Wesen und Wirken der Engel - Judith MacNutt - E-Book

Wesen und Wirken der Engel E-Book

Judith MacNutt

0,0

Beschreibung

Engel – ein wesentlicher Teil des Reiches Gottes Zu allen Zeiten haben Engel für das Volk Gottes eine bedeutende Rolle gespielt, unter anderem als Gottes Botschafter, Beschützer, Heiler oder Ermutiger. Manchmal ist ihre Gegenwart so unauffällig wie ein Windhauch, manchmal so sichtbar und hell wie die Sonne. Das Buch von Judith MacNutt untersucht, was die Bibel über (gute und gefallene) Engel zu sagen hat, und kombiniert dies mit Erfahrungen, die zeigen, warum Engel so wichtig für unser Leben als Christen sind. Sie sind real und kommen mit unserem Leben in Kontakt. Die Autorin hat selbst verschiedenste Erfahrungen mit Engeln (und auch Dämonen) gemacht und lässt viele andere Zeugen ihre Erlebnisse berichten. Herausgekommen ist ein leicht verständliches, umfassendes und ermutigendes Handbuch zum Thema.

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 283

Veröffentlichungsjahr: 2022

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



 

 

JUDITH MACNUTT

Wesen und Wirken der Engel

BIBLISCHE GRUNDLAGEN UND WAHRE BEGEBENHEITEN

GLORYWORLD-MEDIEN

 

 

 

 

 

 

 

 

1. E-Book-Auflage 2022

Copyright © 2012 by Judith MacNutt

Originally published in English under the title Angels Are For Real by Chosen, a division of Baker Publishing Group, Grand Rapids, Michigan, 49516, U.S.A.

All rights reserved.

© der deutschen Ausgabe 2013 GloryWorld-Medien, Bruchsal, Germany, www.gloryworld.de

Alle Rechte vorbehalten

Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985, entnommen.

Weitere Bibelübersetzungen:LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 1984REÜ: Einheitsübersetzung in neuer Rechtschreibung, 2004NLB: „Neues Leben. Die Bibelübersetzung“, Holzgerlingen, 2002.

Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.

Übersetzung: Esther MiddelerLektorat/Satz: Manfred MayerUmschlaggestaltung: Kerstin & Karl Gerd Striepecke, www.vision-c.deFoto: photocase

ISBN (epub): 978-3-95578-181-1

ISBN (Druck): 978-3-936322-81-1

 

 

Stimmen zum Buch

Ich habe bereits mehrere Bücher über Engel gelesen. Das vorliegende ist mein Favorit, das Beste, was ich je zu diesem Thema gelesen habe. Und im Gegensatz zu den seichten New-Age-Büchern über Engel räumt Judith ein, dass nicht alle Engel gut sind. Einige sind den Menschen gegenüber sogar böse. Am Schluss des Buches stellt sie die Wahrheit heraus, dass gläubige Christen Autorität über unheilige Engel bzw. Dämonen haben. Dies ist ein großartiges, praktisches und aufschlussreiches Buch.

Randy Clark, Gründer und Vorsitzenderdes apostolischen Netzwerks Global Awakening

 

Dieses Buch wird Sie faszinieren und lässt Sie verstehen, wie die himmlischen Engel wirken, wie sie dienen und wie sie die Botschaft des Reiches Gottes verbreiten. Judith erzählt von ihren eigenen Erlebnissen mit Engeln und bringt auch viele Beispiele von anderen, die mit der Wirklichkeit der Engel in Berührung gekommen sind. Durch dieses Buch werden Sie erkennen, wie Sie mit dieser Wirklichkeit in Ihrem eigenen Leben Erfahrungen machen können.

Pastoren Bill und Beni JohnsonBethel Church, Redding, Kalifornien

 

Gott sei Dank für dieses aufschlussreiche und inspirierende Buch! Die einzigen Menschen, die die Gesellschaft von Engeln nicht genießen, sind diejenigen, die nicht an sie glauben.

Richard Rohr, OFMCenter for Action and ContemplationAlbuquerque, New Mexico

Die meisten von uns sind blind gegenüber der geistlichen Realität um uns herum. Wir wissen wenig über die unsichtbare Welt und sind so auf das Sichtbare fixiert, dass wir keine Ahnung davon haben, was Gott uns in der geistlichen Welt gegeben hat. Deshalb bin ich so dankbar für Judith MacNutt und die solide biblische Lehre in diesem Buch. Sie erinnert uns daran, dass Gott überall um uns herum am Werk ist und dass er seine Engel beauftragt hat, seinem Volk zu dienen. Ich bete, dass Ihre Augen geöffnet werden, wenn Sie diese wichtigen Wahrheiten für sich ergreifen.

J. Lee Grady, Redakteur der Zeitschrift Charisma

 

Judith MacNutt gibt uns Einblick in die unsichtbare, geistliche Atmosphäre zwischen Himmel und Erde, die uns umgibt und von verschiedenen Arten von Engeln bevölkert ist. Das ist kein New-Age-Spleen. Die Geschichten in diesem Buch sind fesselnd, vollkommen biblisch, persönlich und praktisch. Sie nehmen uns mit in die übernatürliche Wirklichkeit hinein, die mit Liebe und Kraft für jeden von uns durchdrungen ist.

