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Ein Erbe sollte einen eigentlich glücklich machen, nicht so bei Kommissar Walter Broder. Er muss erfahren, dass seine Tante und seine Mutter gemeinsam mit einem Gauner Falschgeld hergestellt und in Griechenland in Umlauf gebracht haben. Es scheint ein lukratives Geschäft gewesen zu sein. Walter Broder muss nun entscheiden, ob er das Erbe antreten soll oder besser nicht. Er beginnt mit Nachforschungen und wird so immer mehr in den Fall hineingezogen.
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Seitenzahl: 376
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Michael Geigenberger
Tres Amigos 3
Das Erbe
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Kapitel: 1 Kommissar Walter Broder
Kapitel: 2 Die Erbschaft
Kapitel: 3 Die Urne
Kapitel: 4 Ein Haus in Eisenkappel
Kapitel: 5 Ein seltenes Fundstück
Kapitel: 6 Wo gibt es einen Safe?
Kapitel: 7 Nur altes Gemäuer
Kapitel: 8 Ein Loch in der Mauer
Kapitel: 9 Sophie erzählt
Kapitel: 10 Vier Leichen?
Kapitel: 11 Ein Keller mit Überraschungen
Kapitel: 12 Mechthild kommt nicht
Kapitel: 13 Berta parkt schräg ein
Kapitel: 14 Also Spielgeld
Kapitel: 15 Noch eine Leiche
Kapitel: 16 Anni Stein die neue Chefin
Kapitel: 17 Eine erholsame Reise
Kapitel: 18 Ankunft in Venedig
Kapitel: 19 Broder muss ermitteln.
Kapitel: 20 Das neue Haus
Kapitel: 21 Ein weiterer Keller.
Kapitel: 22 Die erste Nacht im neuen Haus
Kapitel: 23 Vronis Reise nach Athen
Kapitel: 24 Die Aktien liegen auf dem Dachboden
Kapitel: 25 Kommissar Lauenstein bringt Beweise
Kapitel: 26 Milliarden zur Bankenrettung
Kapitel: 27 Eine Reise nach Rostock
Kapitel: 28 Vroni bleibt in Athen
Kapitel: 29 Auf nach Wien
Kapitel: 30 Als Beamter täuscht er sie alle
Kapitel: 31 Das Sommerfest
Kapitel: 32 Yanis und Vroni werden verhaftet
Kapitel: 33 Der Botschafter klärt auf
Kapitel: 34 Der Clan schlägt zurück
Kapitel: 35 Europol ermittelt
Kapitel: 36 Eine Schlossbesichtigung
Kapitel: 37 Das Finale
Impressum neobooks
Walter Broder weiß seit drei Tagen, dass er von seinem Boss, dem Oberkommissar Heider in die Zwangspensionierung geschickt werden soll. Dass er mit seinem rechten Auge größere Probleme hat, das weiß er ja selbst, aber er hätte ja zur Not auch noch Innendienst schieben können. Obwohl, mal ganz ehrlich, Broder ist nicht der Typ, der es längere Zeit an seinem Schreibtisch aushält. Ein Protokoll zum Abschluss einer Mordermittlung, da bleibt ihm keine andere Wahl, da muss er seinen Schlussbericht an seinem Schreibtisch schreiben, da kommt er nicht umhin. Am liebsten verbringt er seine Dienstzeit in der freien Natur und wenn dann eine schöne Leiche irgendwo in dem gebirgigen Umland von Salzburg aufgefunden wird, dann ist er schon vollauf mit seiner Ermittlung zufrieden und ist in seinem Element.
Seit drei Tagen hat er sein Dienstzimmer nicht mehr für sich alleine, sein Nachfolger, ein gewisser Ferdinand Wagner ist nicht nur lästig, nein, mit seinem vorgeschobenen Diensteifer geht er Walter Broder auch noch zusätzlich mächtig auf die Nerven.
Als Broder zurück an seinen Arbeitsplatz kommt, ahnt er es schon auf sich zukommen, wie nicht anders zu erwarten, will sein neuer Kollege natürlich wissen, wann er denn nun seinen Arbeitsplatz räumen wird.
Aber Kommissar Broder meint nur, „du kannst es wohl schon gar nicht mehr erwarten, bis ich hier verschwinde?“
Ferdinand Wagner gibt zu bedenken, dass es doch nichts Schöneres geben kann, wie endlich in seine verdiente Pension zu wechseln, was allerdings Walter Broder seiner Sicht nicht so akzeptieren kann. Die Polizei war sein Leben und so etwas gibt man nicht einfach auf.
Plötzlich wird die Türe aufgerissen und ein aufgeregter Beamter kommt in das Zimmer.
„Broder, wer von euch beiden ist der Kommissar Broder?“ „Ich bin es, was gibt es denn, dass du hier so aufgeregt hereinplatzen musst, wenigsten anklopfen hättest du können.“
„Entschuldige, aber da ist gerade eine Nachricht aus unserer Dienststelle von Klagenfurt eingetroffen. Da steht, es eilt.“ „Ja dann gib schon her, um was geht es denn?“
Walter Broder erhält eine Mitteilung, dass seine Tante aus Eisenkappel verstorben ist. Broder reagiert als hätte ihn ein Blitz getroffen. „Was für eine Tante, ich hab keine Tante und wo ist Eisenkappel?“
Sein Gegenüber kann ihm zumindest in einem Punkt helfen, „Eisenkappel liegt an der slowenischen Grenze, da hatte ich mal mit einer Mordermittlung zu tun.“ Walter Broder öffnet nun den beiliegenden Umschlag, der mit der Beschriftung „Testament“ versehen ist.
Er beginnt zu lesen und erfährt nun zum ersten Mal in seinem Leben von einer Schwester seiner Mutter. Seine Mutter ist vor sechs Jahren verstorben und sie war schon in einem stolzen Alter. Mit ihren sechsundneunzig Jahren war sie noch sehr rüstig und sorgte noch täglich für die Ordnung in Broders Wohnung. Aber dass sie eine Schwester hat, davon hat sie zu keiner Zeit berichtet. Walter Broder überfliegt den Text des Testamentes und was er dort zu lesen bekommt, lässt ihn leicht erschaudern.
Er soll die Urne seiner Tante an einem bereits vorgesehenen Ort in Griechenland dem Meer übergeben. Die Reise dorthin mitsamt der Urne soll er in dem Wagen ausführen, in dem vor über sechzig Jahren die Hochzeitsreise zwischen seiner Tante und deren Mann durchgeführt wurde.
Walter Broder schüttelt den Kopf und meint zu seinem Kollegen, „was sich die Leute alles ausdenken, da soll ich eine Urne nach Griechenland bringen um sie dort dem Meer zu übergeben, was für ein Unsinn.“
„Aber es ist doch ihr Letzter Wille, den muss man doch akzeptieren, oder nicht?“
Walter entschließt sich, seinen Kollegen vom zuständigen Revier in Klagenfurt anzurufen und nach den Gegebenheiten in dem kleinen Ort Eisenkappel zu befragen.
