Beschreibung

Weder die eigenwillige Katharina von Bora noch der ehrenwerte Professor Martin Luther hätten gedacht, dass aus ihnen mal ein Paar werden würde. Denn Katharina war unsterblich in einen Patriziersohn verliebt, während Luther ein Auge auf Katharinas Freundin Ava geworfen hatte. Beide wollten sie ein gutes Wort für den jeweils anderen einlegen. Wie aus dieser Abmachung im Atelier von Lukas Cranach schließlich doch eines der berühmtesten Paare unserer Geschichte wird, erzählt Fabian Vogt höchst unterhaltsam und spannend. Und nimmt uns mit hinein in eine Liebe, in der sich die ganze Dynamik der Reformation widerspiegelt. Ein mitreißendes Lesevergnügen. Die Geschichte einer besonderen Liebe • Die Geschichte von Martin Luther und Katharina von Bora • Die Neuauflage unseres Bestsellers 1523, mitten in der turbulentesten Phase der Reformation, lernt Martin Luther die entlaufenen Nonne Katharina von Bora kennen – und es beginnt eine der schönsten Liebesgeschichten der Neuzeit, hingebungsvoll und achtsam zugleich. Denn beide ahnen: Es geht nicht nur um große Gefühle, sondern um die Zukunft des Glaubens; weil eine Eheschließung des Reformators sein Lebenswerk zum Einsturz bringen kann. Aber Katharina weiß, was sie will … „Wenn Engel lachen“ wurde inspiriert von dem gleichnamigen Kammer-Musical, das bundesweit aufgeführt wird. Siehe: www.theater-zauberwort.de. Die poetischen Liedtexte dieses Stückes verknüpfen auch die Kapitel des Romans.

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Seitenzahl: 119

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Fabian Vogt

Wenn Engel lachen

Die unverhoffte

Liebesgeschichte der

Katharina von Bora

Das Buch

1523, mitten in der turbulentesten Phase der Reformation, lernt Martin Luther die entlaufene Nonne Katharina von Bora kennen – und es beginnt eine der schönsten Liebesgeschichten der Neuzeit, hingebungsvoll und achtsam zugleich. Denn beide ahnen: Es geht nicht nur um große Gefühle, sondern um die Zukunft des Glaubens; weil eine Eheschließung des Reformators sein Lebenswerk zum Einsturz bringen kann. Aber Katharina weiß, was sie will …

„Wenn Engel lachen“ wurde inspiriert von dem gleichnamigen Kammer-Musical, das bundesweit aufgeführt wird. Siehe: www.theater-zauberwort.de. Die poetischen Liedtexte dieses Stückes verknüpfen auch die Kapitel des Romans.

Der Autor

Fabian Vogt, geboren 1967 in Frankfurt, ist Schriftsteller und Künstler, wenn er nicht gerade als promovierter Teilzeit-Theologe kreative Ideen für „Kirchliche Kommunikationskonzepte“ entwickelt – oder seine Leidenschaft für Geschichten auf der Kabarettbühne auslebt („Duo Camillo“). Für sein Roman-Debüt „Zurück“ wurde er mit dem „Deutschen Science-Fiction-Preis“ ausgezeichnet, zudem hat er mehrere Kleinkunstauszeichnungen erhalten. Fabian Vogt lebt mit seiner Familie im Vordertaunus.

„Ich wünsche und erbitte uns Glück.

Denn ich habe mich durch die Hochzeit

so angreifbar und lächerlich gemacht,

dass, wie ich hoffe, die Engel lachen

und alle Teufel weinen.“

Martin Luther

Inhalt

Cover

Titel

Das Buch/Der Autor

Zitat

An Martin

An Käthe

Geheimnisse

Endlich frei

Ein Vertrag

Darf er mich lieben?

