What's for tea? - Claudia Hunt - E-Book

What's for tea? E-Book

Claudia Hunt

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  • Herausgeber: Heyne
  • Kategorie: Lebensstil
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2009
Beschreibung

Sind Sie reif für die Insel?

Wir werden in unterschiedlichsten Situationen immer wieder mit Englisch konfrontiert, doch die gängigen Sprachwendungen sind uns nur selten geläufig. Claudia Hunt, die viele Jahre in England gelebt hat, erklärt Überraschendes und Kurioses anhand von lebensnahen Beispielen aus dem Alltag auf der Insel. Ein humorvoller Leitfaden zum britischen »way of life« und nützlicher Sprachkurs zugleich!

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Seitenzahl: 170

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Inhaltsverzeichnis
 
Widmung
Liebe Leserin, lieber Leser, ein Wort vorab …
 
Kapitel 1 – Five O’Clock Tea oder Was hat der Tee mit dem Abendessen zu tun?
Kapitel 2 – Dinner for One oder Wie man in England zur Hausmeisterin wird
Kapitel 3 – Fish & Chips oder Wie deutsch ist das englische Königshaus?
Kapitel 4 – Princess Louise, King George und die Boston Tea Party
Kapitel 5 – Coffee to Go oder Was Sie gewiss schon immer über ...
Kapitel 6 – Another Pint of Beer, please! oder Teetrinken – eine Frage der Moral
Kapitel 7 – How to be a Happy Vegetarian oder Wie duzt man sich auf Englisch?
Kapitel 8 – Betty Botter and her Bitter Butter oder Wie das Sandwich zu seinem ...
Kapitel 9 – Cucumber Sandwiches, Zigaretten und Oscar Wilde
Kapitel 10 – Traffic Jam in London oder Wo es den besten Cream Tea gibt
Kapitel 11 – Orl korrect, okee dokee und andere Wortspielereien
Kapitel 12 – A Glass of Parsley Wine oder Die Geschichte des Teebeutels
Kapitel 13 – Welcome to London! oder Der Morgen danach
 
Wortschatzliste
Danksagung
Your own little teacard
Copyright
Über die Autorin:
Claudia Hunt wurde 1969 in München geboren. Sie ist gelernte Fremdsprachenkorrespondentin, Maskenbildnerin und Heilpraktikerin. Anfang der 90er Jahre ging sie nach London und blieb – mit Unterbrechungen – 14 Jahre dort. Die Autorin lebt heute wieder in München. »What’s for Tea?« ist ihr erstes Buch.«
Für Sophie
Liebe Leserin, lieber Leser, ein Wort vorab …
Ein englischer Bekannter hat mir einmal gesagt: »The best way to learn English is by having an English boy friend.« Welche Absicht er damit verfolgte, sei dahingestellt. Ich kann jedoch mit Sicherheit sagen, dass er recht hatte. Für all diejenigen, die gerade nicht die Möglichkeit haben, sich an eine englische Schulter zu lehnen, die aber trotzdem auf unkomplizierte und unterhaltsame Weise ihr Englisch auffrischen möchten, ist dieses Buch gedacht.
Ich lade Sie hiermit auf einen Abstecher nach England ein, wo ich viele Jahre gelebt habe. Seien Sie also mein Gast und lassen Sie sich überraschen! Ich werde Sie zu meinen Lieblingsplätzen entführen. Wir werden unter anderem zusammen ins Pub und zum »Fish & Chips«-Essen gehen, werden uns auf einer Londoner Parkbank über pseudo-englische Wörter unterhalten und eine Reise an die englische Südküste unternehmen. Während ich Ihnen wahre und weniger wahre Geschichten aus England erzähle, werden Sie ganz nebenbei Ihr Englisch auffrischen und viel Wissenswertes, Belangloses und Kurioses über das Leben auf der Insel erfahren.
Dieses Buch erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll Sie in erster Linie neugierig machen. Neugierig auf England und neugierig darauf, die englische Sprache für sich zu entdecken.
 
