Beschreibung

Zwei Frauen verschwinden spurlos. Einziger Anhaltspunkt für die Angehörigen: ein Brief mit der Anleitung zu einem perfiden Spiel. Nur wenn sie die Regeln befolgen und innerhalb von drei Tagen herausfinden, warum die Frauen entführt wurden, können sie ihnen das Leben retten. Ermittlungen in einem anderen Fall führen Bezirksinspektor Mück zu den dramatischen Ereignissen rund um die Entführungen. Er deckt unglaubliche Zusammenhänge auf. Es beginnt ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.

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Seitenzahl: 339

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Beliebtheit


Roman Klementovic

Verspielt

Thriller

Impressum

Personen und Handlung sind frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen

sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Besuchen Sie uns im Internet:

www.gmeiner-verlag.de

© 2015 – Gmeiner-Verlag GmbH

Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch

Telefon 0 75 75 / 20 95 - 0

[email protected]

Alle Rechte vorbehalten

1. Auflage 2015

Lektorat: Claudia Senghaas, Kirchardt

Herstellung/E-Book: Mirjam Hecht

Umschlaggestaltung: U.O.R.G. Lutz Eberle, Stuttgart

unter Verwendung eines Fotos von: © view7 / photocase.de

ISBN 978-3-8392-4854-6

Widmung

Für meine Nichte Helena.

MORGENKAFFEE

Wien, Freitag, 27. November

Die Lichter blenden.

Menschenmassen strömen ihm entgegen, ziehen an ihm vorbei. Ein Gewirr aus Stimmen.

Eine Straßenbahn fährt ein. Ihr Bimmeln erscheint ihm unnötig und viel zu laut. Er flucht innerlich.

Mechanisch steuert er auf sein Ziel zu.

Der Duft von frisch gemahlenem Kaffee und warmem Gebäck steigt ihm in die Nase, verdrängt den Uringestank.

»Na, heute sind wir aber besonders früh dran, Herr Inspektor. Wieder bereit, die Welt zu retten?«

Er sieht sie aus rot unterlaufenen Augen an, verkneift sich ein Gähnen und antwortet mit einer Grimasse, die ein Lächeln darstellen soll.

»Das Gleiche wie immer?«

Er nickt und versucht sich abermals an einem Lächeln.

VORSPIEL

Dienstag, 1. Dezember

1. Kapitel

Panik steigt in ihr hoch. Sie stolpert von einer Ecke in die nächste. Tastet sich an den kalten, feuchten Steinwänden entlang.

Sie ist immer noch benommen, in ihrem Kopf pocht ein dumpfer Schmerz. Ihre Gedanken überschlagen sich.

Zögerlich tastet sie ihren Körper ab. Sie ist splitternackt. Sie legt die Hände auf ihren nackten Bauch, lässt sie dort. Oh Gott.

»Hallo? Ist da jemand?«, ruft sie und erschrickt darüber, wie ängstlich ihre Stimme klingt.

Sie hält die Luft an und lauscht.

Das Echo ihres Rufs verstummt. Vollkommene Stille.

Sie blickt in alle Richtungen, in der Hoffnung, irgendwo einen Schimmer von Licht zu entdecken. Doch vergebens – alles um sie herum ist schwarz. Sie hält sich die Hände vors Gesicht, doch selbst jetzt kann sie ihre Handflächen nicht sehen.

»Hilfe!«, brüllt sie.

Wieder umhüllt sie diese drückende Stille. Und ein modriger Geruch.

Immer wieder schießen ihr dieselben Fragen durch den Kopf: Wo ist sie? Wie ist sie hierher gekommen? Warum ist sie hier? Und wo ist ihre Kleidung?

Ihre Erinnerung ist unklar. Bilder blitzen vor ihrem geistigen Auge auf und verschwinden wieder: Sie liegt auf dem Stuhl. Ist auf dem Heimweg. Sitzt in der U-Bahn. Viele Stimmen. Von irgendwoher Musik. Grelles Licht. Doch dann? Sie kann sich einfach nicht erinnern.

Totale Verzweiflung. Bitte sag, dass das nicht wahr ist.

