Wunscherfüllung für Selbstabholer - Eva Wlodarek - E-Book

Wunscherfüllung für Selbstabholer E-Book

Eva Wlodarek

4,5

Beschreibung

Mal eben den Mann fürs Leben beim Universum bestellen oder den Traumjob herbeiwünschen? Viele Bücher versprechen sofortige Wunscherfüllung – doch so einfach ist das nicht! Die Bestsellerautorin und Psychologin Eva Wlodarek stellt die gängigen Wunschbücher auf den Prüfstand und zeigt ihren Lesern, wie sie ihre eigenen Wünsche tatsächlich erfüllen – und welche Wünsche vielleicht besser Wünsche bleiben. Sie liefert hier das erste Wunschbuch für Realisten mit seriösen und wirklich wirksamen Tipps aus der Psychologie. Unterhaltsam, fundiert und garantiert ohne esoterischen Beigeschmack!

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Eva Wlodarek

Wunscherfüllung für Selbstabholer

Wie Ihre Wünsche Wirklichkeit werden

www.campus.de

Information zum Buch

Mal eben den Mann fürs Leben beim Universum bestellen oder den Traumjob herbeiwünschen? Viele Bücher versprechen sofortige Wunscherfüllung – doch so einfach ist das nicht! Die Bestsellerautorin und Psychologin Eva Wlodarek stellt die gängigen Wunschbücher auf den Prüfstand und zeigt ihren Lesern, wie sie ihre eigenen Wünsche tatsächlich erfüllen – und welche Wünsche vielleicht besser Wünsche bleiben. Sie liefert hier das erste Wunschbuch für Realisten mit seriösen und wirklich wirksamen Tipps aus der Psychologie. Unterhaltsam, fundiert und garantiert ohne esoterischen Beigeschmack!

Informationen zur Autorin

Dr. Eva Wlodarek ist Psychologin und Autorin zahlreicher Lebenshilfe- Bestseller. Sie war über 20 Jahre die beratende Psychologin bei der Brigitte. Als »eine der renommiertesten Psychologinnen Deutschlands« (Cosmopolitan) ist sie heute in vielen Publikumsmedien eine gefragte Expertin zum Thema Lebenshilfe und arbeitet als Coach und Beraterin für namhafte Firmen.

Impressum

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Copyright © 2009. Campus Verlag GmbH

Besuchen Sie uns im Internet: www.campus.de

ISBN der Printausgabe: 978-3-593-38936-3

E-Book ISBN: 978-3-593-40719-7

|7|Ein offener Brief vom Universum

Meine Liebe (natürlich auch: mein Lieber),

ich freue mich, dass du dich jetzt endlich so intensiv um deine Wünsche kümmerst. Du sollst wissen, dass ich nichts lieber sähe, als dass sie sich für dich erfüllen würden. Schließlich helfen deine Wünsche dir, dich weiterzuentwickeln und alles zu entfalten, was in dir steckt: deine Schönheit, deine Fähigkeit zum Genießen, deine Lebensfreude, deine Talente, deine liebste Tätigkeit in diesem Leben.

Du musst zugeben, Wünsche als Entwicklungshilfe einzusetzen, das ist ein genialer Trick, nicht wahr? Aber sie brauchen Zeit. Aus diesem Grund geht das auch mit manchen Wünschen nicht so schnell. Bei deinen Herzenswünschen, die sich noch nicht erfüllt haben, gibt es für dich halt noch einiges zu tun. Aber mach dir keine Sorgen, du wirst schon die richtigen Menschen zur richtigen Zeit treffen, die dir weiterhelfen, oder dir fallen die passenden Bücher in die Hände, in denen du findest, was du gerade brauchst.

Apropos: Ich habe angeregt, dass es gerade jetzt eine Menge Bücher gibt, die sich mit dem Wünschen befassen. Es wurde allmählich Zeit, dass das Thema wieder in den Mittelpunkt rückt. Neu ist es ja nicht, doch jede Generation sollte es neu für sich entdecken. Meine alten Mitarbeiter aus dem vorigen Jahrhundert, wie Prentice Mulford, Joseph Murphy, Norman Vincent Peale, Ralph Waldo Emerson und andere, |8|haben einen guten Job gemacht. Aber ihre Sprache und ihre Beispiele sind allmählich ein bisschen überholt. Also habe ich ein paar Autorinnen und Autoren aus deiner Zeit dazu inspiriert, über das gesammelte Wissen zu schreiben, um so für eine neuerliche Verbreitung zu sorgen

Ich bin recht zufrieden, wie geschickt sie das gemacht haben. Es war eine super Idee von ihnen, die längst bekannten Wahrheiten als Geheimnis zu verpacken – ich weiß doch, ihr Menschen seid neugierig wie die Kinder. Und erst die schöne Aufmachung! Manche Bücher sehen aus wie Zauberfibeln – ich bin entzückt. Eine nette Idee ist es auch, mich als eine Art Versandhaus zu betrachten, bei dem man Bestellungen aufgibt. Nun ja, ein bisschen profan ist das schon, früher hat man solche Bestellungen »Gebete« genannt. Aber gut, wenn es der Sache dient, dann will ich nicht zimperlich sein. Mir kommt es schließlich vor allem darauf an, dass du und viele andere erkennen, dass die Macht der Gefühle und Gedanken tatsächlich Berge versetzen kann und dass ihr ermutigt werdet, euch nicht von den äußeren Umständen einschüchtern zu lassen.

