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Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration. »Raus aus den Klamotten, schnell unter die Dusche, was Bequemes anziehen und dann zu meinen Eltern zum Abendessen«, zählte Dr. Danny Norden seine Vorhaben der nächsten halben Stunde auf. Vor zehn Minuten hatte er die Wohnung betreten, die er sich seit einiger Zeit mit seiner Freundin, der Bäckerin und Café-Inhaberin Tatjana Bohde, teilte. »Blöd, wenn man den ganzen Tag im Schlafanzug rumgelaufen ist«, monierte sie. »Dann kann man abends gar nichts Bequemes anziehen.« Nach einem freien Tag saß sie auf dem Bett und beobachtete Danny mit Wohlwollen dabei, wie er aus Hemd und T-Shirt schlüpfte und schließlich mit nacktem Oberkörper vor ihr stand. Ein Blick in ihr Gesicht genügte, um zu wissen, was sie vorhatte. »O nein, Jana, nicht jetzt!«, versuchte er, sie von ihren sündigen Gedanken abzubringen. »Sonst kommen wir zu spät zum Abendessen.« Er wusste, dass Tatjana für Essen töten würde und setzte daher auf diese Karte. Doch an diesem Abend ging seine Rechnung nicht auf. »Erstens sind deine Eltern das gewohnt und bestimmt nicht böse. Und zweitens hab ich meine Vorspeise schon hier!«, schnurrte sie und kam auf allen Vieren auf ihn zu. Sie streckte die Hand aus und ließ ihre Fingernägel an seiner Brust hinabgleiten. Unter dieser Berührung schmolz Dannys Widerstand dahin wie Schnee in der Sonne. »Wie bin ich nur an dich geraten?«
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Seitenzahl: 111
Veröffentlichungsjahr: 2022
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»Raus aus den Klamotten, schnell unter die Dusche, was Bequemes anziehen und dann zu meinen Eltern zum Abendessen«, zählte Dr. Danny Norden seine Vorhaben der nächsten halben Stunde auf. Vor zehn Minuten hatte er die Wohnung betreten, die er sich seit einiger Zeit mit seiner Freundin, der Bäckerin und Café-Inhaberin Tatjana Bohde, teilte. »Blöd, wenn man den ganzen Tag im Schlafanzug rumgelaufen ist«, monierte sie. »Dann kann man abends gar nichts Bequemes anziehen.« Nach einem freien Tag saß sie auf dem Bett und beobachtete Danny mit Wohlwollen dabei, wie er aus Hemd und T-Shirt schlüpfte und schließlich mit nacktem Oberkörper vor ihr stand. Ein Blick in ihr Gesicht genügte, um zu wissen, was sie vorhatte.
»O nein, Jana, nicht jetzt!«, versuchte er, sie von ihren sündigen Gedanken abzubringen. »Sonst kommen wir zu spät zum Abendessen.« Er wusste, dass Tatjana für Essen töten würde und setzte daher auf diese Karte. Doch an diesem Abend ging seine Rechnung nicht auf.
»Erstens sind deine Eltern das gewohnt und bestimmt nicht böse. Und zweitens hab ich meine Vorspeise schon hier!«, schnurrte sie und kam auf allen Vieren auf ihn zu. Sie streckte die Hand aus und ließ ihre Fingernägel an seiner Brust hinabgleiten. Unter dieser Berührung schmolz Dannys Widerstand dahin wie Schnee in der Sonne.
»Wie bin ich nur an dich geraten?«, fragte er heiser und ließ sich von Tatjana aufs Bett locken. »Das nennt man Schicksal, mein Lieber. Und dem kann man bekanntlich nicht entgehen.« Sie schmiegte sich an ihn und bedeckte seine Brust mit Küssen. Das Fenster war gekippt, und die Vögel sangen ein Abendlied. Weiche Luft, vermischt mit Sommerduft, kam ins Zimmer, und das Farbenspiel des Sonnenuntergangs zeichnete Muster auf die beiden verschlungenen Körper, als ein lustiges Lied direkt neben Dannys Ohr die romantische Stimmung zerriss. »Himmel, was ist das denn?« Wie von der Tarantel gestochen fuhr er hoch und sah sich um.
Auch Tatjana war zuerst verwirrt, bis sie den Übeltäter ausmachte.
»Ach, mein Handy!«, lachte sie und hielt das blinkende, singende Gerät hoch, das zwischen den Kissen gelegen hatte. »Ich hab ganz vergessen, dass ich einen neuen Klingelton eingestellt habe. Wie findest du ihn?«
»Diese Frau!« Danny verdrehte die Augen und kämpfte sich aus dem Bett. Die Leidenschaft war verflogen, und er beschloss, wieder zu seinem ursprünglichen Plan zurückzukehren. »Ich geh duschen!«
»Gut, dann telefoniere ich mit meinem Papa!« Auf dem Display lachte Tatjana das Konterfei ihres Vaters entgegen. Sie nahm das Gespräch entgegen, und Danny ging ins Bad. Während die Dusche rauschte, dachte er über den Vater seiner Freundin nach.