Es dauert über eine halbe Stunde, bis der richtige Beamte in der Inspektion Klagenfurt gefunden ist und Walter Broder Einzelheiten erfährt.
Seine Tante Fanny, wie sie genannt wurde, lebte sehr zurückgezogen in einem kleinen Gehöft, ganz nahe der slowenischen Grenze. Nur zwei Kilometer sind es bis zum Grenzstein. Sie züchtete Schafe und ernährte sich von den Produkten, die sie selbst produzierte.
Der Beamte meint, „Die Schafe haben wir einem Nachbarn in Obhut gegeben und um die Landwirtschaft kümmert er sich auch. Das Anwesen hat keinen wirklichen Wert, am besten du schenkst dem Nachbarn das Gehöft. Ihn verband eine Freundschaft mit deiner Tante Fanny. Ach, die Urne liegt hier auf dem Revier und dann gibt es da noch ein Fahrzeug, aber das musst du schon selbst anschauen.“
Walter Broder sitzt sprachlos an seinem Schreibtisch und überlegt, wie er mit diesen Details umgehen soll. Er ist doch seit Jahren nicht mehr selbst gefahren, wie soll er denn um Gottes Willen eine Urne nach Griechenland bringen und dort im Meer versenken?
Er wird seinen Freund und Kollegen Gerd Wildfang in München befragen, der hat immer eine gute Idee und weiß sicher einen guten Rat.
Noch auf dem Heimweg überlegt Walter Broder, ob es nicht besser ist, die ganze Sache einfach abzusagen. Er könnte seinen Kollegen aus Klagenfurt bitten, ihm die Urne einfach zu schicken, vielleicht sogar auf dem Dienstweg. Anschließend würde er sich überlegen, was er mit dem guten Stück anfangen könnte. Vielleicht auf einem Berggipfel öffnen, seine Tante Fanny über den Gipfeln, bei einem leichten Aufwind davon tragen lassen ist doch keine schlechte Idee. Er ist so in Gedanken, dass er fast an seiner Haustüre vorbei gegangen wäre. Aber da stand zufällig seine Haushälterin Berta und die meinte, „Wohin denn Walter? Möchtest du nicht nach Hause kommen. Ich habe für dich eine leckere Kohlrolade vorbereitet.“
„Ach, entschuldige ich bin so in Gedanken wegen der blöden Urne, dass ich fast vorbeigegangen wäre.“
„Das musst du mir erzählen, um was für eine Urne geht es denn?“ Bevor nun Walter Broder seiner Haushälterin Berta näheres erzählt, entschließt er sich seinen Freund Gerd Wildfang in München zu kontaktieren. Schon bei den ersten Worten merkt er, dass seine Haushälterin im Nebenzimmer alles mithört. Aber er überlegt und ist der Meinung, dass es vielleicht sogar besser ist, dann muss er es nicht zweimal erzählen.
Geduldig lauscht Gerd Wildfang den Erzählungen von seinem Freund Walter. „Ja, das war es, mehr kann ich dir nicht berichten. Was hältst Du von der Geschichte?“
Gerd braucht etwas Zeit um sich eine Antwort zu überlegen. Dann meint er, „Mein Vorschlag wäre, dass wir in zwei Wochen dorthin fahren und uns das alles mal anschauen. Leider kann ich nicht früher, da ich noch einen Fall zu Ende bringen muss.“
„Ich wusste doch, dass du eine Idee hast, ich komme dann auch für die Übernachtungskosten auf.“
„Okay, dann komme ich am Vierzehnten bei dir vorbei und wir leisten uns eine Dienstreise in die Karawanken. Ich werde gegenüber meinem Vorgesetzten angeben, dass ich eine Ermittlung gegen eine slowenische Schleuserbande nachgehen muss.“
Die Zeit verfliegt und Walter Broder ist erstaunt, als er einen Anruf von Gerd Wildfang erhält, dass er bereits in einer Stunde vor seiner Haustüre stehen wird. Tatsächlich, auf Gerd ist Verlass. Als Reisefahrzeug hat er sich einen alten Opel aus dem Jahr 1968 entschieden. Gerd hat eine kleine Oldtimersammlung. Nichts wirklich wertvolles, aber lauter gepflegte ältere Fahrzeuge, die er auch öfters im Dienst einsetzt.
Ist es inzwischen halb acht am Morgen denn gegen Abend wollen sie in dem ominösen Dorf eintreffen. Mal vorausgesetzt, dass sich das mit der Urne in Klagenfurt zügig erledigen lässt. Der alte Opel tut seine Arbeit zuverlässig. Sein deutlich hörbares Brummen beruhigt. Walter ist zufrieden und sorgt dafür, dass sie beide auch auf dem richtigen Weg sind, denn ein Navigationsgerät haben sie nicht dabei. Nur eine Landkarte, die ihre besten Tage schon gesehen hat. Walter hat sie schon seit einiger Zeit im Regal liegen, so dass sie leicht angestaubt ist.
Sie treffen gegen fünfzehn Uhr auf dem Parkplatz des Reviers in Klagenfurt ein. Ein Wachposten will sie umgehend verscheuchen, aber dann zeigt Walter Broder seinen Dienstausweis und es wird ihnen ein Gästeparkplatz zugewiesen. Deutlich kann Gerd Wildfang spüren, dass man sich über sein Gefährt lustig macht. Von wegen, die Polizei in München kann sich wohl keine Dienstwagen mehr leisten, da man dort wohl so sparen muss. Oder ähnliche Frotzeleien.
Die Übergabe der Urne dauert nur wenige Minuten, nachdem Walter Broder das Formular unterschreiben hat. Die Urne ist in einer Öko-Tragetasche aus Naturleinen, die das Revier zur Verfügung gestellt hat. Der zuständige Kollege informiert Walter noch über die Möglichkeiten vor Ort zu übernachten. Das Gehöft ist hierfür nicht unbedingt geeignet, es kommt allerdings darauf an, was man für Ansprüche stellt, so meint der Kollege, dass er für die beiden Herren Schlafsäcke anbieten könnte. Zuerst lacht Gerd Wildfang noch, aber dann wird ihm klar, dass es ein perfektes Angebot ist. „Okay, wir nehmen die beiden Schlafsäcke.“
Inzwischen sind fast zwei Stunden vergangen und nun befinden sich Walter und Gerd wieder auf der Route Richtung Eisenkappel, egal wo auch immer dieser Ort liegt. Der Kommandant der Polizeistelle in Klagenfurt, wies daraufhin, dass sie beide am besten über Völkermarkt fahren sollen. „Das ist ein sicherer Weg“, meinte er, als er die Schlafsäcke übergab.
Völkermarkt hat Walter Broder und Gerd Wildfang gerade hinter sich gelassen, als auch schon ein Verkehrsschild auftaucht, dass eine größere Steigung vor ihnen liegen soll. Gerd schaltet seinen Opel sicherheitshalber mal einen Gang zurück und dann kommt auch schon die erste Kurve. Für einen gut gepflegten Opel kein Problem, nun aber muss er sich beweisen, denn es folgt eine weitere Kurve und die Steigungen nehmen stetig zu. Dann endlich die Ortstafel von Eisenkappel. „Lass uns lieber fragen, bevor wir hier lange herumsuchen“, meint Walter etwas gelangweilt.
