Verherrlichung Gottes - Dorothee Steiof - E-Book

Verherrlichung Gottes E-Book

Dorothee Steiof

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Beschreibung

Die katholische Mystikerin und Sozialarbeiterin Madeleine Delbrêl (1904-1964) zählt zu den einflussreichsten Gestalten der missionarischen Bewegungen in Frankreich. Sie war mit einer Gruppe von Laien in der Arbeitervorstadt von Paris tätig und verbindet in ihrem Wirken Gottesbegeisterung und Nächstenliebe. Die Analyse ihres Lebenszeugnisses zeigt, dass ihre Pastoral maßgeblich doxologisch inspiriert war: Die Verherrlichung Gottes leitet ihr Handeln auch dort, wo dies nicht unmittelbar erkennbar ist, und wird ihr zur Quelle einer umso größeren Nähe zum Menschen. Steiof zeichnet diese Dynamik bei Madeleine Delbrêl nach und bringt sie mit einer Auswahl alttestamentlicher Motive der Gottesverherrlichung ins Gespräch. Aus diesem Dialog der doxologischen Zeugnisse vergangener Glaubenssubjekte ergeben sich wichtige Impulse für das Verhältnis von Spiritualität und Pastoral heute.

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Seitenzahl: 792

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Die katholische Mystikerin und Sozialarbeiterin Madeleine Delbrêl (1904-1964) zählt zu den einflussreichsten Gestalten der missionarischen Bewegungen in Frankreich. Sie war mit einer Gruppe von Laien in der Arbeitervorstadt von Paris tätig und verbindet in ihrem Wirken Gottesbegeisterung und Nächstenliebe. Die Analyse ihres Lebenszeugnisses zeigt, dass ihre Pastoral maßgeblich doxologisch inspiriert war: Die Verherrlichung Gottes leitet ihr Handeln auch dort, wo dies nicht unmittelbar erkennbar ist, und wird ihr zur Quelle einer umso größeren Nähe zum Menschen. Steiof zeichnet diese Dynamik bei Madeleine Delbrêl nach und bringt sie mit einer Auswahl alttestamentlicher Motive der Gottesverherrlichung ins Gespräch. Aus diesem Dialog der doxologischen Zeugnisse vergangener Glaubenssubjekte ergeben sich wichtige Impulse für das Verhältnis von Spiritualität und Pastoral heute.

Dorothee Steiof arbeitet in der Stabsstelle Caritastheologie im Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Dorothee Steiof

Verherrlichung Gottes

Praktische Theologie heute

Herausgegeben von Gottfried Bitter Kristian Fechtner Ottmar Fuchs Albert Gerhards Thomas Klie Helga Kohler-Spiegel Isabelle Noth Ulrike Wagner-Rau Band 131

Dorothee Steiof

Verherrlichung Gottes

Madeleine Delbrêl und alttestamentliche Texte

Verlag W. Kohlhammer

Meinem Vater Heinz Günther Steiof

Alle Rechte vorbehalten © 2013 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Reproduktionsvorlage: Michael Josupeit Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany

ISBN: 978-3-17-023012-5

E-Book-Formate

pdf:

978-3-17-026433-5

epub:

978-3-17-027184-5

mobi:

978-3-17-027185-2

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

A Einleitung

1. Hinführung

2. Die Leitfrage der Arbeit

3. Was ist Doxologie?

3.1 Der in dieser Arbeit verwendete Doxologiebegriff

3.2 Erste Annäherung an doxologische Vollzüge

4. Methodisches Vorgehen und Aufbau der Arbeit

4.1 Der Erfahrungsbegriff

4.2 Hypothesen

4.3 Aufbau der Arbeit

4.4 Die Besonderheit in der Doxologie: Es geht um „etwas“ und „alles“

5. Verortung des Themas in gegenwärtigen Kontexten

5.1 Gottes ‚Gewicht‘ und die „Last der Theodizee-Frage“26

5.2 Doxologie als wertvolle Wegbegleiterin in spirituellen Suchprozessen

5.3 Doxologie als Fragestellung der Praktischen Theologie

6. Methodische Grundlagen

6.1 Der Ansatz der topologischen Pastoral nach Hans-Joachim Sander

6.2 Doxologische Gestalten statt Definitionen von Doxologie

6.3 Hermeneutische Grundannahmen

B Hauptteil I: Doxologische Gestalten im Alten Testament

1. Einleitung

1.1 Hinführung

1.2 Auswahlkriterien der doxologischen Fundorte

1.3 Vorstellung der doxologischen Fundorte

1.4 Methodisches Vorgehen

2. Überblicksdarstellung 1: Die kabod-Tradition des Alten Testaments

2.1 Hinführung

2.2 Vorkommen von kabod im Alten Testament

2.3 Die Bedeutungsvielfalt von kabod

2.4 Menschliche Ehrung und Herrlichkeits-kabod: zwei Traditionslinien alttestamentlicher kabod-Erfahrung

2.5 Spirituelle Akzentsetzungen

3. Die Doxologie der Seraphen in Jesaja 6,3

3.1 Hinführung

3.2 Die kontextuelle Herausforderung

3.3 Der Text: Jes 6,1–11 (–13)116

3.4 Die Analyse der doxologischen Gestalt

3.4.1 Die Doxologie im Kontext von Jes 6,1–5 (Gottesvision)

3.4.1.1 Ein Prophet sieht seinen Gott – ein erster Durchgang durch den Text

3.4.1.2 Die Doxologie als Teil einer Gottesbegegnung

3.4.1.3 Sprachliche Beobachtungen zu Jes 6,3

Exkurs: Metaphorische Vertiefung der Begriffe Heiligkeit und Herrlichkeitsfülle

3.4.2 Die Doxologie im Kontext von Jes 6, 1–13

3.5 Implizite Theologie der Doxologie am Beispiel der exegetischen Diskussion von Jes 6

3.5.1 Doxologie als Begegnungsgeschehen zwischen Mensch und heiligem Gott – die Ansätze von Hanna Liss und Francis Landy

3.5.2 Doxologie als Huldigung des Königsgottes – der Ansatz von Hubert Irsigler

3.5.3 Doxologie als Sicherung des Kontaktes zwischen Gott und Mensch – der Ansatz von Friedhelm Hartenstein

3.5.4 Doxologie als Gerichtsdoxologie – der Ansatz von Rolf Knierim

3.5.5 Zusammenfassende Reflexion der exegetischen Diskussion

3.6 Spirituelle Akzentsetzungen

4. Das Lobpreisbekenntnis des Jeremia (Jer 17,14)

4.1 Hinführung

4.2 Die kontextuelle Herausforderung

4.3 Der Text: Jer 17,14–18

4.4 Die Analyse der doxologischen Gestalt

4.4.1 Ein erster Durchgang durch den Text

4.4.2 Lobpreis versus Spott – worunter leidet Jeremia?

4.4.3 Lobpreisbekenntnis und Bitte

4.4.4 Gott als Lobpreis und Zuflucht

4.4.5 Der Blick über Jer 17 hinaus – das tehilla-Bekenntnis Gottes zu seinem Volk

4.5 Spirituelle Akzentsetzungen

5. Gott verherrlicht sich selbst – Die Exoduserzählung in Ex 14 P

5.1 Hinführung

5.2 Die kontextuelle Herausforderung

5.3 Der Text: Ex 14 P

5.4 Die Analyse der doxologischen Gestalt

5.4.1 Die geschichtstheologische Position von Ex 14 P