 
In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen!
Claudia Hunt
1
Five O’Clock Tea oder Was hat der Tee mit dem Abendessen zu tun?
It will warm you, if you are coldIt will cool you, if you are too heatedIt will cheer you up, if you are depressedIt will calm you, if you are excited
Diese berühmten Worte stammen aus dem Munde des ehemaligen englischen Premierministers William Gladstone. Wovon sie handeln? – Von Tee! Der ist aus England nicht wegzudenken. Er wird nicht nur geliebt, er ist das Nationalgetränk schlechthin und somit Teil der englischen Identität. Was würde sich also besser eignen, um Ihnen England und die englische Sprache näherzubringen, als sich erst einmal mit Tee zu befassen?
Wem fällt da nicht sofort der »Five O’Clock Tea« ein? – Ein Ausdruck, der weltweite Berühmtheit genießt. Nur in England selbst, da ist er weitgehend unbekannt. Schließlich wird dort zu jeder beliebigen Tageszeit Tee getrunken, im Bett vor dem Aufstehen, zum Frühstück, am Vormittag, mittags, vor dem Essen, nach dem Essen, zum Essen, am frühen und am späten Nachmittag, am Abend und manchmal sogar in der Nacht als kleiner Schlummertrunk – as a night-cap.
Aber woher kommt dann dieser Begriff »Five O’Clock Tea«?
Lassen Sie mich dazu ein wenig ausholen. Teeimporte gab es ja bereits in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Damals waren die Teeblätter noch so kostbar, dass sie sich nur die Königsfamilie und die Aristokratie leisten konnten. Und sogar in diesen Kreisen durfte einzig und allein die Herrin des Hauses, also beispielsweise die Königin, den Tee anfassen und zubereiten. Zu welcher Tageszeit das geschah, war rein vom Anlass abhängig.
Aufgrund politischer, geschäftlicher und technischer Veränderungen sanken aber mit der Zeit die Preise so tief, dass der tägliche Teegenuss bereits im 19. Jahrhundert auch für die Mittel- und Unterschicht erschwinglich wurde. Die Beliebtheit dieses Getränks war somit klassenlos geworden.
Man erzählt sich nun, dass an einem möglicherweise verregneten und furchtbar langweiligen Nachmittag im 19. Jahrhundert, und zwar zufälligerweise genau um 5 Uhr, Folgendes passierte: Eine gewisse Anna Maria, 7th Duchess of Bedford of Woburn Abbey in Bedfordshire, kam auf die geniale Idee, die lange Wartezeit zwischen dem Mittagessen um 12 Uhr und dem Abendessen gegen 8 Uhr mit einer Tasse Tee und ein paar Scheiben Butterbrot zu überbrücken. Das gefiel ihr so gut, dass sie bald regelmäßig ihre Freundinnen zu dieser schicken Teestunde, die stets um 5 Uhr stattfand, einlud und damit den Nachmittagstee als »Five O’Clock Tea« zum neuen gesellschaftlichen Ereignis machte.
Wenn aber die Engländer heutzutage ihren Tee irgendwann am Nachmittag trinken, dann nennen sie ihn logischerweise einfach »afternoon tea«.
Trauern Sie jetzt bitte dem »Five O’Clock Tea« nicht hinterher. Ich habe Ihnen nämlich etwas viel Interessanteres zu bieten. Haben Sie schon einmal von »low tea« und »high tea« gehört? Das sind zwei Begriffe, die ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammen. »Low tea« nannte man damals ganz offiziell die Tasse Tee am Nachmittag, weil sie auf einem niedrigen – low – Teetischchen serviert wurde. Im Gegensatz dazu wurde »high tea« auf einem hohen – high – Tisch serviert, und zwar zum Abendessen. Deshalb wurde der Einfachheit halber gleich die ganze Mahlzeit »high tea« genannt.
Und jetzt wird es höchst spannend, denn die Engländer haben im Lauf der Jahre »high tea« ganz einfach zu »tea« abgekürzt. Die Bedeutung ist dabei dieselbe geblieben: Abendessen. Ganz egal, ob es dazu Tee gibt oder nicht. »Tea? Abendessen??« Ja, Tea heißt tatsächlich Abendessen. Ehrlich. Honestly. Es handelt sich hier um eine Tatsache, die uns die meisten Lehrbücher stur vorenthalten. Wahrscheinlich, weil man uns nicht unnötig verwirren möchte. Was steht denn da beispielsweise in meinem alten Schulbuch unter »Abendessen«? Aha, genau wie ich es mir gedacht habe: »Abendessen: supper, dinner«. Nichts weiter. Schlagen Sie doch einmal Ihr Lexikon zu Hause unter »Abendessen« auf. Sind Sie fündig geworden? Nein, da steht auch nichts von Tea? Ich weiß, es ist verrückt. Damit Sie mir aber trotzdem glauben, möchte ich Ihnen die drei Begriffe »supper«, »dinner« und »tea« näher erklären.
Fangen wir mit dem Supper an: Hier handelt es sich ganz allgemein, genauso wie bei Tea, um ein kleines Abendessen, eine abendliche Brotzeit. Es gibt aber Leute, die würden nur einen kleinen Imbiss direkt vor dem Zubettgehen so nennen. Das sind in der Regel diejenigen, die zum früheren Abendessen Tea sagen. Allerdings auch nur, wenn es sich um eine kleine Mahlzeit handelt.
Wie nennt man dann aber ein richtiges, warm gekochtes Abendessen? Das ist nun unser Dinner. Denn dabei handelt es sich immer um die Hauptmahlzeit des Tages. Die kann am Abend stattfinden, aber natürlich auch am Mittag. In diesem Fall wird dann eben das Mittagessen zu einem Dinner. Wenn das Mittagessen aber klein ausfällt, nennt man es Lunch.
Puh, das war’s.
Was, Sie glauben mir immer noch nicht so recht, dass Tea tatsächlich Abendessen heißt? Sie denken, ich erlaube mir einen Scherz? You think I’m pulling your leg?
Überzeugen Sie sich doch einfach bei Ihrem nächsten Englandurlaub. Ach so, Sie möchten sofort Beweise haben?
Hmm, vielleicht erinnern Sie sich ja an die wunderbare Platte der Rockband The Who von 1967, »The Who Sell Out«, und die Ausrufe: »What’s for tea, Mum?«, »What’s for tea, darling?«, »Darling, I said, what’s for tea?« und »What’s for tea, daughter?«.
Auf gut deutsch: »Was gibt’s denn zum Abendessen?« Die Antwort: »Heinz Baked Beans!«
 