Sie atmet unkontrolliert und hat das Gefühl, kaum noch Luft zu bekommen. Mit dem Rücken lehnt sie am feuchten Stein. Sie versucht, ihre Atmung wieder in den Griff zu bekommen.

»Scheiße! Scheiße! Scheiße!«

Sie tastet sich weiter an der Wand entlang. Macht ganz kleine Schritte. Sucht die Mauer nach einem Fenster, einer Tür oder einem Verschlag ab. Nach irgendetwas.

Sie versucht, die Angst zu unterdrücken.

Plötzlich ist kein nasser Stein mehr unter ihren Fingern. Zum ersten Mal keimt so etwas wie Hoffnung in ihr auf. Ihre Hände gleiten über eine kalte, glatte Oberfläche. Ja, das muss eine Tür sein. Nur kann sie keine Schnalle finden. Sie spürt einen feinen Luftzug auf ihrer nackten Haut.

Sie presst ihre Fingerspitzen in den kaum merkbaren Spalt zwischen Tür und Zarge. Zerrt daran. Ein Fingernagel bricht.

Mit beiden Fäusten trommelt sie dagegen. Fester und fester. Irgendwer muss sie doch hören.

»Ist da jemand?«

Ihre Faustschläge dröhnen durch die Dunkelheit. Sie wird immer hysterischer. Ihr Herz rast. Tränen schießen ihr in die Augen.

»Hilfe!«, brüllt sie immer wieder. Bis ihre Stimme versagt und sie völlig erschöpft zu Boden sinkt.

2. Kapitel

Dienstagabend. Der Wiener Abendverkehr gerät immer wieder ins Stocken. Regentropfen prasseln gegen die Fensterscheiben, im Radio trällern Wham ihr Last Christmas, und eben hat er einen Teenager in kurzen Hosen an einer roten Ampel warten sehen. An beiden Straßenseiten reihen sich Schaufenster mit Weihnachtsbeleuchtung aneinander. Eine äußerst seltsame Kombination.

Martin Fink blickt über die Schulter der knochigen Taxifahrerin hinweg auf die Temperaturanzeige des Mercedes-Taxis. 13 Grad. Und das Anfang Dezember. Er kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es in ein paar Tagen wirklich schneien soll, so wie er es in der Zeitung vorhin im Flieger gelesen hat.

»Das Wetter ist ein Wahnsinn, was?«, sagt die Taxlerin, als ob sie Martins Gedanken gelesen hat. Ihre Stimme klingt rau, sie stinkt nach Rauch und sie sieht aus, als ob sie ihr Pensionsalter längst überschritten hat. Sie sucht Martins Blick im Rückspiegel. »Ich sag’ Ihnen, das ist diese Erderwärmung.«

»Mmh.« Martin fühlt sich ausgelaugt und unglaublich erschöpft.

»War’n Sie in der Karibik, weil S’ so braun sind?«

Braun? Ich? Martin muss lächeln. Das Einzige, das an ihm braun ist, sind seine Haare. Und selbst die werden in letzter Zeit immer grauer. Er schätzt den Konversationsversuch der Fahrerin – aber trotzdem fühlt er sich zu müde dafür. »Nein, in Zürich.«

»Ah, schöne Stadt.«

»Waren Sie schon mal dort?«

»Nein. Aber ich hab’ eine Dokumentation im Fernsehen gesehen. Sehr interessant. Wussten Sie …«

Die Fahrerin redet weiter, aber Martin hört ihr nicht mehr zu. Der Belvederegarten zieht vor seinem Fenster vorüber. Schnell ist er wieder tief in seinen Gedanken versunken.

Die Verhandlungen in Zürich sind hart gewesen. Rudi und er haben das ganze Wochenende durchgearbeitet und kaum geschlafen. Aber immerhin haben sie erreicht, was sie wollten.

In den nächsten Tagen muss er jetzt nur noch die Adaptionen aufbereiten und die Verträge fertigstellen. Vielleicht noch ein oder zwei Mal nach Zürich. Aber dann steht der Fusion nichts mehr im Weg. Wenn alles klappt, wird das der größte Deal, den KOVACIC & FINK jemals abgewickelt haben. Gut für den Ruf der Kanzlei, gut für jede Menge neuer Aufträge.

