Er muss den ganzen Tag im Anzug rumlaufen und sich anschreien lassen. Das ist noch schlimmer, als Anwalt **nicht wahr. Paps ist Anwalt – das ist VIEL schlimmer, als Präsident zu sein.** zu sein.
Aber die Sache ist die: Manchmal muss man für seine Überzeugungen eintreten. Und das habe ich getan.
Bei dieser Wahl ging es nicht um mich.
Es ging um die Freiheit **Ben hat keinen Plan, was das bedeutet (seine Wahlkampfmanagerin hat ihm eingetrichtert, das zu sagen).**.
MAMA UND PAPS (SMS von Paps Telefon kopiert)
KAPITEL 1
HUNDESCHRECK AUS HEITEREM HIMMEL
LENI
All das wäre überhaupt nicht passiert, wenn Ben nicht fast einen winzigen Hund mit einem Fußball ermordet hätte.
BEN
Ich hab ihn GAR NICHT fast ermordet! Der Hund wurde nicht mal verletzt!
Und es war ein reiner Unfall! Also selbst wenn ich den Hund abgeschmurkselt **kein richtiges Wort** hätte, wäre es kein Mord gewesen.
Es wäre so was wie … Totschlag.
LENI
Hier sollte ich mit ein paar Hintergrundinfos etwas weiter ausholen und die Situation genauer erklären.
Ben und ich wohnen in New York City. Was echt genial ist. Genau genommen ist es ZU genial, weil so viele Leute hier leben wollen, dass es total überlaufen ist.
Und es ist nicht nur in der U-Bahn überfüllt oder im Lebensmittelladen oder in Midtown während der Weihnachtszeit, sondern überall. Es ist einfach überhaupt kein Platz.
Ein Beispiel: Größenmäßig liegt mein Zimmer irgendwo zwischen einem winzigen Wandschrank und einer sehr großen Schuhschachtel.
Nicht dass ich mich beschweren würde. Ich bin nämlich sehr dankbar, dass ich überhaupt ein eigenes Zimmer HABE. Wenn Ben und ich uns ein Zimmer teilen müssten, wäre das ein totaler Albtraum. Aus VIELERLEI Gründen. Aber vor allem, weil er schrecklich stinkt.
BEN
Okay, das ist jetzt echt nicht fair. Ich stinke bloß nach dem Fußball.
LENI
Ben, du spielst JEDEN TAG Fußball.
BEN
Gar nicht! Ich spiele bloß fünf Mal die Woche. Höchstens.
LENI
Okay, also – an fünf von sieben Tagen riechst du wie ein Kuhhintern … der in einem schimmeligen Schuh steckt … mit vergammeltem Gemüse.
BEN
Ja. Aber bloß an fünf Tagen.
LENI
Ich komme hier wirklich vom Thema ab. Was ich sagen wollte, ist, dass New York City SO schrecklich überlaufen ist, dass ganz normale Dinge manchmal an gar nicht normalen Orten landen. Wie unser Schulhof. Der sich statt an einem ganz normalen Ort – wie neben dem Parkplatz – auf dem Dach befindet. Fünf Stockwerke über dem Boden. **(außerdem gibt es keinen Parkplatz)**
Und wenn man dann bescheuert genug ist, sich einen Wettbewerb zu liefern, wer einen Fußball über den Zaun auf dem Dach kicken kann …
BEN
Es war kein Wettbewerb! Es war eine Wette. Und es ging darum, dass ich es nicht schaffe, am SÜDLICHEN Zaun einen Fallrückzieher zu machen, der hoch genug ist, dass der Ball über den NÖRDLICHEN Zaun geht – was irre schwer war, weil es Januar war und ich Winterstiefel anhatte. Also war es total monster, dass ich’s überhaupt geschafft habe.
Wo ich gerade daran denke, Xander schuldet mir deswegen noch fünf Mäuse.
LENI
Wie ich schon sagte: Wenn man bescheuert genug ist, einen Fußball über den Zaun auf dem Dach zu kicken, dann ist New York City eben so überfüllt, dass, selbst wenn man nicht den fiesen kleinen Kläffer **Hund war SCHON VORHER sehr fies (genau wie Besitzerin)** von einer ebenso fiesen reichen Tussi um die Ecke bringt, die gerade zufällig die siebenundsiebzigste Straße hinuntergehen …
… der Ball trotzdem wie aus heiterem Himmel herabgeschossen kommt und man BEIDEN so einen SCHRECKEN einjagt, dass sie in die Schule marschiert kommen und mit demjenigen sprechen wollen, der dafür sorgen kann, dass keine Fußbälle mehr vom Dach geflogen kommen.
Und DAS ist der Grund, warum Konrektorin Bevan letztendlich das Fußballspielen auf dem Dach verboten hat.
BEN
Was total behämmert war! Das war ein Direktangriff auf meine Freiheit! Und meine … Selbstbestimmung. Und mein Menschenrecht … na ja, während meiner Freizeit Fußball zu spielen.
Und so kam ich zur Politik. **ernsthaft, Ben hat KEINEN PLAN, was all diese Worte bedeuten.**
KAPITEL 3
MEINE POLITISCHE KARRIERE(DIE GESAMTEN SIEBEN JAHRE)
LENI
Nur damit jeder versteht, wie hart ich dafür gearbeitet habe, um die Präsidentin der sechsten Jahrgangsstufe zu werden, hier eine Tabelle meines bisherigen politischen Engagements:
Wie Du sehen kannst, engagiere ich mich bereits mehr als mein halbes Leben lang politisch. Ich habe mich auch immer sehr bemüht die Culvert Prep und die ganze Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und ich denke, das ist mir bisher auch ziemlich gut gelungen.
