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Wie in Band I wird die stillende Wölfin Tiffy bei einem Ausflug entführt, laut Augenzeugen in einer Rakete. Bei den Elben erfahren Wolf und seine beiden Begleiter, daß überall Wölfinnen verschwinden. Die Fragen von wem und warum bleiben zunächst unbeantwortet. Stecken etwa Präsident Strampler und sein Vasall Firlefance aus dem Fake-Land, die über Raketen verfügen, dahinter? Mehr erfahren die Gefährten in Hyperborea, dem sagenumwobenen Land im hohen Norden. Ein reicher Industriemagnat, Aegon Muskel, hält die Entführten auf seiner Marsstation in Gefangenschaft. Wozu? Mit Unterstützung eines Meisters der Hyperboreer startet ein achtköpfiges tierisch-menschlich-elbisches Kommando zum Mars, um der Sache auf den Grund zu gehen und die Wölfinnen zu befreien. Eine Fantasy-Geschichte für Jung und Alt auf 48 Seiten mit 31 farbigen Bildern. Ähnlichkeiten mit realen Ereignissen und lebenden Personen sind rein zufälliger Natur.
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Seitenzahl: 49
Veröffentlichungsjahr: 2025
Mein besonderer Dank gilt meiner Frau Dr. Dorit Lederer und meinem Schwiegersohn Frédéric Skanda für die tatkräftige Unterstützung bei der Erstellung dieses Fantasy-Romans für Junge und junggebliebene Alte, der auf Anregung meiner Enkelin Lana entstand, die das Vorlesen von Wolfsgeschichten liebt. Auf Anregung von Elodie wurden ein Bär und ein Bagger in die Geschichte integriert.
Für unsere Enkel Lana, Leon, Rosalie, Elodie und Henry In Memoriam Genki Hime
Und ein langdauernder Frieden senkte sich über das Land Gangolien, hieß es am Ende unserer ersten Geschichte. In der Tat lebten die Bewohner dieses bemerkenswerten Landes und insbesondere des Städtchens Gnagflowia in vollkommener Harmonie mit sich und der Natur, sie hatten den Sinn ihres Lebens im Leben selbst gefunden, bedeutete für sie, daß Arbeit und Vergnügen in einem gesunden Verhältnis zueinanderstanden, Zufriedenheit aller an oberster Stelle firmierte und daß kein krankhafter Ehrgeiz nach Macht und Reichtum den allgemeinen Zusammenhalt störte. Was nicht heißen soll, daß es sich hier um das Paradies, den Garten Eden, handelte, natürlich gab es auch hier und da einmal Reibereien und Händel, wurden zur Beilegung von Streitigkeiten auch Gerichte angerufen, aber trotzdem verlief alles in geordneten und zivilisierten Bahnen.
Und doch kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Und dieses Böse warf seinen unsichtbaren Schatten voraus, unsichtbar deshalb, weil die Bewohner nichts von irgendeiner wie auch immer gearteten Gefahr ahnten, geschweige denn bemerkten, denn sie begann im Hintergrund, ja wahrlich im Untergrund, zu wachsen.
Wolf, der Gang, unser tapferer Hüter der Wölfe, war lange Zeit mit Muße seinen Studien und seiner Arbeit nachgegangen, doch in den letzten Tagen hatte eine unbestimmte Unruhe seinen Geist erfaßt, nicht, daß ihn in seinem normalen Tagesablauf etwas gestört hätte, es war einfach dieses nicht greifbare Gefühl, daß etwas Ungewöhnliches passieren könnte, – ein Gefühl, welches vielleicht jeder von uns schon einmal im Laufe seines Lebens verspürt hat – oder wie man auch landläufig sagt: es liegt etwas in der Luft.
Er kam vom Einkauf aus dem Zentrum von Gnagflowia zurück und war ganz überrascht, als er drei Wölfe vor seiner Haustür sitzen sah, den alten Graubart, Eisenbeiss, dem seit dem Drachenkampf der Schwanz fehlte und Stahlklaue.
