8000 Arten, als Mutter zu versagen - Carolin Kebekus - E-Book

8000 Arten, als Mutter zu versagen E-Book

Carolin Kebekus

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Beschreibung

Carolin Kebekus nimmt sich selbst, die Gesellschaft und alle Mütter und Väter aufs Korn, denn beim Kinderkriegen und Kinderhaben haben offenbar alle ungefragt ein Wörtchen mitzureden. Bilder von bildhübschen neugeborenen Babys, die friedlich schlafen, von makellos schönen, entspannten Müttern direkt nach der Geburt, die liebevoll auf ihren Nachwuchs blicken, von stolzen Vätern, die Blumen und Schmuck bringen, als wären sie mindestens die Heiligen Drei Könige – diese Bilder treffen ziemlich ungebremst auf die Wirklichkeit: Blut, Schweiß, schlaflose Nächte und viel Aua. Dann hilft es sehr, die lustige Seite der vollgemachten Windel zu sehen. Warum Schwangerschaft und Geburt immer noch mit vielen Tabus und falschen Annahmen behaftet sind, was einem als Schwangere und Mutter so alles passieren und entgegengeschleudert werden kann, was man so hört und liest und ungefragt gesagt bekommt, weil es tatsächlich alle besser wissen – das beschreibt dieses Buch mit einer gehörigen Portion Selbstironie und dennoch unbeirrbarem Blick.

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EPUB
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Seitenzahl: 137

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Carolin Kebekus

8000 Arten, als Mutter zu versagen

Kurzübersicht

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Titelseite

Über Carolin Kebekus

Über dieses Buch

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Hinweise zur Darstellung dieses E-Books

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Über Carolin Kebekus

Carolin Kebekus wurde 1980 in Bergisch Gladbach geboren. Sie ist die erfolgreichste Comedienne Deutschlands und wurde sechs Mal hintereinander mit dem »Deutschen Comedypreis« ausgezeichnet. Mit ihren Bühnenshows avancierte sie zu den größten Comedy-Acts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie hat mit der mehrfach preisgekrönten »Carolin Kebekus Show« ihre eigene Sendung im Ersten.

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Über dieses Buch

Carolin Kebekus hat ein Kind bekommen – und viele total gut gemeinte Ratschläge, denn wenn’s ums Kind geht, wissen es alle besser. Unter welchem Druck Mütter stehen, alles richtig zu machen – vom schwangeren Belly-only-Body über die schnelle schmerzfreie Geburt bis zum geschnitzten Pausenbrot –, das beschreibt Carolin Kebekus in diesem Buch ungeschminkt (ja, auch im Wortsinn), sehr direkt und mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Denn trotz der vielen Profis gibt es immer noch viel zu viele Tabus und falsche Annahmen.

Ein lustiges Buch für Mütter, Väter und alle BesserwisserInnen.

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Impressum

Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KGBahnhofsvorplatz 150667 Köln

© 2025, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln

Alle Rechte vorbehalten

Covergestaltung: Barbara Thoben, Köln

Covermotiv: © Paul Alexander Probst

 

ISBN978-3-462-31377-2

 

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt. Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen der Inhalte kommen. Jede unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt.

 

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Inhaltsverzeichnis

Motto

Widmung

Vorwort

Heute schon als Mutter versagt?

Zu alt, zu jung, zu peinlich

Rabenmutter

Bitte nur sexy schwanger

Ruhe! Ich mache Organe!

Wenn ich groß bin, bekomme ich ganz viele Kinder!

Queen of the Kreißsaal

Klimax im Kreißsaal

GRWM to give birth

Danke für nix, Mutter Natur!

Erbsünde durchgespielt

Milch, Blut und Tränen – das postnatale Requiem

Die Leiden der jungen Mütter

Papa ist der Beste

Hebammen retten Leben. Und Nippel

Babys sind wie Pfannkuchen

Late to the Babyparty

Das Beste fürs Kind

Brust voll, Akku leer

Was mir alles schon aufs Baby gefallen ist

»Bitte bedecken Sie sich«

Vatermilch

Die Tankstelle schließen

Bye-Bye Stillbusen

Resident Baby

Ganz neue Hobbys

Schlafen (was war das noch mal?)