Die Verbreitung dieser Botschaft war mir sehr wichtig. Deshalb habe ich auch für den großen Erfolg dieser Bücher gesorgt. Aber dabei ist leider etwas aus dem Ruder gelaufen. Als ich neulich zufällig in einigen Wunschbüchern blätterte, traf mich fast der Schlag: Offenbar hat die Begeisterung über ihre Erkenntnis die Autoren und Autorinnen so mitgerissen, dass sie jedes Maß verloren haben. Sie vermitteln doch tatsächlich, dass man alles erreichen kann, wenn man nur fest daran glaubt und es sich richtig vorstellt.

Ich muss offen sagen, das ist ziemlich größenwahnsinnig. Spontan erinnert es mich an den Zauberlehrling in einem Gedicht meines Freundes Goethe. Der will sich Wasser in eine Badewanne zaubern |9|und überflutet durch sein Halbwissen das ganze Haus. Oder falls du eine solche Überschätzung lieber in einem lustigen Vers ausgedrückt haben möchtest, treffen es auch die folgenden Zeilen aus »Der Frosch« von Wilhelm Busch: »Wenn einer, der mit Mühe kaum geklettert ist auf einen Baum, schon glaubt, dass er ein Vogel wär’, so irrt sich der.«

Okay, halten wir uns nicht mit der Poesie auf. Ich will damit sagen: Die Tatsache, dass die Autoren einiges von meinen Weisheiten begriffen und erfolgreich ausprobiert haben, heißt nicht, dass sie das zu Meistern des Universums macht. Sie selbst werden das schon noch merken, das gehört zu ihrer eigenen persönlichen Entwicklung. Ich kümmere mich liebevoll darum – versprochen. Besorgt bin ich vielmehr, dass dir der Eindruck vermittelt wird, die Erfüllung deiner Wünsche müsste hundertprozentig eintreten, solange du nur fest daran glaubst. Wenn du dann doch scheiterst, wirst du dir selbst die Schuld geben oder furchtbar enttäuscht sein. Dabei kann dein scheinbares Versagen ganz andere Gründe haben als nur den, dass du nicht intensiv genug gewünscht hast. Vielleicht liegt es ja an größeren Zusammenhängen, die nur ich überschaue und die für ein kleines Menschengehirn nicht fassbar sind. Es tut mir in der Seele weh, zu sehen, dass meine spirituelle Wahrheit bezüglich der inneren Kraft als simple Magie verkauft wird.

Nun gut, ich kann es nicht ungeschehen machen. Ich tröste mich damit, dass diese Bücher immerhin Türöffner für eine Welt sind, die nicht nur aus Materie besteht. Durch sie wird zumindest verbreitet, dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als sich die Schulweisheit träumen lässt, wie es mein Freund Shakespeare ausgedrückt hat. Aber ich habe mich auch entschlossen, eine dringend notwendige Ergänzung nachzureichen. Zum Glück habe ich eine Autorin |10|gefunden, die bereit war, sie als Ghostwriterin für mich umzusetzen. Ich habe dieser Autorin genau erklärt, was mir dabei wichtig ist:

Umfangreiches geistiges Handwerkszeug zur Erfüllung der Wünsche.

Die Anleitung muss für jeden praktisch anwendbar sein.

Eine ehrliche Aussage, was möglich ist und was nicht.

Ganz viel Ermutigung, sich seine Wünsche zu erfüllen.

Ich bin sicher, sie hat verstanden, worum es mir geht. Wörtlich hat sie gesagt: »Du meinst, den Leserinnen und Lesern nutzt keine Leiter, die nur die obersten Sprossen hat, sie brauchen eine, mit der sie Sprosse für Sprosse mit großer Sicherheit ihre Wünsche erreichen können?« Ich habe geantwortet: »Genau das meine ich.«

Also, meine Liebe (oder mein Lieber), dieses Buch liegt jetzt in deiner Hand. Es wird dir helfen, den Kopf im Himmel und die Füße auf der Erde zu behalten. Und vor allem wünsche ich dir, dass sich damit deine Wünsche erfüllen. Ich verspreche dir: Alle, die dir aus tiefster Seele wichtig sind, wirst du erreichen, auch wenn du sie jetzt vielleicht noch nicht einmal kennst.

In Liebe, mit einem herzlichen Gruß,

dein Universum

|11|Die Bedeutung Ihrer Wünsche

Sie wissen genau, was Sie sich wünschen, und möchten jetzt am liebsten gleich loslegen, nach dem Motto »Her mit den wirkungsvollen Methoden!«? Die bekommen Sie auch, versprochen. Trotzdem bitte ich Sie noch um ein bisschen Geduld. So ähnlich wie vor einem Formel-1-Rennen muss auch hier vor dem Start zuerst alles genau gecheckt werden, damit Sie sicher an Ihr Ziel kommen. Es ist notwendig zu prüfen, ob Ihre Wünsche wirklich gut für Sie sind und ob es sich lohnt, sie zu verfolgen. Die nächsten Seiten dürfen Sie deshalb auf keinen Fall überschlagen. Genau genommen sind sie nämlich die Basis des ganzen Buchs.