Nach dem Autounfall, bei dem Steffen Bohdes Frau das Leben und seine einzige Tochter Tatjana ihr Augenlicht verloren hatte, war das Leben des Ingenieurs nicht mehr dasselbe gewesen. Um Abstand zu gewinnen, war er mit seiner Tochter nach Marokko gereist. Später hatte er sich nach Ägypten versetzen lassen und Tatjana mitgenommen. Diesen Erlebnissen hatte es das blinde Mädchen zu verdanken, dass sich ihre verbliebenen Sinne auf eine fast mystische Weise entwickelt hatten. »Dort gab es so viel zu hören und zu riechen, zu schmecken, dass es mir irgendwann fast nicht mehr aufgefallen ist, dass ich nicht sehen kann.« Tatjanas Stimme klang Danny immer wieder im Ohr, wenn er an sie, ihre Geschichte und ihrer beider Anfänge dachte. »Mein Vater kommt nach Deutschland!« Dannys Ohren waren voller Wasser, und im ersten Moment wusste er nicht, ob dieser Satz seiner Fantasie oder der Wirklichkeit entsprang.
Diese Frage beantwortete sich gleich darauf von selbst.
»Jetzt mach doch mal die Dusche aus! Oder willst du dir die Haare vom Kopf schrubben?« Tatjana öffnete die Tür zur Duschkabine und legte mit Schwung den Wasserhebel um. »Papa kommt nach Deutschland! Ist das nicht wunderbar?« Mit Unterbrechungen hatte Tatjana Jahre mit ihrem Vater im Ausland verbracht, ehe sie endgültig und nicht zuletzt wegen ihrer Liebe zu Danny nach Deutschland zurückgekehrt war. Steffen hingegen lebte und arbeitete inzwischen in Dubai. Vater und Tochter hatten sich seit Jahren nicht gesehen. »Das ist ja großartig.« Obwohl es im Bad warm war, sorgte der abrupte Temperaturwechsel für Gänsehaut. Dannys Zähne klapperten vor Kälte. »Wenn du Wert darauf legst, dass wir beide uns endlich kennenlernen, solltest du mich vor dem Kältetod retten«, bat er und deutete auf das Handtuch am Halter.
»Du bist doch nicht aus Zucker. Sonst hättest du die Dusche gar nicht unbeschadet überlebt!«, kommentierte Tatjana seine Bitte, erfüllte ihm seinen Wunsch aber doch, ehe sie übermütig aus dem Bad tanzte. »Mein Papa kommt nach Deutschland, mein Papa kommt nach Deutschland!«, sang sie und klang dabei wie ein kleines Mädchen, das sie in diesem Moment wahrscheinlich auch war, wie Danny schmunzelnd feststellte.
*
»Im nächsten Leben heirate ich dich«, stellte Felix Norden fest und blinzelte die Haushälterin Lenni verliebt an. »Dein Ratatouille ist einzigartig. Und dieses Bauernbrot dazu erst.«
»Aber das ist von mir!«, beanspruchte Tatjana dieses Kompliment für sich. »Dann muss ich eben euch beide heiraten.«
»Gut möglich, dass ich etwas dagegen habe«, warf Danny ein und brachte die benutzten Teller in die Küche. »Und dass ich im nächsten Leben ein Mann werde«, warf Lenni schlagfertig ein, drückte dem jüngsten Sohn Janni die leer gegessenen Schüsseln in die Hand und stellte eine Platte auf den Tisch.
Neugierig beugte sich Tatjana vor. Sie hob die Nase und schnüffelte.
»Ich rieche Schokolade«, teilte sie dem Rest der Familie mit, der sich wie so oft um den Esstisch im Hause Norden versammelt hatte. Um ihre Diagnose fortzusetzen, griff sie nach einem der kleinen Kuchen. »Außerdem rieche ich Orange und Rosmarin.«
»Kunststück!«, entfuhr es Felix. »Das hätte ich auch noch hingekriegt.« Er deutete auf den Zweig Rosmarin und die kandierte Orangenschale, mit der Lenni die Kuchen liebevoll dekoriert hatte.
Alle lachten, und Tatjana schnitt eine Grimasse in seine Richtung, ehe sie sich an Lenni wandte.
