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Western Helden – Die neue Reihe für echte Western-Fans! Harte Männer, wilde Landschaften und erbarmungslose Duelle – hier entscheidet Mut über Leben und Tod. Ob Revolverhelden, Gesetzlose oder einsame Reiter auf der Suche nach Gerechtigkeit – jede Geschichte steckt voller Spannung, Abenteuer und wilder Freiheit. Erlebe die ungeschönte Wahrheit über den Wilden Westen Einen 1000-Dollar-Job bot mir Drago Gunnison an, nachdem er mich beim Pokerspiel bis aufs Hemd ausgeplündert hatte. Natürlich war mir klar, dass ich da in eine höllisch heiße Sache einstieg, aber was blieb mir anderes übrig, als den Job anzunehmen? Aber ich tat es nicht nur, weil ich völlig pleite war, ich hatte auch ein Auge auf Gunnissons Tochter Mary geworfen. Mit 2000 Flaschen Whisky machten wir uns auf den Weg ins Goldland von Montana, und dort warteten die Geier schon auf ihre Beute. »Na los, Mister. Zeig mir mal, was du für ein prächtiges Blatt in den Händen hältst. Ich möchte endlich wissen, wer von uns beiden das Spiel gewonnen hat!« So forderte mich mein Gegenüber mit giftigem Lächeln auf. Mir war klar, dass ich keine andere Möglichkeit hatte, als meine Karten auf den Tisch zu legen, um diese heiße Pokerrunde zu beenden. Die drei anderen Mitspieler waren schon vor einigen Minuten ausgestiegen. Sie hatten schnell kapiert, dass es für sie in diesem Spiel nichts zu erben gab. Ich starrte auf den Geldhaufen in der Mitte des runden Tisches und schätzte den Betrag auf mehr als 1000 Dollar. Das war verdammt viel Geld in dieser lausigen Zeit! Und sollte ich das Spiel wirklich verlieren, dann war ich pleite, konnte vielleicht gerade noch meine Zeche bezahlen. Ich hatte bis in die Hölle und zurück geblufft. Bestimmt war es Zufall gewesen, als ich mit den letzten Karten einen dritten König erhalten hatte. Das konnte sich jetzt sehen lassen. Und doch war es kein besonders hohes Blatt, war auf jeden Fall leicht zu übertrumpfen – vorausgesetzt, mein Mitspieler hatte die entsprechenden Karten. Der blondhaarige, ungefähr 30 Jahre alte Mann nickte mir zu. Er hieß Drago Gunnisson.
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Seitenzahl: 126
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Einen 1000-Dollar-Job bot mir Drago Gunnison an, nachdem er mich beim Pokerspiel bis aufs Hemd ausgeplündert hatte. Natürlich war mir klar, dass ich da in eine höllisch heiße Sache einstieg, aber was blieb mir anderes übrig, als den Job anzunehmen? Aber ich tat es nicht nur, weil ich völlig pleite war, ich hatte auch ein Auge auf Gunnissons Tochter Mary geworfen. Mit 2000 Flaschen Whisky machten wir uns auf den Weg ins Goldland von Montana, und dort warteten die Geier schon auf ihre Beute. Ein verzweifelter Kampf ums nackte Leben begann …
»Na los, Mister. Zeig mir mal, was du für ein prächtiges Blatt in den Händen hältst. Ich möchte endlich wissen, wer von uns beiden das Spiel gewonnen hat!« So forderte mich mein Gegenüber mit giftigem Lächeln auf.
Mir war klar, dass ich keine andere Möglichkeit hatte, als meine Karten auf den Tisch zu legen, um diese heiße Pokerrunde zu beenden. Die drei anderen Mitspieler waren schon vor einigen Minuten ausgestiegen.
Sie hatten schnell kapiert, dass es für sie in diesem Spiel nichts zu erben gab. Ich starrte auf den Geldhaufen in der Mitte des runden Tisches und schätzte den Betrag auf mehr als 1000 Dollar.
Das war verdammt viel Geld in dieser lausigen Zeit!
Und sollte ich das Spiel wirklich verlieren, dann war ich pleite, konnte vielleicht gerade noch meine Zeche bezahlen.
Ich hatte bis in die Hölle und zurück geblufft. Bestimmt war es Zufall gewesen, als ich mit den letzten Karten einen dritten König erhalten hatte. Das konnte sich jetzt sehen lassen.