Der Brief

Gelübde gebrochen

Wutanfall

Glaube, Hoffnung, Liebe

An Martin

Ich fühle immer noch die Klostermauern

Hoffen

Hinter jedem großen Mann

Ein Plan

Mönch und Nonne

Der Antrag

Allein durch das Wort

Das Geständnis

Wenn die Engel lachen

An Martin

Nachwort

Weitere Bücher

Impressum

An Martin

Du Mistkerl! Du unfassbarer Mistkerl! Musst du ausgerechnet jetzt sterben? Im Februar? Im eisigen, frostigen Februar? Es ist schrecklich kalt zwischen den Mauern und erst recht auf unserem verwaisten Matratzenlager. An den Fenstern prangen Eisblumen, die ich mit einem schrillen Kratzen entferne. Voller Wut.

Ich habe dir doch gesagt: „Fahr nicht!“ Mehrfach habe ich dir das gesagt: „Fahr nicht! Schau dir das Wetter an! Wie es draußen stürmt. Und friert. Es ist einfach zu gefährlich. Und die Kaufleute berichten seit Tagen aufgeregt, dass fast alle Flüsse über die Ufer getreten sind.“

Aber du wolltest ja unbedingt die Welt retten. Wieder mal. Als hätten die zerstrittenen Grafen von Mansfeld ihre Konflikte nicht allein austragen können. Die zanken sich doch schon seit 30 Jahren. Und nun begehrten sie dich mit aller Inbrunst für ihr neustes Schiedsgericht. Also hast du dich nach Eisleben aufgemacht. Mitten im Winter. Mitten im tosenden Gewitter. Der irdische Heilsbringer Martin.

Musste das sein? Konntest du nicht einmal „Nein“ sagen? Nur einmal? Nein, das konntest du nicht! Mein wackerer Herr Gemahl. Der nicht nur einer Stadt oder einem Land, sondern der ganzen Welt gedient hat. Ja, mehr noch: Du hast dem Himmel gedient. Und dabei dich selbst vergessen. So ist es doch.

An alle hast du gedacht, Herr Doktor, an alle, nur nicht an dein krankes Herz. Und nicht an mich. Deine Käthe.

Wer nennt mich jetzt lächelnd seinen „Morgenstern“? Wer wärmt mich, wenn ich zitternd unter die klammen Decken husche, weil mir die beißende Kälte unter die Gewänder zieht? Wer taut mich wieder auf? Und wer flüstert mir zärtlich „Herzliebchen“ ins Ohr?

Herzliebchen.

Obwohl: Das hast du ja nur manchmal gesagt. Im Überschwang. Meist hat es dir viel mehr gefallen, mich kokett als Herrscherin zu bezeichnen: „Meine Herrscherin!“ Sogar in der Öffentlichkeit hast du mich so genannt.

„Euer Gnaden“ – das war dein Lieblingstitel für mich. Oder: „Herr Käthe“. Als wäre ich ein Gebieter. Der Souverän im Haus.

Dann haben wir beide gelacht. Ich, weil ich wusste, dass es stimmt – du, weil du mit derartigen Neckereien so tun konntest, als wäre das alles nur ein Spiel. Ein Schabernack.

Weißt du noch … einmal hast du theatralisch gesagt: „Ich bin an Ketten gebunden und liege auf der Bahre, gleichsam der Welt abgestorben.“

Nun, jeder, der genau zuhörte, verstand, dass die Worte doppeldeutig waren: „An Ketten“ meinte natürlich „an Käthen“, so wie „auf der Bahre“ gemeinerweise „auf der Bora“ meinte.

Wobei ich mich erinnere, dass du ganz gerne auf mir gelegen hast …

Katharina von Bora. Mein Name hat dir gefallen, das weiß ich. Obwohl ich nach unserer Hochzeit die Lutherin wurde. Aber du hast ihn trotzdem gelegentlich benutzt: „von Bora“. Mit viel Hochachtung in der Stimme. Vielleicht um diejenigen zu beschämen, die mein forsches Auftreten für Stolz und Übermut hielten. Denen wolltest du verschmitzt vor Augen führen, dass ich aus einer guten Familie stamme. Einer, in der die Frauen es sich erlauben dürfen, selbstbewusst zu sein.