Don Williams, Ph. D.Direktor des Vineyard Leadership Institute(Vineyard Institut für Leiterschaft)

 

 

Inhalt

Vorwort von Francis MacNutt

Danksagungen

1. Ein Geschenk von meinem Vater

2. Was ist ein Engel?

3. Die Erscheinung von Engeln

4. Engel im Reich Gottes

5. Die Rangordnung der Engel

6. Schutzengel

7. Engel und Heilung

8. Unheilige gefallene Engel

9. Der Vorhang ist hauchdünn

Zur Autorin

 

Widmung

Für Francis,meinen geliebten Ehemann,dem hingegebenen Vater von Rachel und Davidund ermutigenden, inspirierenden und loyalen Begleiter,dessen Kraft, Glaube und beständige Liebediesen Weg mit Gottzum außergewöhnlichsten Abenteuermeines Lebens gemacht hat.Ich liebe dich …

 

 

Vorwort

Ich empfinde es als großes Vorrecht, mit Judith verheiratet zu sein, und wir haben schon oft über Begegnungen mit Engeln gesprochen. Das Thema ist so interessant, dass ich Judith ermutigt habe, dieses Buch zu schreiben. Es gibt bereits einige sehr gute Bücher zu diesem Thema – viele werden sich an Billy Grahams herausragendes Buch „Engel – Gottes Geheimagenten“ erinnern. Das Buch von Judith untersucht, was die Bibel über Engel zu sagen hat, und kombiniert dies mit Erfahrungen, die zeigen, warum Engel eine wichtige Rolle in unserem Leben als Christen spielen. Sie sind nicht nur ein Symbol; sie sind real und kommen mit unserem Leben in Kontakt. Die Lehre über Engel reicht vom ersten Buch Mose bis hin zu heutigen Fernsehsendungen. Darüber hi­naus sind Judith und ich damit gesegnet, Christen in unserem Umfeld zu haben, die selbst außergewöhnliche Geschichten von Begegnungen mit Engeln zu erzählen wissen. Erst gestern berichtete uns ein Mitglied aus dem Mitarbeiterstab von Christian Healing Ministries1von der Begegnung mit einem Engel.

In den vergangenen Jahren habe ich in Gruppen oft die Frage gestellt: „Wie viele von Ihnen glauben, dass Sie persönlich einem Engel begegnet sind?“ Es beeindruckt mich, dass meist etwa die Hälfte der Gruppe ihre Hand hebt. Ich halte das für eine bemerkenswerte Quote, ganz zu schweigen von der bemerkenswerten Realität, die dahintersteht. Sie könnten die gleiche Frage einmal in Ihrer eigenen Gruppe oder Ihrem Freundeskreis stellen und werden ähnliche Erfahrungen machen. Die Geschichten, die wir zu hören bekommen, sind wirklich faszinierend. Einige davon sind in diesem Buch enthalten.

Ich hoffe, dass Sie durch das, was Sie auf den folgenden Seiten lesen, etwas darüber lernen, warum der Dienst der Engel ein solch fantastisches Geschenk an uns ist. Nebst anderen Segnungen, die wir durch sie erfahren, schützen, warnen und leiten sie uns. Ich bin sehr begeistert davon, wie Gott uns über Jahre hinweg geholfen hat, indem er uns seine Engel schickte. Ich bin niemand, der schnell weint, aber als ich Judiths Geschichte las, in der sie den Ring ihres Vaters findet, war ich zutiefst bewegt.

Es ist so ermutigend, daran zu glauben, dass Gott einen Engel bestimmt hat, der über uns wacht – einen Schutzengel, der uns vor Gefahr und Bösem jeglicher Art bewahrt. Generationen von Christen haben daran geglaubt, doch für die meisten von uns ist das eine Glaubenssache, da Engel für gewöhnlich unsichtbar sind. Doch ob unsichtbar oder nicht, sie nehmen auf sehr reale Weise aktiv Einfluss auf unser Leben. Umfragen belegen, dass etwa die Hälfte der Theologen daran glaubt, dass sie real sind. Die andere Hälfte ist der Überzeugung, dass sie nur ein Symbol für Gottes Handeln sind.

Judith hat dieses Buch geschrieben, weil Sie – neben dem, dass Sie an Engel glauben – auch deren Aktivitäten wahrnehmen können, wenn sie mit Ihrem Leben in Berührung kommen. Ich ermutige Sie auch, darum zu beten, dass Sie ihre Gegenwart in Ihrem Leben wahrnehmen, wenn sie Sie liebevoll beschützen (Schutz­engel) oder Ihnen Nachrichten überbringen (Botenengel). Selbst wenn Sie nicht sehen können, wie Engel Sie segnen und Ihnen helfen, so stehen sie Ihnen doch in außergewöhnlicher Weise zur Seite. Wenn Sie wirklich daran glauben, dass Gott Engel angewiesen hat, Sie zu lehren, zu schützen und zu leiten, können Sie dadurch stark in Ihrem Gebetsleben ermutigt werden, sofern Sie um ihren Schutz und ihre Leitung bitten.

Die vielen Zeugnisse, die in diesem Buch enthalten sind, zeigen, wie sehr Gott uns liebt und wie er hin und wieder sogar unser Leben durch das machtvolle Eingreifen von Engeln rettet. Indem Sie mehr über Engel lernen, werden Sie ganz automatisch Gott loben und ihm danken. Engel sind real!

Francis MacNutt

 

1Christian Healing Ministries (CHM, Christliche Heilungsdienste) ist ein Heilungs-Gebetsdienst, den die MacNutts aufgebaut haben; Anmerk. d. Hrsg.

Danksagungen

Mein Dank gilt zunächst meinem Ehemann Francis: Du bist der Leim, der zusammen mit Gottes Gnade mein Leben in diesen 32 gemeinsamen Jahren zusammengehalten hat. Ohne deine Ermutigung und Liebe wären meine Gaben verborgen geblieben. Danke, dass du immer das hervorgelockt hast, was ich selbst nicht in mir sehen konnte. Du hast mir mit großer Weisheit und theologischem Verständnis gedient und unzählige Versionen des Manuskripts lektoriert. Ohne dich hätte ich dieses Buch nie zustande gebracht.