Die Frage ist nur, ob er das auch wirklich will. Er ist 35 und hat den Blutdruck eines 70-Jährigen. Er arbeitet viel zu viel und hat kaum noch Zeit für sich und Maria. Tennisspielen war er schon eine Ewigkeit nicht mehr, und die Bücher, die er sich in letzter Zeit vorgenommen hat zu lesen, sind jetzt schon mit einer dicken Staubschicht bedeckt.

Und wie wird Maria wohl darauf reagieren, wenn er künftig abends noch länger im Büro sitzt?

So schwierig ihre kurze Ehe bisher auch gewesen ist, Martin ist fest entschlossen, darum zu kämpfen. Er will Maria nicht aufgeben. Nicht nach nur drei Jahren. Auch wenn sie von Grund auf so verschieden sind: Er, der Extro­vertierte und Unternehmungslustige, dessen Leidenschaft es ist, sein Netzwerk immer weiter zu vergrößern und die Kanzlei zu führen. Sie, die Schüchterne und Unsichere, die den Kontakt zu Fremden scheut und sich am liebsten zu Hause verkriecht.

Maria wirft ihm jetzt schon vor, mehr Zeit mit Rudi, seinem Kanzleipartner, zu verbringen als mit ihr. Das gemeinsame Thermenwochenende schiebt er nun schon seit Monaten auf.

Er wird das alles in Ruhe mit ihr besprechen müssen. Aber nicht an ihrem gemeinsamen Dienstagabend.

Martin beobachtet die abendliche Hektik auf der Straße. Menschen schleppen übergroße Einkaufssackerln, tippen und brüllen in ihre Handys, Autofahrer fluchen und gestikulieren hinter ihren Lenkrädern. Radfahrer und Motorradfahrer drängen sich in jede noch so kleine Verkehrslücke.

»Sie sind nicht zufällig mit dem verwandt, oder?«, fragt die Taxlerin.

Martin wird aus seinen Gedanken gerissen. »Was? Mit wem?«

»Na, mit dem Clooney.«

»Dem Schauspieler?«

»Ja.«

Martin muss lachen. »Nein, wieso?«

»Na, sie haben die Haare genauso wie er. So ein bisserl grau halt. Und die Nase …«

»Nein, nein.« Martin schüttelt den Kopf.

In dem Moment klingelt das Handy der Fahrerin.

»Stört es Sie?«, fragt sie und wartet Martins Antwort nicht ab. Sie geht ran. »Hallo, Bärli …«

Gott sei Dank! Mit einem Schmunzeln auf den Lippen fragt sich Martin, wie weit die Frau wohl noch gegangen wäre, um ein wenig Konversation zu treiben.

Er sehnt sich danach, endlich nach Hause und aus dem verdammten Anzug und den immer enger werdenden Maßschuhen herauszukommen. Eine Dusche, ein kühles Bier und Maria – das ist es, was er nun braucht. Er kann den gemeinsamen Abend auf der Wohnzimmercouch kaum erwarten.

»Maria!«, ruft er, lässt die Tür ihrer luxuriösen Dachgeschosswohnung im 4. Wiener Gemeindebezirk hinter sich zu fallen und beginnt damit, an seinen durchnässten Schuhen herumzuzerren. »Ich bin zu Hause!«

Stille.

Martin streift seinen schwarzen Herbstmantel und sein Jackett ab und blickt auf seine Armbanduhr, die unter der weißen Hemdmanschette zum Vorschein kommt. Es ist kurz vor acht.

»Maria?«

Wieder keine Antwort.

Komisch, Maria müsste doch schon längst daheim sein.

Er geht in die Küche, legt den Poststapel, den er von unten mitgenommen hat, auf den massiven Holztisch, und steuert direkt auf den Kühlschrank zu, um sich eine Flasche Corona herauszuholen. Das Zischen beim Öffnen klingt wie Musik in seinen Ohren. Er lehnt an der Kochinsel und leert die Flasche zur Hälfte.

Er wählt Marias Nummer und kommt sofort in ihre Mobilbox. »Seltsam«, murmelt er. Sein Blick fällt auf den Herd. Er ist leer, alles scheint unberührt. Dabei wollte Maria doch für sie beide kochen.

