Vielleicht hilft auch ein Wunder - Ursula Schröder - E-Book

Vielleicht hilft auch ein Wunder E-Book

Ursula Schröder

4,8

Beschreibung

Anna fällt aus allen Wolken, als ihr Mann Lorenz auszieht. Dabei hat sie fest darauf gebaut, dass ihre Ehe hält, bis der Tod sie scheidet. Was soll sie jetzt tun? Ihre beste Freundin Bibi rät ihr, sich auf die Zeichen Gottes zu verlassen. Tatsächlich gibt es plötzlich ganz unerwartete Ver- und Entwicklungen, die den charmanten Immobilienmakler Aaron in ihr Leben und ihren schweigsamen Nachbarn Mirko in ihren Bibelkreis bringen. Doch leider sind die Fingerzeige nicht so eindeutig wie gewünscht - und genau im falschen Moment taucht auch Lorenz wieder auf. Jetzt wird die Sache richtig kompliziert. Eigentlich kann nur noch ein Wunder helfen ...

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Seitenzahl: 444

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Ursula Schröder

Vielleicht hilft auchein Wunder

Roman

© 2013 Brunnen Verlag Gießen

www.brunnen-verlag.deLektorat: Eva-Maria BuschUmschlaggestaltung: Sabine SchwedaUmschlagmotiv: shutterstockHerstellung: DTP BrunnenDruck: GGP Media GmbH, PößneckISBN 978-3-7655-1581-1eISBN 978-3-7655-7107-7

Inhalt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

1

„Du, Frau Heimann“, sagte Torben mit leicht aufgeregter Kurzatmigkeit, „die Angelina hat sich einen dicken Schiss in die Hose gedrückt.“

Irritiert sah ich hoch – ich hockte gerade vor dem Aktenschrank und suchte den Ordner mit den Kassenbelegen – und entdeckte in Augenhöhe vor mir nicht nur den fünfjährigen Informanten, sondern auch die zweijährige Täterin. Noch bevor mich der unverkennbare Geruch ihres Vergehens erreichte, konnte ich an ihrem verlegenen Herumgeschaukel ablesen, was passiert war.

Seufzend stand ich auf. „Na, dann komm, Angelina“, sagte ich zu dem dunkelhaarigen Mädchen mit den Knopfaugen, „dann wollen wir das mal sauber machen.“

Als ich mit fünfzehn Jahren die Entscheidung traf, Erzieherin zu werden, hatte ich eine Menge Gründe dafür aufzählen können. Die meisten hatten mit der Bedeutung von Vorschulpädagogik zu tun und den unermesslichen Vorteilen individueller Förderung von Kleinkindern in einem dafür angemessenen Umfeld. Ich konnte nicht ahnen, dass ich ein Vierteljahrhundert später froh sein konnte, wenn mir überhaupt genug Zeit am Tag blieb, um mich mit den Kindern zu beschäftigen. Und darunter hatte ich mir wahrlich anderes vorgestellt, als ihnen die Pampers zu wechseln, weil wir inzwischen im Kindergarten schon Zweijährige aufnahmen.

Zum Glück war es die friedliche Angelina und nicht ihr aggressives Gegenstück Marvin, die ich auf die Wickelstelle hieven musste. Marvin wehrte sich nämlich gegen solche Eingriffe in seine Intimsphäre lautstark und mit der Vehemenz eines Königstigers, sodass man sich nicht nur wie ein Kinderquäler vorkam, sondern nicht selten auch blaue Flecken oder sogar Kratzwunden davontrug.

Obwohl mich das heute auch nicht mehr schocken konnte … denn ich hatte bereits meinen Super-GAU hinter mir: Lorenz hatte mich verlassen. Ja, wirklich. Nach all den Jahren.

