Zu Fuß nach Jerusalem - Christian Rutishauser - E-Book

Zu Fuß nach Jerusalem E-Book

Christian Rutishauser

4,6

Beschreibung

Zwei Männer und zwei Frauen brechen in der Schweiz zu Fuß zu einer ungewöhnlichen Pilgerschaft auf: Sieben Monate später wollen sie Weihnachten in Jerusalem feiern. Unterwegs durch Krisengebiete und Regionen, die durch religiöse Spannungen geprägt sind, fühlt sich die Pilgergruppe ganz dem friedlichen Dialog der Religionen verpflichtet. Christian Rutishauser erzählt von intensiven Monaten auf geschichtsträchtigen Spuren und der Vorbereitung darauf. Spirituelle Erfahrungen, die Begegnung mit Juden und Muslimen sowie das Engagement für Frieden und Gerechtigkeit stehen im Zentrum. Ein faszinierender Pilgerbericht, der anregt, eine noch ungewöhnliche Pilgerroute kennenzulernen und Pilgern als einen Dienst an Dialog und Frieden zu verstehen.

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Seitenzahl: 238

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Impressum

Hinweise des Verlags

Christian Rutishauser

Zu Fuß nach Jerusalem

Mein Pilgerweg für Dialog und Frieden

Patmos Verlag

 

»Von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort … Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen.« Jes 2,3f.

»Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, dann soll mir die rechte Hand verdorren.« Ps 137,5

 

»Als die Zeit herankam, in der er aufgenommen werden sollte, entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen.« Lk 9,51

»Als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sagte: Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt.« Lk 19,41f.

 

»Unsere Heimat aber ist im Himmel.« Phil 3,20

»Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat.« Off 21,2

Für Esther, Franz und Hildegard

Inhalt

Vorwort

1. Sehnsucht

2. Die Vision wächst

3. Ouvertüre zu Hause

4. Pfingsten entgegen

5. Im Pilgerrhythmus

6. Auf dem Balkan

7. Verdichtung am Bosporus

8. Exodus konkret

9. Mystik und Geschichte

10. Gewalt in Syrien

11. Warten und Ankommen

12. Jerusalem

Dank

Vorwort

Der Zufall will es, dass ich dieses Vorwort im Hafen von Barcelona schreibe. Eben ist der volle Mond aus dem Meer aufgestiegen und ich habe lange in seinen Glanz auf der Wasserfläche geblickt und der Brandung zugeschaut. Hier hat sich am 20. März 1523 Ignatius von Loyola eingeschifft, um als Pilger über Genua, Venedig und Rhodos nach Jerusalem zu fahren. Auf unserem Pilgerweg zu Fuß von der Schweiz nach Jerusalem haben wir keinen dieser Orte gestreift. Umso dankbarer gedenke ich seiner nun hier in Barcelona, hat Ignatius mein Pilgern doch wesentlich mitbestimmt. Seine 30-tägigen Exerzitien erwiesen sich unterwegs immer mehr als formgebende Kraft. Neben dem alttestamentlichen Exodus aus Ägypten ins gelobte Land und der neutestamentlichen Erzählung von Petrus, der über das Wasser Jesus entgegengeht, waren sie das geistliche Fundament meines Pilgerwegs.

Mit Franz Mali, Hildegard Aepli und Esther Rüthemann bin ich am 2. Juni 2011 im Lassalle-Haus bei Zug aufgebrochen. An Weihnachten desselben Jahres kamen wir in Jerusalem an. Meine Erzählungen handeln jedoch nicht nur von dieser Zeit, auch wenn sie im Zentrum steht. Erst im vierten Kapitel beginnt der Pilgerbericht, denn das Werden des Projekts – von der unbestimmten Sehnsucht bis zu den konkreten Vorbereitungen – wollte ebenfalls geschildert sein. Und das letzte Kapitel wiederum ist den Tagen nach der Ankunft in Jerusalem gewidmet. Es stehen auch nicht die zahlreichen Erlebnisse unterwegs im Vordergrund, vielmehr die geistlichen Erfahrungen und Entwicklungen sowie die Gedanken und Erkenntnisse, die das Pilgern begleitet haben. Dazu gehört mein Bemühen um ein aufrichtiges Gespräch mit Juden und Muslimen, denen Jerusalem ebenso heilig ist wie uns Christen. Wie bruchstückhaft dieser Dialog ist, zeigen die gemachten Erfahrungen deutlich. Doch gerade darin liegt die Einladung, ihn auch in Zukunft weiterzuführen. Dann war der Wille bestimmend, zu Frieden und sozialer Gerechtigkeit beizutragen. Auf dem Balkan, wo wir allenthalben den Spätfolgen des Jugoslawienkriegs begegneten, konnten wir das Pilgern als eine spirituelle Haltung einüben, mit Fragen der Migration besser umzugehen. Für den Nahen Osten, Israel/ Palästina und Jerusalem selbst ist eine realistische und inspirierte Friedensbotschaft notwendiger denn je. Der Aufstand und der ausbrechende Bürgerkrieg in Syrien haben uns besonders gefordert.