»Rosmarin, Orange, Olivenöl und Schokolade …«, zählte sie die Ingredienzien auf, die sie inzwischen identifiziert hatte, » … eine ungewöhnliche Kreation. Wollen Sie mir Konkurrenz machen?« Sie griff nach einem der kleinen Kuchen und biss hinein. Die Schokolade knackte und ihre Zähne gruben sich in den weichen Teig. Genüsslich schloss sie Augen. »Köstlich! Das muss ich unbedingt in der Bäckerei anbieten. Verraten Sie mir das Rezept?«
Lenni schickte der Bäckerin einen skeptischen Blick.
»Nimmst du mich auf den Arm? Das Rezept stammt doch von dir.«
Tatjana war sichtlich verwirrt.
»Wirklich! Das hab ich total vergessen.«
Felix bog sich vor Lachen. »Tja, schon blöd, wenn man zuerst senil und dann erst alt wird, was?«
Felix‘ und Tatjanas Kabbeleien waren gleichermaßen bekannt und beliebt bei der ganzen Familie. Die beiden verband der gleiche Humor, oft gab ein Wort das andere und nicht selten endeten die Abendessen in hilflosem Gelächter und Bauchschmerzen. Doch diesmal verzichtete Tatjana auf einen passenden Kommentar. Sie macht ein feierliches Gesicht, ehe sie die Neuigkeit preisgab, die sie sich bis jetzt aufgehoben hatte.
»Heute darf ich ausnahmsweise mal senil sein. Mein Vater hat nämlich angerufen und seinen Besuch angekündigt!« Noch immer machte sie diese Nachricht überglücklich, wie ihr Strahlen verriet. Die erwarteten Begeisterungsstürme blieben nicht aus. Während sich der Nachwuchs förmlich auf Tatjana stürzte, um ihr Glück mit ihr zu teilen, hielten sich Fee und Daniel zurück. Das Ehepaar wartete darauf, bis der Lärm halbwegs verebbt war. »O Tatjana, das sind ja wundervolle Neuigkeiten«, ergriff Felicitas Norden die erste Gelegenheit, die sich bot, und legte ihre Hand auf den Arm ihrer Schwiegertochter in spe. »Ich freu mich so für dich.«
»Wann hast du das erfahren?«, hakte Daniel nach.
»Heute Abend, kurz bevor wir zu euch gekommen sind. Deshalb ist es ein bisschen später geworden.« Zum Glück war die ganze Familie so aufgeregt, dass niemand Tatjanas verschwörerischen Seitenblick auf Danny bemerkte. »Kein Wunder, dass du vergesslich bist. Wie lange habt ihr euch nicht gesehen?« Nachdem sich die erste Überraschung gelegt hatte, legte auch Fee sich ein Törtchen auf den Teller.
Tatjana rechnete im Kopf nach.
»Ein paar Jahre sind es schon, seit ich aus Dubai zurückgekommen bin.« Ihre großen Augen, denen man die Behinderung nicht ansah, hingen an Danny. »Wegen dir.«
Dieser Blick ließ sein Herz schneller schlagen. »Ich hoffe, du hast es nicht bereut.«
Im Normalfall reagierte die Bäckerin auf solche Vorlagen mit einem kessen Spruch. Nicht so an diesem Abend. »Wie denn? Mit dir erlebe ich die Zeit meines Lebens!«, gab sie so liebevoll zurück, dass Danny dahin schmolz.
Sein Bruder Felix hatte dagegen wenig übrig für solche Liebesschwüre.
»Zu viele Kitschfilme geschaut, oder was?« Er verdreht die Augen. »Wenn ihr fertig seid, können wir uns vielleicht auf die wichtigen Dinge des Lebens konzentrieren«, zerstörte er die romantische Stimmung mit einem gezielten Schlag. »Wann kommt der hohe Besuch? Wie lange gedenkt er zu bleiben? Haben wir die Ehre, ihn kennenzulernen?«
Er wusste, dass Tatjana ihn richtig verstand und ihm nicht böse war. »In einer Woche ist es so weit. Die genauen Flugdaten schickt er mir noch«, gab sie bereitwillig Auskunft. »Und ich brenne darauf, ihn euch vorzustellen. Immerhin seid ihr jetzt meine Familie. Oh, ich hoffe so sehr, dass ihr euch mögt.« Tatjanas Wangen leuchteten mit ihren Augen um die Wette, und ihr Anblick ließ kein Familienmitglied kalt. »Jemand, der so ein bezauberndes Geschöpf hervorgebracht und großgezogen hat, muss einfach sympathisch sein!« Mit diesen Worten sprach Daniel Norden das aus, was alle anderen dachten, und Tatjanas Herz ging auf vor Liebe zu dieser Familie, die sie mit aller Selbstverständlichkeit in ihrer Mitte aufgenommen hatte, als sie so dringend ein emotionales Zuhause gebraucht hatte.