Nun kann man nicht behaupten, dass das völlig unerwartet gekommen wäre. Schließlich schlief ich schon seit Wochen im Gästezimmer, etwa seit dem Zeitpunkt, als er mir die Sache mit seiner Kollegin gebeichtet hatte. Bis dahin hatte ich es immer etwas überdramatisierend gefunden, wenn so ein Geständnis direkt zum Auszug aus dem ehelichen Schlafzimmer führte. Schließlich wusste ich aus Erfahrung, dass ein gemeinsames Bett nicht notwendigerweise auch regelmäßigen Sex bedeutet. Ich verlagerte deshalb meine Schlafstätte nicht, weil ich befürchtete, Lorenz würde sich mir aufdrängen und ich könnte nicht in der Lage sein, seine Annäherungsversuche abzuwehren. Oder weil ich ihn mit Liebesentzug bestrafen wollte. Es war eher so, dass wir beide auf diese Krise mit Schlafstörungen reagierten, und wenn man eh schon übersensibel und sauer auf den anderen ist, dann ist es nicht gerade zuträglich, wenn man schlaflos neben ihm liegt und zuhören muss, wie er schnarcht. Vor allem wenn man weiß, dass am nächsten Morgen der Wecker für beide unbarmherzig klingeln wird.

Es war also eher eine praktische Lösung gewesen, zumindest am Anfang. Nachdem wir uns nicht mehr jeden Abend in stundenlange Diskussionen verwickelten, sondern eher vorsichtig umeinander herumschlichen und versuchten, jedes konfliktträchtige Thema zu vermeiden, stellte es sich als ganz angenehm heraus, ohne Rücksicht auf den Ehepartner den Zeitpunkt des Ins-Bett-Gehens bestimmen zu können. Lorenz sitzt gern noch auf der Couch und zappt durch die Programme, während ich mit zunehmendem Alter auch mehr Zeit im Bad verbringe. In den meisten Fällen sind wir damit aber nicht gleichzeitig fertig, sodass er entweder schon im Bett liegt und so vorwurfsvoll „na endlich!“ sagt, als hätte ich ein Ganzkörperpeeling gemacht und mir danach noch die Nägel mit drei Schichten lackiert. Oder ich krieche unter die Decke und stelle fest, dass er noch vor der Glotze sitzt, und dann beschleicht mich ein gewisser Ärger darüber, dass er nicht nur seine Zeit verplempert, sondern meine gleich mit.

Insofern fand ich unser neues Arrangement gar nicht schlecht, auch wenn Bibi (wobei ich ihr das zunächst vorenthalten wollte, aber weil sie meine beste Freundin ist, kriegte sie es natürlich mit) meinte, das wäre der Anfang vom Ende. Offensichtlich hatte sie recht.

Während ich Angelinas Popo sauber machte, fragte ich mich, wo Lorenz wohl jetzt war. Beziehungsweise wo er vom Büro aus hingehen würde. Wollte er direkt bei seiner neuen Liebe einziehen? Oder suchte er sich erst mal ein Hotelzimmer? Würde er mich anrufen? Eine E-Mail schreiben? Oder was würde passieren?

Es war ja nicht so, dass er mit mir gesprochen hätte. Im Gegenteil. Vermutlich hatte er gedacht, ich würde es gar nicht mitbekommen, als er sich um kurz nach sechs und mit mindestens zwei Koffern aus dem Staub machte. Eigentlich weiß ich auch nicht genau, wieso ich sofort ahnte, was passiert war. Weibliche Intuition vielleicht? Er, der sonst die Wohnungstür unbekümmert hinter sich zuknallen ließ, hatte sich offensichtlich viel Mühe gegeben, sie vorsichtig ins Schloss zu ziehen. Ein ganz leises Klacken war das gewesen. Aber so wie andere Frauen berichten, dass sie zwar ein Gewitter verschlafen können, aber bei jedem Husten ihres Babys hellwach sind, so hatte mich gerade dieses Klacken beunruhigt. Eine diffuse Sorge trieb mich aus dem Bett – und tatsächlich, er hatte seine Sachen gepackt. Seine Schrankhälfte war fast leer, im Bad fehlten seine Toilettenartikel, der Rasierapparat, das Shampoo gegen Haarausfall. Der Arbeitsplatz im Esszimmer war aufgeräumt, die losen Kabel, an denen er seinen Laptop andocken konnte, hatte er mitgenommen. Immerhin sah es besser aus als sonst, aber das tröstete mich nicht wirklich.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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