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Notarzt Dr. Winter ist eine großartige neue Arztserie, in der ganz nebenbei auch das kleinste medizinische Detail seriös recherchiert wurde. In der Klinik wird der Chefarzt der Unfallchirurgie mit den schwierigsten, aufregendsten Fällen konfrontiert, die einem Notarzt begegnen können. Im Leben des attraktiven jungen Arztes gibt es eigentlich nur ein Problem: Seine große Liebe bleibt ganz lange unerfüllt. Die Liebesgeschichte mit der charmanten, liebreizenden Hotelmanagerin Stefanie Wagner sorgt für manch urkomisches, erheiterndes Missverständnis zwischen diesem verhinderten Traumpaar. »Diese Schmerzen kommen immer wieder, Herr Dr. Görgens«, sagte Vanessa Sielke. »Eine Weile sind sie völlig verschwunden – und dann auf einmal treten sie wieder auf. Ich kann mir das gar nicht erklären, ich habe noch nie etwas mit dem Magen gehabt. Und die Untersuchungen sind ja auch ergebnislos geblieben. Aber schließlich bilde ich mir die Schmerzen ja nicht ein.« Der attraktive dunkelhaarige Arzt lächelte charmant. »Natürlich bilden Sie sich die Schmerzen nicht ein, Frau Sielke. Sie haben ohne Zweifel einen gereizten Magen, und das wundert mich nicht. Ihr Beruf ist doch ziemlich stressig, nicht wahr?« Sein Lächeln vertiefte sich. »Jedenfalls nach allem, was ich von Ihrem Verlobten höre.« »Ja, sicher ist mein Beruf stressig«, antwortete sie, »aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen ...« Er unterbrach sie sanft, aber bestimmt. »Na, sehen Sie, da haben Sie doch Ihre Erklärung.« Vanessa war Lehrerin an einer Grundschule, ihr Beruf war anstrengend, keine Frage. Aber sie ging gern zur Schule, und sie liebte den Umgang mit Kindern – warum also sollten diese ihr einen gereizten Magen bescheren? Das leuchtete ihr nicht ein, auch wenn Dr.
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Seitenzahl: 114
Veröffentlichungsjahr: 2024
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»Diese Schmerzen kommen immer wieder, Herr Dr. Görgens«, sagte Vanessa Sielke. »Eine Weile sind sie völlig verschwunden – und dann auf einmal treten sie wieder auf. Ich kann mir das gar nicht erklären, ich habe noch nie etwas mit dem Magen gehabt. Und die Untersuchungen sind ja auch ergebnislos geblieben. Aber schließlich bilde ich mir die Schmerzen ja nicht ein.«
Der attraktive dunkelhaarige Arzt lächelte charmant. »Natürlich bilden Sie sich die Schmerzen nicht ein, Frau Sielke. Sie haben ohne Zweifel einen gereizten Magen, und das wundert mich nicht. Ihr Beruf ist doch ziemlich stressig, nicht wahr?« Sein Lächeln vertiefte sich. »Jedenfalls nach allem, was ich von Ihrem Verlobten höre.«
»Ja, sicher ist mein Beruf stressig«, antwortete sie, »aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen ...«
Er unterbrach sie sanft, aber bestimmt. »Na, sehen Sie, da haben Sie doch Ihre Erklärung.«
Vanessa war Lehrerin an einer Grundschule, ihr Beruf war anstrengend, keine Frage. Aber sie ging gern zur Schule, und sie liebte den Umgang mit Kindern – warum also sollten diese ihr einen gereizten Magen bescheren? Das leuchtete ihr nicht ein, auch wenn Dr. Görgens sehr sicher zu sein schien.
Im Augenblick waren die Schmerzen natürlich wieder einmal verschwunden, sodass sie sich sowieso ein bisschen dumm vorkam, weil sie um einen Termin bei ihm gebeten hatte. »Wenn Sie meinen«, murmelte sie, keineswegs überzeugt.
