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Am Morgen des Neujahrstags 2024 wird im Zwinger eines Tierheims die Leiche einer Frau gefunden, die von einem Hund zu Tode gebissen wurde. Die Kriminalpolizei geht zunächst von einem tragischen Unfall aus. Doch im weiteren Verlauf ihrer Ermittlungen erweist sich diese Annahme als falsch. Irgendjemand hat beim Tod der Frau nachgeholfen. Hauptkommissar Jürgen Gütter und sein Team recherchieren und sammeln dabei immer mehr Indizien, um die schreckliche Wahrheit ans Licht zu bringen. Doch dabei stoßen sie bald an unerwartete Grenzen.
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Seitenzahl: 363
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Für Susanne
"Wer hart gegen sich ist, der erkauft sich das Recht, hart auch gegen andere zu sein, und rächt sich für den Schmerz, dessen Regungen er nicht zeigen durfte."
Theodor W. Adorno
Prolog
1: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 5:47 UHR
2: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 6:19 UHR
3: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 7:03 UHR
4: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 07:34 UHR
5: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 07:46 UHR
6: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 08:34 UHR
7: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 08:58 UHR
8: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 09:21 UHR
9: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 10:34 UHR
10: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 11:20 UHR
11: SAMSTAG, 9. MAI 2020, 15:30 UHR
12: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 11:56 UHR
13: DIENSTAG, 2. JANUAR 2024, 08:07 UHR
14: DIENSTAG, 2. JANUAR 2024, 08:37 UHR
15: MONTAG, 20. MÄRZ 2023, 18:09 UHR
16: DIENSTAG, 2. JANUAR 2024, 08:56 UHR
17: DIENSTAG, 2. JANUAR 2024, 09:47 UHR
18: DIENSTAG, 2. JANUAR 2024, 10:35 UHR
19
20: DIENSTAG, 2. JANUAR 2024, 11:15 UHR
21: SONNTAG, 3. SEPTEMBER 2023, 15:47 UHR
22: DIENSTAG, 2. JANUAR 2024, 11:35 UHR
23
24: DIENSTAG, 2. JANUAR 2024, 13:52 UHR
25: SONNTAG, 3. SEPTEMBER 2023, 18:05 UHR
26: DIENSTAG, 2. JANUAR 2024, 14:37 UHR
27: DIENSTAG, 2. JANUAR 2024, 15:12 UHR
28: DIENSTAG, 2. JANUAR 2024, 16:00 UHR
29: MONTAG, 1. JANUAR 2025, 1:13 UHR
30: DIENSTAG, 2. JANUAR.2025, 17:25 UHR
31: MONTAG, 4. SEPTEMBER 2023, 7:50 UHR
32: MITTWOCH, 3. JANUAR 2024, 08:35 UHR
33: MITTWOCH, 3. JANUAR 2024, 08:51 UHR
34: MITTWOCH, 3. JANUAR 2024, 09:10 UHR
35: FREITAG, 15. SEPTEMBER 2023, 8:10 UHR
36: MITTWOCH, 3. JANUAR 2024, 09:35 UHR
37: MITTWOCH, 3. JANUAR 2024, 11:25 UHR
38: MITTWOCH, 3. JANUAR 2024, 12:37 UHR
39: MITTWOCH, 3. JANUAR 2024, 15:07 UHR
40: MITTWOCH, 3. JANUAR 2024, 15:14 UHR
41: FREITAG, 15. SEPTEMBER 2023, 15:10 UHR
42: MITTWOCH, 3. JANUAR 2024, 16:32 UHR
43: DONNERSTAG, 4. JANUAR 2024, 05:11 UHR
44: FREITAG, 15. SEPTEMBER 2023, 18:10 UHR
45: DONNERSTAG, 4. JANUAR 2024, 07:25 UHR
46: FREITAG, 22. SEPTEMBER 2023, 17:10 UHR
47: DONNERSTAG, 4. JANUAR 2024, 16:29
48: DONNERSTAG, 4. JANUAR 2024, 17:03
49: FREITAG, 22. SEPTEMBER 2023, 18:44 UHR
50: DONNERSTAG, 4. JANUAR 2024, 18:07
51: FREITAG, 5. JANUAR 2024, 14:03
52: FREITAG, 5. JANUAR 2024, 15:25
53: SONNTAG, 15. OKTOBER 2023, 17:25 UHR
54: FREITAG, 5. JANUAR 2024, 16:03 UHR
55: MITTWOCH, 20. DEZEMBER 2023, 15:25 UHR
56: MITTWOCH, 20. DEZEMBER 2023, 16:19 UHR
57: FREITAG, 5. JANUAR 2024, 17:30 UHR
58: SAMSTAG, 23. DEZEMBER 2023, 14:50 UHR
59: FREITAG, 5. JANUAR 2024, 18:50 UHR
60: SAMSTAG, 23. DEZEMBER 2023, 15:37 UHR
61: SAMSTAG, 23. DEZEMBER 2023, 16:45 UHR
62: FREITAG, 5. JANUAR 2024, 19:22 UHR
63: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 2:35 UHR
64: SAMSTAG, 6. JANUAR 2024, 09:05 UHR
65: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 2:50 UHR
66: SAMSTAG, 6. JANUAR 2024, 10:00 UHR
67: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 3:37 UHR
68: SAMSTAG, 6. JANUAR 2024, 11:20
69: MONTAG, 1. JANUAR 2024, 3:58 UHR
70: SAMSTAG, 6. JANUAR 2024, 11:37 UHR
71: SONNTAG, 7. JANUAR 2024, 2:37 UHR
72: MONTAG, 8. JANUAR 2024, 11:37 UHR
73: DONNERSTAG, 11. JANUAR 2024
Der Dogo Argentino (argentinische Dogge) ist eine seit 1973 vom FCI offiziell anerkannte Hunderasse. Er stammt ursprünglich aus Argentinien und wurde in den 1920er-Jahren von Antonio Nores Martínez, einem argentinischen Arzt, gezielt gezüchtet. Ziel war es, einen vielseitigen, kräftigen und mutigen Jagdhund zu schaffen, der auch als Wach- und Familienhund dienen konnte. Die Rasse entstand durch die Kreuzung mehrerer Hunderassen, insbesondere des mittlerweile ausgestorbenen Kampfhundes von Córdoba sowie mit den Rassen Boxer, Bulldogge, Mastiff, Pointer und dem Pyrenäenhund. Zunächst als Jagdhund für Großwild wie Puma oder Wildschwein gezüchtet, entwickelte sich der Dogo Argentino zu einem starken, ausdauernden und arbeitswilligen Hund mit einem ausgeprägten Schutztrieb.
Der Dogo Argentino ist ein kräftiger, muskulöser und athletischer Hund mit einem imposanten, eleganten Erscheinungsbild. Sein äußeres Merkmal ist das kurze, reinweiße Fell, das zuweilen einen kleinen dunklen Fleck am Kopf aufweist. Die Haut ist dick, das Fell glatt anliegend. Die Augen sind meist dunkelbraun bis haselnussfarben, der Blick lebhaft und aufmerksam.
Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 60–68 Zentimeter und bringen 40 bis 45 Kilo auf die Waage. Bei Hündinnen liegt die Größe zwischen 58–65 Zentimeter, und sie wiegen etwas weniger.
Der Dogo Argentino erreicht eine Beißkraft von etwa 600 PSI (Pfund pro Quadratzoll), während zum Beispiel der Mensch durchschnittlich einen Wert zwischen 120 und 140 PSI erreicht. Er ist intelligent, selbstbewusst, loyal und besitzt einen überaus starken Schutzinstinkt. Bei konsequenter, erfahrener Führung kann er durchaus ein treuer Familienhund werden, der auch Kindern gegenüber freundlich bleibt. Er braucht jedoch unbedingt eine klare, souveräne Erziehung und viel Beschäftigung, sowohl körperlich als auch geistig.
Die Rasse ist auf keinen Fall für Anfänger geeignet. Aufgrund seiner Kraft und Dominanz braucht der Dogo Argentino eine frühe und gute Sozialisation, eine konsequente Erziehung und eine klare Rangordnung. Werden bei der Sozialisierung Fehler gemacht, wird er nicht artgerecht gehalten oder falsch erzogen, kann er verhaltensauffällig, übertrieben territorial und im schlimmsten Fall äußerst aggressiv gegenüber Menschen und Artgenossen werden, was bei dieser großen und äußerst kräftigen Rasse verheerende Folgen haben kann.
Der Dogo Argentino wurde wiederholt in Vorfälle verwickelt, bei denen Menschen schwer verletzt wurden, meist infolge fehlerhafter Haltung oder unzureichender Kontrolle durch den Halter.
In manchen Ländern steht der Dogo Argentino auf der Liste der potenziell gefährlichen Hunderassen und unterliegt strengen Haltungsauflagen oder sogar einem Importverbot.
Ein kleiner, roter PKW bog in die kurze Einbahnstraße, die auf dem Parkplatz des Tierheims Siegburg endete. Janina Reinke hatte Frühdienst und manövrierte ihr Auto vorsichtig und geschickt durch die unzähligen Schlaglöcher, die schon seit vielen Jahren das Markenzeichen des Parkplatzes waren. Sehr zum Ärger der Angestellten und der Tierheimbesucher. Die Stadt verfügte angeblich nicht über die finanziellen Mittel, um diesen Parkplatz in Ordnung zu bringen und ihn zu asphaltieren. Mittlerweile schien man sich damit abgefunden zu haben.
Janina parkte ihren Wagen an der gegenüberliegenden Seite des Eingangs. Sie verließ das Auto und kramte aus ihrem Kofferraum eine Tasche hervor, die ein paar Utensilien, ihr Frühstück und das Mittagessen enthielt. Dann schloss sie den Kofferraum und verriegelte den Wagen, der dabei den üblichen Piepton vernehmen ließ. Auf dem kurzen Weg zum Eingang des Tierheims fischte sie aus ihrem Schlüsselbund zielsicher den Schlüssel zur Eingangstür innerhalb des großen Tores und wollte sie aufschließen. Dann bemerkte sie, dass sie nicht abgeschlossen war. „Komisch“, dachte sie. Das Tor war erst vor etwa einem Jahr komplett erneuert worden, da sich das alte im Lauf der letzten 20 Jahre derart verzogen und so viel Rost angesetzt hatte, dass sich eine Instandsetzung nicht mehr gelohnt hätte. Sie schloss die Tür hinter sich ab und machte sich auf den Weg ins Büro, wo der Nachtdienst sicherlich schon auf den ersehnten Feierabend wartete.
"Hi! Na?", begrüßte Janina ihre Kollegin Nadine, die im Büro saß und einen Kaffee vor sich stehen hatte. Nadine Klever, die mit Anfang 40 etwa im gleichen Alter war wie Janina, arbeitete schon seit acht Jahren im Tierheim und war ausschließlich für den Nachtdienst zuständig. Das Büro musste rund um die Uhr besetzt sein, falls irgendjemand - und das war in den meisten Fällen die Polizei oder das Veterinäramt - einen Notfall hatte und ein Tier vorbeibringen musste.
"Frag mich besser nicht!", antwortete Nadine genervt. "Du weißt ja, wie es Silvester ist. Aber so schlimm wie gestern war es schon lange nicht mehr", schob sie hinterher. "Diese verdammte, hirnlose Knallerei! Und da waren auch wieder diese Polen-Böller dabei. Es hat sich angehört wie im Krieg! Du kannst dir ja vorstellen, wie die Hunde ausgerastet sind.“
Janina nickte. "Ich weiß", sagte sie. "Ich kann es ja auch nicht verstehen, warum das nicht endlich verboten wird. Wer hat Dir letzte Nacht eigentlich geholfen?“, erkundigte sie sich.
"Ute, Sonja und Lars", zählte Nadine auf. "Sie waren so von 11 bis 1 Uhr hier. Das war auch dringend nötig. Die scheiß Böllerei ging ja schon am frühen Abend los. Diese Vollpfosten. Ich habe so einen Hals!" Sie machte eine entsprechende Handbewegung.
„Sonja Vogel?“, fragte Janina.
„Ich glaube ja - klein, rundlich mit Pferdeschwanz. Die kannte ich noch gar nicht. War zum ersten Mal Silvester hier.“
„Na ja, jetzt kennst Du sie!“, sagte Janina mit einem leicht belustigten Unterton.
„Wie meinst Du das?“
„Ach, egal„, winkte Janina ab, „vergiss es!“
Nadine war sichtlich frustriert. Silvester war schon immer der schlimmste Tag des Jahres im Heim gewesen, weil die meisten Tiere wegen des Lärms der Raketen und Knallkörper in absolute Panik gerieten. Besonders schlimm war es für die Hunde, weil sie in ihrer Angst anfingen zu bellen und sich dadurch noch gegenseitig hochpuschten. In der Silvesternacht wurden daher immer Freiwillige gesucht, die den Nachtdienst unterstützten. Sie konnten zu den Hunden gehen und mehr schlecht als recht versuchen, sie ein klein wenig zu beruhigen und mit Leckerlis abzulenken. Auch bei den Katzen schauten sie regelmäßig rein, weil es ihnen nicht besser erging. Doch die ertrugen ihr Schicksal eher still und verkrochen sich.
"Du bist übrigens früh dran", bemerkte Nadine. "Willst sicherlich noch einen Kaffee mit mir trinken, habe ich recht?"
Janina grinste breit. "Du hast es erfasst!"
Sie nahm eine Tasse aus dem Büroschrank und schenkte sich einen Kaffee aus der Maschine ein. Die hatte schon bessere Tage gesehen, funktionierte aber noch einwandfrei.
„Übrigens, die Tür zum Gelände war eben offen. Hast Du heute Nacht nicht abgeschlossen?“, fragte sie.
Von draußen konnten die beiden Kolleginnen noch immer vereinzelte Böller hören, obwohl es mittlerweile kurz vor 6 Uhr war.
