Verlag: cbj Kategorie: Für Kinder und Jugendliche Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2014

Verflixt verhext - Ausflug ins Hexendorf E-Book

Margit Auer  

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E-Book-Beschreibung Verflixt verhext - Ausflug ins Hexendorf - Margit Auer

Bruchlandung mit Hexenbesen!Flohmarkt am Ruffini-Platz! Mellie, Pina und Robin verkaufen lauter alten Kram, den sie zusammengesucht haben und sind dabei richtig erfolgreich. Doch als Tante Emma ihren alten Zauberreif sucht, bekommt Pina rote Ohren. Den hat sie wohl verkauft … Jetzt muss Mellie helfen: Wie bekommen sie das alte Ding zurück? Es gibt nur eine Lösung – Mellie muss ins geheime Hexendorf fliegen und den Finde-Sachen-Zauberwürfel holen. Aber hat Mellie auch den Mut dazu?

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E-Book-Leseprobe Verflixt verhext - Ausflug ins Hexendorf - Margit Auer

Kinder- und Jugendbuchverlagin der Verlagsgruppe Random House

1. Auflage 2014© 2014 cbj Kinder- und Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House, MünchenAlle Rechte vorbehaltenUmschlagbild und Innenillustrationen: Iris BlanckUmschlaggestaltung: schwecke.mueller Werbeagentur GmbH, Münchencl ∙ Herstellung: AJSatz: Uhl + Massopust, AalenISBN 978-3-641-14222-3www.cbj-verlag.de

Inhaltsverzeichnis

1. Blaubeermuffins

2. Hexenpuderzucker

3. Schachteln voller Krimskrams

4. Arme Pina!

5. Mellies erste Flugversuche

6. Besuch beim alten Larry

7. Ein Küsschen für Pina, äh, Mellie

8. Vier Freunde fliegen durch die Luft

9. Der Staubwedel kehrt zurück

10. Der Zauberwettbewerb

1. Blaubeermuffins

»Großer Flohmarkt am Ruffini-Platz.« Pina Moonwalk kräuselte die Stirn, während sie die Zeitung las, die auf dem Küchentisch lag. »Flohmarkt, was ist das?«

Pina saß zu Hause bei ihrer Freundin Mellie in der Küche. Das Fenster stand weit offen, von draußen hörte man die Geräusche des Ruffini-Platzes. Ein Lieferwagen fuhr vor und brachte frische Ware zu Antonias Obst- und Gemüseladen. Mustafa vom Handyladen telefonierte so laut, dass man es bis in die Küche hören konnte. Augustus, der Dackel von Friedrich von Zack, kläffte.

Es duftete herrlich nach Blaubeermuffins, die die beiden Mädchen vor fünf Minuten in den Ofen geschoben hatten.

»Ach, ist das wieder gemütlich bei dir«, seufzte Pina glücklich. »Viel besser, als den Nachmittag mit Spinnen und Kellerasseln im Keller zu verbringen.« Sie deutete in Richtung Ofen. »Wann sind die Muffins endlich fertig?«

»Noch zehn Minuten«, antwortete Mellie und setzte sich neben Pina.

Mellie wohnte mit ihrer Mutter in einer hellen, lichtdurchfluteten Wohnung, Ruffini-Platz 28, zweiter Stock. Es war ein sonniger Donnerstag in den Sommerferien. Mellie musste nicht zur Schule und auch das Hexenmädchen Pina Moonwalk hatte heute keinen Zauberunterricht. Eigentlich stand die Lektion »Wie schnelle Dinge langsam werden« an. Aber heute fiel die Stunde aus und Pina war sehr froh darüber. Was brachte es, wenn eine Rakete in Zeitlupe flog oder sich eine Katze so langsam wie ein Regenwurm bewegte?

Viel lieber besuchte sie Mellie, um das leckere Rezept auszuprobieren, das sie auf einer Cornflakes-Packung entdeckt hatten!

Pina wurde von ihren beiden Tanten unterrichtet, Emma und Geraldine Moonwalk. Die beiden Tanten wohnten zusammen mit ihrer Nichte schräg gegenüber, in einem Haus am Ruffini-Platz 13. Dort führten Emma und Geraldine Moonwalk einen Kräuterladen. Für heute hatten sie sich allerdings vorgenommen, den Keller aufzuräumen. Und deswegen fiel auch Pinas Zauberunterricht aus. Pina sollte beim Ausmisten helfen, aber das Hexenmädchen hatte sich davongeschlichen, kaum dass die Tanten im Keller verschwunden waren.

