Villa der Schatten - Cora Jordan - E-Book

Villa der Schatten E-Book

Cora Jordan

0,0

Beschreibung

"Die Villa der Schatten" ist ein sinnlich-düsterer Dark-Fantasy-Roman voller Leidenschaft, Geheimnisse und verbotener Lust. In einer kleinen Stadt erhebt sich eine mystische Villa, deren Mauern mehr als nur Erinnerungen bergen. Isabelle und ihre Geliebte geraten in einen Strudel aus Verführung, Macht und einem uralten Fluch, der jede Berührung in Ekstase verwandelt – und zugleich zum Verhängnis werden kann. Zwischen erotischer Hingabe, gefährlichen Intrigen und der unaufhaltsamen Anziehungskraft der Dunkelheit müssen sie sich entscheiden: Ist ihre Liebe stark genug, oder verschlingt die Villa sie beide? Die Geschichte entfaltet sich in vier Teilen, begleitet von Intermezzi, die die Villa selbst zu Wort kommen lassen. Erotische Szenen verweben sich mit einer Atmosphäre aus Mystik und Gefahr. Jeder Akt der Leidenschaft hinterlässt Spuren in den Mauern, jede Entscheidung verändert das Schicksal der Figuren. "Die Villa der Schatten" ist ein Roman für alle, die den Reiz des Geheimen, die Macht dunkler Liebe und die bittersüße Frage nach Freiheit oder Verdammnis lieben.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 96