Gerd muss lachen „zum Fragen musst du erstmal eine Person finden, der Ort wirkt wie ausgestorben.“ Aber sie haben Glück, vor ihnen liegt ein Geschäft, wie man es heute eigentlich nicht mehr kennt. „Gemischtwaren“ steht auf dem Schild.
Walter meint, „Lass mal, ich gehe ja schon.“
Es dauert nicht lange, nach drei Minuten sitzt Walter wieder im Wagen. „Durch den Ort, drei Kilometer, dann die zweite links, das letzte Haus von vier.“ Der Straßenbelag wechselt vom gepflegten Teer zu einer Schotterstraße. Viel Verkehr herrscht hier wohl nicht, da einige Felsbrocken auf der Fahrbahn liegen. Ein Hinweisschild kündigt den Schaidasattel an.
Die angebliche Höhe dieses Sattels soll 1069 betragen. Naja, sie müssen ja nicht ganz bis zur Spitze. Sie halten sich an die Schilderung des Verkäufers aus dem Gemischtwarenladen.
Das war schlussendlich einfach und ein langes Suchen hat sich somit erledigt.
„Das da vorne muss es sein, sieht eigentlich recht ordentlich aus“, meint Gerd und lacht, als er an der Eingangstüre ein Fahrrad lehnen sieht. „Du sagtest doch, sie sei in unserer Urne?“
„Sie ist sicher vorher gestorben, hatte wohl keine Zeit mehr ihr Rad in den Schuppen zu stellen.“
Die Haustüre ist nicht abgesperrt, Walter drückt die Klinke herunter und meint zu Gerd, „herzlich willkommen.“
Ohne ein Wort zu sprechen gehen sie durch die Räume. Der Geruch im Haus, ist muffig und abgestanden. Gerd reißt ein Fenster auf und Walter legt einen Stein zwischen die Türe, damit sie nicht in Schloss fällt. Da es zu Dämmern beginnt, macht man sich auf die Suche nach einem Streichholz und Kerzen. Beides findet man in der Küche, die recht ordentlich ausgestattet ist. Walter Broder beginnt nach dem Ofen zu sehen. Richtet die Holzscheite hinein und entzündet ein Streichholz. Gerd geht zum Wagen um das Brot und den Aufstrich zu holen. An zwei Flaschen Rotwein haben sie natürlich ebenfalls gedacht. Mit einem Aufwischtuch fährt Walter über den Tisch. „Ist sauber, kannst den Tisch richten“, mehr sagt er nicht.
Das Feuer im Ofen wirft ein gespenstisches Licht auf die holzgetäfelte Wand im Wohnzimmer. Vorausgesetzt, es ist das Wohnzimmer. Walter hat auch schon den Schlafraum ausgemacht und die beiden Schlafsäcke dort platziert. Eine Kerze und dann müssten sie eigentlich nur noch nach dem Badezimmer sehen, irgendwo muss es ja sein.
Es ist leider nur ein Plumpsklo, so wie man es aus alten Heimatfilmen kennt. Statt einer Papierrolle, hängen zurecht geschnittene Zeitungsblätter an einem Haken. „Sehr romantisch“, murmelt Gerd Wildfang. „Lass uns den Rest des Anwesens morgen früh erkunden“, meint Walter und beginnt auch schon zu gähnen, es war doch eine anstrengende Fahrt.
Die Wärme, die der alte Ofen verbreitet, lässt schnell eine zufriedene Stimmung aufkommen. Die erste Flasche Rotwein ist schnell geleert und Walter erzählt seinem Freund davon, mit welchen Mitteln man versucht ihn aus dem Dienst zu jagen. „Sie wollen einfach nur noch, dass ich endlich meine Pension antrete.“
Am folgenden Morgen wachen beide mit einem ausgiebigen Kater auf. Sie hätten wohl doch besser nach dem etwas teureren Wein greifen sollen. Aber die gesunde Bergluft wird sie bald wieder zum klaren Denken anregen.
Walter streckt sich in der frischen Luft und geht hinüber zu einem Wassertrog um sich zu erfrischen. Gerd folgt ihm und es graut ihm schon alleine bei dem Gedanken, auf seine morgendliche warme Dusche verzichten zu müssen. Umständlich beginnt er sein Unterhemd auszuziehen und dann steckt er seinen Kopf unter Wasser. „Das tut doch sehr gut“, so sein kurzer Kommentar.
Walter richtet zwischenzeitlich den Frühstückstisch. Inzwischen hat er Übung und hat sogar die Teller gefunden, eine Tasse und die Messer und Gabeln fanden sich in einer Schublade neben dem Waschbecken. Ein alter Topf muss ausreichen um den Kaffee aufzubrühen. Beide beginnen der Sache etwas Abenteuerliches abzugewinnen. Broder beginnt sogar damit ein Lied zu trällern und Gerd summt gleich mit.
Die Sonne konnte die Oberhand über den Morgennebel gewinnen und so beginnen beide gleichzeitig mit dem Erforschen des alten Gebäudes. „Nimm du den Speicher, ich gehe schon mal in den Kellerbereich“, meint Gerd zu Walter.
Sie gehen gründlich vor und müssen schon nach einer halben Stunde feststellen, dass schon Jemand vor ihnen hier war. Es gibt nur noch Dinge, die man am besten der Müllabfuhr zuführt.
Bis Walter plötzlich nach Gerd ruft. „Das musst du sehen, hier steht ein alter Wagen.“ Tatsächlich steht ganz hinten in einer alten Scheune ein alter Mercedes. Gerd umschleicht das Gefährt, als müsse er in jeder Sekunde damit rechnen, dass es über ihn herfällt. Das Gefährt ist abgeschlossen, so begeben sich nun beide auf die Suche nach den Autoschlüsseln. „Notfalls müssen wir es kurzschließen“, meint Gerd.
„Du glaubst doch nicht im Ernst, dass er anspringt. Zuerst müssen wir mal sehen, ob eine Batterie an Bord ist, dann erst folgt die Frage nach dem Sprit. Aber am besten rufen wir einen Abschleppdienst um ihn nach Klagenfurt zu bringen. Verschenken, kannst du ihn ja dann immer noch“, frotzelt Gerd.
Sie lassen von der Idee ab, den Wagen zu entern. „Wir müssen zuerst Mal das Haus durchforsten“, empfiehlt Walter und begibt sich wieder in Richtung Wohngebäude. Irgendwann stolpert er über einen Haken am Boden. „So eine Scheiße, da kannst du dich ja richtig ordentlich verletzen“, schimpft er los. Dann aber betrachtet er sich den Haken genauer und muss feststellen, dass es eine Art Falltüre ist. Er hebt den völlig verschmutzten Deckel an und schaut in ein schwarzes Loch. „Verdammt, wo ist denn hier eine Taschenlampe?“ Walter geht zum Wagen und wird im Handschuhfach fündig. Auf Gerd ist eben Verlass, wo hätte eine Stablampe denn sonst sein können, denkt Walter und muss über seinen Freund Gerd lachen.