Und doch war es kein besonders hohes Blatt, war auf jeden Fall leicht zu übertrumpfen – vorausgesetzt, mein Mitspieler hatte die entsprechenden Karten.
Der blondhaarige, ungefähr 30 Jahre alte Mann nickte mir zu. Er hieß Drago Gunnisson. Ein kurzgestutzter Oberlippenbart gab seinem schmalen Gesicht einen verwegenen Zug.
»Na, was ist Mister?«
»Also gut.« Ich lächelte und legte meine Karten offen auf den Tisch. Dabei sah ich diesen Drago Gunnisson forschend an.
Ich sah es in seinen Augen aufblitzen und wusste, dass ich die Pokerrunde verloren hatte. Sein lässiges Lächeln wurde noch breiter, als er seine Karten umdrehte.
Es war genauso, wie ich erwartet hatte. Gegen seine drei Asse konnten meine drei Könige nichts ausrichten. Das war nicht zu ändern.
Die drei Mitspieler nickten, als hätten sie das alles so geahnt. Und bestimmt waren sie heilfroh, schon vor geraumer Zeit aufgegeben zu haben.
Gunnisson wischte den Dollarhaufen zu sich herüber und sah mich dabei fragend an.
»Revanche, Mister?«
Ich schüttelte den Kopf.
»Tut mir leid«, entgegnete ich. »Leider bin ich im Moment so blank wie ein Babypopo. Für mich ist die Pokerpartie beendet. Vielleicht können wir irgendwann in den nächsten Tagen das Spielchen fortsetzen.«
Drago Gunnisson nickte wohlwollend.
»Nichts dagegen, Mister …«
»Clayd Douglas, so taufte mich meine Ma vor mehr als 30 Jahren. Ich darf mich jetzt verabschieden.«
Ich stand auf und stiefelte zum Tresen, um dort meine Zeche zu bezahlen. Gunnissons Stimme erklang in meinem Rücken.
»Übrigens, Clayd, ich übernehme deine Drinks. Das ist doch klar. Und wenn du nichts dagegen hast, dann gebe ich noch eine Runde am Tresen aus.«
Ich verzog das Gesicht, denn ich war nun mal ein Bursche, der sich nichts schenken ließ.
Drago Gunnisson lächelte aber so gewinnend, dass ich ihm den Wunsch nicht abschlagen konnte. Außerdem konnte ich einen Schluck Whisky nach dieser Pleite gut vertragen.
»Okay«, nickte ich. »Vielleicht kann ich mich irgendwann revanchieren.«
Gunnisson lächelte verhalten, nickte den drei Mitspielern zu und folgte mir zum Tresen. Der dicke Salooner schenkte unaufgefordert zwei Gläser voll mit der Pumaspucke, die er stolz Whisky nannte.
»Auf dein Wohl, Clayd!«
Wir tranken und stellten die Gläser klirrend auf den blank polierten Tresen zurück.
Ich schüttelte den Kopf, als der Wirt erneut nachschenken wollte. Doch mein Pokerpartner ließ nicht locker.
»Auf einem Bein steht man schlecht«, meinte er. »Ich möchte etwas mit dir besprechen. Und das geht nun einmal bei einigen Drinks lockerer über die Bühne.«
Ich sah den schlanken und großgewachsenen Mann überrascht an. Irgendwie ähnelten wir uns in der Figur. Nur die schwarzen, lockigen Haare, die unter meinem Stetson hervorquollen, standen im krassen Gegensatz zu seiner blonden Lockenpracht.
Er musterte mich forschend. Sein Blick blieb einen Herzschlag lang an meinem tiefgeschnallten Revolver hängen.
Sein Lächeln verwischte.
»Wie gut kannst du mit deinem Eisen umgehen?«, fragte Drago Gunnisson dann. »Wie ein Bluffer siehst du nicht aus, Clayd.«
»Für den Hausgebrauch reicht’s immer«, antwortete ich. »Bis jetzt habe ich mich überall durchsetzen können, wenn mir jemand an den Kragen wollte.«
»Gut, Clayd Douglas. Ich biete dir einen Job an. Einen Tausend-Dollar-Job. Wenn du daran interessiert bist, dann lass es mich wissen.«
*
Meine Augen wurden schmal.
Heiliger Rauch, ich war längst erfahren genug, um zu wissen, dass es nichts auf dieser lausigen Welt geschenkt gab. Und mit 1000 Bucks konnte man so kurz nach dem Bürgerkrieg einiges auf die Beine stellen.
