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Gott zu suchen und aufmerksam auf seine Stimme zu hören, kann zu einem Abenteuer mit vielen Überraschungen werden. So erlebte es Norbert Pietsch, als er sich darauf einließ. Er lernte dabei auch, in Gottes Dimensionen hineinzuschauen – ein Geschenk, das Gott für uns alle bereithält. „Überwegs mit Gott“ nimmt uns mit auf eine übernatürliche Reise. In teils miteinander verwobenen Kurzgeschichten finden wir uns an Orten im Himmel und auf der Erde wieder. Durch Menschen aus verschiedenen Nationen lässt Gott uns tiefer in sein Herz blicken und offenbart uns seine Liebe, Schönheit und Güte. Die Erzählungen sind in eine wunderschöne, poetische Sprache gefasst. Man kann im Geist hineintauchen wie in eine lebendige Welt, die – mag sie auch unsichtbar sein – in diesen Worten doch sichtbar für uns aufleuchtet. Es schwingen Heilung für Herz und Seele mit, während man sich mit dem Autor mühelos zwischen Himmel und Erde hin und her bewegt. Alle sind zu ihrem eigenen Abenteuer mit Gott eingeladen.
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Seitenzahl: 107
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Norbert Pietsch
Überwegs mit Gott
GloryWorld-Medien
1. E-Book-Auflage 2023
© 2023 Norbert Pietsch
© 2023 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de
Alle Rechte vorbehalten
Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 2006, entnommen. Weitere Bibelübersetzungen:
GNB: Gute Nachricht Bibel, 2000LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 1984
Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.
Lektorat: Carmen Pietsch / Klaudia WagnerSatz: Manfred MayerUmschlaggestaltung: Jens Neuhaus, www.7dinge.deUmschlagmotiv: stock.adobe.com
ISBN (epub): 978-3-95578-716-5ISBN (Druck): 978-3-95578-616-8
Prolog
1 Schau in den Spiegel
2 Unerwartete Umbrüche in Raum und Zeit
3 Umhüllt von Gottes Gnade
4 Meisterstücke aus Leidenschaft
5 Mord und Totschlag
6 Erhebt euch, ihr alten Tore
7 Feuersturm
8 Epilog
Du hast mir kundgetan Wege des Lebens;du wirst mich mit Freude erfüllen vor deinem Angesicht(Apostelgeschichte 2,28).
Zeit vergeht, bis ein Impuls an Reife gewinnt und zum Leben kommt.Vom Ruf Gottes „Schreibe ein Buch“ bis zur Geburtsstunde vergingen Jahre.
Dabei lernte ich,mit innerlicher Ruhe aufmerksam auf Seine Stimme zu hörenund in Seine Dimensionen hineinzuschauen.Das ist ein Geschenk, das Er für uns alle bereithält.
„Überwegs mit Gott“ nimmt uns mit auf eine übernatürliche Reise.In den teils miteinander verwobenen Kurzgeschichtenfinden wir uns an Orten im Himmel und auf der Erde wieder.
Mit beim Schreiben für mich unvorhersehbaren Wendungenhält Gott Überraschungen bereit, die Seine Wege offenbaren.Er schenkt Worte der Weisheit, die das Leben bereichern.Durch Menschen aus verschiedenen Nationenlässt Er uns näher in Sein Herz schauen.Seine Tür steht offen, mehr von Ihm erfahren zu dürfen.
Herzlich lade ich ein, gemeinsam mit mirSeine Dimensionen der Liebe, Schönheit und Güte zu entdecken.
Norbert Pietsch
Wir alle sehen in Christus mit unverhülltem Gesichtdie Herrlichkeit Gottes wie in einem Spiegel.Dabei werden wir selbst in das Spiegelbild verwandeltund bekommen mehr und mehr Anteil an der göttlichen Herrlichkeit.Das bewirkt der Herr durch seinen Geist(2. Korinther 3,18 GNB).
Wie weit ist es zur nächsten Station?Die Strecke zu Fuß zurückzulegen, ist möglich.Doch wer läuft schon gerne unzählige Kilometer bei diesem Wetter?Tropfen an Tropfen.Gibt es eine Stelle, an der die Himmelsflutihre Spuren nicht hinterlassen hat?Alles steht.Keine Busse, keinerlei Bahnen, Taxis ausgebucht.Fahrrad?Nein, wie kommt der Koffer mit?Der ist zu groß für den Gepäckträger.Oder hat jemand schon gesehen,wie man einen Kleiderschrank balanciert?