Walter leuchtet mit der Stablampe in die Finsternis. Eine schmale hölzerne Treppe kann er erkennen, mehr ist momentan nicht zu entdecken. Er steigt einige Stufen hinunter und leuchtet in den recht großen Kellerraum. Der Raum ist ordentlich und gehört nicht zum üblichen Keller. Vielleicht eine Art Luftschutzbunker, zumindest lassen die betonierten Wände darauf schließen. Der übrige Keller, der ja gleich dahinter liegen muss, ist gemauert mit alten Ziegeln. Walter ruft nach Gerd um ihn auf den Keller aufmerksam zu machen. Als Gerd die alten Gewölbe sieht, holt er eine weitere Lampe, die erheblich mehr Licht bringt. So entdecken sie diverse Akten und Fotobände. „Ach sieh mal, da ist ja auch der Wagenschlüssel.“ An einem Schlüsselbrett hängen nicht nur die Wagenschlüssel, es gibt auch, ganz zum Erstaunen der beiden, einen Safeschlüssel. Gerd wirft einen Blick in die ordentlich sortierten Akten. Schnell erkennt er, dass es sich um Dokumentationen aus vergangen Zeiten handelt. Aber warum wurden sie hier aufbewahrt, das muss einen Grund haben, zumindest glaubt das Walter mit seinem kriminalistischen Gehirn.
„Walter macht den Vorschlag in den Ort zu fahren und einen Abschleppdienst zu holen und nach einer ordentlichen Unterkunft zu fragen, vielleicht gibt es ja doch irgendwo ein Fremdenzimmer mit fließendem Wasser und etwas mehr Luxus. Das einzige funktionierende Telefon gibt es beim Kramer, erfahren sie von einer einsam lebenden Nachbarin. Von ihr erfahren sie dann auch Einzelheiten und sie weiß auch, wo im Haus sich ein Safe befindet. „Ich habe schon auf sie gewartet, da waren einige Herren, die sind schon vor ein paar Tagen durch die Räume gestöbert. – Ich bin übrigens die Mechthild. Wollen sie einen Kaffee?“ „Aber gerne!“
Schnell sind zwei Stunden vorüber, Mechthild hat so viel zu berichten, dass Walter und Gerd schon vom Zuhören ziemlich fertig sind. Aber so erfahren sie auch, dass der „Alte“ von Fanny vor gut vier Jahren verstorben ist. Es war bei einer Bergwanderung und dass er kein angenehmer Mensch war, erfahren sie beide dann auch noch. Sie sind schon auf dem Weg zu ihrer Behausung, dann ruft ihnen Mechthild noch nach, dass der Wagen bis vor einem Jahr von einem jungen Mann gefahren wurde.
Jetzt haben beide Kommissare nur noch eines im Sinn, den Wagen zu entern. Vielleicht springt er ja doch an. Denn wenn er noch vor einem Jahr gefahren wurde, dann muss auch eine Batterie und Sprit drinnen sein.
„Ohne Überklemmkabel läuft da nichts“, so der Kommentar von Gerd, dem Altwagenspezialist. Und dann tatsächlich, das alte Vehikel aus dem 1938 fängt an zu laufen. Anfänglich nicht ganz freiwillig, aber dann plötzlich surrt er wie ein Neuer. Gerd fährt ihn aus der Garage und bringt ihn ganz nah an den Waschtrog. „Der braucht erst mal Wasser.“
Während Gerd den Wagen abwäscht und von seinem verblichenen schwarz begeistert ist, findet Walter unter den Sitzen Papiere die Licht in das Anwesen bringen.
Mechthild lässt es sich nicht nehmen und bringt noch ein leckeres Abendessen vorbei.
Am Morgen des zweiten Tages wollen sich Gerd und Walter die Aktenordner vornehmen. Vielleicht gibt es ja etwas, was sie wissen sollten. Sie haben nicht viel Zeit, denn schon am folgenden Tag müssen sie die Heimreise antreten. Die Sonne gibt ihr bestes und so sitzen Walter und Gerd auf der Veranda, einen Tisch haben sie herausgetragen und nun recherchieren sie, so wie sie es als alte Hasen gewohnt sind.
Schnell finden sie heraus, dass Fanny nur ein Spitzname ist, eigentlich hieß sie Amanda, was nun besser ist, darüber lässt sich streiten. Nach den Unterlagen war ihr Ehemann Grieche aber warum hat sie seinen Namen nicht angenommen, damals war es noch üblich, dass man den Namen des Mannes annahm, wenn man heiratete. Kommissar Walter Broder ist so in seine Recherche versunken, dass er nicht bemerkt, wie sich dem Anwesen ein Motorrad nähert. Ein junger Mann, gut zu erkennen, da er keinen Sturzhelm trägt. Er will schon wenden, da ruft ihm Gerd Wildfang zu, dass er doch näher kommen soll. Etwas wiederwillig nähert er sich dem Tisch und fragt, „Was machen sie denn hier?“ Gerd fragt nach seinem Namen und berichtet, dass er schon von Mechthild erfahren hat, dass es hier einen jungen Mann gäbe, der der alten Dame Fanny geholfen hätte. Nun sei sie aber gestorben und da fragt man sich, was er denn jetzt hier noch zu suchen habe.
Er stellt sich mit dem Vornamen „Jörg“ vor. Er wohne im Dorf und sei mit der Verkäuferin aus dem Gemischtwarenladen zusammen. Nach und nach taut er langsam auf und so fragt ihn Walter, ob er eine Person wüsste, die an dem Anwesen Interesse hätte. Die Antwort kommt prompt, „hängt ganz von dem Preis ab.“
„Machen sie mir doch ganz einfach einen Vorschlag“, meint Walter und muss grinsen, da er schon erahnen kann, was ihm der junge Mann anbieten wird.
„Zehntausend, aber ich kann nur in kleinen Raten zahlen.“
Das ist wenigsten eine ehrliche Antwort, denkt Gerd und meint zu seinem Kollegen, „dann kannst du endlich mal in Urlaub fahren und dir einen neuen Anzug kaufen.“
Walter überhört die böse Antwort und schweigt. Eigentlich hätte er mit einem größeren Betrag gerechnet.
Jörg wirkt ungeduldig und so fragt ihn Walter, ob er keine Zeit hätte, oder ob er vielleicht behilflich sein könnte den alten Wagen in eine Werkstatt zu bringen. Jörg meint etwas erstaunt, "aber der alte Wagen gehört mir, Tante Fanny hat ihn mir geschenkt.“ Gerd reagiert sofort, „Gibt es da Papiere, hast du die Fahrzeugunterlagen?“
Jörg ist verärgert, „nein, die Papiere sind im Safe.“
„Wo gibt es hier einen Safe? Wir haben zwar einen Schlüssel, aber den Safe selbst haben wir noch nicht gefunden“, meint Gerd Wildfang.