„Klar hab‘ ich abgeschlossen! Ich habe die drei doch kurz nach 1 Uhr rausgelassen und die Tür dann wieder zugeschlossen.“
„Na ja, eben war sie auf jeden Fall offen.“
„Verstehe ich nicht - echt nicht! Vielleicht habe ich es in diesem ganzen Chaos doch vergessen - Mann oh Mann! Das bleibt aber bitte unter uns, Janina, okay?“
„Aber klar doch, ich weiß von nichts!“
"Im B-Trakt war es übrigens diese Nacht besonders schlimm. Hörst Du das?“ Sie legte die Hand an ihr rechtes Ohr. „Die sind immer noch am kläffen.“
Janina hörte es. "Ich mache ja gleich meine Runde und schau‘ mal, ob ich die Herrschaften irgendwie beruhigt bekomme", versprach sie. "Gab‘s denn sonst noch irgendwas Besonderes? Anrufe oder so?"
"Nee, Gott sei Dank nicht - das hätte auch noch gefehlt! Als die drei nach Hause gefahren sind, habe ich direkt das Telefon auf mein Handy umgeleitet und meine Kopfhörer angezogen. Konnte dann tatsächlich noch für ein paar Stündchen die Augen zumachen. Das hat richtig gut getan nach all dem Stress. Hab‘ die Rufumleitung übrigens eben wieder gelöscht."
Direkt neben dem Büro des Tierheims gab es einen relativ großen Besprechungsraum mit einem langen Tisch, an dem Platz für vierzehn Stühle war. Im vorderen Teil des Raumes stand ein großes, völlig abgewetztes, braunes Ledersofa. Das durfte die Nachtschicht zum Schlafen benutzen. Von hier aus waren bei geöffneter Tür sowohl das Telefon als auch die Klingel am Eingangstor sehr gut zu hören.
"Ich mach‘ mich jetzt mal langsam vom Acker", sagte Nadine und trank ihren letzten Schluck Kaffee aus.
"Alles klar", antwortete Janina. "Komm gut heim und erhol‘ dich ein bisschen.“
Nachdem Janina ihre Kollegin verabschiedet hatte, zog sie ihre Gummistiefel an und begann ihren Rundgang zu den Hundezwingern. Als stellvertretende Leiterin der Hundeabteilung war sie für die bellenden Gäste im Tierheim zuständig. Die anderen Kolleginnen würden heute erst um 7:15 Uhr ihren Dienst aufnehmen. Obwohl es im Tierheim eigentlich keine Feiertage gab, war die Besetzung am Neujahrstag doch etwas dünner.
Janina ging zuerst in den A-Block, wo sich fünf Zwinger und die Quarantänestation befanden. Beides konnte sie direkt vom Büro aus erreichen. Einige wenige Hunde lagen dösend in ihren Körbchen. Aber die Mehrzahl stand bellend und schwanzwedelnd an den Zwingertüren, als Janina vorbeikam. Das Einzige, was an diesem Morgen anders war als an einem normalen Morgen, waren der strenge Geruch und die vielen Urinpfützen und Kothaufen, die die Hunde im Schlafbereich ihrer Zwinger hinterlassen hatten. In der Silvesternacht durften sie nicht in den außenliegenden Teil ihres Zwingers, weil dort der Stress durch die Böller und Raketen noch größer wäre. Daher wurden am Vorabend des Jahreswechsels die Klappen geschlossen, durch die die Hunde nach draußen gelangen konnten.
"Das gibt nachher wieder eine große Sauerei beim Putzen - hoffentlich meldet sich niemand krank", dachte Janina ein wenig missmutig. Aber ihr war klar, dass die Hunde nichts dafür konnten und ihre Hinterlassenschaften die Kehrseite der zweifelhaften Silvester-Medaille waren. Rund um das Tierheim herum hunderte von feiernden Menschen, die sich schon lange vor Mitternacht mit Knallerei und dem Abschießen von Raketen amüsierten. Und hier im Heim die total verängstigten und panischen Tiere, die ihre Zwinger aus Angst vollkackten und vollpinkelten.
Janina sah mit geschultem Blick, dass alle Hunde soweit wohlauf zu sein schienen. Es hatte schon Zeiten gegeben, in denen im Tierheim vor allem ältere und gesundheitlich vorbelastete Hunde in der Silvesternacht durch Stress gestorben waren. Man hatte sie morgens tot in ihren Zwingern gefunden. Janina erinnerte sich noch daran, wie wütend damals alle Kolleginnen und Kollegen waren, als sie erfuhren, dass wieder ein Vierbeiner Opfer dieses sinnlos lauten Spektakels geworden war. In diesem Jahr war es wieder einmal gutgegangen. Zumindest lebten die Hunde noch und würden den Schrecken der letzten Nacht wohl bald überwunden haben. So zumindest ihre Hoffnung.
Als sie mit dem A-Trakt fertig war, schaltete Janina ihre Taschenlampe ein und kontrollierte die Außenzwinger. Hier war es noch zu dunkel, um sie ohne künstliches Licht in Augenschein nehmen zu können. Auch in den insgesamt zwölf Außenzwingern waren die meisten Hunde wach und bellten Janina an ihren Zwingertüren an. "Alles gut, Buddy, alles wieder gut", flüsterte Janina einem älteren Schäferhund-Mix zu, der mit verängstigten Augen, eng nach hinten angelegten Ohren und eingeklemmter Rute vor ihr stand. Der Hund leckte Janina die Hand durch das Gitter des Zwingers und fing an, zaghaft mit dem Schwanz zu wedeln.
In Auslauf Nummer 5 bemerkte sie, dass dort die Reste einer abgeschossenen Rakete auf dem Boden lagen. Sie schloss die erste Tür des Auslaufs mit dem Generalschlüssel auf, verschloss sie wieder hinter sich und öffnete dann die zweite Tür, die nur durch einen Riegel gesichert war. "Hi, Nero, bist Du auch schon wach?", fragte sie den freundlich auf sie zukommenden Mischling, der sich offensichtlich über diesen frühen Besuch freute. Janina kraulte ihn ausgiebig im Nacken und nahm dann die Reste der Silvesterrakete an sich. Das war eine Vorsichtsmaßnahme, um zu verhindern, dass der Hund auf dem Holzstiel herumkaute und sich eventuell einen Splitter ins Zahnfleisch rammte.
Auch in Auslauf Nummer 8, wo Camilla, eine Angsthündin aus der Smeura in Rumänien wohnte, entdeckte sie gleich zwei der heruntergefallenen Geschosse. Camilla lag in ihrer Hütte und traute sich nicht heraus. Janina begrüßte sie dennoch mit leiser und sanfter Stimme. Nachdem sie auch hier den Abfall eingesammelt hatte, konnte sie deutlich hören, dass es drüben im B-Trakt tatsächlich noch immer außerordentlich unruhig war und mehrere Hunde laut bellten. Jetzt erinnerte sie sich wieder daran, was ihre Kollegin Nadine noch vor ein paar Minuten zu ihr gesagt hatte. "Mann, was ist denn da los?", murmelte sie.