Hin und her wälzend, durchgeschwitzt wache ich auf.An das Fenster klopfen die warmen Tropfen des Tropensturms.Geschützt hinter den Scheiben, kehrt Ruhe in meine Gedanken ein.Die in der Luft wirbelnden Puzzleteilchen schweben zu Bodenund fügen sich zu einem Ganzen.Ich schaue aufmerksamer hin,wie ein Teil das andere magnetisch anzieht, berührtund sich mit ihm verbindet.Jedes tritt bewusst und gezielt in eine ausgewählte Partnerschaft.Ergänzung ist ein unbändiges Verlangen.
Im Spiegel betrachtet sieht die Welt weit ausgewogener ausals in den wilden Träumen der vergangenen Nacht.Der Himmel zieht den roten Morgenmantel ausund kleidet sich in strahlendem Blau.Die letzten Tropfen ziehen an der Scheibe ihre Bahnund berühren sanft den Fensterrahmen.Das Glas weiß sich in dem es umgebenden Holz geborgen und gehalten.Wer fällt schon gerne aus dem Rahmen?Palmenblätter schwingen in der lauen Morgenluft sachte auf und ab.Die Meereswellen küssen den nahen Strand sanft wach.
Was hat mich letzte Nacht so intensiv mitgenommen?Jesus, wo warst Du in diesem Traum?Beim genauen Hinschauen bemerke ich Ihn,wie Er übergroß neben mir steht.Liebevoll berührt Sein Blick mein Innerstes.Meine Unsicherheit begegnet Seiner Kraft.Welche Richtung empfiehlst Du für die Weiterreise?Wohin mit dem Koffer?Vermagst Du den Sturm zu stillen?Er nimmt meine Hand und legt sie in Seine Rechte.Haltgeben hat einen Namen.Jesus streckt Seinen Arm aus und weist den Sturm an, sich zu legen.
Wie über eine unsichtbare Treppe steigen wir dem Himmel entgegen.Ballast ist hier überflüssig.Aus dem Augenwinkel heraus verabschiede ich michvon der Vergangenheit, die im Koffer schlummert.Sie verliert an Kraft, je weiter wir nach oben kommen.
Hand in Hand, untrennbar miteinander verbunden,gelangen wir in für mich unentdeckte Dimensionen.
Sie hatten mich umringt wie Bienen.Sie sind erloschen wie Dornenfeuer.Im Namen des HERRN – ja, ich wehrte sie ab(Psalm 118,12).
Unendliche Weite.Meine Blicke gleiten durch die Umgebung.Überall liebkost grenzenlose Weiträumigkeit den Horizont.Leuchtende Farbtöne musizieren in harmonischen Klängenmiteinander zu einem Gesamtkunstwerk.Grün, heißt es, belebt.Doch diese Farben hier haben alle Leben in sich.Die ganze Luft vibriert im Einklang der Farbkompositionen.Ein tiefes Verlangen steigt in mir empor,einzutauchen in das Farbenmeer, zu baden in dieser warmen Vielfalt.
Hüpfe, renne und schrei die Freude der Freiheit aus deinem Leib.Kinder geben gerne ihrem inneren Antrieb nach.Sie lassen ihren Gefühlen freien Lauf.Niemand ist da, der den Sturm der Emotionen gefangen nimmt.Tanzend, schwebend, segelnd, abgehobenund eingetaucht als ein Teil der ganzen Schöpfung.Die Schönheit ringsum durchdringt jeden Atemzug.Tief einatmen.Durchatmen.Trotz unbändiger Freude und unendlicher Dankbarkeitkehrt eine friedvoll gesättigte Ruhe immer mehr in meine Seele ein.
Nicht weit weg von mir, vorne rechts auf einer Hügelkuppesteht ein Mann in einem langen Gewand.Seine Augen winken einladend zu mir herüber.
Die bunten Klänge finden ihre Kadenz.Davon getragen lande ich mit der letzten Note zu seinen Füßen.Güte fließt über seine Lider und tropft auf mein Gesicht.Ein ganzer Ozean voll Liebespiegelt sich in seinen strahlenden Augen wider.Wiedersehensfreude?Wer ist der Mann?
„Maleachi, Bote Gottes“, bekomme ich in meinem Inneren zu hören.Sein Mund bleibt stumm.Seine Augen sind es, die zu mir sprechen.Solange hat er auf die Sammlung der Getreuen des HERRN gewartet.Die Zeit ist reif.Überall im Land kommen sie zusammen,um wahrhaftig Gott zu suchen.Alle Kostbarkeiten in Jesusstehen zur Austeilung an den heiligen Überrest bereit.
