Untrügliche Spuren - Andreas Henschel - E-Book

Untrügliche Spuren E-Book

Andreas Henschel

0,0

Beschreibung

Der Antiquitätenhändler Elias Brodt wird am 2.Weihnachtsfeiertag in seinem Laden "Merlins Wunderland" durch einen Schuss in den Rücken getötet. Nach Spurenlage muss sich der Mörder am folgenden Morgen noch im Haus befinden. So geraten der Hauseigentümer und sein Freund, ein Waffenhändler, besonders in Verdacht. Doch der junge Kommissar-Anwärter Leon traut dem nicht und ermittelt auf eigene Faust, wodurch er in eine höchst gefährliche Situation gerät …

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 19

Veröffentlichungsjahr: 2012

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.


Ähnliche


Andreas Henschel

Untrügliche Spuren

Ein Dresdner Weihnachts-Krimi

 

 

 

Dieses eBook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Impressum

Kapitel 1

Untrügliche Spuren

Donnerstagabend, 26. Dezember, 23.40 Uhr

Erleichtert trabt Elias drei Etagen treppab. Ihm klingt noch Vanessas Stimme in den Ohren. Ihr Tonfall war schrill und gereizt.

          „Musst du selbst am Feiertag noch da runter, in deine Rumpelbude?“

          Er hatte nur mit „Ja“ geantwortet und sich jeglicher Begründung enthalten. Seine Rechtfertigung wäre für sie nur Anlass gewesen, einen schier endlosen Streit anzuzetteln. Er hätte sich das alte Lied anhören müssen, seine Antiquitäten seien ihm wichtiger als seine angeblich geliebte Lebenspartnerin. – So konnte sie ihm nur noch giftig hinterherrufen:

          „Dann scher dich zum Teufel. Ich verzieh mich ins Bett.“

          Aus Wegners, des Hauseigentümers, Wohnung dröhnt Blasmusik und lautes Gelächter. Umso wohltuender empfindet Elias Brodt die Stille, als er die Tür zu seinem Antiquitätenladen im Erdgeschoss hinter sich geschlossen hat.

„Merlins Wunderland“! Für diesen Namen seines Geschäfts hatte sich der Mittfünfziger entschieden, weil von jenem Sammelsurium aus längst vergangener Zeit ein eigentümlicher Zauber ausging. Und er selbst hatte mit Zauberhänden manchem verloren geglaubten Gegenstand seine ursprüngliche Gestalt zurückgegeben.

Hier ist sein Reich, sein eigentliches Zuhause. Mit verklärter Miene mustert er die ihm teuren Raritäten, die er in Jahren leidenschaftlichen Sammelns erworben und wieder hergerichtet hatte. Verschiedenste Utensilien lagern einträchtig nebeneinander. Services, Kristalle, Karaffen, Kandelaber, Grammophone und alte Gemälde. Selbst eine der ersten Singer-Nähmaschinen hatte er in mühsamer Kleinarbeit repariert, so dass sie wieder wie einst funktionierte. Und die Uhren! Die zwei Prachtstücke aus der Biedermeierzeit sind ihm besonders ans Herz gewachsen.

          Durchs Schaufenster fällt sein Blick nach draußen. Es schneit. Endlich, am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages, hat sich Petrus besonnen und uns mit weißer Pracht beschenkt, frohlockt Elias. Bezaubernd! Kurzerhand öffnet er die Ladentür und betritt den obersten Treppenabsatz. Das reicht, um sich die Flocken ins Gesicht wirbeln zu lassen.

Gedankenverloren genießt er den Blick in sein verträumtes ALTLAUBEGAST. Die gleichnamige Gasse endet nach rund hundert Metern am Elbufer. Der Gebäudekomplex aus der Gründerzeit, in dem sich sein Geschäft befindet, erstreckt sich in leichter Biegung bis in die FÄHRSTRASSE, die ebenfalls zum Fluss führt.