Damit wir uns nicht missverstehen: Ich maße mir nicht an, Ihnen vorzuschreiben, ob Ihr Wunsch angemessen ist, wie etwa: »Eine Gucci-Tasche ist doch viel zu teuer und völlig überflüssig.« »Sie wünschen sich Gesundheit? Das ist sehr zu unterstützen.« »Sie hätten gerne eine Villa mit Stuck und Kamin? Bei Ihren Einkünften ist das zu hoch gegriffen.« »Filme wollen Sie drehen? Na, da müssen Sie aber noch eine Menge lernen.« »Frieden auf Erden? Sie sind ein feiner Mensch, weiter so.«

Bei diesem Check geht es nicht um »richtig« oder »falsch«, sondern darum, ob die Erfüllung Ihrer Wünsche Sie wirklich glücklich macht. Von dem amerikanischen Unternehmensberater Stephen Covey stammt der gute Rat: »Passen Sie auf, dass Ihre Erfolgsleiter auch am richtigen Haus lehnt, bevor Sie hinaufsteigen.« Für unsere Zwecke möchte ich ihn so abwandeln: Passen Sie auf, dass Ihre Wunschleiter auch am richtigen Haus lehnt, bevor Sie hinaufsteigen. Sonst sind Sie am Ende frustriert und enttäuscht und haben sinnlos Zeit, Kraft und Geld vergeudet.

Im üblichen sperrigen Deutsch eines Lexikons definiert der Brockhaus einen Wunsch als »den mit der Vorstellung eines begehrten Objekts |12|verbundene Drang nach dessen Erlangung«. Die Beschreibung bei Wikipedia ist noch genauer, sie packt gleich alle Möglichkeiten in einen Satz: »Der Wunsch ist ein Begehren oder Verlangen nach einer Sache oder einer Fähigkeit, ein Streben oder zumindest die Hoffnung auf eine Veränderung der Realität oder das Erreichen eines Zieles für sich selbst oder für einen anderen.«

Soweit die allgemeinen Begriffsdefinitionen, in die wir füllen dürfen, was wir wollen. Worauf wir unser Verlangen richten, ist dabei ganz individuell – einmal abgesehen von den universellen Wünschen nach Liebe, Gesundheit, materieller Sicherheit, Erfolg und Frieden, die wohl jeder hat. Hören Sie sich nur mal in Ihrem Bekanntenkreis um, Sie werden von sehr unterschiedlichen Sehnsüchten erfahren. In meinem Umfeld reichte das von »die Heilpraktiker-Prüfung schaffen« über »mal ohne Limit am Neuen Wall shoppen gehen« bis »mich endlich mit dem Vater meines Sohnes vertragen«. Was immer wir uns wünschen, die entscheidende Frage lautet: Bringt uns die Erfüllung tatsächlich Glück, oder laufen wir einem falschen Ziel nach? Damit Sie darauf eine Antwort finden, möchte ich Sie zunächst mit einer praktischen Einteilung vertraut machen.

Das »duale System« der Wünsche

Sämtliche individuellen Wünsche lassen sich mit einem einfachen System in zwei Gruppen einteilen. Ursprünglich stammt es aus einem anderen Zusammenhang, nämlich der Einstellung zum Essen. In ihrem Ratgeber Psycho-Diät teilt das Autorenpaar Leonard und Lillian R. Pearson das Verlangen nach Nahrungsmitteln in zwei Kategorien ein: »Winken« und »Summen«.

»Winken« in Bezug auf Essen bedeutet, dass das Bedürfnis nicht von selbst entsteht, sondern durch äußere Reize hervorgerufen wird. Etwa so: Sie wollen am Morgen nur schnell eine Zeitung holen. Als Sie bei der Bäckerei vorbeikommen, steigt Ihnen ein leckerer Duft in die Nase. Die Verkäuferin backt gerade Croissants auf. »Ein Croissant zum Frühstück wäre gar nicht schlecht«, denken Sie. Schon stehen |13|Sie am Tresen und kaufen gleich zwei Stück. Das Croissant hat Ihnen sozusagen »gewinkt«.

»Summen« bedeutet, dass der Appetit auf ein bestimmtes Nahrungsmittel aus uns selbst kommt. In Form von Heißhunger teilt uns unser Körper mit, dass er genau dieses Essen unbedingt braucht, sei es nun aus körperlichen oder seelischen Gründen. Angenommen, Sie sitzen gerade am Schreibtisch. Plötzlich taucht vor Ihren Augen ganz deutlich das Bild von einem saftigen Burger auf. Schon bei der bloßen Vorstellung läuft Ihnen das Wasser im Mund zusammen. Energisch versuchen Sie, es zu verdrängen. Doch der Burger lässt Sie einfach nicht los. Sie schmecken ihn förmlich auf der Zunge. Schließlich kapitulieren Sie und treten den Weg zu einem Schnellrestaurant an. Happy End mit Hamburger.

Mit diesen beiden Kategorien »Winken« und »Summen« lässt sich nicht nur die Lust auf bestimmte Nahrungsmittel unterscheiden, sondern auch unsere Wünsche.

»Winkende« Wünsche verführen von außen

Winkende Wünsche sind solche, die wir in irgendeiner Form von anderen übernommen haben. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen. Vielleicht sehen Sie das Objekt Ihrer Begierde in der TV-Werbung, beim Einkaufen, oder jemand in Ihrer Umgebung besitzt es. Es muss sich aber keineswegs nur um etwas Materielles handeln. Auch Einstellungen, die Sie durch Ihre Erziehung entwickelt oder aus Ihrer Familientradition übernommen haben, können zu winkenden Wünschen werden. Ebenso ist es möglich, dass Sie von der Umgebung, in der Sie sich bewegen, beeinflusst werden, zum Beispiel von Ihren Kolleginnen, den Mitgliedern aus Ihrem Sportverein, Ihren Freunden.