Vielen Dank an David MacNutt, unseren begabten und geliebten Sohn, der gekonnt die Engelgeschichten lektorierte. Du bist mein Herzstück! Deine Ermutigung und Liebe haben mir geholfen weiterzumachen, wenn andere Dinge mich ablenken und mir die Zeit und Aufmerksamkeit stehlen wollten. Danke.

Danke an meine Freundin Kathi Smith, die unzählige Stunden mit Abtippen und Recherche verbracht und dabei kreative Vorschläge gemacht hat. Du bist eine begabte Frau mit einem liebevollen Herzen. Ich fühle mich geehrt, dich und Taylor Freunde nennen zu dürfen.

Vielen Dank an Gail Mosely, die alle Vorträge, die ich über Engel gehalten habe, transkribiert und in einem Arbeitsmanuskript zusammengefasst hat. Vor deinem Geschenk war das Buch lediglich ein Traum.

Vielen Dank an Jane Campbell, durch deren liebevollen Zuspruch ich zu glauben begann, dass mein begrenztes Wissen über die Engel eine Ermutigung für den Leser darstellen könnte. Mein tiefer Dank gebührt auch Trish Konienczny, meiner Lektorin. Sie half mir, meine Gedanken verständlich zu Papier zu bringen. Vielen Dank an Tim Peterson und die so liebenswürdige Zusammenarbeit beim Design des Covers. Danke an Natasha Sperling, die daran gearbeitet hat, dass dieses Buch entstand.

Danke an das Team von CHM (Christian Healing Ministries) für eure liebevolle Unterstützung und eure Gebete. Besonders danke ich Linda Strickland, die sich um das Tagesgeschäft bei CHM gekümmert hat, während ich schrieb. Vielen Dank auch an Lauren Corley für die vielerlei Weise, auf die du mir geholfen hast – besonders in Bezug auf die Rechtesicherung. Ein herzliches Dankeschön an unseren unglaublichen CHM-Vorstand, der mir eine Auszeit von CHM gab, damit ich schreiben konnte. Mein besonderer Dank gilt der Vorsitzenden Lee Ann Rummell, die so liebenswürdig war, für zahlreiche Dinge die Verantwortung zu übernehmen. Aufrichtig danken möchte ich unserem nationalen Leitungsgremium für die ganze Unterstützung im Gebet. An das CHM-Team, beide Aufsichtsgremien, CHM-Gebetsseelsorger und Fürbitter – ihr seid unsere geliebte Familie in Christus. Wir lieben euch.

Danke an alle, die Geschichten von Engeln beigesteuert haben. Ihr habt durch eure Erlebnisse viele Menschen ermutigt. Leider konnten wegen Platzmangels nicht alle eingereichten Geschichten verwendet werden, aber jede eingereichte Geschichte war inspirierend.

Vielen Dank an Katie und Charlie Towers für ihr schönes Strandhaus und an Thad und Virgina McNulty für die Zeit in ihrem herrlichen Haus in den Bergen. Von lachenden Seemöwen und plätschernden Wellen bis hin zu Adlern, die über Bergen kreisten, wurde ich durch die Wunder von Gottes Schöpfung erfrischt.

Vor vielen Jahren schickte mir der inzwischen verstorbene Jamie Buckingham ein Paket. Er war ein talentierter Schriftsteller, der zahlreiche christliche Bestseller geschrieben hat. Gott sagte ihm, er solle mir seine Forschungsergebnisse schicken – er sagte, ich sei diejenige, die dieses Buch schreiben solle. Ich war sehr berührt und ich danke Jamie für seinen Glauben an Gott und an mich.

Ich kann unmöglich alle Freunde aufzählen, die im Verlauf der Jahre für mich gebetet und mich ermutigt haben. Ich liebe euch alle.

 

Kapitel 1: Ein Geschenk von meinem Vater

Vor vielen Jahren, bevor Francis und ich verheiratet waren, hatte ich eine Engelsbegegnung, die meine Wahrnehmung der unsichtbaren Welt radikal veränderte. Gestatten Sie mir, Ihnen die geheimnisvolle Geschichte zu erzählen, die mir die Welt der Engel und Dämonen erschloss und mich letztlich mehr von Gott selbst verstehen ließ.

Nach einem schönen Abend mit guten Freunden war ich gerade nach Hause gekommen und schickte mich an, ins Bett zu gehen. Ich war später dran als sonst und vor mir lag ein langer Tag in meiner Beratungspraxis in Clearwater (Florida). Zu jener Zeit begannen meine Arbeitstage mit einem Frühgebet in meiner Kirche. Darauf folgten ein schnelles Frühstück und anschließend acht bis zehn Stunden Beratung meiner Klienten. Ich habe die ruhigen Zeiten geliebt, in denen ich den Menschen, die mit einem gebrochenen Herzen, einer Depression oder einem anderen Leiden zu mir kamen, seelsorgerlich dienen konnte. Es machte mich glücklich, eine kleine Rolle im Veränderungsprozess ihres Leben spielen zu dürfen. Dabei wurde mir – und vor allem diesen Menschen selbst – bewusst, welch eine große Liebe Gott für jeden von ihnen hatte.