Erwartungsvoll schaue ich den Boten Gottes an.War es uns nicht jederzeit möglich,auf Jesu verborgene Schätze zuzugreifen?Jesus wird denen Autorität und tieferen Zugangzu Seiner Schatzkammer schenken,die bei Ihm wohnen, die Sein Herz in Liebe erforschen.Wen verlangt es nicht danach,sich von Ihm in Seiner Gegenwart transformieren zu lassen?
Maleachi beugt sich vertrauensvoll zu mir:„Für die neuen Aufgaben braucht es mehr Tatkraft als zuvor.Vereinte Kräfte.Kein Feind wird gegen die siegreiche Liebe Gottes bestehen.Die dunklen Mächte und Gewalten,die sich wie ein finsterer Bienenschwarm zum Angriff sammeln,werden gefangen und im Triumphzug des HERRN fortgeführt.Finsternis flieht in panischer Angst vor dem Licht.Reinheit und Transparenz lassen keine Anklage des Feindesan der Kleidung der Treuen haften.“
Wie ein Schwamm frisches Quellwasser aufsaugt,so nehme ich jedes seiner richtungsweisenden Worte tief in mich auf.Der Bote Gottes hält kurz inne.Erwartungsvoll klebt mein Blick an seinen Lippen.Maleachi schaut mir fest in die Augen und nimmt mich bei der Hand.Er holt Luft und ruft mit donnernder Stimme:„Werdet nicht müde, den HERRN in allem zu suchen.“Dieser Satz durchfährt schlagartig mein Innerstes.
Sein Ruf verstärkt sich durch mich wie durch ein Megafon.Die Schallwellen drängen in sämtliche Richtungen.Die Botschaft dehnt sich aus und erreicht sehnsüchtig geöffnete Ohren.
Wie im Dschungel Nachrichten mittels Buschtrommelnunwegsames Gelände galant überwinden,so breitet sich dieser Satz über die Trommelfelle der Hörer aus.Findet Resonanz.Springt von einem Ohr zum nächsten.Erfasst das ganze Land.„Werdet nicht müde, den HERRN in allem zu suchen.“
Ich bin das Alpha und das Omega, spricht der Herr, Gott,der ist und der war und der kommt, der Allmächtige(Offenbarung 1,8).
„Sucht, und ihr werdet finden.“1Dieser Gedanke bahnt sich in mir einen Weg.Eine der schier unzähligen Verheißungen Gottes.Den HERRN in allem zu suchen,ist wie eine nie endende Herausforderung.In allem – das scheint mir ein hoffnungsloses Unterfangen zu sein.Grenzenlose Suchmöglichkeiten sammeln sich vor meinem inneren Auge.Wo fange ich am besten an, Jesus?
Vor mir erscheint eine hölzerne Tür,die einem altertümlichen Portal gleicht.Hinter Akazienholz mit eisernen Beschlägen,Riegeln aus glänzendem Metall,liegt eine andere Welt verborgen.Dieser Zugang wird von großen Steinblöcken gehalten.Mein Blick schweift entlang der Felswände nach oben.
Kein Erdbeben könnte jemals dieses Gemäuer erschütternund zum Einstürzen bringen.Hinter diesen Steinen ist vollkommene Sicherheit zu finden.Wenn alles wankt, ist hier ein wahrer Zufluchtsortvor jeglichen Widrigkeiten, die dem Leben trotzen.
Wärmende Lichtstrahlen wandern über mein Gesichtund landen auf der Felswand.Sie bilden ein Spotlight, das entlang der Steine bis zum Portal gleitet.Es verweilt oberhalb des rustikalen Eingangs.Dort, im Schlussstein, lese ich eine unvergänglich eingravierte Inschrift: „Wenn der HERR das Haus nicht baut,arbeiten seine Erbauer vergebens daran.Wenn der HERR die Stadt nicht bewacht,wacht der Wächter vergebens.“2
Mein Herz verlangt nach Einlass in diesen vertrauensvollen Ort.Vorsichtig lehne ich mich mit der Schulter gegen das alte Holz.Dem kaum wahrnehmbaren Druck gibt der Portalflügel augenblicklich nach.Das Portal gewährt mir Eintritt in eine spürbare,nie gekannte Geborgenheit.
Ein wohlig warmer Wind streichelt mir übers Gesicht,gleitet durch die Kleidung.Liebkosungen von allen Seiten erneuern mein Äußeres,diffundieren in mein Innerstes.Unmerklich wird der Schmutz der Straße abgewaschen.Durch jede Pore bahnen sich reine weiße Lichtstrahlenden Weg nach draußen.