Veröffentlichungsjahr: 2026

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Villa der Schatten
Cora Jordan
Widmung
Für alle, die in den Schatten nach Antworten suchen und in der Dunkelheit die Liebe finden.
Einleitung
Die Stadt war klein, beinahe unscheinbar. Kopfsteinpflaster, eine Kirche, die Glocken läutete, und ein Platz, auf dem man das Gefühl hatte, jeder kenne jeden. Doch wer genauer hinsah, entdeckte Risse im idyllischen Bild: geschlossene Fensterläden bei Nacht, ein Schweigen, das schwerer wog als Worte, und Geschichten, die nur im Flüsterton weitergegeben wurden.
Am Rande der Hügel stand eine Villa – halb verfallen, halb erhaben. Man sprach von Festen, die dort gefeiert wurden, von Gelüsten, die keine Grenzen kannten, und von Blicken, die länger an der Haut klebten, als sie sollten. Wer einmal dort gewesen war, kam verändert zurück.
Und so beginnt diese Geschichte: mit der Ankunft einer Fremden und der Erkenntnis, dass manche Masken niemals fallen – und manche viel zu schnell.
Vorwort
Warum eine Geschichte, die von Lust und Schatten erzählt? Weil wir alle jene Seiten in uns tragen, die im Tageslicht kaum atmen dürfen. Dieses Buch will keine reine Flucht sein, sondern ein Spiegel. Es erzählt von Körpern, die einander suchen, von Herzen, die zwischen Begehren und Finsternis schwanken, und von Entscheidungen, die weder richtig noch falsch sind – nur unausweichlich.
„Schatten der Begierde“ ist kein Märchen, sondern ein Tanz auf der Klinge. Wer diesen Weg beschreitet, muss bereit sein, zu fallen – oder höher zu steigen, als er es je für möglich gehalten hätte.
Prolog – Die Maskennacht
Die Musik war wie ein Puls, dumpf, schwer, vibrierend. Schon als ich die Schwelle der Villa überschritt, spürte ich, dass ich einen Ort betreten hatte, der mehr war als nur Mauern und Stein. Der Geruch von Wein, Wachs und etwas Metallischem – vielleicht Blut – hing in der Luft.
Überall um mich bewegten sich Körper, verborgen hinter Masken aus Gold, Samt und Leder. Stimmen wurden zu Wispern, Lachen zu Raunen, und jede Berührung schien ein Versprechen zu sein. Ich hielt die Maske enger vor mein Gesicht, als könnte sie mich vor dem Blick der anderen schützen. Doch die Augen, die ich spürte, sahen tiefer.
Ein Mann trat aus den Schatten hervor. Hochgewachsen, mit einer Maske, die nur den unteren Teil seines Gesichts verhüllte. Ein Lächeln, zu dunkel, um harmlos zu sein, glitt über seine Lippen.
„Du bist neu“, sagte er, und seine Stimme war weich wie Samt und scharf wie Klingen.
Ich wollte antworten, doch sein Blick brannte sich in meine Haut, als hätte er längst gehört, was ich nie gesagt hatte.
Die Tanzenden um uns herum gaben uns Raum, als hätte die Villa selbst entschieden, dass wir uns begegnen sollten. Seine Finger streiften meine Hand, kaum mehr als ein Hauch – und dennoch fühlte ich es bis tief in meinen Bauch.
„Heute Nacht,“ flüsterte er, „trägst du deine Maske zum letzten Mal.“
Und da, im Flackern der Kerzen, erkannte ich, dass es hier nicht nur um Lust ging. Nicht nur um Verführung. Sondern um ein Spiel, das älter war als die Mauern um uns – und das mich entweder zerstören oder vollkommen neu erschaffen würde.
Teil I – Verführung & Geheimnisse
Die Nacht hatte in dieser Stadt ein eigenes Gewicht. Sie legte sich nicht einfach über die Dächer, sie kroch in jede Gasse, in jedes Haus, in jede Haut. Wer hier lebte, wusste, dass Dunkelheit nicht nur das Fehlen von Licht bedeutete, sondern ein Zustand, der Herzen und Gedanken gleichermaßen berührte.
Als ich zum ersten Mal durch die engen Straßen ging, spürte ich es sofort. Die Kälte war nicht nur Wetter, sie war eine Präsenz. Fremd, alt, neugierig. Ich war kaum angekommen, und doch hatte ich das Gefühl, als würde mich etwas erwarten – oder bereits beobachten.