Er merkte ihr an, dass sie nicht zufrieden war. »Stress kann ungeheuer aggressiv wirken – viele Menschen unterschätzen seine Kräfte, Frau Sielke«, sagte er ernst. »Auch wenn Sie subjektiv nicht das Gefühl haben, dass Ihr Beruf stressig ist – so ist er das objektiv ganz sicher. Große Klassen, zappelige Kinder, ein hoher Lärmpegel, vergessen Sie das alles nicht!«
»Das stimmt natürlich«, gab sie zu. »Manchmal bin ich wie gerädert, wenn ich aus der Schule komme. Dann muss ich mich hinlegen und eine halbe Stunde schlafen.«
»Sehen Sie? Das ist es, was ich meine. Sie haben es ja selbst schon gesagt: Die Untersuchungen haben keinerlei Befund ergeben, auch die Endoskopie nicht. Deshalb bin ich so sicher, dass Sie kein Magengeschwür haben.«
Sie nickte. Die Ergebnisse der Endoskopie hatten sie tatsächlich beruhigt, aber sie wollte endlich wieder schmerzfrei sein. »Vielleicht ist trotzdem etwas übersehen worden?«, fragte sie. »Das wäre doch möglich, oder?«
»Möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich«, erwiderte er. »Ich verschreibe Ihnen ein anderes Medikament, und Sie werden sehen, das beruhigt Ihren Magen vollkommen. Ich gehe natürlich davon aus, dass Sie mit dem Essen weiterhin vorsichtig sind. Vielleicht sollten Sie es auch einmal mit autogenem Training probieren.«
Das hörte sich vernünftig an, sie hatte schon von einigen ihrer Freundinnen gehört, dass autogenes Training Wunder wirken konnte. Vielleicht sollte sie das wirklich einmal ausprobieren?
Sie wechselten noch ein paar eher belanglose Sätze, dann verabschiedete sie sich und ging zum Empfang, wo sie ihr Rezept bekam. Anschließend verließ sie die Praxis.
Sie war noch nicht sehr lange Patientin von Dr. Görgens. Ihr Verlobter Hans Sydermann spielte mit ihm Tennis, er hatte ihn ihr empfohlen, und sie war dieser Empfehlung gefolgt, da sie bis dahin keinen Hausarzt gehabt hatte. Dr. Görgens war immer ausgesprochen zuvorkommend und freundlich – sie hatte ihn sogar manchmal im Verdacht, dass er ein wenig mit ihr flirtete. Und einmal hatte er zu ihr gesagt: »Ich setze auf den mündigen Patienten« – das hatte ihr seinerzeit sehr imponiert. Mal sehen, dachte sie, ob ich als mündige Patientin tauge.
Sie musste lächeln. Der Arzt war besonders bei Frauen beliebt, das war ihr schon aufgefallen: Im Wartezimmer waren Frauen immer bei Weitem in der Überzahl. Aber es war schließlich nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Arzt nicht nur Krankheiten behandeln konnte, sondern gleichzeitig auch noch gut aussah.
Als sie gerade in ihr Auto steigen wollte, fiel ihr das Rezept ein, und sie verschloss den Wagen wieder. Gegenüber war eine Apotheke, das konnte sie genauso gut zuerst noch erledigen. Hoffentlich verschwanden die Schmerzen mit dem neuen Medikament endlich für immer.
Zehn Minuten später war sie zu Hause. Sie musste noch ein Diktat der dritten Klasse korrigieren, dazu hatte sie keine besonders große Lust. Aber abends würde sie mit Hans in ein neues Restaurant gehen, darauf freute sie sich schon.
Sie ging in die Küche, um sich einen Tee zu kochen. Im Grunde konnte sie zufrieden sein: Ihr Hausarzt hielt sie für gesund, er fand nur, sie müsse ihren Stress reduzieren.
Am besten fing sie gleich damit an, indem sie sich an die Arbeit machte und die Korrektur des Diktats, das sie vor zwei Tagen in ihrer Klasse hatte schreiben lassen, nicht länger aufschob.