Erschöpft und schlafbedürftig begann ich an jenem Abend mein Zu-Bett-Geh-Ritual: Ich zog mir etwas Bequemes an, putzte mir die Zähne, verschloss alle Türen, nahm meine Halskette mit dem Kreuz ab, die Ohrringe, meine Uhr und … Entsetzt starrte ich auf meinen nackten Ringfinger. Mein wunderschöner, mit Diamanten und Saphiren besetzter Ring fehlte. Das Herz wurde mir schwer. Er war einfach verschwunden. Ich hatte nicht gespürt, wie er vom Finger gerutscht war. Wie konnte ich ihn nur verlieren? Wo war er nur?

Ich schnappte mir eine Taschenlampe und begann, hektisch nach ihm zu suchen. Die ganze Zeit über betete ich: „Gott, bitte hilf mir, meinen Ring zu finden.“ Ich durchsuchte mein Schlafzimmer, jeden Zentimeter meiner Wohnung, den Bürgersteig, die Garage und meinen kleinen Sportwagen. Nachdem ich dreimal meinen Weg vom Auto bis in mein Schlafzimmer abgegangen war, wurde mir klar, dass sich der Ring nirgendwo in meiner Wohnung, in meinem Auto oder in der näheren Umgebung befand. Verzweifelt rief ich im Restaurant an, wo ich zu Abend gegessen hatte, und bat das Personal, in der Nähe des Tisches, an dem ich gesessen hatte, zu suchen. Dann rief ich meine Freunde an, in deren Haus ich nach dem Abendessen das Dessert zu mir genommen hatte, und bat sie, nach ihm zu suchen. Nach einer gefühlten Ewigkeit riefen sowohl der freundliche Restaurantbesitzer als auch meine Freunde zurück, um mir zu sagen, dass der Ring leider nicht aufgetaucht sei.

Angesichts des Verlustes dieses kostbaren Rings überfiel mich eine Traurigkeit. Ich war nicht bereit, den Verlust zu akzeptieren, und lief weiter im Haus umher, in der Hoffnung, ihn doch noch zu finden. Etwa um Mitternacht gab ich die Suche auf. Betrübt sank ich in den Korb-Schaukelstuhl in meinem Schlafzimmer und begann zu weinen. Wie konnte ich ihn nur verlieren? Es war leicht, mir selbst die Schuld zu geben. Viele Fragen stürzten auf mich ein. Das Verlustgefühl wurde zu viel für mich. Aus einem ganz besonderen Grund hatte ich einen starken Bezug zu diesem Ring. Meine Gedanken gingen zurück zu dem warmen, sonnigen Nachmittag in Nassau auf den Bahamas, als mein Vater mir ganz überraschend den Ring geschenkt hatte.

Mein Vater und ich waren auf die Bahamas geflogen, um meinen dreißigsten Geburtstag zu feiern. Mein älterer Bruder J. C., der mit seinem Boot gerade ein Jahr lang von Insel zu Insel segelte, kam ebenfalls nach Nassau. Mein Vater hatte seit dem plötzlichen Tod meiner Mutter sieben Jahre davor sein Haus in Kentucky nicht verlassen. Ich freute mich auf diese Reise und hoffte, dass es eine dringend erforderliche Heilung zwischen uns geben würde. Meine Mutter war es gewesen, die unsere Familie zusammen­gehalten hatte. Seit ihrem Tod hatten wir uns weit voneinander entfernt. Wir sahen einander nur selten, und wenn wir uns in den Jahren davor an den Feiertagen getroffen hatten, fühlten wir uns angespannt und unwohl. Nun hatten wir vor, eine ganze Woche an Bord einer 17-Meter-Segeljacht zu verbringen.

Im Hinblick auf die beengten Platzverhältnisse (physisch und emotional), die uns die nächsten Tage erwarteten, packte ich mir an dem Nachmittag, bevor wir die Segel setzten, meinen Vater und zog ihn in Richtung Landungssteg. „Lass uns einkaufen gehen“, sagte ich. „Heute ist mein dreißigster Geburtstag und ich habe mich entschlossen, einen Ring zu kaufen.“

Für mein Vater, ein rauer Mann aus den Bergen, war es sehr verlockend, seine Füße wieder auf trockenen, festen Boden zu setzen, auch wenn er es hasste, einkaufen zu gehen. Wir streiften durch einige Juwelierläden an der Hauptstraße, bis wir in eine Seitengasse einbogen und dort ein kleines, hübsches Geschäft entdeckten, das einem ortsansässigen Designer gehörte. In diesem Laden waren die Ringe wunderschön in gut ausgeleuchteten Fächern ausgestellt und nach Preisen sortiert. Während ich Spaß daran hatte, die Ringe anzuprobieren, die ungefähr meiner Preisklasse entsprachen, bemerkte ich, dass mein Vater weitergegangen war, um sich die teureren Ringe anzusehen.

Ich wählte einen schmalen Goldring mit einem einfachen Blumenmuster, nichts Ausgefallenes, aber einzigartig und wunderschön. Ich rief meinen Dad herbei, um ihn nach seiner Meinung zu fragen. Nachdem er sich ihn angesehen hatte, überraschte er mich mit seinem Kommentar: „Den mag ich nicht. Dort drüben, in dem anderen Fach ist einer, den ich dir zeigen möchte.“ Er nahm mich am Arm und führte mich zur Ecke mit den erlesensten Ringen des Ladens. Ich hatte zwar einen Blick auf die Ringe dort geworfen, aber schnell gemerkt, dass sie zu teuer waren.