 
Nach dieser Anstrengung sollten wir uns nun bei einer Tasse Tee erholen. Let’s have a cup of tea! Lehnen Sie sich zurück und entspannen Sie sich, ich mache uns jetzt eine richtig gute, englische Tasse Tee.
Dazu nehme ich eine Teekanne – a tea pot – und zwar aus Porzellan – china – oder aus rostfreiem Stahl – stainless steel. Man schüttet zur Erwärmung der Kanne etwas kochendes Wasser hinein, schwenkt es ein wenig hin und her und gießt das Wasser dann gleich wieder aus. So, jetzt kommen die losen Teeblätter. Bei zwei Tassen Tee brauchen wir insgesamt drei Teelöffel voll, und zwar einen für Sie, einen für mich und – ganz wichtig – auch einen »für die Kanne«. Die gewünschte Menge kochendes Wasser (in unserem Fall zwei Tassen) darübergießen, Deckel zu und je nach Geschmack bis zu zehn Minuten ziehen lassen. Also, ich persönlich lasse ihn gerne fünf Minuten ziehen. Einverstanden? Jetzt fehlt bloß noch mein »tea cosy«. Wo ist er nur? Können Sie mir helfen? Ach so, Sie wissen nicht, was das ist? Ein »tea cosy« ist ein meist gehäkelter Überzug, den man über die Kanne streift, um den Tee warm zu halten, während er zieht. Ach, da ist er ja!
Leider muss ich an dieser Stelle zugeben, dass viele Engländer schon lange nicht mehr ihren Tee auf diese Art zubereiten. Sogar auf der Insel hat sich nämlich inzwischen mehr oder weniger der Teebeutel durchgesetzt. Ist ja auch praktisch: Kochendes Wasser in die Tasse gießen, Teebeutel rein, ein bis zwei Minuten ziehen lassen, Teebeutel ausdrücken, rausziehen, fertig. Eigentlich schade. A shame, really.
Egal, für welche Methode Sie sich entscheiden, Sie sollten sich auf alle Fälle merken, dass Tee in England nicht mit Zitrone, sondern mit Milch getrunken wird. For God’s sake – um Gottes willen -, jetzt bitte bloß keine deutsche Kaffeesahne! Die hat im Tee nichts zu suchen, schmeckt ja auch wirklich widerlich.
Benutzen Sie bitte nur echte, frische Milch, egal, ob Vollmilch – full fat milk -, fettarme Milch – semi-skimmed milk – oder, wenn es unbedingt sein muss, Magermilch – skimmed milk. Die Milchmenge ist dabei reine Geschmacksache – a matter of taste.
So, unser Tee ist inzwischen fertig. Und während Sie ihn genießen, erzähle ich Ihnen eine kleine Teegeschichte.
Eines Tages stand ich an einer Imbissbude im Londoner Clissold Park Schlange, I was standing in a queue. Als der Mann vor mir eine Tasse Tee bestellte, fragte ihn die Frau des Imbisswagens routiniert: »Do you want your tea strong?« Der Mann erwiderte: »Yes, strong and with a lot of milk.« Damit hatte er die Frau sichtlich verwirrt. »I see, you DON’T want your tea strong!?« »Yes, I DO. (Achtung, hier bedeutet yes nicht ja, sondern doch!), I just like it with a lot of milk.« »Well, that’s not what I call a strong cup of tea.«
Während die Schlange hinter uns immer länger wurde, versuchte der Mann vor mir geduldig zu erklären, dass die Stärke des Tees seiner Meinung nach nichts mit der Menge der Milch zu tun hätte, sondern davon abhängig wäre, wie lange der Tee ziehen und wie stark man den Teebeutel ausdrücken würde. Die Frau erwiderte irritiert: »Well, once you’ve added a lot of milk, it’s not strong ANY MORE!« Das war offensichtlich ihr letztes Wort zu der Angelegenheit. Der Mann sah sich hilfesuchend zu mir um. Ich zuckte mit den Achseln – I shrugged. Da kam ihm die rettende Idee. Er drehte sich wieder zu der Frau um und meinte erleichtert: »Listen, you make me a strong cup of tea, and I will add the milk myself.«