Er macht das Küchenradio an. Pink trällert mit ihrer nervtötenden Stimme. Martin wechselt den Sender. Nickelback. Bitte nicht! Er legt eine CD ein. Ah, Miles Davis! Schon besser!

Gedankenverloren starrt Martin aus dem Panoramafenster hinaus über die Dächer der Innenstadt. Nicht weit entfernt liegt die beleuchtete Karlskirche.

Der Regen ist mittlerweile stärker geworden. Das Prasseln der schweren Tropfen und die sanften Trompetenklänge aus dem Radio bilden eine beruhigende Geräuschkulisse. Martin versucht sich einzureden, dass seine Sorgen überzogen sind.

Während er sein Bier leert, überfällt ihn Müdigkeit. Er gähnt herzhaft, reibt sich die Augen und beschließt, erst einmal eine ausgedehnte Dusche zu nehmen.

Das heiße Wasser und der wohlige Duft von Marias Vanilleduschgel haben Martin unglaublich müde gemacht. Er wischt den Badezimmerspiegel trocken und erschrickt bei dem Anblick, der sich ihm bietet. Das Weiß seiner Augen ist von unzähligen roten Äderchen durchzogen. Darunter hängen schwere Ringe.

Vorsichtig fühlt er mit den Fingerspitzen über die Bissnarben. Sie scheinen zu glühen.

Er war damals zehn, als der Nachbarshund ihn angriff. Dabei wollte er ihm den Ball nur aus der Schnauze nehmen, um mit ihm zu spielen. Aber der drehte ganz plötzlich durch und fiel über ihn her.

Seither prangen die Spuren dieser Attacke auf seiner linken Wange. Die Albträume kommen mittlerweile nur noch ganz selten. Die panische Angst vor Hunden jedoch wird ihm wohl für immer bleiben.

Martin seufzt. Am liebsten würde er gleich direkt ins Bett gehen und sich einmal so richtig ausschlafen. Aber heute ist Dienstag. Und das ist ihr gemeinsamer Abend. Er hat Maria versprochen, sich bei all dem Stress, den die Kanzlei mit sich bringt, und den vielen Terminen an zumindest einem Abend unter der Woche ausschließlich ihr zu widmen. Und dieses Versprechen will Martin auf keinen Fall brechen.

Martin reibt sich mit den Handballen die Augen und spritzt sich kaltes Wasser ins Gesicht. Er blickt auf seinen Waschbärbauch hinab und betrachtet ihn skeptisch. Er weiß zwar, dass er für seine 35 Jahre in einer sehr guten Form ist. Aber das eine oder andere Kilo sollte er bis zur nächsten Badesaison wohl noch loswerden.

Ihm fällt die Taxlerin wieder ein. George Clooney. Er muss grinsen und schüttelt den Kopf.

Als Martin zurück in die Küche kommt, läuft noch immer die Miles Davis CD. Er wählt noch einmal Marias Nummer. Wieder meldet sich sofort ihre Mobilbox. Das ungute Gefühl in seiner Magengegend wird stärker.

Ihm fällt der Poststapel ein und er blättert ihn durch. Zahllose Flugblätter mit Weihnachtsangeboten, dazwischen ein paar Rechnungen. Nichts davon öffnet er.

Nur ein Umschlag erregt seine Aufmerksamkeit. Er ist weiß und trägt weder Empfänger noch Absender.

Komisch. Martin nimmt ein Küchenmesser, öffnet damit das Kuvert, holt einen Zettel heraus und entfaltet ihn. Die Botschaft wurde an einem Computer geschrieben. Er beginnt zu lesen. Sein ungutes Gefühl schlägt in Panik um.

Lieber Martin!

Maria wird heute nicht nach Hause kommen.

Ich habe sie entführt.

Doch du kannst sie befreien. Und das ist ganz einfach. Du musst dazu nur meinSpiel mitspielenund herausfinden, warum ich das getan habe.

Ich werde dich in den nächsten 3 Tagen immer um exakt 23:59 anrufen. Hebst du ab, musst du mir den Grund nennen, warum ich Maria entführt habe. Nennst du ihn nicht oder ist die Lösung falsch, werde ich Mariatöten. Also rate ich dir, besser nicht ran zu gehen, wenn du dir nicht sicher bist.