Dad zeigte auf einen bestimmten Ring und sagte: „Ich glaube, dieser Ring ist genau für dich gemacht.“ Während ich noch zu protestieren versuchte, nahm der Verkäufer schnell den Ring aus dem Fach und gab ihn mir. Dad ermutigte mich: „Probier ihn an.“

Ich steckte ihn auf meinen Finger; er passte perfekt. Noch nie zuvor hatte ich einen Ring gesehen, der so vollendet schön und glänzend war. Er war aus einem breiten, geriffelten Band aus Gold gefertigt, auf dem ein kleiner Diamant angebracht war, um den sich funkelnde blaue Saphire schmiegten. Obwohl ich mich sofort in ihn verliebte, nahm ich ihn vom Finger, murmelte meine Bedenken, dass er zu teuer sei, und gab ihn dem enttäuschten Verkäufer zurück.

Dann schaute ich in die wunderschönen grünen Augen meines Vaters, die voller Tränen waren. Sein Gesicht spiegelte die reine Liebe wider. Er lächelte leicht, nahm meine Hand und sagte: „Dieser Ring ist mein Liebesgeschenk für dich. Wann immer du ihn trägst, wo auch immer du gerade im Leben stehst, sollst du dich immer daran erinnern, dass dein Vater dich liebt.“

Als ich sein „Liebesgeschenk“ annahm, fing mein Herz an, weicher zu werden. In diesem Moment waren die schmerzvollen Erinnerungen an meine Jugendjahre, die von stürmischen Auseinandersetzungen mit Dad geprägt waren, vergeben. Das kleine Mädchen in mir, das sich so sehr danach sehnte, von ihrem Daddy geliebt und angenommen zu sein, blickte ihren Vater in diesem Moment mit einer unbeschreiblichen Freude im Herzen an. Der Ring wurde für mich zu einem Symbol für die Liebe meines Vaters und die Heilung unserer Familie. Die Zusicherung seiner Liebe, für immer in meinem Herzen versiegelt, bedeckte die tiefen Wunden, die ich seit meiner Jugendzeit mit mir herumgetragen hatte. Es war der Beginn eines Neuanfangs für uns und unsere Familie. Als ich mich an diese Geschichte zurückerinnerte und mit einem Schlag wieder in die Realität versetzt wurde, wurde mir klar, dass der Ring nun verschwunden war.

Als die Erinnerungen in den Hintergrund traten, kehrte das tiefe Verlustgefühl zurück. Während ich so im Dunkeln saß, erkannte ich, dass ich den Mut finden musste, um meinen schmerzlichen Verlust an Gott abzugeben und zuzulassen, dass er mir half, meine Traurigkeit zu überwinden. Ich schwankte zwischen Kapitulation und Trauer. Verlust hat diese Wirkung auf uns. Meine klinische Ausbildung erinnerte mich in diesem Moment allzu sehr an den Prozess des Trauerns. Manchmal ziehen wir es vor, an unserem Elend festzuhalten, und zögern dadurch hinaus, den Verlust zu akzeptieren, ihn loszulassen und Trost und Heilung zu empfangen. Ich hatte solche Angst davor, dass ich, wenn ich den Ring losließe, die Liebe meines Vaters aufgeben würde. Heute weiß ich, dass diese Gedanken weder wahr noch logisch waren, doch während dieser Krise dachte ich nicht logisch. Verzweifelt hielt ich mich an dem fest, was der Ring symbolisierte – nicht nur an dem Ring. Er war eine beständige Erinnerung an einen ganz besonderen Moment in meinem Leben.

An diesem Punkt griff ich nach meiner Bibel. Meine Mutter hatte immer gesagt: „Wenn du entmutigt bist, lies in deiner Bibel.“ Ich fand den Abschnitt, als Jesus die Parabel über die Frau erzählte, die eifrig nach ihrer verlorenen Münze suchte. Dann las ich von dem liebenden Vater, der sehnsüchtig auf seinen verlorenen Sohn wartete. Langsam erkannte ich, dass nichts, was „real“ ist, wie zum Beispiel Liebe, jemals verloren gehen kann. Der verlorene Sohn verlor all seinen Besitz, nicht aber die wunderbare Liebe zwischen seinem Vater und ihm. War es möglich, nicht mehr an dem Ring, dem Symbol der Liebe meines Vaters, festzuhalten und mich dennoch an die ewige Liebe in meinem Herzen zu klammern?

Als ich im Gebet mein Dilemma Gott übergab, akzeptierte ich schließlich, dass ich den Ring loslassen musste – nicht die Liebe, für die er stand. Während ich betete, nahm der Schmerz in meinem Herzen langsam ab und wich der tröstenden Nähe Gottes. Ich betete: „Danke, Vater, für die liebevolle Beziehung, mit der Dad und ich gesegnet sind – für all die Heilung, die du zu unserer Wiederherstellung geschenkt hast. Danke auch für die Freude daran, diesen schönen Ring zu tragen, der die Liebe meines Daddys symbolisiert hat. Ich lasse meinen kostbaren Ring los an dich und bitte dich darum, dass wer immer ihn findet, ebenfalls die große Freude und Liebe erlebt, die ich kennengelernt habe.“

Ich ließ meine Bibel auf dem Korbstuhl liegen, wo ich fast eingeschlafen war, und krabbelte ins Bett. Dort schmiegte ich mich unter die warme, handgearbeitete Quilt-Decke meiner Mutter. Als mich bereits die schläfrige Ruhe vor dem Einschlafen umgab, sprach ich noch ein kurzes Gebet: „Herr, du weißt, ich habe den Ring losgelassen. Wenn es dir nicht zu viel Mühe macht, könntest du vielleicht einen Engel schicken, der ihn mir wiederbringt?“ Noch nie zuvor hatte ich Gott darum gebeten, Engel für irgend­etwas zu schicken – geschweige denn, um einen Ring zurückzubringen. Meine leichtfertige Bitte war mir etwas peinlich. Schließlich schlief ich ein.