Ich dachte an die 100 Dollar, die ich verspielt hatte. Sie waren meine eiserne Reserve gewesen, sozusagen mein Notgroschen. Und ich hatte alles in der Pokerpartie riskiert – und verloren!
»Tausend Bucks?«, fragte ich zögernd.
Der schlanke Mann lächelte sanft und nippte dann lässig an seinem Whiskyglas. Und bestimmt glaubte er, mich bereits geködert und am Angelhaken zu haben.
»Soll ich für den Betrag jemanden umbringen?«, spottete ich.
»Du siehst nicht wie ein Killer aus, Clayd. Weiß Gott nicht! Ich brauche aber einen harten Burschen, dem ich vertrauen kann und der mit mir und einigen anderen durch dick und dünn geht.«
»Hast du irgendein krummes Ding vor?«
Er schüttelte den Kopf.
»Natürlich nicht. Eigentlich müsste ich beleidigt sein, dass du mich für einen Outlaw hältst.«
Ich zuckte mit den Schultern.
»Ich muss genau wissen, um was es geht, Drago. Ich bin zwar ein rauer Bursche, doch ich habe mich noch niemals mit dem Gesetz angelegt. Das solltest du wissen, ehe wir weitersprechen.«
»Es verstößt nicht gegen das Gesetz. Das schwöre ich dir, Clayd Douglas. Es ist sogar ein Regierungsauftrag, den ich durchzuführen habe. Mehr möchte ich vorerst nicht verraten, denn ich bin zur allerhöchsten Geheimhaltung verpflichtet. Ich muss erst wissen, ob du mit von der Partie bist, denn es gibt da einige hartbeinige Jungs, die mir an den Kragen wollen und das Unternehmen mit allen Mitteln zu verhindern versuchen.«
Das sagte Drago Gunnisson sehr ernst und sah mich mit Verschwörermiene an. Er wartete darauf, dass ich mich entscheiden würde.
»Das ist mir alles zu dürftig«, antwortete ich ruhig. »Ich muss schon genau wissen, für was ich meinen Skalp riskiere, Drago. Ich versichere dir, dass ich zu niemandem ein Sterbenswörtchen sage, sollte ich den Job nicht annehmen.«
Drago Gunnisson nickte plötzlich.
»Du gefällst mir, Clayd«, murmelte er. »Wir beide sind aus dem gleichen Holz geschnitzt und sind uns bestimmt in vielen Dingen sehr ähnlich. Das habe ich schon während der Pokerpartie erkannt. Gut, ich vertraue dir. Wenn du nicht mitmachen willst, dann vergiss ganz schnell, was ich dir erzählt habe. Das ist viel besser für dich.«
In diesem Moment ächzten die Pendeltüren und spuckten vier Männer aus, die in den Saloon traten. Sie blieben nach wenigen Yards stehen und sahen sich um. Der Stimmenlärm in der Whiskytränke verstummte von einer Sekunde zur andern.
Ich sah Drago Gunnisson zusammenzucken. Er hielt den Atem für einige Augenblicke an, während sein Kinn hart und kantig wurde.
Und ich spürte bereits in diesem Moment, dass es die vier hartbeinigen Männer auf ihn abgesehen hatten. Nein – sie waren kaum zufällig in den Red Bluff Saloon der kleinen Stadt Belle Fourche am Cheyenne River, so dicht an der Grenze zwischen South Dakota und Wyoming, gekommen.
Das sagten mir ihre giftigen Blicke, mit denen sie Drago musterten.
»Du solltest lieber verschwinden, Clayd«, wisperte Drago Gunnisson kaum hörbar. »Die vier Halunken wollen mir ans Leder. Todhunter Ratcliffs Höllenhunde haben mich gefunden, obwohl ich ziemlich sicher war, meine Fährten gut verwischt zu haben. Verschwinde lieber, ehe sie auch dich töten!«
Sein Körper straffte sich, während sich seine Hand langsam auf den Kolben seines Revolvers senkte.
Der Atem des Todes strich plötzlich durch den Saal. Rechts und links von uns gaben einige Männer Fersengeld und verließen den Tresen. Der dicke Salooner schnaufte unterdrückt und wischte mit dem Handrücken über seine schweißbedeckte Stirn. Dann schlich auch er sich davon, nicht ohne zuvor einige Flaschen in Sicherheit gebracht zu haben.