Im Kleinformat sind winkende Wünsche das Produkt zufälligen, spontanen Begehrens. Sie entstehen aus einer Anregung, die Sie von außen erhalten. Etwa so: Sie sehen zufällig einen schicken Schal im Schaufenster. Den müssen Sie einfach haben. Oder eine Freundin sagt: »Diese Creme wirkt ganz toll, die musst du unbedingt ausprobieren.«

|14|In großem Stil ist die Befriedigung winkender Wünsche schon aufwändiger. Vielleicht träumen Sie seit dem letzten heißen Sommer von einem schicken Cabrio. Oder Sie haben in einem Hafen die Queen Mary besichtigt und möchten demnächst eine Kreuzfahrt mit dem Luxusliner machen. Möglicherweise wünschen Sie sich ein umfangreiches Netzwerk wie Ihre Kollegin oder würden gerne Ihre Tochter für ein Jahr auf eine Sprachenschule schicken, über die Sie einen lobenden Artikel gelesen haben. Oder Sie streben den Abschluss in Zahnmedizin an, weil Sie von Kindheit an darauf eingeschworen sind, dass Sie später die Praxis Ihres Vaters übernehmen werden.

Ob ein Wunsch winkt, erkennen Sie meist an einem der folgenden Anzeichen:

Bevor Sie das Gewünschte gesehen oder davon gehört haben, haben Sie nicht daran gedacht.

Das Gewünschte ist mit einer Mode oder einem Trend verbunden.

Andere in Ihrer Umgebung haben das auch.

Die Idee dazu stammt ursprünglich nicht von Ihnen.

Der Wunsch bringt Ihnen vor allem die Anerkennung Ihrer Umgebung.

Menschen, die Ihnen nahestehen, finden diesen Wunsch für Sie besonders erstrebenswert.

Der Wunsch wurde durch die Werbung geweckt.

»Summende« Wünsche haben eine innere Resonanz

Summende Wünsche sind in Ihrer Persönlichkeit begründet. Sie hängen mit etwas zusammen, was Sie leidenschaftlich gerne tun oder lieben. Sie entsprechen Ihren Talenten und Begabungen. Vor allem entstehen sie nicht von außen, sondern entspringen einem inneren Bedürfnis. Es kann allerdings manchmal sein, dass das schlummernde Bedürfnis in Ihnen erst durch ein besonderes Ereignis oder durch die Begegnung mit einem Menschen geweckt wurde. Vielleicht hat ein guter Lehrer, |15|ein Buch, ein Film, eine Ausstellung, eine Theateraufführung, eine persönliche Krise oder gar Katastrophe Ihnen die Richtung gewiesen. Doch das war dann nur eine Initialzündung für das, was schon längst aus Ihnen herauswollte.

Kleine summende Wünsche beziehen sich meist auf Ihr Hobby und Ihre Neigungen: Sie malen gerne und liebäugeln mit einem Pastellfarbkasten. Als leidenschaftliche Köchin wollen Sie eine gusseiserne Pfanne in der Küche haben. Sie lieben Opern und gönnen sich ein Abonnement.

Kleine summende Wünsche können zwar manchmal auch überraschend zum Ausdruck kommen (»Oh Mann, das will ich ja schon ewig haben!«), aber meist begeben wir uns bewusst auf die Suche danach. Wir wählen mit viel Sorgfalt und Sachverstand aus. Wir prüfen, vergleichen, achten auf Qualität und fachsimpeln gerne mit den Experten. Auf keinen Fall nehmen wir irgendetwas, es muss schon so sein, wie wir es uns vorstellen. Je nach Neigung kann es sich dabei um Wein, Sushi-Messer oder Rosenzüchtungen handeln, um ein Feng- Shui-Seminar, einen Kochkurs oder die Teilnahme an einem Marathon. Der kleine summende Wunsch ist uns etwas wert.

Bei großen summenden Wünschen handelt es sich um echte Bedürfnisse, bezogen auf Körper, Geist oder Seele. Wir glauben, ohne die Erfüllung nicht glücklich sein zu können. Dramatisch ausgedrückt: Wenn wir das nicht kriegen, dann ist unser Leben nicht gelungen. Große summende Wünsche sind oft schwer zu erfüllen, erfordern meist viel Einsatz oder Mut, etwa wenn Sie von einer ganz anderen Tätigkeit träumen, als Sie zurzeit ausüben. Oder wenn Sie unbedingt ein Kind haben möchten und dazu eine aufwändige Hormonbehandlung nötig ist.

Für summende Wünsche muss eines dieser Kriterien erfüllt sein:

Sie sind von selbst auf die Idee gekommen

Sie liebäugeln schon lange damit.

Es ist ein heimlicher Wunsch, über den Sie noch nicht mit anderen gesprochen haben.

Sie sind bereit, viel einzusetzen, damit er sich erfüllt.

|16|Es handelt es sich um einen Herzenswunsch.

Er entspricht Ihrer Begabung und Ihren Talenten.

Die Erfüllung ist existentiell wichtig, wie Arbeit, Nahrung oder ein Dach über dem Kopf.

Sortieren Sie Ihre Wünsche

Sicher haben Sie schon gemerkt: Von den Inhalten her lässt sich schwer festlegen, welche Wünsche winken oder summen. Es ist durchaus möglich, dass in dem einen etwas heftig summt, was dem anderen nur winkt.

Peter, ein Nachbar von mir, ist ein leidenschaftlicher Motorradfahrer. Seine Harley-Davidson hat er sich zusammengespart. Beim kleinsten Schmutzspritzer greift er zum Poliertuch, sodass die Maschine immer wie neu glänzt. In jeder freien Minute ist er auf Norddeutschlands Pisten unterwegs, schwärmt mir von den hügeligen Straßen bei Hitzacker und in der Holsteinischen Schweiz vor. Sein Traum ist es, einmal eine Daytona Bikeweektour auf der Route 66 mitzumachen.