Freudig begrüßten sie sich, indem sie rituell die Köpfe zusammenlegten und er jedem kräftig am Hals das Fell kraulte.
Wiedersehen der Freunde
„Was führt euch zu mir?“ eröffnete Wolf das Gespräch, „lange haben wir uns nicht mehr gesehen. Ich hoffe, daß es deinem ganzen Rudel gut geht.“ Graubart fuhr sich mit seiner Zunge das Gebiß entlang, legte den Kopf etwas schief, sah dem Hüter tief in die Augen und erwiderte: „Leider hat uns erneut ein Ungemach ergriffen. Du wirst dich ja noch gut an die Entführung von Tiffy erinnern, die wir Dank deiner Hilfe glücklicherweise aus den Fängen von Giftzahn, der Drächin, befreien konnten. Jetzt stell dir vor! Sie ist erneut verschwunden und alle Indizien deuten darauf hin, daß sie wieder entführt wurde, dieses Mal sogar zusammen mit zwei weiblichen Welpen aus ihrem letzten Wurf.“ Erschrocken blickte der Hüter von Wolf zu Wolf.
„Wie kommt ihr darauf, daß es sich wieder um eine Entführung handelt? Vielleicht hat sie sich ja nur im Wald verlaufen.“
„Nein, dazu kennt sie sich im Lande Gangolien zu gut aus. Nachdem die übliche Dauer eines Ausfluges verstrichen war, schwärmten wir aus, um sie zu suchen und entdeckten die männlichen Welpen am großen See hinter dem Finsterwalde, wo sie sich in einer Höhle versteckt hatten. Ihre Befragung nach dem Verbleib der Mutter und den Schwestern verwirrte uns zunächst mehr, als daß wir Aufklärung erfuhren. Angeblich waren die drei in eine Netzfalle getappt und einen Baum hochgezogen worden, dabei hatten sie die anderen noch rufend gewarnt, sie sollten sich rasch verstecken. Anschließend wären komisch wackelnd laufende Gestalten aus Metall aufgetaucht und hätten die zu einem Bündel verschnürten Wölfe zu einem großen, schlanken Haus mit kleinen Flügeln verbracht, das, nachdem die Türe verschlossen worden war, auf einem Feuerstrahl im Himmel verschwunden war.“
Tiffy wird von Roboter entführt
Graubart hielt einen Moment inne, in dem Eisenbeiss und Stahlklaue zustimmend nickten und ergänzte: „Am Anfang suchten wir die Drächin Giftzahn auf, die hoch und heilig versicherte, daß sie dieses Mal nichts mit dem Verschwinden von Tiffy zu tun und ebensowenig ein solcherlei kompliziertes Fahrzeug je gesehen hätte. Anschließend haben wir mit ihr zusammen die betreffende Stelle am See besichtigt, fanden kreisrund verbranntes Gras, ansonsten keine weiteren Spuren. So wurde im großen Wolfsrat beschlossen, dich zu informieren, denn wir sind mit unserer Weisheit am Ende, können uns das Geschehene nicht erklären.“
Der Hüter, der über ein profundes naturwissenschaftliches Wissen verfügte, versank in Grübeln und murmelte vor sich hin:
„Ein schlankes Haus mit Flügeln, getrieben von einem Feuerstrahl? Das könnte eine Rakete gewesen sein. Doch in ganz Gangolien und den angrenzenden Ländern existieren keine Raketen, da bin ich mir sicher. Und ich glaube auch nicht, daß jemand im Geheimen solch ein Ding basteln könnte. Meines Wissens gibt es in Ländern auf der anderen Seite unseres Planeten Menschen, die mit solchen Raketen reisen und sogar schon den Mond, unseren Erdtrabanten besucht haben. Bleibt also nur die Möglichkeit, daß Fremde von dort in unser Land eingedrungen sind. Aber was wollen sie von einer Wölfin und ihren Welpen? Das alles ergibt keinen Sinn.“
