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Nun gibt es eine Sonderausgabe – Dr. Norden Extra Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. Selina Meringer drehte den grünen Briefumschlag zwischen den Fingern. Die Anschrift war mit der Maschine geschrieben, aber ein Absender war nicht angegeben. Der intensive Duft eines schweren Parfums stieg ihr in die Nase. Sie zögerte, ihn zu öffnen, ohne dafür eine Erklärung zu wissen. Sie blickte auf die Wanduhr. Es war höchste Zeit, denn sie hatte einen Termin bei Dr. Norden. Also steckte sie den Brief mit der anderen Post in ihre Handtasche, da sie von der Praxis aus ins Büro fahren wollte, um sich auf dem laufenden zu halten. Sie hatte ihren Urlaub auf Jamaika verbracht und einen Virus aufgefangen, der sie noch nachhaltig schwächte. Dr. Norden hatte ihr eindringlich geraten, sich zu schonen. Selina war neunundzwanzig Jahre und Direktionsassistentin in einem Elektrokonzern. Ihr war nichts in den Schoß gefallen. Sie hatte sich alles erkämpfen müssen, da sie von ihren zerstrittenen Eltern keinerlei Unterstützung bekommen hatte. Sie war ihren Weg zielstrebig gegangen. Sicher hatte ihr dabei ihr sehr ansprechendes Äußere geholfen, ihr selbstsicheres Auftreten, und nicht zuletzt natürlich ihre Intelligenz und Creativität. Ganz gewiß konnte man ihr nicht nachsagen, daß sie ihre Stellung durch eine heiße Affäre mit dem Chef bekommen hätte. Der bisherige Chef war glücklich verheiratet und gerade auch Großvater geworden. Er hatte sich ins Privatleben zurückgezogen, und nun war Selina sehr besorgt, wie sie mit dem neuen Chef, den sie durch ihre Krankheit noch gar nicht kannte, auskommen würde. Sie war pünktlich in Dr.
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Seitenzahl: 110
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Selina Meringer drehte den grünen Briefumschlag zwischen den Fingern. Die Anschrift war mit der Maschine geschrieben, aber ein Absender war nicht angegeben. Der intensive Duft eines schweren Parfums stieg ihr in die Nase.
Sie zögerte, ihn zu öffnen, ohne dafür eine Erklärung zu wissen. Sie blickte auf die Wanduhr. Es war höchste Zeit, denn sie hatte einen Termin bei Dr. Norden. Also steckte sie den Brief mit der anderen Post in ihre Handtasche, da sie von der Praxis aus ins Büro fahren wollte, um sich auf dem laufenden zu halten. Sie hatte ihren Urlaub auf Jamaika verbracht und einen Virus aufgefangen, der sie noch nachhaltig schwächte. Dr. Norden hatte ihr eindringlich geraten, sich zu schonen.
Selina war neunundzwanzig Jahre und Direktionsassistentin in einem Elektrokonzern. Ihr war nichts in den Schoß gefallen. Sie hatte sich alles erkämpfen müssen, da sie von ihren zerstrittenen Eltern keinerlei Unterstützung bekommen hatte. Sie war ihren Weg zielstrebig gegangen. Sicher hatte ihr dabei ihr sehr ansprechendes Äußere geholfen, ihr selbstsicheres Auftreten, und nicht zuletzt natürlich ihre Intelligenz und Creativität. Ganz gewiß konnte man ihr nicht nachsagen, daß sie ihre Stellung durch eine heiße Affäre mit dem Chef bekommen hätte. Der bisherige Chef war glücklich verheiratet und gerade auch Großvater geworden. Er hatte sich ins Privatleben zurückgezogen, und nun war Selina sehr besorgt, wie sie mit dem neuen Chef, den sie durch ihre Krankheit noch gar nicht kannte, auskommen würde.
Sie war pünktlich in Dr. Nordens Praxis und wurde von Wendy freundlich begrüßt.
»Leider müssen Sie noch ein bißchen warten, Frau Meringer«, sagte Wendy entschuldigend, »aber es ist grad ein Bub gebracht worden, der in einen Stacheldraht gefallen ist.«
»Da kann der Junge einem ja nur leid tun, denn das muß höllisch weh tun«, sagte Selina. »Ich habe Zeit, ich bin ja noch krankgeschrieben.«
»Aber es geht Ihnen hoffentlich besser.«
»Ja, im großen und ganzen schon, nur der Kreislauf macht mir manchmal noch zu schaffen.«
»Das macht der niedrige Blutdruck«, meinte Wendy.
»Mir fehlt der Streß«, lachte Selina.
Wenn sie lacht, ist sie einfach umwerfend, dachte Wendy. Wieso hat diese Frau eigentlich noch keinen Mann gefunden?
