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In "Unser täglich Gift: Gedichte" entfaltet Otfried Krzyzanowski eine facettenreiche Sammlung, die den Leser in die Abgründe und Höhen des menschlichen Daseins entführt. Mit einem prägnanten, oft metaphorischen Stil thematisiert der Dichter die Herausforderungen und Widersprüche des modernen Lebens. Die Gedichte sind nicht nur eine Reflexion über persönliche Erfahrungen, sondern auch eine kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Strömungen, die durch ihre eindringlichen Bilder und klangliche Eleganz überzeugen. Krzyzanowskis Sprache ist kraftvoll und präzise, unterstrichen von einem tiefen emotionalen Resonanz, die zeitlose Fragen über Identität, Verlust und Hoffnung aufwirft. Otfried Krzyzanowski, ein renommierter Lyriker, hat sich durch sein umfangreiches Werk und seine engagierte Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Literatur einen Namen gemacht. Sein Verständnis für die soziale und psychologische Komplexität des Menschen wird häufig von seinen eigenen Erfahrungen in einer sich wandelnden Welt genährt. Krzyzanowskis Leben und Wirken als Schriftsteller reflektieren seinen unermüdlichen Drang, die verborgenen Wahrheiten unseres Daseins zu ergründen und damit eine Verbindung zu seinen Lesern zu schaffen. "Unser täglich Gift: Gedichte" ist eine essentielle Lektüre für alle, die sich für die tiefen Fragen des Lebens interessieren. Die Sammlung regt sowohl zur Introspektion als auch zur gesellschaftlichen Reflexion an. Die Leser werden auf eine emotionale Reise eingeladen, die sowohl herausfordernd als auch bereichernd ist. Ganz gleich, ob Lyrikliebhaber oder Neuling, Krzyzanowskis Werke bieten einen unverzichtbaren Beitrag zur zeitgenössischen Literatur.
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Veröffentlichungsjahr: 2022
LEIPZIG KURT WOLFF VERLAG
BÜCHEREI „DER JÜNGSTE TAG“ BAND 67
GEDRUCKT BEI DIETSCH & BRÜCKNER IN WEIMAR
Anmutig, leicht, lebendig!
Einsam auf schneebedecktem Feld:
Doch ist der Hunderthändig
Meines Gedichtes Held.
Der Hunderthändig ohne Kopf!
Doch spielt er mit — einem Schädel.
Macht ihm aus welkem Gras einen Schopf,
Gelb wie der welke Nebel.
Was gilt der Schopf? Nichts gilt der Kopf!
Und ich bin gut und edel.
Der Hunderthändig ohne Kopf
Spielt Ball mit einem Schädel.
Ist deine Liebe wie eine Herde von Wölfen!
Lautlos rennt sie durch die endlose Steppe;
Ihnen heißt der Himmel, der endlos grau
Über den Wütigen hängt, ihr Hunger.
Oder lauerst du auf Beute:
Im Geröll als Natter verborgen?
Wer bist du? Gib acht: eine flüchtige Katze
Nimmt deine Seele mit sich.
Ach, dir gehört die Liebe,
Leichter Flieder!
Und dir gehört die Jugend,
Leben! Tod!
Und zwischen hohen Häusern
Schreiten Mädchen,
Sie schreiten unter blauem
Himmel hin.
Und zwischen grauen Häusern
Spielen Buben.
Dir gelten Mut und Bangen:
Hohe! Welt!
Und dir gehört die Liebe,
Leichter Flieder!
Ach, dir gehört die Jugend,
Leben! Tod!
Wenn der Abend uns bezwingt
Und die Klage in uns singt:
Fühlst der bangen Seele Flug,
Weißer Mädchen Atemzug.
Fremd ist Friede, fremd der Streit,
Wann entrinnen wir der Zeit?
Und kein Alter macht uns klug:
Fühlst der Seele Abendflug.
Was tun? Du Ranke! Danken!
Dir und der Stunde danken.
Das Glück gibt Demut: Fleisch und Brot
Und Wein — und Tod!
Als hätte ich Sehnsucht gelitten,
Machst du mich traurig.
O Gott, die traute Stunde
Verrät mir, wie böse mein Stolz war.
Glück gibt uns Demut: Fleisch und Brot,
Wein, Weib: von Gott kommt Stolz und Tod!
Was tun? Man darf nur danken
Dir und der frohen Stunde.
Es brennt die Scham: denn grabhin zieht
Uns Torheit durch die Stunden.
Ich hätte bald ins böse Lied
Ins Urteil mich gefunden.
Es gibt doch Süße! Zu gestehn
Fällt schwer: ein Kind kann zwingen.
Es bleibt die Scham: denn grabhin sehn
Wir Furcht und Klagen schwingen.
Ein geschändeter Leichnam
Erschlagen im Walde.