Es waren sogar alle immer so zufrieden mit meiner Arbeit, dass ich bei den letzten beiden **Wahlen finden zweimal im Jahr statt (Sept. und Jan.).** Wahlen praktisch keine Gegenkandidaten hatte.
Ich schreibe hier »praktisch«, weil James Mantolini beide Male auch auf dem Stimmzettel stand, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er keine einzige Stimme bekam. Wahrscheinlich nicht mal von sich selbst.
Weil James einfach total durchgeknallt ist.
JAMES MANTOLINI, Präsidentschaftskandidat/Profiverrückter
Ich kandidiere für das Präsidentschaftsamt, um die Aufmerksamkeit auf Themen zu lenken, über die sich die anderen Kandidaten nicht zu sprechen trauen.
Wie beispielweise die Frage, ob einige unserer Lehrer insgeheim Roboter sind.
LENI
Die heimliche Bedrohung durch Roboter war James’ großes Thema bei der letzten Wahl. Es war so irrwitzig, dass ich ein Foto von einem seiner Wahlkampfplakate gemacht habe, nur für den Fall, dass mir Historiker in der Zukunft nicht glauben würden.
Im Wahlkampf davor war James’ Thema »Sezession«.
Sezession, die/Substantiv
Absonderung; Verselbstständigung von Staatsteilen **wie die Südstaaten im amerikanischen Bürgerkrieg**
James wollte, dass sich die fünfte Jahrgangsstufe vom Rest der Culvert Prep abspaltet. Aber so gut wie kein einziger Fünftklässler hat auch nur die geringste Ahnung, was das bedeuten soll. Und auch seine Wahlkampfplakate waren dabei nicht gerade hilfreich.
BEN
Dieses ganze Se… So… Se… – wie auch immer das hieß – Ding war total durchgeknallt. Als James es am Ende erklärte, meinten wir alle so: »Warte mal … wenn der gesamte fünfte Jahrgang die Schule verlässt, wo sollen wir dann den ganzen Tag lang hin?«
Und James meinte so: »Starbucks. Wenn jeder ’nen Kaffee bestellt, dann können wir dort so lange sitzen, wie wir wollen.«
LENI
Obwohl eine Abspaltung vollkommen hirnrissig war, versprach ich in meiner Kampagne, die Frage zu prüfen, um festzustellen, ob es für die fünfte Jahrgangsstufe von Vorteil wäre. **(WAR ES NICHT)**
Aber ich habe das gemacht, weil ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass ein Präsident ALLE gleichermaßen und fair vertritt. Sogar Leute die durchgeknallt sind und/oder denken, es wäre cool, Fußbälle vom Dach zu kicken.
Deshalb habe ich auch zugehört, als Ben und seine Fußballidiotenfreunde ankamen, um sich über die Dachsituation zu beschweren.
BEN
Nein, hast du gar nicht! Du hast bloß gesagt, dass du die Sache prüfst!
TYLER TEMPLEMAN, Freund von Ben/Fußballidiot
Du wolltest uns einfach nur abwimmeln!
XANDER BILLINGTON, Freund von Ben/Fußballidiot**(auch ganz allgemein ein Riesenidiot)**
Rischtig, Alter! Erzähl mal bloß keinen Schrott, PRÄSIDENTENTUSSI!
LENI
Apropos Worte, die keiner versteht – vielleicht sollte ich euch zu Xander Billington was erklären. Er stammt aus einer sehr alten, sehr reichen und sehr gehirnamputierten Familie. Xanders Ur-Ur-Ur-Ur-was-weiß-ich-Großvater Billington kam als Original-Pilger auf der Mayflower nach Amerika.
Für die anderen Pilger war das vermutlich wahnsinnig nervig.
Als Xander anfing, mich zu dissen wie bei einem Rap-Battle, blieb ich ganz kultiviert. Anstatt ihn ebenfalls wüst zu beschimpfen, sagte ich nur: »Wenn es dir nicht gefällt, wie ich dich als Präsidentin vertrete, es steht eine Wahl an.«
Was ich damit sagen wollte, war: »Dann wähl halt jemand anderen.« Was ich NICHT sagen wollte, war: »Stell dich doch selbst zur Wahl.«
Leider habe ich das Ben gegenüber nicht klar genug ausgedrückt.
KAPITEL 4
BENS POLITISCHE KARRIERE (DIE GESAMTEN ZWEI MINUTEN)
XANDER
Zuerst war ich so: »Yo, ich sollte echt für die Präsidentschaft kandidieren! Digga, ich werd eiskalt über die ganze Schule herrschen!«
BEN
Tyler und ich meinten so: »Ääähm … schon möglich.«
Weil wir wollten nicht, dass Xander sich schlecht fühlt. Aber eigentlich schien es unmöglich, dass er eine Wahl gewinnen würde.
TYLER
Es ist so, Ben und ich sind total cool mit Xander. Aber viele Leute hassen ihn ganz einfach **stimmt**.
Aber alle mögen Ben **stimmt auch**.
(Weil er zu allen supernett ist.) **außer zu seiner Schwester**
Also meinte ich so: »Was, wenn BEN sich zur Wahl stellt?«
XANDER
Zuerst war ich nur so: »Whaaat?«
Aber dann: »Alles klar, Mann. Dann werd ich eben Kassenwart. Weil dann schwimm ich in der Kohle.«
BEN