Nur drei Stunden später wurde ich am nächsten Morgen von meinem Wecker aus dem kostbaren Schlaf gerissen. Ich fühlte mich ziemlich k. o., zog mich aber schnell an, um nicht zu spät zum Morgengebet in meine Kirche zu kommen. Wenn ich mich beeilte, konnte ich es noch schaffen. Als ich mein Auto rückwärts aus der Garage fuhr, hatte ich den Eindruck, eine Stimme zu hören, die sagte: „Geh wieder rein; dein Ring ist dort.“

Ich wusste freilich, dass mein Ring nicht dort war, also ließ ich mich nicht abbringen. Nach etwa einer Meile hörte ich die Stimme wieder. Diesmal klang sie allerdings lauter und wesentlich eindringlicher: „Dreh um und fahr nach Hause.“

Reichlich verwirrt fand ich eine Stelle, wo ich umdrehen konnte, und fuhr wieder zurück. Die Stimme hatte mich beunruhigt, besonders der fordernde Tonfall. Warum sollte ich zu Hause nach meinem Ring suchen?, dachte ich. Ich habe dort letzte Nacht jeden Zentimeter abgesucht, also verschwende ich meine Zeit. Ich komme nur zu spät zur Kirche.

Nach meiner Ankunft schloss ich die Tür auf und betrat mein stilles Zuhause. Langsam ging ich durch die Räume und schaute mich um. Als ich mein Schlafzimmer erreichte, übermannte mich wieder die Traurigkeit bei der Erinnerung an meinen Verlust und das Drama des vorherigen Abends. Lass gut sein, sagte ich mir selbst, geh über zum Tagesgeschäft. Es war ein Fehler, nach Hause zu kommen; geh zur Kirche.

Plötzlich spürte ich etwas Seltsames um mich und war wie gelähmt. Etwas hatte die Atmosphäre um mich herum komplett verändert. Ich hatte das Licht nicht eingeschaltet und die dichten Jalousien hielten immer noch die Morgensonne fern. Ich war nie ein Morgenmensch gewesen, daher achtete ich sehr darauf, mein Schlafzimmer dunkel zu halten. Langsam, wie die aufgehende Sonne bei Tagesanbruch, kroch ein Licht über den Boden des Schlafzimmers, das immer heller wurde. Jemand Unsichtbares, der den Glanz Gottes widerspiegelte, war dort – eine heilige Präsenz, deren Helligkeit jede Ecke des Raumes durchdrang. Mich erinnerte es an das Licht der Sonne, das sich im Morgentau widerspiegelt – wie Tausende winziger Diamanten, die das Licht brechen und die vom Tau durchnässte Erde bedecken.

Da ich mich in dieser „Präsenz“ leicht unwohl fühlte, begann ich, mich langsam aus dem Raum zu stehlen. Als ich mich gerade umdrehte, um hinauszugehen, traf der Strahl eines glitzerndes, tanzendes Lichts mein Auge. Ich suchte nach dem Ursprung des Lichts und ging zu der Ecke, wo ich am Abend zuvor in meinem Schaukelstuhl gesessen hatte. Dort auf dem geblümten Sitzkissen lag meine Bibel, genau da, wo ich sie hingelegt hatte. Ich neigte mich nach vorne, um besser sehen zu können, und genau dort, oben auf meiner Bibel, von unsichtbaren Händen dort hingelegt, lag mein geliebter Ring. Bestürzt dachte ich: Das ist unmöglich.

Auf einmal fühlte ich mich ganz schwach. Tränen füllten meine Augen und nahmen mir die Sicht. Als Psychotherapeutin war mein nächster Gedanke: Ich muss wohl halluzinieren – ich sehe Dinge und höre fremde Stimmen. Ich hatte sogar Angst, den Ring zu berühren. Ich fühlte mich wie in einem Traum. Statt den Ring in die Hand zu nehmen, berührte ich ihn nur ganz leicht. Er war real. Ich war überrascht. Es war nicht nur ein Traum oder eine Vision.

Ich steckte den Ring an meinen Finger und lachte und weinte zugleich. Überwältigende Gefühle erfüllten mein ganzes Sein – Staunen, Ehrfurcht, Freude. Ein wahrer Strom von Lob und Dank brach sich aus meinem dankbaren Herzen Bahn zu Gott. Niemals zuvor hatte ich mich so völlig lebendig und gleichzeitig so verwirrt gefühlt. Dann begann ein Schwall offener Fragen auf mich einzustürzen. Wie war der Ring hierher gekommen? Ich hatte die Bibel noch vor ein paar Stunden gelesen; der Ring konnte also nicht dort gewesen sein. Dann erinnerte ich mich an meine letzte Bitte an Gott, bevor ich einschlief: „Bitte schick mir einen Engel, der meinen Ring wiederbringt.“ War es möglich, dass Gott einem Engel befohlen hatte, ihn zu finden? Hatte der Engel ihn oben auf meine Bibel gelegt, sodass ich wissen würde, dass ich ihn bei meiner Suche nicht übersehen haben konnte? War die eindring­liche Stimme, die ich im Auto gehört hatte, die Stimme eines Engels? Lauter offene Fragen.

Völlig verblüfft durch diese ungewöhnlichen Ereignisse eilte ich zum Auto und fuhr direkt zur Kirche. Der Gottesdienst war noch im Gange, weshalb ich mich still in eine der hinteren Reihen setzte. Ich entschied mich, das Frühstück ausfallen zu lassen und Zeit im Gebet zu verbringen. Auf meinen Knien dankte ich Gott und suchte dabei nach Antworten.

