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Was geschieht nach dem Tod? Mark glaubt die Antwort zu kennen - bis er sich plötzlich in einer Zwischenwelt wiederfindet. Hinter jeder Tür wartet eine neue Prüfung: Menschen, die gefallen sind. Leben, die in Schuld, Verzweiflung oder Gier zerbrochen sind. Und jedes Mal liegt es an Mark, ihre Geschichten zu erleben - und zu entscheiden, ob Erlösung möglich ist. Doch je weiter er geht, desto deutlicher wird: All diese Pfade sind nicht nur Prüfungen für andere. Sie sind auch Prüfungen für ihn selbst. Am Ende wartet seine eigene Abrechnung, und die Frage, ob Vergebung stärker ist als Dunkelheit. Ein düsterer Roman über Schuld, Gerechtigkeit und den Mut, sich den eigenen Schatten zu stellen.
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Seitenzahl: 28
Veröffentlichungsjahr: 2025
1 PROLOG
2 Die Geiselnahme
3 Liebe mit Hindernissen
4 Mit gespaltener Zunge
5 Karriere um jeden Preis
6 Wenn der Eismann zweimal klingelt
7 Das Wichtigste ist der Titel
8 Alles für die Ewigkeit
9 Ein ungewöhnliches Hobby
10 Ein leeres Blatt Papier
11 Schein oder Sein
12 Die Abrechnung
13 EPILOG – Start in ein neues Leben
14 Ein paar persönliche Bemerkungen
Wo war oben, wo war unten?
Mark war verwirrt. Eben noch hatte er in einem Restaurant gesessen. Er war hinausgegangen, um
frische Luft zu schnappen. Jemand hatte ihn nach Feuer gefragt – dann ging alles sehr schnell. Der
Schmerz, an den er sich vage erinnerte, war verschwunden.
Ob er wirklich Mark hieß, wusste er nicht. Aber das war der letzte Name, an den er sich erinnern konnte.
Plötzlich öffnete sich wie von Zauberhand die Tür der Kammer, in der er lag. Dahinter erstreckte
sich eine riesige Halle, die einer Leichenhalle glich. Hunderte Kammern reihten sich nebeneinander.
„Willkommen in der Zwischenwelt“, sagte eine Stimme.
Mark blinzelte und sah sich um. Vorsichtig richtete er sich auf. Der Mann vor ihm sah aus wie sein
Großvater. Er klang sogar so.
„Ich habe die Gestalt angenommen, die dir am vertrautesten ist“, erklärte der Fremde.
„Dann bin ich also in so etwas wie einem Fegefeuer gelandet?“, fragte Mark.
„So nennt ihr es auf der Erde“, erwiderte der Alte. „Aber hier ist es etwas anderes. Eine
Zwischenwelt. Über dein Leben wird Gericht gehalten.“
Mark runzelte die Stirn. „Und was erwartet mich? Verdammnis oder das Paradies?“
Der Alte lachte. „Weder noch. Dein Leben wird betrachtet. Und dann entscheidet das Gericht, ob du bestraft wirst – oder eine Belohnung erhältst.“
Neugierig stand Mark auf. „Wie sieht so eine Strafe aus? Fangen wir mit dem Schlimmen an!“
Der Alte nickte und ging los. „Komm. Ich zeige dir die verschiedenen Räume.“
Sie schritten durch die lange Halle. Vorn herrschte Dunkelheit, doch je weiter sie nach hinten kamen, desto heller wurde es.
„Hier vorne sitzen die Bösen ihre Strafe ab“, erklärte der Alte. „Und dort hinten finden die Guten ihr persönliches Paradies.“
„Und was bedeutet das – persönliches Paradies?“, wollte Mark wissen. „Ach – darf ich dich Bob nennen? So habe ich meinen Großvater immer genannt.“
Bob lachte. „Sehr gerne.“
Vor einer Tür blieb er stehen. Dahinter krachte es unaufhörlich, als würden Bomben explodieren.
„Was hat er verbrochen?“, fragte Mark.
„Fast alles, was man nur falsch machen kann“, seufzte Bob. „Sein Name war Patrick. Ein vielversprechender junger Mann. Auszeichnung beim Maturaabschluss, später einer der Besten an der Uni. Doch dann kam er auf die schiefe Bahn.“
„Und welche Strafe muss er verbüßen?“
Bob senkte den Blick. „Er durchlebt die Zeit bis zu seinem Tod immer wieder. So lange, bis die Strafe verbüßt ist, die er auf Erden gehabt hätte.“
„Dann hat er …?“
„Ja. Er hat sich selbst gerichtet. Und schlimmer noch: Er riss andere mit in den Tod.“
Mark schluckte. „Kann ich seine Geschichte sehen?“
Bob deutete auf den Bildschirm neben der Tür. „Drück einfach auf Play. Du kannst auch vorspulen, wenn du willst.“
Mark zögerte, atmete tief durch und legte den Finger auf die Taste. „Na schön. Mal sehen …“
Das Bild flackerte auf. Mark sah Patrick, spulte die Jahre an Schule und Uni vorüber. Alles verlief normal.