Als Janina endlich alle Außenzwinger kontrolliert, keine weiteren Raketenreste mehr gefunden und sich vergewissert hatte, dass es allen Hunden den Umständen entsprechend gut ging, warf sie den Abfall in einen der vielen Mülleimer, die im Tierheim verteilt standen. Dann ging sie zum B-Trakt, der sich in einem separaten, etwas abgelegenen Gebäude befand, um dort ihren Kontrollgang zu beenden.
Das noch gedämpft klingende Bellen der dort untergebrachten Hunde wurde mit jedem Schritt lauter. Als sie die Tür öffnete, spürte sie sofort, dass irgendetwas nicht stimmte. Der Geräuschpegel war jetzt massiv und der Gestank unerträglich. Und unter den Geruch von Urin und Kot hatte sich noch ein weiterer gemischt, den sie nicht gleich identifizieren konnte.
Janina schaltete die Deckenbeleuchtung ein, die den Raum mit seinen insgesamt fünf Zwingern nach einem ersten unangenehmen Flackern der hässlichen Neonröhren erhellte. Im ersten Zwinger lief Dana, eine Dalmatiner-Hündin, bellend und winselnd in ihrer kargen Behausung auf und ab. Das gleiche Bild bot sich in den Zwingern 2 und 3, die von zwei Mischlingen aus Ungarn – Geschwistern - besetzt waren. Flocke und Socke.
"Was ist denn los mit Euch?", sagte Janina mit einer Mischung aus Ungeduld, aber auch Verunsicherung. In der Nummer 4 jaulte die Husky-Hündin Astra und sprang wie von Sinnen immer wieder an der Zwingertür hoch.
Als Janina schließlich vor dem fünften Zwinger stand, in dem Fosco, ein weißer Dogo Argentino, untergebracht war, bot sich ihr ein Anblick, der sofort ihren Magen zusammenkrampfen ließ. Der große, muskulöse Rüde knurrte tief und drohend, fletschte die Zähne mit hochgezogenen Lefzen, blieb aber wie angewurzelt und leicht zitternd in der Mitte seines Zwingers stehen. Die Rute war steif nach hinten gerichtet. Der Boden war übersät mit blutigen Pfotenabdrücken. Auf der rechten, vorderen Seite des Zwingers, dicht an der gekachelten Wand, lag eine blutüberströmte menschliche Gestalt, die eines ihrer Beine unnatürlich nach hinten angezogen hatte und sich nicht rührte.
"Oh, mein Gott!", murmelte Janina ungläubig und voller Panik. Als sie dann die leblose Gestalt erkannte, die nur knapp einen Meter von ihr entfernt am Boden lag, schlug sie beide Hände vor dem Mund zusammen. Sie trat unwillkürlich einen Schritt zurück. Fosco schnellte daraufhin auf die Zwingertür zu, sprang an ihr hoch und bellte sich die Seele aus dem Leib. Erst jetzt bemerkte sie, dass sein Maul auch blutverschmiert war.
Janina brauchte eine Weile, um zu begreifen, was sich hier abgespielt haben musste. Dann stieg eine plötzliche, heftige Übelkeit in ihr hoch, und sie erbrach sich auf den Boden des Ganges. Sie würgte und hustete mehrfach, zwang sich dann aber, wieder tief und gleichmäßig zu atmen.
Als sie sich wieder einigermaßen auf den Beinen halten konnte, wusste sie, was sie zu tun hatte.
Etwa zehn Minuten später erreichte ein Streifenwagen der Polizei mit Blaulicht, aber ohne Martinshorn den Parkplatz des Tierheims. Janina hatte bei ihrem Anruf darum gebeten, damit die Tiere im Heim nicht schon wieder einer stressauslösenden Beschallung ausgesetzt wären. Nach dem Anruf hatte sie sich sofort zum Eingang begeben, um dort auf Hilfe zu warten. Zwei jüngere Beamte stiegen aus dem Fahrzeug und setzten ihre Dienstmützen auf. Janina und die beiden Beamten stellten sich kurz einander vor.
"Wo müssen wir hin?", fragte einer von ihnen.
"Gleich hier um die Ecke", antwortete Janina und ging zügig voraus.
Den Hunden in den am Eingang gelegenen Außenzwingern war das Eintreffen der Polizeibeamten nicht entgangen. Sie wurden unruhig und fingen an zu bellen. Janina hatte kurz zuvor einen der Flutlichtscheinwerfer des Geländes eingeschaltet. Somit war der Weg zum B-Trakt gut beleuchtet.
"Da vorne das Gebäude - da geht's rein."
"Tobias, gehst du bitte zurück zum Eingang und wartest auf die Kollegen von der Rettung? Dann wissen die auch direkt, wo sie hinmüssen."
Der Beamte nickte und trat den Rückweg an.
"Was genau ist denn passiert?", fragte sein Kollege, der Janina begleitete. Sie berichtete ihm von ihrer Entdeckung.
"Und sie sind sicher, dass die Frau tot ist?"
"Ich weiß es nicht genau - aber ich glaube schon."
Das Gebell der Hunde im B-Trakt irritierte den jungen Beamten offensichtlich. Aber er versuchte, es sich nicht anmerken zu lassen. Auch ihm entging nicht der unangenehme Geruch nach Urin, Kot, Erbrochenem und Blut.
"Ist ja ziemlich was los hier", sagte er etwas hilflos - um Lockerheit bemüht.
Als sie beide vor dem Zwinger von Fosco standen, der wieder bedrohlich knurrte, sagte der Polizeibeamte nur: "Ach du Scheiße, das sieht ja übel aus!"
Fosco sprang abermals auf die Zwingertür zu und dann auf den Hinterpfoten daran hoch. Der Beamte griff instinktiv zum Halfter seiner Dienstwaffe, öffnete es aber nicht.
"Wir müssen diesen Hund hier irgendwie rausschaffen, und zwar schnell! Geht das?"
"Wir können versuchen, ihn nach draußen zu bekommen", antwortete Janina. "Ich ziehe die Klappe für den Außenbereich hoch. Dann laufe ich außen herum und werde versuchen, Fosco von dort aus nach draußen zu locken. Sobald er draußen ist, lassen Sie die Klappe sofort wieder runter!"
Sie zeigte dem Beamten kurz den simplen Mechanismus. Ein einfacher Seilzug mit einem Holzgriff, der neben der Zwingertür in zwei Verankerungen eingehängt werden konnte. Janina löste den Griff aus der oberen Verankerung und zog die Klappe nach oben. Dann übergab sie den Griff ihrem unfreiwilligen Helfer und lief los. Als sie schon fast durch die Tür war, rief der Beamte ihr hinterher: "Hey, warten Sie!"
Janina fuhr herum.
"Er ist schon rausgelaufen!"
"Schließen Sie die Klappe wieder! Schnell, einfach runterlassen!", forderte Janina den Beamten auf.
Die Klappe raste mit einem lauten Knall nach unten, weil der Polizist den Griff mit dem Seil einfach losgelassen hatte. Jetzt war der Zwinger leer. Der junge Beamte schob seine Mütze nach hinten und seufzte hörbar erleichtert auf. Auf seiner Stirn waren kleine Schweißperlen zu erkennen.
Wenige Augenblicke später stürmten zwei Männer in orange-gelber Sanitäterkleidung in den B-Trakt, gefolgt von dem zweiten Beamten, der draußen auf sie gewartet hatte.
"So, was ist passiert? Wo müssen wir hin?", fragte einer der beiden hektisch.
Janina deutete auf den Zwinger vor dem sie standen. "Hier drinnen - Vorsicht!" Sie deutete auf das Erbrochene auf dem Boden.
Dann öffnete sie die Zwingertür. Die beiden Rettungssanitäter betraten den Zwinger und schauten sich kurz um. Einer von ihnen, augenmerklich der Notarzt, stellte einen Koffer neben sich auf den Boden. Dann kniete er sich hin und beugte sich über die blutüberströmte Frau in der Zwingerecke.
"Hallo?“, rief er laut, "können Sie mich hören? Hallo?" Keinerlei Reaktion. Der Mann legte der Frau seine Finger an die rechte Seite des Halses und wartete einige Sekunden. Dann blickte er auf und sagte: "Hier ist nichts mehr zu machen. Die Frau ist tot."
Janina ging nach draußen, um endlich die Tierheimleitung über den Vorfall zu informieren. Juliane Zerbaß hatte heute einen freien Tag, musste aber unbedingt davon unterrichtet werden, was letzte Nacht passiert war.
Als sie aus dem B-Trakt kam, sah sie, dass sich in der Zwischenzeit schon die Kolleginnen aus dem Frühdienst eingefunden hatten. Sie standen aufgeregt in der Nähe des Tores und tuschelten.
"Da ist Janina!", rief eine ältere Kollegin aus der Kleintier-Abteilung. "Was ist denn passiert?"
Janina holte ihr Handy aus der Hosentasche, hob die Hand und sagte: "Wartet bitte einen Moment, ich muss nur kurz telefonieren."
Nachdem sie die Tierheim-Leiterin erreicht und über den Vorfall informiert hatte, ging sie zu ihren Kolleginnen und holte erst einmal tief Luft.
"Es hat einen schrecklichen Unfall gegeben - irgendwann letzte Nacht. Im Zwinger von Fosco. Wie es aussieht, hat er eine Frau totgebissen. Und ich bin ziemlich sicher, dass es Julia Ruhf ist."
Janina blickte in ungläubige und entsetzte Gesichter. Eine Salve von Nachfragen prasselte auf sie ein, aber sie winkte nur ab.
"Lasst mich bitte mal einen Moment in Ruhe!", sagte sie schroffer, als sie wollte. "Ich muss das Ganze jetzt erstmal selbst verdauen. Sorry, ist nicht böse gemeint."
Dann ging sie zu einer der Besucher-Sitzbänke in der Nähe des Büros, setzte sich hin und vergrub ihr Gesicht in den Händen. Erst jetzt brach der Schock über das Geschehene richtig durch, und sie fing am ganzen Körper an zu zittern. Vor nicht einmal zwei Stunden hatte sie nichts ahnend ihren Frühdienst angetreten. Jetzt saß sie hier wie ein Häufchen Elend. Einer der Polizisten sprach in sein Funkgerät. Der Notarzt ging mit seinem Handy am Ohr auf und ab. Und ihre Kolleginnen standen noch immer beisammen und flüsterten.
Das nicht enden wollende Bellen einiger Hunde klang wie eine unheilvolle Hintergrundmusik. Doch Janina nahm es kaum noch richtig wahr.
Hauptkommissar Jürgen Gütter war ein großer, deutlich übergewichtiger Mann Ende fünfzig mit schütterem Haar und beinahe kugelrundem Kopf. Er arbeitete seit 17 Jahren im KK1 der Kriminalpolizei Rhein-Sieg in Siegburg, stammte aber ursprünglich aus dem badischen Raum. Er traf etwa fünfundzwanzig Minuten, nachdem er von der Leitstelle telefonisch informiert worden war, auf dem Parkplatz des Tierheims ein.
Gütter quälte sich etwas mühsam aus seinem Auto, das für seine Leibesfülle ein wenig zu klein geraten schien. Dann wuchtete er sich in eine Jacke und stapfte in Richtung Eingang. Dabei hinkte er ein wenig. Ein immer wiederkehrender, hartnäckiger Fersensporn bereitete ihm seit Jahren Ärger. Am Eingangstor fiel ihm ein Schild mit der Aufschrift ‚Videoüberwacht!‘ auf, und er blickte sich um. An einem etwa vier Meter hohen Mast links vom Eingang entdeckte er die graue Kamera.
Hinter dem Eingangstor empfing ihn einer der beiden Polizeibeamten, die nun schon seit fast einer Stunde vor Ort waren. Die beiden Männer begrüßten sich mit Handschlag, und der Polizeibeamte führte Gütter zum B-Trakt. Der Sanitäter und der Notarzt standen vor dem Gebäude und rauchten eine Zigarette.
"Guten Morgen, Jürgen Gütter, Kripo Siegburg", begrüßte der Hauptkommissar die beiden Männer, verzichtete aber auf einen Händedruck.
"Da drin ist es passiert?", erkundigte er sich.
"Ja, da drin", bestätigte der Notarzt.
Die beiden traten ihre Zigaretten aus und gingen mit Gütter hinein. Im Gebäude roch es mittlerweile nicht mehr so streng. Auch die Geräuschkulisse war erträglicher. Zwei Kolleginnen von Janina hatten auf deren Bitte hin zwischenzeitlich auch die vier anderen Hunde aus dem Trakt in die Außenbereiche ihrer Zwinger befördert. Sie waren gerade dabei, die Innenbereiche notdürftig zu reinigen. Auf dem Gang wartete der zweite Polizeibeamte, dem Gütter ebenfalls kurz die Hand reichte.
"Was genau ist denn passiert? Man hat mir am Telefon nur gesagt, dass hier eine tote Frau aufgefunden wurde."
"Was genau passiert ist, wissen wir nicht", erklärte der Beamte. "Aber die Frau ist offensichtlich von einem Hund angegriffen und tödlich verletzt worden."
"Was für ein Hund?", wollte Gütter wissen.
"Keine Ahnung. Über die Rasse kann ich nichts sagen, aber er ist ziemlich groß und kräftig. Sieht nicht gerade wie ein Schoßhund aus."
"Und wo ist dieser Hund jetzt?" Alle Männer waren inzwischen vor dem Zwinger von Fosco versammelt.
"Er ist jetzt draußen. Hinter dieser Falltür, oder wie das Ding heißt." Der Beamte zeigte auf die Klappe.
Gütter blieb im Eingang des Zwingers stehen und schaute sich um.
"Das sieht ja aus wie in einer Metzgerei", sagte er, ohne sich bewusst zu sein, dass dieser Vergleich etwas unangebracht sein könnte.