Trotzdem gab es viel Gerede über meinen Charakter. Meinst du, ich hätte nicht mitbekommen wie deine Mitstreiter in Wittenberg über mich reden? Über die starrköpfige, energische Käthe? Melanchthon hat einmal gesagt: „Diese Frau lässt sich nichts raten, sie will immer nur ihre Meinung durchsetzen.“

O ja, ich habe im Lauf der Jahre so manche Ungeheuerlichkeit durch die Gänge tönen hören: „Frau Käthe, die Regentin im Himmel und auf Erden, die Gattin und Schwester des Jupiter, die den Mann regiert, wohin sie will.“

In Wirklichkeit warst du vermutlich froh, dass du in Haus und Hof die Verantwortung abgeben konntest. Gib es doch zu! Obwohl … du hast es ja eingestanden: „Gott hat es gut mit mir gemeint. Er hat mir eine Frau gegeben, die so für den Haushalt sorgt, dass ich mich da um nichts kümmern muss.“ Das hast du geschrieben. Und mir hat es Freude bereitet, unser kleines Familienunternehmen zu führen.

Allerdings musste ich dazu gelegentlich auch bestimmend sein. Und ja, ich habe einmal forsch gesagt: „Ich muss mir den Doktor anders gewöhnen, damit er die Dinge macht, wie ich sie will.“ Was du ja dann auch getan hast. Zumindest die meiste Zeit.

Eigentlich haben wir uns all die Jahre geneckt. Jeden Tag. Mit jedem Blick. Mit jedem Seufzer. Und jetzt, jetzt fehlt mir deine Frechheit. Dabei war ich zu jeder Zeit überzeugt, dass dir meine Fürsorglichkeit gefällt. Auch wenn du hämisch erklärt hast: „Sie redet so viel, ich wünschte, beim nächsten Mal hätte ich eine Frau aus Stein.“ Das stimmt nicht. Das hättest du dir niemals gewünscht: eine Frau aus Stein. Gut, mich hast du dir am Anfang auch nicht gewünscht. Die vorlaute Katharina. Die forsche entlaufene Nonne. Ich bin mir dessen sehr wohl bewusst: Das war bei dir keine Liebe auf den ersten Blick. Nicht einmal auf den zweiten. Das war Liebe auf den tausendsten Blick. Wenn es so etwas gibt.

Aber wir haben es doch gut miteinander gehabt. Oder nicht? Ich finde sogar: Wir haben es sehr gut miteinander gehabt. Und noch dazu: immer besser. Vielleicht hätte ich dir das öfter sagen sollen. Aber vor lauter Sticheleien und gegenseitigem Frotzeln haben wir bisweilen vergessen, über unsere wahren Gefühle zu reden. Und jetzt, jetzt ist es dafür zu spät.

Nun liegst du da, aufgebahrt. Und morgen werden sie dich in der Schlosskirche beisetzen. Ich werde traurig aus schauen. Natürlich. Wer sollte nicht betrübt und bekümmert sein wegen eines solch teuren Mannes, wie du es gewesen bist. Ich bin wahrhaftig so betrübt, dass ich mein Herzeleid keinem Menschen sagen kann. Zudem kann ich weder essen noch trinken. Auch nicht schlafen. Wenn ich ein Fürstentum besessen und es verloren hätte, so täte es mir darum nicht so leid wie um dich.

Ach, Herr Doktor! Nicht immer, aber gelegentlich wird aus Gewöhnung Liebe. Starke Liebe sogar. Große Liebe. Und ich habe den Eindruck, wir haben uns sehr aneinander gewöhnt. So sehr, dass wir nicht mehr ohne einander sein wollten. Und du, der du anfangs erklärt hast, dass du mir zwar zugetan seist, aber gewiss nicht von brennender Liebe ergriffen, hast dich im Lauf der Zeit dann eben doch ergreifen lassen. Und wie!