„Kommen sie mit.“ Jörg führt sie beide in einen Nebenraum und dann hängt er eine Landkarte von der Wand ab. „Hier ist das gute Stück.“
Walter zückt den dazugehörigen Schlüssel und sperrt den altertümlichen grauen Kasten, der in der Wand eingemauert ist auf. Eigentlich hätten sie darin mit einer gähnenden Leere gerechnet, aber das Gegenteil ist der Fall. Walter greift hinein und nimmt einen Berg vergilbter Papiere heraus. Sogar einige alte Geldscheine sind gebündelt darin.
„Aha, dann lassen sie uns jetzt mal alleine, wir müssen jetzt erstmal mit dem Ordnen beginnen.“ Tatsächlich finden sich unter den Papieren ein Grundbuchauszug, Fahrzeugpapiere, Verträge und etliches mehr. Gerd geht in die Küche um einen Karton zu holen. Er ist zwar mit einer Bananenreklame beschriftet, aber er wird ausreichen um alles darin verstauen zu können.
Inzwischen hat sich auf der Eckbank einiges angesammelt. Die Aktenordner, der Safeinhalt und die Unterlagen, die im Fahrzeug unter den Sitzen lagen.
Gerd und Walter sind mit ihrer Arbeit am Ende. Sie brauchen jetzt nur noch einen guten Tropfen und so entschließen sie sich in den Gemischtwarenladen zu fahren und nochmals einiges einzukaufen. Sie hofften auf Jörg zu treffen, aber seine Freundin meint, dass er noch einiges im Supermarkt in Völkermarkt einkaufen musste.
Der Abendtisch ist gedeckt und eigentlich fühlen sich Walter und Gerd schon recht wohl im Haus. Das Feuert prasselt und die Wärme verteilt sich recht schnell. Walter seniert darüber, ob er das Anwesen nicht doch besser behalten sollte, schließlich geht er in Kürze in Rente, da hätte er ja Zeit ohne Ende. Aber weg von seinem geliebten Salzburg. Nein, das wird er sicher nicht machen, dann doch lieber verkaufen.
Bis spät in die Nacht wird noch diskutiert. Mal sehen, ob Jörg am nächsten Morgen auftauchen wird um den Wagen mit ihnen zusammen in die Werkstatt zu bringen, oder ob Walter Broder obwohl er sehr schlecht sieht, den Wagen eigenhändig in den Ort fahren muss. Gerd könnte ja langsam voran fahren und ihm so eine Hilfe sein.
Die Diskussionen um das Haus halten noch bis Mitternacht an. Erst als es draußen zu regnen beginnt, entschließen sich Walter und Gerd sich zum Schlafen zu legen.
Der Tag der Abreise ist gekommen und beide, Walter und Gerd sind damit beschäftigt den Kofferraum des Opels zu befüllen. Von Jörg ist nichts zu sehen, er wird verärgert sein, da er den Wagen nicht für sich requirieren konnte. Nun muss tatsächlich Walter Broder das Gefährt lenken und es geht besser als gedacht. Er folgt seinem Freund Gerd dicht auf den Fersen und so gelangen sie sicher in die Werkstatt in Klagenfurt. Sie halten noch kurz bei den Kollegen um die Schlafsäcke zurück zu geben und berichten von dem alten Wagen. Großes Gelächter folgt und dann müssen sie sich leider verabschieden und die Heimreise antreten.
In Salzburg angekommen versucht Gerd so nah wie irgend möglich an des Haus von Walter heranzufahren, was sich als äußerst schwierig erweist. So müssen sie die Papiere über eine längere Treppe hinauf bis in Walters Wohnung schleppen.
Wie gut, dass Walter Broder noch zwei Tage Urlaub hat, so wird er die Unterlagen sichten und aussortieren. Die Urne mit dem Inhalt von Tante Fanny versorgt er zwischen den alten Weckgläsern, bis sich ein besserer Platz findet und irgendwann muss er ihren letzten Willen ja noch erfüllen, aber Gott sei Dank ist von ihr kein Datum festgelegt worden.
Walter kramt in seinen Landkarten herum um nach einer Straßenkarte von Griechenland zu finden. Er will wenigsten wissen, welchen Ort sich seine Tante auserkoren hat, um sie dem Meer zu übereignen. Feierlich, das versteht sich ja ganz von selbst.
Endlich, die gesuchte Landkarte fand sich zwischen alten Fotos von einer Griechenlandreise in den fünfziger Jahren. Damals war seine Mutter mit ihm nach Korfu gefahren. Dann nach langem Überlegen fällt bei Walter Broder der Groschen.
Ja klar, sie ließ ihn seinerzeit für drei Tage alleine bei einer Freundin zurück um einen Bekannten zu besuchen, so erzählte sie es ihm.
Dann beginnt er in den alten Fotos zu wühlen und wird auch sofort fündig. Es gibt ein Foto seiner Mutter mit einem sehr eleganten Herrn. Er wirkt wie ein Bankmitarbeiter, denn im Hintergrund ist eine Bank abgebildet. Walter dreht das Foto, vielleicht ist ja ein Hinweis darauf. Tatsächlich steht hier „Mein Freund Herbert Wenninger, der neue Bankdirektor von Lakka“. Lakka, ist ein kleiner Ort auf der griechischen Insel Paxi, gleich um die Ecke von Korfu.
Herbert Wenninger, wo hat Walter den Namen schon mal gelesen? Walter hat kein gutes Gefühl je mehr er über den Namen nachdenkt. Trotzdem, Walter wäre nicht Walter Broder der Oberkommissar, wenn er der Sache nicht auf den Grund ginge.
Seine Mutter Betty, was hatte sie mit diesem Herrn zu tun? Interessant ist nur, dass auch Fanny ihre Schwester diesen Kontakt pflegte.
Walter Broder hat sich entschlossen, die Papierberge zu sortieren. Unwichtiges steckt er in einen Müllsack, dann folgen Prioritäten. Geld, Familie, Kontakt zu Wenninger und dann Grundvermögen.
Den ersten Ordner, den sich Walter zu Gemüte führt ist der Bankordner. Hier fällt ihm schon nach wenigen Minuten des Blätterns auf, dass es hier Einzahlungen in nicht unerheblicher Höhe gibt. Wo ist das Geld geblieben? Das Konto weißt noch vor einem halben Jahr ein Vermögen von über einer halben Million Euro auf. Dann wird alles an einem zwanzigsten Mai abgehoben. In Cash und dann fehlt jede weitere Bewegung, das Konto wurde aufgelöst.
Wenn es kriminell war, dann war der Täter ein Idiot, warum lässt er die Kontoauszüge im Safe liegen? Vielleicht wusste er nichts vom Safe? Nun wird Walter langsam klar, warum ihn Fanny als Erbe einsetzte, es ging nicht um eine Urne, es ging um ein Verbrechen. Sie wollte, dass er es verfolgt.
Umso länger sich Walter mit der Angelegenheit befasst, umso mehr wird ihm klar, dass es ein dunkles Loch gibt, dass er auszuleuchten hat. Noch bevor er sich seinem abendlichen Bier widmet, geht er an seinen Computer. Er gibt sein Codewort vom Revier ein und dann ist er eingeloggt. Direkt verbunden mit der Gendarmerie in Wien.