Bei Peter hat der Wunsch nach einem Motorrad eindeutig gesummt. Im Gegensatz zu einem mir bekannten Besitzer einer Werbeagentur: Sein teures Motorrad parkt neben seinem Porsche in der Garage. Er hat es sich zum fünfzigsten Geburtstag selbst geschenkt. Alle fanden das cool. Bisher ist er damit ein einziges Mal mit Freunden durch Italien gefahren. Die Anschaffung war ein typischer Fall von Winken.

Nur Sie allein können beurteilen, welche Bedeutung Ihr Wunsch für Sie hat. Probieren Sie es doch gleich einmal für Ihre drei größten Wünsche aus. Notieren Sie sie gleich hier:

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|17|Und nun schicken Sie jeden von ihnen durch diesen Filter: Summt er für mich oder winkt er nur? Hat er zutiefst mit meiner Persönlichkeit und meinen Vorlieben zu tun – oder habe ich den Wunsch eher aus meiner Umgebung übernommen? Mit den obigen Anhaltspunkten für jede der beiden Kategorien dürften Sie das herausfinden.

Die meisten Wünsche lassen sich eindeutig einer der beiden Kategorien zuordnen. Falls Sie jedoch nicht auf Anhieb erkennen, ob Ihr Wunsch nun »winkt« oder »summt«, nehmen Sie sich ein wenig Zeit und horchen Sie in sich hinein. Intuitiv werden Sie spüren, ob sich die Waagschale mehr zum einen oder zum anderen neigt. Wenn Sie wissen, zu welcher Gruppe Ihre wichtigsten Wünsche gehören, dann schauen wir uns doch einmal genauer an, was Sie in jeder der beiden Wunschkategorien erwartet.

Wie sich »winkende« Wünsche auswirken

Kleine winkende Wünsche haben durchaus ihren Charme. Ich gestehe, dass ich ihnen nicht immer widerstehen kann. Ein Paar Schuhe, die gerade so günstig sind, ein Bildband von meinem Lieblingsfotografen – schon ist es passiert. Hätte nicht sein müssen, aber diese kleinen winkenden Wünsche eignen sich nun mal bestens als Belohnung oder Stimmungsaufheller. Sobald sie erfüllt sind, spürt man eine belebende Wirkung, und gegen einen Schuss Lebensfreude ist nichts einzuwenden. Kritisch wird es nur, wenn wir dabei zu verschwenderisch mit Geld, Zeit und Energie umgehen.

In einem Artikel der Cosmopolitan beschreibt die Autorin Karolin Köhler, wie sie sich mit winkenden Wünschen sabotiert. Unter der Flagge »Ich gönn’ mir was« laufen für sie ganz nebenbei zahlreiche Becher Latte Macchiato plus Snack, im Teegeschäft Kerzen, Törtchen für den Besuch einer Freundin, die einfach nur hübsch aussehen, aber völlig überteuert sind, Schnäppchen-Kleider im Ausverkauf, ein paar Stunden bei einem Personal Trainer, mehrere Gläser Wein in der Bar. Da kommt einiges zusammen. Und am Ende ist für das, was sie sich wirklich wünscht, kein Geld mehr übrig.

|18|Auch bei kleinen winkenden Wünschen lohnt sich Disziplin. Dabei helfen die Fragen: Muss ich das wirklich haben? Besitze ich so etwas Ähnliches schon? Gibt es etwas, wofür ich mein Geld lieber zusammenhalten möchte? Das gilt ebenso für die Verschwendung von Zeit und Energie: Muss ich unbedingt auf diese Party? Muss ich diesen TV-Film sehen?

Große winkende Wünsche sind ein anderes Kaliber. Die erfüllen wir uns nicht mal so eben, sondern müssen dafür einiges auf uns nehmen. Oft investieren wir viel Zeit, Energie und Geld. Leider lohnt sich das nicht wirklich, und zwar aus den folgenden Gründen: Die Freude hält nicht lange an. Ob schickes Auto oder Eigentumswohnung – der Besitz führt bald zur Gewöhnung. Man nennt das in der Fachsprache auch Habituation oder Adaption. Dass winkende Wünsche schon nach kurzer Zeit ihren Reiz verlieren, beruht auf einer neurologischen Tatsache: Unsere Nervenzellen feuern, wenn sie neue Informationen bekommen. Das bedeutet, dass die freudige Erregung abnimmt und wir schon bald wieder einen anderen oder größeren Reiz brauchen. Ein Beispiel dafür geben Menschen, die sich alles leisten können, wie der russische Milliardär Roman Abramowitsch. Kaum hat eine Luxusyacht die Werft verlassen, gibt er eine noch größere in Auftrag.

Außerdem bringt uns die Erfüllung des Wunsches nicht, was wir eigentlich von ihr erhoffen. Während wir noch damit beschäftigt sind, darum zu kämpfen, fällt es uns meist nicht auf, dass wir aufs falsche Pferd gesetzt haben. Doch am Ende müssen wir uns eingestehen, dass uns das Ersehnte gar nicht so glücklich und zufrieden macht, wie wir geglaubt haben. Oft sind wir dann enttäuscht oder bereuen unseren Einsatz sogar.