*
Trotz der Aufregung, die die Ankündigung des Besuchs mit sich brachte, musste der Alltag weitergehen. Wie üblich ging Tatjana in die Bäckerei und auch Dannys und Daniel Nordens Alltag drehte sich wie immer um die Patienten, die in der Praxis nach Hilfe suchten. »Der nächste bitte!« Da die beiden Assistentinnen an diesem Nachmittag beide Hände voll zu tun hatten, rief Dr. Norden senior seinen nächsten Patienten höchstpersönlich im Wartezimmer auf.
»Ich bin als Nächster dran!«, erwiderte eine helle Jungenstimme. Seine Mutter lächelte und schob ihn von ihrem Schoß.
»Hallo, Herr Dr. Norden. Da sind wir wieder«, lächelte sie den Arzt an der Tür an.
»Guten Tag, Frau Maurer«, begrüßte Daniel zunächst die Mutter, um sich dann zu Michel hinab zu beugen. »Hey, Sportsfreund!« Er musterte das Fußballtrikot des Jungen. »Sieht ganz danach aus, als ob es dir besser geht.«
»Leider täuscht der Eindruck. Er hat den ganzen Vormittag im Bett verbracht«, berichtete Johanna auf dem Weg ins Sprechzimmer. »Ich konnte ihn nur rauslocken mit dem Versprechen, dass er das Trikot anziehen darf.«
»Wenn ich so ein schickes Fußballhemd hätte, würde ich morgens auch leichter aus dem Bett kommen«, lächelte Daniel und streichelte dem Jungen über das Kinderhaar.
Michel hob den Kopf und sah zu ihm hoch.
»Dann sag deiner Frau doch, dass sie dir auch eins kaufen soll.«
»Michel!« Johanna Maurer erschrak und ermahnte ihren Sohn.
Doch Dr. Norden lachte nur, während er Mutter und Sohn die Tür zu seinem Sprechzimmer aufhielt.
»Gute Idee! Das werde ich ihr ausrichten.«
Michel freute sich über das Lob. Nachdem sich Johanna auf den Stuhl vor dem Schreibtisch gesetzt hatte, kletterte er wieder auf ihren Schoß. Erst hier, auf Augenhöhe und mit von der Sonne beschienenem Gesicht, bemerkte Daniel Norden die immer noch fiebrig glänzenden Augen und die roten Flecken, die auf Michels Wangen lagen. Auch er hatte sich gesetzt und tippte den Namen seines kleinen Patienten in den Computer ein. »Da haben wir ja deine Akte.« Er überflog die Seite, die sich im Computer geöffnet hatte. Es handelte sich um das Ergebnis der Blutuntersuchung, die er im Labor der Behnisch-Klinik angefordert hatte. Während er las, schoben sich seine Augenbrauen zusammen.
»In der Blutanalyse fällt eine erhöhte Zahl an weißen Blutkörperchen auf. Das ist per se noch nicht alarmierend, deutet aber darauf hin, dass etwas nicht stimmt«, wollte er die Mutter seines Patienten nicht in Angst und Schrecken versetzen, aber auch nicht in einer trügerischen Sicherheit wiegen. Wieder einmal gelang der Drahtseilakt.
»Und was heißt das genau?«, erkundigte sich Johanna unaufgeregt.
»Das könnte auf eine Entzündung im Körper hinweisen.« Daniel Norden hatte genug im Laborbericht gelesen, um zu wissen, was zu tun war. »Außerdem ist einer der Leberwerte zu hoch. Ich schlage vor, wir sehen uns Michels Leber mal im Ultraschall an. Was sagst du dazu?«, fragte er den Jungen, der sich an seine Mutter gekuschelt hatte. Fieber und Bauchschmerzen quälten ihn seit Tagen und erschöpften ihn mehr und mehr.
»Tut das weh?« Kugelrunde Augen richteten sich auf den Arzt.
»Überhaupt nicht. Nur das Gel, das ich auf deinen Bauch kleckse, ist ein bisschen kalt.« Daniel hielt ihm die Hand hin.
Michel nahm sie nach kurzer Bedenkzeit und rutschte von Johannas Schoß. »Okay.« Voller Vertrauen legte er seine Hand in die des Arztes, und gemeinsam gingen die beiden über den Flur ins Ultraschallzimmer. Johanna folgte ihnen. Noch konnte sie lächeln. Doch das sollte sich bald ändern. »Irgendwas stimmt mit der Leber nicht«, stellte der Arzt fest, als er mit dem Schallkopf über den Leib des Jungen fuhr. »Sehen Sie hier!«, forderte er Johanna auf, die den Blick auf den Monitor heftete. »Im rechten Leberlappen befindet sich eine Höhle, die mit Flüssigkeit gefüllt ist.«