»Auf einem Flohmarkt verkaufen Leute ihre alten Sachen«, antwortete Mellie und sprang auf, um einen Blick in den Ofen zu werfen. »Noch neun Minuten!« Sie setzte sich wieder zu Pina. »Man muss früh am Morgen aufstehen, damit man einen guten Platz bekommt. Ich hab mal zusammen mit Robin alte Möbel, Kleider und Spielsachen verkauft. Hat echt Spaß gemacht.« Robin war ein Freund von Mellie, der zusammen mit seinem Vater Claus Conradi und Oma Lotti ebenfalls am Ruffini-Platz wohnte. Sie kannten sich schon ewig. »Von dem Geld hab ich dann meine Mama zum Pizzaessen eingeladen.«

Von draußen war jetzt das Gebimmel einer Fahrradglocke zu hören. »Aus der Bahn, Marzipan, jetzt kommt Flitze Feuerzahn!«, sang eine helle Stimme, die nur der kleinen Sophie aus dem Nachbarhaus gehören konnte. Dem Dackel August gefiel das Gebimmel anscheinend nicht. Er kläffte noch lauter.

»Wir haben alte Sachen oft zum Spielen benutzt«, erzählte Pina. »Aus Schachteln haben wir einen Zauberkaufladen gebaut. Alte Handtücher haben wir zerschnitten und uns um den Kopf gebunden. Schwupp, kam eine Taubenfeder dazu, schon waren wir Indianermädchen.« Pina lächelte. »Ich kann mich an Kindergeburtstage erinnern, da haben wir uns alle verkleidet. Als Prinzessinnen und so. Die Kronen haben wir uns dazugezaubert.«

Mellie lachte. »Das haben wir früher auch gemacht! Nur dass wir unsere Krönchen und Prinzessinnenkleider kaufen mussten.«

Bevor Pina mit ihren Tanten an den Ruffini-Platz gezogen war, hatte das Hexenmädchen in einem Hexendorf namens Greenhill gewohnt.

Mellie liebte die Geschichten aus dem Hexendorf. Sie konnte nicht genug kriegen, wenn Pina davon erzählte.

»Und was habt ihr gespielt, wenn Jungs dabei waren? Noel zum Beispiel?«, erkundigte sich Mellie. Noel, das war ein ziemlich hübscher Zauberjunge mit Wuschelkopf und Sommerspossen. Sein Foto hing in Pinas Zimmer, und Mellie wusste, dass Pina oft an ihn dachte. »Hochzeit im Märchenschloss? Prinz heiratet Prinzessin?« Sie grinste Pina an.

»Quatsch«, antwortete Pina und pustete sich eine rote Haarlocke zur Seite. Für einen winzigen Augenblick konnte Mellie ihr Hexentattoo erkennen. Ein Sternchen auf der linken Stirnseite. Das Erkennungszeichen der Hexenmädchen.

»Wir veranstalteten wilde Flugwettbewerbe, Jungs gegen Mädchen oder so. Die Jungs flogen auf ihren Teppichen und die Mädchen auf dem Besen. Los ging es an der großen Dorfwiese, das Ziel war die alte Weide. Dabei gab es jede Menge Hindernisse zu überwinden. Wäscheleinen zum Beispiel.« Pina kicherte. »Ich habe mich mal total in den langen Unterhosen vom alten Larry verheddert.«

Mellie seufzte sehnsüchtig. »Ich würde so gern Greenhill mit eigenen Augen sehen. Wann nimmst du mich endlich mal mit?«

Pina winkte ab. »Du weißt doch, dass Menschen das Hexendorf nicht besuchen dürfen. Das hab ich schon tausendmal erzählt. Es gibt eine Schranke und eine Schutzhülle. Menschen kommen da nicht durch.« Sie blickte Mellie streng an. »Auf dem Schild an der Schranke steht: Vorsicht! Lebensgefahr! Willst du das wirklich?«

Draußen auf dem Platz war zu hören, wie sich Friedrich von Zack mit Antonia vom Obst- und Gemüseladen stritt. »Warenanlieferung ist nachmittags nicht erlaubt! Wenn der Lieferwagen nicht in fünf Minuten weg ist, hole ich die Polizei!«

Während Mellie aufstand, um aus dem Fenster zu schauen, dachte Pina an einige Artikel, die sie in der »Greenhill-Post« gelesen hatte. Sie berichteten von Menschen, die dem geheimen Hexendorf zu nahe gekommen waren. Fahrradfahrer konnten plötzlich nicht mehr geradeaus lenken und landeten im Acker. Wanderer liefen nach links, ihre Füße marschierten praktisch von selbst in diese Richtung.

Einmal hatte ein Flugzeug den Sicherheitsabstand nicht eingehalten und war der Schutzhülle zu nahe gekommen. Es prallte ab und wurde umgelenkt. Dem Piloten kam es vor, als würde sein Flugzeug von einem riesigen Magneten zur Seite gezogen. Nach diesem Erlebnis war der Mann so geschockt, dass er beschloss, nie wieder in ein Flugzeug zu steigen. »Pilot fährt ab heute nur noch Moped«, stand einen Tag später in der »Greenhill Post«, und die Hexen und Zauberer hatten noch tagelang in der »Silbersichel« über den Artikel gelacht.

Pina überlegte. Sie mochte Mellie so sehr! Sie war ihre beste Freundin. Und natürlich gab es geheime Methoden, um nach Greenhill zu kommen. Sie hatte mit Noel immer wieder darüber gesprochen. Sollte sie vielleicht doch …?

Aber weiter kam sie nicht mit ihren Gedanken.