Auch einige andere Gäste hauten durch den Hinterausgang ab, während andere ihre Plätze verließen und sich rechts von uns aufstellten, um sich das zu erwartende Schauspiel nicht entgehen zu lassen.
Verdammt, dachte ich. Das sieht übel aus!
Und mir wurde schnell klar, dass ich mich entscheiden musste. Entweder blieb ich an Drago Gunnissons Seite, oder ich schlich mich ebenfalls davon.
*
Die vier Männer blieben acht Schritte von uns entfernt stehen und musterten uns mit spöttischen Blicken. Dann aber galt ihre Aufmerksamkeit mehr Drago Gunnisson, der wie ein sprungbereiter Panther dastand und die harten Blicke seiner Gegner erwiderte.
»Da sind wir, Gunnisson!«, stieß ein vierschrötiger Bursche hervor, dessen pockennarbiges Gesicht von einem Bartgestrüpp überwuchert wurde. »Damit hast du wohl nicht gerechnet, was?«
Drago Gunnisson antwortete nicht. Sein zusammengepresster Mund erinnerte mich an eine schlecht verheilte Wunde.
»Sieh an!«, fuhr der Pockennarbige kalt lächelnd fort. »Dir hat es wohl die Sprache verschlagen.«
Seine drei Kumpane grinsten lässig. Auch ihre Hände hingen dicht über den Griffen ihrer Colts.
»Du hast zwei Möglichkeiten, Gunnisson. Entweder kommst du freiwillig mit uns, damit wir dich zu unserem Boss bringen können, oder wir sorgen dafür, dass du die Kneipe niemals wieder aus eigener Kraft verlassen kannst!«
Drago Gunnisson schwieg noch immer. Mir aber kam es vor, als knirsche er mit den Zähnen.
Nun blickte mich der vierschrötige Bursche nachdenklich an.
»Du solltest verschwinden, Mister. Das Spiel geht dich nicht die Bohne an. Das nur zur Warnung. Also zieh Leine!«
Mein Körper versteifte.
Zum Henker – solche Sprüche konnte ich auf den Tod nicht ausstehen. Außerdem gefielen mir diese vier Schießer nicht, die sich nur so stark fühlten, weil sie in der Überzahl waren.
Natürlich erkannte ich die Gefährlichkeit dieser Revolverschwinger. Und bestimmt konnten sie mit ihren Eisen hantieren wie eine alte Lady mit ihrem Strickzeug.
Ich warf Drago Gunnisson einen forschenden Blick zu.
»Verschwinde schon, Clayd«, murmelte er. »Verdammt noch mal, es genügt, wenn die Kerle mich umlegen. Du hast mit der ganzen Sache nichts zu schaffen.«
»Hast du’s vielleicht an den Ohren, Mister?«, fragte der vierschrötige, pockennarbige Bursche und musterte mich drohend. »Los, verschwinde, sonst bist du selbst schuld, wenn du heißes Blei einfängst!«
Ich entschied mich von einer Sekunde zur anderen. Zum Geier – ich war manchmal ein verrückter Bursche, der genau das Gegenteil von dem tat, was eigentlich angebracht war.
So war es auch bei der Pokerpartie gewesen, als ich meine letzten Dollars setzte, um den Riesenpott in der Tischmitte zu bekommen.
»Dann versuch doch mal, mir eine Kugel auf den Pelz zu brennen, Mister!«, antwortete ich ruhig und grinste dabei lässig.
Und bei diesem Lächeln hatte schon mancher hart gesottene Mann weiche Knie bekommen, denn es ähnelte wohl mehr dem Zähnezeigen eines gereizten Wolfes, der sich in die Enge getrieben fühlte.
»Du bist ein Narr«, murmelte Drago Gunnisson neben mir. Ich konnte aber die Erleichterung aus seiner Stimme heraushören.
»Okay, Partner«, murmelte ich. »Fiftyfifty! Einverstanden? Wenn wir hier mit heiler Haut herauskommen, dann sollten wir gleichberechtigte Partner sein!«
»Erpresser!«, knirschte er. »Na gut. Aber nimm’s nicht auf die leichte Schulter. Diese Hundesöhne sind nicht ohne. Todhunter Ratcliff beschäftigt nur erstklassige Schießer.«
Die vier Höllenhunde starrten uns aus schmalen Augen an und hätten wohl zu gern gewusst, was wir miteinander flüsterten.