Die Menschen, die ich sah, schienen gewöhnlich genug: eine alte Frau, die Körbe trug; ein Kind, das ein Holzrad über den Pflastersteinen rollen ließ; Männer, die vor der Taverne standen und Bier tranken. Aber unter ihrer Haut lag etwas anderes, eine Spannung, ein Schweigen, das schwerer wog als Worte.
Und dann war da die Villa.Schon aus der Ferne erhob sie sich über die Dächer, ein dunkler Schatten gegen den Himmel. Halb Ruine, halb Palast – ihre Fenster wie leere Augen, die alles sahen und nichts verrieten. Man sagte, dort oben würden Maskenbälle gefeiert, die bis zum Morgengrauen andauerten. Man sagte, dort oben ginge man verloren – oder fand etwas, das man nie gesucht hatte.
Es war ein Ort der Verführung, so hieß es. Aber auch ein Ort, an dem Geheimnisse geboren und begraben wurden.
Noch wusste ich nicht, dass mein Weg mich dorthin führen würde. Noch wusste ich nicht, dass jede Begegnung, die mir bevorstand, eine Maske tragen würde – aus Stoff, aus Haut oder aus Schweigen.
Doch die Villa wartete.Und die Stadt mit ihr.
Kapitel 1: Ankunft in der Stadt
Der Wagen rumpelte über das Kopfsteinpflaster, und jeder Schlag der Räder gegen die unebenen Steine schien mir zuzuflüstern: Du gehörst nicht hierher.Ich drückte die Hände fester um den Griff meines Koffers, als könnte ich mich an ihm festhalten. Der Kutscher war ein schweigsamer Mann, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, nur die Zigarette zwischen seinen Lippen glühte rötlich auf.
„Noch weit?“ fragte ich, doch er antwortete nicht sofort. Erst nach ein paar Minuten, als wir eine enge Gasse passierten, in der die Schatten dichter wirkten als die Mauern, murmelte er:„Nicht mehr lange. Die Stadt empfängt Sie… so, wie sie alle empfängt.“
Sein Tonfall ließ mich schaudern, ohne dass ich genau wusste warum.
Als wir schließlich auf dem Marktplatz hielten, war es, als hätte mich eine unsichtbare Hand an die Brust gestoßen. Der Platz wirkte belebt – Händler, Stimmen, ein Brunnen, aus dem Wasser plätscherte. Doch etwas daran war falsch. Die Gesichter der Menschen trugen Lächeln, aber ihre Augen waren still. Als hätten sie längst gelernt, das Wesentliche nicht zu zeigen.
Ich stieg aus, atmete tief durch und hob meinen Koffer. Kaum hatte ich die Straße betreten, spürte ich es wieder: dieses Gefühl, beobachtet zu werden.Mein Blick wanderte nach oben – zu der Villa, die über der Stadt thronte. Groß, majestätisch und zugleich verwundet. Ihre Fassade war halb von Efeu überwuchert, die Fenster gähnten schwarz wie offene Münder. Ich konnte schwören, dass eines dieser Fenster für einen Augenblick von innen aufleuchtete.
„Sie sollten dort nicht hingehen.“Die Stimme ließ mich zusammenzucken. Eine Frau stand am Rand des Platzes, nicht älter als ich, vielleicht etwas jünger. Dunkle Locken fielen über ihre Schultern, und ihre Kleidung war schlicht – zu schlicht, fast so, als wolle sie unsichtbar bleiben.„Die Villa?“, fragte ich.Sie nickte. „Dort verlieren sich Menschen.“
Ehe ich etwas erwidern konnte, drehte sie sich um und verschwand in der Menge.
Der Kutscher hatte meinen Koffer bereits abgestellt und war weitergefahren, ohne ein Wort. Ich stand da, mit meinem Gepäck, zwischen Fremden, die mich anstarrten, als wüssten sie mehr über mich, als ich selbst wusste.
Es war der Moment, in dem ich begriff, dass meine Ankunft nicht nur ein Ortswechsel war. Es war ein Eintritt. In ein Spiel, dessen Regeln ich nicht kannte – und dessen Preis ich noch nicht erahnte.
Die Nacht in meinem kleinen Zimmer war schwer. Die Pension lag abseits vom Marktplatz, das Bett war hart, und die Decke roch nach Staub und fremden Jahren. Ich drehte mich, konnte aber nicht schlafen. Immer wieder hörte ich die Glocken der Kirche schlagen – und das Wispern von draußen, als würden Stimmen unter meinem Fenster verweilen.
Irgendwann muss ich doch eingeschlafen sein.
Denn plötzlich stand ich in einem Raum, den ich noch nie betreten hatte und dennoch kannte. Hohe Decken, Kerzen in eisernen Haltern, Spiegel, die mich vervielfältigten. Meine Maske lag auf dem Boden, mein Kleid war halb geöffnet. Ich spürte den kalten Stein unter meinen nackten Füßen – und die Wärme einer Hand auf meiner Schulter.