Um das Ganze ein wenig spannender zu gestalten, habe ich mir noch ein paar zusätzliche Regeln einfallen lassen:

Jeder unbeantwortete Anruf wird Maria großeSchmerzenbereiten.

Wenn du innerhalb von 3 Tagen, also bis zum 4. Dezember 23:59, nicht herausfindest, warum ich Maria entführt habe, werde ich sietöten.

Wenn du die Polizei einschaltest, werde ich Mariatöten.

Wenn du sonst irgendjemandem von diesem Spiel erzählst, werde ich Mariatöten.

Wenn ich auch nur den geringsten Zweifel an deiner Ehrlichkeit habe, hast du Marias Lebenverspielt.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

P.S.: Ich bin ganz in deiner Nähe!

Martin zittert am ganzen Körper. Der Zettel entgleitet seinen Händen und fällt zurück auf den Küchentisch. Ihm ist plötzlich heiß, und er hat das Gefühl, nicht mehr genügend Luft zu bekommen. Er hört das Blut in seinem Kopf rauschen. Er greift nach seinem Handy, doch in seiner Hektik fällt es ihm aus der Hand. Es schlägt auf den dunklen Marmorfliesen auf. Der Akku fällt heraus. Das Display zerspringt.

»Scheiße!«

Mit zitternden Fingern setzt er den Akku wieder ein und startet das Telefon. Die Sekunden scheinen eine Ewigkeit zu dauern. Endlich wird er nach dem PIN-Code gefragt. Er vertippt sich zwei Mal. Beim dritten Versuch stimmt er. Eine weitere Ewigkeit vergeht, bis das Telefon bereit ist.

Er wählt Marias Nummer.

Wartet.

Sein Herz rast, und der Schweiß schießt ihm aus den Poren.

Wieder kommt er nur in Marias Mobilbox. Martin stößt einen verzweifelten Schrei aus.

Er redet sich ein, vorher nur nicht richtig nachgesehen zu haben und stürmt durch die Wohnung. Vielleicht schläft Maria ja schon.

Er schlägt die Bettdecke zurück, schaut in jeden einzelnen Kasten und hinter die Wohnzimmercouch. Er wagt sich sogar auf die geräumige Dachterrasse hinaus, die er sonst aufgrund seiner Höhenangst meidet. Verkrampft hält er sich am Geländer fest und späht auf die regennasse Straße hinab. Ein dunkler Kombi fährt vorüber, ansonsten ist sie menschenleer.

Martin läuft durchs Stiegenhaus hinunter ins Erdgeschoss. Er sieht noch einmal in den Postkasten. Die Hoffnung, darin eine weitere Nachricht zu finden, erfüllt sich nicht.

»Verdammte Scheiße!«, flucht er und tritt gegen die Wand. Schmerzen im Fuß. Neuerliches Fluchen.

Er läuft die Treppen hoch und ruft immer wieder Marias Namen. Eine Wohnungstür wird einen Spaltbreit geöffnet, ein neugieriges Augenpaar sieht ihm nach.

Martin kontrolliert auch noch den Fahrstuhl. Er ist leer. Völlig außer Atem kehrt er in seine Wohnung zurück. Wie in Trance. In seinem Kopf herrscht Chaos.

Ist das vielleicht nur ein dummer Scherz?

Er überfliegt noch einmal den Zettel. Bis 4. Dezember, 23:59, muss er Maria finden.

3. Kapitel

Jäh wird Maria aus ihren wirren Träumen gerissen.

Ein Geräusch.

Sie schreckt hoch. Lauscht.

Da! Da ist es wieder.

Ein metallisches Scheppern dringt leise zu ihr in die Dunkelheit.

Hoffnung. Angst. Verwirrung.

Maria versucht, sich zu orientieren. Wo ist die Tür? Sie streckt ihre rechte Hand aus und stolpert zur Wand. Tastet sich voran, tritt mit ihrer nackten Ferse auf einen Kieselstein.

Das Geräusch kommt näher.

