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Fiktive Briefe und Tagebücher aus den 13. Jahrhundert schildern die Geschichte einer großen Liebe zwischen Beatrice und Sveder, der Gräfin und dem Grafen von Dingden und Ringenberg. Beruhend auf geschichtlichen Ereignissen berichtet Sveder in den Briefen an seine Frau von den Strapazen des 5. Kreuzzugs vom Aufbruch nach Akkon bis zur Eroberung der Stadt Damiette in Ägypten. Die zurückgelassene Beatrice erzählt vom Leben und Alltag auf der mittelalterlichen Burg und wartet hoffnungsvoll auf die Rückkehr ihres Mannes. Michael Kirch ist Schriftsteller, Musiker und Arzt. Er verbrachte seine Kindheit im Münsterland und lebt und arbeitet heute in Düsseldorf. Daneben studierte er Geschichte und Philosophie. Seine frühen literarischen Erfolge feierte er mit „Klinik intern“ sowie einem Werk über den antikommunistischen Widerstand in Polen. In seinem neusten Werk widmet er sich nun dem Leben um 1200, zur Zeit des 5. Kreuzzugs.
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Seitenzahl: 116
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Michael Kirch
1220 einhalb
Eine Liebe im Schatten der Kreuzzüge
agenda Verlag
Münster
2018
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter http://dnb.dnb.de abrufbar.
© 2018 agenda Verlag GmbH & Co. KG
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E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH 2018
Umschlagabbildung vorne: © Masson / Fotolia.
Abbildung S. 5: © Juulijs / Fotolia.
Alle anderen Abbildungen: © Guilane-Nachez / Fotolia.
ISBN 978-3-89688-601-9
Ich danke Jakob von Vitry, Oliver Scholasticus von Paderborn, Dr. Friedrich Wilken, Prof. Karl Hengst und vielen anderen für ihre Mithilfe beim Verfassen dieses Buches.
Erica Guilane-Nachez danke ich für die Darstellungen im Innenteil.
Cover
Titel
Impressum
Danksagung
Tagebuch der Beatrice de Brune
Tagebuch der Beatrice de Brune
Tagebuch des Sveder von Dingden
Tagebuch der Beatrice de Brune
Tagebuch der Beatrice, Gräfin von Dingden
Tagebuch der Beatrice von Dingden
Sveder aus dem Feldlager vor Kaiserswerth auf dem Fronberg
Sveder aus Kaiserswerth
Tagebuch der Beatrice von Dingden
Tagebuch der Beatrice von Dingden
Tagebuch der Beatrice von Dingden, über den Abschied und die Vorbereitungen zum 5. Kreuzzug
Sveder aus Lissabon
Beatrice nach Lissabon
Sveder aus Lissabon
Beatrice nach Lissabon
Tagebuch der Beatrice von Dingden
Sveder aus Akkon
Sveder aus dem Feldlager, 1. Brief
Beatrice nach Damiette
Botschaft der Brieftaube
Sveder aus dem Feldlager, 2. Brief
Beatrice nach Damiette
Sveder aus Damiette
Tagebuch der Beatrice von Dingden
Sveder aus Damiette
Beatrice nach Damiette
Sveder aus Damiette
Beatrice nach Damiette
Sveder aus Damiette
Beatrice nach Damiette
Tagebuch der Beatrice von Dingden
Sveder aus Damiette
Sverder aus Akkon
Sveder aus Lissabon
Tagebuch der Beatrice von Dingden
Tagebuch des Sveder von Dingden
Tagebuch der Beatrice von Dingden
Gerichtsprotokoll
Letzter Tagebucheintrag des Sveder von Dingden
Den „Bocholter“ nannten sie im West-Münsterland den roten Doppel-Triebwagen, der eingleisig, auf schlechten Schienen hin und her polternd, Wesel mit Bocholt verband und umgekehrt. Da gab es die Station Hamminkeln, welchen Namen Christian Olfs schon einmal gehört hatte, und danach Dingden. Ausstieg in Fahrtrichtung rechts, hatte es geheißen.
Nie zuvor hatte Christian diesen Ortsnamen gelesen oder wahrgenommen und ahnte auch nicht, wie sehr ihn dieses Dorf noch berühren und beschäftigen würde. Nichts wusste er zu diesem Zeitpunkt von den Gräbern tief unter dem Bahnhofsgebäude, nichts von den seltenen weltweit in Fachkreisen berühmten 200 Millionen Jahre alten Fossilien, wie Daronia Dingdensis, Marona Dingdensis oder Pseudomalaxis Dingdensis, Schnecken und Muscheln, denen die Ortschaft als Fundort ihren Namen gegeben hatte, und genauso wenig von den Grafen von Dingden, deren Schicksal sich mit seinem eigenen auf geheimnisvolle Weise verbinden sollte.