Ausgewogene Ernährung (Pommes nur an Tagen mit G und mittwochs)

Handys lassen das Gehirn schmelzen

Drill Baby!

Mein Körper, meine Entscheidung

Nachwort

Danke

Alle wissen, wie eine perfekte Mutter zu sein hat, aber niemand hat je eine gesehen

Für meine Mutter

Vorwort

Als ich anfange, dieses Buch zu schreiben, ist gerade Muttertag. Auf Facebook und Instagram posten Menschen Bilder ihrer Mütter und schreiben lange, liebevolle Texte über sie. In fast jedem dieser Texte steht so etwas wie »Sie ist die beste Mama, die man sich wünschen kann«, »Immer da für ihre Kinder«, »Sie hat sich immer zurückgenommen, um ihren Kindern alles zu ermöglichen«, »sich nie beklagt«, »hat sich aufgeopfert« etc.

Krass. Das gehört also wirklich für viele zum Muttersein dazu: dass man sich aufopfert, zurücknimmt. Dem kann und will ich nicht zustimmen. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine Mama auch dann eine gute Mama sein kann, wenn sie noch ein eigenes Leben hat, Dinge auch mal unkonventionell löst und sich eben nicht »aufopfert«.

Ich hoffe, die Generation unserer Töchter nimmt dieses Bild der sich vollends der Familie widmenden Mutter nicht mehr als Maßstab.

 

Mutter zu werden ist der krasseste Job, den ich je angenommen habe. Ich hätte nie gedacht, dass man so viele Sachen gleichzeitig fühlen kann. Man ist überfordert, ausgelaugt, unglaublich glücklich, nie allein und doch oft einsam, die Hormone fahren Achterbahn, und ich habe definitiv noch nie so viel geheult. Was Mütter in der Anfangszeit erleben, ist so extrem in alle Richtungen, vor allem aber ist der Druck, die Erwartungen der Gesellschaft zu erfüllen, unendlich groß. Die Mütterbewertungsmaschine ist gnadenlos.

 

Kann man sich von diesem Druck aber lösen, dann merkt man, wie absurd lustig nicht nur das Kind, sondern auch die ein oder andere Situation ist. Und dann hat man die beste Zeit seines Lebens. Ich hoffe, dieses Buch hilft Eltern ein bisschen, den Druck rauszunehmen. Und ja, man darf auch über sein Baby lachen, das ist okay!

 

Natürlich spreche ich hier in allererster Linie Mütter an, denn let’s face it: Mütter stemmen einfach nun mal den größten Teil der Care-Arbeit.

Aber, liebe Väter, ihr seid natürlich mitgemeint!

Heute schon als Mutter versagt?

Wie ist es eigentlich, Mutter zu sein?

Das werde ich auch oft gefragt. Und dann sag ich immer: »Das ist so, als würde ein Körperteil von dir plötzlich lebendig und von anderen herumgetragen.« Okay, das klingt irgendwie super strange und eher nach einem Zombiefilm. Und irgendwie trifft das tatsächlich zu. Also, ich meine, auf eine gute Art, ich liebe das alles wirklich sehr, aber: Eine Pausetaste wäre auch manchmal geil, oder?

 

Als Kind dachte ich ja, wow, meine Mama kann alles, die ist die Beste, die kann hellsehen. Sie wusste immer, dass ich Hunger bekommen würde, wenn wir unterwegs waren, denn sie hatte immer geschnittene Apfelstücke dabei. Und sie wusste, ich muss eine Regenjacke mit in die Schule nehmen, obwohl die Sonne schien, und dann hat es wirklich später geregnet. Und sie wusste, dass wir klebrige Hände haben würden, weil sie immer, egal, wo wir waren, einen feuchten Waschlappen in einer Tupperdose dabeihatte. Eigentlich hat meine Mutter die Feuchttücher erfunden!

Ich dachte also, sobald man Mutter ist, kann man das alles. Dann hat man automatisch diese Superkräfte. Diese Mama-Superkraft … dachte ich.