Ihr Puls beschleunigt sich.

Ein neuerliches Scheppern, lauter als zuvor. Dann Stille. Bedrohliche Stille.

Ihre Hoffnung schwindet. Die Angst nimmt überhand. Sie starrt in die Dunkelheit. Versucht, ihre Atmung unter Kontrolle zu bringen.

Jemand sperrt die Tür auf.

Hinter mir! Sie schreit vor Angst, reißt den Körper herum. Hält sich die Hand vor den Mund.

Panik.

Die Tür wird einen Spalt geöffnet. Ein Lichtstrahl fällt herein und blendet sie.

»Mach keine Dummheit!«, befiehlt ihr eine Stimme. Eine männliche Stimme. Sie klingt ruhig, emotionslos, bestimmend. »Oder du wirst es bereuen.«

Was soll das? Marias Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Sie versucht, zu begreifen.

Dann geht die Tür weiter auf und noch mehr grelles Licht strömt in ihr Gefängnis.

Sie hält sich eine Hand schützend vor die Augen, blinzelt unentwegt. Die Augen brennen. Mit der anderen Hand versucht sie, gleichzeitig ihre nackten Brüste und ihren Schambereich zu bedecken.

Eine dunkle Gestalt baut sich vor ihr auf.

Soll sie auf den schwarzen Mann zustürmen? Versuchen, ihn zu überwältigen? Sie muss eine Entscheidung treffen. Schnell!

Doch dann erkennt sie die Waffe in seiner Hand. Der Lauf ist auf sie gerichtet. Sie schreckt zurück. Stößt mit dem Rücken gegen die kalte, nasse Wand. Der Stein bohrt sich in ihre Haut. »Bitte nicht!«, fleht sie.

Der Mann bleibt stumm.

»Was … was wollen Sie?«

Wieder keine Antwort. Die Pistole hält er weiter auf sie gerichtet. Auch in der anderen Hand hält er etwas.

Maria kann es nicht erkennen.

Plötzlich holt er damit aus.

»Nein! Bitte nicht!« Maria wendet sich ab. Stemmt sich gegen die Mauer.

Er schleudert es in ihre Richtung.

Sie kreischt, presst die Augen zusammen. Ihr Körper zuckt.

Zwei Dinge knallen vor ihr auf den Boden.

Er lacht.

Zaghaft öffnet Maria die Augen. Ungläubig starrt sie darauf. Vor ihr liegen eine Plastikflasche mit Wasser und ein halber Laib Brot.

Sie atmet immer noch schwer. Nur langsam löst sich die Spannung in ihren Muskeln.

Er betrachtet Maria, neigt seinen Kopf zur Seite. Sein Gesicht ist im Dunkeln, umgeben von einer Korona.

»Bitte … bitte tun Sie mir nichts.« Marias Stimme zittert.

Er lässt die Pistole sinken, wendet Maria seinen Rücken zu und geht hinaus.

Wo will er hin? Erneut überkommt Maria Verzweiflung. Sie nimmt all ihren Mut zusammen und brüllt: »HALT!«

Er bleibt stehen. Wartet.

Marias Körper bebt. »Warum bin ich hier?«

Er dreht sich um. Ganz langsam.

Maria versucht wieder, ihren Schambereich zu bedecken. Die andere Hand hält sie vor ihre Brüste.

Er kommt auf sie zu, baut sich wieder vor ihr auf.

Marias Augen gewöhnen sich langsam an das Licht und sie erkennt schemenhafte Züge in seinem Gesicht.

Er starrt sie an.

Maria kann spüren, wie sein Hass sie durchdringt. Sie zittert am ganzen Körper.

Ganz langsam hebt er seinen Zeigefinger und richtet ihn auf sie.

Ihre Zähne klappern. Sie stammelt unzusammenhängende Laute.

Sein Körper bebt, als er endlich sein Schweigen bricht. Er sagt nur drei Worte.

Maria weiß Bescheid.

DER 1. SPIELTAG

Mittwoch, 2. Dezember

4. Kapitel

Nun hat es also begonnen.

Endlich.