Darauf hätte ihr Selina eine ganz einfache Antwort geben können. Es hatte schon genug Männer gegeben, die sich um sie ehrlich bemüht hatten, aber es war der Richtige nicht dabeigewesen. Sie war ziemlich wählerisch und ließ sich in kein Abenteuer ein.
Sie setzte sich in den Therapieraum, in dem sie allein war. Nun hatte sie Zeit, ihre Post zu lesen. Zuerst den Brief in dem grünen Umschlag. Sie war jetzt doch neugierig geworden, und sie war erstaunt, als sie die Unterschrift las.
Melanie Bartholie, den Namen hätte sie gar nicht vergessen können, denn seit der Schulzeit, in der sie vier Jahre gemeinsam die Schulbank gedrückt hatten, hatte sich die graue Maus, wie Melanie spöttisch genannt worden war, zu einer recht bekannten Fernsehmoderatorin gemausert, die man jetzt jedoch als Klatschtante bezeichnete.
Selina konnte sich nicht genug wundern, denn Melanie lud zu einem Klassentreffen ein, in ihr Haus.
Ich schreibe an einem Buch und habe dafür sehr genau recherchiert, las Selina. Es wird sicher für Euch alle interessant sein zu erfahren, was ich über Euch alles weiß. Klang das nicht wie eine Drohung? Ich sehe Gespenster, ärgerte sich Selina. Was konnte sie gerade über die schon schreiben oder gar in Erfahrung gebracht haben. Sie hatte wahrlich keinen Grund, sich Gedanken zu machen, aber wahrscheinlich wollte Melanie alle nur neugierig machen.
Doch seltsamerweise erinnerte sie sich auch deutlich daran, daß Melanie von manchen ständig verspottet worden war, weil sie plump und voller Hemmungen gewesen war, und sie dachte auch daran, daß sie manchmal oder auch mehrere Male von Melanie gesagt bekamen: Eines Tages werde ich mich dafür rächen, ihr werdet euch noch wundern!
Aber auf sich brauchte Selina das nicht zu beziehen. Sie hatte neben Melanie gesessen und sie auch in Schutz genommen, wenn es ihr nötig erschienen war, aber sicher hatte sie freche Bemerkungen von den Mitschülerinnen auch nicht so tragisch genommen, wie es Melanie wohl getan hatte.
Irgendwie war ihr diese Einladung jedoch suspekt und verursachte ihr Unbehagen. Wie würden wohl die anderen es aufnehmen, zum Beispiel Corinna, die ja ein recht bewegtes Leben führte, bevor sie den Staatsanwalt Rainer Beck geheiratet hatte. Corinna hatte Selina öfter mal getroffen, wie auch Sigrid, Karen und Josi. Bei dem Gedanken, daß sie sich vielleicht alle in Melanies Haus treffen würden, konnte Selina nur den Kopf schütteln.
Sie waren alle völlig unterschiedlich, und sie konnte sich auch nicht denken, daß die anderen überhaupt einen Gedanken daran verschwenden würden, Melanies Aufforderung Folge zu leisten. Oder war da die Neugierde ausschlaggebend, und vielleicht sogar eine gewisse Angst, was Melanie da von sich geben würde in ihrem Buch? Zuzutrauen wäre es ihr schon, daß es eine boshafte Rache werden könnte.
Selina war ganz verwirrt, als Dr. Norden nun so plötzlich eintrat. Sie ließ den Briefbogen fallen, sprang errötend auf und lächelte verlegen. Bevor sie sich bücken konnte, hatte er den Bogen schon aufgehoben.
»Hoffentlich keine schlechte Nachricht«, sagte er.
Ohne es eigentlich zu wollen, erzählte ihm Selina, worum es sich handelte.
»So was kann doch ganz witzig sein«, meinte er. »Meine Frau war schon zweimal zu Klassentreffen und es war immer sehr nett. Wenn man so sieht, wie die anderen sich entwickelt haben, staunt man manchmal. Diese Bartholie scheint sich doch einen Namen gemacht zu haben. Nennt man sie nicht das Klatschmaul vom Dienst?«
»Sie wissen das?« staunte Selina.
Er lächelte flüchtig. »Sie war sogar schon einmal bei mir.«
»Und wie ist Ihre Meinung?«
»Ich habe keine Meinung nach einem einmaligen Besuch.«
»Ich bin schon neugierig«, gab Selina zu, »aber irgendwie ist mir auch nicht ganz wohl bei dem Gedanken, in ihr Haus zu gehen. Ein neutraler Ort wäre mir lieber.«
»Tun Sie nichts, was Ihnen zuwider ist, Frau Mehringer. Sie waren sehr krank und sollten sich noch keinen psychischen Belastungen aussetzen. Sie müssen sich jetzt doch auch erst an einen neuen Chef gewöhnen.«
»Diesbezüglich bin ich ganz realistisch. Wenn wir nicht auskommen können, suche ich mir eine andere Stellung. Da habe ich keine Schwierigkeiten.«
Davon war auch Dr. Norden überzeugt, denn sie würde jeder mit Kußhand nehmen. Er verschrieb ihr noch ein Kräftigungsmittel und sagte ihr, daß sie erstmal mit halber Kraft beginnen solle.