Svenja, 39, Kosmetikerin, hatte sich von ihrer Mutter zu dem Wunsch nach einer Eigentumswohnung anregen lassen. »Wenn du dein eigenes Dach über dem Kopf hast, dann kann dir kein Vermieter mehr etwas vorschreiben, und eine Alterssicherung hast du auch«, schwärmte ihre Mutter. Sie bot ihrer Tochter sogar an, von ihrer Rente einen Teil zum Eigenkapital beizusteuern. Svenja fand die Idee schließlich auch verlockend. Sie nahm einen Kredit auf und legte sich mit der Rückzahlung auf Jahre fest. Die Wohnung, die sie |19|kaufte, war schön. Hell, ruhig, mit Balkon. Das Einrichten machte Svenja auch noch Spaß. Aber nun sitzt sie in ihrer Wohnung und ist nicht besonders glücklich. »Jetzt muss ich jahrelang auf so vieles verzichten«, beklagt sie sich. »Reisen und schicke Klamotten sind kaum noch drin. Ich hätte lieber in meiner Mietwohnung bleiben sollen.«

Wie sich »summende« Wünsche auswirken

Sie wissen ja: Bei summenden Wünschen handelt es sich um solche, die eng mit unserer Persönlichkeit verbunden sind, mit den eigenen Vorlieben und Talenten. Sie beziehen sich immer auf etwas, das uns wirklich berührt und beschäftigt. Das führt zu positiven Ergebnissen: Bei kleinen summenden Wünschen hält die Freude lange an. Weil wir das lieben, was wir uns gewünscht haben, erneuert sich das Vergnügen bei jeder Beschäftigung damit immer wieder wie von selbst.

Wie bei Barbara, 42, Pastorin. Es macht ihr besonderen Spaß, Briefe von Hand zu schreiben. Stolz sagt sie: »In Zeiten von E-Mail ist das doch etwas Besonderes.« Jetzt hat sie sich einen teuren Füller gegönnt. »Der gleitet so wunderbar über das Papier«, schwärmt sie. Jedes Mal, wenn sie den Füller aus dem Lederetui nimmt, bedeutet das für sie einen Genuss.

Große summende Wünsche bezeichnen wir auch als Herzenswünsche. Für diese Art von Wünschen lohnt sich der Einsatz unbedingt. Denn: Die Freude ist dauerhaft. Was für die kleinen summenden Wünsche gilt, trifft für die großen erst recht zu. Hat sich der summende Wunsch endlich erfüllt, bleibt die Lust doch erhalten. Man ist wirklich glücklich – und nicht nur froh, erleichtert oder für eine Weile zufrieden. Und große summende Wünsche bieten noch ein besonderes Extra auf dem Weg zum Ziel: Der Wunsch setzt ein großes Potenzial an Energie frei. Schon während Sie auf die Erfüllung hinarbeiten, spüren Sie eine ungeahnte Kraft. Sie geraten dabei oft in einen Flow, einen Zustand, in dem Sie so konzentriert sind, dass Sie völlig die Zeit vergessen. Selbst durch Hindernisse lassen Sie sich nicht von Ihrem Ziel abbringen.

|20|Vielleicht wenden Sie jetzt ein: Viel Energie setzt man doch oft auch bei großen winkenden Wünschen ein, etwa wenn man unbedingt Karriere machen oder viel Geld verdienen will. Stimmt, aber es fühlt sich anders an. Die Energie, die Sie für einen großen winkenden Wunsch aufbringen, bedeutet eine enorme Anstrengung – Sie müssen sich selbst immer wieder überwinden und zum Durchhalten zwingen. Allein der Blick aufs Ergebnis hält Sie bei der Stange. Anders ist es bei den großen summenden Wünschen: Hier fällt der Weg zur Erfüllung wesentlich leichter. Sogar objektive Belastungen werden dann zum »Eu-Stress« (Glücksstress), wie Hans Selye, der Vater der Stressforschung, positive Herausforderung genannt hat. Weil Sie lieben, was Sie tun, beschäftigen Sie sich freiwillig lange und intensiv damit. Als der amerikanische Manager George Halas von einem Freund bedauert wurde, dass er sogar am Wochenende arbeiten musste, sagte er lächelnd: »Das ist für mich keine Arbeit. Arbeit ist es nur, wenn man lieber anderswo wäre.«

Auf welche Art von Wunsch wollen Sie setzen?

Sie sehen selbst, dass Wunsch nicht gleich Wunsch ist. Zwischen winkenden und summenden Wünschen besteht ein großer Unterschied. Im Vergleich liegen die Vorteile für die summenden Wünsche so eindeutig auf der Hand, dass Ihnen die Entscheidung gewiss nicht schwerfällt, für welche Art von Wunsch Sie Ihre Energie einsetzen wollen. Nun gut, bei den kleinen Wünschen kann man da sicher ein Auge zudrücken. Es wäre dann doch zu strikt, wenn wir uns nur das leisten dürften, was auch wirklich summt. Aber für Ihre großen Wünsche möchte ich Ihnen dringend raten: Engagieren Sie sich vor allem für diejenigen, die summen. Setzen Sie sich für Ihre Herzenswünsche ein. Allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung nur zu gut, dass wir nicht immer so rational, besonnen und erfahren sind, um uns ohne Umschweife für unsere summenden Wünsche zu entscheiden. Manchmal muss man einen großen Umweg über einen winkenden, von außen angeregten Wunsch nehmen, um überhaupt intensiv zu spüren, was man wirklich will.

|21|Vielleicht streben Sie zunächst einen sicheren Job an, um dadurch zu erfahren, dass Ihnen eine interessante Aufgabe trotz Risiko mehr bedeutet. Oder Sie leiden erst einmal ein paar Jahre unter einem unzuverlässigen Abenteurer, den Sie unbedingt erobern wollten, und werden dadurch reif für einen Mann, der weniger aufregend ist, Sie aber glücklich macht. Oder Sie erfüllen sich Ihren Traum und ziehen in ein sonniges Land, um dort zu erkennen, dass Sie sich nur in der Heimat wohlfühlen. Oder Sie verdienen erst einmal eine Menge Geld, um schließlich festzustellen, dass Sie eigentlich auf der Suche nach einem tieferen Lebenssinn sind.