Während ich noch Gott für alles dankte, was er getan hatte, um dieses Wunder geschehen zu lassen, wurde ich in ein überwältigendes Gefühl seiner Gegenwart eingehüllt. Meine Fragen verstummten, als ich an diesem heiligen Ort auf ihn wartete. Dann sprach er. Seine Stimme, die so tief in mir nachhallte, war voller Zärtlichkeit und Liebe: Du weißt, dass dein irdischer Vater dich liebt. Ich habe meinem Engel befohlen, dir diesen Ring zu bringen, weil ich mich danach sehne, dass du weißt, dass dein himmlischer Vater dich ebenfalls liebt. Dieser Ring ist auch mein Liebesgeschenk an dich – nun wurde er dir zweimal gegeben und du bist doppelt gesegnet.

Mit diesem wunderbaren, lebensverändernden Erlebnis erfüllte sich die größte Sehnsucht meines Herzens – meinen Abba, meinen himmlischen Papa in inniger Weise zu kennen und von ihm gekannt zu werden. Abba ist das aramäische Wort, das Jesus gebrauchte, wenn er sich auf Gott bezog. Mit diesem intimen, vertrauten Wort veranschaulichte er die Vertrautheit ihrer Beziehung.

Diese göttliche Begegnung erweiterte und prägte meine Vorstellung der unsichtbaren geistlichen Welt, in der Engel wohnen. Wenn wir den Dienst der heiligen Engel annehmen, beginnen wir die liebevolle Fürsorge unseres himmlischen Vaters zu begreifen. Er hat diese majestätischen, mächtigen Wesen dazu erschaffen, dass sie unsere Begleiter auf unserem irdischen Lebensweg seien. Im folgenden Kapitel wollen wir gemeinsam entdecken, was ein Engel ist. Dazu sehen wir uns eingehend die entsprechenden Hinweise in der Heiligen Schrift an. Außerdem werde ich Ihnen inspirierende Geschichten aus dem echten Leben erzählen – von Menschen wie Sie und ich, die Engeln begegnet sind.

 

Kapitel 2: Was ist ein Engel?

Als ich vor einigen Jahren auf einer Heilungskonferenz in der Stadt Ogunquit im Bundesstaat Maine lehrte, hatte ich den Eindruck, der Heilige Geist wolle, dass ich eine Predigt über Engel hielt. Zu jener Zeit glaubte ich fest an die Existenz von Engeln, hatte aber nie in Betracht gezogen, über sie zu lehren oder zu schreiben. Ich sah mich selbst nicht als Expertin auf diesem Gebiet an – was nach wie vor der Fall ist –, und so versuchte ich, mich auf ein anderes Thema zu konzentrieren, bei dem ich mich wohler fühlte und mir fachkundiger vorkam. Je länger ich jedoch betete, umso leerer wurde es in meinem Kopf. Schließlich erkannte ich, dass ich auf das ursprüngliche Thema mit den Engeln zurückkommen musste.

Nachdem ich mehrere Stunden damit verbracht hatte, die Heilige Schrift zu studieren, nahm eine Gliederung meines Vortrags Gestalt an. Ich lehrte über Engel, doch aufgrund meines begrenzten Wissens bat ich den Tontechniker, diese Lehreinheit nicht aufzunehmen. Ich wollte nicht, dass sie jedem zugänglich war; ich machte mir zu viele Gedanken über meine eigene Unzulänglichkeit. Die Teilnehmer der Konferenz waren jedoch sehr empfänglich für meine Botschaft und schienen extrem enttäuscht, dass der Vortrag nicht aufgenommen worden war. Ein paar Jahre später entdeckte ich jedoch, dass der Tontechniker sie dennoch aufgenommen und sie kostenlos verteilt hatte. Die Lehre über Engel wurde zum Trost und zur Ermutigung für viele Menschen. Seit dieser Zeit habe ich meine Kenntnisse über Engel weiter vertieft, und inzwischen ist mir klar, dass ihr Dienst für uns als Einzelne, für die Gemeinde und für das Voranbringen des Reiches Gottes von extremer Bedeutung ist.

Die meisten Aussagen, die ich in diesem Buch treffe, entstammen der Heiligen Schrift. Ein paar weitere kommen aus meiner eigenen Erfahrung mit Engeln oder den Erfahrungen anderer. Doch alle stimmen darin überein, dass Engel real sind und eine wichtige Rolle dabei spielen, das Reich Gottes voranzubringen.

Gott schuf Engelwesen, bevor er die Erde formte bzw. den Menschen erschuf. Jede bedeutende Religion erkennt ihre Existenz an. Sie werden als göttliche Agenten angesehen – übernatürlich, mächtig, liebevoll, weise und dem Dienst an Gott hingegeben. Johannes Calvin sagt in seiner Institutio: „Engel sind die Spender und Verwalter der göttlichen Wohltaten uns gegenüber. Sie achten auf unsere Sicherheit, übernehmen unsere Verteidigung, richten unsere Wege“1. Der große Reformator Martin Luther stellte fest: „Ein Engel ist ein geistliche Creatur, von Gott ohne Leib geschaffen zum Dienste der Christenheit, sonderlich im Kirchenamt“2. Klassische Schriftsteller wie Shakespeare, Dante und Milton erwähnen Engel oder vermitteln uns ihre tieferen Einsichten in die unsichtbare Welt. Bekannte Künstler wie Fra Angelico, Leonardo da Vinci, El Greco und Thomas Cole haben verschiedene Bilder von Engeln gemalt – von Lichtsäulen bis hell gekleideten, menschenähnlichen Wesen mit und ohne Flügel. Engel werden auch in der Poesie, Musik und in Büchern gerühmt. Von Künstlern wurden sie als mächtige Krieger dargestellt, die verteidigen und beschützen, oder als barmherzige, zarte Wesen, die Trost und Ermutigung spenden.