Ich dachte: Sobald man Mutter wird, hat man das Leben im Griff.

Hell, no.

 

Ich werde jetzt sehr häufig gefragt: »Hast du es dir so vorgestellt?«

Gute Frage! Also, sagen wir so: Ich hatte eine lange To-do-Liste, was ich alles mit dem Baby machen wollte, wenn es auf der Welt ist. Diese Liste hat sich ein bisschen, nun ja, verändert. Ich liebe es, für alles To-do-Listen zu schreiben und dann die Sachen durchzustreichen, die ich erledigt habe. Und wenn ich etwas mache, das gar nicht auf der Liste stand, dann schreibe ich es noch dazu und streiche es dann direkt durch.

Hach, I love it!

Und jetzt, na ja, wenn ich ehrlich bin, dachte ich, wir wären bei:

Baby ist hochbegabt, weil wir nur klassische Musik hören, und

Babyschwimmen erfolgreich absolviert.

Tatsächlich aber sind wir bei:

Baby lebt noch und stinkt nur ein bisschen.

Ich musste mich auf jeden Fall ein wenig von dem Bild verabschieden, das ich von mir als Mutter hatte. Davon, wie ich dachte zu sein, was ich alles machen würde. Wie locker und entspannt und wunderschön ich einfach durch den Alltag mit meinem Baby tänzeln und nebenbei unvergessliche Erinnerungen für das Kleine schaffen würde … haha.

Hier mal eine kleine Liste von Dingen, die ich bis zum ersten Lebensjahr gemacht haben wollte:

 

Ich wollte jeden Monat ein süßes Bild vom Baby machen, wir hatten extra so Öko-Holzscheiben geschenkt bekommen, auf denen der entsprechende Monat verschnörkelt ins Holz gebrannt ist. (Die hatten wir auch in der entsprechenden Wochenausführung, die habe ich aber relativ schnell entsorgt …). Ich wollte dem Baby dabei das gleiche Outfit anziehen und dann eine schöne Reihe Bilder machen, immer mit diesen Monatsscheiben daneben.

Fakt ist: ist nicht passiert. Wird auch nicht mehr passieren. Muss ich abhaken.

 

Außerdem wollte ich ein Fotoalbum zum ersten Geburtstag fertig haben. Mit den schönsten Momenten aus dem ersten Lebensjahr. Das ist doch wohl zu schaffen, dachte ich. Nein. Einfach nein. Da muss man aber auch sagen, das liegt an unserer modernen Zeit. Ich habe einfach ZU VIELE FOTOS! Unmöglich, mich da in irgendeiner Weise zu beschränken, wie soll das gehen?

Da denkt man natürlich sofort an die liebevoll gestalteten Fotoalben aus der eigenen Kindheit. Im Jahr 1994 hatte meine Mutter ganze 14 Fotos von mir. Ich habe von meinem Baby allein von heute Morgen 324!

Also nein. Auch das ist nicht passiert.

 

Was ich aber geschafft habe: dem Baby einen ganz süßen Geburtstagskuchen mit einer einzigen Kerze drauf zu backen. Leider hat es aber ein bisschen zu nah am Kuchen gesessen, als ich ein cutes Foto machen wollte, und dann hat es einfach mit der flachen Hand auf die Kerze gehauen. Seitdem weiß es auf jeden Fall, was HEISSSSSS bedeutet.

 

Ich wollte das Kinderzimmer altersgerecht gestalten, Spielsachen wegräumen, für die es zu alt ist, neue Spielsachen besorgen, die es in dieser Entwicklungsphase fördern.

Oder einfach die zu klein gewordenen Sachen aussortieren, die besonders geliebten Stücke in eine Erinnerungsbox legen und den Rest verschenken oder verkaufen.