Sicher hat der Schriftsteller Paulo Coelho Recht, wenn er sagt: »Woher soll ich wissen, wie viel genug ist, wenn ich noch nie genug gehabt habe?« Keine Erfahrung ist letztlich vergebens, dies zum Trost für alle, die in puncto Wünsche bisher einen aufwändigen Umweg gemacht haben. Entscheidend ist, dass Sie den Unterschied zwischen den Wünschen kennen und sich im Zweifelsfall immer für Ihre summenden Wünsche entscheiden. Nur die machen Sie wirklich glücklich.

Ich weiß, wovon ich rede. In einer persönlichen »Langzeitstudie« habe ich nämlich die gleiche Menge an Zeit und Energie zuerst in einen winkenden und dann in einen summenden Wunsch investiert und dabei ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Das kam so:

Schon als Teenager interessierte ich mich für Psychologie. Mit fünfzehn lieh ich mir die Werke von Sigmund Freud und C.G. Jung in der Stadtbücherei aus und legte in einem Schulheft eigenständige Typologien über Nachbarn und Mitschüler an. Die Psychologie summte also ziemlich heftig, nur offenbar zur falschen Zeit. Psychologie war damals eine junge Wissenschaft und wurde allgemein noch mit Skepsis betrachtet. Auch bei der Berufsberatung, in die mich meine Eltern nach dem Abitur schickten, damit ich mich erst einmal gründlich informierte. Dort riet man mir dringend, lieber das Höhere Lehramt anzustreben als die unsichere Psychologie. Mein Vater war der gleichen Ansicht: »Lerne etwas Vernünftiges, dann kannst du dich immer selbst ernähren.« Ich war jung und einsichtig. Also änderte ich mein Wunschziel Psychologie in Germanistik und Philosophie mit dem Endziel |22|Höheres Lehramt. Ich kann nicht sagen, dass mir das Studium keinen Spaß gemacht hätte, es war durchaus interessant, nur nicht meine große Leidenschaft. Aber spätestens während der darauf folgenden Referendarzeit an einem Gymnasium erkannte ich, dass ich einem winkenden Wunsch gefolgt war. Lehrerin zu sein war einfach nicht mein Ding. Zum Glück war das Summen in Richtung Psychologie noch nicht verstummt. Kaum hatte ich das zweite Staatsexamen in der Tasche, bewarb ich mich für einen Studienplatz in Psychologie und bekam ihn an der Uni Hamburg. Ich studierte mit Begeisterung. Die konnten nicht einmal die Statistik-Seminare in den ersten Semestern schmälern, die mich als Mathe-Phobikerin an meine Grenzen brachten. Und auch nicht, dass ich, um das Studium zu finanzieren, nebenher jobben musste. Hier bestätigte sich Nietzsches Satz: »Wer das Warum kennt, erträgt fast jedes Wie.« Ich war fasziniert von allem, was die Psychologie zu bieten hatte. Nächtelang lernen? Komplizierte Fachbücher lesen? An Wochenendseminaren teilnehmen? Klar, gerne. Und das Endergebnis: Bis heute bin ich eine leidenschaftliche Psychologin. Ich liebe mein Fach und bin damit absolut glücklich. Das ist nicht nur meine eigene Erfahrung. In zahlreichen Coachings konnte ich auch bei meinen Klienten feststellen: Glücklich machen nur die Wünsche, die unsere individuellen Anlagen und Neigungen voll erfassen – nicht diejenigen, die uns offen oder heimlich von anderen vorgeschrieben werden. Der italienische Psychologe Roberto Assagioli drückt es so aus, dass uns unser Dasein, unser Schaffen und unsere Beziehungen zu anderen ganz und gar entsprechen sollten. Wenn Sie Ihren großen summenden Wünschen folgen, tun Sie einen wichtigen Schritt in diese Richtung.

Passen Ihre Wünsche zu Ihren Werten?

Ein Letztes sollten Sie in Bezug auf Ihre großen Wünsche noch klären: Passen sie auch zu Ihren Werten? Der amerikanische Managementtrainer Brian Tracy sagt: »Die glücklichsten Menschen in unserer heutigen Welt sind die, die in Harmonie mit ihren innersten Überzeugungen |23|und Werten leben. Die unglücklichsten Menschen sind die, die versuchen, im Widerspruch zu dem zu leben, was sie wirklich wertschätzen und glauben.«

Es lohnt sich also, dass Sie sich Ihre wichtigsten Werte bewusst machen und sie mit Ihren Wünsche abgleichen. Wir alle möchten uns gut fühlen und unangenehme Gefühle vermeiden. Dazu hat jeder einen einzigartigen Code entwickelt, in dem verschlüsselt ist, was er mit Freude oder Leid gleichsetzt. Dieses Orientierungssystem sind unsere Wertvorstellungen. Sie sind so individuell wie ein Fingerabdruck. Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens gelernt, bestimmte Werte höher zu schätzen als andere. Häufige Werte sind zum Beispiel Erfolg, Macht, Harmonie, Anerkennung, finanzielle Sicherheit, Freiheit, Mut, Liebe, Wissen, Verantwortung, Ehrlichkeit, Ehre, Gerechtigkeit oder Gelassenheit. Ergänzen Sie diese Liste gerne noch um Werte, die Ihnen selbst einfallen. Wahrscheinlich werden Sie die meisten der allgemeingültigen Werte als positiv ansehen, aber Sie werden nicht allen das gleiche Gewicht zumessen. Für bestimmte Werte wären Sie bereit, mehr zu tun als für andere.