5.4.2 Die Beziehungsstrukturen der beteiligten Handlungsträger

5.4.3 Selbstverherrlichung YHWHs als Machterweis an den Ägyptern

5.4.4 Selbstverherrlichung YHWHs als Selbstoffenbarung

5.5 Spirituelle Akzentsetzungen

6. Überblicksdarstellung 2: Doxologische Spiritualität im Psalter

6.1 Hinführung

6.2 Akzentsetzungen einer lobenden Gottesbeziehung in den Psalmen

6.2.1 Loben in vielfältigen Sprechakten

6.2.2 Die Maßlosigkeit und Ausdrucksfülle des Lobens

6.2.3 Freude und Sinnlichkeit im psalmistischen Gotteslob

6.2.4 Die Lobverben hll, brk, jdh

6.2.5 Die Beziehungsstrukturen im Lobvollzug

6.2.6 Spirituelle Akzentsetzungen

6.3 Gotteslob in der Gesamtanlage des Psalters

6.3.1 Loben in der Spannung von partikularer Erfahrung und ganzheitlicher Ausrichtung der Existenz

6.3.2 Preiswürdigkeit Gottes – auch in dunklen Stunden und über den eigenen Nutzen hinaus?

Exkurs: Die Gerichtsdoxologie des Achan (Jos 7,19–21)

6.3.3 Lob, das nichts als Lob sein will? Die Dimension der Absichtslosigkeit und Schönheit

6.3.4 Gott kommt an – Doxologie als Feier der Gegenwart Gottes

Exkurs: Das Anbrechen der Gottesherrschaft in den Lobaufrufen bei Charles Wesley

6.3.5 Wem gebe ich Macht? Die herrschafts- und religionskritische Funktion der Doxologie

6.3.6 Spirituelle Akzentsetzungen

7. Psalm 103 – Lobpreis der machtvollen Gnade

7.1 Hinführung

7.2 Der Text: Ps 103

7.3 Die Analyse der doxologischen Gestalt

7.3.1 Der Gesamtaufbau des Psalms

7.3.2 Die Beziehungsstrukturen in Ps 103

7.3.2.1 Loben ohne „Ich“ und „Du“?

7.3.2.2 Der Kreislauf einer lobenden Existenz: Von Gott her – zu Gott hin

7.3.2.3 Loben als Vollzug des unendlichen Abstandes (Asymmetrie) in der Gottesbeziehung

7.3.2.4 Ps 103 als „Lobdank“

7.3.2.5 Die Verbindung von Doxologie und confessio

7.3.2.6 Es geht um alles!

7.3.3 Der Erfahrungsbezug des Gotteslobs in Ps 103

7.3.3.1 Das Gottesbild von Psalm 103 – Gnade, Gerechtigkeit und Königsherrschaft

7.3.3.2 Die Gebetsdynamik in Richtung Universalität

7.3.4 Die offenbarungstheologische Dimension des Gotteslobs

7.3.4.1 Gott steigt herab

7.3.4.2 Gotteslob als gebetete Theophanie371

7.3.4.3 Gotteslob als Ort theologischer Kreativität

7.4 Spirituelle Akzentsetzungen378

8. Zusammenfassung

C Hauptteil II: Doxologische Gestalten im Lebenszeugnis von Madeleine Delbrêl

1. Einleitung

1.1 Hinführung

1.2 Quellenlage und Forschungsüberblick

1.3 Die Biographie von Madeleine Delbrêl400

1.4 Der historische Kontext

1.5 Warum Madeleine Delbrêl?

1.6 Methodisches Vorgehen

2. Analyseteil

2.1 Doxologische Gestalten im Kontext missionarischen Handelns

2.1.1 Kontextuelle Herausforderung

2.1.2 Die pastorale Antwort von Madeleine Delbrêl – der biographische Entdeckungszusammenhang

Gestalt 1: Gott als Lebendigen erfahren und anerkennen

2.1.3. Die pastorale Antwort von Madeleine Delbrêl – „Ville marxiste, terre de mission“

2.1.3.1 Die (textinterne) Verortung des Verherrlichungsmotivs im Gesamtaufbau des Buches

2.1.3.2 Das Kapitel „Ein unerwartetes Gesicht der Hoffnung. Die Herausforderung des Marxismus für eine Berufung für Gott“574

Gestalt 2: Glaubensverkündigung um Gottes selber willen

Gestalt 3: Atheisten im Dienste der Gottesverherrlichung?