Fakt ist: Bis heute stopfe ich alles, was zu klein geworden ist, in die Ritze zwischen Wickeltisch und Wand. Ja, Life Hack. Dankt mir später …

Zu alt, zu jung, zu peinlich

Ich glaube, man kann es einfach nicht richtig und keinem recht machen. Wahrscheinlich würde ich dem allgemeinen Anspruch auch nicht genügen, wenn ich meine To-do-Liste erfolgreich abgearbeitet hätte. Das kennen wir Frauen ja sowieso, an uns werden so viele Erwartungen gestellt, die können wir gar nicht erfüllen. Man soll nett und freundlich sein, schön aussehen, aber nicht zu schön, sonst ist man dumm, man soll arbeiten, aber nicht zu viel, denn man soll ja auch Mutter sein, aber nicht zu ausgiebig, sonst ist es wieder unsexy. Auch die Frage, ob und wann man ein Kind bekommen möchte, ist fast unmöglich zu entscheiden. Noch immer wissen alle Frauen: Bekomme ich ein Kind, dann geht es mit der Gleichberechtigung in meiner Beziehung und in meinem Job bergab. Es gibt also unglaublich viele Dinge abzuwägen, denn auch in diesem Land geht es ja nicht wirklich kinder- und mütterfreundlich zu, aber wenn ich davon anfange, dann kann ich direkt drei Bücher schreiben.

 

Es hilft übrigens auch keiner Frau, dass das Thema Kinder immer noch als Small-Talk-tauglich gilt. Als würde nach dem Wetter oder der angenehmen Anreise gefragt, haut einem jeder zweite flüchtige Bekannte oft schon als dritte Frage die K-Frage um die Ohren. Und? Willst du auch Kinder? Wann ist es denn bei euch so weit? Wird es nicht langsam Zeit? Ich würde mich jetzt ranhalten.

 

Die meisten Menschen stellen diese Frage völlig arglos und denken sich gar nichts dabei. Aber daran sieht man auch, was für ein Allgemeingut der weibliche Körper ist. Dabei ist diese Frage für die meisten Frauen eine der intimsten, die man stellen kann. Vor allem, wollen die Frager die ehrliche Antwort darauf wirklich hören? Wollen sie wissen, dass die Frau, der sie mit dieser Frage gerade völlig vor den Kopf gestoßen haben, kürzlich eine Fehlgeburt erlitten hat? Vielleicht war es schon die zweite? Oder die Betroffene ist seit Jahren in Kinderwunschbehandlung und hat gelernt, alles wegzulächeln. Oder sie weiß, dass es keine Möglichkeit mehr für sie gibt, schwanger zu werden, weil sie sich weitere Versuche gar nicht mehr leisten kann?

Ich wurde mal beim Small Talk gefragt: »Warum wolltest du nie Kinder?«

Wow. Das muss man dann erst mal sacken lassen.

Vielleicht stellt ihr diese Frage nur, wenn ihr euch wirklich gut kennt, und fragt eine flüchtige Bekannte doch eher nach dem letzten Urlaub.

 

Also der Auftrag an uns Frauen ist eigentlich klar: Wir haben Mutter zu werden, denn sonst ist unser Leben sinnlos. Man glaubt auch Frauen nicht, wenn sie sagen: »Ich habe keinen Bock auf Kinder. Ich habe keine Lust auf die Verantwortung und die vielen Nachteile, die das für mein Leben und meine Altersversorgung bedeutet.«

Dann kommt meistens: »Jahaaa, warte mal ab, bis der Richtige kommt.«

Das suggeriert natürlich: Du hast keine Ahnung, was du willst, selbst mit Mitte 30 nicht. Darum lass das mal besser die Gesellschaft für dich entscheiden.

Aber auch, wenn du dich für ein Kind entscheidest, ist es längst nicht immer richtig. Du bist vielleicht Single oder zu jung oder wie ich: zu alt!