Mögen die zwölf Kapitel viele Leserinnen und Leser dazu anregen, über das Pilgern den eigenen geistlichen Weg zu vertiefen, den Dialog zwischen den Religionen zu fördern und sich für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen – in Jerusalem und überall auf der Welt.

Barcelona, 1. September 2012

Christian Rutishauser

1. Sehnsucht

Wann ich zum ersten Mal die Idee hatte, zu Fuß nach Jerusalem zu pilgern, weiß ich nicht mehr. Es scheint mir eine Ewigkeit her. Jedenfalls war schon im Theologiestudium das Pilgern nach Jerusalem ein Thema. Damals entdeckte ich das irdische Jerusalem als Mitte der biblischen Geschichte, was auch den Wunsch weckte, die Stadt mit ihren heiligen Orten eines Tages selbst kennenzulernen. Überhaupt wurde mir die Bibellektüre nie langweilig, im Gegenteil: Die Heilige Schrift war mir eine Schatzkammer voller Erzählungen, die mich existenziell bewegten. Mit Jakob konnte ich streiten und mit Daniel hatte ich Visionen. Mit Amos kritisierte ich den Reichtum und mit David sang ich Lieder. Mit Mose stand ich am Sinai und mit Kohelet klagte ich über die Vergänglichkeit der Welt. Menschen aus Fleisch und Blut traten mir entgegen, fast wie im richtigen Leben. Wie im Kino oder im Theater fühlte ich mich mit den Figuren verbunden, konnte mit ihnen Gespräche führen, sie befragen und herausfordern. Ja, die Bibel war eine ganze Bibliothek der altorientalischen Kultur und eröffnete mir einen immensen Lebensraum. Und in Jerusalem lief alles zusammen wie die Speichen eines Rads in der Nabe.

Das Alte Testament faszinierte mich vom ersten Augenblick an. Den unerbittlich rächenden Gott, von dem andere sprachen, konnte ich darin nicht finden, das Archaische und Mythische dagegen schon. Ich entdeckte den aufklärerischen Impetus einer Religion, welche die alten Götzen und ihre Bilder hinter sich ließ und Gott als den Schöpfer von Himmel und Erde, ja des ganzen Universums erkannte. Vor Ihm erscheint alles relativ und eingeordnet. Er ist die objektive Mitte, die den Menschen vom Wahn befreit, sich selbst in die Mitte setzen zu müssen. Diese Botschaft erscheint mir heute aktueller denn je. Und dieser Gott, der in keinem Haus gefasst werden kann, wie König Salomon erfährt, hat wahrhaftig seine Wohnung in Jerusalem aufgeschlagen. Ein Paradox. Ein Tempel ist da, aber kein Götzenbild. Im Allerheiligsten steht vielmehr die Bundeslade mit dem Zehnwort, ein ethischer Kodex. Hierhin sollte der Hebräer pilgern, dreimal im Jahr. Ein Abbild dieses Gottes sollte er werden. Dieser Aufforderung wird auch Jesus aus Nazareth nachgekommen sein. Sein unbestechliches Handeln, seine radikale Verkündigung zogen mich an. Sein Auftreten als Wanderprediger in Galiläa, seine Gleichnisse mit oft befreiender Pointe, sein Eintreten für das Reich Gottes und seine Heilungstaten – all dies sprach ganz direkt zu mir, bewegend und wahr. Mit ihm sollte eine neue Zeit anbrechen, ein Zeitalter der Freiheit und Gerechtigkeit, wie kein irdisches Gericht und kein politisches System es hervorbringen kann. Denn dass Gott König sein sollte, war keine neue Form von Theokratie, sondern wurde vermittelt durch das heilende Wirken von Wanderpredigern. Jesus war das vollendete Abbild dieses Gottes.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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