Er war auf dem Weg in das Münsterland, um eine geheimnisvolle Frau zu treffen, die er zwei Wochen zuvor anlässlich einer Veranstaltung in Essen kennenlernen durfte. Eine britische Band, die er seit seiner Jura-Studienzeit in Cambridge kannte, hatte dort einen Auftritt, und danach gab es Tanz für jeden, der Spaß dabei empfand. Christian hatte mit einigen Freunden an der Tanzfläche gestanden und da entdeckte er SIE.
Dabei waren es weniger ihr attraktives Äußeres oder gar ihr wunderschönes rotes Kleid, sondern eher die Tatsache, dass sie auf sonderbare Art und Weise auf der Tanzfläche irgendwie zu schweben schien, der Schwerkraft auf unerhörte Weise entzogen. Fließende Bewegungen, anmutig hätte Rilke gesagt, mehr ein Gleiten in Raum und Zeit im völligen Einklang mit der Musik, wie aus einer anderen Welt und Zeit – ganz anders, als der hilflos zappelnde und stampfende Rest der Menschen auf der Tanzfläche.
Hatte er zu viel Tequila getrunken oder einen Zaubertrank? Was war das, wer war das? Solch einen Menschen hatte Christian noch nie vor Augen gehabt, vor allem solch elegante Bewegungen nicht, alles im Hier und Jetzt, aber irgendwie auch ganz weit weg in einer anderen Dimension.
Die Musik spielte I follow Rivers von Lykke Li, „I follow you“. Ja, er würde ihr folgen, wenn sie das wollte. Dies ahnte er jetzt schon. Folgen quer durch Dantes Hölle, folgen durch Krankheit und Not, folgen zu den Sternen. Sein Herz klopfte in hoher Frequenz und so laut, dass er glaubte, Nachbarn könnten es hören. Christian war der festen Überzeugung, dass es hier eine Frau zu entdecken galt, die etwas über die Dinge hinter den Dingen wusste, viel mehr als Einstein und der Papst. Das wollte, ja, das musste er herausfinden.
Verrückterweise war es die Nacht zu ihrem Geburtstag, wie Christian von ihrer Tochter auf dem Raucherbalkon der Lokalität erfahren hatte. An die hatte er sich nämlich listig herangepirscht. Dann das sehr profane, aber mutige Annähern an die „Lady in Red“ mit der Frage – es war kurz vor 24 Uhr, ob sie mit ihm tanzen wolle. Und dann tanzte er mit ihr in ihren Geburtstag hinein, erschlich sich diesen Tanz und fühlte sich trotzdem geehrt. Also, genauer beschrieben, er bewegte sich irgendwie möglichst rhythmisch und sie tanzte. Danach der Abschied mit einem Glas Sekt. Sie hatte ihn lächelnd prüfend gemustert. „Ja, vielleicht sehen wir uns wieder.“
In der Folge hatte er wohl alles richtig gemacht, der anwesenden Tochter nämlich seine private Visitenkarte ziemlich frech, peinlich und heimlich zugesteckt… Und dann der erlösende Anruf Wochen später, Wochen, die ihm wie Jahre erschienen. Die Tochter hatte die Visitenkarte verlegt und fand sie irgendwann beim Aufräumen. “Hier ist Beatrice. Wir sahen uns neulich in Essen.“
Und so war er jetzt auf dem Wege nach Bocholt, in das arme Bocholt, im März 1945 noch kurz vor Kriegsende von britischen Fliegerbomben wohl eher aus Rache pulverisiert, ausgelöscht, ohne militärischen Sinn. Hunderte von Toten. Dann aber auferstanden aus Ruinen.
Dort das Treffen im Café Sahne, unmittelbar an der Aa, dem kleinen Fluss, der einige Kilometer weiter einer der Zuströme der Issel wird, die dem IJsselmeer ihren Namen gibt.
Die Terrasse des Cafés hatte schon geöffnet, wurde aber – es war ja erst Mitte April – nur durch Wärmestrahler nutzbar gemacht. Dann der Spaziergang durch die Innenstadt, über den Marktplatz vorbei am mittelalterlichen Rathaus und der Pfarrkirche St. Georg, wo seine Begleiterin vor dem uralten Kreuz eine Kerze aufstellte, hin zur Liebfrauenkirche, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert reichten. Gegenüber, in einem bemerkenswerten Buchantiquariat, schnüffelten sie beide in alten Bücherschätzen. Ein kurzer Weg noch zum Kloster der Clarissen, ein Besuch in deren Kapelle, wo sie zufällig ins Gespräch mit der sicherlich über 80-jährigen Oberin kamen, die sich gerade am Altarschmuck zu schaffen machte. Sie erkannte Christians Begleiterin als früheres Nachbarkind. Dort, am Rande des Zentrums, war sie aufgewachsen.