Auf meinen Reisen im Dienst zu verschiedenen Orten der Welt treffe ich immer wieder ganz gewöhnliche Menschen, die außergewöhnliche übernatürliche Begegnungen mit Gottes heiligen Engeln hatten. Diese Erlebnisse sind nichts Seltenes, doch für die meisten Menschen kommen sie unerwartet. Erscheinen Engel (heute) öfter bzw. öffnet uns der geistliche Hunger nach Lebenssinn die Augen, sodass wir Gottes unsichtbare Diener sehen?

Engel erleben

Während Lobpreis- oder Gebetszeiten, in denen ich meine Augen geschlossen habe, spüre ich oft große, starke Hände auf meinen Schultern, meinem Kopf, meinen Füßen, meiner Brust oder meinem Rücken und ich denke dann, dass jemand zu mir gekommen ist, um für mich zu beten. Ich spüre, wie Frieden und Gnade durch mich fließen, doch wenn ich meine Augen öffne, ist niemand da.

Anonym

Eine Gallup-Umfrage von 2007 ergab, dass 75 Prozent der US-Amerikaner an Engel glauben. 50 Prozent glauben, dass sie einen eigenen Schutzengel haben.3 Heutzutage spielen viele Theologen jedoch den übernatürlichen Bereich herunter, Engel eingeschlossen. Demgegenüber suchen Menschen nach der Bestätigung, dass ein liebender Gott und seine himmlischen Heerscharen aktiv in ihr tägliches Leben involviert sind. Sie gehen davon aus, dass Engel nicht nur um uns herum, sondern auch in der Lage sind, zu unserer Hilfe einzugreifen. Aufgrund unserer aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen, unserer zerstörten sozialen Netzwerke und dem Zusammenbruch der traditionellen Familie (bei einer Scheidungsrate von 50 Prozent) hält das Leben viele Schwierigkeiten bereit. Angststörungen, Depressionen und Süchte vermehren sich mit alarmierender Geschwindigkeit und führen oft zum Verlust der Arbeitsstelle, zu Scheidung, Suizid und häufigen Krankenhausaufenthalten. Die Ursache vieler dieser psychischen Störungen ist eine tiefe geistliche Erkrankung – eine grundlegende Einsamkeit, hervorgerufen durch eine Kultur, die sich gelöst hat von einem liebenden Gott. Oft höre ich in der Seelsorge die Aussage: „Ich fühle mich so allein und kraftlos.“ Unser tiefstes Bedürfnis besteht darin, zu lieben und geliebt zu werden. Es wird gestillt durch eine enge, vertraute Beziehung mit Gott, der Quelle der Liebe.

Johannes vom Kreuz, ein Mystiker und Theologe des sechzehnten Jahrhunderts, lehrte: „Je mehr Not die Menschen durchmachten, desto mehr Gnade gebe Gott ihnen.“ Wo unsere Nöte zugenommen haben, hat Gott in seiner Gnade dafür gesorgt, dass diese mächtigen Engel uns während unseres Lebens seine niemals endende Liebe ins Bewusstsein bringen. Engel sind nicht dazu gedacht, eine vertraute Beziehung mit Gott zu ersetzen; sie sind Botschafter, die Gottes Liebe auf reale und greifbare Weise ausdrücken. Ihre Gegenwart vermittelt Trost und Stärke. Ein Engel ist ein Sprungbrett in die höhere Realität, in Gottes Reich, und er verweist uns schlussendlich auf Gott selbst.

Warum sollte man etwas über Engel lernen? Ein Grund besteht darin, dass wir dieses Wissen an unsere Familien weitergeben können, insbesondere an unsere Kinder. Ein weiteres Ziel ist es, Menschen, die durch schwierige Zeiten gehen, zu ermutigen und sie wissen zu lassen, dass sie einen geistlichen Begleiter auf ihrem irdischen Lebensweg haben, dass sie nicht allein sind und dass ihr himmlischer Begleiter Gottes große Liebe zu ihnen widerspiegelt.

In seinem Artikel „Gerüchte von Engeln“ schreibt Timothy Jones:

Die Vorstellung von himmlischen Besuchern findet selbst bei Intellektuellen Anklang. Mortimer Adler, Philosoph und Lektor der Great Books Series, erzählt, er habe einmal unter der Schirmherrschaft des Aspen-Instituts für humanistische Studien einen Vortrag gehalten. Sein Thema? Engel und Engellehre. Er schreibt: „Die Ankündigung des Seminars zog ein größeres Publikum an, als ich es jemals in den letzten 30 Jahren hatte.“ Diese Erfahrung berührte ihn so sehr, dass er ein Buch über die philosophische Bedeutung von Engeln schrieb.4

Wir sehnen uns danach, mehr zu erfahren, doch wir müssen umsichtig vorgehen, wenn wir etwas über Engel lernen wollen. Viele der verfügbaren Informationen basieren nicht auf der Heiligen Schrift oder der kirchlichen Lehre. Viele Bücher und Kurse des New Age ermutigen uns dazu, Kontakt zu Geistern aus der unsichtbaren Welt aufzunehmen, was letztendlich zu gefährlichen Verbindungen mit bösen, gefallenen Engeln führen kann. Paulus warnt die Gemeinde in Kolossä: