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2035 E-Book

tom suthamma

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Beschreibung

Jahr: 2035 Schauplatz: Das "Neue Deutsche Protektorat", umgeben von der "Lichtmauer". Die Vergangenheit: Der "Große Krieg" war kein konventioneller Krieg, sondern ein kurzer, brutaler Konflikt mit biologischen und cybernetischen Waffen. Er hat die Ökosysteme Europas kollabieren lassen. Die Außenwelt ist eine verseuchte, radioaktive Einöde ("Das Grau"). Die Lichtmauer: Eine undurchdringliche Barriere aus überlappenden Laserfeldern, Sensoren und Drohnenschwärmen, die Deutschland vom Rest des Kontinents abschottet. Offiziell ein Schutzschild gegen die Gefahren draußen. In Wirklichkeit ein Gefängnis. Die Gesellschaft: Extrem hierarchisch. Eine kleine Elite ("Die Architekten") lebt in versorgten, sauberen Sektoren. Der Großteil der Bevölkerung ("Die Masse") vegetiert in tristen, überfüllten Betonblöcken dahin. Die Ressourcen Wasser und Nahrung sind streng rationiert; der Zugang wird über "Loyalitätspunkte" kontrolliert. Die Menschenjagd: Das ultimative Unterhaltungs- und Kontrollinstrument. Verbrecher, "Dissidenten" und von der Elite Ausgewählte werden zu "Gejagten" erklärt. Sie werden in ausgewiesene Jagdgebiete (oft verlassene Stadtteile oder Industrieanlagen) gejagt. Die Jäger sind Freiwillige aus der "Masse" oder Elite-Söldner. Wer einen "Gejagten" stellt oder tötet, erhält eine lebensverändernde Belohnung: Wohnraum, Wasser, Nahrung, Status. Die Jagd wird live im gesamten Protektorat übertragen und dient als blutiger Brot-und-Spiele-Zirkus, um die Bevölkerung bei Laune und gefügig zu halten.

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Seitenzahl: 73

Veröffentlichungsjahr: 2025

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2035 - "Die Letzte Jagd"

● Jahr: 2035
● Schauplatz: Das "Neue Deutsche Protektorat", umgeben von der "Lichtmauer".
● Die Vergangenheit: Der "Große Krieg" war kein konventioneller Krieg, sondern ein kurzer, brutaler Konflikt mit biologischen und cybernetischen Waffen. Er hat die Ökosysteme Europas kollabieren lassen. Die Außenwelt ist eine verseuchte, radioaktive Einöde ("Das Grau").
● Die Lichtmauer: Eine undurchdringliche Barriere aus überlappenden Laserfeldern, Sensoren und Drohnenschwärmen, die Deutschland vom Rest des Kontinents abschottet. Offiziell ein Schutzschild gegen die Gefahren draußen. In Wirklichkeit ein Gefängnis.
● Die Gesellschaft: Extrem hierarchisch. Eine kleine Elite ("Die Architekten") lebt in versorgten, sauberen Sektoren. Der Großteil der Bevölkerung ("Die Masse") vegetiert in tristen, überfüllten Betonblöcken dahin. Die Ressourcen Wasser und Nahrung sind streng rationiert; der Zugang wird über "Loyalitätspunkte" kontrolliert.
● Die Menschenjagd: Das ultimative Unterhaltungs- und Kontrollinstrument. Verbrecher, "Dissidenten" und von der Elite Ausgewählte werden zu "Gejagten" erklärt. Sie werden in ausgewiesene Jagdgebiete (oft verlassene Stadtteile oder Industrieanlagen) gejagt. Die Jäger sind Freiwillige aus der "Masse" oder Elite-Söldner. Wer einen "Gejagten" stellt oder tötet, erhält eine lebensverändernde Belohnung: Wohnraum, Wasser, Nahrung, Status. Die Jagd wird live im gesamten Protektorat übertragen und dient als blutiger Brot-und-Spiele-Zirkus, um die Bevölkerung bei Laune und gefügig zu halten.

PROLOG: Die Architekten

Der Raum war kalt, nicht in der Temperatur, sondern in der Ästhetik. Grauer Stahl, glasierte Oberflächen, das gedämpfte Summen der Lüftung. An einem langen, schwarzen Tisch saßen fünf Männer und Frauen, die Gesichter nur schemenhaft von dem schwachen Licht erhellt, das von den holografischen Displays vor ihnen ausging. Sie waren die Architekten des neuen Deutschlands, die Herren über die Lichtmauer.

Auf den Displays flimmerten Live-Bilder der "Achten Saisonjagd". Man sah eine verängstigte junge Frau, die durch einen zerfallenen Supermarkt rannte, verfolgt von zwei bulligen Männern mit modifizierten Waffen. Die Zuschauerzahlen in der Ecke des Bildschirms explodierten.

"Die Quote ist exzellent", sagte eine Frau mit strengem Dutt. "Besser als die letzte Jagd. Die Menschen lieben die Verzweiflung der Jungen."

"Es ist mehr als Quote, Elara", erwiderte ein älterer Mann mit einer Stimme wie polierter Granit. Sein Name war Silas. Er war der Primus inter pares, der Erste unter Gleichen. "Es ist Psychologie. Wir geben der Masse ein Ventil. Sie sehen die Gejagten und denken: 'Das könnte ich sein.' Und sie sehen die Jäger und denken: 'Das könnte ich auch sein.' Die Angst und die Hoffnung halten sie im Gleichgewicht. Sie kämpfen nicht um ihr Überleben, sie kämpfen um eine Chance, in unserer Arena zu überleben."

Sein Finger zeigte auf eine andere Grafik, die den Verbrauch an Wasser und Nährpasten zeigte. "Die Ressourcen sinken weiter. Die Lichtmauer hält uns sicher, aber sie hält auch alles andere draußen. Jede Jagd reduziert den Druck. Sie eliminiert Unruheherde und reduziert die Anzahl der Mäuler, die wir stopfen müssen. Es ist... Hygiene."

Ein dritter Architekt, jünger, mit einem nervösen Zucken im Gesicht, schaute weg, als auf dem Bildschirm die junge Frau zu Fall gebracht wurde. "Und wenn sie irgendwann den Geschmack daran verlieren? Wenn sie merken, dass sie nur Spielbälle sind?"

Silas lächelte, ein kaltes, berechnendes Lächeln. "Dann ändern wir die Regeln. Wir machen die Jagd gefährlicher für die Jäger. Wir erhöhen die Belohnung. Wir erfinden das Spiel neu. Solange sie jagen, jagen sie nicht uns. Das ist der einzige Frieden, den es gibt. Der Frieden des Jagdreviers."

Er lehnte sich zurück, sein Blick glitt über die Gesichter seiner Kollegen. "Bereitet die nächste Auslosung vor. Ich will jemanden, der Sympathien weckt. Einen Helden, nicht nur ein Opfer. Das bringt die wahren Emotionen hervor."

KAPITEL 1: Der Rationierer

Der Geruch war das Schlimmste. Ein beständiges Gemisch aus Schweiß, Rost und der scharfen, chemischen "Nahrungspaste", die aus den Wandautomaten gedrückt wurde. Kael roch ihn selbst im Schlaf. Er roch ihn jetzt, während er in der schier endlosen Schlange vor dem Wasserdistributor stand. Drei Stunden. Drei Stunden für fünf Liter trübes, chlorhaltiges Wasser.

Vor ihm flackerte eine Werbetafel. "JAGD-SEASON 8! FINALE HEUTE! Wer wird den Jäger-Stolz gewinnen? Seid live dabei!" Das Bild zeigte den verzerrten, triumphierenden Gesichtsausdruck eines Jägers, dessen Gesicht von Narben gezeichnet war. In seiner Hand hielt er eine blutige Trophäe. Die Menge um Kael herum murmelte aufgeregt. Einige wetteten auf den Ausgang.

Kael blickte zu Boden. Er hasste die Jagden. Sie waren eine Perversion, ein Zeichen dafür, wie tief sie alle gesunken waren. Doch selbst er konnte sich dem Sog nicht ganz entziehen. Die Angst, eines Tages selbst auf dem Schirm zu erscheinen, war ein ständiger Begleiter.

Endlich war er vorne. Er hielt seinen Arm unter den Scanner. Ein roter Laser strich über den Chip unter seiner Haut.PIEP. FEHLER 73: LOYALITÄTSPUNKTE UNGENÜGEND. RATION GESPERRT.

Kael erstarrte. "Das kann nicht sein", flüsterte er. "Ich habe meine Schicht diese Woche voll gemacht."

Der Wächter hinter dem vergitterten Fenster, ein bulliger Mann in grauer Uniform, zuckte gleichgültig mit den Schultern. "System sagt nein. Verschwenden Sie nicht meine Zeit. Nächster!"

Panik stieg in Kael auf. Ohne Wasser war man in einer Woche tot. Ohne Punkte war man nichts. Er war ein "Rationierer", jemand, der am absoluten Limit lebte. Ein kleiner Fehler, eine falsche Bemerkung, eine verpasste Schicht in der Recyclingsfabrik, und die Punkte waren weg.

"Bitte", sagte Kael, und die Demütigung brannte in seiner Kehle. "Überprüfen Sie es noch einmal. Es muss ein Fehler sein."

Der Wächter musterte ihn mit kalten Augen. "Ich kann nichts machen. Aber..." Ein hinterhältiges Grinsen erschien auf seinem Gesicht. "Die nächste Jagd sucht noch nach Teilnehmern. Die Auslosung ist heute Abend. Die Belohnung für einen Jäger sind zehntausend Punkte. Sauberes Wasser für ein Jahr. Frisches Essen." Er beugte sich vor. "Oder du könntest auch das sein, was gejagt wird. Selbst dann kriegt deine registrierte Familie noch tausend Punkte. Ein nettes Abschiedsgeschenk."

Kael wich zurück, als wäre er geschlagen worden. Er schüttelte den Kopf, wandte sich ab und stolperte aus der Schlange. Die Blicke der anderen trafen ihn wie Peitschenhiebe. Mitleid, Verachtung, Gleichgültigkeit.

Er drängte sich durch die überfüllten Straßen seines Sektors, vorbei an heruntergekommenen Wohnblöcken, in denen die Menschen wie Insekten in ihren Waben lebten. Hoch oben am Horizont, hinter dem künstlichen "Sicherheitshimmel", sah er das gedämpfte, stetige Gleiten der Patrouillendrohnen vor der Lichtmauer. Immer da. Immer wachsam.

In seiner winzigen Wohnzelle angekommen, warf er sich auf sein schmales Bett und starrte die Risse in der Decke an. Seine Mutter war an der Verseuchung gestorben, kurz nach dem Krieg. Sein Vater war bei einem "Arbeitsunfall" in den Tiefen der Recyclingsanlage umgekommen. Er war allein. Die Worte des Wächters hallten in seinem Schädel wider. Tausend Punkte für deine Familie. Er hatte keine.

Dann, um Punkt 20:00 Uhr, erfüllte ein schriller Ton die Luft. Das allabendliche Sirenengeheul, das die landesweite Übertragung der "Jagd-Auslosung" ankündigte.

Jeder Bildschirm, jede Werbetafel in der Stadt zeigte das gleiche Bild: Ein goldenes Rad, gefüllt mit unzähligen blinkenden Gesichtern und ID-Nummern. Ein lächelnder Moderator mit zu weißen Zähnen plapperte über Ruhm und Belohnung.

Kael wollte den Bildschirm ausschalten, doch eine eisige Vorahnung ließ ihn erstarren. Er beobachtete, wie das Rad sich drehte, langsamer wurde... und dann stehen blieb.

Die Welt um ihn herum schien stillzustehen.

Auf dem Bildschirm war sein eigenes Gesicht zu sehen. Seine ID-Nummer. Sein Name.

KAEL ORION. STATUS: GEJAGT.

Die Stimme des Moderators drang wie aus weiter Ferne zu ihm: "...und unser erster Gejagter für die Neunte Jagd! Viel Glück, Kael! Du wirst es brauchen!"

Draußen begann die Menge zu jubeln. Ein neues Spiel hatte begonnen.

Kael sank auf die Knie. Das Summen der Drohnen draußen klang plötzlich nicht mehr wie eine Warnung. Es klang wie das Lachen seiner Jäger.

KAPITEL 2: Der Schlund

Das Hämmern an der Tür war nicht aus Holz, sondern aus Metall. Ein dumpfes, vibrationsreiches Dröhnen, das durch Kaels winzige Wohnung hallte und sich in seinen Knochen festfraß. Er rührte sich nicht vom Boden. Er wusste, wer da war. Er wusste, was kam.

Die Tür barst mit einem splitternden Knall aus dem Rahmen. Schatten füllten den Türrahmen, groß, unnatürlich breit und eingehüllt in schwarze, panzerartige Rüstungen. Die Ordner.

Sie sprachen kein Wort. Zwei von ihnen traten ein, ihre visierlosen Helme glich den kopfäugigen Insekten der Patrouillendrohnen. Eine starke Hand packte ihn unter dem Arm und riss ihn vom Boden hoch. Der Griff war eisern und schmerzhaft.

"Kann ich... etwas mitnehmen?", brachte Kael hervor, seine Stimme war nur ein heiserer Hauch.

Einer der Ordner antwortete, indem er ihm eine metallene Stange gegen die Schläfe schlug. Nicht hart genug, um ihn bewusstlos zu machen, aber hart genug, dass Sterne vor seinen Augen tanzten und ein pochender Schmerz sich in seinem Schädel festsetzte. Die Botschaft war klar: Du besitzt nichts mehr. Du bist nichts mehr.