Sein erster Versuch wird ihm Klarheit bringen. Der Name „Herbert Wenninger“ ist bereits ein Volltreffer. Herr Wenninger ist ein bekannter Hochstapler und Betrüger, einen Mord konnte man ihm nicht nachweisen, aber er galt damals als Hauptverdächtiger. Herr Wenninger stammt aus Frankfurt und hat sich nach Österreich zurückgezogen. Mit ständig wechselndem Wohnsitz. Seine letzte Meldeadresse war in Villach, das ist ein Katzensprung von Eisenkappel.
Wie schade, dass es schon neun Uhr abends ist. Gleich morgen früh wird er mit seinem Freund Dieter Lauenstein aus Frankfurt einen Kontakt herstellen. Er wird ihm mehr über den dubiosen Wenninger berichten können.
Es klopft laut an Walters Türe. „Ach, entschuldige Berta ich hab dich ganz vergessen. Ich bin seit drei Stunden zurück von meinem Ausflug nach Kärnten.“
„Und, hast du die Urne abgeholt“, fragt Berta, die von Walter Broder im Scherz gerne die „Die dicke Berta“ genannt wird. Walter und Berta sind seit über dreißig Jahren alte Freunde, wie man das so nennt. Berta hofft seit dreißig Jahren darauf, dass Walter endlich mit einem Heiratsantrag daher kommt. Aber Walter hat immer Bedenken, da er dann seine geliebte Freiheit aufgeben müsste. So blieb ein Antrag zwar in seinem Hinterkopf, aber ausgesprochen hat er ihn nie.
Berta kümmert sich um Walter, damit er nicht vollends verschlampt. Sie richtet seine Wäsche, bügelt die Hemden, kauft ein, wenn der Kühlschrank wieder eine gähnende
Leere aufweist. Berta fährt ihn auch am Wochenende ein wenig in der Umgebung herum, meist ist das Ziel eine gemütliche Weinkaschemme, wo Walter seine Berta großzügig zum Essen einlädt.
Berta wohnt mit Walter Broder auf einem Gang im dritten Stock eines Miethauses. Die meisten Bewohner sind Beamte im gehobenen Dienst. Steuerprüfer, Angestellte in der Stadtverwaltung von Salzburg. Berta verdiente sich als Angelstellte in der Stadtverwaltung, bevor sie in den verdienten Ruhestand geschickt wurde. Als sie damals einzog, war Walter Broder schon seit einem halben Jahr Mieter in diesem Haus. Das Haus war neu, die Wohnungen hatten alle ein eigenes Bad und eine voll integrierte Küche. Es war Luxus und einige Personen in der Stadt hatten sich aufgeregt, dass ausgerechnet Beamte in solche Luxuswohnungen einziehen durften.
Berta fragt nicht lange, sie geht in die Wohnküche und richtet für Walter den Tisch. Kohlrolade hat sie für ihn gemacht und nun soll er endlich kommen und mit ihr zu Abend essen und berichten, was er alles in den Karawanken erlebt hat. Schließlich war er fast vier Tage nicht da.
Walter Broder berichtet minuziös, wie alles abgelaufen ist. Die Fahrt mit Gerd und dem alten Opel. Wie sie dann endlich das Haus gefunden haben und alles was darauf folgte. Nur das mit den Unterlagen, die er gefunden hat, lässt er aus. Das würde Berta nur unruhig machen und sie würde um Walters Leben fürchten. Sie sitzen, bis die Turmuhr zwölf Mal schlägt, dann meint Walter zu seiner Berta, dass es nun doch an der Zeit ist, an der Matratze zu horchen.
Als Walter am folgenden Morgen aufwacht, muss er erstmal seine Gedanken sortieren. Hat er doch tatsächlich von seinem „Wenninger“ geträumt. Jetzt wird es aber Zeit über ihn zu recherchieren. Dieter Lauenstein wird ihm Unterlagen übermitteln und dann hat er für einige Zeit genug zu tun. Da sagen immer alle, er soll endlich in seinen Ruhestand gehen, aber das geht doch gar nicht. Die Fälle müssen lückenlos geklärt sein, dann und nur dann wird er diese Idee vielleicht irgendwann in die Tat umsetzen.
Dieter Lauenstein ist der dritte in dem Freundschaftsbund. Walter Broder und Gerd Wildfang waren bereits drei Jahre in der Sonderabteilung, grenzüberschreitendes Verbrechen, ein erfolgreiches Duo. Dann wurde die Abteilung erweitert, auf das Stadtgebiet Frankfurt und Dieter Lauenstein stieß als der „Neue“ hinzu. Bankenkriminalität hieß die neue Abteilung und Dieter Lauenstein war der Fachmann für diese Verbrechensart in Hessen mit Sitz in Frankfurt. Walter muss nichts lange erklären, dafür ist Dieter auch viel zu beschäftigt. Das läuft im Gegensatz zu einem privaten Treffen, natürlich ganz anders ab. Walter drückt sich klar und kurz aus. Lauenstein kapiert und meint nur kurz, „in einer Stunde bekommst du die Unterlagen, schalte schon mal deinen Computer ein.“ Was nach einer Stunde folgte war einfach phänomenal.
Vierzig Seiten Verbrechensgeschichte über einen gewissen Herbert Wenninger. Alleine drei Seiten über Geldwäsche, Mordanklage, Bandenkriminalität. Da hat sich Walter Broder etwas aufgeladen und das Schlimmste ist eigentlich, dass seine Tante Fanny in irgendeiner Weise damit zu tun hatte. Vielleicht war sie seine Komplizin? Vielleicht war sie auch ahnungslos und erledigte nur das was man ihr aufgetragen hat. Denn eines weiß Walter, seine Mutter Betty und ihre Schwester Fanny waren eher einfältige Menschen. Ein geschickter Gauner konnte sie sicher mit etwas Charme leicht zu ihrem Werkzeug machen. Bis es dann halt zu spät war und Fanny vielleicht nicht mehr wusste, wie sie mit diesem umfangreichen Wissen umgehen sollte.
Walter Broder beginnt die Daten aufzulisten. Bei so viel Papier kann man schon den Überblick verlieren. Kein Zweifel, er ist einem gigantischen Verbrechen auf der Spur. Walter ist gerade dabei ein System in seine Unterlagen zu bringen, da steht plötzlich seine Haushaltshilfe Berta hinter ihm. „Sag mal, meinst du nicht, dass du nochmal in die Region fahren solltest und wenn du nichts dagegen hast, würde ich mitfahren, so bist du mobil und ich könnte dir beim Stöbern helfen?“
Broder lächelt, seine Berta als Assistentin, warum nicht. Er meint ganz spontan, „warum eigentlich nicht, wir müssten aber das Haus bewohnbar machen, ein Hotel ist mir schlicht und einfach zu teuer, davon mal abgesehen, dass es keines in der näheren Umgebung gibt.“
Berta kontert, „Wir nehmen alles mit wie Bettzeug, Geschirr natürlich auch.“
Walter Broder beginnt darüber nachzudenken, einen Urlaub einzureichen, Überstunden abarbeiten, das müsste seinem Vorgesetzten eigentlich mehr als recht sein. Walter wird gleich morgen früh vorstellig werden. So wie er seinen Chef kennt, wird er ihm erneut eine Pensionierung vorschlagen. Aber Walter wird einen Weg finden, ihm das auszureden.