Als sie aus der Dunkelheit der Klosterkirche in das helle Licht der Aprilsonne traten, wies sie schräg nach rechts auf die andere Straßenseite. „Dort, wo jetzt der Spielplatz ist, stand seit Menschengedenken bis zum Krieg das Kloster der Schwarzen Beginen, einer Frauengemeinschaft, religiös, aber weltoffen, die sehr viel für Frauen und Mädchen tat; daneben das der Weißen Beginen, das etwas später gegründet wurde, es muss so um 1270 gewesen sein.“
Sie arbeitete im örtlichen Zeitungsverlag in Dingden, hatte unregelmäßig Dienst, manchmal auch an Wochenenden, sodass eine weitere Begegnung telefonisch zu verabreden war. „Lies vielleicht mal Zeitungsartikel mit der Unterschrift B.B. Die sind dann von mir, Beatrice Braun.“
Und so entwickelte sich eine Liebesgeschichte, die Christians Leben nachhaltig ergreifen sollte.
Das zweite Treffen fand auch wieder an einem Wochenende statt. Beatrice führte Christian zu einer Terrasse am Rhein auf der Bislicher Insel gegenüber der Ortschaft Xanten, von der aus man einen regnerischen Panoramablick über die dortige Rheinschlinge genießen konnte, im Hintergrund der St. Victor Dom und die antike römische, zum Teil wiederhergestellte Colonia Ulpia Trajana bei Xanten, im Vordergrund Schiffe, mühselig zu Berg oder mit Leichtigkeit zu Tal Richtung Niederlande strebend, dazwischen eine kleine Fähre, die vorsichtig die beiden Ufer verband. Sie sprachen über ihre beruflichen Tätigkeiten, wie das so üblich ist, und gaben sich gegenseitig, wenn auch zunächst nur vorsichtige, Einblicke in ihr Vorleben. Sie war geschieden und hatte eine erwachsene Tochter, die alleine lebte und im Städtchen ein Geschäft für Dessous betrieb. Bei den Gesprächen fiel Christian etwas auf, was er bei sich gütige Bescheidenheit nannte, und was ihn zu einem unerhörten Respekt ihr gegenüber veranlasste. Aber ein Lamm war sie offenbar nicht. Als Aktivistin im Kinder-Schutzbund hatte sie viele Einblicke, von denen sie wütend und temperamentvoll berichtete.
Eigentlich war zu diesem Zeitpunkt die gemeinsame Zukunft schon beschlossen, und als Beatrice auf dem Heimweg ihre zarte kleine Hand in die von Christian legte, war vieles schon besiegelt, wortlos die Treue versprochen und die Liebe erklärt. Aber nur eigentlich eben war die Zukunft beschlossen, und keiner von beiden ahnte, dass eine endgültige schicksalhafte Trennung schon nach zwei Jahren bevorstand.
Beatrice bat einmal darum, zum Grab von Christians viel zu früh verstorbener Frau geführt zu werden. So fuhr man nach Köln zum Melaten-Friedhof. Am Grabe angekommen bat Beatrice darum, dort eine Zeit lang alleine gelassen zu werden. Eine Viertelstunde später gesellte sich eine fröhlich gestimmte Beatrice wieder zu Christian. „Was war das jetzt?“ Beatrice lachte: „Ich habe nur um Erlaubnis gebeten.“ „Und?“ „Warum bin ich noch hier bei dir?“ Schweigend verließen sie den Friedhof und Beatrice nahm seine Hand. Dabei schaute sie ihn an, wie nur sie das konnte.
Bei der nächsten Zusammenkunft, es war im alten Gasometer von Oberhausen (der Verhüllungskünstler Christo hatte dort eine faszinierende Lichtinstallation vorgestellt), hatten sich Beatrice und Christian wie die meisten Schaulustigen auf einer der für die Besucher auf den Boden gelegten Matten niedergelassen, um einen Blick in die verhüllte und angestrahlte Kuppel des Gasometers zu genießen.
Bei einem Blick zu Beatrice fiel Christian dann eine winzige Schwellung direkt rechts unter dem Unterkiefer von Beatrice auf. „Was ist das?“ „Der Zahnarzt sagt, es sei von einer ehemals entzündeten Zahnwurzel, der HNO Arzt meint, es sei von den Nasen-Nebenhöhlen.“ „Sollte man nicht einmal ein CT machen?“ „Weißt du, ich laufe seit zwei Jahren wegen häufigem Husten und niedrigem rotem Blutfarbstoff von Arzt zu Arzt und niemandem fällt etwas ein.“ „Ein Freund ist Internist, er wird dir eine Überweisung zum CT fertig machen.“
Schließlich die niederschmetternde Diagnose: Metastasierender Lungenkrebs mit Knochenmetastasen, keine operative Möglichkeit, palliative Chemotherapie. Primärtumor und Metastasen bildeten sich etwas zurück, aber die Hirnmetastasen führten letztlich zu Lähmungen und zum Tode, kaum zwei Jahre nach dem Tag, an dem sich Christian und Beatrice erstmalig hoffnungsvoll in die Augen gesehen hatten.
Schon sehr bald nach Diagnosestellung hatte Christian ein Zimmer in ihrer liebevoll gestalteten Garten-Wohnung bezogen, um ihr, wann immer es möglich war, nahe zu sein. So konnten sie letztlich an den Wochenenden noch wertvolle Stunden miteinander verbringen, und da es zwischendurch Lichtblicke und Hoffnung im Krankheitsgeschehen von Beatrice gegeben hatte, konnten sie auch noch fröhlich Einiges miteinander in der näheren und weiteren Umgebung anstellen, so, als gäbe es die schreckliche Bedrohung nicht, und es werde schon alles gut.
Einer der Spaziergänge führte in die Dingdener Heide, einen Teil des Naturschutzgebietes Hohe Mark. Dort führte Beatrice Christian zu einer tausendjährigen allein stehenden Buche. „Hier, mein lieber Christian, hätte mein Leben vor fünf Jahren beinahe schon geendet.“ „Was ist mit dieser Buche?“ „Als ich bemerkte, dass mich mein Mann betrog, verfiel ich in schwere Depressionen. Psychiatrie, Psychotherapie mit allem Drum und Dran. Ein Psychiater verordnete mir Mirtazapin, von dem inzwischen bekannt ist, dass es viele Menschen in den Selbstmord treibt. So geschah es auch mir. Eines Abends nahm ich mir eine alte kräftige Wäscheleine und ging zu dieser Buche. Mein inzwischen geschiedener Ehemann benachrichtigte nach einiger Zeit die Polizei, die mich dann im Rahmen einer großen Suchaktion genau hier fand. Ich hatte letztlich doch nicht den Mut aufgebracht. Darauf folgte ein sechswöchiger Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik.“ Christian nahm sie dann in den Arm und beide gingen schweigend nach Hause.
Einige Tage später bat Beatrice darum, in die älteste Wallfahrtskirche der Gegend, nach Kevelaer, zur Trösterin der Betrübten gefahren zu werden. Seit 1641, mitten im Dreißigjährigen Krieg (ein holländischer Kaufmann hatte dort nach einer Marienerscheinung eine Kapelle erbauen lassen), waren vor dem Gnadenbild der Mutter Gottes viele dokumentierte Wunderheilungen geschehen. Man muss solcherlei nicht glauben, kann es aber, und es gibt Hoffnung.
Viel lernte er von ihr, vieles über die Dinge hinter der sichtbaren Welt, vieles über ihren unerschütterlichen Glauben, den sie bis zum bitteren Ende in sich trug. Nein, Beatrice ließ in keiner Weise den Kopf hängen. Das wolle sie den Fledermäusen überlassen, pflegte sie zu sagen.
Und so gab es auf ihren Wunsch hin noch viele Aktivitäten, zum Beispiel den wohlriechenden abendlichen Wochenmarkt freitags in Winterswijk jenseits der holländischen Grenze, wo man Fisch und Blumen kaufen konnte. Wochendausflüge nach Doetinchem im holländischen Achterhoek, Beatrice sagte immer Deutichem, natürlich einen Besuch bei der Märchen-Oma an der Landstraße zwischen Werth und Ulft, Besuche in Christians Heimatstadt Köln und sogar einen Besuch in Scheveningen zum Wochenende. Eines Tages dann, die letzten Kopfhaare hatten sich wegen der Chemotherapie verabschiedet, begleitete Christian sie zum Perückenmacher nach Ramsdorf-Velen, und sie freute sich wie ein Kind über die neue Haarpracht. Zur Feier des Tages spendierte Christian ein ziemlich großes Eis auf dem Marktplatz von Ramsdorf im Schatten des mittelalterlichen Schlosses.
Es war jedoch irgendwann nicht mehr zu übersehen, dass Beatrice immer schwächer wurde und die Lebensgeister schwanden. Noch zweimal fuhr Christian auf ihren Wunsch mit der Tochter nach Kevelaer, um eine Kerze anzuzünden.
Dann die Lähmung eines Beines durch eine Metastase im oberen Rückenmark, der Rollstuhl, und schließlich trat er dann ein, der Unausweichliche, nach einer gnädig hohen Dosis Morphium durch den behandelnden Palliativarzt, und es war gut so. Beatrice war endlich erlöst, erlöst auch von der finanziellen Not, die in der letzten Zeit ihre ständige Begleiterin gewesen war.