Im besten Fall passen Ihre großen Wünsche zu Ihren wichtigsten Werten. Interessanterweise sind Sie dann auch mit dem, was Sie tun, besonders erfolgreich, vermutlich deshalb, weil Ihre Werte Ihnen zusätzliche Energie schenken. Bei prominenten Personen kann man oft auf den ersten Blick erkennen oder an ihren Äußerungen ablesen, welche Werte sie bewegen. Für Mutter Teresa waren vermutlich »Helfen«, »Glauben« und »Herausforderung« die Top-Werte. Bei dem Bergsteiger Reinhold Messner tippe ich auf »Abenteuer«, »Anerkennung« und »Disziplin«. Und für das Party-Girl Paris Hilton fällt mir sofort »Berühmt sein«, »Geld« und »Spaß haben« ein.

Nicht jeder Ihrer großen Wünsche wird sich immer auf Ihre höchsten Werte beziehen, doch zumindest sollte er zu keinem von ihnen im Widerspruch stehen. Wenn etwa Freiheit bei Ihnen Priorität hat, gibt es Probleme mit einem Wunschpartner, dem viel an Nähe liegt. Oder wenn Harmonie für Sie von Bedeutung ist, dann sollten Sie sich beruflich nicht in ein Haifischbecken begeben, selbst wenn Sie dort Ihren Wunsch nach einer glanzvollen Karriere befriedigen könnten. Was |24|passiert, wenn Wünsche von Werten abgekoppelt werden, lässt sich oft bei Politikern, Bankern und Wirtschaftsbossen verfolgen. Doch selbst wenn es bei Ihnen weniger dramatische Folgen hätte – Sie werden sich nicht wirklich wohlfühlen und die Erfüllung ihres Wunsches nicht genießen können. Leben und handeln Sie Ihren Werten entsprechend, fühlen Sie sich dagegen auf dem Weg zur Wunscherfüllung stark und sicher. Also, behalten Sie für Ihre Wünsche bitte auch Ihre grundlegenden Werte im Auge.

Ihre Wünsche – der Schlüssel zum glücklichen Leben

Vielleicht brummt Ihnen jetzt der Kopf von all den Einteilungen und Kategorien in puncto Wünsche, und Sie fragen sich leicht erschöpft: »Wofür denn der ganze Aufwand, warum muss ich denn meine Wünsche so genau analysieren?« Antwort: Weil Sie es (sich) wert sind. Sie sind ein ganz besonderer Mensch. Machen Sie sich bitte bewusst, dass die Welt Sie braucht, mit Ihren einmaligen Talenten und Begabungen. Fälschlicherweise meinen wir oft, so etwas würde nur für begnadete Musiker oder engagierte Ärzte gelten, aber das stimmt nicht. Wo immer Sie sind, können Sie etwas schaffen, was kein anderer zu bieten hat. Und genauso wichtig: Sie haben alles Glück der Erde verdient. Sollten Sie etwas anderes glauben, dann haben Sie falsche Urteile aus Ihrer Umgebung übernommen.

Raten Sie mal, wie sich beides, Lebensaufgabe und Glück, miteinander verbinden lassen. Genau, über die passenden Wünsche. Ihre Wünsche sind der Treibstoff für Ihre Zukunft. Sie können sich überlegen, ob Sie sich irgendeine Mischung in den Tank füllen, nur stotternd vorankommen und am Ende vielleicht sogar festsitzen – oder ob Sie Super tanken und zügig und mit Power Ihr Ziel erreichen. Sie sind nicht irgendwer – also wünschen Sie sich nicht irgendwas. Ihre wichtigen Wünsche sollten mit Ihren Neigungen und Talenten übereinstimmen und außerdem mit Ihren höchsten Werten kompatibel sein. Dann führen Sie sie zu einem Glück, das tiefgehend und dauerhaft ist. Deshalb ist es nötig, nicht einfach drauflos zu wünschen, sondern sich |25|die Wünsche erst einmal genau zu betrachten. Der amerikanische Lehrer und Künstler Tom Crockett sagt: »Alle Ihre Wünsche werden zu Ihnen sprechen, wenn Sie Ihre Fähigkeit entwickeln, Ihnen zuzuhören, doch nicht alle Wünsche werden Ihnen bedeutende Dinge zu sagen haben.«

Und wenn Sie ganz genau hinhören, dann erzählen Ihnen Ihre wichtigsten Wünsche sogar, was hinter ihnen steckt. Wie Sie wissen, sind sie der Ausdruck eines tieferen Bedürfnisses, das mit Ihrer Persönlichkeit verbunden ist. Falls Sie Lust haben, können Sie auch mit dem Test im folgenden Kapitel auf unterhaltsame Weise hinter die Kulissen Ihrer Wünsche schauen und herausfinden, was Sie vermutlich häufig motiviert.

|27|Test: Was wünschen Sie sich wirklich?

Klar, Sie wünschen sich alles: Liebe, Erfolg und Lebensfreude. Tatsache ist aber auch, dass Sie nicht für jedes Bedürfnis die gleiche Energie aufbringen können. Wenn Sie das Optimale erreichen wollen, sollten Sie einen Schwerpunkt setzen. Testen Sie hier, was speziell für Sie Priorität hat – vielleicht sogar unbewusst. Es lohnt sich, denn nur, wenn Sie bekommen, was Ihnen wirklich wichtig ist, werden Sie glücklich sein.