Sie setzte sich entschlossen an ihren Schreibtisch, griff zum ersten Heft und begann stirnrunzelnd zu lesen: »Wenn der Winter kommt, müssen wir uns warm anziehn …«
»Oh, nein!«, murmelte sie, aber sie lächelte dabei. Sie hatte schon Schlimmeres lesen müssen. Außerdem war es das Heft ihres Lieblingsschülers, der für Diktate nichts übrig hatte, aber ein liebenswerter Bengel war.
*
»Achtjähriger Junge, ist auf einem Spielplatz von einem Klettergerüst gestürzt«, keuchte ein Sanitäter, der gerade gemeinsam mit einem Kollegen im Eilschritt einen verletzten Jungen in die Notaufnahme der Kurfürsten-Klinik in Berlin-Charlottenburg brachte. Sie war eine der größten Notaufnahmen des Landes und wurde von Dr. Adrian Winter geleitet, dem jüngsten Chefarzt der Klinik. Er war als Einziger im Augenblick frei, deshalb nahm er sich selbst des Jungen an.
Der Sanitäter rasselte sämtliche Informationen herunter und schloss mit den Worten: »Die Eltern konnten noch nicht benachrichtigt werden, sie sind beide berufstätig, momentan unterwegs und nicht erreichbar. Eine Nachbarin kümmert sich aber darum, dass sie informiert werden.«
Adrian stellte noch einige Fragen, dann verabschiedeten sich die Männer wieder. Bevor er mit seiner Untersuchung begann, fragte Adrian: »Du heißt Clemens?«
Der Junge nickte. Unter seiner gebräunten Haut war er sehr bleich, die Lippen hatte er fest aufeinandergepresst.
»Ich muss dich untersuchen, Clemens, das kann wehtun«, erklärte Adrian, während er behutsam den Bauch des Jungen abtastete. Die Bauchdecke war zum Glück weich. Insgeheim atmete er auf, zumindest also hatte Clemens offenbar keine inneren Verletzungen davongetragen. Anschließend untersuchte er die Beine. »Tut das weh?«, fragte er, während er den linken Unterschenkel bewegte.
Der Junge schüttelte den Kopf und machte endlich den Mund auf. »Was denn?«, fragte er. »Ich spüre gar nichts.«
Adrian ließ sich nicht anmerken, wie sehr er über diese Antwort erschrak. »Und das?« Er bewegte nun, sehr vorsichtig, den rechten Unterschenkel.
Clemens schrie unterdrückt auf. »Oh, Mann!«
Unwillkürlich schossen ihm Tränen in die Augen, seine Gesichtsfarbe wurde noch fahler.
»Tut mir leid«, entschuldigte sich Adrian. »Das rechte Bein und der rechte Fuß sind gebrochen.« Er fuhr mit der Untersuchung fort und stellte nach einer Weile fest: »Die rechte Hand ebenfalls. Du wirst eine Weile nicht schreiben können, Clemens. Und auch nicht laufen, denn Krücken kommen nicht infrage mit einer gebrochenen rechten Hand.« Er schwieg kurz, dann sagte er: »Wir müssen eine Röntgenaufnahme von deinem Rücken machen.«
»Warum?«
»Es könnte sein, dass er verletzt ist. Das kann man so nicht feststellen. Ich fahre jetzt mit dir in die Röntgenologie, dort werden die Aufnahmen gemacht – danach wissen wir mehr.«
»Tut das weh?«
»Nein, überhaupt nicht, du wirst gar nichts merken. Danach musst du aber auf jeden Fall operiert werden, Clemens. Deine Brüche müssen gerichtet und eingegipst werden. Ich gebe dir jetzt etwas gegen die Schmerzen, davon wirst du auch ein bisschen müde. Einverstanden?«
»Mhm. Können Sie nicht meine Eltern noch mal anrufen?«, murmelte der Junge. »Die arbeiten immer ziemlich lange.«
»Weißt du denn, wie ich sie erreichen könnte?«, fragte Adrian. »Ich dachte, eure Nachbarin hätte es schon vergeblich probiert.«
»Handy«, sagte Clemens, während Adrian eine Spritze aufzog. »Meine Mama hat immer ein Handy dabei... die Nummer kennt Frau Schauer gar nicht.«
»Frau Schauer ist eure Nachbarin?« Vorsichtig stach Adrian zu, der Junge zuckte nicht einmal zusammen.