Was roch denn hier so komisch?

Beide Mädchen drehten gleichzeitig die Köpfe und hechteten in Richtung Ofen. Mellie riss die Klappe auf. Brauner Dampf quoll den beiden Freundinnen entgegen.

Mellie warf einen entgeisterten Blick auf das Blech: »Die guten Blaubeermuffins! Alle verbrannt!«

2. Hexenpuderzucker

Als Pina nach Hause zu Tante Emma und Tante Geraldine zurückkehrte, kam sie kaum durch die Tür. Im Gang stapelten sich Dutzende von Kartons. Da waren die beiden wirklich fleißig gewesen!

Pina wollte eine Kiste hochheben, schaffte es aber nicht.

Waren da Goldbarren drin? Oder Eisenblöcke, aus denen man früher Hexenkessel geschmiedet hat? Inzwischen nutzten die Hexen längst moderne Geräte wie Dampfkochtopf oder Mikrowelle, um ihre Zaubersuppen zu kochen.

Pina rüttelte an der nächsten Kiste und stutzte. Daraus erklang ein leises »Blök-blök«. Sie wusste sofort, was das war. Das war Molly, das kleine weiße Woll-Lamm, das sie zu ihrem dritten Geburtstag bekommen hatte!

Sie klappte den Deckel auf. Da lag es ja, ihr Kuscheltier, eingequetscht zwischen alten Blusen, Küchenkrimskrams und ausgefransten Tischdecken.

Sie drückte ihr Schaf an sich und stapfte wütend die Wendeltreppe hinauf. Ihre Tanten saßen in der Küche. Emma Moonwalk hatte ein großes Stück Schokoladenkuchen auf ihrem Teller. Geraldine, die auf ihre Figur achtete, trank nur Tee.

»Wie könnt ihr es wagen, meine Spielsachen wegzuwerfen?«, rief Pina und säbelte sich ein riesiges Stück Schokoladenkuchen ab. Sie hatte Hunger!

»Wir wollten dich fragen«, antwortete Emma Moonwalk mit spitzer Stimme. »Aber du warst ja nicht da.«

Pina setzte Molly auf das Fensterbrett und stopfte das Kuchenstück in sich hinein. »Nimm einen Teller«, schimpfte Emma Moonwalk.

Mann, herrschte hier dicke Luft! Mürrisch nahm sich Pina einen Teller aus dem Schrank. Immerhin, der Kuchen war nicht so verbrannt wie ihre Blaubeermuffins. Sie und Mellie hatten eine halbe Stunde lang an dem blöden Blech herumgekratzt, um die schwarze Kruste abzukriegen.

»Sonst noch was von mir in den Kisten?«, fragte Pina böse und hackte wütend mit der Gabel auf dem Kuchenstück herum.

»Nein, nein, ich schwöre«, mischte sich Tante Geraldine ein. »Ich habe alte Schallplatten aussortiert, von Elvis, herrje. Ich habe einen scheußlichen Bilderrahmen weggepackt, ein paar Hüte mochte ich nicht mehr, dann die Bücher in dieser altmodischen Sprache, die keiner versteht …«

Pina kniff die Augen zusammen: »Aber später wenden wir sicherheitshalber einen Kontrollzauber an, ja?«

»Wenn du mir nicht vertraust«, antwortete Emma Moonwalk vorwurfsvoll. »Wo warst du eigentlich den ganzen Nachmittag? Und hast du deine Hausaufgaben schon gemacht? Wachstumsbeschleunigung bei Pflanzen? Das muss sitzen, bevor wir die nächste Lektion durchnehmen!«

Missmutig schüttelte Pina den Kopf. Sie verriet lieber nicht, dass sie, als sie den Ruffini-Platz überquerte, mal eben das Brunnenwasser rosa gefärbt und Luftballons an die Bäume gezaubert hatte. Damit hatte sie, wie so oft, gegen die zweite Hexenregel verstoßen: Zaubern war in der Öffentlichkeit verboten.

Eine Weile lang war es fast still in der Küche. Die Uhr tickte, Emma Moonwalk schaute grimmig, Tante Geraldine klimperte mit dem Teelöffel eine Melodie.

Pina stocherte in ihrem Schokoladenkuchen herum.

Schließlich fragte sie: »Was wollt ihr denn mit dem ganzen Zeugs machen?« Ihr war etwas eingefallen. Vielleicht könnte sie am Samstag zusammen mit Mellie auf den Flohmarkt gehen?

Tante Geraldine zuckte mit den Schultern. »Wegwerfen, was sonst?«

Pina berichtete, was sie bei Mellie in der Zeitung gelesen hatte. »Am Samstag geht es rund auf dem Platz, man darf verkaufen, was man will. Außer natürlich die Lieblingskuscheltiere von netten Mitbewohnerinnen«, sie warf Tante Emma einen bösen Blick zu. »Ich würde gerne mitmachen. Zusammen mit Mellie.«

Emma Moonwalk schüttelte energisch den Kopf. »Am Samstag ? Auf keinen Fall! Wir wollten doch