Pünktlich um neun steht Walter Broder bei seinem Chef auf der Matte. Es dauert auch nur zehn Minuten. Sein Chef Heider hat schon von einem Kollegen Broders gehört, was es zu recherchieren gibt. Auf die Frage, warum er den Fall nicht ganz einfach an Klagenfurt abgibt, meint Broder, dass sie kaum Interesse an so einem verworrenen Fall haben werden. Die kümmern sich nur darum, ob jemand in die Großmarkthalle eingebrochen ist und wieviel Rüben er geklaut hat. Da werden wir nie ein Ergebnis bekommen. Oberkommissar Heider gibt seinen Segen und Kommissar Broder ist auch schon dabei seinen Schreibtisch zu ordnen. Sein „Neuer“ glaubte doch sogar, dass Walter Broder tatsächlich in Pension gehen wird. Wie enttäuscht war er doch, als er erfuhr, dass es lediglich Überstunden sind, die abgebummelt werden.
Berta ist erfreut, als sie von ihrem langjährigen Freund Walter erfährt, dass sie gemeinsam eine Erkundungsreise starten werden. Sie, die Berta wird als seine Assistentin agieren.
In zwei Tagen soll es losgehen. Walter Broder informiert noch Gerd Wildfang und seinen Kollegen Dieter Lauenstein aus Frankfurt über sein Vorhaben und wie er gedenkt vorzugehen. „Im Notfall müsst ihr mir beistehen, schließlich geht es um meine Familie“, meinte er, als er das Dreiecksgespräch beendete.
Berta schleppt drei Koffer in den Gang, damit sie Walter im Wagen verstauen kann. Eine große Schachtel mit Küchengeschirr folgt und dann dauert es nur noch eine Stunde und beide sind schon auf der Strecke in Richtung Klagenfurt.
Als Walter vor dem Revier in Klagenfurt vorfährt, wird er von seinen Kollegen freundlichst empfangen und Berta wird wie eine alte Freundin des Reviers begrüßt. Der Reviervorsteher hat bereits Anweisung erhalten, dem Kollegen Walter Broder jede mögliche Unterstützung zu erteilen, die notwendig sein könnte. Was er nicht weiß ist, dass Walter Broder eine komplette Telefoneinheit der Polizei mitgenommen hat. Es ist ein Computer unterstütztes Gerät. So kann er mit seinen Kollegen Lauenstein und Wildfang in ständigem Kontakt stehen, ohne dass er eine Telefonleitung benötigt.
Berta ist beim Betreten des alten Gemäuers erstaunt, wie gut es doch eigentlich noch im Zustand ist. Es dauert auch nur wenige Minuten, da wird sie von Mechthild begrüßt. „Was macht ihr denn hier, wollt ihr Urlaub machen?“
„Walter möchte mal sehen, ob es sich hier leben lässt“, schwindelt sie. Berta hat strenge Anweisung erhalten, auf keinen Fall von irgendeiner Recherche zu reden. Alle sollen glauben, dass es ein Urlaub ist, den Walter hier in die Gegend treibt.
Das Schlafzimmer ist gerichtet, die Küche ist bereit für ein leckeres Schmankerl. Berta weiß, wie man es anstellt, ein Haus gemütlich auszustatten.
Walter ist gerade im Heuschober, vermisst die Außenwände und betrachtet sich das Interieur. Berta ruft, „Das Essen ist fertig!“ Als Walter in den Raum kommt, hat er das Gefühl, dass es ein anderes Haus ist. Berta hat sogar den Ofen eingeschürt. Walters geliebtes Bierkrüger´l ist ebenfalls vorhanden. Sie hat das super organisiert. Auf einem eigens aufgebauten großen Tisch liegt ein Bauplan des Anwesens. Walter überträgt genauestens die Masse, die er eigenhändig misst. So will er eventuelle Unterschiede herausfinden. Seine Vermutung geht in die Richtung, dass er glaubt, dass das Anwesen irgendwann umgebaut wurde. Vielleicht gibt es ja ein Geheimversteck. Es versteht sich fast von selbst, dass Walter an die halbe Million denkt, die ihm auf dem Kontoblatt abhandengekommen sind.
Einige Zeit später ist Mechthild wieder auf dem Weg zu ihnen. Walter ist schon ganz verärgert und so langsam wird er das Gefühl nicht los, dass Mechthild ihr Tun überwachen will. Berta ist gerade dabei diverse Fotos, die sie aus dem Fundus mitgenommen hat, zu vergleichen. Viele tragen auf der Rückseite einen Vermerk, wer abgebildet ist, was für ein Jahr war es. Schlüssige Details, die einem die Recherche erleichtern. Berta sortiert sie nach Datum und abgebildeten Personen. Als Mechthild in den Raum kommt, stellt diese sofort fest, dass sie ja auf einigen Bildern abgebildet ist. „Was habt ihr hier für Unterlagen“, fragt sie aufgeregt.
Dann steht Jörg plötzlich im Raum. Berta hat den Eindruck, dass Mechthild ihn informiert hat. So wird er zu Berta ziemlich frech, will wissen, was es mit den Plänen und Bildern auf sich hat. „Da musst du Walter fragen, ich bin nur für das Essen zuständig.“
Jörg wartet auch gar nicht ab, geht mit großen Schritten hinüber zu Walter, der gerade dabei ist eine Innenwand zu vermessen.
Walter wird von Jörg aufgefordert, das sofort zu unterlassen, schließlich wird er das Gehöft kaufen, das Geld hat er schon zusammen. Er soll seine Sachen zusammenpacken und von hier verschwinden. Walter beruhigt Jörg sehr freundschaftlich, „warum regst du dich denn so auf, vielleicht verkaufe ich ja gar nicht, wir sind gerade dabei zu überlegen, ob wir uns nicht eine Ferienwohnung hier einrichten.“
Jörg lässt sich nicht beruhigen. Er beginnt Walter zu beschimpfen, „Du hast mir versprochen, dass ich das Anwesen kaufen könnte und nun willst du plötzlich nicht mehr verkaufen.“
Walter wird gleich die Geduld verlieren, noch hält er sich mit klaren Worten zurück, aber er spürt, dass seine Geduld zu Ende geht.
Berta ruft Walter zu, dass der Kaffee auf dem Tisch steht. Er steht zwar noch nicht, aber Berta will, dass Walter mit seinen Vermessungsarbeiten aufhört. Jörg regt sich nicht grundlos auf, da steckt mehr dahinter, das spürt sogar Berta.
„Wo hast du denn den Apfelkuchen her“, will Walter wissen. Berta hat Walters Lieblingskuchen gebacken und es ist ihr in dem Rohr des einfachen Ofens hervorragend gelungen. Beide überlegen sich, warum Jörg und Mechthild so aufgeregt waren. Was ist denn dabei ein Gehöft zu vermessen.