„Wissen wir schon, wer sie ist?“
„Eine gewisse Julia Ruhf, 62 Jahre alt und wohnhaft in Siegburg – laut Personalausweis. Wir haben in ihrem Portemonnaie noch ihren Führerschein und einen Fahrzeugschein gefunden. Gehört zu einem Opel mit dem Kennzeichen SU AZ 436. Ansonsten noch eine EC-Karte, eine Kreditkarte, Gesundheitskarte, einen Organspendeausweis und einen Mitgliedsausweis vom TSV-Siegburg. Dann hat sie noch einen Schlüsselbund und einen Autoschlüssel in der Jackentasche.“
„Kein Handy?“
„Nein, kein Handy!“
"Habt ihr schon Fotos gemacht?", erkundigte sich Gütter.
"Haben wir, aber nur hier vom Eingang des Zwingers aus. Wir wollten nicht durch diesen ganzen - Dreck laufen", erklärte der Beamte.
Gütter wandte sich jetzt an den Notarzt. "War die Frau schon tot, als Sie eintrafen?"
"Ja, das war sie. Und das ist auch kein Wunder. Soweit ich das beurteilen kann, wurde ihr die Kehle durchgebissen. Außerdem hat sie jede Menge Blut verloren. Sie sehen ja, wie es hier aussieht."
Gütter ging nun vorsichtig einen Schritt in den Zwinger, stellte sich etwas ungelenk auf die Zehenspitzen und schaute über die Leiche der Frau.
"Diese Schuhabdrücke da sind von Ihnen, nehme ich an?"
"Ja", bestätigte der Notarzt. "Wir mussten ja an sie herankommen, um zu sehen, was mit ihr los ist."
Gütter schaute sich noch einmal intensiv im Zwinger um.
"Was ist denn mit dem Schlüssel an dem Band, der da liegt?", fragte er.
"Keine Ahnung", sagte einer der Polizeibeamten. Auch sein Kollege zuckte nur mit den Schultern. „Der lag auf jeden Fall schon da, als wir die Fotos gemacht haben.“
„Und die kleine Tasche, da hinten rechts?
„Da sind Spritzen und Medikamente drin. Vielleicht war sie Diabetikerin? Ich habe nur flüchtig reingeschaut. Das ist ja eher war für die Spusi.“ Der Beamte wirkte etwas unsicher.
In diesem Augenblick betrat eine Frau den B-Trakt und begrüßte alle Anwesenden mit einem kurzen "Hallo!"
"Hallo, Anke", begrüßte Gütter die junge Frau. "Ich bin auch erst seit ein paar Minuten hier."
Anke Reinerz war Kommissarin in derselben Abteilung wie ihr Chef. Sie war Anfang 40, hatte schulterlange, braune Haare und vergrub ihre Hände in einer Winterjacke mit Kapuze, obwohl es trotz der Jahreszeit nicht besonders kalt war. Sie und Jürgen Gütter arbeiteten seit etwa sechs Jahren zusammen und kamen gut miteinander aus. Sie galt als sehr engagiert, diszipliniert und äußerst loyal ihrem Chef gegenüber. Der betrachtete sie stets als Kollegin und weniger als Mitarbeiterin.
Während Gütter ihr eine kurze Zusammenfassung dessen gab, was er selbst erst vor ein paar Minuten erfahren hatte, warf auch Anke Reinerz einen Blick in den Zwinger. Sie versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, aber man sah deutlich, dass die Farbe aus ihrem Gesicht wich. Außer einem kurzen "Oha!" gab sie keinen Kommentar von sich.
"Wer hat die Leiche eigentlich gefunden?", wollte der Hauptkommissar jetzt von dem Polizeibeamten wissen.
"Eine gewisse Janina Reinke. Sie ist hier Tierpflegerin und hatte Frühdienst. Wenn ich sie richtig verstanden habe, war sie auf ihrem ersten Kontrollgang. Wir finden sie auf dem Gelände, falls Sie noch Fragen an sie haben."
"Das werden wir mit Sicherheit", erwiderte Gütter, „aber jetzt müssen wir erst einmal entscheiden, ob wir hier die Spusi brauchen."
Er blickte fragend zu Anke Reinerz. "Wir haben ja noch keine Ahnung, was genau sich hier abgespielt hat", dachte er laut. "Wahrscheinlich war es ein Unfall, vielleicht aber auch etwas anderes. Wir sollten auf Nummer sicher gehen. Was meinst Du? Rufst Du die Kollegen an?"
Anke Reinerz nickte, zog ihr Handy aus der Jackentasche und verließ das Gebäude.
"Einen Kollegen von der Gerichtsmedizin brauchen wir hier aber erst einmal nicht", rief er ihr noch hinterher.
Anke Reinerz war nicht unglücklich darüber, dass sie den Anruf draußen an der frischen Luft erledigen konnte. Mit einem Anblick wie diesem war sie bisher noch nicht konfrontiert worden. Außerdem war es für sechs Personen ziemlich eng in dem Gang vor den Zwingern. Und sie hatte eine sehr feine, äußerst empfindliche Nase.
"Ich würde jetzt gerne mit dieser Janina ..?"
"Janina Reinke", ergänzte einer der Polizeibeamten.
“.mit dieser Janina Reinke sprechen", sagte Gütter. "Ich denke, die beiden Kollegen vom Rettungsdienst werden hier nicht mehr gebraucht. Falls wir noch irgendwelche Fragen haben, melden wir uns. Der Einsatz wird doch heute noch dokumentiert, oder? Ich meine wegen Ihrer Kontaktdaten."
„Ja klar! Sollten Sie noch Fragen haben, können Sie sich jederzeit bei uns melden." Der Notarzt hob seine Tasche vom Boden.
Die beiden Männer verabschiedeten sich und gingen zurück zu ihrem Fahrzeug.
Der Polizeibeamte fand Janina Reinke nach kurzer Suche in der Futterküche des Tierheims. Sie füllte dort mit zwei Kolleginnen die Näpfe der Hunde für deren erste Mahlzeit des Tages. Janina bemerkte den Polizisten schon beim Eintreten und zog ihre Handschuhe aus.
"Sie wollen zu mir?"
"Hauptkommissar Gütter hätte gerne mit Ihnen gesprochen, weil er noch einige Fragen an Sie hat. Gibt es irgendwo einen Raum, wo er ungestört mit Ihnen reden kann?"
"Natürlich! Wir können in den Besprechungsraum hinter dem Büro gehen. Könnt Ihr beiden für mich übernehmen?", fragte Janina ihre Kolleginnen.
"Klar", antwortete eine der beiden. "Du bist heute eh viel zu fahrig und nervös. Wir kriegen das schon allein hin."
Janina lächelte verlegen und nickte den beiden dankbar zu.
Vor dem Büro des Tierheims warteten Jürgen Gütter und Anke Reinerz bereits auf sie. Die beiden waren kurz zuvor außen um den B-Trakt herumgegangen, um sich Fosco anzusehen. Ein kurzer Blick aus ein paar Metern Entfernung hatte ihnen schon genügt. Nun konnten sie sich vorstellen, was in der Nacht abgelaufen sein musste.
Die beiden Ermittler stellten sich Janina Reinke vor.