 

Ich dachte ja, ich habe ’ne Pause von dem ganzen Hate, wenn ich schwanger bin. Das dachte ich wirklich. Aber nein, offenbar ist es besonders, äh, befriedigend, eine schwangere Frau im Internet so richtig abzuhaten, wow! Der konkrete Anlass war ein Auftritt von mir in der Lanxess Arena in Köln vor 14000 Menschen bei der XXL-Comedynacht von EINSLIVE. Ich war im achten Monat, sehr deutlich schwanger und trug, sehr zum Missfallen von einigen Zuschauern, ein pinkes, enges Kleid. Ich bin es wirklich gewohnt, dass Menschen ihre Probleme haben, wenn eine Frau auf einer Bühne laut ihre Meinung sagt, dabei noch lustig ist und mit dem Ganzen obendrein noch erfolgreich. Frauenhass ist nun mal sehr verankert in unserer Gesellschaft. Aber was eine schwangere Frau auf der Bühne aus den Leuten rausholt, wie sauer sie werden – das ist einfach nur unnormal. Ganz ehrlich, ich habe mich darüber kaputtgelacht. Wie viel Zeit muss man haben und wie wenige Freunde, wie wenige Ziele, dass man beim Anblick einer schwangeren Frau auf der Bühne so sauer wird, dass man sagt: Nä! Bin ich sauer! Jetzt gehe ich ins Internet und sage der mal ordentlich Bescheid!

Hier mal ein Best of. Die Rechtschreibfehler habe ich großzügig korrigiert.

 

Sie ist schwanger, sie soll zu Hause bleiben.

Die Bühne ist mein Zuhause, du Idiot.

 

Wie fett die geworden ist, die soll aufhören, enge Kleider zu tragen.

Das ist natürlich super kreativ, einer Schwangeren zu sagen, dass sie fett geworden ist. Wirklich? Komm, da setzen wir uns noch mal hin, da fällt dir sicher was Besseres ein.

 

Wie unlustig kann diese werdende Altmutter sein.

Das ist übrigens ein Dauerbrenner. Zu alt. Also, ich bin zu alt. Hab natürlich direkt auf das Profil geschaut, war so ein Mitte-50-Jähriger, bei dem man den Rand von der Haartransplantation sehen konnte und der so Fotos von sich beim Skaten im Feed hatte.

 

Babypause machen, jetzt!!!111!!!!

Mach ich ganz sicher nicht, und ich kümmere mich hier um deine Rente, du Vollidiot.

 

Alle Schwangeren labern immer über ihre Schwangerschaft.

Okay, Junge, wenn ein kleiner Mensch in dir wachsen würde, hättest du sicher auch kein anderes Thema.

 

Warum hat die nicht abgetrieben, die hasst doch alles und jeden.

Ähm, Entschuldigung? Wer schreibt gerade die Hasskommentare?

 

Sieht im Gesicht voll alt aus.

Nur im Gesicht, wie cool!

 

Die lässt bestimmt einen Kaiserschnitt machen, Geburtsschmerzen sind ja nix für sie.

Okay, da hat ja jemand überhaupt keine Ahnung! Ja genau, lieber einen Kaiserschnitt, weil ich keinen Bock auf Schmerzen habe … Ich lasse mir einen Katheter legen und danach alle sieben Schichten von Muskeln, Gewebe und Gebärmutter wieder zusammennähen, kann dann drei Wochen nicht laufen und denke bei jeder Nachwehe, die an der Narbe zerrt, ich muss sterben … ja, genau das ist mein Plan!

 

So alt schwanger zu werden, peinlich.

Nein, das ist nicht peinlich, sondern ein Wunder! Und jetzt knie nieder, denn ich habe einen Menschen gemacht. Ich bin Gott!

 

Die tut so, als wär die wer weiß wer, dabei steht die nur da und labert. Die macht ja gar nix!

Ähm, doch! Ich mache etwas! Ich mache gerade ein Kind.

 

Hinter diesem Bodyshaming stecken ganz einfach Frauenhass und eine Objektifizierung, die auch Frauen im Alltag zu spüren bekommen, die überhaupt nicht schwanger sind: Körperliche Veränderungen werden immer ungefragt kommentiert und bewertet, Frauen müssen sexy sein. Entspricht eine Frau dem allgemeinen Schönheitsideal nicht, wird sie abgewertet.

 

Kommentare wie diese zeigen eine gesellschaftliche Grundhaltung gegenüber Frauen und Schwangeren, die natürlich gar nix mit Prominenz zu tun hat. Wir haben als Gesellschaft sehr klare Erwartungen an Frauen. Wie sie auszusehen haben, wie sie zu leben haben, wie sie sich zu verhalten haben.