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Es handelt sich dabei um Gedichte, die zentriert sind um den Themenkreis Liebe und Hoffnung.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 24
Veröffentlichungsjahr: 2017
in memoriam nazim hikmet
Dieser Band wäre ohne die zahlreichen Hilfestellungen folgender Personen nicht möglich gewesen:
Dr. Lucie Luig-Bizde
Dr. Ethem Ete
Dr. Rolf Flügel
Prof. Orhan Uslu
Maria-Celik Kalac
Katherina Wiesner
Michaela Belger
Chariklia Mavromati
Marco Alcantara.
Mein besonderer Dank gilt Peter Hunger für die vielen Gespräche bezüglich des Inhalts und der Form der Gedichte sowie seiner liebenswerten Insistenz und Ermunterung bei der Fertigstellung des Buches.
Gündüz Bizde
München und Istanbul im August 2016
Meine hier veröffentlichten Gedichte verstehe ich als einen kleinen Beitrag zu einem großen Thema, das mich mein ganzes Leben begleitet hat. Der Dialog zwischen den Welten und den verschiedenen Kulturen ist für mein Dafürhalten die »conditio sine qua non« einer friedfertigen Welt, für eine humane Zwischenmenschlichkeit im besten Sinne des Wortes.
»Ohne Angst verschieden sein können« ist für mich – als Reisender zwischen Orient und Okzident – Dreh- und Angelpunkt meines künstlerischen Schaffens gewesen. Freilich setzt dies auch eine enorme Lernbereitschaft voraus, aus den je eigens erfahrenen Kulturmustern die Neugier zu entfalten, in andere Denk- und Geisteslandschaften einzutauchen, um seinen eigenen Geisteshorizont zu erweitern und den respektvollen Umgang mit dem vermeintlich Fremden einzuüben und zu pflegen.
Dies gilt umso mehr angesichts des heutigen Zeitgeistes, der uns durch seine Schnelllebigkeit und Globalität die Nähe unterschiedlicher und differierender Kulturen aufs augenscheinlichste erfahrbar macht und mehr denn je Toleranz, Verständigung, Dialog und Respekt im gegenseitigen Miteinander einfordert. Wir erfahren heute im besten Sinne des Wortes mehr denn je die Fragilität vermeintlich stabiler Ordnungsgefüge, gleich ob politischer, sozialer oder kultureller Art. Daß dies keine geschichtlich neuartige Problemstellung ist, darauf verweist Shakespeares »Hamlet« bereits 1602 mit seiner berühmte Klage:
»The time is out of joint. Oh cursed spite.
That ever I was born to set it right«.
Die kritische Auseinandersetzung mit unserer Geschichte und die Notwendigkeit der Erinnerung daran ist für mein Verständnis von unschätzbarem Wert, denn »wer zieht nicht gern am Stöpsel der Zeit (und damit auch der Geschichte, so wohl der individuellen wie auch der kollektiven, d. V.), auf dass sie möglichst schnell zerrinne?« (Elfriede Jelinek).
Damit der Staub der Geschichte nicht treu liegen bleibt, gilt es, mehr denn je diesem Zustand mit allem erdenklichen Eigensinn und Engagement entgegenzutreten. Trotz krummen Holzes den aufrechten Gang zu üben, gilt nicht nur für die heutige, sondern auch für zukünftige Generationen. Es geht letztlich um die Frage, ob und was wir aus der Geschichte lernen, ob wir mit Hilfe unseres Verstandes, unserer Vernunft und unserer Gefühle der Geschichte einen Sinn zu geben vermögen, der menschliches Leben lebenswert und auch zukünftig zu machen imstande ist.