"Fühlen Sie sich denn in der Lage, uns ein paar Fragen zu beantworten?", fragte Anke Reinerz. "Es muss für Sie ein ziemlicher Schock gewesen sein, was heute Morgen passiert ist", schob sie verständnisvoll hinterher.
"Das geht schon in Ordnung. Die Tierheimleiterin müsste eigentlich jeden Moment hier sein. Ich habe sie schon informiert. Und sie hat mir versprochen, noch irgendeine Kollegin aufzutreiben, die heute einspringen und mich unterstützen kann.“ Sie warf ihre Handschuhe auf einen Metalltisch. „Ich habe gerade wirklich zwei linke Hände. Nach Hause fahren will ich aber auf keinen Fall. Da hätte ich dann nur ständig diese schlimmen Bilder vor Augen. Hier bin ich wenigstens etwas abgelenkt."
Jürgen Gütter wandte sich jetzt an den Polizeibeamten. "Könnten Sie und ihr Kollege bitte noch auf die Spurensicherung warten und ihnen zeigen, wo sie die Tote finden? Die müssten schon unterwegs sein. Der Gang vor dem Zwinger dieses Killerhundes müsste bitte noch abgesperrt werden. Da soll auf keinen Fall jemand reinlatschen und die Kollegen von der Spusi bei der Arbeit stören. Danach brauchen wir Sie und ihren Kollegen eigentlich nicht mehr."
Der Polizeibeamte nickte und verabschiedete sich vom Hauptkommissar und seiner Kollegin. Und zu Janina Reinke gewandt sagte er: "Und für Sie alles Gute!"
Ein paar Minuten später hatten drei Personen im Besprechungsraum des Tierheims an dem großen Tisch Platz genommen.
"Frau Reinke“, eröffnete Jürgen Gütter das Gespräch, "Ich weiß, dass Sie den beiden Kollegen von der Streife schon erzählt haben, was sich hier heute Morgen abgespielt hat. Ich würde Sie aber bitten, uns beiden nochmal genau zu berichten, wann und wie Sie die Leiche der Frau entdeckt haben."
Janina Reinke nickte, faltete die Hände konzentriert auf dem Tisch zusammen und begann zu erzählen.
"Also, ich bin heute Morgen kurz vor 6 Uhr im Tierheim angekommen, um meine Kollegin Nadine abzulösen. Die macht hier bei uns die Nachtwache.“
"Wie heißt Ihre Kollegin mit Nachnamen?", unterbrach sie Anke Reinerz.
"Nadine Klever. Sie arbeitet schon seit vielen Jahren im Tierheim. Ihre Anschrift und Telefonnummer sind sicher irgendwo im Büro hinterlegt. Ich weiß nicht genau, wo sie wohnt. Auf jeden Fall nicht sehr weit von hier."
"Was genau sind denn die Aufgaben der Nachtwache?", fragte Gütter.
"Also, die Nachtschicht beginnt abends um 20:00 Uhr und endet am nächsten Morgen um 7:15 Uhr. Dann kommen die Kolleginnen vom Frühdienst."
"Aber Sie sagten doch eben, Sie wären heute Morgen schon um kurz vor 6 Uhr im Tierheim gewesen?", hakte Gütter nach.
"Das stimmt", erklärte Janina Reinke, "aber das ist eine Sonderregelung an Neujahr. In der Silvesternacht ist hier immer die Hölle los. Sie können sich ja sicherlich vorstellen, warum. Die Raketen und Böller versetzen die Tiere in Panik. Darum hat Nadine in der Silvesternacht immer ein paar freiwillige Helfer, die .."
In diesem Augenblick klopfte es an der Tür, und eine korpulente Frau Mitte vierzig mit pechschwarzen, straff zu einem Pferdeschwanz nach hinten frisierten Haaren und schwarzen Klamotten stand im Türrahmen.
"Entschuldigung!", sagte sie. "Mein Name ist Juliane Zerbaß. Ich bin die Leiterin des Tierheims. Eine meiner Mitarbeiterinnen hat mir gesagt, dass ich Sie hier finden würde."
Anke Reinerz und Jürgen Gütter standen auf, stellten sich vor und gaben der Frau die Hand. Janina Reinke blieb sitzen, winkte ihr nur kurz zu und sagte leise: "Hallo, Juliane."
"Wir hatten Frau Reinke gerade gebeten, uns noch einmal zu berichten, was sich hier heute Morgen abgespielt hat. Vielleicht möchten Sie sich dazusetzen? Das dürfte ja auch für Sie interessant sein", schlug Gütter vor.
"Sehr gerne!", antwortete Juliane Zerbaß. "Vielen Dank. Ich hole mir nur ganz schnell einen Kaffee. Darf ich Ihnen vielleicht auch etwas anbieten?"
Ein paar Minuten später kam sie mit einer Thermoskanne, Milch, Zucker und fünf Tassen zurück.
"Frau Reinke hat uns gerade erzählt, dass die Silvesternächte nicht gerade eine Freude für die Tiere hier im Heim sind", nahm Gütter die Befragung wieder auf.
"Das kann man so ausdrücken", antwortete Juliane Zerbaß düster. "Es ist der reinste Horror für die Tiere, und das jedes Jahr aufs Neue. Und ändern tut sich nichts!"
"Sie erwähnten eben irgendetwas von freiwilligen Helfern", wandte sich Gütter nun wieder der Tierpflegerin zu.
"Ja genau. Wir suchen jedes Jahr zwei bis drei Freiwillige, die dem Nachtdienst dabei helfen, die Hunde etwas zu beruhigen. Das gilt übrigens auch für unsere Katzen. Die haben nämlich auch Panik. Aber die geben im Gegensatz zu den Hunden keinen Mucks von sich und leiden eher still. Deshalb schauen wir während des Feuerwerks auch mal bei ihnen vorbei."
"Wissen Sie zufälligerweise, wer letzte Nacht als Freiwilliger geholfen hat?", fragte Anke Reinerz.
"Nadine hatte erwähnt, dass Ute, Lars und Sonja hier waren. Ich kenne aber leider nicht die Nachnamen aller Ehrenamtler."
Das lässt sich aber doch sicherlich herausfinden?" Gütter blickte zu Juliane Zerbaß.
"Das ist kein Problem", antwortete die Tierheimleiterin. "Und wir haben auch von allen ehrenamtlichen Helfern die Kontaktdaten."
"Okay." Er nickte zufrieden und machte sich ein paar Notizen in einem kleinen Schreibblock.
"Und was genau haben Sie nun nach ihrem Eintreffen heute Morgen gemacht? Und ist Ihnen dabei irgendetwas Ungewöhnliches aufgefallen?“, fragte er nun Janina Reinke.
Die junge Frau erzählte noch einmal ausführlich von ihrem ersten Kontrollgang und beschrieb schließlich, wie sie die Leiche von Julia Ruhf vorgefunden hatte. Dabei ließ sie nicht unerwähnt, dass es die ganze Nacht über im B-Trakt wohl besonders unruhig und laut gewesen war.
"Und gibt es dafür ihrer Meinung nach eine Erklärung? Sind dort irgendwelche besonderen Hunde untergebracht?", wollte nun Anke Reinerz wissen. Diesmal meldete sich Juliane Zerbaß wieder zu Wort.