Gestalt 4: Die ‚brutale Bewusstwerdung‘ der Bedeutung Gottes im eigenen Herzen

Dialog 1

2.1.3.3 Das Verlangen nach Gottes Herrlichkeit und sonst nichts? Christliches Handeln in der Doppeldynamik von Offenbarung und Verherrlichung

Dialog 2

2.1.4 Die pastorale Antwort von Madeleine Delbrêl – Die missionarische Situation des Einzelnen in ihrem Text „Zwei Abgründe“663

Gestalt 5: Handeln im Auftrag der Welt – wegen Gott

2.1.5 Die pastorale Antwort von Madeleine Delbrêl – Die missionarische Situation der Gemeinde

Gestalt 6: Zu Gott nie alleine gehen

2.2 Doxologische Gestalten in der Spannung von Gottesliebe und Menschenliebe

2.2.1 Kontextuelle Herausforderung

2.2.2 Die pastorale Antwort von Madeleine Delbrêl

Gestalt 7: Den lebendigen Gott als Lebendigen behandeln

Gestalt 8: Unterwerfung unter das Doppelgebot der Liebe im Namen aller

Gestalt 9: Liebe über die Grenzen des Glaubens hinaus

Gestalt 10: Als ‚kleiner‘ Mensch Gott im Namen aller öffentlich den Vorzug geben

Exkurs: Die Einsamkeit als Wurzelgrund der Verherrlichung Gottes

Dialog 3

Gestalt 11: Herrlichkeit und Güte

2.3 Anbetung als Vollzugsform der Gottesverherrlichung

2.3.1 Hinführung

2.3.2 Anbetung in der Gottesbeziehung

2.3.3 Anbetung als Lebensentwurf – das Zeugnis von Charles de Foucauld

2.3.4 Weitere Motive im Umfeld von Anbetung: Demut, Gehorsam, Armut und Opfer

2.3.5 Ein Gut Gottes werden839

Dialog 4

2.4 Doxologische Gestalten im Alltag der ‚normalen‘ Leute

2.4.1 Hinführung

2.4.2 Kontextuelle Herausforderung

2.4.3 Die pastorale Antwort von Madeleine Delbrêl – im Kontext ihrer Laienspiritualität

Gestalt 12: Für Gottes Herrlichkeit – gekettet an die Welt

Gestalt 13: Sich für Gottes Herrlichkeit nutzen lassen

2.3.4 Die pastorale Antwort von Madeleine Delbrêl – im Kontext ihrer Alltagsspiritualität

Gestalt 14: Geduldsproben des Alltags zur Ehre Gottes

Exkurs: Die Verherrlichung (glorification) des Menschen?

Dialog 5

2.5 Doxologische Gestalten im Kontext von menschlicher Sünde

2.5.1 Hinführung

2.5.2 Kontextuelle Herausforderung

2.5.3 Die pastorale Antwort von Madeleine Delbrêl

Gestalt 15: Die paradoxe Umwandlung von Sünde in Verherrlichung

2.5.4 Zusammenfassung

Dialog 6

D Schlussbemerkung

1. Von Gott wirklich groß denken – Gott allein ist herrlich

1.1 Doxologische Spiritualität als Ressource für die Entdeckung neuer Erfahrungs- und Ausdrucksformen der Gegenwart Gottes

1.2 Doxologische Spiritualität als Ressource für die Erfahrung des „Genug“ und der „Gratuität“ in der Liebe

1.3 Doxologische Spiritualität als Ressource für eine Nächstenliebe „auf Augenhöhe“

1.4 Doxologische Spiritualität als Ressource der Erfahrung einer „preis-würdigen“ Abhängigkeit

1.5 Doxologische Spiritualität als Ressource für die Entlastung vom Druck des Perfektionismus und der Reinheit für kirchliche Akteure

