Vorwort in A. S. Neill „Summerhill“ - Erich Fromm - E-Book

Vorwort in A. S. Neill „Summerhill“ E-Book

Erich Fromm

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Beschreibung

Nur wer Fromms Arbeiten zum Autoritätsbegriff und zum autoritären Charakter aus den Dreißiger Jahren nicht kennt, wird sich wundern, dass gerade Fromm das Vorwort zu Neills weltberühmter Schrift über antiautoritäre Erziehung geschrieben hat. Das ‚Vorwort‘ sowie ein Essay, das Fromm 10 Jahre später geschrieben hat, sind zwei Dokumente für Fromms Art, Probleme der speziellen Pädagogik anzugehen. Sie sind zugleich Beispiele dafür, wie er von einem analytisch-sozialpsychologischen Ansatz aus Fragen der Pädagogik aufgreift, und welchen Stellenwert er dem Pädagogen und dessen Persönlichkeit und emotionaler Reife zumisst.

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Veröffentlichungsjahr: 2016

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Vorwort in A. S. Neill „Summerhill“

(Foreword)

Erich Fromm1960e

Als E-Book herausgegeben und kommentiert von Rainer Funk[1]Aus dem Amerikanischen von Liselotte und Ernst Mickel.

Erstveröffentlichung unter dem Titel Foreword in: A. S. Neill, Summerhill – A Radical Approach to Child Rearing, New York (Hart Publishing Co.) 1960, S. IX-XVI; eine erste deutsche Fassung enthielt A. S. Summerhill, Erziehung in Summerhill, das revolutionäre Beispiel einer freien Schule, München (Szczesny Verlag) 1965; die vorliegende Fassung orientiert sich an einer Übersetzung von Hermann Schroeder und Paul Horstrup, die in A. S. Neill, Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung. Das Beispiel Summerhill, Reinbek bei Hamburg (Rowohlt Taschenbuch Verlag) 1969, S. 11-18 veröffentlicht wurde; Die vom Herausgeber überarbeitete Übersetzung fand 1981 Eingang in die Erich Fromm Gesamtausgabe in zehn Bänden, Stuttgart (Deutsche Verlags-Anstalt) GA IX, S. 409-414.

Die E-Book-Ausgabe orientiert sich an der von Rainer Funk herausgegebenen und kommentierten Textfassung in der Erich Fromm Gesamtausgabe in zwölf Bänden, München (Deutsche Verlags-Anstalt und Deutscher Taschenbuch Verlag) 1999, GA IX, S. 409-414.

Die Zahlen in [eckigen Klammern] geben die Seitenwechsel in der Erich Fromm Gesamtausgabe in zwölf Bänden wieder.

Copyright © 1960 by Erich Fromm; Copyright © als E-Book 2016 by The Estate of Erich Fromm. Copyright © Edition Erich Fromm 2016 by Rainer Funk.

Im Achtzehnten Jahrhundert verkündeten fortschrittliche Denker die Ideen der Freiheit, der Demokratie und der Selbstbestimmung. In der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts begannen diese Gedanken auf dem Gebiet der Erziehung Früchte zu tragen. Das Hauptprinzip der Selbstbestimmung besteht darin, dass Autorität durch Freiheit ersetzt wird; das Kind lernt, ohne dass Zwang ausgeübt wird, indem an seine Neugier und seine spontanen Bedürfnisse appelliert und auf diese Weise sein Interesse an der Umwelt geweckt wird. Diese Einstellung kennzeichnet den Beginn der fortschrittlichen Erziehung – ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Menschheit.

Die Ergebnisse dieser neuen Methode waren jedoch oft enttäuschend. In den letzten Jahren hat eine wachsende Reaktion gegen die fortschrittliche Erziehung eingesetzt. Heute halten viele Leute die Theorie der fortschrittlichen Erziehung an sich für verfehlt und möchten sie über Bord werfen. Man ruft nach immer mehr Disziplin und fordert sogar die Zulassung der Prügelstrafe in den Schulen.

Zu dieser Reaktion haben wahrscheinlich wesentlich die beachtlichen Erfolge beigetragen, die in Schulen der Sowjetunion erzielt worden sind. Dort werden noch immer die alten autoritären Methoden in ganzer Schärfe angewandt. Zumindest, was das Wissen der Schüler betrifft, ist das Ergebnis so, dass man meinen könnte, wir täten besser daran, den Gedanken der Freiheit des Kindes aufzugeben und wieder zu den alten Zwangsmethoden zurückzukehren. Ist die Idee einer Erziehung ohne Zwang falsch? Oder, wenn sie selbst nicht falsch ist, warum hat sie in der Praxis nicht überzeugt?