Leise säuseln Stimmen hörbar vom Licht der Welt,einer Stadt auf dem Berge, die nicht verborgen sein kann.3Bei näherer Betrachtung erkenne ich,dass die Worte von den Felsblöcken ausgehen.Sie tragen Leben in sich und sprechen mit Erfahrung von alters her.
Mittlerweile wirkt der Wind auf meinen Rücken ein,schiebt mich weiter, weg vom Portal, hinein in diesen Ort.Wie getragen, komme ich an farbig schillernden Häusern vorbeizu einer Stelle mit frischem Quellwasser.Wie in einem Spiegel sehe ich meine Augen flüchtig auf dessen Oberfläche.Auf der einen Seite fühle ich mich durch das Licht erneuert.Andererseits benötige ich Zeit, um all diese Eindrücke zu verarbeiten.
Links von mir gerät ein Brunnen in mein Blickfeld.Sein breiter Rand lädt zum Ausruhen ein.Zuerst sitzend, dann liegend, genieße ichdie Stille des erfrischenden Wassers.Ein Ort der Versöhnung lässt mich nach meiner Reise bei sich ankommen.
Immer mehr im Einklang mit der Atmosphäreübertragen sich Ruhe und Frieden auf mich,werden eins mit mir, füllen alle Gedanken.Es mangelt mir an nichts.Die Seele ist erquickt.Mein Haupt erfährt die Berührung mit wohlduftenden Salbölen.Zu meinen Füßen lagern sich zwei Lichtgestalten.Wie sich herausstellt, tragen sie die Namen Güte und Gnade.Ich bin angekommen im Haus des HERRN.4
1 Matthäus 7,7b.
2 Psalm 127,1.
3 Vgl. Matthäus 5,14.
4 Vgl. Psalm 23.
… spielend auf dem weiten Rund seiner Erde,und ich (die Weisheit Gottes)hatte meine Wonne an den Menschenkindern(Sprüche 8,31).
Wo bin ich?Gesänge, melodisches Vogelgezwitscher erreichen meine Ohren.Freudig klettern sie an den steilen Höhen der Tonleiter entlang,ohne in die Gefahr eines Absturzes zu gelangen.Exotische Gewürze verströmen appetitanregend ihren Duft.Das Gelächter von spielenden Kindernmischt sich wie Salz unter das Menü der Sinne.In der Ferne türmen sich im Wettstreit Wolken oberhalb einer Bergkette.Jede strebt scheinbar danach,über sich und die anderen hinauszuwachsen.Den Himmel haben sie bevölkert.Jetzt trachten sie nach Höherem, dem bisher Unerreichten.
Eines der Kinder nähert sich mir mit unauffälligen leisesten Schrittchen.Es ist ein Mädchen mit braunen, etwas zauseligen, langen Haaren.Obwohl der Regen noch weit am Horizont wartet,scheint er es bereits erreicht zu haben.Unhörbar kullern Tränen wie feinste Perlen über ihre runden Wangen.Jeder dieser wohlgeformten Tropfen ist unendlich kostbar.Die Wasserbäche fanden ihre Quelle im Herzen des Mädchens.Der Pegel stieg, bis die Ströme die offenen Augen entdecktenund wasserfallartig in die Tiefe auf den trocknen Boden fielen.Schweigend, doch bestimmt, nimmt sie meine Hand,fordert mich zum Mitkommen auf.
Nach einer Weile gelangen wir zu einem Flussufer.„Siehst du“, sagt sie, die letzte Träne wegwischend, „hier bin ich geboren.“Nahe der Böschung zeigt sie auf eine kleine Hütte mit einem Laubdach.Um ihren Hals trägt das Mädchen eine silbrig glänzende Kettemit geschwungenen Buchstaben, die das Wort Nora bilden.Ihre Fingerkuppen berühren den Namen.„Das bin ich.“Ich beuge mich zu ihr hinunter und möchte wissen,warum sie so traurig war, wo ihre Eltern sind.
„Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten“1, sagt sie mir.„Schau dich um!“
Ein Blütenmeer wogt sanft im Wind.Frühlingsblüten tanzen mit den Sommerblumen.Herbst- und Winterfarben mischen sich unter die Tanzpaareund bilden einen Reigen.An den Bäumen scheint alles gleichzeitig zu geschehen.Knospen brechen auf, entfalten sich farbig duftendund bringen im Wetteifer miteinander köstliche Früchte hervor.Saat und Ernte verwirklichen sich in einem einzigen Atemzug.Ich komme aus dem Staunen nicht heraus.
