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Nun gibt es eine Sonderausgabe – Dr. Norden Extra Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. Es war für Fee Norden ein ungewohnter Anblick, daß sich ihr Mann so lange im Spiegel betrachtete. »Du brauchst ein neues Dinnerjackett, mein Schatz«, stellte sie kritisch fest. »Wieso? Das paßt doch noch«, widersprach er und knöpfte es mit einem zufriedenen Lächeln zu. »Ich bin kein bißchen dicker geworden.« »Es entspricht aber nicht mehr der Mode.« »Mein liebes Feelein, wer achtet schon auf meinen Anzug, wenn du an meiner Seite bist. Dein Kleid ist auch nicht neu, aber du siehst toll aus.« »Mami ist schön«, sagte Anneka andächtig. »Ihr werden die Männer bestimmt wieder nachschauen.« »Sie sollen sich unterstehen, ihr zu nahe zu kommen«, sagte Daniel grimmig. »Geht dir dann der Gaul durch?« fragte Anneka schelmisch. Danny und Felix beteiligten sich nicht an der Unterhaltung. Sie fanden es blöd und überflüssig, daß ihre Eltern zu der Soiree gingen, die zu Ehren von Professor Kiesling veranstaltet wurde, der seinen achtzigsten Geburtstag feiern konnte. Es hatte auch vorher eine Diskussion darüber gegeben, ob man sich davor nicht drücken könnte, was Daniel Norden liebend gern getan hätte.
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Seitenzahl: 115
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Es war für Fee Norden ein ungewohnter Anblick, daß sich ihr Mann so lange im Spiegel betrachtete.
»Du brauchst ein neues Dinnerjackett, mein Schatz«, stellte sie kritisch fest.
»Wieso? Das paßt doch noch«, widersprach er und knöpfte es mit einem zufriedenen Lächeln zu. »Ich bin kein bißchen dicker geworden.«
»Es entspricht aber nicht mehr der Mode.«
»Mein liebes Feelein, wer achtet schon auf meinen Anzug, wenn du an meiner Seite bist. Dein Kleid ist auch nicht neu, aber du siehst toll aus.«
»Mami ist schön«, sagte Anneka andächtig. »Ihr werden die Männer bestimmt wieder nachschauen.«
»Sie sollen sich unterstehen, ihr zu nahe zu kommen«, sagte Daniel grimmig.
»Geht dir dann der Gaul durch?« fragte Anneka schelmisch.
Danny und Felix beteiligten sich nicht an der Unterhaltung. Sie fanden es blöd und überflüssig, daß ihre Eltern zu der Soiree gingen, die zu Ehren von Professor Kiesling veranstaltet wurde, der seinen achtzigsten Geburtstag feiern konnte. Es hatte auch vorher eine Diskussion darüber gegeben, ob man sich davor nicht drücken könnte, was Daniel Norden liebend gern getan hätte. Fee hatte jedoch keine Ausrede akzeptiert, da Professor Kiesling sie persönlich eingeladen hatte und über eine Absage gekränkt wäre.
»Wir müssen jetzt gehen«, sagte Fee mahnend.
Mit einem schweren Seufzer schickte sich Daniel in das Unvermeidliche. Fee sagte noch zu Lenni, daß sie nicht zu nachsichtig mit den Kindern sein solle. Die Zwillinge schliefen schon, und so gab es da wenigstens keine Tränen. So erschienen Daniel und Fee Norden mit der noch erlaubten viertelstündigen Verspätung im Palais Maurizio.
Professor Kiesling war noch umlagert, aber als er Fee Norden entdeckte, bahnte er sich einen Weg zu ihr. Es war ihr fast peinlich, wie überschwenglich sie von ihm begrüßt wurde. Daniel nahm es mit süßsäuerlicher Miene zur Kenntnis.
Professor Kiesling war kein Mediziner, er war Künstler, ein berühmter Porträtist. Er hatte Fee gemalt, als sie eine junge Studentin war. Für sie war das eine Ehre gewesen. Er behauptete, daß sie sein schönstes Modell gewesen sei. Das gefiel Daniel auch nicht, wenn er auch zugeben mußte, daß es ein ausdruckstarkes Gemälde geworden war, von dem sich Kiesling aber erst nach seinem Tode trennen wollte. Dann sollte es Fee bekommen.
Ihr war es jetzt auch peinlich, daß sich aller Aufmerksamkeit auf sie richtete und war heilfroh, als dann ein Minister erschien, um den Jubilar zu ehren.
»Uff«, sagte sie erleichtert, als sie sich mit Daniel an einen ruhigen Platz zurückzog.
»Ich habe es ja gefürchtet, daß er sich wieder wie ein Gockel aufführt«, sagte Daniel.
»Sei nicht so boshaft«, sagte sie lächelnd. »Schauen wir uns lieber mal ein bißchen um.« Sie machte gern ihre Studien und konnte dabei feststellen, daß sich Daniels Dinnerjackett immer noch sehen lassen konnte. Es gab anscheinend eine ganze Anzahl Männer, die sich ungern von ihren Sachen trennten.
Ein Paar fiel ihr auf, das sie gleich ins Grübeln brachte, denn irgendwie kam ihr die Frau bekannt vor. Sie war bedeutend jünger als ihr Begleiter, der keinen sympathischen Eindruck auf Fee machte, obgleich er ein ganz interessanter Mann war. Die junge Frau im königsblauen Kleid, das ihr blondes Haar noch heller erscheinen ließ, machte einen fast apathischen Eindruck. Ihr Blick war starr auf einen Punkt gerichtet.
Als Fee diesem Blick folgte, sah sie ein Paar, das in ein angeregtes Gespräch vertieft war und bester Stimmung zu sein schien. Sie konnte jetzt hören, was die blonde Frau sagte. Diese Stimme kam ihr sehr bekannt vor, und unwillkürlich lauschte sie angestrengt.
»Du hast gewußt, daß er hier ist! Was bezweckst du damit, Roger?«
»Daß du endlich zur Vernunft kommst. Er will dich nicht, er hat eine andere, du wolltest es nie glauben!« zischte der Mann. Fee hatte sich vorwärtsgetastet. Es konnte in dem Trubel nicht auffallen, aber die beiden schwiegen, und da hatte Fee schon einen Schluß gefaßt. Sie trat noch ein paar Schritte auf das ungleiche Paar zu und sagte mit einem verwunderten Ausdruck: »Fabienne Paulin?«
Topasfarbene Augen blickten sie erschrocken an, bekamen aber sofort einen flehenden Ausdruck.
»Sie täuschen sich, Madame«, sagte der Mann abweisend, und seine Augen funkelten gefährlich.
Fee war schnell gefaßt. »Pardon, es war eine Ähnlichkeit«, sagte sie, aber sie schenkte der jungen Frau ein aufmunterndes Lächeln, bevor der Mann sie am Arm packte und mit sich zog.
Daniel war Fee langsam gefolgt. »Was hast du denn wieder vor?« fragte er.
»Du hast die Blondine im blauen Kleid doch auch gesehen«, sagte Fee geistesabwesend.
»War es nicht Fabienne?« fragte Daniel zurück.
»Ich könnte wetten, daß sie es war, aber dieser Unsympath hat es geleugnet. Und jetzt hat er sie gleich weggezerrt.«
»Zum Ausgang«, nickte Daniel.
»Ich würde zu gern wissen, was das zu bedeuten hat. Ich muß herausfinden, wer das Paar ist, dem ihr Blick galt.«
»Hast du endlich wieder was, worüber du dir den Kopf zerbrechen kannst? Wenn sie schon nicht als Fabienne erkannt werden wollte, spielt es doch auch keine Rolle, wen sie angestarrt hat.«
»Er wollte, daß sie nicht als Fabienne erkannt wird. Sie hat mich ganz verzweifelt angesehen.«
»Schätzchen, du mußt in einen flüchtigen Blick nichts hineingeheimnissen.«
»Ich nehme an, daß du morgen ein langes Telefonat mit Katja führen wirst«, scherzte er. »Aber widmen wir unsere Aufmerksamkeit dem künstlerischen Beitrag. Manuel Delont spielt Chopin. Er ist ein Schüler von David.«
»Er ist erstmals in München«, sagte Fee, aber dann weiteten sich ihre Augen, denn der Mann, der sich jetzt vor dem Flügel verneigte, war jener, der von Fabienne beobachtet worden war. Es arbeitete hinter ihrer glatten Stirn. Fabienne war Opernsängerin, und man hatte ihr eine große Karriere vorausgesagt. Dann aber war vor einigen Monaten ihre Schwester auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen, und seither war Fabienne von der Bühne verschwunden. Es hatte keine Erklärung, keinen Bericht gegeben. Für die Boulevardpresse war Fabienne nicht interessant, da es in ihrem Leben keine Skandale gab.
Sie konnten feststellen, daß Manuel Delont ein ausgezeichneter Pianist war.
»David hat nicht viel von ihm erzählt«, sagte Daniel nachdenklich.
»Wann haben wir denn schon mal Gelegenheit, mit ihm darüber zu reden. Wenn wir zusammen sind, gibt es anderen Gesprächsstoff genug.«
David Delorme, der berühmte Pianist und Dirigent, war mit Fees Stiefschwester Katja verheiratet, deren Mutter Anne die zweite Frau von Fees Vater Dr. Johannes Cornelius war, dem die Leitung der Insel der Hoffnung oblag.
Die Delormes lebten in der Schweiz, wenn David nicht gerade auf Konzertreisen war, auf denen Katja ihn so oft wie nur möglich begleitete, denn sie war immer noch sehr eifersüchtig.
»Wir können versuchen, mit Delont ins Gespräch zu kommen«, raunte Fee ihrem Mann zu. »David ist doch ein gutes Stichwort.«
»Muß das sein? Wir könnten auch heimlich verschwinden«, meinte Daniel.
»Das könnte dir so passen.« Fee war wieder in ihrem Element, und dagegen kam Daniel nicht an.
Vergeblich hielt sie allerdings Ausschau nach Fabienne und ihrem Begleiter, aber sie wurde halbwegs entschädigt, weil sie bald Gelegenheit bekam, sich mit Manuel Delont zu unterhalten.
Er zeigte sich sehr erfreut, Fee und Daniel Norden kennenzulernen.
»David und Katja haben viel von Ihnen erzählt. Ich hätte Sie bestimmt aufgesucht, da ich für einige Zeit in München bleibe, da ich eine Berufung an die Hochschule habe.«
Er sprach nicht ganz perfekt Deutsch, aber mit einem solchen Charme, daß man verstehen konnte, daß er von den Frauen angehimmelt wurde.
Dann tauchte auch jene junge Frau auf, mit der Fee ihn vorhin gesehen hatte. Manuel stellte sie als Esther Maurus vor. Mehr erfuhr Fee vorerst nicht, obwohl sie jetzt schon sehr neugierig geworden war.
»Kennen Sie Fabienne Paulin?« fragte sie beiläufig. »Ich habe sie vorhin gesehen, aber leider wieder aus den Augen verloren.«
Er bemühte sich, ruhig zu wirken, aber Fee fühlte, daß er aufgeregt war.
»Ich habe mal gehört, daß sie sehr krank gewesen sei und ihre Stimme verloren hätte«, warf Esther ein, »aber es ist nie etwas bekannt geworden. Ich werde mich mal umhören, ob sie noch hier ist, das ist dir doch recht, Manuel?«
»Würdest du das tun?«
»Ich habe es doch gesagt«, erwiderte sie leichthin und entschwand schon wieder.
»Esther studiert Violine an der Hochschule. Wir musizieren in einem Quartett«, erklärte Manuel. »Haben Sie Fabienne tatsächlich gesehen?«
»Ich bin überzeugt, daß sie es war, allerdings war sie in Begleitung eines zwielichtigen Mannes, der bedeutend älter war.« Fee wollte wissen, wie er darauf reagierte.
Das Wort ›zwielichtig‹ war ihr ungewollt über die Lippen gekommen, und sie erntete von Daniel dafür einen mahnenden Blick.
Manuels Gesicht hatte sich auch gleich verdüstert. »Ich weiß nicht, was ich denken soll«, sagte er sinnend.
»Wenn Sie länger in München bleiben, können Sie uns doch mal besuchen«, lenkte Daniel auf ein anderes Thema über, doch da kam Esther zurück.
»Komisch, aber niemand scheint Fabienne gesehen zu haben. Wie schnell man doch vergessen ist.«
Es klang etwas spöttisch, als sie fortfuhr:
»Nun ja, so bekannt war sie ja auch noch nicht.«
Nun war es aber Professor Kiesling, der nahte und sich mit Fee unterhalten wollte. Und sie konnte ihm nicht entrinnen.
Später, auf dem Heimweg, machte sich Daniel über den alten Charmeur lustig.
»Wenn er wenigstens charmant wäre«, meinte Fee ironisch, »aber es ist ja enervierend, wie eitel er ist. Ich hätte mich lieber noch mit Manuel Delont unterhalten. Er ist wirklich charmant.«
»Er wird genug umschwärmt«, knurrte Daniel. »Da mußt du nicht auch noch in den Chor einstimmen.«
»Ich möchte auch nur wissen, was für eine Beziehung es zwischen ihm und Fabienne gab. Dieser Fiesling, mit dem sie zusammen war, hatte es nur darauf
angelegt, ihr zu beweisen, daß
es eine andere in seinem Leben gibt.
Ich würde nur gern wissen, ob es Esther auch daran gelegen war. Sie hat Fabienne bestimmt bemerkt, denn sie hat in ihre Richtung geguckt.«
»Schätzchen, jetzt reimst du dir wieder was zusammen«, meinte Daniel nachsichtig.
»Was ich gesehen habe, habe ich gesehen«, erwiderte Fee eigensinnig, worauf Daniel klugerweise schwieg.
Er wäre allerdings auch sehr nachdenklich geworden, wenn er Fabienne und Louis Ferree jetzt hätte belauschen können.
Sie war ihm widerstandslos nach draußen gefolgt. Sie wollte ja nicht bleiben, hatte sie doch vorher gar nicht gewußt, warum sie unbedingt mit zu diesem Empfang kommen sollte.
Nun wußte sie es, und er erreichte damit das Gegenteil von dem, was er hatte erreichen wollen. Sie wurde aggressiv und wagte es zum ersten Mal seit langer Zeit, ihre Meinung unmißverständlich zu sagen.
»Um es klar zu sagen, Louis, du hast nicht über mein Leben zu bestimmen! Es geht dich nichts an, mit wem ich meine Zeit verbringe, und noch weniger, an wen ich meine Gedanken verschwende.«
Gleich fiel er ihr ins Wort: »Verschwenden ist der richtige Ausdruck. Du hast es gesehen, daß er anderweitig engagiert ist. Er hat dich nicht mal bemerkt. Und hat er auch nur einmal nach deinem Befinden gefragt?«
Ihre Augen wurden schmal. »Was weiß ich denn! Du hast doch alle Anrufe entgegengenommen und auch die Post. Ich habe nur zu hören und sehen bekommen, was du für richtig gehalten hast. Aber jetzt bin ich aus meiner Lethargie erwacht, jetzt werde ich meine Entscheidungen wieder allein treffen.«
»Da kann ich ja nur lachen!« höhnte er. »Was dabei herauskommt, haben wir erlebt. Muß ich dich erst wieder daran erinnern, daß Germaine noch leben würde, wenn du damals deinen Verstand beisammen gehabt hättest?«
Fabienne wollte sich beherrschen, aber sie begann zu zittern. Ein wildes Chaos spielte sich in ihren Gedanken ab. Sie sah Bilder vor ihren Augen, die sie vergessen wollte. Aber plötzlich war da auch eine Erkenntnis, die lange aus ihrem Gedächtnis verbannt gewesen war.
Sie waren ins Auto gestiegen, er hatte Gas gegeben, war mit überhöhter Geschwindigkeit losgerast und sah starr geradeaus.
»Halt an«, schrie sie. »Es ist nicht wahr! Ich war nicht schuld! Jetzt weiß ich es wieder. Du, ja, du…«, aber er raste verbissen weiter. Plötzlich schleuderte der Wagen ruckartig, und dann krachte es auch schon. Um Fabienne wurde es Nacht.
*
Zwei Stunden später fuhren Daniel und Fee Norden heim. Solange hatte Daniel es doch ausgehalten, aber sie hatten noch ein paar nette Bekannte getroffen. Es war ihnen nicht langweilig geworden, nachdem Professor Kiesling sich auch mit anderen Gästen befaßt hatte und Fee vor ihm sicher sein konnte. Ein paar anzügliche Bemerkungen mußte sie schon noch hinnehmen, aber sie waren nicht böse gemeint und sie konnte nur darüber lachen.
Daniel schaltete das Radio an. Erst kam klassische Musik, dann folgten Nachrichten aus der Region.
Sie horchten auf, als von einem Unfall berichtet wurde, das war mehr Gewohnheitssache bei ihnen.
»Der Wagen wurde wegen überhöhter Geschwindigkeit aus der Kurve getragen. Der Fahrer war sofort tot, die Beifahrerin wurde schwerverletzt in die Behnisch-Klinik gebracht. Es soll sich bei ihr um die Sängerin Fabienne Paulin handeln, deren Schwester Germaine vor einem halben Jahr auf tragische Weise ums Leben kam.«
»Woher sie nur gleich alles wissen«, sagte Daniel, aber dadurch hatte Fee nicht mehr hören können, was der Sprecher außerdem noch gesagt hatte. Aber dann hörte sie, wie er noch fortfuhr: »Soeben erfahren wir, daß es sich bei dem Lenker des Wagens um Louis Ferrée handelt, der mit Germaine Paulin verheiratet gewesen war.«
»Du kanntest ihn nicht, Fee?« fragte Daniel.
»Woher denn schon. Ich wußte doch nichts über Fabiennes Familienverhältnisse. Katja hat nichts erwähnt.«
Ein paar Minuten schwiegen sie, dann sagte Fee, daß sie doch mal bei der Behnisch-Klinik vorbeifahren könnten.
»Weißt du, wie spät es ist?« meinte Daniel.
»Meinst du, sie schlafen, wenn sie gerade eine Schwerverletzte bekommen haben?«
Nach einem anhaltenden Seufzer bog er ab, wußte er doch, daß Fee wieder nicht würde schlafen können, wenn sie nicht genau Bescheid über Fabienne Paulins Zustand wußte. Fee hatte für sie ein besonderes Faible gehabt, ihr eine ganz große Karriere prophezeit. Mit solchen Prognosen hatte sie meistens recht gehabt.
In der Behnisch-Klinik wurde man auch nachts eingelassen. Es konnte ja immer mal ein Notfall sein. Daniel und Fee Norden waren wohlbekannt bei allen Angestellten, aber die Nachtschwester wunderte sich doch über ihr Erscheinen.