„Du bist hier, weil du es wolltest.“Die Stimme war dieselbe, die ich auf dem Platz gehört hatte – oder bildete ich mir das ein? Sie war tief, dunkel, vibrierend.
Finger glitten meinen Rücken hinab, langsam, fordernd, als wollten sie jede Faser meiner Haut für sich beanspruchen. Ich drehte mich um, sah aber nur Schatten. Eine Silhouette, hoch, kraftvoll, von einem Glanz umgeben, der mehr an Glut als an Licht erinnerte.
Mein Atem beschleunigte sich, als diese Hand meine Hüfte fand. Ich fühlte den Druck, die Hitze, und gleichzeitig das unheimliche Wissen, dass ich nicht entkommen konnte – und es auch nicht wollte.
Die Lippen des Fremden berührten meinen Hals. Ein Schauer durchfuhr mich, süß und schmerzhaft zugleich. Meine Finger klammerten sich an seine Schulter, ich wollte mehr, wollte alles. Doch in dem Moment, als seine Zähne meine Haut streiften, blitzte in den Spiegeln etwas auf – nicht Leidenschaft, sondern rote Augen, die mich aus hundert Reflexionen anstarrten.
Ich keuchte – und erwachte.
Mein Körper war heiß, mein Herz raste, und meine Haut brannte an den Stellen, an denen er mich berührt hatte. Es war nur ein Traum. Nur ein Traum.Und doch: Als ich die Decke zurückschlug, entdeckte ich auf meiner Schulter ein zartes, rötliches Mal. Genau dort, wo ich den Kuss gespürt hatte.
Kapitel 2: Das erste Treffen mit Damien
Am nächsten Morgen hing der Nebel so dicht über den Dächern, dass die Stadt wie ein vergessenes Gemälde wirkte. Ich ging hinaus, um die Gassen zu erkunden. Meine Schritte hallten leise auf dem Pflaster, und jedes Mal, wenn jemand an mir vorbeiging, spürte ich wieder diesen prüfenden Blick.
Ein kleines Geschäft in einer Seitenstraße zog mich an – ein Antiquitätenladen, das Schaufenster voll mit Spiegeln, Kerzenständern und alten Büchern. Als ich die Tür aufstieß, erklang ein leises Glöckchen. Der Duft von Holzpolitur und alten Papieren empfing mich.
„Willkommen.“Die Stimme war warm, aber sie trug einen Unterton, der mich sofort frösteln ließ.
Er stand im Halbdunkel hinter dem Tresen. Hochgewachsen, mit Schultern, die den Raum kleiner wirken ließen, als er war. Schwarzes Haar, leicht zurückgestrichen, ein Gesicht, das zugleich markant und fast zu schön war. Seine Augen – grau, kühl, durchdringend – musterten mich, als könnte er jede Schicht meiner Haut durchleuchten.
„Sie sind neu hier“, sagte er, ohne dass ich etwas erklärt hätte.Ich nickte, fühlte mich ertappt. „Ich… bin gestern angekommen.“
Ein Lächeln huschte über seine Lippen, aber es war kein freundliches Lächeln. Es war eines, das zu viel wusste.„Die Stadt hat ein Gedächtnis. Sie vergisst keine Fremden. Und die Villa auch nicht.“
Bei dem Wort „Villa“ zuckte ich zusammen.Er bemerkte es. „Ah… Sie haben sie schon gesehen.“Es war keine Frage.
Ich wollte etwas erwidern, doch seine Nähe raubte mir die Worte. Ohne dass er sich bewegt hatte, schien er plötzlich näher zu stehen, so nah, dass ich den Duft seines Parfums wahrnahm – eine Mischung aus Sandelholz und etwas Dunklerem, Metallischem.
Meine Finger glitten unbewusst über die Schulter, wo noch das rote Mal von letzter Nacht brannte. Seine Augen folgten meiner Bewegung.„Sie haben geträumt.“ Es klang nicht wie eine Feststellung, sondern wie ein Bekenntnis, das er mir abnahm, ohne dass ich es je ausgesprochen hatte.
Ich sog scharf die Luft ein. „Woher…?“
Er beugte sich vor, und sein Atem streifte mein Ohr. „Weil die Villa Träume pflanzt. Und weil sie ihre Samen nur bei jenen legt, die bereit sind, mehr zu wollen als sie dürfen.“
Ein Schauer jagte über meinen Rücken. Ich wich zurück, doch er ließ mich nicht entkommen – nicht körperlich, sondern mit seinem Blick. Er hielt mich fest, als wären meine Beine in unsichtbare Ketten gelegt.
Dann, so plötzlich, wie er sich genähert hatte, trat er zurück.