Was sicher auch daran lag, dass ich unser Leben so tatkräftig in die Hand genommen habe. Ein starker Wille hat dir immer imponiert. Was du natürlich niemals zugegeben hättest. Schon gar nicht gegenüber deiner Frau. Im Gegenteil: Du hast gleich wieder angefangen, sprachgewaltige Argumente gegen meine Bestimmtheit vorzubringen. Ich vermute fast, du konntest es irgendwann nicht mehr lassen.

Einmal hast du zu mir gesagt: „Du, Käthe, willst sorgen anstelle Gottes, als wäre er nicht allmächtig. Lass mich zufrieden mit deiner Sorge. Ich habe einen besseren Sorger als du und alle Engel sind.“

Als wäre ich irgendwie mit Gott in einen Wettstreit getreten. Wie käme ich dazu? Aber unsere verdreckte Wäsche hat der Schöpfer des Himmels und der Erden nun mal nicht gewaschen. Der große Sorger. Also musste ich ran. Nebenbei: Das Bier hat sich auch nicht von allein gebraut. Von den Kühen, die gemolken werden mussten, ganz zu schweigen.

Aber der Herr Doktor hat ja gerne das Leben und unseren Herrgott gegeneinander ausgespielt. Schon als wir uns kennenlernten. Weißt du noch … da hat es dich nur sehr bedingt gekümmert, ob du mich magst. Du hast dich andauernd gefragt, was wohl der allmächtige Gott, der gnädige Herr, zu deiner Vermählung sagen würde. Und ob dadurch nicht dein großes Werk, die Reformation, gefährdet würde.

Feigling. Immer, wenn es um das pralle Dasein ging, hast du dich in deine Theologie geflüchtet. Hast dich mit klugen Formeln vor der Wirklichkeit gedrückt. Hast dich in deinem Studierzimmer verbarrikadiert – und die Tinte dem Blut vorgezogen. Dann musste ich dir jedes Mal sanft, aber deutlich zeigen, dass die schönsten Erkenntnisse wertlos sind, wenn man sie nicht im Alltag anwenden kann.

Womit wir wieder beim Thema wären: Wenn du auf mich gehört hättest und nicht bei diesem scheußlichen Wetter aufgebrochen wärst, dann lägst du jetzt vermutlich hier an meiner Seite. Verdammt noch mal.

Kalt ist es zwischen den Decken so allein. Saukalt. Als bahne sich der eisige Wind einen Weg durch die derben Stoffe auf meine Haut. Wie soll einer warm werden, wenn er alleine daliegt?

Da, jetzt zittere ich. Gänsehaut am ganzen Körper. Fröstelnd lege ich die Arme um mich, als wären es deine. Was soll ich denn nur machen? Und was bleibt mir von dir außer den Erinnerungen?

Die Erinnerungen … richtig. Die vielen kuriosen Erinnerungen. Das, das will ich versuchen: Ob ich nicht in unsere Liebesgeschichte eintauchen kann wie in ein heißes Bad. Ob mich die Gefühle der Vergangenheit noch einmal wärmen können, wie sie es damals getan haben.

Damals, als es anfing, mit dir und mir. Denn ich weiß: Das hast du auch bisweilen getan. Ja, auch du hast immer wieder an den Beginn unserer zärtlichen Liebelei gedacht. Das hast du mir einmal sogar in einem Brief gestanden …

An Käthe

Geliebter Herr Käthe,

dies schreib ich dir,

meiner heiligen, ängstlichen,

gnädigen Frau,

geliebter Herr Käthe,

aus meinem Quartier:

Ich komm bald nach Haus.

Du, mein Morgenstern.

Gnade und Friede in Christus.

Solange im Keller

noch ein Becher steht,

lass es nur an nichts fehlen,

zahl zehn Gulden, wenn’s geht.

Sei gastfrei und freundlich,

gib Wein und gib Glück,

wenn Gott es so will,

schenkt er alles zurück.

Ich bitte dich, bete

mit allen im Haus

für die wahre Erkenntnis,

dem Teufel ein Graus.

Küss mir die Kinder

und sorge dich nicht,

ich harre auf Morgen

hier im Kerzenlicht.