»Ja.«
»Gut, dann sag mir die Nummer«, bat Adrian.
Der Junge sagte sie, ohne zu stocken, auswendig her, Adrian notierte sie und schob dann das Bett aus der Behandlungskabine. »Ich rufe an, während die Röntgenaufnahmen von dir gemacht werden, ja?«
Die Spritze wirkte bereits, Clemens’ Augen bekamen einen schläfrigen Blick. Vorsichtig schob Adrian das Bett zum Fahrstuhl. Wenn nur der Rücken des Jungen nicht ernsthaft verletzt war!
*
»Du bist ja sensationell in Form«, stellte Dr. Hans Sydermann erstaunt fest, nachdem er auf dem Tennisplatz zweimal hintereinander gegen seinen Bruder Malte verloren hatte, anschließend fuhr er meistens noch einmal in die Praxis, um das aufzuarbeiten, was liegen geblieben war. Meistens spielte er gegen seinen Dauerpartner, der ihn dieses Mal aber versetzt hatte. »Ich dachte immer, du spielst nicht mehr.«
»Manchmal doch«, erwiderte Malte. »Wenn’s mich überkommt – so wie heute, als du angerufen hast. Da hatte ich auf einmal große Lust.«
Auch die nächsten beiden Spiele verlor Hans. Er versuchte, sich seine Verärgerung darüber nicht anmerken zu lassen. Er konnte nicht gut verlieren, schon gar nicht gegen seinen Bruder. Immer hatte es, zumindest von seiner Seite aus, eine versteckte Rivalität gegeben, bis heute.
Malte war der Älteste von beiden, und er war auch der Ruhigere, Überlegtere. Hans hatte ihn, zumindest auf den ersten Blick, längst überholt: Er war Augenarzt und mit seinen vierunddreißig Jahren bereits Partner in einer gut gehenden Praxis. Er besaß eine großzügige Eigentumswohnung und war außerdem mit einer sehr anziehenden jungen Frau verlobt.
Malte dagegen war Regisseur einer freien Theatergruppe, die zwar immer wieder hoch gelobt wurde, aber trotzdem jedes Jahr von Neuem um ihr Überleben kämpfen musste. Es gab eine treue Fangemeinde, die jedoch nicht groß und vor allem nicht einflussreich genug war, um dem Ensemble und seinem Regisseur die Existenz dauerhaft zu sichern.
Malte wohnte in einer bescheidenen kleinen Mietwohnung, die Kreise, in denen sich sein Bruder bewegte, waren ihm fremd. Und dass er nicht mehr Tennis spielte, hatte eher damit zu tun, dass ihm der Sport zu teuer war, als damit, dass er keine Lust mehr hatte, ihn auszuüben. Im Klub seines Bruders konnte er nur auf dessen Einladung spielen – was beiden auch wohl bewusst war. Sie sprachen es nur nicht aus.
Obwohl also Hans eigentlich, nach landläufiger Meinung, der Erfolgreichere von beiden war, war er weniger zufrieden als Malte. Malte betrachtete seinen Beruf als Berufung. Wenn er mit seiner Schauspieltruppe arbeitete, war er rundum glücklich. Er wünschte sich kein anderes Leben, während Hans immer nach denjenigen Ausschau hielt, die mehr Geld hatten als er und mehr gesellschaftliche Anerkennung.