1.6 Doxologische Spiritualität als Ressource für eine Hoffnung über das Menschenmögliche hinaus

2. Doxologie als expliziter Erfahrungsort der Freude und ‚Nutzlosigkeit‘ in Beziehungen

2.1 Doxologische Spiritualität als Ressource einer Kultur der Freude am Dasein des Anderen

2.2 Doxologische Spiritualität als Ressource einer Liebe, die ihren Zweck in sich selbst findet (Lieben, um zu lieben)935

E Anhang

1. Persönliches Manuskript von Madeleine Delbrêl zur Situation in Ivry vom 07.02.1954939

2. Brief von Madeleine Delbrêl vom 30.06.1930 an Père Lorenzo940

3. Brief von Msgr. Veuillot vom 22.11.1956 an die Gemeinschaft von Madeleine Delbrêl (Ausschnitt)

4. Brief von Madeleine Delbrêl vom XX.XX.1958 an X.

5. Brief von Madeleine Delbrêl vom 14.10.1958 an Jacqueline X.

F Literaturverzeichnis

I. Texte, Werke und Sammelbände Madeleine Delbrêls

I.1 Veröffentlichte Schriften

I.2 Gesamtwerk von Madeleine Delbrêl

I.3 Verzeichnis der unveröffentlichten Schriften

II. Sonstige Literatur

Personenregister

Sachregister

Bibelstellenregister

Vorwort

Die vorliegende Arbeit wurde im Sommersemester 2012 von der Katholischtheologischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen als Dissertation angenommen und für die Drucklegung geringfügig überarbeitet.

Im Rahmen meiner Diplomarbeit im Fach Praktische Theologie hatte ich mich am Beispiel von Psalm 22 mit biblischen Klagegebeten beschäftigt und diese mit heutigen Erfahrungen von Klage in katholischen Beratungsstellen konfrontiert. Klagegebete stehen für eine Gottesbeziehung, in der Themen wie Konflikt, Enttäuschung, Aggression und die Erfahrung von Negativität nicht ausgeblendet werden.

Vor diesem Hintergrund entstand mein Interesse, mich einem Gottesbezug zuzuwenden, der mit der Klage eng zusammenhängt, aber doch einen ganz anderen Akzent setzt – der Verherrlichung und dem Lob Gottes, also der Doxologie:

Welches kritische Potential liegt gerade in diesem Gottesbezug für uns Menschen heute? Und wie sind Lob und Preis Gottes möglich in einem Leben, das wir oft nicht als „herrlich“ erfahren können?

Texte aus dem Alten Testament und das Werk der französischen Mystikerin Madeleine Delbrêl habe ich im Rahmen meiner Forschungstätigkeit hierzu befragt. Ich möchte daher zuallererst diesen Glaubenszeuginnen und – zeugen der Vergangenheit danken, dass ich von und mit ihnen gemeinsam lernen durfte, was es bedeutet, in je unterschiedlichen Situationen Gott die Ehre zu geben.

Doch auch viele wunderbare Menschen der Gegenwart haben mich auf diesem Weg begleitet – Freundinnen und Freunde, meine Familie, Kolleginnen und Kollegen …. Ihnen allen möchte ich an dieser Stelle von Herzen Danke sagen. Ich durfte in den letzten Jahren nicht nur wissenschaftlich viel lernen, sondern auch konkret erfahren, von vielen Menschen bei solch einem langen und oft schwierigen Lebensprojekt getragen zu sein. Nur wenige kann ich hier nennen.

Mein Doktorvater Prof. Dr. Ottmar Fuchs hat mich immer ermutigt, meinen eigenen theologischen Weg zu gehen und diesem zu trauen. Bei ihm durfte ich nicht nur fachlich-theologisch, sondern ganz praktisch-menschlich erfahren, wie schön es sein kann, wenn Gnade, Gotteslob und fränkischer Frohsinn zusammenkommen!

Prof. Dr. Walter Groß hat durch seine Vorlesung mein Interesse und meine Wertschätzung für das Alte Testament geweckt und mir als Zweitgutachter wertvolle thematische Hinweise zur Bearbeitung gegeben.

Susanne Glietsch hat das Wachsen der Arbeit mit unzähligen theologischen und freundschaftlichen Gesprächen in der Cafeteria des Theologikums begleitet und mir ihre Mitfreude an meinem Thema geschenkt. Antje Fetzer stand mir nicht nur mit fachlichem Rat, sondern vor allem als beste Freundin in allen Höhen und Tiefen des Lebens zur Seite.

Prälat Wolfgang Tripp und meine Kolleginnen und Kollegen beim Diözesancaritasverband Rottenburg-Stuttgart haben mir flexible Arbeitszeiten ermöglicht und mich durch ihr treues solidarisches Mitgehen auf meinem (immer länger werdenden …) Weg der Promotion gestärkt.

Ohne die vielen kleinen und großen Gesten der freundschaftlichen Ermutigung, die fachlichen Tipps und das genaue Lesen des Manuskripts durch Christian Bauer, Gottfried Bronn, Martina Erbach, Hélène Eichrodt-Kessel, Stefan Geiselhart, Agnes Jäck, Simone Lindorfer, Alfons Maurer, Elisabeth Rümenapf, Franz-Josef Scholz, Ines Weber, Birgit und Cajus Wypior wäre die Arbeit sicherlich auch heute noch nicht fertig.

Heike Bronn, Michael Josupeit und Sven Köder haben den Text Korrektur gelesen und mit Geduld, Wohlwollen und Umsicht dafür gesorgt, dass die Arbeit auch entsprechend „in Form“ kommen konnte.

Bei meinen Arbeiten im Archiv von Madeleine Delbrêl erfuhr ich herzliche Begleitung und Gastfreundschaft von Cécile Moncontíé, Suzanne Perrin und Anne-Marie Villemant. Für die Abdruckerlaubnis der Zitate von Madeleine Delbrêl danke ich den „Amis de Madeleine Delbrêl“ und dem Verlag Nouvelle Cité, der mit der Herausgabe ihres Gesamtwerkes betraut ist.

Druckkostenzuschüsse gewährten die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Diözese Speyer. Hierfür ebenso herzlichen Dank wie dem Verlag Kohlhammer und den Herausgebern und Herausgeberinnen der Reihe Praktische Theologie heute für die Aufnahme in das Verlagsprogramm.

Meine Eltern und Geschwister haben die Promotion durch vielfältige seelische und materielle Unterstützung begleitet und mir ermöglicht, nach meinem Medizinstudium und dreijähriger ärztlicher Tätigkeit meinen Herzenswunsch zu erfüllen und Theologie zu studieren.

Mein Vater hat die Fertigstellung der Arbeit leider nicht mehr erlebt. Er hätte sich sicherlich sehr darüber gefreut. Ihm möchte ich daher diese Arbeit in Dankbarkeit widmen.

Tübingen, im April 2013

Dorothee Steiof

A Einleitung

1. Hinführung

„Was machst du?“

„Ich schreibe eine theologische Doktorarbeit.“

„O, das ist ja interessant – und wie lautet dein Thema?“

„Ich schreibe über das Thema ,Lob und Verherrlichung Gottes‘.“

(Pause)

„Ah ja“ (ratlos) oder „Uff“ (eher geschockt), Schweigen, keine Nachfrage – Ende des Gesprächs.

So oder so ähnlich erlebte ich manchen Dialog zum Thema meiner Forschungsarbeit, in der ich Erfahrungen und Handlungsformen untersuchen möchte, die mit dem Thema „Lob und Verherrlichung Gottes“ – im Folgenden unter dem theologischen Oberbegriff „Doxologie“ zusammengefasst – verbunden werden. Ich konnte mich selbst dabei beobachten, der Frage nach dem Gegenstand meiner Arbeit manchmal auszuweichen oder schnell ein rechtfertigendes „aber“ anzufügen, um von vornherein klarzustellen, dass ich weder zu konservativen Kirchenkreisen noch zur Lobpreisbewegung gerechnet werden wollte. Ich nahm bei mir selbst wenig Vertrauen wahr, bei meinen theologischen und nicht-theologischen Gesprächspartnern mit dem Thema „Lob und Verherrlichung Gottes“ als Ausdrucksform des Christlichen positive Assoziationen auslösen zu können.

Wenn ich das Schweigen durchbrach und meine Gesprächspartnerinnen und -partner nach ihren spontanen Gedanken zu diesem Thema befragte, traf ich auf vielfältige Reaktionen – einige seien im Folgenden in Form von Gedächtnisprotokollen wiedergegeben.

In der Mehrzahl der Fälle traf ich auf Befremdung und negative Assoziationen:

„Verherrlichen führt weg von der Realität, da hebe ich ab.“
„Ich denke an die Sendung DSDS (,Deutschland sucht den Superstar‘) – hier müssen sich Leute klein machen und andere (die Jury) verherrlichen, um dann selbst verherrlicht zu werden.“
„Wer jemanden verherrlicht, möchte dessen Position haben, z. B. die Models in der Show von Heidi Klum: Sie verherrlichen Heidi Klum und wollen selbst auf ihrem Stuhl sitzen.“
„Menschen geben Verantwortung ab – das ist bequem, mach du mal … Ich frage mich: Wie kann ich vertrauen, wenn ich Herrschaft an jemanden abgebe? Es stellt sich die Frage in einer Beziehung: Was übernehme ich, was ist meins, meine Aufgabe – was übernimmst du?“
„Kann man sich das heute noch erlauben? Tut man das noch in dieser Zeit – nach unserer Geschichte mit Hitler? Hitler ist verherrlicht worden. Ich denke auch an Sektenführer – an Menschen, die ihre Macht missbraucht haben.“
„Verherrlichen ist tabuisiert und geschieht doch täglich – Menschen oder Materielles werden verherrlicht.“
„Verherrlichung des Menschenmöglichen: ,Du musst nur wollen …‘ Wo dem Menschen alles möglich ist, wird der Mensch verherrlicht. Dahinter steht das Bild: Der Mensch kann alles machen, er muss nur wollen, er hat unbegrenzte Möglichkeiten, ist ein Übermensch …“
„Das Thema ist mir eher fremd, weckt negative Assoziationen wie: jemanden auf den hohen Sockel stellen. Es hat mit Unterwürfigkeit auf der einen Seite und Eitelkeit auf der anderen Seite zu tun.“
„Ich muss zuerst sagen, dass ich Kirche und Religion sehr kritisch gegenüber eingestellt bin. Verherrlichen ist da für mich die Spitze des Eisbergs. Es steht ganz nah an der Grenze zu Radikalismus und Fundamentalismus von Religion. Wenn ich Gott oder Mohammed verherrliche, dann finde ich alles andere schlecht, hat alles, was nicht meiner Religion entspricht, keinen Wert. Verherrlichen steht für die Tendenz von Religionen, nur das eigene gelten zu lassen (,Enge‘).“
„Mit Loben kann ich nichts anfangen, aber das ist schwächer, nicht ganz so schlimm wie Verherrlichen.“
„Nichts!“
„Ich verbinde damit etwas von außen Aufgesetztes, von der Amtskirche, der Institution Verordnetes. Das ist nicht meine Sprache. Das berührt nichts in mir, was von Herzen kommt, was mir Heimat gibt.“

Es gab allerdings auch Reaktionen (z. T. von denselben Gesprächspartnerinnen und -partnern), in denen eher positive Assoziationen zum Ausdruck kamen:

„Meint nicht Verherrlichen auch, das Göttliche in allem zu sehen und den Auftrag, die Schöpfung zu bewahren?“
„Ein erfülltes und reichhaltiges Leben, die Möglichkeit zur absoluten Entfaltung haben.“
„Lob ist der Urbegriff dafür, dass das Leben ein Geschenk ist und wir Verantwortung haben.“
„Was ich im Leben an Berührung erfahren habe …“

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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