»Sie ist eine tolle Frau, ich mag sie«, sagte Wendy, als Selina gegangen war. »Will sie eigentlich Single bleiben?«
»Da bin ich überfragt, aber als Hausfrau und Mutter kann ich sie mir nicht so recht vorstellen«, meinte er lächelnd.
*
Dr. Bernd Marschall stand schon auf dem Messingschild an der Tür zum Chefzimmer. Selina verhielt einen Augenblick den Schritt und zögerte, ihr Zimmer zu betreten. Dort saß Hanna Bernhard an ihrem Schreibtisch. Sie schien nicht besonders erfreut zu sein, als Selina erschien.
Sie rang sich ein Lächeln ab. »Sind Sie wieder gesund?« erkundigte sie sich. »Ich hoffe doch, daß ich Sie einigermaßen würdig vertreten habe. Mit dem Neuen kann man allerdings nicht so schnell warm werden.«
Vielleicht hatte sie sich erhofft, daß er mit ihr so zufrieden sein würde, daß sie Selinas Platz behalten könnte. Selina traute es ihr zu, denn Hanna überschätzte sich und hielt sich für unwiderstehlich. Da sie auch sehr bemüht war, sehr vorteilhaft zu wirken, nahm Selina an, daß sie Dr. Marschalls Aufsehen erregen wollte.
»Melden Sie mich bitte bei Dr. Marschall an«, wurde Hanna aufgefordert, was sie dann auch mit deutlichem Unwillen tat.
»Wahrscheinlich wird er keine Zeit haben«, sagte sie, aber dann mußte sie sagen, daß Dr. Marschall Selina erwartete.
Dr. Marschall erhob sich, als Selina eintrat. Sie sah einen dunkelhaarigen Mann, der etwa einen halben Kopf größer war als sie, breitschultrig und bestimmt noch keine vierzig Jahre alt. Er hatte ein markantes Gesicht, graue Augen mit einem durchdringenden Blick, einen schmalen, aber gutgeschnittenen Mund, der einen sarkastischen Zug hatte.
»Ich hoffe, daß Sie bald ganz genesen sind«, sagte er. »Es würde mir das Einleben erleichtern, da mein Vorgänger mir gesagt hat, wie zuverlässig Sie sind.«
Natürlich klang das etwas steif, aber sie hatte das Gefühl, daß er meinte, was er sagte.
»Ich kann morgen meine Arbeit aufnehmen, falls Sie es wünschen«, erwiderte sie stockend. Sie ärgerte sich, weil sie so gehemmt war, aber sein Blick irritierte sie. Es war ihr, als würde er bis auf den Grund ihrer Seele blicken.
»Ich möchte, daß Sie ganz gesund sind und sich der Arbeit gewachsen fühlen.«
»Ich bin jetzt wieder gesund. Es hat mich geärgert, daß es mich so erwischt hatte. Ich werde künftig nur noch in heimischen Gefilden Urlaub machen.«
Jetzt lächelte er aufmunternd. »Gefahren lauern überall, aber ich freue mich auf die Zusammenarbeit. Frau Bernhard hat nicht den richtigen Überblick.«
Selina war leicht irritiert. Eigentlich wirkte er sehr reserviert, und sie konnte sich auch sehr gut vorstellen, daß er mit Hanna Bernhard nicht zurechtkam, da sie sich immer in Szene setzte.
»Ich freue mich auch«, sagte sie stockend. »Dann bleibe ich Direktionsassistentin?«
»Selbstverständlich, es sei denn, daß Sie andere Pläne haben, was ich allerdings bedauern würde.«
»Ich habe keine anderen Pläne«, erwiderte sie.
»Dann bis morgen?«
»Bis morgen.«
Hanna Bernhard musterte sie aus schmalen Augen, als sie in ihr Büro zurückkehrte. »Dann kann ich wohl meinen Platz räumen«, sagte sie spitz.
»Es war immer mein Büro«, erwiderte Selina ruhig.
