Was fehlt dir, Jessica? - Carmen von Lindenau - E-Book

Was fehlt dir, Jessica? E-Book

Carmen von Lindenau

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Beschreibung

Die neue Praxis Dr. Norden - So war es nicht geplant, doch Dr. Danny Norden betrachtet es als Chance. Äußere Umstände zwingen ihn zu einem Neustart. Und diesen nimmt Danny tatkräftig in Angriff, auch, wenn er mit Abschied, Trennung, Wehmut verbunden ist. Dr. Danny Norden praktiziert jetzt in seiner neuen, modernen, bestens ausgestatteten Praxis. Mit Kompetenz, Feingefühl und Empathie geht er auf seine Patienten zu und schafft ein Klima, das die Genesung fördert: eben Dr. Danny Norden, wie er leibt und lebt, und er wird immer besser! »Hallo, Schatzl, wie war die Schule?«, fragte Valentina, die gerade das Haus verließ, als Ophelia aus der Schule kam. »Unterhaltsam«, antwortete das Mädchen und stieg von dem türkisfarbenen Fahrrad, das es auf dem gepflasterten Weg im Vorgarten abstellte. »Unterhaltsam? Das klingt nach Spaß«, stellte Valentina lächelnd fest. »Wir haben ja auch Spaß in der Schule. Wir treffen uns mit unseren Freunden, und wir lernen etwas, meistens jedenfalls.« »Ja, du hast recht, meine Schulzeit war auch recht unterhaltsam. Letztendlich war es eine schöne Zeit, eine Zeit, die nun schon so lange her ist«, seufzte Valentina. »Heute gibt es übrigens Lachsbraten nach norwegischer Art zum Mittagessen«, sagte sie und kam wieder in der Gegenwart an. »Echt? Dann erwartet mich ja schon die nächste Freude des Tages. Danke, Valentina«, sagte Ophelia, warf ihr langes rotes Haar in den Nacken und bedankte sich mit einem Lächeln bei der freundlichen älteren Frau, die sich an den Vormittagen um den Haushalt der Familie Norden kümmerte. »Lasst es euch schmecken. Ich mach mich dann mal auf den Weg.

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Seitenzahl: 112

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Die neue Praxis Dr. Norden – 35 –Was fehlt dir, Jessica?

Die junge Frau will ihre Krankheit verleugnen

Carmen von Lindenau

»Hallo, Schatzl, wie war die Schule?«, fragte Valentina, die gerade das Haus verließ, als Ophelia aus der Schule kam.

»Unterhaltsam«, antwortete das Mädchen und stieg von dem türkisfarbenen Fahrrad, das es auf dem gepflasterten Weg im Vorgarten abstellte.

»Unterhaltsam? Das klingt nach Spaß«, stellte Valentina lächelnd fest.

»Wir haben ja auch Spaß in der Schule. Wir treffen uns mit unseren Freunden, und wir lernen etwas, meistens jedenfalls.«

»Ja, du hast recht, meine Schulzeit war auch recht unterhaltsam. Letztendlich war es eine schöne Zeit, eine Zeit, die nun schon so lange her ist«, seufzte Valentina. »Heute gibt es übrigens Lachsbraten nach norwegischer Art zum Mittagessen«, sagte sie und kam wieder in der Gegenwart an.

»Echt? Dann erwartet mich ja schon die nächste Freude des Tages. Danke, Valentina«, sagte Ophelia, warf ihr langes rotes Haar in den Nacken und bedankte sich mit einem Lächeln bei der freundlichen älteren Frau, die sich an den Vormittagen um den Haushalt der Familie Norden kümmerte.

»Lasst es euch schmecken. Ich mach mich dann mal auf den Weg. Mein Korbinian und ich wollen jetzt gleich in die Stadt fahren. Ein bissel bummeln und ins Kino gehen.«

»Hört sich nach einem interessanten Nachmittag an. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und schöne Grüße an Ihren Mann.«

»Werde ich gern ausrichten, bis morgen, Schatzl«, verabschiedete sich Valentina, zupfte einen weißen Fusel von dem dunkelblauen wadenlangen Rock, den sie zu ihrer weißen Bluse trug, und winkte Ophelia noch einmal zu, bevor sie das Gartentor zur Straße hinter sich schloss.