Aber Walter hat es schon fast heraus, es stimmt etwas mit der rückwärtigen Brandmauer nicht. Sie ist viel zu dick, es sieht so aus, als wäre da noch ein Zimmer gewesen, was man einfach zugemauert hat. Die Wand misst eine Stärke von fast fünf Metern. Gleich am nächsten Tag wird Walter damit beginnen, eine Öffnung in die Wand zu schlagen. Ob es Mechthild passt oder nicht. Den Abend verbringen Walter und Berta auf der Veranda. Eine Kerze sorgt für Stimmung und sie genießen beide einen Veltliner in Kombination mit einem leckeren Schinken.
Berta ist schon recht früh auf und bemerkt, dass in den vier Gehöften, die hier in eine Reihe vor weit über hundert Jahren gebaut wurden keine Person in die Arbeit fährt und dass außer Mechthild und Jörg keine weiteren Personen hier wohnen. Sie richtet das Frühstück und beobachtet sehr genau, wo Jörg überall herum schleicht. Seit einer halben Stunde ist er in den beiden anderen Gehöften unterwegs. Das Türen schlagen ist deutlich zu hören.
Am Frühstückstisch berichtet sie Walter über ihre Beobachtungen und so entschließt sich Walter beim Reviervorstand in Klagenfurt zu recherchieren, wem die Gebäude gehören und wer hier mal gewohnt hat. Er erhält die Bestätigung, dass zurzeit tatsächlich nur sie beide und Mechthild und Jörg dort leben. Weiter erfährt er, dass noch vor drei Jahren über dieses Gebiet die Personenschleuser gezogen sind. Sie kamen aus dem Kosovo und Rumänien.
„Aber da kommt heute niemand mehr über die Grenze“, versichert der Reviervorstand.
Walter ist gerade damit beschäftigt, ein Loch in die Mauer zu schlagen, da steht Jörg hinter ihm. „Da wirst du nichts finden, ja, da ist ein Hohlraum. Die Schleuserbanden haben hier immer eine Rast eingelegt, da haben sie sich verstecken können. Das hat deine Tante so geregelt. Also lass es hier herum zu stöbern.“ Walter hat es schon vermutet, aber jetzt braucht er Gewissheit.
Er verständigt Wildfang, der aber gerade überhaupt keine Zeit hat und ihn auf eine spätere Zeit vertröstet. Walter hat ein gutes Stemmeisen und so ist er gerade damit durch die Wand gestoßen. Tatsächlich ein Hohlraum. Er hat Gewissheit. Wie gut, das Jörg sich verzogen hat. Das Loch wird noch vergrößert und dann leuchtet Walter mit einer Stablampe hinein. Ein riesiger Raum. Matratzen am Boden verstreut, Kübel und Kleidung. Die Lampe ist zu schwach, er braucht eine starke Beleuchtung, die bekommt er nur in Klagenfurt.
Berta wird gleich losziehen und Walter hat ihr genau aufgeschrieben, was sie besorgen muss.
Auf dem Weg nach Klagenfurt, wird sie von einem roten Fahrzeug verfolgt. Berta fährt langsamer, da die Strecke nicht richtig befestigt ist. Es ist eine typische Landstraße für Traktoren und Landfahrzeuge. Sie wird überholt und der Fahrer eines roten Lieferwagens versucht sie von der Fahrbahn zu drängen. Aber Berta ist vorsichtig und bremst, bleibt einfach stehen. Der Fahrer steigt aus und geht auf sie mit Drohgebärden zu. Er hat eine Flinte in der Hand. „Verschwindet hier sofort, sonst sorg ich dafür, dass ihr wie die Fanny sterben werdet.“
So schnell wie er da war, ist er auch schon wieder verschwunden. Berta hat sich die Aufschrift des Fahrzeugs gemerkt, es war ein Installationsbetrieb aus Klagenfurt.
Fanny ermordet? Berta kann es nicht fassen. Sie kannte zwar Fanny nicht, aber wenn das Walter erfährt, gibt es Ärger. Ob sie hier noch länger bleiben soll, jetzt, wo sie bedroht wurde?
Das Loch in der Wand ist inzwischen so groß, dass Walter hineinsteigen kann. Er verlegt ein Stromlabel und steigt mit einer Handlampe in den stark stinkenden Raum hinein. Er schützt sich mit einem Taschentuch. Dann die Gewissheit. Ein Knochenskelett!
Walter verständigt die Gendarmerie in Klagenfurt. Eine Leiche im Landhaus, so wird der Fund in der Presse bekannt werden.
Die Klagenfurter Polizei kommt mit dem gesamten Mord-Einsatzkommandos. „Endlich mal etwas aufregendes“, meint der Kommandant. Als Berta mit dem Material zurückkommt, berichtet sie von der Person, die sie von der Fahrbahn abdrängen wollte. Selbstredend hat sie sich die Nummer und die Beschriftung des Fahrzeugs aufgeschrieben. Leider stellt sich nach wenigen Minuten heraus, dass das Fahrzeug als gestohlen gemeldet ist.
Eine Personenbeschreibung folgt und dann beginnt die Fahndung nach einem noch Unbekannten.
Mechthild hat sich nach dem Polizeiaufgebot in ihre Behausung zurückgezogen. Jörg wurde an diesem Tag nicht mehr gesehen. Auch am folgenden Tag hat man von ihm nichts gesehen. Wurde es ihm zu heiß, oder hat er einfach in der Gemischtwarenhandlung zu viel zu tun?
Walters Vermutung, dass es sich um den bekannten Kriminellen Herbert Wenninger handelt, wird nicht bestätigt. Der bei der Leiche gefundene Pass gehört zu einem Rumänen. „Muss ein Flüchtling gewesen sein“, meint einer der aktiven Beamten. Insgesamt werden drei tote Flüchtlinge gefunden. Alle erschossen, die Waffe hält einer der Toten noch in der Hand. Selbstmord? Wildfang meldet sich gegen Abend und ist von der Nachricht, dass Fanny eventuell umgebracht wurde erschüttert. Aus dem Staub in einer Urne wird man nichts mehr erfahren, da gibt es keinen Zweifel.
Auch Lauenstein aus Frankfurt holt Erkundigungen ein, nach seinen Unterlagen gab es drei Schleuser, die aus Rumänien stammten. Er schickt Dokumente und fügt Namen dazu. Vielleicht hat man die drei Personen ja zu einem Selbstmord getrieben. Vielleicht war man ihnen ja schon auf der Spur. Die Frankfurter Kripo wird den Kommissar Dieter Lauenstein selbst vorbei schicken um Klarheit zu erhalten, wann, das steht noch in den Sternen, da Dietmar Lauenstein gerade einen sehr komplizierten Fall bearbeitet.
Die Leichen sind inzwischen in der Gerichtsmedizin und werden akribisch untersucht. Auf keinen Fall darf man einen Fehler machen. Der zuständige Amtmann aus Kärnten will sich ganz persönlich um die Angelegenheit kümmern. Ein weiterer Beamter kommt extra aus Wien angereist, so wichtig erscheint der Leichenfund zu sein. Reviervorstand Anton Lechrainer besichtigt die Fundstelle und beschließt, dass eine Person abgestellt werden muss um den Kollegen aus Salzburg zu bewachen.