And that’s how the matter was settled.
Erster Test
Ach, Sie meinen, Tests sind eigentlich nicht so Ihre Sache – not your cup of tea? Trotzdem, ich wette, Sie haben über einige Stellen hinweggelesen, ohne sich die Wörter oder Ausdrücke richtig zu merken. Was, Sie haben sich alles gemerkt? Na, dann kann’s ja erst recht losgehen!
1. Versuchen Sie doch mal, folgendes zu übersetzen: »Schlummertrunk«
2. Und jetzt einen wichtigen Ausruf, den man oft gebrauchen kann: »Um Gottes willen!«
3. Im Gespräch mit Freunden auch immer wieder gerne genutzt: »Jemanden zum Narren halten/ sich einen Scherz mit jemandem erlauben.«
4. Der einzige Ort, an dem in England nicht in der Schlange angestanden wird, ist wohl die U-Bahn. Da wird schon gedrängelt, bevor die Leute überhaupt ausgestiegen sind. Ansonsten ist das geordnete Anstehen aber wirklich sehr wichtig. Deshalb bitte die Übersetzung für »in der Schlange stehen«.
5. Was waren noch mal die Wörter für »Porzellan« und »fettarme Milch«?
6. Wie würden Sie »Doch« übersetzen?
7. Und auch bitte noch »mit den Achseln zucken«.
8. Zum Schluss möchte ich von Ihnen zwei Begriffe für ein kleines Abendessen, den richtigen Begriff für ein kleines Mittagessen und den für die Hauptmahlzeit des Tages.
Die Antworten
Also, die gibt’s ohne Nummerierung und unübersichtlich, damit Sie nicht so leicht schummeln können. Den Ausruf »for God’s sake« sollten Sie sich unbedingt merken. Auch möglich: »for Christ’s sake« oder »for heaven’s sake«. Jemanden zum Narren halten: »to pull someone’s leg«. Sobald wir uns besser kennen, bringe ich Ihnen noch die derbere Variante bei. Schlange stehen: »to stand in a queue« oder auch »to wait in a queue« oder nur »to queue up«. Porzellan wird »china« genannt, nicht zu verwechseln mit dem Land »China«, das groß geschrieben wird. Die fettarme Milch heißt »semi-skimmed milk«. Ist es nicht interessant, dass die Engländer kein eigenes Wort für »doch« haben? »Yes« ist die richtige Antwort. Der Schlummertrunk nennt sich »night-cap«. Mit den Achseln zucken: »to shrug«. Die Hauptmahlzeit des Tages ist das Dinner, egal, wann. Alles, was kleiner ist, wird, wie gesagt, mittags zum Lunch und abends zum Supper oder zum Tea, je nachdem, welchen Begriff Sie bevorzugen. Da bekommt man ja gleich richtig Hunger! What’s for tea?
2
Dinner for One oder Wie man in England zur Hausmeisterin wird
Da Tee aus dem englischen Alltag nicht wegzudenken ist, wird er auch uns in diesem Buch ein treuer Begleiter sein. Sie wissen ja bereits, dass er zu jeder beliebigen Tageszeit getrunken wird. Die erste Tasse Tee morgens im Bett ist dabei mit Abstand die schönste des Tages.
Claudia Hunt WHAT’S FOR TEA? Englisch, wie es nicht im Schulbuch steht
 
 
 
 
 
 
 
Originalausgabe 09/2008
Copyright © 2008 by Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Innenillustrationen: Reinert und Partner, München
eISBN : 978-3-641-03277-7
 
 
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