»Hallo, Familie!«, rief Ophelia, als sie um das Haus herum zur Terrasse ging.

Daniel und Olivia saßen bereits mit den Zwillingen, die rote Latzhosen und gelbe T-Shirts trugen und in ihren Hochstühlen aus hellem Holz thronten, an dem für das Mittagessen gedeckten Tisch.

»Ophi, Ophi!«, riefen die Zwillinge, wackelten mit ihren Beinchen und fuchtelten mit ihren Ärmchen wild herum, so sehr freuten sie sich, ihre große Schwester zu sehen.

»Hallo, meine Süßen, ich freue mich auch, euch zu sehen«, antwortete Ophelia lachend und ging zu ihnen, um sie mit einem Kuss auf ihr helles Haar zu begrüßen.

»Sie haben schon sehnsüchtig auf dich gewartet, wie du siehst«, sagte Daniel.

»Ich hoffe, du und Mama habt auch auf mich gewartet. Oder etwa nicht?«

»Ich weiß nicht, haben wir gewartet?«, wandte sich Daniel schmunzelnd Olivia zu.

»Ja, doch, ich denke schon«, entgegnete Olivia lachend. »Setz dich, Schätzchen, ich kümmere mich um das Essen«, sagte sie und streichelte ihrer Tochter liebevoll über den Rücken, als sie sich auf den Stuhl neben Oda setzte.

»Es gibt Lachsbraten, das hat Valentina mir gerade verraten.«

»Sie wollte dir mal wieder eine kleine Freude machen.«

»Unsere Valentina ist eben ein richtiges Goldstück, nicht wahr, ihr beiden?«, wandte sich Ophelia Oda und Vincent zu, während Olivia in die Küche ging.

»Oldtück«, sagte Oda lachend und streichelte Ophelia über das Haar.

»Valentina ist das Goldstück, nicht ich«, erklärte Ophelia ihrer kleinen Schwester.

»Doch, Ophi Oldtück!«, rief Vincent.

»Das nenne ich echte Geschwisterliebe«, sagte Daniel.

»Papa auch Oldtück«, wandte sich der kleine Junge mit einem strahlenden Lächeln seinem Vater zu.

»Alles gut, mein Kleiner«, antwortete Daniel und streichelte seinem Sohn über die Füßchen.

»Oda auch Füße«, sagte Oda und streckte ihre Füßchen aus.

»Aber ja, natürlich, du auch«, antwortete Daniel und strich liebevoll über Odas Füße.

»Mama auch Oldtück!«, rief Oda, als Olivia mit dem Tablett, auf dem die Auflaufform und eine Schüssel mit Salat standen, wieder auf die Terrasse kam.

»Ja, Mama Oldtück!«, schloss sich Vincent seiner Schwester an.

»Offensichtlich sind wir eine echt wertvolle Familie. Ich meine, so viel Gold um einen Tisch versammelt, das hat schon Gewicht«, stellte Ophelia lachend fest.

»Glück ist dann wohl doch mit Gold aufzuwiegen, zumindest bei uns«, sagte Olivia und betrachtete ihren Mann und ihre Kinder mit einem zärtlichen Blick.

»Oldlücklich!«, rief Oda.

»Ja, mein Schatz, das trifft es wohl, wir sind eine goldglückliche Familie«, sagte Olivia lächelnd, streichelte dem kleinen Mädchen über die zarten roten Löckchen und setzte sich auf den Stuhl zwischen Ophelia und Daniel.

Auch wenn der Lachs bereits grätenfrei war, hatte Olivia die Portionen für die Zwillinge noch einmal extra klein zerteilt, um ganz sicher zu sein, dass keine Gräte hineingeraten war. So konnten die beiden sich ihr Essen gefahrlos schmecken lassen.

»Daniel, ich würde dich gern etwas fragen, obwohl es wohl eher eine Bitte ist. Aber du musst nicht zusagen. Ich wäre dir auch ganz bestimmt nicht böse, wenn du ablehnst«, versicherte ihm Ophelia.

»Um was geht es denn?«, fragte Daniel.

»Es geht um unseren Ausflug mit der Handballmannschaft nach Bergmoosbach am nächsten Wochenende. Wir haben da ein Problem.«

»Welches?«

»Unser Mannschaftsarzt ist krank. Er hat sich die Hand gebrochen. Er wird nicht mitkommen können. Und ich dachte, da du und Mama ohnehin die Seefelds besuchen wolltet, könntest du vielleicht unseren Mannschaftsarzt vertreten. Ginge das?«

»Natürlich geht das«, versicherte ihr Daniel, ohne zu zögern.

»Echt? Du müsstest uns aber während des ganzen Spiels und auch vorher und nachher zur Verfügung stehen, also die ganze Zeit, so lange, bis wir wieder in München sind.«

»Keine Sorge, das bekomme ich hin«, antwortete Daniel lächelnd.

»Okay, dann ist das geklärt, aber da wäre noch etwas.«

»Und was?«

»Es ist so, dass unser jährlicher Check-up in dieser Woche ansteht. Unser Mannschaftsarzt kann ihn aber nicht durchführen, vermutlich auch nicht in den nächsten Wochen, deshalb dachte ich, die Mannschaft könnte zu dir kommen. Wir machen das doch immer gemeinsam und gehen hinterher zusammen essen. Wenn du dich bereit erklärst, den Check-up zu machen, dann könnten wir die Tradition beibehalten.«

»Wie wäre es am Freitagnachmittag?«

»Du machst es?«

»Ich mache es unter der Voraussetzung, dass ich zuvor mit eurem Mannschaftsarzt sprechen kann. Ich muss wissen, ob jemand in der Mannschaft Risikofaktoren hat, auf die ich achten muss und welche Untersuchungen zu seinem Check-up Programm gehören.«

»Geht klar, er wird dich anrufen.«

»Dann steht der Untersuchung nichts im Weg.«

»Danke, und ganz vielen Dank. Wenn ich darf, würde ich dir dann gern assistieren. Am Montag beginnt doch ohnehin mein Praktikum bei dir. Dann übe ich am Freitag einfach schon mal.«

»Einverstanden.«

»Du bist der beste Wunschpapa der Welt«, entgegnete Ophelia. Sie stand auf, ging um den Tisch herum und umarmte Daniel, ihren Wunschpapa, wie sie ihn seit seiner Hochzeit mit ihrer Mutter nannte.

»Ophi Papa lieb!«, riefen Oda und Vincent und sahen Daniel und Ophelia an.

»Ja, ich hab euren Papa lieb«, sagte Ophelia und streichelte den Zwillingen über das Haar, als sie zurück zu ihrem Platz ging.

»Du bist nicht nur ihr Wunschpapa, du bist auch der Erfüller ihrer Wünsche«, sagte Olivia lächelnd, während sie Daniel anschaute.

»Ophelia hat mich bisher noch nie um etwas gebeten, was ich ihr nicht gern erfüllt hätte«, entgegnete Daniel.

»Ich würde dich nie in Verlegenheit bringen«, versicherte Ophelia ihm.

»Das heißt aber nicht, dass du dir vorher genau überlegen musst, ob du mich in Verlegenheit bringen könntest, wenn du mich um etwas bitten möchtest. Du kannst mir vertrauen, wir können immer über alles reden.«

»Das weiß ich, Daniel«, sagte Ophelia, und so wie sie ihn in diesem Moment ansah, zweifelte er nicht daran, dass das Mädchen sich nicht scheuen würde, ihn auch in einer schwierigen Lage um seine Hilfe zu bitten.

»Sag mal, Ophelia, wie geht es eigentlich Jessica, deiner Trainerin? Du hast doch erst kürzlich erzählt, dass du den Eindruck hast, sie sei krank, weil sie an euren Trainingseinheiten nicht mehr teilnimmt. Habt ihr Jessica inzwischen darauf angesprochen?«, wollte Olivia wissen.

»Ja, das haben wir getan. Sie hat gesagt, dass sie inzwischen zu alt sei, um aktiv mit uns zu trainieren. Sie bleibt jetzt lieber am Spielfeldrand, um das große Ganze im Blick zu behalten.«

»Wie alt ist sie denn?«

»Jessica ist 32. Aber so ganz nehmen wir ihr die Begründung mit dem Alter nicht ab. Sie ist in letzter Zeit immer so blass, fasst sich ständig an den Rücken, so als hätte sie Schmerzen, und sie sieht irgendwie aufgedunsen aus, was aber auch daran liegen kann, dass sie in den letzten Wochen ganz schön zugenommen hat. Das wiederum könnte damit zusammenhängen, dass sie Liebeskummer hat.«

»Sagtest du nicht, die Trennung von ihrem Freund wäre von ihr ausgegangen?«, fragte Olivia.

»Ja, schon, aber wir denken, sie hat zu überstürzt gehandelt.«

»Und warum?«

»Weil sie ihren Max noch immer liebt, das denken wir zumindest. Sie hat immer noch sein Foto auf dem Display ihres Telefons und auch auf dem Monitor ihres Laptops.«

»Wollten die beiden nicht heiraten?«, fragte Daniel.

»Ja, so war es geplant, aber Max hat doch vor ein paar Monaten eine Stelle als Modedesigner in einem Modehaus in Paris angenommen. Jessi sollte eigentlich nachkommen. Aber nachdem sie ihn dort ein paar Mal besucht hat, meinte sie, dass sie mit dieser Glitzerwelt, wo Max jetzt lebt, nicht zurechtkommt. Da sie aber davon ausgeht, dass er nun seinen Traum lebt, wollte sie ihm nicht im Weg stehen und hat Schluss gemacht.«

»Und er hat das einfach so akzeptiert?«, fragte Olivia.

»Nein, hat er wohl nicht, aber sie ist bei ihrem Entschluss geblieben und hat ihm erklärt, dass sich ihre Wege trennen müssen. Sie ist davon überzeugt, dass sie ihm ohnehin nur zuvorgekommen ist, weil sie im Vergleich zu seinen neuen Freunden einfach nur eine langweilige Sportlehrerin sei, die in ihrer Freizeit eine kleine Handballmannschaft trainiert. Sie meinte, ihr fehlt einfach der Glamour, den er in Zukunft um sich herum braucht, um in seiner neuen Welt zu bestehen.«

»Eine Beziehung hat viele Ebenen des Miteinanders. Wenn eine davon nicht mehr funktioniert, hat das irgendwann Auswirkungen auf das gesamte Zusammenleben«, sagte Olivia.

»Ja, ich weiß, aber die beiden haben einfach gut zusammengepasst. Max hat früher auch Handball gespielt und kam hin und wieder zum Training zu uns. Wir fanden ihn immer total nett.«

»In einer Beziehung geht es nicht darum, was andere darüber denken.«

»Das ist mir klar, Mama, aber Jessi ist nicht glücklich mit ihrer Entscheidung, das steht fest. Oder sie ist doch irgendwie krank. Vielleicht könntet ihr sie ein bisschen beobachten, wenn wir in Bergmoosbach sind. Möglicherweise findet ihr heraus, ob sie wirklich nur vorübergehend an Liebeskummer leidet oder doch krank ist.«

»Falls uns etwas auffällt, werden wir sie darauf ansprechen«, sagte Olivia.

»Das heißt, wir werden mit ihr sprechen und nicht mit der Mannschaft«, fügte Daniel hinzu.

»Das ist mir klar, ich möchte ja nur, dass ihr jemand hilft, falls sie Hilfe braucht. Dann ist alles gut.«

»Hm, ut!«, rief Oda, als sie in diesem Moment einen Löffel von ihrem klein geschnittenen Lachs in den Mund steckte.

»Da hast du aber so etwas von recht. Unsere Valentina hat sich mal wieder selbst übertroffen«, stimmte Ophelia ihrer Schwester zu.

»Ja, Valina ut«, sagte Vincent, und das klang so niedlich, dass er seine Eltern und seine beiden Schwestern zum Lachen brachte.

*

Am Freitagnachmittag versammelte sich Ophelias Handballmannschaft nach der offiziellen Sprechstunde in der Praxis Norden. Daniel hatte zwei Tage zuvor mit Jessica telefoniert, und sie hatte sich herzlich bei ihm bedankt, als sie erfuhr, dass er die Mannschaft untersuchen würde und bereit war, sie während ihres Freundschaftsspiels zu betreuen. Der Mannschaftsarzt hatte sich auch bei ihm gemeldet und ihm die Ergebnisse der letzten Untersuchung der Mädchen zugeschickt. Glücklicherweise waren alle gesund gewesen und es gab auch keine chronischen Erkrankungen, auf die er achten musste.

Lydia und Sophia, die am Freitagnachmittag eigentlich frei hatten, waren geblieben, um Daniel bei der Untersuchung der Handballmannschaft zu unterstützen. Ophelia, die sich schon vor dem Eintreffen ihrer Mannschaft von Daniel hatte untersuchen lassen, trug zum ersten Mal die Praxiskleidung, die sie auch in der nächsten Woche tragen würde, eine weiße Hose und ein türkisfarbenes T-Shirt.

»Coole Räumlichkeiten«, stellte Leonie, die Torfrau der Mannschaft, fest, die zum ersten Mal die Praxis Norden besuchte. Das große schlanke Mädchen mit dem kinnlangen blonden Haaren, das einen roten Rock und ein dunkelblaues T-Shirt trug, stand in dem großen hellen Empfangsbereich und sah sich mit einem anerkennenden Kopfnicken um.

Ganz offensichtlich mochte sie das Ambiente der Praxis, die weißen Wände, die hellen Fliesen und der moderne Tresen mit der eingebauten LED-Leiste, die den Boden beleuchtete. Auch der Wartebereich mit seinem Holzboden, den gelben Sesseln aus Kunstleder und den hochgewachsenen Grünpflanzen, der nur durch eine Glaswand vom Empfang getrennt war, fand ihre Anerkennung.

»Falls du mit deiner bisherigen Praxis nicht zufrieden bist, kannst du ja zu uns wechseln«, schlug Ophelia, die hinter dem Tresen stand, ihr vor.

»Okay, vielleicht mache ich das. Mal sehen, wie der Herr Doktor so ist.«

»Der Herr Doktor ist supernett«, sagte das große schlanke Mädchen, das gerade aus dem Sprechzimmer kam, die Spange löste, die seine langen dunklen Locken zusammenhielt, und sich mit beiden Händen durch das Haar strich, um es zu lockern.

»Alles okay bei dir, Michi?«, wollte Leonie von Michaela wissen, die neben Ophelia zu ihren besten Spielerinnen gehörte.

»Ich bin topgesund, hat er gesagt.«

»Ich gehe mal davon aus, dass wir das alle sind, und dass diejenige, die wirklich einen Arzt braucht, heute leider nicht hier ist«, entgegnete Leonie nachdenklich.

»Jessica hat sich doch nie von unserem Mannschaftsarzt durchchecken lassen.«

»Nein, hat sie nicht, aber bis vor ein paar Monaten schien sie auch noch nicht krank zu sein«, entgegnete Ophelia.

»Vielleicht leidet sie an einer echt krassen Krankheit, und will ihren Zustand noch eine Weile vor uns verbergen«, mutmaßte Michi.