»Jetzt wird aber ein anderer Wind wehen. Neue Besen kehren gut.«
»Meinen Kopf brauchen Sie sich trotzdem nicht zu zerbrechen. Ich komme morgen. Für heute soll es genug sein. Auf Wiedersehen.«
Selina kaufte unterwegs noch einiges ein, dann fuhr sie zu ihrer Wohnung. Es war eine sehr hübsche Wohnung. Die Miete war ziemlich hoch, aber ihr war ein behagliches Heim wichtiger, als oft auszugehen. Und erst in diesem Jahr hatte sie die größere Reise gemacht, die in jeder Beziehung zu einer großen Enttäuschung geworden war. Hatte sie doch tatsächlich gedacht, daß ein gemeinsamer Urlaub ihre Freundschaft mit Götz Hallard festigen könnte. Das Gegenteil war der Fall gewesen. Sie hatte die andere Seite seines sonst so charmanten Wesens kennengelernt, den Egoisten, den Macho, der nur seinen Willen durchsetzen wollte. Und er hatte ihr zu deutlich zu verstehen gegeben, was er sich von dem gemeinsamen Urlaub versprochen hatte, und er durchaus bereit war, sich gewaltsam zu nehmen, was sie ihm versagen wollte. Es war ein schlimmer Schock für sie gewesen.
Sie wollte nicht mehr daran denken. Er hatte sich mit anderen, entgegenkommenderen Frauen amüsiert, und sie war um eine Erfahrung reicher.
Sie war in der Küche und richtete sich einen Imbiß her, als das Telefon läutete.
Sie ließ sich Zeit, meldete sich dann aber doch. Eine schrille, erregte Frauenstimme tönte an ihr Ohr, die sie nirgends einordnen konnte.
»Du hast meine Einladung bekommen? Ich muß dich aber unbedingt vorher sprechen.« Das ist Melanie, dachte Selina. Was soll das alles eigentlich?
»Ach, du bist das«, sagte sie kühl. »Ja, die Einladung habe ich bekommen, aber ich weiß noch nicht, ob ich Zeit haben werde.«
»Du kannst mir doch keinen Korb geben. Es ist so wichtig für mich, mit euch zu sprechen, aber ich stehe momentan unter Druck, Selli. Es wäre mir sehr wichtig, dich allein zu sprechen.«
Selli hatte schon ewig niemand mehr zu ihr gesagt, und sie hatte es auch nie gemocht. Es wurde Selina in diesem Augenblick bewußt, daß sie eigentlich nie eine richtige Freundin gehabt hatte, mit der sie offen reden konnte. Was erwartete also Melanie von ihr? Jedenfalls war sie jetzt erst recht neugierig geworden.
»Du kannst zu mir kommen«, sagte sie. »Ich möchte heute nicht mehr aus dem Haus gehen.« Sie rechnete jedoch damit, daß Melanie einen anderen Vorschlag machen würde, doch sie hatte sich getäuscht.
»Kann ich gleich kommen?« fragte sie, und es klang gehetzt.
Sie hatte Angst, ging es Selina durch den Sinn. Ob ihr jemand von den andern gedroht hatte in bezug auf das Buch und die angekündigten Enthüllungen?
»Ich bin zu Hause. Von wo kommst du? Es ist nicht ganz einfach zu finden.«
»Ich weiß, wo du wohnst«, sagte Melanie.
Komisch, dachte Selina, wer weiß das bisher schon. Sie empfing eigentlich auch nie Besuch. Götz war ein paarmal bei ihr gewesen, aber auch er hatte die kleine Straße nicht so leicht gefunden.
Was soll ich ihr anbieten, überlegte sie, und entschloß sich, ein paar Piccolos kaltzustellen. Gebäck hatte sie immer im Haus, ein Schinkenbrot konnte sie ihr auch anbieten. Sie machte sich über sich selbst lustig, weil sie darüber nachdachte. Schließlich kam Melanie so überraschend, daß sie wohl nicht erwartete, bewirtet zu werden.
Dann erschien sie auch schon, viel früher, als zu erwarten gewesen war. Sie mußte in der Nähe gewesen sein, und wie Selina aus der Einladung wußte, befand sich ihre Wohnung in einem entfernten Stadtteil.
Von einem Pummel konnte man nicht mehr reden, und Selina hätte sie bestimmt nicht wiedererkannt, wenn sie ihr zufällig begegnet wäre.
Da mußte wohl auch ein Schönheitschirurg am Werke gewesen sein, denn das Gesicht wirkte maskenhaft, allerdings auch fast vollkommen. Melanie war supermodern gekleidet. Selina hätte den Rock des schicken Kostüms länger gewählt, da die Beine nicht so sehenswert waren wie das Gesicht, aber an Selbstbewußtsein schien es Melanie nicht mehr zu mangeln, wenngleich sie jetzt auch außerordentlich angespannt wirkte. Sie verstieg sich nicht zu überschwenglicher Freundlichkeit und schien auch keine herzliche Begrüßung zu erwarten.