Die letzten Stunden über hat er kein Auge zugetan. Doch nicht die durchgelegene Matratze war schuld daran oder die Feder, die sich immer weiter in seinen Rücken bohrte. Nein, viel mehr lag es an den Tausenden Gedanken, die ihm selbst jetzt noch durch den Kopf schießen.

Er starrt an die Decke und geht immer und immer wieder den vergangenen Tag durch. Wie perfekt alles geklappt hat. Fast möchte er schon glauben, dass es diesen Gott, von dem seine Eltern immer so ehrfürchtig gesprochen haben, wirklich gibt. Dass er ihm auf seiner Mission zur Seite steht. Dass er sie richtig findet. Dass er ihm dankbar dafür ist. Ja, ganz sicher sogar ist es so.

Dieser Blick. Diese Angst. Diese Panik. Sein ganzer Körper bebt bei dem Gedanken daran. Er kann es kaum glauben. Irgendwie fühlt es sich noch so unwirklich an. Fast so, als schaute er einen Film. Aber auch das wird sich legen.

Er weiß, er muss schlafen. Sein Körper braucht die Erholung. Er darf ihn in den nächsten Tagen nicht im Stich lassen. Er muss sich auf ihn verlassen können. Bis zum großen Finale.

In drei Tagen.

Doch er ist viel zu aufgeregt. Sein Herz schlägt schnell, und er hat das Gefühl, alles und jeden besiegen zu können.

Vorbei ist die Zeit der Zweifel. Vorbei sind die Jahre des Schmerzes. Vorbei sind die vielen Nächte, in denen er durchgeheult hat. Vorbei ist die Zeit, in der er sich selbst die Schuld für alles gegeben hat. In der er sich deshalb mit der Klinge die Haut geritzt hat. Vorbei. Alles vorbei.

Denn nun bestimmt er das Spiel.

Ja!

Wie paralysiert starrt er aus dem Fenster in die Dunkelheit hinaus. So lange, bis sich der dunkelblaue Himmel über den Dächern heller färbt und endlich ein gelbroter Streifen auftaucht.

Der erste Tag.

Eine sonderbare Erregung überwältigt ihn, erfasst jede Faser seines Körpers. Hüllt ihn in tiefste Zufriedenheit.

Er greift nach seiner Browning 9 Millimeter, die auf dem Nachtkästchen liegt. Er betrachtet, dreht und wendet sie. Lagert sie von einer Hand in die andere. Wie schön sie ist.

Als er sie ganz nah vor seine Augen hält, kann er darin sein verzerrtes Gesicht erkennen. Er lächelt.

5. Kapitel

Martin wirft die Schmerztablette ein und trinkt ein halbes Glas Wasser nach. Kurz zuvor hatte er noch überlegt, ob er es mit Whiskey versuchen sollte, doch dann siegte zum Glück die Vernunft. Er würde Maria noch weniger helfen können, wenn er sich nun betrank.

Bis auf die Geräusche der Kaffeemaschine und das Ticken der Wanduhr ist es totenstill in der Wohnung.

Gedankenversunken starrt Martin aus dem Panoramafenster über die Dächer der Stadt und beobachtet, wie die Sonne langsam dahinter emporsteigt. Es sind kaum Wolken am Himmel, die Luft ist klar.

Die letzten schwarzen Tropfen sickern durch den Filter hinein in die Kanne. Martin gießt sich eine frische Tasse ein. Den Duft, den er sonst so sehr liebt, nimmt er gar nicht wahr. Sein Herz rast. In den letzten Stunden hat er wohl mindestens einen Liter Kaffee getrunken.

Die ganze Nacht über fand er keinen Schlaf. Er stellte die gesamte Wohnung auf den Kopf, wühlte in Marias Sachen und versuchte, das Passwort für ihr Notebook herauszufinden. Nichts war von Erfolg gekrönt.

Immer wieder überlegte er, jemanden anzurufen. Um Hilfe zu bitten. Doch der Brief tat seine Wirkung. Ich bin ganz in deiner Nähe!, stand da. Was, wenn das nicht nur eine leere Drohung, sondern der volle Ernst dieses Psychopathen war? Was, wenn er ihn vielleicht wirklich beobachtete. Vielleicht sogar gerade in diesem Moment? Und wieso war er sich überhaupt so sicher, dass es ein Mann war?