"Die fünf Hunde im B-Trakt sind ein wenig ungestüm. Und einer auch extrem verhaltensauffällig. Außerdem sind sie noch relativ jung und recht groß. Die Zwinger im B-Trakt sind eigentlich viel zu klein für sie. Wir sind immer bemüht, solche Hunde in den Außenzwingern unterzubringen. Da haben sie viel mehr Platz. Aber alle fünf sind noch nicht lange bei uns. Wir müssen erst einmal testen, ob sie sich mit Artgenossen vertragen. Eventuell können sie dann zu einem anderen Hund nach draußen umziehen. Aber das dauert alles seine Zeit. Wir haben hier permanent Probleme mit den Kapazitäten."
"Und was ist das für ein Hund, der Julia Ruhf getötet hat? Ein Kampfhund?" Gütter war mit dieser Thematik offensichtlich nicht vertraut.
"Wir verwenden hier den Ausdruck Kampfhund nicht. Ein Hund wird immer zu dem, was der Mensch aus ihm gemacht hat", belehrte ihn Juliane Zerbaß. "Rein theoretisch kann man auch aus einem Dackel einen Kampfhund machen", fügte sie betont süffisant hinzu.
"Aber Sie wollen mir jetzt nicht erzählen, dass ein Dackel einen Menschen umbringen könnte?"
"Nein, natürlich nicht. Ich wollte damit nur sagen, dass es keine Hunde gibt, die als Kampfhunde geboren werden. Es gibt einige Hunderassen, die eine gewisse Prädisposition zu erhöhter Aggressivität haben. Aber gefährlich werden können die nur, wenn sie falsch erzogen werden oder ihre Aggressivität sogar bewusst gefördert wird. Das sind dann sogenannte Listenhunde. Für die gibt es besondere Auflagen. Das ist aber regional unterschiedlich geregelt. In einigen Bundesländern sind bestimmte Hunderassen sogar verboten. Sie kennen vielleicht den berühmten Pitbull? Das ist so ein Kandidat."
"Ja, schon mal gehört", murmelte Gütter. "Und unser Schoßhündchen im B-Trakt ist so ein niedlicher Pitbull?"
Juliane Zerbaß ignorierte die Ironie des Hauptkommissars, ärgerte sich aber dennoch darüber.
"Nein, Fosco ist ein Dogo Argentino. Er wurde vor ungefähr drei Monaten vom Veterinäramt wegen katastrophaler Haltungsbedingungen beschlagnahmt und kam dann zu uns."
"Soso, ein Dogo Argentino also .. ", wiederholte Gütter. "Na, da haben wir ja dann heute schon etwas gelernt!"
Anke Reinerz bemerkte die leichten atmosphärischen Spannungen zwischen der Tierheimleiterin und ihrem Chef. Sie versuchte, die Befragung in eine andere Richtung zu lenken.
"Um wen handelt es sich bei der Frau, die im Zwinger zu Tode gekommen ist?", fragte sie.
"Julia Ruhf war auch eine ehrenamtliche Mitarbeiterin. Sie war früher .. "
In diesem Augenblick klopfte es erneut an der Tür, und eine zierliche, junge Frau steckte ihren Kopf herein.
"Entschuldigen Sie bitte die Störung, aber ich soll Ihnen Bescheid geben, dass die Spurensicherung eingetroffen ist."
"Vielen Dank!", antwortete Gütter und fuhr betont freundlich fort: "Meine Damen, ich danke Ihnen sehr für ihre Auskünfte. Wir müssen unser Gespräch hier leider unterbrechen, weil wir jetzt erst einmal raus zu unseren Kollegen müssen. Später werden wir aber sicher noch ein paar Fragen an Sie haben."
Anke Reinerz und ihr Chef verließen den Besprechungsraum.
"Das war ein gutes Timing", sagte Janina und seufzte. "Ich hätte nicht gewusst, was ich denen über Julia erzählen soll. Du weißt ja, warum."
"Ich werde versuchen, Dich aus den weiteren Befragungen rauszuhalten. Wenn die noch was über Julia wissen wollen, dann mache ich das. Habe ja jetzt ein bisschen Zeit, mich darauf vorzubereiten."
Dann sah sie Janina mit ernster Miene an und fragte sie: "Hast Du irgendeine Ahnung, was hier heute Nacht passiert sein könnte?"
"Nicht die geringste!" Janina schüttelte langsam den Kopf. "Das Ganze ist mir ein absolutes Rätsel, das kannst Du mir glauben. Ich habe nur ständig dieses Bild vor mir, als ich vor Foscos Zwinger stand. Und das werde ich so schnell sicherlich nicht los."
"Weißt Du was?“, sagte ihre Chefin, "Mach für heute Schluss und fahr nach Hause. Du bist ja völlig durch den Wind. So können wir Dich hier sowieso nicht brauchen. Also, Abflug, jetzt sofort! Und erhol Dich zu Hause erstmal von diesem Schreck! Ich regle das hier schon!"
"Die Tierheimleiterin und Du werdet aber in diesem Leben auch keine Freunde mehr, oder?", fragte Anke ihren Chef auf dem Weg zur Spurensicherung.
"Was meinst Du denn damit?", fragte er.
"Na komm, Deine Sticheleien beim Thema Kampfhund waren ja nicht zu überhören."
"Du weißt doch, dass ich Köter nicht ausstehen kann. Und diese Art von Köter schon gar nicht!" Er verzog das Gesicht. "Außerdem erinnert sie mich ganz stark an jemanden."
„An wen denn?“
„An die Dame, an die ich jeden Monat 345 Euro Unterhalt abdrücken darf!“
Anke Reinerz hatte keine weiteren Fragen.
"Guten Morgen, Kollegen!"
Die beiden Männer mit den weißen Overalls und den Latex-Handschuhen blickten auf. Sie hatten gerade mit ihrer Arbeit begonnen, nachdem man ihnen den Weg zum Fundort der Leiche gezeigt hatte. Sie grüßten kurz, aber freundlich zurück. Einer der beiden Männer, Klaus Behrens, schien keine besonders gute Laune zu haben. Wahrscheinlich hatte er gestern Abend gefeiert und war dann am Neujahrstag unerwartet zum Einsatz gerufen worden.
"Totale Sauerei hier!", sagte er unwirsch. "Nicht nur das viele Blut. Die ganze Bude hier ist total versifft und dreckig."
"Das ist halt ein Tierheim und kein Luxushotel.", erwiderte Gütter. Behrens grummelte irgendetwas vor sich hin und fragte dann: "Nach was genau sollen wir hier eigentlich suchen?"
"Wenn ich das wüsste", entgegnete Gütter und berichtete den Kollegen in Weiß, was er und Anke Reinerz in der Zwischenzeit in Erfahrung gebracht hatten. „Da liegen übrigens noch ein Schlüssel und eine kleine Tasche. Der Kollege von der Streife sagte etwas von Spritzen und Medikamenten. Schaut Euch doch den Inhalt bitte mal an.“