Mit Malte rivalisierte er noch immer, weil ihn die Gelassenheit und offenkundige Zufriedenheit seines Bruders reizten und provozierten. Er konnte nicht verstehen, dass dieser sich mit dem Leben, wie er es führte, zufrieden gab. Er verstand es nicht, und zugleich ärgerte es ihn. Wäre Malte dagegen gekommen und hätte ihn beispielsweise um Geld oder Unterstützung gebeten, wäre er vermutlich glücklich gewesen, denn das hätte er als Beweis ansehen können, dass seine Art zu leben eben doch die Bessere war.
»Trinken wir noch was zusammen?«, fragte Hans, als sie verschwitzt den Platz verließen.
»Ja, für einen Kaffee reicht die Zeit noch. Danach muss ich ins Theater, wir haben in drei Wochen Premiere unseres neuen Stücks.«
Hans interessierte sich nur mäßig für Maltes Arbeit, was Malte natürlich genau wusste. Deshalb erzählte er nur das Nötigste darüber. Er nahm Hans die mangelnde Anteilnahme nicht übel – er war nun einmal so. Seine Welt war eine völlig andere, Malte fand das in Ordnung. Jeder musste seinen Platz finden, es war nur gut, dass nicht alle Menschen die gleichen Wünsche hatten. Zumindest war das seine Meinung.
»Wie läuft’s in der Praxis?«, fragte er, um seinem Bruder einen Gefallen zu tun. Hans sprach gern über seine Arbeit und alles, was damit zusammenhing.
»Ganz gut, wir mussten schon wieder eine neue Sprechstundenhilfe einstellen. Und stell dir vor, was neulich passiert ist ...« Und schon war Hans mitten in einer abenteuerlich klingenden Geschichte. Er wusste, dass er Malte hundertprozentig vertrauen konnte – niemals hätte sein Bruder etwas von dem, was er nun erfuhr, weiter getragen. Bei ihm waren Geheimnisse gut aufgehoben. Und endlich vergaß Hans auch seinen Ärger über die verlorenen Spiele. Bei den Dingen, die wirklich zählten, war er besser als Malte – und das war schließlich die Hauptsache.
Malte wollte sich zwanzig Minuten später gerade verabschieden, als ein sehr attraktiver dunkelhaariger Mann lächelnd das Klublokal betrat.
»Ach«, sagte Hans, »da ist ja Dr. Görgens.« Er winkte dem Kollegen zu. »Habe ich dir erzählt, dass Vanessa endlich auch Patientin bei ihm geworden ist?«
»Wozu so eine Mitgliedschaft im Tennisklub doch nicht alles gut ist«, bemerkte Malte spöttisch. Er hielt nicht viel von Dr. Görgens, behielt das jedoch für sich. Wenn alle Welt glaubte, dass er nur seines guten Aussehens wegen auch ein guter Arzt war, bitte schön. Er konnte sich über die fachliche Qualifikation des Mannes kein Urteil erlauben, fand jedoch seine Eitelkeit und das ständige Flirten mit jeder Frau, die ihm über den Weg lief, schrecklich. Aber, dachte er nun, während seine Blicke dem Arzt folgten, mir muss er ja zum Glück nicht gefallen.
»Er hat den Tennisklub nicht nötig, das kannst du mir glauben«, entgegnete Hans mit vorwurfsvollem Unterton. »So eine gut gehende Praxis für Allgemeinmedizin wie seine gibt es in ganz Berlin kein zweites Mal.«
»Ist Vanessa denn zufrieden mit ihm?«, erkundigte sich Malte in neutralem Ton.
»Sicher, was denkst du denn? Sie hat ja neuerdings diesen nervösen Magen. Dr. Görgens meint, das sei kein Wunder, bei ihrem Beruf. Na ja, wenn wir erst einmal verheiratet sind ...« Er brachte den Satz nicht zu Ende, denn das war ein Streitpunkt zwischen Vanessa und ihm. Sie wollte ihren Beruf nicht aufgeben, während er sich eine Frau wünschte, die in ihrem eigenen eleganten Haus zu repräsentieren verstand, eine glanzvolle Gastgeberin war und ihren Mann bei seinem unaufhaltsamen gesellschaftlichen Aufstieg in jeder Hinsicht unterstützte.