»Du bist also mit von der Partie?«, fragte der Vierschrötige. Es klang mehr wie eine Feststellung.
Ich nickte ihm zu.
»Bist doch ein schlaues Kerlchen. So, und nun solltet ihr ziehen oder schleunigst verschwinden!«
*
Den vier Revolverschwingern verging das spöttische Grinsen, als sie es plötzlich mit zwei Gegnern zu tun hatten.
Sie schienen sich ihrer Sache nun doch nicht mehr so sicher zu sein wie noch wenige Sekunden zuvor.
»Kommst du freiwillig mit?«, fragte der Vierschrötige meinen Partner.
»Ihr würdet mich außerhalb der Stadt kalt lächelnd umlegen«, antwortete Drago Gunnisson ruhig. »Euer Boss kann seine schmutzigen Pläne nur ausführen, wenn ich tot bin. Also kämpfen wir es aus – hier!« Damit war alles gesagt.
Die Spannung im Saloon wurde fast unerträglich. Man hätte die berühmte Stecknadel fallen hören können, so still war es geworden. Viele neugierige Augenpaare starrten uns an, doch wir sahen die zahlreichen Bürger von Belle Fourche nicht, die Blut gewittert hatten.
Dann war es so weit!
Die Hände der vier Schießer zuckten zu den Colts.
Sie waren schnell. Das musste ich zugeben. Doch gegen uns wirkten sie wie Lobos, die gegen zwei Tiger ankämpfen wollten.
Schüsse krachten, Feuerlanzen und heißes Blei zuckte aus den Läufen unserer Revolver, Pulverdampf hüllte uns ein und kratzte in Mund und Nase.
Dann war es auch schon vorbei!
Drago Gunnisson und ich blieben mit rauchenden Colts stehen. Unser Verstand holte erst jetzt wieder die schnellen Reflexe ein.
Wir starrten auf die vier Halunken, die auf dem mit Sägemehl ausgestreuten Boden lagen, hockten oder knieten.
Keiner von ihnen hatte auch nur eine Kugel abgefeuert, so schnell hatten wir reagiert, geschossen und auch getroffen.
Einer der Kerle seufzte nun, kippte zur Seite und blieb regungslos liegen.
Ein anderer ächzte und presste seine rechte Hand auf die Einschusswunde am linken Oberarm. Blut sickerte zwischen seinen zittrigen Fingern hervor.
Die Revolverschwinger hatten genug.
Drago Gunnisson sah mich überrascht an.
»Mann, o Mann«, murmelte er dann. »Du hast doch glatt drei dieser Hundesöhne von den Beinen geschossen. Das hätte ich dir nicht zugetraut, obwohl ich dich wirklich für einen besonders schnellen und sicheren Schützen gehalten habe.«
Ich nickte nur und rammte mein Eisen ins Holster. Dann kniete ich neben einem der Gegner nieder und wälzte ihn auf den Rücken. Ihn hatte es am schwersten erwischt. Ich sah die Einschusswunde in seiner Brust und hoffte, dass er dem Totengräber von der Schippe springen würde. Die drei anderen Burschen hatten zwar auch unser heißes Blei eingefangen, doch ihr Leben schwebte nicht in Gefahr.
Die Gäste im Saloon starrten mich und Drago wie Gespenster an. Der Kampf würde Gesprächsthema für viele Abende geben.
»Einer von euch sollte den Doc holen, falls es in diesem Nest einen Knochenflicker gibt«, fuhr ich einen der Gaffer an, der seinen Mund schloss, mehrmals schluckte und schließlich davonrannte.
Die anderen Gäste nahmen wieder ihre Plätze ein. Auch der dicke Salooner tauchte wieder auf und eilte geschäftig umher, um die leeren Gläser zu füllen.
Drago Gunnisson und ich traten zum Tresen. Drago schnappte sich eine Flasche und schenkte unsere Gläser voll.
»Auf gute Zusammenarbeit, Partner!«, sagte er lächelnd. »Ich danke dir für deine Hilfe. Ohne dich würde ich jetzt anstelle der Kerle dort am Boden liegen.«
Ich nickte nur und leerte mein Glas. Verdammt! Das war wirklich die miserabelste Pumaspucke, die ich in den letzten Jahren durch meine Kehle gejagt hatte.
*
Einige Minuten später tauchte ein älterer Mann auf, der ganz in Schwarz gekleidet war und wie ein Totengräber aussah. Er schleppte schwer an einer großen Tasche.