Martin lief ein eiskalter Schauer über den Rücken und er begann, die ganze Wohnung noch einmal abzusuchen – dieses Mal nach versteckten Kameras, Mikrofonen oder Wanzen. Eine halbe Stunde später hatte er immer noch nichts gefunden. Doch die Unsicherheit blieb.

Martin hielt es in der Wohnung nicht mehr aus. Er hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Er stürmte hinaus und irrte durch die regennassen Straßen rund um den Karlsplatz, in der absurden Hoffnung, Maria dort irgendwo zu finden. Irgendwann fand er sich vor der Karlskirche wieder und ließ sich auf die Stufen die zum Eingang führten fallen. Den Blick auf den finsteren Resselpark und die verbarrikadierten Holzstände des Weihnachtsmarkts gerichtet, ging Martin in Gedanken immer und immer wieder seine letzten Gespräche mit Maria durch. Er analysierte jeden Satz, jedes Wort, an das er sich erinnern konnte. War sie anders als sonst gewesen? Hatte sie bereits etwas geahnt? Hatte sie vor irgendetwas Angst gehabt? War sie vielleicht unter Druck gesetzt worden? Doch so sehr er sich auch den Kopf darüber zerbrach, ihm wollte nicht die geringste Veränderung an Marias Verhalten einfallen.

Es ist bereits kurz vor neun, als Martin noch einmal Marias Notebook hochfährt und versucht, ihr Passwort herauszufinden.

Er grübelt. Ah, natürlich. Das muss es sein.

Er tippt seinen Namen ein.

Falsches Kennwort.

Er versucht es mit veränderter Groß- und Kleinschreibung.

Falsches Kennwort.

»Scheiße!«

Er probiert noch unzählige Variationen mit Marias und seinem Namen in Verbindung mit ihren Geburtstagen. Dann mit ihrem Jahrestag. Doch keine Version stimmt.

Frustriert schlägt er mit der Faust auf den Schreibtisch und reibt sich dann mit beiden Händen das Gesicht. Er sucht in seiner Erinnerung nach der Lösung. Es kann doch nicht so schwer sein, dieses verdammte Passwort herauszufinden.

Dann fällt ihm auf einmal Marias Teddybär ein. Ohne ihn kann sie nicht einschlafen. Martin tippt seinen Namen. Baerli.

Falsches Kennwort.

Er versucht es wieder mit veränderter Groß- und Kleinschreibung.

Falsches Kennwort.

»Das darf doch nicht wahr sein!«

Plötzlich läutet es an der Tür.

Martin zuckt zusammen. Sein Puls schnellt in die Höhe.

6. Kapitel

Mit einem tiefen Seufzer schlägt Robert Mück die schwere Daunendecke zur Seite und setzt sich an den Bettrand. Seine Knochen knacken dabei, sein Kreuz schmerzt. Der Pyjama klebt schweißnass an seiner Haut. Mück friert, obwohl der Heizkörper heiß ist.

Es will einfach nicht mehr warm werden in seiner Wohnung.

Es ist völlig still. Niemand, der ihn zum Frühstückstisch ruft oder ihm einen Guten Morgen wünscht. Keine Straßengeräusche, die zu ihm hereindringen. Nicht einmal das Ticken einer Uhr ist zu hören.

Er starrt ins Leere. Seine Zehen gräbt er in die tiefen Fasern des Bettvorlegers. Mit einer Hand streicht er sich über die Stoppeln seines Fünftagebarts, mit der anderen kratzt er sich an der Brust.

Das frühe Tageslicht drängt durch einen schmalen Spalt zwischen den Vorhängen. Es fällt genau auf die Stelle an der Wand, an der früher das Familienfoto gehangen hat. Seine Eltern, Gerlinde und er. Jetzt zeugt nur noch ein rechteckiger Fleck auf der vergilbten Tapete davon.

Nichts ist mehr, wie es einmal war. Nichts.

Mit einem lauten Stöhnen stemmt er sich vom Bett hoch und streckt sein Kreuz.

Es kracht.

Dann schleppt er sich ins Badezimmer. »Hoffentlich ist der Tag bald wieder vorüber.«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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