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"Wälsungenblut" kann als eine der brisantesten und kontroversesten Erzählungen des späteren Nobelpreisträgers angesehen werden. Hintergrund ist die alte Frage von Dichtung und Wahrheit, die immer wieder Anlass zu Streitigkeiten liefert: Sind die Figuren der Erzählung nur fiktiv oder schimmern eben doch die Charakteristika von Realpersonen durch? Die Novelle von Thomas Mann entstand 1906, wurde aber erst 1921 veröffentlicht und persifliert Richard Wagners Musikdrama "Die Walküre", indem sie die snobistische Selbstverliebtheit und inzestuöse Beziehung des reichen, jüdischen Zwillingspaars Siegmund und Sieglind beschreibt. Der Titel spielt auf eine Stelle in der Walküre an, in der Siegmund seine Zwillingsschwester Sieglinde mit den Worten "Braut und Schwester bist du dem Bruder / so blühe denn, Wälsungenblut" zum Inzest (und Ehebruch) auffordert. Die Wälsungen sind ein sagenhaftes germanisches Geschlecht.
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