Du meine freundliche

Hausfrau, Doktorin,

Gelehrte, Brauerin,

Richterin, Zülsdorferin

auf dem Saumarkt zu Wittenberg.

Geliebter Herr Käthe,

dies schreib ich dir,

meiner heiligen, ängstlichen,

gnädigen Frau,

geliebter Herr Käthe,

aus meinem Quartier:

Ich komm bald nach Haus,

du, mein Morgenstern.

Gnade und Friede in Christus.

Manchmal sitze ich grübelnd

und denke daran,

mein liebster Herr Käthe,

wie alles begann …

Geheimnisse

„Ava?“

Die junge Frau rutschte vor lauter Aufregung beim Laufen auf den feuchten Steinen aus, fing sich aber wieder und rannte kichernd in die schmale Gasse hinein, die in einen weitläufigen, verwinkelten Hinterhof mündete.

„Ava, ich weiß doch, dass du hier bist. Los, komm raus! Glaubst du ernsthaft, ich hätte nicht gesehen, dass du hier hineingehuscht bist?“

Trotzig stemmte sie die Hände in die Hüften, atmete schwer und suchte die Umgebung mit ihren Augen ab.

„Ava? Los sag schon: Wo hast du dich versteckt? Im Heuschober? Hinter dem alten Bretterverschlag da drüben? Oder bei den klobigen Kisten neben der Tränke?“

Plötzlich musste die erhitzte Magd lachen. Ein helles Lachen, das den staubigen Hof mit einem Glitzern überzog.

„Hör zu, Ava, wenn du ernsthaft glaubst, ich würde jetzt anfangen, dich überall zu suchen, dann täuschst du dich. Ich habe keine Lust, mein schönes, neues Kleid gleich wieder schmutzig zu machen.“

Leise fügte sie hinzu: „Ist es nicht verrückt, dass ich 25 Jahre alt werden musste, bevor ich mein erstes richtiges Kleid bekommen habe?“ Sie drehte sich im Kreis und schaute strahlend auf den samtenen Saum, der um sie flog. Dann schwang sie kokett ihre Haare zur Seite.

„Ava, das ist deine letzte Chance. Ganz gleich, wo du dich verkrochen hast: Komm jetzt gefälligst raus! Mach schon! Bitte, bitte, bitte!“

Sie senkte verschwörerisch die Stimme: „Ich muss dir was erzählen. Na los! Wenn deine beste Freundin Katharina dir etwas anvertrauen möchte, dann könntest du schon mal deine Sturheit überwinden. Also, was ist?“

Katharina lief zu den Holzkisten, hob eine vorsichtig an, um sie ja nicht mit ihrem Gewand zu berühren, und trug sie in die Mitte des Platzes. Dann lupfte sie ihr Kleid und stieg mit einem großen Schritt auf die kleine Truhe. Kichernd.

Dann rief sie laut, wie ein Herold: „Willst du wirklich, dass ganz Wittenberg mithört? Willst du das? … Na gut, du hast es nicht anders gewollt. Dann erfahren eben alle, was ich dir im Vertrauen sagen wollte. Pass auf …“

Sie legte die Hände wie einen Trichter vor den Mund. „Hört ihr Leut und lasst euch sagen: Der Doktor Luther … der … ist … in … dich … verliebt. Ja, der berühmte Professor Doktor Martin Luther ist in meine Freundin Ava verliebt. Und wie!“

Die junge Frau biss sich grinsend auf die Unterlippe und wiegte vergnügt den Kopf hin und her: „Ich meine: Du hast doch bestimmt auch schon bemerkt, wie er dich anschaut. So aufmerksam … so, na, du weißt schon. Mehr als interessiert eben. So … hungrig.

Du, eben vor dem Confiteor in der Kirche habe ich beobachtet, wie sich sein Blick in dir verfangen hat. Unglaublich. Ja, er konnte den Kopf gar nicht mehr abwenden. Ich bin ganz sicher: Er hat sich in dich verliebt.